Nachrichtenarchiv La Palma Aktuell 23.09.2021

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Vulkantagebuch



23.09.2021 Tag fünf der Eruption


Donnerstag 23.09.2021 El Paso 07:00 Uhr

Der fünfte Tag
Ein ruhiger Morgen


Das Leben ist kein Vorsorgetermin. - Als müsse der Vulkan ab und zu auch mal Atmen holen oder sich ausruhen. - In der Nacht konnten wir kaum schlafen, dauernde Explosionen ließen ständig Türen und Fenster klappern und es ist einfach auch sehr laut. - Manchmal spürt man den Luftdruck der Explosionen sogar durch Türen und Fenster hindurch. - Allerdings sind diese Explosionen nicht mit den Beben zu verwechseln, welche uns ja sehr viel größere Sorgen bereiten da wir nach wie vor die Öffnung neuer Schlote fürchten. - Bei Betrachtung der letzten Bebenserien fällt aber leicht beruhigend auf, dass die seismische Aktivität generell deutlich nachgelassen hat. - Natürlich auch normal nach dem Beginn der, für das Magma erlösenden Eruption, wobei eben die Frage offen bleibt, ob der vorhandene Schlot tatsächlich geeignet ist alleine den Druck so weit abzuleiten, dass keine neuen Öffnungen her müssen. Natürlich beschäftigt uns das auch persönlich. - Noch sind wir nicht in der Falllinie der Lavaströme, sollte sich aber ein neuer Schlot oberhalb des Ortskerns El Paso öffnen, dann sind auch wir dran. - Aber so weit sind wir nicht und so fühlen wir uns an unserem Standort, trotz der Nähe von knapp 3 Kilometer zum Eruptionszentrum relativ sicher. - Die Asche regnen nun allerdings auch häufiger zu uns herüber, da der Nordostpassat nicht richtig motiviert scheint. - Gut, das ist halt tägliche Sisyphosarbeit, das staubige Zeug irgendwie von den Wänden und der Terrasse zu bekommen und dabei hat das erst angefangen. - Sollte der Wind noch länger ausbleiben, dann müssen wir uns generell auch mal Gedanken machen, wo wir nach der eruptiven Phase denn mit dem ganzen Staub hin sollen.

Neue Hauptsorge ist eine Verstärkung der südlichen Lavazungen, welche nun auch bereits die LP2 erreicht hat. - Enrique hat hierzu wieder eine sehr gute und deutliche Grafik angefertigt, welche den neuen, verstärkten Lavafluss als Nummer 4 anzeigt. - Allerdings vermutet man, dass dieser sich, nach dem er den Hügel am Friedhof von Las Manchas nördlich genommen hat, wieder mit dem Hauptstrom vereinigt. Aber wieder liegen eben einige Häuser auf dem Weg der Lava und werden auch fallen. - Die neuere Lavazunge weiter südlich scheint auch die Schwächung der bisherigen Zungen (2 + 3 auf Enriques Grafik) zu erklären und warum es kaum weiter geht mit der Hauptzunge in Richtung Atlantik. - So beobachten wir eben seit zwei Tagen bereits eher eine Ausbreitung der Lavazunge in die Breite und weniger nach unten, was hier im Tal Westen bedeutet. - Uns fehlen heute noch die neuen Daten der Ausgasungen und besonders, die der Bodendeformationen. - Da hatte es gestern die ersten, zaghaft hoffnungsvollen Nachrichten gegeben, sowohl die Gasausscheidungen wie auch die Bodendeformationen sollen nicht weiter angestiegen sein. - Also diese "Curve scheint geflattet" um auch mit Neudeutsch zu brillieren und nur zu gerne würden wir heute eine Bestätigung dieser ersten positiven Daten erhalten.




Nächtliche Fleißarbeit eines Lehrers erleichtert uns die Übersicht deutlich




Auch vom europäischen "Copernicus" Erdbeobachtungsprogramm erhalten wir sehr gute Karten




Die Beben unter La Palma der letzten drei Tage




Die Beben unter La Palma der letzten 15 Tage, also auch die seismischen Beweungen vor der Eruption




Unseren täglichen Tremor gib uns jetzt. - Wie immer kann man sich, auch wenn manche das anders sehen, sehr gut auf die Datenströme des Instituto Geográfico Nacional verlassen




Jetzt kommt der Wind, entgegen der Vorraussagen sogar ein bisschen aus Westen und trägt die Aschewolke auf die Ostseite der Insel. - Ob das schon ausreicht, den Flugverkehr nach La Palma zu beeinflussen, das müssen wir abwarten





Donnerstag 23.09.2021 El Paso 18:00 Uhr

Mehr Asche, weniger Lava
Der König besänftigt den Vulkan


Das Leben ist keine Republik. - Schwarzer Qualm kommt aus dem Schlot hinter dem Kuhkopf, (Cabeza de la Vaca) und erst ab den Abendstunden wird man wieder erkennen können, wie viel glühende Lava da mit den heißen Gasen mehrere Hundert Meter in die Luft geschleudert wird. - Nur wenige Explosionen erschütterten die Umgebung des Vulkans den Tag über und manchmal fehlte einem der sonst dauernde Krach sogar. - Aber von Ruhe oder gar einem Endspiel der vulkanischen Episode sollte man besser nicht sprechen, da es keine belastbaren Hinweise auf friedliche Aussichten gibt. - Seismische Bewegungen zählen wir heute bislang lediglich deren zwei, was durchaus positiv gewertet werden kann. - Der "Druck im Kessel" scheint nicht mehr so hoch zu sein, das Magma muss sich wohl keinen Weg mehr durch den palmerischen Untergrund boxen. - Allerdings heißt das nicht, dass es nicht weitergeht mit dem Magmanachschub aus den unteren Regionen, auch ein ausgewachsener Vulkan kann sich nicht jederzeit auf seine Lieferanten verlassen. - Die Hauptzunge der Lava in Todoque ist fast gänzlich zum Stillstand gekommen und es bestehen Zweifel wie Hoffnung, dass es dort, zumindest in den kommenden Stunden, keine weiteren Geländegewinn für den Vulkan geben wird. - Allerdings bringt der neue Seitenauslager, welcher nördlich am Hügel des Friedhofs von Las Manchas vorbei zieht, neue Lava mit sich und wird sich, aller Voraussicht, wieder mit dem Hauptstrom vereinen. - In einem Drohnenflug auf Twitter kann man den, südlich des Hauptstroms agierenden Lavafluss gut beobachten. - Was nun befürchtet wird ist, mit dem Stillstand in und um Todoque könnte sich noch mehr Lava auf den bereits oberflächlich erkalteten Lavastrom legen und an den Seiten weitere Schäden durch Ausbreitung verursachen. - Der Wind spielt nicht richtig mit heute, ab und zu bläst er die Aschewolken auch auf die Ostseite und lähmt damit auch den Flugverkehr. - Ab Sonntag ist gar Südwind angesagt, was auch die Hauptlast des Ascheregens aus Jedey und San Nicolás in Richtung Tacande und Tajuya ändern könnte.

Heute sind das Königspaar und der Spanische Ministerpräsident auf der Insel und wie man eben so lapidar dahinsagt: Der Vulkan scheint königstreu zu sein und benimmt sich nun auffallend friedlich heute. - Vor ein paar Stunden flog ein Militärhubschrauber über das Aridanetal, ich weiß nun nicht, ob die da drin waren, denn normalerweise schwebt die Königsfamilie mit mehreren Superpuma-Hubschraubern und nie zusammen in einer fliegenden Kiste. - Egal, La Palma spielt im Moment die mediale Rolle seines Lebens in Spanien und ist auch in der ganzen Welt präsent. - Ob uns nun so viel Aufmerksamkeit recht ist, das fragt niemand, aber die Einwohner hier, besonders die aus der betroffenen Region, die sind inzwischen derbe genervt von den, hier in Massen herumwieselnden Gelbjournalisten mit Facebook-Matura. - El Pais, La Vanguardia und auch die etwas dröge El Mundo, berichten durchaus seriös und auch mit wissenschaftlichem Bezug.

Immer wieder kommt die hoffnungsvolle Frage nach seriösen Spendenkonten. - Dabei kann ich nur die offiziellen Stellen empfehlen, ob nun die Gemeinden wie El Paso, Los Llanos oder die Inselregierung ist eigentlich egal. Wobei El Paso und deren Rathausbesatzung in den vergangenen Katastrophen, 2 Brände und eben jetzt der Vulkan, hervorragende Arbeit geleistet haben. - Los Llanos ist im Moment mit mehr betroffenen Häusern dabei. Privatspenden sind natürlich auch machbar, aber immer ein bisschen problematisch, es sei denn, man kennt den Empfänger! Aber auch dann kann es schwierig werden, da die Steuerbehörden Spenden wie Schenkungen von Dritten behandeln. - Mein Gefühl: Spenden an die Gemeinden El Paso und Los Llanos, welche ja auch die Hauptlast der Hilfen tragen, können am schnellsten zu den Betroffenen gelangen. - Oder eben, Sie machen das ganz privat und direkt nach dem Motto, Scheinchen wechsle dich, das geht dann auch weiter niemand etwas an.

Wer spenden will, dem stehen, unter anderen, folgende Konten der beiden meistbetroffenen Gemeinden und der Inselregierung zur Verfügung:

El Paso
Was muss drauf stehen:

An: Ayuntamiento de El Paso
Ihr: Name und Nachname
Zweck: Erupción Vulcánica

LA CAIXA CAIXESBBXXX ES26 2100 7109 3122 0015 5652 oder

CAJA SIETE BCOEESMM076 ES57 3076 0480 6710 0761 6723

Bizum aus Spanien Code: (La Caixa) 03748

Bizum aus Spanien Code: (Cajasiete) 03776


Los Llanos
Was muss drauf stehen:

An: Ayuntamiento de Los Llanos
Ihr: Name und Nachname
Zweck: Erupción Vulcánica

LA CAIXA CAIXESBBXXX ES06 2100 1921 1902 0014 1752

Bizum aus Spanien Code: 03749




Inselregierung
Cabildo Insular de La Palma

Was muss drauf stehen:

An: Cabildo Insular de La Palma
Ihr: Name und Nachname
Zweck: Erupción Vulcánica

LA CAIXA CAIXESBBXXX ES47 2100 9169 0122 0017 9456

Bizum aus Spanien Code: 03747






Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Telefon: + 34 922 497 216
WhatsApp: + 34 616 167 775
email: m.siebold@casamartin.de

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