Nachrichtenarchiv La Palma Aktuell 05.12.2021 Vulkanausbruch

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Vulkantagebuch



05.12.2021 Tag achtundsiebzig der Eruption


Sonntag 05.12.2021 El Paso 06:30 Uhr

Aus neuen Spalten fließt Lava in den südlichen Bereich
Die Dinge sind noch komplizierter geworden


Haken wir die gute Meldung schnell ab: Die Beben haben weiter in Magnituden und Häufigkeit abgenommen, aus der Tiefe dringen nur noch vereinzelte Signale. - Das deuten wir so, dass momentan kein neues Magma aus der Tiefe kommt. - So weit, so gut, wäre da nicht noch das "normale Vulkangeschäft" in dem man das vorhandene Material in der Zone um 10 - 15 Kilometer Tiefe abarbeiten muss. - Da gab es ja in den vergangenen Tagen immer wieder die Diskrepanz der augenscheinlichen Ruhe am Krater, mit den Daten des Tremor und den Deformationen. - Inzwischen hat sich, mindestens ein neuer Spalt gebildet, andere sprechen von deren drei, die unabhängig vom Hauptkrater Magma an die Oberfläche transportieren. - Und das bereits seit gestern Nachmittag und das erklärt vielleicht auch die schlechte Nachrichtenlage, da keiner auf diese Entwicklung vorbereitet war und sich zunächst selbst einen Überblick verschaffen musste. - Wir deuteten hier die Rauchsignale am Nachmittag als Ergebnis eines schnellen Lavaflusses vom südöstlichen Krater nach Westen, sahen allerdings bereits das Werk der Lava aus dem neuen Spalt, der westlich des Friedhofes von Las Manchas Lava entlässt. - Damit bewegt sich zum ersten Mal ein Eruptionspunkt weit über einen Kilometer vom Krater weg, was natürlich weitere Spekulationen und Ängste in der Bevölkerung schüren kann und wird. Darum die knappen Meldungen aus verantwortlichen Quellen, das will alles gut überlegt sein. Den weiteren Verlauf der neuen Lavazunge(n) hat Enrique in zwei Grafiken gepackt und die "Mineure" vom IGME zeigen ebenso die neue Lavazunge. - Damit verändert sich die Situation erneut, denn so entstehen neue Bereiche die gefährdet sind, auch außerhalb der bislang markierten Zonen. - So dürfen wir neue vorsorgliche Evakuationen nicht mehr ausschließen und wir sollten, auch ein paar Kilometer weiter vom Krater entfernt, erneut die gepackte Tasche auf Vollständigkeit überprüfen. - Mehr noch nicht, aber vielleicht hält das Monster eben kurz vor Schluss noch einige Überraschungen für uns bereit.

Da sich in den letzten beiden Tagen wieder aller Fokus auf den südlichen Teil des Geschehens gerichtet hat, scheint der Norden zunächst ohne neue Bedrohung. Ein Blick auf die Karte der Beben zeigt allerdings auch ein Ereignis oberhalb Tajuyas an, welches in nur einer Tiefe von 3 Kilometer lokalisiert wurde. - So können sich auch die Regionen Tacande und Tajuya noch nicht wieder auf Alltag konzentrieren, es bleibt weiter spannend. - Und das, während die Straßen rund um die Kreuzung bei Tajuya in den Süden voll mit Schaulustigen sind, sorgt doch die "Verfassungsbrücke" für einen enormen Zulauf an Besucher, meist von den anderen Inseln, die doch nur einfach mal einen Vulkan sehen wollen. - Ein gewagtes Spiel mit hoffentlich gutem Ausgang und ein Blick auf den Tremor von heute Morgen zeigt leichte Entspannung an. Wir sollten uns aber nicht darauf verlassen, dass die, seit nunmehr genau 11 Wochen funktionierenden Ventile des Vulkans nicht doch noch mal den Standort wechseln. - Warum das so ist und ausgerechnet jetzt, wo wir Licht am Ende des Kraters sehen, das wissen wir natürlich nicht. - Die unschöne Sache mit dem Licht am Ende des Tunnels ist ja, es können auch die Scheinwerfer eines entgegenkommenden LKW sein.




Was soll das Ding da oberhalb der Kreuzung Tajuyas
Quelle: IGN




Der Tremor gestern
Quelle: IGN




Die Fortsetzung ab Mitternacht
Quelle: IGN




Die Karte des IGME mit der neuen Lavazunge
Quelle: IGME - CSIC




Detaillierter und bunter macht das Enrique
Quelle: Volcanes y Ciencia Hoy




Der Klick auf den Link unten bringt Sie sofort auf die größere Karte
Quelle: Volcanes y Ciencia Hoy
Wollen Sie zum Text zu den Grafiken, dann HIER





Sonntag 05.12.2021 El Paso 17:30 Uhr

Was raus muss muss raus
Die Wunder werden knapp


Jetzt hat es auch noch die emblematische "Musicasa" des Schwabenrockers Ödi erwischt, dessen Jungs die Bleibe in Las Norias gerade renoviert hatten. - Der Vulkan zerstört nicht nur einfach, sondern nimmt auch weg. Träume, Arbeit, Illusionen und Lebenswerke. - La Palma kommt sicher wieder auf die Beine, manchmal frage ich mich allerdings, wie diese beschaffen sein müssen, aber für viele Menschen bleibt das Jahr 2021 als Schwarzes Loch in der Seele stecken. - Die neue Entwicklung mit den plötzlich auftretenden Spalten im Gelände macht uns zu schaffen. - Zunächst diskutierte man noch, sind das wirklich frische Spalten sind, aus denen das Magma noch frisch aus der Erde tritt. Oder ob das Brüche im verzweigten unterirdischen Netz der Vulkantuben sind. - Es sind Spalten, auch weil die Lava derart schnell fließt, dass die nicht bereits fast zwei Kilometer vom Krater geflossen sein kann. - 3 Meter pro Sekunde hat man dort unterhalb des Friedhofes von Las Manchas gemessen, da kann man dann auch nicht mehr davonlaufen, wie man das sonst mit unserer Lava locker tut. - Daher auch der schnelle Weg nach unten, bei uns also Westen und inzwischen soll diese neue Lavazunge sich bereits mit der alten vereint haben, welche südlich der Montaña Todoque ins Meer geflossen ist. - Auf dem Weg dorthin hat sich diese Zunge nicht stark ausgebreitet, der wohl einzige Vorteil eines solch schnellen Flusses, aber viele Häuser am Caminio La Majada zerstört. - Las Norias wurde wohl südlich gequert, aber außer Hoffnung setzt jetzt keiner mehr was darauf, dass das Wunder von Las Norias weiter Bestand haben könnte. Ich habe zwei Screenshots von der Pressekonferenz genutzt, um Ihnen den möglichst aktuellen Stand zu zeigen, denn die Karten und Luftaufnahmen sind allesamt noch alt und bieten den Stand von gestern. - Ein bisschen fragwürdig ist das schon, da rumpelt der größte Vulkanausbruch des Jahrhunderts in Spanien und am Sonntag arbeitet keiner, der die Dinge auf den neuesten Stand bringen könnte?

Da waren doch noch die beiden Beben in El Paso gestern Abend und heute Vormittag? - Fragezeichen, da beide verschwunden sind von der Anzeige des IGN und da es heute in der Pressekonferenz auch keine Fragestunde gab, bleibt man uns die Antwort, wo die denn hin sind, noch schuldig. - Da ich fest davon ausgehe, auch weil ich denen schon fast 2 Jahrzehnte zugucke, das IGN ist ein höchst seriöses Institut und wird sich nicht an irgendwelchen Manipulationen zugunsten, wessen auch immer, beteiligen. - Sicher, da arbeiten auch Menschen subjektiver Empfindungen, aber wenn das IGN die Anzeige der Beben korrigiert, dann haben die einen guten Grund und der heißt meist Falschmessung. - Ich weiß natürlich nicht, was da vorgefallen ist, aber ich weiß, dass es gar nicht einfach ist, immer echte Beben von anderen Schockereignissen in Erdnähe auseinander zu halten. - Dabei wäre diese Geschichte äußerst interessant und auch wichtig für die Leute, die nördlich des Kraters leben. Sollte das Beben dort in der Tiefe stattgefunden haben, wo es zunächst angezeigt wurde, dann würde das bedeuten: Das Magma ist vom Süden her auch über den jetzigen Krater hinaus gekommen und es können sich auch jederzeit nördlich des Kraters neue Spalten auftun. - Ausschließen kann man das niemals, das tut keiner, der Fulkann richtig schreiben kannů - Aber ich gehe davon aus, dass sich die neuen Spalten lediglich im Süden auftun, auf einer Linie, welche auf der einen Grafik der Pressekonferenz auch gut nachzuvollziehen ist. - Dennoch, auch in Tajuya und Tacande, der Notfallkoffer wird noch nicht wieder ausgepackt!

Aber vielleicht ist das bald so weit, denn neben der ganzen Aufregung gibt es ja auch noch das Tagesgeschäft in Sachen Vulkan und das sieht leicht freundlicher aus. - Die Beben gehen weiter in Anzahl und Magnituden zurück. - Dabei achten wir ja auch immer, ob da aus der Tiefe sich weiteres Magma ankündigt, und da kaum weitere Beben unter der 30 Kilometer Marke das anzeigen, müssen wir wohl "nur" noch den Mist abarbeiten, der in den Reservoirs in der bewegten Zone zwischen 10 und 15 Kilometer angesiedelt ist. - Die Deformationen bleiben fast konstant, die Emissionen an Gasen in der Wolke wohl auch. "Wohl" weil man uns da kurz hält mit den Zahlen und warum Involcán das so macht, darüber haben wir doch schon oft genug diskutiert. - Der Tremor glättet sich langsam, bleibt aber noch hoch genug um zu ahnen, da ist noch einiges an Material in Bewegung und muss raus. - Wie viel das ist, wer weiß das schon, aber die nachlassende Zahl an Beben zeigt sinkenden Druck an, also besteht Hoffnung, den Koffer bald auszupacken und den Piccolo zu entsichern. - Ein kleines Schmankerl haben wir noch, einen Zeitraffer von unserem Dach aus auf den Vulkan. - 24 Stunden in unter einer Minute, mit einem gähnenden Vulkan und jagenden Passatwolken. - Dennoch, ein beeindruckendes Schauspiel, zusammengestrickt von Uli Fehr.




Weniger Beben "oben", kaum noch Beben "unten"
Quelle: IGN




Der Tremor wird glatter, allerdings immer noch auf einem Niveau, welches verbesserungswürdig erscheint
Quelle: IGN




Die Anzahl der Beben und Tiefen. - Da steht immer noch das Ereignis von gestern Abend El Paso 3 Kilometer Tiefe angezeigt, welches das IGN inzwischen entfernt hat. - Volcano Discovery bezieht seine Daten allerings auch vom IGN, wohl automatisch, und die händischen Änderungen sind dann nicht berücksichtigt
Quelle:Volcano Discovery




Die Serie der letzten sieben Tage
Quelle:Volcano Discovery




Ich bitte die Bildqualität zu entschuldigen, das ist ein Screenshot der Pressekonferenz. Die schwarzen Punkte sind sowohl Schlote als auch Spalten, welche sich nach und nach aufgetan haben. - Die letzen Tage und Wochen ging das südlich von Ost nach West. Man kann auch den vermuteten Lauf der neuen Zunge als gelben Pfeil erkennen, diesen Weg hat die "Colada" wohl jetzt bereits zurückgelegt
Quelle: Pevolca




Heute bei Kraters am Sofa




Das spanische Forschungsschiff Ángeles Alvanriño vor der Westküste La Palmas. - Nachgucken, ob die Insel noch hält...








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