Nachrichtenarchiv La Palma Aktuell 11.10.2021 Vulkanausbruch

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Vulkantagebuch



11.10.2021 Tag dreiundzwanzig der Eruption


Montag 11.10.2021 El Paso 07:00 Uhr

Gnädige Nachtruhe im Tal
Jeden Tag ein neues Krater-Gesicht


Das Leben ist kein Baldrian. - Besonders nicht neben einem hyperaktiven Krater. - Der hat wieder über Nacht sein Antlitz geschärft und seine Schlote neu sortiert. - Jetzt scheint der Auslass für die Gase groß genug, um deutlich leiser die Entgasung zu vollziehen. Die Lava sabbert, in vielleicht 100 Meter Entfernung weiter nördlich und etwas tiefer aus dem Kratergebilde. - Da waren wieder umfangreiche Umbauarbeiten notwendig, vielleicht hat das ja eine der vielen Kameras aufgezeichnet, welche ständig auf den Wechselbalg gerichtet sind. - Oben scheint es nun zu stimmen, die Gaswolke mit den glühenden Partikeln schickt gleichmäßiger ihre Geschenke in den palmerischen Himmel, nicht mehr so gepresst und stakkatoartig wie noch gestern unter großer Anstrengung und Gebrüll. - Auch die Explosionen, das Wummern und Vibrieren ist damit weg. - Die Lava fließt allerdings weiter im Norden ab, was den neuesten und schnellsten Fluss weiter alimentiert. - Nicht gut für die Region nördlich angrenzend an den Callejón de La Gata, der im unteren Bereich schon komplett von Lava bedeckt ist. - Im Industriegebiet scheint der untere, nördliche Bereich noch frei, wird allerdings wohl auch in Stunden von der Lava überrollt werden. - Weiter zieht dieser Strom nördlich an der Montaña Todoque vorbei und hat laut Enrique bereits gestern Nacht den Atlantik erreicht. - Das bedeutet, dass der nördliche Strom den südlichen im Rennen um den "Meerfall" fix überholt hat. - Allerdings gefällt uns das nicht, denn die nördliche Lavazunge greift nach weiteren Siedlungen und nähert sich immer weiter La Laguna an. - So freuen wir uns nicht über die nördliche Ausrichtung der Lavaströme direkt vom Krater aus, bedeutet das doch, dass dieser Teil der Lavazunge am besten "ernährt" wird. - Wir hoffen sehr, dass sich jetzt schnell, auch in dem neuesten Teil des Lavastroms eine Art "Autobahn" bildet, in der die Lava schnellstmöglich und ohne Notwendigkeit der Ausbreitung vom Krater zum Atlantik gelangen kann.

Die Anzahl der Beben heute Nacht scheint ein klein wenig abgenommen zu haben. - Da gab es zweieinhalb Stunden komplett ohne Ereignis, welches der ständige Tremor überhaupt noch erkennen lässt. - Wie bescheiden wir schon geworden sind. - Allerdings verzeichnen wir eines der Stärkte 4,3 welches jedoch wieder in den Komplex der tieferen Beben zu verorten ist, bei denen wir ja die Aufklärung erhalten haben, dass es sich dabei um Ausgleichsbewegungen tieferer Magmaschichten handelt. - Zwischendrin meint man mal, eine kleine Aufwärtstendenz der Hypozentren erkennen zu können, allerdings bricht diese Tendenz im weiteren Verlauf wieder ab. - Epizentren bleiben gleich, alle rund um den Nambroque in den Gemeindegebieten Fuencalientes und Mazos. - Deformationen LP03 und LP04 bleiben gleich, minimal ab und auf und das Wetter könnte sich auch heute noch mal halten, aus Sicht der Bewohner des Aridanetals. - Gestern gab es noch mal ein paar Episoden mit höheren SO2 Werten, immer wenn der Wind komplett eingeschlafen war. Heute Morgen zeigen die neuen Messstationen rund um Los Llanos gute Luft an. - Hier im Tal sind wir alle dankbar für die ruhigere Nacht und selbst aus Puntagorda hört man, dass der widerliche Krach der vorhergegangenen Nacht auch dort oben im Norden noch für Misslaune sorgte. - Der Vulkan hält uns alle weiterhin deutlich bis schrecklich in Atem und mir wird ein bisschen mulmig dabei, wenn ich an all die Arbeit denke, welche ein Wiederaufbau im Tal mit sich bringen wird. - Auf der anderen Seite bieten sich gerade nach Katastrophen meist große Chancen. - Aber so weit sind wir noch nicht, der Vulkan ist immer noch auf der Brücke und hat mehr Streifen am Ärmel, als wir alle zusammen.




Ein paar Beben weniger können nur ausgemachte Optimisten wie mich beeindrucken




Ein paar Kringel nach oben, müssen die schon ein flacher werden der Beben bezeugen? Grafik von Volcano Discovery




Die Kartenmaler vom IGME sind nach dem Wochenende wieder die aktuellsten ihrer Zunft




Ergebnis des morgendlichen Spaziergangs




Montag 11.10.2021 El Paso 18:30 Uhr

Viel zu ruhig der Kollege
Die Gefahr lauert im Norden


Als wäre er ein gut dressierter Vulkan, dümpelt er heute so vor sich hin. - Wäre da nicht die schwarze Qualmwolke und am Fuß des Kraters die austretende Lava, man könnte an ein Laienschauspiel glauben. - Ist es aber nicht, ganz im Gegenteil. - Die nördliche "Front" macht echte Sorgen, denn überwindet die Lavazunge dort erst mal das Industriegebiet weiter Richtung Norden, dann steht der südliche Teil La Lagunas und alle darunter liegenden Räume der Lava frei zur Verfügung. - Das Gelände hängt dort eben nach Nordwesten, leicht nur, aber Lava verhält sich wie eine Flüssigkeit und geht den Weg der geringsten Widerstände. - Man bräuchte wieder mal einen Kollaps am Krater, den hatten wir eigentlich täglich, und dann bitte wieder einen Ausgang mittig, der direkt auf der alten Lavazunge das Dreckszeug in den Atlantik führt. - Wunschdenken, aber so weit ist es eben gekommen, denn erreicht die Lava einmal den südlichen Teil La Lagunas, kann man direkt mit den nächsten Evakuierungen beginnen. - Vielleicht hält ja das klapprige Gefüge dort am Industriegebiet auch, vielleicht haben wir ja nach vielen Tagen ohne jegliches Kleeblatt auch mal ein bisschen Glück. - Dicke Rauchwolken zeugten vom Zerstörungsmarsch der Lava durch das Industriegebiet, so mussten die Anwohner Tajuyas, Tendias bis runter nach Celta am Nachmittag in ihren Häusern bleiben. - Die Messstationen zeigten zwar keine alarmierenden Werte, aber man hat uns vorsichtshalber gleich mal in Hausarrest geschickt.

Die Daten von heute bieten fast Langeweile. - Ein paar Beben weniger und folgerichtig fällt auf: Nach stärkeren Beben ist eine Weile Ruhe oder weniger los, kein Wunder, brechen doch diese seismischen Bewegungen rund um den Wert 3 doch reichlich Fels um Platz zu schaffen für das Magma. - Nach Dr. Klügel kann man etwa damit rechnen, dass das Magma anderthalb Tage braucht, aus den 13 Kilometern bis zum Auswurfpunkt. - Die Gase allerdings sind noch schneller, aber man weiß eben nicht so genau, wie groß die inzwischen durch die Beben geschaffenen Kavernen und Züge da unter der Cumbre Vieja sind. - Es gibt ja immer noch reichlich Druck nach oben, trotz der dauernden Entlastung über den Kuhkopf. Die Beben konzentrieren sich weiterhin rund um die höchste Stelle der Cumbre Vieja und das haben wir fast alleine den Gasen zu verdanken. - Die Deformationen in den Stationen LP03 und LP04 steigen leicht an, haben aber dabei noch nicht wieder den Höchstwert rund um den Tag der Eruption erreicht. - An der Grafik aus der Schmiede der Volcano Discovery kann man zwar keine aufsteigende Tendenz der Beben ablesen, aber man möchte meinen, es wären weniger im tieferen Bereich. - Die Daten geben also (noch) keine Veränderung her, allerdings hat uns der Böse Onkel Olaf auch schon reichlich überrascht. - Ein bisschen wunderlich ist eben auch, dass sich die geringe Aktivität, besonders gemessen an der Geräuschkulisse, so gar nicht in den Werten des Tremor oder der durschnittlichen seismischen Aktivität zeigt. - Aber das geht eben nicht nach Geräuschen, sondern nach Beben und Wackeln und Stoßen und solche Fragen kann eben wieder mal nur ein Laie stellen. - Wir haben den Tag genutzt, wieder mal Asche zu schippen und genau so lange, bis wieder solche vom Himmel gefallen ist. - Meine Flüche bleiben unbeantwortet, wir sind das auch schon gewohnt und wissen ganz genau, immer wenn der Dreckskerl besonders leise ist, dann ist sicher wieder irgendein Mist am Laufen. - Wie schön dann doch noch Alltag zu erleben, Weihnachten kündigt sich an, ich könnte ků




Open Street Map ist oft brillant aktuell. - Hier meint man die Klippe erkennen zu können, welche das Industriegebiet darstellt, weiter in den Norden sollte die Lava möglichst nicht gelangen




We had our ups and downs...




Der Tremor und gut erkennbar die Beben zwischen Stärke 2,4 bis 3,7 heute. Kleinere Beben gehen in der Dauerberieselung durch den Tremor komplett unter




Es geht zwar nicht nach oben, aber unten scheint es luftiger zu werden. - Ist aber wohl nur eine Momentaufnahme Volcano Discovery




Fröhliche Weihnachten überall!









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