Kolumne La Palma Aktuell

Ferienhäuser La Palma Ferienhäuser La Palma Casa Martin Ferienhäuser La Palma Casa Martin Casa Martin La Palma La Palma Casa Martin Ferienhäuser La Palma



Kolumne - La Palma Aktuell

Ferienhaus Casa Martin auf La Palma Ferienhaus Martin Studio auf La Palma Flüge nach La Palma und Mietwagen La Palma Nachrichten Archiv La Palma Aridanetal Webcam
Paul La Palma Carlos Geschichten über den San Juan Rose Marie Dähncke erzählt von La Palma Beiträge über Astrophsyik auf La Palma La Palma Urlaub Ferienhäuser auf La Palma


Zum Nachrichtenarchiv


Neuester Eintrag vom 26.07.2020





Sonntag 26.07.2020

Helden in Unterhosen
Diese und andere, nicht systemrelevante Dinge von der, vielleicht schönsten Insel der Welt


Der Sommer atmet durch, eigentlich wie immer. - Ein paar Tage heiß, dann ein paar Tage wieder Abkühlung, um dann erneut die Dreißig-Grad-Marke von oben zu knacken. - Sommer eben. - Richtig Hitze war bislang noch nicht, die blieb meist auf den östlichen Inseln stecken, alles noch deutlich unter vierzig Grad bei uns. - Damit zieht sich allerdings auch ein Phänomen weiter durch das Wettergeschehen, milde Sommer, trockene Winter und natürlich wiederhole ich mich wenn ich rufe: Bitte lass das eine Wetterkapriole sein und nicht schon der Klimawandel. - Wissen wir natürlich nicht, aber ohne ausreichend Wasser im Winter pfeifen wir auf einen milden Sommer. - Immerhin, bislang kein außer Kontrolle geratenes Feuer, auch der Schreck am letzten Wochenende in San Antonio del Monte blieb überschaubar. Es ist nett, wenn ein Feuer tagsüber ausbricht und der Brandherd bitte auch mit den Feuerwehrautos zu erreichen ist. - Und schnell muss man sein, das waren die Jungs auch und bitte weiter so in Sachen Waldbrandgefahr. - Wir haben schon genug Wirrungen im Moment zu überstehen, da ist Feuer so angenehm, wie Zahnweh Freitag Abend.

In Sachen Virus halten wir uns auf La Palma hervorragend. Kein weiterer aktiv Infizierter mehr seit über einem Monat. - Wäre da nicht der Fall, oder hier "Un-Fall" gewesen, welcher für, an die 24 Stunden, einen aktiven Träger des Covid-19 auf La Palma kannte. - Ein Rückkehrer von einer Familienfeier auf einer anderen Insel hatte sich selbst gemeldet bei den Gesundheitsbehörden, er sei auf einem Treffen gewesen, auf dem man im Nachhinein Corona-Infizierte gefunden hätte. - Schnell einen PCR-Test, dieser ist positiv, also doch wieder ein aktiver Fall auf der Insel. - Allerdings vollzog man ein paar Stunden später den Elisa-IgG Antikörpertest und auch dieser zeigte ein positives Ergebnis an. - Das bedeutet nun aber, dass dieser Patient wohl Covid-19 Virenträger ist, aber bereits die ansteckende Phase deutlich hinter sich gelassen hat. - Ab mehr als 2 Wochen nach Ansteckung sollen diese Antikörper erst nachweisbar sein, was bei Patienten ohne Symptome keine Ansteckungsgefahr mehr bedeutet. - So erklärt man uns das und nach einer kleinen Recherche im Laien-Google-Besserwisserverfahren kommt das wohl auch so hin. - Das Covid-19 Protokoll auf den Kanaren weist uns nun an, dass Leute mit einem positiven Elisa-IgG Test nicht als aktive Virenträger eingestuft werden, auch wenn es einen, ebenso positiven Nachweis, im PCR-Test gegeben hat. - Darum bleibt es dabei, seit über einem Monat kein aktiver Fall mehr, auch wenn es für ein paar Stunden wohl einen gegeben hat. - Darüber hinaus stelle ich mir die Frage, woher denn dieser Patient dann nun das Virus hat, wenn er es bereits länger als 2 Wochen in sich tragen muss, die Familienfeier aber erst am vorherigen Wochenende stattgefunden hat?

Klar, keine aktiven Fälle mehr, aber wir würden das gerne in Relation zu der Anzahl der weiter praktizierten Tests sehen. - Rund um 100 heißt es zwar, aber solch pauschalen Zahlen befriedigen eigentlich keinen Dünnglasziselierer wie mich. - Da aber diese Zahlen aus der Feder unserer Krankenhauschefin kommen, gewinnen diese doch wieder an Glaubwürdigkeit. Und immerhin, inzwischen muss man die Proben nicht mehr nach Tenerife schicken, wir haben jetzt unseren eigenen Roboter für die PCR-Tests. Einen "Procleix Panther" der Firma Grifols und das Ding soll locker in der Lage sein, mehr als 500 Tests an einem Tag durchzuführen. So viele Tests zu machen hat aber hier niemand vor, wir wollen uns nicht in diesen komischen Trend der "Neuen Welle" einreihen, welche gerade das Land zu erreichen scheint. - Die Zahlen der Neuinfektionen steigen eben wieder deutlich an und in vielen Regionen des Lands hat man so die Maskenbremse gezogen und das Tragen des Mund-und-Nasenschutzes selbst auf der Straße zur Pflicht gemacht. - Eine fragwürdige Methode, sicherlich und ebenso diskutierbar. Wobei die Behörden klar zugeben, es mache eigentlich keinen Sinn, bei Einhaltung des Mindestabstandes und unter freiem Himmel diese Masken tragen zu müssen. Aber anders könne man die Leute nicht robust wieder hinter die Maske bekommen, da es für das Aufsichtspersonal sonst unmöglich sei, die Maskenpflicht erst ab 1,49 Meter durchzusetzen. In der Tat gab es wohl so viele Diskussionen mit dem "Publikum", dass man nun die generelle Maskenpflicht eingeführt hat, da viele Leute einfach nicht gewillt waren, diesen Schutz, sei er auch nur für Andere, zu tragen.

Schwieriges Thema. Es gilt den charmanten Mittelweg zu finden zwischen Verdummungsverboten und richtig gemeinten Vorsichtsmaßnahmen. - Nichts wäre schlimmer, als hilflose Überreaktionen auf neue "Wellen-Szenarios", welche genau so jeglicher Erklärung entbehren, wie es die Wirrtheorien der Aluhutfraktion tun. - Da hatte man gerade den Verweigerungshelden eine kognitive Eigenentleerung gegönnt, da fängt man nun selbst an, mit kruden Knüppelschlägen unsinnige Maßnahmen als Zauberformel zu verklären. - Wie bitte kann man den Wertstoffhöfen der Insel einem Terminzwang aus Vorsichtsmaßnahmen überstülpen, wo doch niemals dort Massen antanzen und auf einem riesigen Platz unter freiem Himmel Dinge in Container geworfen werden. - Das ist genau so kontraproduktiv, wie die ewigen Roten Fahnen an Teilen des Strandes von Puerto de Tazacorte und so liefert man nur neue Argumente an die Fraktion, welche andauernd Freiheit mit Ignoranz verwechselt. Es wäre an der Zeit, dass Drosten und Simón aus dem Urlaub zurück kommen, da ist schon wieder zu viel Politik auf der Straße und das hat noch nie gut getan. - Generell hält man sich aber hier auf den Kanaren ganz gut im Alltag. Ich hoffe mal, das bleibt auch so und niemals könnte man uns hier auf der Insel eine generelle Maskenpflicht verkaufen, ohne einen einzigen, offiziell genannten, aktiven Fall. - Sicher, zur Vorsorge trägt man die Dinger weiter beim Einkaufen, im Bus und wenn man in Gruppen ist und sich zu nahe kommt, aber beim Spazierengehen auf leerer Straße, oder auf einem kaum frequentierte Bürgersteig, da ist das sicher nicht angezeigt. - Auf den anderen Kanareninseln steigen aber auch die Zahlen mit aktiven Infizierten erneut an, wobei Fuerteventura hier eine Sonderrolle einnimmt. - Die haben in den letzten Wochen mehrere Boote mit Flüchtlingen aus, wahrscheinlich Mauretanien aufgenommen und in diesen Booten befanden sich wohl an die dreißig Menschen mit aktiver Covid-19 Erkrankung. So geht etwa die Hälfte aller neuen Fälle auf Kosten der Flüchtlinge und man tut sich ein bisschen schwer damit, das ohne "Gschmäckle" zu verkaufen. Allerdings drängt eine, natürlich aus dem Tourismus stammende Fraktion darauf, die Zahl der aktiv Infizierten nach Herkunft zu sortieren. - Meine Kranken, deine Kranken und meine zählen nicht, denn die sind übers Meer gekommen. - Argumente nah am moralischen Brechbecken, aber wer sagt denn auch, dass der Mus mit dem Kapital davor und dem Is mitten drin irgendwo moralisch sein sollte.

Auf La Palma bleibt das Thema Corona weiter deutlich hinter dem Komplex Wasser-Dürre zurück und inzwischen gibt es die ersten Gemüsebauern, welche ihre Produktion einstellen müssen. - Einige Avocado-Pflanzer kündigen ähnliche Schritte an, nur die Bananenbauern halten weiter an ihrer Intensivzucht fest. Kein Wunder, lohnt es sich doch aufgrund der Subventionen auch bei teurerem Wasser noch, unsere gelbe Wappenfrucht anzubauen. - Jetzt lebt die ständige Diskussion, ob man nun die "Wasserreserve" im Bauch der Insel bereits aus Notfallgründen anzapft, oder weiter versucht, mit weniger Wasser über die Runden zu kommen. - Zu fürchten bleibt in dem Fall, dass eben weitere landwirtschaftliche Produkte, welche als "Subvention" lediglich den geringen Steuersatz für Landwirte haben, nicht weiter produziert werden können, da man sämtliches Wasser auf die Bananen kippt. Öffnet man aber die "Schleusen" des "Túnel de Trasvase", dann könnte in ein paar Jahren, sollte es nicht wieder deutlich mehr Niederschläge geben, die Insel noch stärker an Dürre leiden. - Man kann auf Dauer einfach nicht übersehen, dass wohl an die 90% des gesamten Wassers in die Bananenzucht auf der Insel gehen, es eigentlich kein grundsätzliches Wasserproblem gibt, sondern diesen Umständen entsprechend, die falschen Früchte angepflanzt werden. - So will man das aber hier nicht genannt haben, darf man auch gar nicht, da wir nicht plötzlich auf das enorme Einkommen aus dem Verkaufserlös, wie auch den Subventionen aus dem Bananenanbau verzichten können. - Gerade im Moment nicht, wo doch der Tourismus noch in keiner Weise in der Lage ist, auch nur annähernd wieder auf finanzieller Ebene zum Einkommensfavorit Banane aufschließen zu können. - Kommende Woche wird es sogar einen Autokorso von Los Llanos aus mit anschließender Kundgebung in der Hauptstadt geben, auf der Bananenbauern und andere durstige Landwirte ihrer Forderung, nach sofortiger Öffnung der Wasserreserven unter der Cumbre Nueva, zum Ausdruck bringen wollen. - Einen Autokorso, weil der Klimawandel uns Beine macht in Sachen Strukturwandel? - Da können wir ja nur froh sein, dass Greta gerade einen Corona-Maulkorb hat, sonst wären wir schon ein bisschen Shitstorm-Kandidat. Aber lasst uns immer wieder hoffen und wer will, auch beten: Lass es noch das Wetter sein und nicht schon Klimawandel. - Ich wiederhole mich, meine Sie: Sicher, aber Beten geht nun mal so, "fuchzig Vater Unser", darunter bin ich früher selten aus dem Beichtstuhl gekommen. - Hat´s geholfen, meine Frau sagt: Nein!

Der Tourismus auf der Insel will einfach noch nicht wieder anspringen. - Was gut läuft, das ist Wochenendausflug in Landhäusern mit Pool und großem Kühlschrank. - Auch weil öffentliche Sausen nicht ohne Reibungswärme durch die soziale Kontrolle kommen, mieten sich viele, meist junge Leute, ein Wochenende in einem Ferienhaus ein. - "Booking" und das andere Portal, mit der Luft im Titel, bieten da besondere Möglichkeiten an. - Das kann ruhig was kosten für die beiden Nächte, man gönnt sich ja sonst nichts. Zwei Personen buchen, acht Leute kommen, so werden selbst 2 Nächte für 350 Euro bezahlbar und nicht jeder Eigentümer merkt überhaupt, was er sich da eingefangen hat, da ja die Hausübergabe ja oft sogar ohne persönliches Erscheinen erfolgt. - Unter der Woche aber ist wenig los und die internationalen Gäste, also die mit den 2 Wochen Aufenthaltsdauer und dem Habitus, wenig "Footprint" in akustischer, wie anders kontaminierender Hinsicht zu hinterlassen, die sind noch sehr rar gesät. - Klar, es fliegen noch sehr wenige Flugzeuge, auch wird einem das Fliegen insgesamt nicht wirklich schmackhaft gemacht und da Reiseveranstalter La Palma noch bis in den Winterflugplan hinein komplett ignorieren, wird das mit den Flugverbindungen so schnell wohl nicht besser werden. - Wäre da nicht die Iberia-Express, welche nun für den "Restsommer" 11 Flüge wöchentlich aus Madrid nach La Palma und wieder zurück angekündigt hat. - Ein Hoffnungsschimmer, auch für den internationalen Tourismus auf La Palma und hoffentlich halten die Jungs und Mädels von Iberia und deren Satelliten hoffentlich durch und überstehen diese wirklich schwere Zeit. - Vorsichtige Zungen, also die Verwandtschaft der "Bösen Zungen" behaupten ja auch, so würde man sich die neuen Corona-Fälle auf die Insel holen. - Da fällt auch besonders der samstägliche Vueling-Flieger aus Barcelona auf, während andere Länder Katalonien inzwischen wieder als "non grata" einstufen, verkauft man uns hier diese Verbindung immer noch als wunderbare Rückkehr zu einer, wie auch immer geformten Normalität.

Die seismische Aktivität unter den Kanaren bleibt weiter hoch und hat auch, seit vielen Monaten, La Palma mal wieder in seinen Unterhaltungskatalog mit eingeschlossen. - Bis jetzt an die 25 Beben innerhalb von zwei Tagen, aber allesamt nicht spürbar für die Menschen auf der Insel. - Einmal reichen die Magnituden nicht aus, maximal bislang 2,5 mbLg (Warum mbLg und nicht "Richter"?) und darüber hinaus befinden sich die Hypozentren mit unter 30 Kilometern, sehr tief. - Es ist aber anzunehmen, dass es die kommenden Tage weitere Bebenwellen unter La Palma geben wird, es ist halt bewegt unter uns, allerdings so lange es die Inseln gibt bereits und auch davor bereits. - Unter dem Süden Tenerifes grollt es, aber seit anderthalb Jahrzehnten bereits und zwischen den beiden großen Insel auch, im so genannten "Volcán de Enmedio". - Ebenso unter El Hierro ist die seismische Aktivität beachtenswert, allerdings anders strukturiert, als unter Tenerife. - Während im Süden Tenerifes hunderte kleine Beben mit sehr kleinen Amplituden zwischen eins und zwei mbLg gemeldet werden, sind es unter El Hierro weniger, aber deutlich stärkere Vorgänge. - Da sind dann auch mal "Klopper" mit drei bis vier mbLg dabei und wie und ob diese beiden Fokusse zusammenhängen, das lässt sich, trotz Aussagen vieler Vulkanologen, nicht wirklich abschließend beurteilen. - Eine weit verbreitete These meint allerdings, unter Tenerife bewegt sich Magma horizontal und kommt einfach nicht zum Stillstand. - Wo hingegen unter El Hierro eher zurückweichendes Magma als Ursache für den seismischen Krach vermutet wird, als ob dort die vor Jahren, durch aufsteigendes Magma geweiteten Kavernen nun ohne Gegendruck in sich zusammenstoßen. - La Palma spielt da nur selten eine bemerkenswerte Rolle mit. Meist nur oberflächliche seismische Aktivität, welche durchaus auch durch kleinere Erdrutsche erklärbar sein kann. Dann gab es 2017 und 2018 jeweils ein paar Schwarmbeben und jetzt scheint eine neue Welle unsere Insel wieder in die Erinnerung der Geologen rücken zu wollen. - Ganz normal für eine Region, über einem vulkanischen Hotspot und bemerkenswert dabei ist eigentlich nur, dass es, bis vor ein paar Jahren, komplett ruhig war unter La Palma und deshalb auch seltene Erdbewegungen im Untergrund hellhörig machen. - Generell aber kann man sagen, dass die seismische Aktivität unter den Kanaren in den vergangenen Monaten erneut leicht aber deutlich zugenommen hat. - Konservative Stimmen meinen ja, diese Rumpelstilzchen unter La Palma kämen vom Aufstampfen des Bischofs, welchem ein nächtliches Foto der Kirche El Pasos aufgefallen ist. - Wir sind ja seit Jahren hier auf der Insel im Selbsterklärungsmodus für fortschrittlichen Liberalismus in Sachen LGTBi. - Da hat sich in der Tat einiges bewegt und seit dem es bunte Lämpchen hier auf der Insel gibt, wird man auch nicht müde, immer mal wieder Bauwerke in den Regenbogenfarben anzustrahlen. - Hafenmolen, Rathäuser, Fassaden und ganze Silhouetten von Dörfern und jetzt eben auch eine Kirche. Und noch dazu dieses moderne Gebäude, mit dem steil erigiertem Turm, lässt plötzlich alle Hüllen fallen und erstrahlt auch ohne Regen und Bogen in den bekannten Farben. - Chapeau La Palma, Chapeau El Paso und ganz besonders geht der Hut in Richtung Don Domingo, unserem Pfarrer, der solch eine, durchaus symbolträchtige Show, ermöglicht hat. - Da geht noch was bei der Kirche, oder aber wir müssen uns bald einen neuen Pfarrer suchen…

Das bleibt alles äußerst spannend und so ergibt sich, selbst für uns, frei schaffende und biodiverse Austragsferienhausvermittlungsagenturstarklebensgemeinschaft oft wenig Zeit, den wirklichen Kleinstalltag geschickt handzuhaben. - Es gibt hervorragende Nachrichten aus dem Fach Kompost, der Häcksler hat endlich seinen Zaubergesellen gefunden und die Katzen finden es Klasse, dass wir nun viel häufiger zu Hause sind. - Klar, wenn man über Dreißig ist, dann zwickt es manchmal hier und da, aber morgens beim ersten Kaffee sind wir immer noch, bereits nach vielleicht 12 Minuten durch, uns gegenseitig zu erklären, wo denn das heutige Zipperlein wieder besonders aufmerksam zugebissen hat. - Erst wenn es über 20 Minuten morgens dauern sollte, oder falls man nur noch per WhatsApp dem Partner zu medizinischen Lagen Auskunft gibt, dann sollte man vielleicht die Alltagsfrage erneut stellen. So weit sind wir aber noch nicht. Auch erleben wir ab und zu noch Dinge, welche unseren, sicher nicht mehr so aufregend kolorierten, Alltag wie früher erhellen. - Damit sind wir endlich bei der "Titelgeschichte" angekommen, von den Männern in Unterhosen. - Ein Heldenepos, eine Nachbarschaftsgeschichte, oder eher ein Ding, welches ich irgendwann meinen Enkeln erzählen werde. - So lange die nicht vorhanden sind, müssen Sie herhalten.

Es war eine heiße Nacht und wenn die Hitze erstmal in die Zimmer gekrochen ist, dann dauert es, bis wir wieder normale Temperaturen haben. - Also immer mal wieder raus in der Nacht, schließlich sind es ein paar Grad weniger draußen. Ich meine noch, meine Frau auf der Terrasse zu sehen, wie sie wohl in die Küche schleicht, sich am Kühlschrank zu bedienen. - Aber meine Frau macht Licht, fummelt nicht mit dem Funzel am Handy rum und Haare auch auf dem Kopf. Also schließe ich, noch dösig von der Hitze und angegangenem Schlaf: Die Figur, die ich da im Dunkeln erkenne, auf unserer Terrasse, die ist nicht meine Frau. - Sofort brülle ich los, als Sohn eines Wehrmachtsoffiziers kann ich das gut und neben gutturalen Lauten empfehle ich diesem uneingeladenen Kerl, auch noch schnell zu laufen, sonst würde ich ihm Deutschunterricht geben. - Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich dem Dieb in der Nacht auch noch einen Tipp gab, zu entkommen. Vielleicht fand ich es fair oder chic, vielleicht hoffte ich es innerlich auch, dass er entkommen möge. - Erst Tage später habe ich mich mal wirklich hinterfragt, was ich denn gemacht hätte, wenn ich ihn zu greifen bekommen hätte. - Ich aber hinterher, so schnell ich kann, aber der Typ ist schneller und ich habe gleich mehrere Makel an meiner Verfolgungsstrategie feststellen müssen. - Ich habe kein Licht, keinen Knüppel als gewichtiges Faustpfand, keine Schuhe und bin nur mit einer Unterhose bekleidet. Also zunächst noch die rudimentären Dinge besorgen, bevor die Verfolgung weitergeht.

Mit Knüppel und Taschenlampe renne ich also auf die Straße hinaus, zunächst in die falsche Richtung, nach unten. - Aber Gebrüll "von oben" lässt mich wenden und nun die Straßen hinauf laufen, wobei das Wort laufen, hier bitte nur als Stilmittel begriffen werden sollte. - Bald schon erreiche ich den Schauplatz des weiteren Gebrülls und treffe auf zwei meiner Nachbarn, die ziemlich genau wie ich bekleidet waren. - Nur Unterhose, keine Schuhe, sonst nichts. Ich einen Holzknüppel, ein Nachbar einen längeren Stock und der andere Nachbar ein Stück ¾ Zoll Rohr in der Hand. - Ja, ich habe ihn fast erwischt, der ist sogar gestürzt dabei und hat Geld verloren, aber da ich keine Schuhe anhabe, konnte ich ihn nicht weiter verfolgen. So die Aussage des einen Nachbarn, der andere nickte nur, auch ihm war, angesichts des fehlenden Schuhwerks und der spärlichen Bekleidung um das Körperzentrum rum wohl nicht aufgegeben, da nun hinterher zu sprinten. - Brauchen wir auch nicht, wir haben den dreisten Dieb ja eh erkannt, es war der, der immer hier klaut. - Nein, nicht der Gärtner, der kommt tagsüber, sondern der, der schon seit Jahrzehnten hier die Nachbarschaft nachts beglückt. - Da standen wir dann, drei Helden, zumindest nach dem, was wir alles mit dem flüchtigen Strauchdieb gemacht hätten, wären wir nur bekleidet gewesen. - Oder hätten wir Schuhe angehabt, oder eine Taschenlampe oder eben den, extra für den Fall, liebevoll aber nachdrücklich geglätteten Stock aus altem Mandelholz. - Mehrfach durfte ich meinen, katzenhaften Spurt dem fliehenden Teufel hinterher schildern, in groben Bildern konterte mein anderer Nachbar, wie kräftig er am Rockzipfel des Diebes hing und ihn sogar kurz zu Fall brachte. - Und was erst der dritte Nachbar noch zu berichten hatte, wie er mal mit seinem Stück galvanisiertem Rächer in Dreiviertelzoll, einen wilden Ziegenbock gebändigt hat. - Da standen wir nun, voller Adrenalin in ziemlich all unserer faltigen Pracht. Vor Anspannung vibrierende Kampfmaschinen in rudimentärer Bekleidung, auf dem Sprung, die ganze Welt im Konjunktiv zu retten. Alle Ungerechtigkeiten gleichzeitig zu bekämpfen, einfach mitten durch. - Die Liga der Rächer der Erniedrigten und Beleidigten und wehe, es wäre in dem Moment eine kranke Ratte die Straße lang gelaufen…

Drei alte Männer in Unterhosen. Halb ein Uhr nachts in einer unbedeutenden Gasse und Gott sei Dank, hat niemand ein Foto davon gemacht. - Wir aber waren Helden, zumindest für diese Nacht und zwischen den Hausnummern vier und sieben. Warum wir alle drei, als wichtigstes Utensil das kombattante Schlagwerkzeug den Schuhen oder dem bedeckenden Beinkleid vorgezogen haben, das muss ich irgendwann noch mit dem Testosteronbeauftragten klären. - Natürlich habe ich ihn angezeigt, so konnte ich sicherstellen, dass mindestens einer der Polizisten mein Heldenepos auch anhören musste, nachdem meine Frau gerne auf eine erneute Wiederholung verzichtete. - Sommer auf La Palma, wo Helden an jeder Straßenecke in Unterhosen auf neue Aufgaben warten um epische Geschichten zu erfüllen. - Es sei denn, ein Huhn wird in Tijarafe überfahren, dann ist aber wirklich was los, auf der vorletzten Insel, kurz vor dem Orinoco, linker Hand.


Die Kirche in El Paso den Umständen angepasst. - Der Bischof zürnt, die Gemeinde munkelt, hoffentlich wird bald verdunkelt

Jetzt fehlen nur noch Petersdom, Hagia Sophia und die drei Kathedralen im Kreml, dann sind wir wieder ein Stück weiter





Donnerstag 09.07.2020

Neu ist das nicht, aber normal
Mehr Fußball als Corona


Normalitätsindikatoren kann man vielfältig aufspüren. - Inzwischen nimmt die Berichterstattung über den Fußball wieder mehr Zeit in den spanischen Nachrichten ein, als die Diskussion über unseren virulenten Unfall in Sachen Corona. Ich bin mir allerdings nicht so ganz sicher, ob mich die neue Frisur eines, an den Beinen rasierten Balljongleur, wirklich zeitintensiver fesselt, als die eventuell weitere Ausbreitung der Viren im Land. - Aber gut, vielleicht ist es normal für uns, dass man eher die Frisur eines solchen Landeshelden hervorhebt, als dem Volk diese virtuellen Qualen bereitet, schwer verdauliche wissenschaftliche Langweilerkost zu konsumieren. - Neu ist das nicht, aber eben normal. - Selbst unser viraler Held für virulente Viren, Fernando Simón, wird inzwischen eher in Motorradkutte abgelichtet, als im Laborkittel, gerad so, als nähme das Figur gewordene Virus von sich selbst Abschied. - Fernando ist das eher unangenehm, aber immerhin, erleidet er doch wenigstens nicht das Schicksal vieler anderer wissenschaftlicher Helden, gleich nach Notwendigkeit vergessen zu werden. - Manchmal, aber nur wirklich manchmal, wünsche ich uns hier einen Lauterbach. - Also ein Mensch gewordenes, manchmal sogar quälendes Gewissen, welches man nur schwer ausschalten kann, weil es doch notwendig ist und darüber hinaus sogar noch weiß, wovon es spricht. - Aber die Leute sind weiter äußerst diszipliniert, in den Läden, auf den Ämtern und dort, wo es eben gegeben ist, wird Maske getragen und wenig darüber gemotzt. - Die Zahlen auf den Kanaren sind entsprechend, La Palma ohne offiziell aktiv Infizierte und auf den Kanareninseln insgesamt meldet man noch 63 aktive Fälle. - Landesweit allerdings reagieren die Zahlen der Neuinfektionen nicht so gnädig auf die neuen Freiheiten wie bei uns auf den Kanaren und in ein paar Regionen des Landes musste man auch bereits wieder zu restriktiven Maßnahmen greifen.

Gerade jetzt erreichen uns die frischen Ergebnisse einer weiteren serologischen Studie, um erneut eine Vorstellung zu erlangen, wie hoch denn die Dunkelziffer sein könnte und ob sich denn Covid-19 weiter ausgebreitet hat. - Wir erinnern uns: Auch wenn man Dunkelziffern nicht wirklich erhellen kann, die letzte Studie hat so halbwegs angezeigt, dass weniger als 5% der Fälle auf La Palma überhaupt "offiziell" geworden sind. - Es hat sich also in den letzten 6 Wochen eigentlich nichts mehr getan, die Provinz Tenerife bleibt bei 2,4% bereits mit Antikörpern getesteten Personen. Das wären rund 2.000 Menschen auf La Palma, 107 entdeckte Fälle hatte man nur in den Papieren. - Nur mal so ganz unter uns: Es mehren sich dabei auch die Vermutungen, dass wir, nicht nur hier, bereits im letzten Jahr die ersten Fälle von Corona hatten, das aber aus Unkenntnis eben noch als Grippe oder heftige Erkältung durchgegangen sein könnte. - Darüber reden wir aber nicht so gerne, vielleicht auch, weil die Spanische Sprache nicht wirklich so viele linguistische Hekatomben vorweisen kann, wie es eben Goethesprech vermag. - Man muss sich das Wort "Durchseuchung" mal ganz langsam im Frontallappen zergehen lassen. - Da fehlen mir die Worte, sagte Fulanito und guckt eben lieber Fußball. - Politisch scheint die "Progressive Regierung", also das Rot/Lila Bündnis aus PSOE und Podemos tatsächlich bislang als Sieger hervorgegangen zu sein. - Schwächelte man anfangs etwas und ließ fast eine Woche verstreichen, ohne robuste Maßnahmen, so drehte man ab März doch wohl an den richtigen Schrauben und vermied so eine noch größere Katastrophe. - Auch federn die Maßnahmen wie das Kurzarbeitsprogramm "ERTE" und die spanische Version eines Hartz IV ähnlichen Mindesteinkommens, die momentan deutlich angespannte wirtschaftliche Lage noch ab. - Verglichen mit 2008 liegt man ökonomisch sogar im Moment noch besser, allerdings sind hier die mittelfristigen Auswirkungen, eben wenn die "ERTE-Stützen" auslaufen, noch nicht eingepreist. - Auch zeigt sich die Opposition einfach viel zu schwach, weder Pablo Casado von der Partido Popular, noch Santiago Abascal der rechtsaußen VOX können nach den letzten Umfragen irgendwie punkten. - Aber wir kennen das ja, entlässt die "Revolution" erstmal ihre Kinder, dann pfeifen alle wieder auf den früheren "Heldenstatus" der Corona-Gang und wollen mehr Fiesta statt Disziplin. Drum, neu ist das nicht, aber normal.

La Palma hat inzwischen wieder ein paar Urlaubsgäste abbekommen und natürlich habe ich die einsame Wette mit mir selbst gewonnen: Der erste Urlaubsflieger nach Corona kam aus Deutschland. Obwohl gleich zwei Tage später ein fliegender Holländer kam, der aber nicht mehr die Aufmerksamkeit der Presse erlangte. - Fast hatte man allerdings das Gefühl, in den ersten Maschinen befanden sich mehr Teutonresidenten und Liegenschaftskümmerer als "echte" Urlaubsgäste und darüber hinaus scheinen die Reiseveranstalter La Palma noch bis in den Winter hinein zu ignorieren. - Zweimal Deutschland, Frankfurt und Düsseldorf und einmal Amsterdam, mehr läuft im Moment international noch nicht. - Allerdings ist auch das nur ein Serviervorschlag, einen echten Sommerflugplan für Charter nach La Palma basteln, das bleibt eine dynamische Geschichte. - So lange die Reiseveranstalter unser Inselchen nicht wieder im Programm haben, so lange wird sich daran wohl auch nicht robust etwas ändern und TUI und Konsorten sind noch damit beschäftigt, "Urlaub Neu" in anderen Regionen, welche mehr Effizienz versprechen, zu üben. - Es ist auch wirklich spannend. - So üben zum Beispiel die Angestellten des Hotels, in welchem meine ältere Tochter arbeitet, Sie wissen schon, die größere, welche eigentlich die kleinere ist, seit zwei Wochen, wie das denn gehen soll in Sachen "Neu". - Vielleicht ganz gut, dass wir bescheiden wieder anfangen, nicht nur hier auf La Palma. Ganz langsam, wieder einen Fuß vor den anderen und warum sollte eigentlich das Ziel Normalität sein und nicht "Neu"? Viel wird natürlich auch daran hängen, ob die Iberia-Express ihren täglichen Dienst über Madrid ab dem 15 Juli halten kann. - Buchbar sind diese Flüge bereits und bereits vorviral war diese Verbindung über Madrid eine der tragenden Achsen des Individualurlaubs hier auf der Insel. - So leben wir hier auf der Insel in Sachen Tourismus momentan noch vom Fingernagel in den Mund und halten uns dabei die Hand vor, damit bloß die Brisa die drei Brosamen nicht zu fassen bekommt.

Speziell hier auf La Palma beschäftigt uns momentan, noch drastischer als das kecke Virus, die Wasserknappheit. - Wobei wir bereits mit diesem Wort mitten in der Polemik stecken. Es gibt ja durchaus Rufer, nicht nur in der Wüste, welche behaupten, es gäbe gar keine Wasserknappheit. - Bauern fängt man am besten mit Wasser, zumindest hier auf der Insel, so könnte man das auch warnend sehen, allerdings haben hier mal die "Verschwörungstheoretiker" tatsächlich Argumente. - Wobei wir damit bereits Leuten wie dem Ingenieur Carlos Soler unrecht tun, denn er führt keine verschwörende Theorie an, sondern wendet sich eben mit seinen Thesen gegen das bisherige Wasserverteilungssystem, welches durchaus als feudal bezeichnet werden kann. -Tausendmal bereits erklärt: Unser Wasser auf der Insel ist in privaten Händen, selbst die Gemeinden und die Inselverwaltung kaufen Wasser der großen Verteiler, um es dann als "Stadt- oder Gemeindewasser" in die Leitungen zu pumpen. - Was man in der weiten Welt nun Nestlé und anderen gobalen Klabauterleuten vorwirft, eine öffentliche Ressource privatisieren zu wollen, das haben wir hier erfunden. - Bereits vor Jahrhunderten übrigens. - OK, auf solch eine Ehre pfeifen wir, allerdings brauchen wir dieses Wissen um zu verstehen, warum es denn die verschwörende Theorie überhaupt gibt, Wasser würde auf der Insel aus marktwirtschaftlichen Gründen knapp gehalten. - Auf jeden Fall ist Wasser ein riesiges Geschäft, besonders auf einer Insel mit limitierten Ressourcen, dessen Haupteinnahmequelle eine bereits subventionierte Agrarmonokultur ist, welche Unmengen an Wasser benötigt.

Auch das müssen wir wissen, die Knappheit am Rohstoff Wasser funktioniert nur im Zusammenhang mit dem intensiven Anbau von Bananen. Das bisschen "Restwasser", was der Tourismus oder die Haushalte auf der Insel brauchen, daraus könnte man nur schwerlich ein Geschäft machen, denn diese Mengen an Wasser, die wären leicht bereit zu stellen. - Allerdings können wir uns ja auch nicht blind stellen und so tun, als gäbe es keine Dürre auf der Insel. - Die Niederschlagsmengen sind in den letzten Jahren auf der Insel, allem voran auf der Westseite, extrem stark gesunken, so dass in der Tat kein Überschuss an Wasser in Brunnen oder Schächten mehr vorhanden ist. - Allerdings gibt es, nach mancher Erklärung vier, aus anderen Erzählungen sechs große Wasserreservoirs, vielleicht wäre Wasserblasen auch ganz gut erklärt, welche im Inneren der Insel das Regen- und Tauwasser aus den Wintermonaten und den Passatkondensationen sammeln. Eine dieser Blasen, vielleicht sogar eine der größten, die liegt unter dem oberen Teil des Aridanetals und reicht bis weit auf die Ostseite, unterhalb der Cumbre Nueva hindurch. - Diese Blase wird vom "Túnel der Trasvase" angebohrt, einer hydraulischen Arbeit, welche vor mehr als 20 Jahren das Aridanetal einfacher und günstiger als bislang mit Wasser von der Ostseite versorgen sollte. - Aber hier gibt es viele Versionen an Erzählungen und jeder einzelne Strang wäre bereits mindestens eine Staffel der Serie "Das Wasser der Vulkane" wert, in der es um Dallas, Denver und Schwarzwaldklinik gleichzeitig geht und bitte mit besseren Schauspielern besetzt werden sollte. - Dieser Bau wurde niemals zum Tunnel, denn ein Tunnel hat auf jeder Seite einen Eingang. - Der "Túnel de Trasvase" allerdings besteht aus zwei Eingängen die mitten im Berg enden, einen von der Ostseite gebohrt und einen von der Westseite aus. - Dazu hieß es offiziell rund um die Jahrtausendwende, man bräuchte nicht weiterbohren, es käme bereits so viel Wasser, dass ein Durchstoß auf die Ostseite nicht angezeigt wäre. - Ob das nun als "Durchstoßlegende" in die Geschichte eingehen wird, ich weiß es nicht, aber ich erinnere mich sehr gut daran dass es seinerzeit hieß, die müssten ganz schnell sehr viel Beton in den Tunnel schaffen, da so viel Wasser käme und man fürchte, damit das Aridanetal zu überschwemmen.

Das kann nun vieles bedeute, auch einfach nur das, was man uns damals bereits erzählt hat. - Sie wissen schon, manchmal ist eine Pandemie einfach nur eine Pandemie. - Allerdings wollen heute viele Leute daran glauben, dass man damals nicht aus Vorsicht nicht weiter gebohrt hat, sondern aus dem Grund, nicht zu viel "Wasser ins System" zu pumpen, denn damit würden ja die Preise sinken. Und jetzt kommt eben nicht nur die bereits sicht- und überall spürbare Trockenheit hinzu, sondern eben auch der Freigeist Carlos Soler, welcher behauptet, hinter dem "Túnel de Trasvase" stecke so viel Wasser, dass es viermal für das Aridanetal locker reichen würde. - Kein Wunder, dass hier alle hellhörig werden, deren Einkommen mit der Umdrehung der Wasseruhr zu tun hat, seien es nun diejenigen, welche die Rechnung über das Wasser stellen, oder eben die anderen, welche die Wasserrechnungen zu begleichen haben. Dabei dreht es sich auch um die Frage, zapft man da nun "eiserne Reserven" an und lässt die Insel danach austrocknen. - Dieses Thema ist nicht endgültig erklärt worden, allerdings handelt es sich bei dem angestauten Wasser wohl nicht um ein "fossiles Gut", sondern um Wasser, welches ziemlich frisch ist. - Also erst vor kurzer Zeit dort angekommen, wo es jetzt ruht. - Carlos Soler meint nun, dieses Wasser wird so oder so verschwinden, die Insel sei nirgendwo komplett dicht und wenn wir das Wasser nicht vorher über die Bananen kippen, dann wird es langsam durch die Insel sickern und den Atlantik ein klein bisschen süßer machen. - Manche Spezialisten bestreiten dieses Aussagen, allerdings werden keine echten Beweise erbracht, nirgendwo kann man Wasseranalysen, welche das Alter der Ressource beweisen einsehen und so wird man wohl der These Carlos Solers durchaus Interesse schenken können.

Geradezu pikant dabei scheint nun auch die neueste politische Entwicklung in Sachen "Glaubenskrieg der Wasserpäpste", denn plötzlich ereifert sich unser omnipräsenter Bürgermeister Sergio Rodríguez und springt Carlos Soler bei. - Das nun erstaunt eingeweihte Beobachter, denn genau die Coalición Canaria, welcher nun wieder der Bürgermeister El Pasos angehört, die haben über Jahrzehnte hinweg im Clinch mit Carlos Soler gelegen. - Da gab es deutliche Spannungen zwischen dem Ingenieur für Wasserwesen und Kanäle, welcher im Dienste des Gobierno de Canarias sich mehrfach weigerte, Gefälligkeitsbescheinigungen auszustellen, die der damalige Rat für Landwirtschaft Juan Ramón Hernández Gomez gefordert hatte. - Gleichzeitig war es auch Jahrzehntelange Spielwiese für verdiente Parteigänger der Coalición Canaria, sich im "Consejo de Aguas" des Cabildo Insular de La Palma deutlich in die Geschicke der Wasserwirtschaft der Insel einzumischen. - Nun aber liegt dieser "Wasserrat" in Händen der Partido Popular und jetzt heißt es plötzlich aus den Reihen der Coalición Canaria, angesichts der Dürre solle man doch Carlos Soler genau zuhören. - Natürlich kann dieser Sinneswandel auch rein aufgrund der Sorgen für die Gemeinde El Paso stammen, denn obwohl man die Wasserblase genau unter dem Gebiet unserer Gemeinde weiß, muss man in El Paso viel mehr für das Wasser bezahlen als anderswo, da man dieses Wasser eben aufwendig hochpumpen muss. - Der Preis dafür, dass man über den Dingen steht, manchmal auch liegt, aber das war schon immer so.

Nun ist die Frage, was passiert denn eigentlich, wenn man Carlos ranlässt und mehr "Wasser ins System" gepumpt wird? - Na dann geht alles lustig weiter wie gehabt. Die Pflanzer verdienen einfacher Geld, jammern dann über andere Dinge, die Gartenbesitzer spritzen freudiger ihre Blumenpracht und der Pool bekommt häufiger frisches Wasser als jetzt. - Sicher eine brauchbare Geschichte und sinnvoller, als zu warten, bis das Wasser von alleine in den Atlantik gesickert ist. - Kommt aber nichts nach, dann ist in, ein paar, ein paar mehr oder vielen Jahren dennoch einfach Schluss mit Nass und die Struktur wandelt uns, aber nicht umgekehrt. - Lasst uns also beten, dass es sich bislang immer noch um böse Wetterkapriolen handelt und nicht bereits um gewandeltes Klima. - Sicher fänden wir, mit brauchbarem, zeitlichem Abstand, auch andere breite Einnahmequellen, aber es interessiert uns ja nicht, so lange das Wasser noch sprudelt. - Es ist und bleibt also ernst und selbst wenn Carlos Soler als temporärer Retter und Ritter auftreten dürfte, das Grundproblem ändert sich damit nicht, nur gießen wir dann weniger den Atlantik und mehr die Insel. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es noch Mittel und Wege, solche Dinge auf natürliche Art und Weise abzuändern, aber wie wir nun auch an Corona gesehen haben, selbst auf Schutzpatrone, Heilige, Jungfrauen und andere klerikale Streitmächte kann man sich einfach nicht mehr verlassen.

Es ist nicht nur der Tourismus klarer Verlierer in Sachen Corona. - Auch die Heiligen haben versagt und das sogar auf ganzer Linie. - Eigentlich hat man diese Leute doch in den Wallfahrtskirchen rumstehen, um solche Dinge wie Seuchen, Dürren und Schwiegermütter auf breiter Front zu bekämpfen. - Das allerdings scheint nicht mehr zu funktionieren. Das Virus und auch der Klimawandel sind wohl resistent gegen Weihwasser, Brustklopfen und Prozessionen, wobei man Letzteres sowieso im Moment nicht durchziehen kann. - Eigentlich sollen einen doch Schutzheilige von Seuchen schützen, nun aber werden die Marienfiguren in Schutzhaft genommen und die Prozessionen abgesagt, denn die Pilger könnten sich ja massenhaft infizieren. - Schlimmer kann es eigentlich gar nicht laufen in Sachen Wunder und Rettung vor dem Untergang und bei Trump, Putin, Erdogan und Scheuer haben die Patrone und Patronä ja auch komplett versagt. Vielleicht haben ja deshalb früher Generationen an Revolutionären wie Missionaren auch eher zu Patronen gegriffen, als zu Patrone gebetet, einfach so, der robusten Effizienz wegen. - Dabei könnte das so schön sein: Man schickt die Jungfrau durch die Gassen und hinter ihr regnet es und spült das Virus in den Gully. - Sicher habe ich das aber seinerzeit als Ministrant einfach nicht richtig verstanden. - Das mit der Kirche und den Heiligen war nämlich noch nie ein "quid pro quo", sonder eher ein "cui bono" und letztendlich hat wahrscheinlich mein wortgewaltiger Freund Konstantin recht mit der Aussage: Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind.


Es gibt böse Zungen die behaupten, etwa ein Drittel des gesamten Wassers auf der Insel La Palma gingen beim Transport verloren

Es gibt böse Zungen die behaupten, etwa ein Drittel des gesamten Wassers auf der Insel La Palma gingen beim Transport verloren



Im Sommer gibt es immer wieder Episoden auf La Palma in denen die Waldbrandgefahr aufgrund des Wetters extrem hoch ist

Im Sommer gibt es immer wieder Episoden auf La Palma in denen die Waldbrandgefahr aufgrund des Wetters extrem hoch ist





Erste Urlauber aus Deutschland kommen wieder nach La Palma. - Danke Condor!


Der Anfang ist gemacht.



keine aktiven Fälle von Covid-19 mehr auf La Palma


Null aktive Fälle auf der Insel. - Das ist die offizielle Statistik für La Palma. - Das erhellt zwar nicht die Dunkelziffer, ist aber dennoch ein großer Schritt für uns.



Sonntag 21.06.2020 Tag eins der Normalität, - Neu!

Handy, Geldbörse, Schlüssel, Maske
Wenn dann noch Zeit ist: Hose zu und Schuhe gebunden


So richtig gemerkt habe ich das nicht. - Die Sonne scheint wie auch gestern, wunderbares Wetter und auch die Nachbarn sind nicht anders. - Katzen alle da, alle gesund und ab Montag müssen beide Kinder wieder arbeiten. - Die eine hat die ganze Zeit gearbeitet, die "Schweizerin", die andere ist bis Montag in "ERTE", muss nun aber auch wieder ran, weil eben das Hotel bald wieder aufmacht. - Wenn das alles gut geht mit den "ERTEs", also alle oder fast alle, die man auf Kurzarbeit geschickt hat ihren Arbeitsplatz erhalten, dann müsste man der Frau Erte einen Sonderbonus zahlen, ähnlich wie man das für die Angestellten des Gesundheitsdienstes gemacht hat. Ansonsten ist der erste Tag in der Neuen Normalität genau so wie der letzte im Alarmzustand. - Sonntags ist meist Puerto de Tazacorte dran zum Spazierengehen, aber es waren selbst morgens schon mehr Leute unterwegs, als die anderen Wochenenden. - Das mag auch damit zusammenhängen, dass der Palmero an sich, wirklich nur die zentralen Sommertage an den Strand geht und ab September bereits wieder friert, aber es waren deutlich mehr Leute am Strand, als noch die vergangenen Wochen. - In Grüppchen, meist ältere Leute, die Jüngeren sind am Sonntag natürlich nicht so früh unterwegs wie wir und was soll man denn überhaupt am Strand, wenn die anderen nicht da sind. - Maske ist eher selten, aber ich habe einen neuen Typ Maskenträger festgestellt. - Die nehmen wahr, dass wir, oder halt ich, ohne Maske unterwegs bin. - (Die sehen ja nicht, dass ich immer eine Maske ungesichert und geladen zusammen mit dem Handy links hinten trage, sollte ich diese benötigen.) Also diese Leute, die sehen, da trägt jemand keine Maske und nehmen augenblicklich Kurs auf einen, um Nähe anzudrohen. - Dabei blicken die einem strafend und abfällig ins Gesicht und auf deren Stirn steht in Großbuchstaben auf- oder eingeblendet: Wie kann man nur ohne Maske laufen, wir sind uns doch zu nahe gekommen!

Meist mache ich kurz vor den anderthalb Metern einen Ausfallschritt, früher hieß das Körpertäuschung und der ostentativ Bemaskte verfehlt seinen strafenden Geltungsbereich des Maskentragegebotes. - Hatte ich schon erwähnt, dass an manchen Tagen mir dieser Ausfallschritt sogar katzengleich gelingt und ich meiner Frau noch bis in den Abend hinein davon erzähle? - Manchmal grinse ich die Leute auch von weitem schon an und tu so, als hätten die zurückgegrinst. - Die werden dann unruhig, da die nicht wissen, ob die glauben, ich hätte wirklich angenommen, sie würden grinsen. - Dritte Möglichkeit ist: Schon aus etwa fünf Metern Entfernung mit den Armen so zu rudern dass man meinen könnte, man mahne Abstand an. - Das verwirrt dann die aggressiv-ostentativen Maskenträger ebenso, macht diese Leute aber meist ärgerlich. - Mache ich deshalb selten, sondern bevorzuge meist den überraschend ausgeführten Ausfallschritt, wie oben bereits beschrieben: "Sie laufen mir ins Gesicht" habe ich auch schon mal einem gesagt, allerdings hat der mich nicht verstanden, weil ich manches Gesagte auch nur denke… Ich habe wirklich immer eine Maske dabei, aber es gibt sehr wenige Gelegenheiten, wo man diese tatsächlich aufsetzen muss. - In den Läden oder auf dem Amt, da ist das selbstverständlich und wird auch so weit von allen mitgetragen. Im Bus, im Flieger und morgens im Bad, wenn ich mein Spiegelbild das erste Mal am Tag auffordere, doch einen tragbaren ersten Eindruck zu hinterlassen…

Die Zahlen des letzten "Alarmtag" aus La Palma: 66 Tests PCR, ohne positives Ergebnis. - Zusammengefasst: 107 Infizierte seit März, davon 92 wieder aus ärztlicher Obhut entlassen. - 7 sind leider Verstorben, eine Person liegt noch im Krankenhaus und weitere 7 befinden sich in häuslicher Quarantäne.



Samstag 20.06.2020 Tag siebenundneunzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Bei der nächsten Pandemie wird alles besser
Jetzt Masken und Klopapier kaufen


In Massen und alle gleichzeitig bitte. - So manche Dinge scheinen einem bereits wieder drollig zu sein, denken wir nur an die Anfänge der unglorreichen Zeiten zurück. - Erinnern Sie sich noch an die Bilder, auf denen sich Leute um Klopapier im Supermarkt geprügelt haben? - Das war in den ersten Märzwochen und teilweise waren auch Nudeln und Gemüsekonserven ausverkauft und die Läden hatten Mühe, aus den überlasteten Transportketten alles herauszuquetschen. - Hier auf La Palma war das überhaupt nicht so. - Vielleicht fehlte teilweise die Breite im Angebot, also keine Farfalle in sieben verschiedenen Biegewinkeln, aber nirgendwo waren Artikelgruppen ausverkauft. - Mag sein, dass wir zu phlegmatisch sind, um gewisse Prepper-Mentalitäten aufzugreifen. - Was es bei uns ewig nicht gab, das waren die Schutzmasken jeglicher Bauart, erst Mitte Mai bekam man die ersten dieser Objekte ohne Bezugsschein (Karte der Seguridad Social) oder ohne Beziehungen. - Aber auch das haben wir überlebt und wer aufmerksam bei uns über die Land- und Nebenstraßen fährt oder geht, dem wird sicherlich auffallen, dass wieder viel mehr Hausgärten bestellt werden, als noch vorher. - Das war auch 2008 so, da es galt, den Rost von der Guataca im Vorgarten zu bearbeiten, damals, als die vorletzte Pandemie (mit wirtschaftlichem Viralkomplex) an unsere Pforten klopfte.

Anders als 2008 sind noch keine neuen "Compro Oro" Läden aufgetaucht, diese Ankaufstationen für geerbten wie geklauten Schmuck und Zähne. - Mag sein, dass das noch kommt, allerdings kannte man ja 2008 die "ERTE" noch nicht und auch die staatlichen Zahlungen an "Autónomos" in Sachen zeitlich begrenzter Geschäftsaufgabe. - Es fehlte jetzt also nicht an finanzieller Schnell- oder Komplettaustrocknung, es ist eher zu befürchten, dass sich der Geldmangel erst mittelfristig wirklich bemerkbar macht, wenn die behördlichen Maßnahmen breit auslaufen und nicht alle Leute wieder schnell zurück in die Volkswirtschaft kommen. - OK, auch wieder im Unterschied zu 2008, bis jetzt der blanke Mangel herrscht, sind wenigstens die Kartoffeln bereit geerntet zu werden und gerade heute habe ich erneut mit einem Freund das hohe Loblied der eigenen "Huerta" gesungen, also dem Hausacker vor oder hinter dem Haus. - Dieses, meist sehr ordentlich bestückte und gepflegte Stück Eigenbrot hat aber bereits viele Generationen an Palmeros selbst die allerschlimmsten Katastrophen halbwegs gütig überleben lassen. - Ist also nichts Neues und auch erinnere ich mich an unseren Hausgarten im Bayrischen Wald, der allerdings saisonbedingt nicht wirklich als Permakultur über das Jahr wirken konnte. - Die wirtschaftlichen Zahlen sind immer noch entspannter als im Jahr 2008 und kaum einer weiß wirklich zu sagen, wie groß denn noch der Einschlag auf dem Arbeitsmarkt wird, wenn diese wunderbaren Sondermaßnahmen wir unsere "ERTE" (Kurzarbeitsmaßnahmen) oder eben Unterstützung für die vielen Kleinstunternehmer enden. - Nein, hier im ländlichen Raum gab es ganz lange schon kein Elend mehr, nur vielleicht elendige Schweinehunde, aber Hunger überhaupt nicht. - Nachbarschaften, Familie und eben der eigene Garten mit allen Zutaten für die berühmte "Potaje", also der Kanarischen Krisensuppe seit Fernando de Lugo, haben nicht gegen Armut geholfen, immer aber gegen Elend. Das mag der Unterschied zu den Städten sein, wo man eben so viele Nachbarn hat, dass keine Nachbarschaft entstehen kann und eben so wenig Platz, dass die "Huerta" maximal aus einem Blumenkasten besteht. - Aber auch unsere "Huertas" geben kein Klopapier her, auch wenn so manche das schon versucht haben, anzupflanzen. - Allerdings braucht einer, der eine "Huerta" hat, auch gar kein Klopapier. - Haben Sie sich mal so ein Blatt Kohl angesehen, mit den feinen Rippen und den vielen Lagen?

Die Zahlen aus La Palma von gestern: 71 Tests PCR, allesamt negativ. - 9 aktive Fälle sind noch registriert, einer im Krankenhaus, 8 in häuslicher Quarantäne.



Freitag 19.06.2020 Tag sechsundneunzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Zweimal werden wir noch wach, heißa dann ist Normaltag
Neu, du hast das Neu vergessen!


Neu ist immer gut. - Sollte das nicht so sein, dann merkt man es meist auch erst, wenn Neu schon nicht mehr neu ist. - Aber Philosophie hat uns nicht vor dem Schlimmsten in der Krise bewahrt, sondern blanke Wissenschaft, halbwegs vernünftig funktionierende Politiker und ein tolles Völkchen, welches bewiesen hat, dass es viel besser ist, als sein eigener Ruf, der sich selbst vorauseilt. - Am Sonntag nun werden wir in die "Neue Normalität" entlassen und uns "Normalos" erschreckt dabei immer ein bisschen die Angst vor der möglichen Undiszipliniertheit vieler Zeitgenossen. So klare Ansagen mit zu Hause bleiben, auch unter Strafandrohung, damit können die allermeisten besser umgehen, als mit Eigendisziplinierung. Aber es kann klappen, weil eben keiner gerne an die harten Zeiten der Quarantäne zurückdenkt und darüber hinaus sind wir ein so kleines Inselchen, dass jeder jemanden kennt, dessen Mutter, Vater oder Großelternteil unter schrecklichem Leid an Atemnot nach tagelangem Kampf verstorben ist. - Vielleicht schützt uns das ein bisschen vor zu viel Leichtsinn, hier ist das Virus nicht so unpersönlich, sondern wir haben Namen, Adressen und Schicksale und damit verbinden wir eben heftigsten Respekt vor der Arbeit und den Bemühungen vieler Leute. - Unserem Verzicht auf drei Monate pralles Leben eingeschlossen.

Ich habe Ihren Einwand, mein Leben über Dreißig sei eh nicht mehr so prall, aufmerksam zur Kenntnis genommen. - Kommen Sie mir mal nach Hause! - Da ich aber davon ausgehe, dass das unsere letzte gemeinsame und kollektive Quarantäne war, bin ich bereits auch ein bisschen nostalgisch. - Gut, das geht bei mir ganz schnell, ich trauere ja oft schon Leuten nach, die noch gar nicht weg sind… So ein paar ganz spezielle Punkte werden mir wohl fehlen und die kleinen Verrücktheiten und Ungehorsamkeiten, welche uns diese Zeit nicht nur zu Plage, sondern auch ein bisschen zum sozialen "workout" gemacht haben. Nie waren wir unseren Nachbarn näher, scheint aber anzuhalten und ich hätte auch gar nicht für möglich gehalten, dass meine Frau und ich, selbst nach vielen Jahrzehnten des Zusammenseins, noch näher rücken können und das gerne. Auch wenn es nur als Bestätigung taugt, das alleine nehme ich schon mit und wenn der Nachbar über den Zaun guckt, nicht aus Neid oder Misstrauen, sondern um zu sehen, ob es einem gut geht, das sind doch Dinge, die wusste ich eigentlich vorher auch schon, nun aber genieße ich die Sicherheit. Nein, ich bin kein Quarantäne-Fan, ganz und gar nicht, aber ich war selbst erstaunt, wie man mit einfachen Mitteln selbst aus solchen Situationen noch gute und neue Dinge entstehen können, obwohl gleichzeitig unser Broterwerb und manch damit verknüpfter Lebensplan in Scherben zerbirst. - Fast waren wir alle gleich, aber fast scheint in meinem Alter schon nahe am Gesamtkunstwerk zu sein, also ich gestehe: So ein ganz klein bisschen wird mir die "Schlimme Zeit" abgehen. - Und, wenn alles gut geht, also so ab Sonntag, dann kehre ich auch wieder von der täglichen Kolumne in den Zweiwochen-Rhythmus zurück. - In der Neuen Normalität braucht man mich dann ja auch nicht mehr so dringend, dann sind ja fast alle wieder normal.

Die Zahlen in Sachen Corona aus La Palma für gestern: 67 Tests PCR, kein positiver Befund darunter. - Gesamt 107 Infizierte, 90 bereits genesene Personen. - 7 Erkrankte sind leider verstorben, 1 Patient befindet sich in stationärer Behandlung und 9 weitere in häuslicher Quarantäne.



Donnerstag 18.06.2020 Tag fünfundneunzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Topp-Drei der Sorgenfalten: Wasser, Wirtschaft, Virus
Aber Carlos sieht Wasser am Ende des Tunnels


Seit ein paar Tagen hat in den landesweiten Umfragen die Sorge nach der wirtschaftlichen Entwicklung wieder den ersten Platz eingenommen. - Das Virus rückt weiter auf den zweiten Platz und auch das mag erklären, warum nun, zunächst im Anschein des Unumkehrbaren, die Neue Normalität her muss. - Wobei man das Neu immer seltener spürt. Es steht zwar da geschrieben, aber ich fühle bereits viele Angewohnheiten von früher wieder durch die Moraldecke des Virenschocks brechen. - Ich hoffe, es bleibt mehr als Erinnerung und getragene Masken, denn eigentlich haben wir eine Wahnsinnsanstrengung mit, bislang positivem Ergebnis hinter uns und sollten sicherlich auch stolz darauf sein. - Ein Fleißsternchen geht an den CIT-Tedote, den rührigen Verband für Gewerbetreibende in Sachen Tourismus auf La Palma. - Die haben eine Liste erstellt, welche einen Überblick verschafft, wie La Palma denn in den kommenden Monaten zu erreichen ist. Hier klicken und wer es knapper will, der geht zu www.eltime.es, der selbst ernannten La Palma Times, die haben eine Zusammenfassung in dem Artikel stehen. - Es ist also serviert, Sie dürfen anreisen, allerdings fürchte ich, dass es sich bei den Verbindungen immer noch eben um Serviervorschläge handelt, da echte Flugpläne wohl was sind, aus der Zeit als LTU noch flog. - Aber man kann einen Rahmen erkennen, der zwischen Condor und Eurowings aufgehängt scheint mit den üblichen Verdächtigen aus anderen Ländern. - Wirklich viel hat sich nicht getan gegenüber den vergangenen Jahren, es lassen sich durchaus alte Strickmuster erkennen, die bitte auch Hand, Nadel, Fuß und Faden bekommen.

Einen wirklichen Fahrplan in Sachen Wasser haben wir aber noch nicht. - Wohl aber bereits Polemik in Kubikhektokilometergröße, da nach vielen Jahren der Wasserschuld von oben uns hier unten der Hahn anfängt zu tropfen. - Zu tropfen, obwohl wir ihn komplett aufgedreht haben. - Je nach Aussage, welchen Spezialisten man gerade fragt, vier bis neun Jahre Dürre, oder viel zu wenig Regen, machen unsere Abhängigkeit vom Wasser spürbar deutlich. - Über mehr als ein Jahrhundert, was dadurch auch zum massiven Bananenanbau geführt hat, galt La Palma als derart wasserreich, dass Endlichkeit nur was für Menschen schien. - Das wird nun gerade in Frage gestellt, weniger die Endlichkeit der Menschheit, wohl aber die Unerschöpfbarkeit unserer Wasserquellen. - Erste Folgen davon, Rationierungen und Preissteigerungen, besonders im Bereich der Wasseraktien und Durchlaufrechte. - Schon sind wir beim Thema, denn Wasser auf La Palma ist keine natürliche Ressource, sondern eine Handelsware, welche sich in den Händen kompakter Firmenstrukturen befindet. - Keine Mafia, das ist falsch weil viel zu plakativ. Lassen Sie uns das eher mit einem mittelständischem Unternehmen in gut gedüngter kapitalistischer Vernetzungsstruktur vergleichen, welches ein Gut komplett in wohlfeilem Monopol verkaufen kann. - Selbst das so gerühmte "Öffentliche Wasser" kaufen die Gemeinden bei Privatfirmen und wer eine Lizenz zur Wasserförderung haben will, der muss sich beim Consejo Insular de Aguas durchsetzen. - Und dieser Rat ist durchsetzt, eben auch von den Leuten, welche das Monopol aufrecht erhalten wollen.

Aber es gibt eben auch immer den Rebell im eigenen Land und das ist hier eine sehr schillernde Figur, mit Namen Carlos Soler Liceras. - Den meisten bekannt geworden, als er im Auftrag des Gobierno de Canarias nach vielen Jahren die verlorene Heilige Quelle im Süden der Insel wiederentdeckt hatte. - Allerdings errichtete man ihm kein Denkmal, wie man das vielleicht anderswo gemacht hätte, sondern der streitbare Mann lieferte sich mit seinem Arbeitgeber, der Regierung der Kanarischen Inseln mehr als einen Kampf, welcher deutlichen "Quijotschen-Geruch" hinterließ. Jetzt ist Carlos Soler pensioniert, aber weiterhin als gefürchteter Rebell unterwegs und durfte nach langer Wartezeit nun den "Túnel de Trasvase" besuchen. - Eigentlich bräuchte er da gar nicht rein, um seine These über die vorhandenen Quellen der Insel zu bestätigen, aber auch er beherrscht wuchtige Auftritte und mit einem Häubchen aus Populismus. - Viermal so viel Wasser, wie La Palma bräuchte! - Das ist seine Schlagzeile nach dem Besuch des "Túnel de Trasvase" der eigentlich überhaupt kein Tunnel ist, sondern zwei Bohrungen, eine aus Ost und eine aus dem Westen. - Man müsste das Ding nur weiter öffnen, schon hätte man genug Wasser um La Palma und seine Landwirtschaft im Überfluss zu gießen, allerdings gäbe es eben wirtschaftliche Interessen, welche das verhindern wollen. - Er greift hiermit vor allem den bereits erwähnten "Wasserrat" der Insel an, welcher nun plötzlich mit Alternativvorschlägen um sich wirft, wie eben die Meerwasserentsalzungsanlangen und neue Brunnen in El Paso. - Die bräuchte man nicht, die würden sowieso nur die gleiche Wasserblase anbohren, welche bereits vom "Túnel" genutzt wird, also einfach den Hahn ein bisschen weiter aufdrehen. - Ja, das Wasser sei knapp in den letzten Jahren geworden, weil es so viel weniger geregnet hätte, aber es gäbe nach wie vor genug davon. - Nicht für immer, auch das sagt Soler, wenn es nicht die kommenden Jahre wieder profund regnen würde, dann könnte es wirklich eng werden. - Aber das vorhandene Wasser würde auch ohne den menschlichen Eingriff verschwinden, da die Insel nicht dicht genug sei, das Durchsickern des Wassers auf Meereshöhe zu verhindern. - Auf der Spur waren wir ja auch schon, und dem Weltwasserhaushalt ist es scheiß- bis bananenegal, ob wir unser Wasser erst in die Landwirtschaft kippen und dann in den Atlantik schütten, oder das gleich direkt machen. - Ob der gute Mann recht hat, das weiß ich nicht. - Aber dass "Die Anderen" nur Geld verdienen wollen, das ist sicher.

Da bleibt einem das Virus doch fast schon im Hals stecken… Die Zahlen der Insel von gestern: 97 Tests PCR, kein positiver Befund. 10 aktive Fälle weiterhin.



Mittwoch 17.06.2020 Tag vierundneunzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Warn-Anwendungsprogramm ¡Toma Taburiente! herunter und geladen
Pedro macht uns den Libero


Ich glaube, in unserer Straße gibt es drei Leute mit einem Smartphone. - Bei zwei davon bin ich mir nicht sicher, ob die überhaupt damit umgehen können. - Ich kann es sicher nicht, nutze meine Fettfingerwischtafel lediglich zum Telefonieren, wenn ich das Gerät denn rechtzeitig aus der Tasche bekomme und den richtigen Wisch in die angesagte Richtung hinbekomme. - Meine Frau kann so einiges mit ihrem Smartphone, da bewegen sich sogar Sachen auf dem Bildschirm und meine Töchter sprechen tatsächlich mit uns über ein, dem Fernsehen ähnliches Bild. - Aber ich darf dabei das Gerät nicht in die Hand nehmen, ich könnte ja irgendwo draufdrücken mit meinen unegalen, bayrischen Waldfingern. - Die dritte Person in der Straße ist die Frau eines der Nachbarn, die sitzt öfter mal da und starrt auf das Display des wundersamen Gerätes und bringt es gezielt zum piepsen und pupsen. - Die kann sicherlich damit umgehen und so auch ein Warnanwendungsprogramm herunterladen, welches uns dann vor Corona warnt. - Bei mir macht das eh keinen Sinn, ich habe die Daten so gut wie niemals an, Bluetooth weiß ich gar nicht, wo man das anschalten sollte und gehen wir mal die beiden täglichen Routen unseres schlenderischen Geltungsbereiches ab, dann würde ich mal auf 10 von 100 Nachbarn kommen, welche maximal in der Lage wären, solch ein Programm wie eine Corona-App zu nutzen.

Es würde auch überhaupt keinen Sinn machen, das Ding hier zu nutzen. - Wir sind fast alles Menschen ziemlich deutlich über Dreißig, die meisten sogar schon aus dem Zwangsarbeitsleben ausgeschieden. - Kaum jemand fährt weiter weg als Los Llanos oder nach Tazacorte, auf der Suche nach Kontakten würden sich unsere Handys nach ein paar Tagen dem digitalen Suizid hingeben, aus Vereinsamung. - Sicher sieht das in großen Städten anders aus, wo doch tatsächlich Menschen aneinander vorbei gehen, die sich nicht kennen. - Dort mag das Sinn machen und wenn das alles so stimmt, wie das beschrieben ist, dann gibt es auch überhaupt keine Grund, diesem Programm nicht zu trauen. - Aber wir brauchen das nicht, wir haben hier Pedro, und der kann jederzeit sagen, wo wir sind, mit wem wir Kontakt hatten und sollte in unserer Umgebung sich jemand "einen Corona" eingefangen haben, dann gilt die Meldepflicht sowieso zuerst an Pedro und dann erst an die Behörden. - Pedro hat natürlich kein Telefon, ist aber den ganzen Tag unterwegs, Tajuya abzudecken. - Sollten wir abends noch nicht gelaufen sein, dann kommt Pedro bei uns vorbei und fragt, ob wir denn was bräuchten und ob es uns denn gut ginge. - Allerdings mit Abstand und Respekt, Maske verwegen wie Laschet getragen und einer Körperhaltung, welche mich an den späten, sehr späten Celentano erinnert. - Alles gut Pedro, meine Frau hat noch so lange in den Taschenrechner gesprochen, du weißt schon, mit den Kindern. - Na dann ist ja alles in Ordnung, wir haben uns alle schon Sorgen gemacht, weil euch heute Nachmittag noch keiner gesehen hat. - Leute, soziale Kontrolle ist nur was für soziale Menschen. - Ich liebe es, vielleicht auch, weil meine Nachbarn zwar alle nicht mit einem Handy umgehen können, aber ziemlich was auf dem Kasten haben. - Manche sagen ja, die seien alle krank, die hätten was am Herzen…

Die La Palma-Zahlen von gestern: 100 Tests PCR, so viele wie noch nie zuvor an einem Tag. - Kein positiver Befund. Da es eine Entlassung aus häuslicher Quarantäne gab sind jetzt noch 11 aktive Fälle auf der Insel registriert. - Das hört sich zunächst wenig an, allerdings gibt es auf den gesamten Kanarischen Inseln nur noch 63 als aktiv infiziert gemeldete Patienten. Unsere Einwohnerzahl macht etwa 4% der Kanarischen Inseln aus, aber wir haben fast 20% der aktiven Fälle auf dem Inselchen. - Na ja, vielleicht sind wir auch nur besonders ehrlich…



Dienstag 16.06.2020 Tag dreiundneunzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Hast´ du Corona,
Kommst du hier nix rein, ich schwöre


Klein Ángel gibt nicht auf. - Don Quijote wäre stolz auf ihn, der letzte Aufrechte in Sachen Einwanderungsstopp für Viren auf die Kanaren bleibt hart. - Zumindest in den Überschriften der regionalen Presse. Im Text, also das Gekräuselte, was Facebook-Teiler sowieso nicht mehr lesen können, steht dann die Auflösung. - Ja, Ángel Víctor Torres besteht theoretisch weiterhin auf Corona-Tests für alle auf die Kanaren einreisenden Urlaubsgäste. - Am besten im Ursprungsland, längstens 72 Stunden vor Abreise und natürlich vom Gast, oder sonst wem dort zu bezahlen. - Allerdings hat man ihm diesen Zahn gelockert und so stimmt er zu, man könnte den Test, falls ein Gast es "übersehen" haben sollte, auch hier vor Ort machen. - Dann allerdings als serologischer Test, weil es billiger ist. - Nach Gesprächen in Madrid hieß es dann, serologische Tests seien wie Regenschirme nach dem Regen, also Blödsinn, wenn dann fordere man PCR-Tests, aber niemals an allen Gästen, sondern nur bei denen, welche epidemiologisch auffällig sind. - Also solche, die hohes Fieber haben, liegend mit Beatmungsgerät anreisen, oder links und rechts falsch herum auf die Hände tätowiert haben. - Das reicht aber Ángel nicht aus, man will kein Virus importieren, so kommt der gute Mann jetzt auf die Idee, welche in politischen Parlamenten geradezu geboren scheint. - Man lässt den Gast nun schwören. - Kein Witz, anreisende Gäste sollen eine eidesstattliche Erklärung unterschreiben, dass sie kein Covid-19 haben. - Na gut, ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, habe ich danach sofort gebrüllt, auch gleich noch mal wiederholt, damit es jeder hören kann und dann bin ich baden gegangen.

Ich lehne mich mal weit aus der Wanne und behaupte, auch dieser Versuch, vor seinen kanarischen Landsleuten als einzig Aufrechter Verfechter der Volksgesundheit zu bestehen, wird fallen. - Vielleicht bekommt man ja die Überschrift wieder so verfasst, dass die sozialen Medien weiter einen Don Quijote feiern können, wer allerdings Urlaubsgäste haben will, der wird sich irgendwann der Realität stellen müssen. - Natürlich verstehe ich Ángel Víctor Torres, ich verstehe ja sogar Bernd Höcke, warum er den ganzen Scheiß macht, aber Ángel, du bist nicht in der AFD und kochst für Blöde, sondern du bist in einer, von manchen noch ernst genommenen Partei, die sich PSOE nennt. - Lieber Ángel, kein Urlaubsgast ist gezwungen, auf die Kanarischen Insel zu fliegen. - Keine Fluggesellschaft kann verpflichtet werden, La Palma, Tenerife oder Gran Canaria anzufliegen und kein Reiseveranstalter ist verurteilt, Arrangements auf Lanzarote und Fuerteventura anzubieten. - Wenn wir Gäste haben wollen, dann sollten wir uns hübsch machen, vertrauenswürdig, sicher und einladend. - Wer seinen Gast schwören lässt, er sei sauber unten und obenrum, der könnte glatt Gesundheitsminister in Nordkorea sein oder eine Audienz bei Trump haben. - Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich wäre dafür, noch ein bis zwei Monate zu warten, bis man klarer erkennen kann, wohin die Geschichte mit den Viren geht, aber das lässt sich jetzt wohl nicht mehr aufhalten. Lasst uns endlich über etwas anderes sprechen und den Gästen, die uns besuchen wollen wirklich sagen, was man denn bei uns zu erwarten hat. - Agfa Color Wetter, hätte ich fast geschrieben, mit Maske und anderthalb Meter Raumgewinn.

Die Zahlen La Palmas von gestern: 61 Tests PCR mit einem positiven Befund. - Ein Patient, welcher für eine Operation auf einer anderen Kanareninseln hier vorbereitet werden sollte, ist positiv auf Covid-19 getestet worden. - Also haben wir einen Fall mehr und im Krankenhaus muss nun das ganze Quarantäneprotokoll mit Sperrstation wieder angeworfen werden. - 107 entdeckte Fälle auf La Palma, 7 Verstorbene, 88 wieder genesene Patienten und im Moment 12 aktive Verläufe.



Montag 15.06.2020 Tag zweiundneunzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Ich hoffe, es ist noch Wetter
und nicht schon Klima


Hätten Sie es geglaubt? Der regenreichste Monat im Aridanetal im Jahr 2020 ist der Juni? - Immerhin lässt das die Hoffnung offen, dass noch mehr Regen kommt und wir am Jahresende nicht die Sondermeldung über den Juni beibehalten müssen. - Es hat immer mal geregnet im Juni, alle paar Jahre mal, aber dann eher diese dicken Tropfen, welche "lluvia de barro" nennt, also Lehmregen. - Das ist auch wieder passiert, allerdings nur anfangs, gestern Nachmittag kamen die berühmten fetten Tropfen, welche bei Calima den Staub auf die frische Wäsche regnen lässt. - Ich glaube, so hatte man das Batiken erfunden… Aber gestern fing es dann nachts wirklich noch an zu regnen, kein heftiger Schauer, sondern eher Typ Hamburger und auch vormittags fielen im Aridanetal dann rund 7 Millimeter Regen. Mit den 35 Millimeter Anfang des Monats sind wir dann bei 42 Millimeter, also bereits sogar in Bereichen, welche erwähnenswert scheinen. - Aber eben im Juni und nicht im Winter, wo der Regen eigentlich hin gehört. - Nun nehmen wir inzwischen ja jeden Tropfen, fast ohne Jammern wegen des Mehltau und anderen Pflanzenkrankheiten, denn insgesamt sieht die Situation um die Wasserversorgung der Insel düster aus. - Vier Jahre viel zu wenig Niederschläge haben die inneren Reserven angegriffen und es geht so bisschen Endzeitstimmung in der Landwirtschaft um.

Die Diskussionen sind umfangreich und werden zum Teil hitzig geführt und wer so ein bisschen die Inselvolkswirtschaft und dessen Einfluss auf das soziale Gefüge kennt der weiß, La Palma geht es nur gut, so lange es den Bananenpflanzern auch gut geht. - Nicht auszudenken, müsste man auf die Einkommen aus diesem Sektor verzichten, auch wenn es sich etwa zur Hälfte um Subventionen handelt. - Was würde denn nach den Bananen kommen? - Wahrscheinlich keine nachhaltigere Landwirtschaft mit Aloe im Chakrengürtel und Superfood für gestresste Mitteleuropäer, sondern man würde aus den jetzigen Bananenfincas touristische Betriebe machen und so einen Marküberschuss an Betten konstruieren, welcher auch die Einkommenssituation im, zumindest vor Corona funktionierenden Sektor angreifen würde. - Eine aberwitzige Diskussion, man solle doch Entsalzungsanlagen bauen, damit der Tourismus den Bananenbauern nicht das gute Wasser wegnehmen würde. - Oder aber schafft man durch das weitere Anbohren des, so genannten "Túnel de Trasvase" genügend Erleichterung für die durstige Landwirtschaft. - Diese Woche noch soll eine illustre Schar von Besserwissern und besser Wissenden in den Schacht laufen und vor Ort die Lage erörtern und dann vielleicht einen Entschluss fassen. Klar ist, dass auch das Wasser auf und besonders in La Palma endlich ist, allerdings läuft das Wasser sowieso durch die Insel hindurch und ist irgendwann auf Null Meter Höhe verloren im Atlantik. - Wenn nicht genügend Wasser von oben, also durch Niederschläge nachkommt, dann müssen wir uns nicht mehr lange um einen Strukturwechsel bemühen, dann wechselt die Struktur uns. - Darum hoffe ich inständig, die letzten 4 Jahre möchten bitte komisches Wetter gewesen sein und nicht bereits gewechseltes Klima. - Nicht nur, dass es im Winter nicht mehr regnen, sondern auch, dass es im Juni wohl regnet, auch das macht uns nervös.

Aber noch ist Corona Hauptthema hier, also die Zahlen von gestern: 69 Tests PCR und kein einziger positiver Befund darunter. Eine Entlassung durch Genesung aus häuslicher Quarantäne drückt die Zahl der noch aktiven Fälle auf 11. - Auf den gesamten Kanaren sind es jetzt "nur" noch 80 aktive Fälle, also könnten ähnliche Bilder in der Presse wie mit den feiernden Deutschen auf Mallorca auch bald aus unseren Gefilden in die Welt gestellt werden.


Sonntag 14.06.2020 Tag einundneunzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Freuen Sie sich, Sie dürfen nach Spanien
Ab 22. Juni ist wieder täglich Agfa-Color-Wetter


Unser Pedro, der Sánchez, der ziert sich gerne mal ein bisschen, besonders wenn es innenpolitisch gut kommt. - Als Teil der "progressiven Regierung" muss er ja andauernd seinen Patriotismus beweisen. Aus der rechten Ecke, also Ciudadanos (in Maßen) Partido Popular, (in Massen) und VOX (nicht mehr zu fassen) wird ihm ja permanent vorgeworfen, das Land der stolzen Iberer mit Wucht gegen eine Mauer zu fahren. - Und zwar, weil er eigentlich gegen dieses Land ist. - Wahrscheinlich gechippt von internationalen Horden der Gatesklasse wie Merkelpresse und Lügenblattler und niemand wagt es, die eigentlich Frage zu stellen, ob es jemand anderes denn besser gemacht hätte. - Ich hoffe, das werden wir auch nie herausbekommen, einen erneuten Anlauf der Kacke mit Quarantäne sollten wir uns sparen, und lieber Pedro als tragische, aber auch tragende Figur des Frühlings 2020 in Erinnerung halten. - So ab und zu lässt er dann eben auch den Patrioten heraushängen und selbst Europa lange warten, bis man sich dann auch, aber nur aus eigenem Antrieb, hinzugesellt. - Nur, weil die Zahlen so gut seien würde man sich nun am 22. Juni für alle europäischen Länder öffnen, außer für Portugal, der Druck aller anderen europäischen Staaten und auch der touristischen Industrie im eigenen Land, perlt am Beau aus Tetuán prickelnd ab. Im Gegenteil, er stellt sogar jetzt den Patriotismus der ewig nörgelnden Partido Popular in Frage, denn niemand könne Profit daraus schlagen, wenn es Spanien schlecht ginge. - So ganz unter uns, das geht wohl, in jeder Krise gibt es Gewinner und Gewinnler aber wenn man die politischen Beliebtheitswerte ansieht, dann bleiben die Sozialisten unter Sánchez bei einer doppelt so hohen Zustimmung, wie es die Partido Popular erfährt.

Also, ab 22. Juni kann man wieder nach Spanien reisen, ganz ohne "Pilotprojekt", aber es bleibt weiter die Unsicherheit, ob man denn auf den Kanaren dann zunächst getestet werden muss, bevor man seinen ersten Mojo verzehrt. - Auch das bröckelt, man findet einfach keine Möglichkeit, das praktikabel und auch juristisch einwandfrei hin zu bekommen und unser Lokalfürst Ángel Víctor Torres, auch selbst ernannter Sozialist, dreht kognitive Pirouetten um das Thema Virenimport und nur die Besten dürfen testen. - Noch hält man daran fest, allerdings hat man die Sache, man möge bitte im Ursprungsland bereits einen PCR-Test machen, bereits deutlich abgeflacht. - Zwischendrin hieß es dann, wer keinen Test aus dem Ausland nachweisen kann, der wird hier getestet, nun aber serologisch und nicht mehr PCR und jetzt kann man das erste Mal lesen, dass man wohl zunächst die Temperatur messen will und dann erst nach erfülltem Verdacht, einen virologischen Test einleiten. - Wir nähern uns also an die Realität an, ganz Europa singt schon wieder Beethoven und wir bezeichnen den Rest als mögliche Schmuddelkinder, welche erst nach Test ins Paradies eintreten dürfen. - Ich sage ja nicht, dass es gut ist, aber die Realität. - Wer zu spät öffnet, den bestraft die TUI.

Die Zahlen La Palmas von gestern: 68 Tests PCR, ohne positives Ergebnis. - Insgesamt 106 erkannte Infektionen, 87 davon als geheilt entlassen, 7 verstorben und weiterhin 12 aktive Fälle.



Samstag 13.06.2020 Tag neunzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Sie werden platziert
Erster Besuch im Café seit mehr als neunzig Tagen


Ich komme ja aus dem Osten. - Aus Ostbayern, sogar noch östlicher gelegen als Berlin. - Dennoch kannte ich den Ausdruck: Sie werden platziert, überhaupt nicht. - So sagte man wohl auf der "drübscheren Seite" zu dem Umstand, dass man in der DDR nicht einfach in einem Restaurant oder Café an einen freien Tisch Platz nehmen durfte, sondern zuerst den Kellner, Platzwart oder gar Blockwart fragen musste. - "Herr Ober, können wir uns dort setzen? - Ich bin so alt, dass ich den Ausdruck "Herr Ober" sogar noch kenne… Inzwischen hat uns die Geschichte ja virusgesteuert auch schon wieder in solche Lagen versetzt, bis hin zur Verpflichtung, sogar zunächst von zu Hause aus, telefonisch zu reservieren. - So etwas ist für mich nicht wirklich lockend, aber das ist gegenseitig abstoßend, kaum ein Wirt legt Wert auf meine Anwesenheit, da mein Lieblingsgericht immer noch Käsebrot ist. - Macht nichts, die kommen hervorragend ohne mich klar, aber ich gehe gerne Kaffeetrinken. - Mal einen kleinen "Solo", das geben wir uns gerne und da haben wir in Don Manuel ja eine praktikable wie versierte Quelle. - Aber die haben lange gezögert, wieder aufzumachen. - Kein Wunder, können die doch draußen lediglich 3 Tische coronakonform stellen und davon kann man alleine mit Kaffees noch keine Angestellte bezahlen. - Jetzt ist es seit einer Woche wieder so weit, zumindest vormittags kann man dort seinen Kaffee wieder trinken, aber auch da gilt, immer erst fragen. - Steht auch groß auf die Tische gedruckt, aber man sitzt als Gast eben inzwischen bereits wieder ohne Maske dort und bekommt gewohnt guten Kaffee zu trinken.

Stück für Stück erobern wir uns also das Land und die Stadt zurück. - Aber wir tragen Maske, zumindest bei uns. - Nicht dauernd im Gesicht, braucht man ja auch nicht, aber wenn es eng wird, oder im Laden schon rein aus Gründen des Respekts seinen Mitmenschen gegenüber. So ganz einladend ist der Gedanke, mich an das Mitführen einer Maske bis zur Impfung oder dem Erreichen eines gut wirkenden Medikaments zu gewöhnen nicht wirklich. - Dabei sind andere schon viel weiter und sind sehr geschickt im Umgang mit dem An- und Ablegen der Masken. - Manche tragen die einfach andauernd und ich werde mein Erstaunen einfach nicht los, dass manche das auch allein beim Autofahren machen, allerdings stört mich das doch nicht. - Wir werden uns aber noch eine ganze Weile daran üben müssen und um ein erneutes "Wegsperren" oder "Herunterfahren" zu vermeiden, ist doch das bei sich führen einer Maske, die man dann im Falle einer engeren Begegnung mit anderen Menschen aufsetzt, doch nun wirklich keine Hürde. - Vier Stunden im Flieger, sicher kein Spaß. Aber auch hier setze ich, als gelernter Kommunist, doch mal wieder auf die freie Marktwirtschaft und man wird doch seitens der Industrie nicht ruhen, bequemere Masken zu basteln, welche auch einen Flug auf die Kanaren wohlbehalten überstehen lassen. - Auf die Kanaren, wo man weiterhin auf einen Test für alle einreisende Urlaubsgäste setzt und sich jetzt sogar Rückendeckung bei der Ministerin in Madrid holen will. - Die allerdings spricht nun wieder von PCR-Tests, und nicht von serologischen, wie unsere Lokalpräsident und die Frage, wie man das alles durchführen will und auch mit welcher rechtlichen Grundlage, das ist alles noch nicht geklärt. - Sie werden platziert, getestet und gemessen. - Daran müssen wir noch arbeiten, in unserer Gastgeberrolle ist noch ein bisschen das Virus drin, aber das bekommen wir schon noch hin.

Die Zahlen aus La Palma von gestern: 25 Tests-PCR, ein positives Ergebnis. - Also wieder ein aktiver Fall mehr, so sind wir bei 12 und das sind allesamt Fälle, welche aus den letzten 14 Tagen stammen.



Freitag 12.06.2020 Tag neunundachtzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Und bist du nicht willig, dann test´ ich dich halt
Pilotprojekte ohne Piloten


Ich finde Pilotprojekte klasse, allerdings freue ich mich immer wieder, wenn auch ein Pilot dabei ist. - Seit Wochen nun ringt die Kanarische Regierung mit sich selbst und den Gewerbetreibenden in Sachen Tourismus. - Die Frage ist halt, wolle mer se reinlasse und die Antwort wieder mal ein klares, stringentes, robustes wie ostentatives Ja, aber. Vor so viel breiiger Eingebung verwirrt, fragt sich nun der Treibende in Sachen touristisches Gewerbe: Wie und wann geht es los, was muss ich dafür machen und warum sind in Mallorca schon Gäste aber bei uns noch nicht? - Die Regeln, was wir schon alles machen müssen, die stehen bereits fest. Das kann man nachlesen in einschlägigen Veröffentlichungen und in erster Linie geht es dabei um breite Hygiene und eben auch die Hinweise an die Gäste, wie das geht. Nicht wirklich unerklimmbare Hürden werden da aufgestellt und da die meisten Vorschriften eh in Sachen Personalumgang greifen, bleiben für die Ferienhausfuzzis wie uns noch die neuen Welcome-Regeln und die, inzwischen doch üblichen Hygienehinweise. - Allerdings wollen wir nicht nur selbst arbeiten in Sachen "Neuer Normaltourismus" sondern es wird nach wie vor verlangt, dass nur bereits auf Covid-19 getestete Gäste einreisen dürfen. - Ich sage ja dazu immer, man darf die Rechnung nicht ohne den Wirt machen, aber noch weniger ohne die Gäste. - Es stellen sich viele Fragen dabei, da es keinerlei Protokoll für solche Angelegenheiten gibt und es wahrscheinlich gar nicht realisierbar ist, dass alle anreisenden Gäste 72 Stunden vor dem Flug einen PCR-Test machen. - Dann brauchen die ja auch noch eine Negativ-Bescheinigung und wie diese aussehen soll, das weiß man auch nicht und kann denn ein spanischer, von welcher Stelle auch immer Beamter einen deutschen Testbericht lesen?

Die entscheidenden Leute haben längst reagiert, die Fluggesellschaften stornierten Juni-Flüge wieder, die Reiseveranstalter schicken die Einkäufer auf die Balearen, nach Portugal und Bulgarien und wir stampfen mit dem Fuß auf und wollen einfach nur recht behalten. - Mag sein, dass es noch zu früh ist, für eine komplette Öffnung und ich bin der allererste der versteht, dass ein fernes Archipel, mitten im Ozean, mehr Angst vor fremden Viren hat, als vor den eigenen. Allerdings wäre dann doch ein echter Strich zu ziehen, kein internationaler Tourismus bis das Pilotprojekt Balearen durchgetestet ist und dann können wir vielleicht auch wieder mit offenem Herzen und selbstverständlich ebenso breiter Brieftasche, die Gäste wieder empfangen. - Aber so ein bisschen und auch nur, wenn ihr euch vorher ordentlich gewaschen habt?

Nun aber scheint man ein bisschen mutiger im Pilotprojekt zu werden, ganz einfach in dem man die Piloten wegschickt. - Zerknirscht vor lauter Kritik an der lokalen Gesundheitspolitik gegenüber Gästen schränkt man nun ein: Wenn die Gäste nicht im Ursprungsland getestet wurden, dann schicken wir die zurück, oder testen diese, sobald sie gelandet sind. - Aha, ein oder statt ein aber, so fängt jede Art von angedeutetem Kompromiss an. - Wer also nicht ein Papier, wie immer das aussehen mag und in welcher Sprache auch immer verfasst und von welcher Behörde auch immer ausgestellt und kontrolliert vorweisen kann, der könnte hier nach der Landung getestet werden. - Und weil wir den Piloten aus dem Pilotprojekt entlassen haben, würde man in dem Fall einen serologischen Test machen, also den für 20 Euro welcher zeigt, ob der Gast vor 14 Tagen was hatte. - Seit mehr als drei Monaten reden sich Fernando Simón und Christian Drosten den Mund fusselig und erklären geduldig immer wieder, was denn der Unterschied zwischen einem PCR-Test und einem Test auf Antikörper ist. - Macht nichts, wir haben gesiegt, wir testen alle, die zu uns wollen, und sei es auch nur auf Fußpilz.

Die Zahlen für La Palma von gestern ganz langweilig: 29 Tests PCR, kein positiver Befund. - Aber auch keine Entlassungen aus häuslicher Quarantäne, also bleiben wir bei 11 aktiven Fällen, welche man feststellen konnte.



Donnerstag 11.06.2020 Tag achtundachtzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Hauptsache der Pfarrer hat einen in der Cloud
Katholiken 4.4 mit Homeconfessing und Echtzeitabsolution


Heute am Fronleichnamstag, bei uns Corpus Cristi genannt, denken wir mit gewisser Sehnsucht an die Blütenteppiche in Mazo. - Die gibt es dieses Jahr nicht, wir können ja mal raten warum. - Aber dennoch gibt sich die Gemeinde Mazo Mühe und nutzt Facebook jetzt als Plattform, um die Getreuen im Glauben nicht von diesem abfallen zu lassen. - Gottesdienst, Konzerte und jede Menge Videos der Blütenteppiche der vorangegangenen Jahre sollen die Schar beisammen halten und in der Tat, Glaubensgemeinschaften haben es schwer dieser Tage, denn das Wort Gemeinschaft ist nicht wirklich coronatauglich. Die negativen Beispiele haben wir ja auch alle noch in den Ohren und Gedanken, viele Infizierte nach einem Gottesdienst und die Angelegenheit in Göttingen war ja auch im Rahmen religiöser Akte entstanden. - Es kann sich nun jeder selber zusammenreimen, ob da was mit Gottes Strafe am drehen ist, oder sonst wie Aluflocken in den Weihrauch gelangt sind, Religionen haben ihren Sinn, ihre Bedeutung und auch Notwendigkeit, fragen Sie nur mal religiöse Menschen. - Also nicht mich. - Aber auch hier schlagen die neuen Medien zu und ob nun wirklich Facebook als Plattform geeignet ist, die Frohe Botschaft zu verkünden, das mag dahingestellt sein, aber Praybook gibt es eben noch nicht.

Kundenbindung alleine sollte es aber nicht sein und alle Branchen müssen sich ja momentan fragen, wie man denn in distanzierten Zeiten die Distanz zu den Zielpersonen minimiert. - Wir dachten ja auch schon daran, Homeholiday anzubieten. Man muss nur die ganze Zeit unsere Webcam gucken und ab und zu ein bisschen Miete überweisen, schon hat man doch das Gefühl eines La Palma Urlaub… Gut, es geht nicht alles über Glasfaser zu erledigen, aber so gewisse Dienste werden sich wohl online etablieren und wie sich nun die Kirche in diesen Tagen einbringt, ich bin gespannt. Chatten mit dem Pfarrer, das machen doch schon viele Leute und denken wir nur an den gesamten Verwaltungsapparat in Sachen Kirche und Kurie, da können sich doch Tastatur und Tabernakel auch noch ein bisschen annähern. - Auf Prozessionen mitlaufen, auch das gab es vor Corona schon, gerade eben für die Leute, die nicht mehr laufen können, oder gerade ein volles Glas unbedingt vor dem Fall auf den Boden halten müssen. - PayTv und ein r drin, wie Radio María, aber zum mitmachen und dann hört auch keiner mehr, wie ich falsch singe oder wie es blechern klingt, wenn ich wieder nur einen Kronenkorken in den Klingelbeutel geworfen habe. - Ja, ich komme aus Bayern, war selbst Ministrant und was glauben Sie denn, was wir alles in den Klingelbeuteln gefunden haben… Beichte online, vielleicht sogar eine Marktlücke, also nichts wie ran an die Sünderlein. - Aber nicht vergessen, Cookies in die Cloud, oder ganz nach unten, müssen angegeben werden, jeder nur ein Kreuz. Für Anfänger wird das erste der 25 zu betenden Vaterunser wie beim Karaoke als Text eingeblendet.

Die Zahlen von der Insel für gestern: 63 Tests PCR, ohne einen einzigen positiven Befund. Weiter 11 aktiv Infizierte auf der Insel und seitens des Cabildo Insular hat man nun 15.000 Schnelltests auf Antikörper beschafft und will damit eben einen solch großen Teil der Bevölkerung testen um die Dunkelziffer zu erhellen. - Ich dachte zwar, das hätte man gerade schon gemacht im großen Reihentest "ENE-Covid19", aber das ist ein staatliches Programm und wir sind natürlich Insulaner und reagieren auf selbst ausgedachte Tests ganz anders als auf fremdbestimmte…



Mittwoch 10.06.2020 Tag siebenundachtzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Können wir eigentlich noch normal?
Respekt ist das "Neue Normal"


Bussi-Bussi ist wohl erstmal vorbei. - Kommt mir gelegen, aber der Händedruck wird mir fehlen. - Man konnte so gut gleich im ersten Moment feststellen, mit wem man es da zu tun hat. - Also der Gruß aus, wahrscheinlich sicherer Entfernung und die wird nun bald um 25% reduziert. - Statt wie jetzt noch 2 Meter Abstand, gelten dann auch in Spanien die 1,5 Meter, gerade so, als wäre dem Virus so ein bisschen die Puste, oder passender, die Spucke ausgegangen. Mir fehlt aber im Gespräch die Nähe etwas, auch weil das Berühren von Schultern oder Unterarmen in vielen Gelegenheiten wichtig war, um seinem Anliegen wirkliche Begründung zu verleihen. Wir müssen das wohl neu lernen, oder zumindest übergangsweise, bis eine Impfmöglichkeit besteht und wir uns dann wieder mehr auf die Pelle rücken können. - Mit Maske auf und Entfernung wird das Gespräch nahezu unmöglich, oder vielleicht fehlen mir auch nur ganze Muskelpartien im Gesicht, welche alleine mit Augen und Stirn Wichtiges verbreiten können. Aber wo trägt man schon Maske, beim Einkaufen, beim Erledigen von Dingen und natürlich nicht beim Spazierengehen oder mit Freunden und Bekannten, wenn man eben diesen Abstand doch noch wahren kann. - Ich weiß also gar nicht, ob ich das überhaupt lernen will, mit den "Augen zu sprechen", bin ich doch eher der "Semaphor", also der Typ, der mit den Armen rudert und so die Welt, zumindest seine eigene, erklären will.

Allerdings steckt natürlich auch jede Menge Chance in der "Neuen Normalität", eben weil die noch nicht definiert ist. Ich habe es noch nicht herausgefunden, aber Abstand könnte ja auch ein Mittel des Respekts sein, oder der besseren Konzentration auf ein bestimmtes Thema. Und warum hört es sich denn zunächst als Nachteil an, wenn man anderen Leuten nicht mehr so auf die Pelle rückt? Wir müssen ja nicht die Liebe neu erfinden, das bleibt ja doch dann eine ganz private Geschichte und da ist das Ding mit dem Abstand ja auch überhaupt kein Thema. - Aber im Umgang mit anderen, den berühmten "Dritten" könnte man ja eine ganz neue Begegnungsqualität aufbauen. - So ein bisschen japanisch vielleicht, allerdings mit europäischem Einschlag, wir wollen doch die "Neue Normalität" nicht gleich mit einem Plagiat entweihen. - Respektiere meine Kreise, so wie ich die Deinen und das könnte ja schon mal ein ganz großes Stück neuer Ehrlichkeit sein, die wir bislang oft im Kumpelhaften oder eben gar profanen Bussi-Bussi mehr als entwürdigt haben. Wir würden es doch niemals wagen, einem Star, einer extrem herausragenden Person, oder einem Würdenträger so nahe zu treten, dass man beim Versagen des Deos bereits Nasenzeuge wäre. - Also wenn die Neue Normalität dazu beitragen könnte, dass jeder Mensch in den Genuss der Würde und Unantastbarkeit einer herausragenden Person kommen könnte, dann bin ich augenblicklich dabei. - Es liegt doch immer an uns, Normen und eben Alltag zu schaffen, und wie der funktionieren kann. - Darüber hinaus, "Sie Arschloch" in anderthalb Meter Abstand ist doch allemal robuster und schneidender, als ein "Du Arschloch", während man sich auf die Schultern klopft. - Vielleicht ist ja wirklich für alle was dabei in der Neuen Normalität, wir werden es ausprobieren müssen.

Die Zahlen für La Palma: 55 Tests PCR gestern, kein positiver Befund. - Eine Entlassung aus häuslicher Quarantäne und warum das erwähnenswert ist: Diese Person war nahezu von Anfang an, als März in Quarantäne und hat so lange gebraucht, dieses Virus los zu werden. - Die jetzt noch 11 aktiven Fälle sind allesamt neuerer Natur, also in den letzten 14 Tagen aufgetreten. - Auch ist nun der, plötzlich auftretende 7 Verstorbene erklärt. - Die Person war laut Gesundheitsdienst auf La Palma gemeldet, lebte allerdings auf Gran Canaria, erkrankte dort auch und verstarb. - Warum manche Personen hier oder dort in der Statistik auftauchen, das können nicht einmal die Statistiker selbst stringent erklären, aber ich gestehe zu, das ist das erste Mal und ich habe auch meiner Frau geschworen: Bei der nächsten Pandemie wird alles besser…



Dienstag 09.06.2020 Tag sechsundachtzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Von Mallorca lernen…
Noch ziert man sich ein bisschen in Makaronesien


Von Menorca lernen hieß es bei uns mal vor an die 15 Jahren und war seinerzeit richtig neidisch auf dieses kleine Inselchen neben Mallorca. - Nun blicken viele Hoteliers und weitere Gewerke rund um den Tourismus in Richtung Mallorca, denn die bekommen eher Gäste als wir. - Pilotprojekt nennt sich das noch und es sind deutlich weniger, also sonst, aber eben Deutsche und die müssen weder in Quarantäne, noch sich vor Reiseantritt testen lassen. - Das fordert man hier auf den Kanaren noch anders, die Quarantäne bleibt ja offiziell bis 1 Juli aufrecht und darüber hinaus fordert das Gobierno de Canarias, nicht Madrid, dass alle einreisenden Gäste im Ursprungsland einen PCR-Test machen und ein negatives Ergebnis dessen nachweisen können. - Ich halte das für undurchführbar, rein praktisch schon nicht und wie ich meine Lebenskollegen auf den Inseln kenne, weiß man ja selbst nicht so richtig, wie denn ein solches Papier überhaupt aussehen könnte. - Übersetzt, beglaubigt, oder einfach nur ein Kreuzchen an irgendeiner Stelle und glaubt denn wirklich irgendein beflissentlicher Tourismusrat des Gobierno de Canarias, dass die Reiseveranstalter das mitmachen, wo man doch für den halben Preis die Leute ohne Test und Chichi anderswo auch in den Urlaub karren kann.

Darum bekommen die Balearen eher internationale Gäste als wir und nicht weil die Insel beliebter, schöner oder sonst was wären, sondern weil man dort die Gäste einfach hinlässt und sollte dort ein Gast krank werden oder coronatypische Symptome aufweisen, dann wird auf den Balearen der Test gemacht. - Der Gast muss dann, so lange bis der Test ausgearbeitet wird in seinem Hotelzimmer bleiben und sollte tatsächlich ein positives Ergebnis herauskommen, dann wird weitere Quarantäne angeordnet und die Mitreisenden müssen dann auch getestet werden. - Dazu muss man natürlich die Daten der Leute in den Fliegern erheben und das ist nicht eben verwerflich, muss doch sowieso jeder, der in Spanien Urlaub macht seine gesamten Daten beim Vermieter oder im Hotel angeben. - Geld verdienen heißt, immer ein bisschen in Vorleistung gehen und auch, ein gewisses Risiko zu wagen. - Was unsere Politiker fordern, Geld und absolute Sicherheit, das wird nichts werden und das können wir selbst ja auch nicht bieten, da die Kanaren sicherlich nicht als coronafreie Zone verkauft werden kann. - Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Druck auf die kanarische Regierung jetzt sehr groß werden wird, wenn die ersten Bilder des gegrillten Teutonen aus Mallorca die, so genannten sozialen Medien füllen.

Die Zahlen auf der Insel: 51 Tests PCR gestern und ein positives Ergebnis. - Aus dem familiären Umfeld eines der, am Wochenende bereits als infiziert erkannten Patienten, heißt es und das soll uns in Sicherheit wiegen, dass man energisch bleibt, um alle neuen Fälle nachzuverfolgen. - Soll uns recht sein, das ist ja auch erklärtes Ziel, die Zahl der Infizierten so gering halten, dass "Zielfahndung" möglich bleibt, bis eine Impfung den Spuk hoffentlich beenden kann. - La Palma, 105 gesamte erkannte Infektionen, 12 aktive Fälle in häuslicher Quarantäne, 86 Genesene Personen und leider 7 Verstorbene.



Montag 08.06.2020 Tag fünfundachtzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Drei

Carneval, Calima und Corona
Wäre ich ein Virus, ich würde auf den Karneval gehen…


Ich kann wunderbar ohne alle drei Spektakel leben. - Das Eine hat mit dem Anderen eigentlich auch nicht viel zu tun, allerdings wissen wir ja inzwischen, dass solche Massenzusammenkünfte in feuchter und fröhlicher Atmosphäre, wie es der Karneval nun mal ist, deutlich zu gesteigertem Virenaustausch führt. - Calima wiederum wird hier von niemandem geliebt, auch wenn wir eigentlich wissen, dass dieser Saharastaub als Dünger für die Landschaften der Insel sehr wichtig sind. - Ansonsten ist Calima einfach nur unangenehm und kann auch zu wirklichen Gesundheitsproblemen führen. - Leute mit Asthma oder anderen Atemproblemen bleiben bei Calima am allerbesten zu Hause und hier erinnert das dann schon ein bisschen an die Corona-Umstände. - Nun geht man hier aber weiter und bringt den starken Calima um den 21. und 22. Februar dieses Jahres direkt in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus auf den Kanaren. - Oder besser anders herum, mit der geringeren Ausbreitung auf Gran Canaria und anderen Inseln, welche aufgrund des heftigen Calimas Karnevalveranstaltungen abgesagt hatten . - Laut Medienberichten gibt es eine Studie des Gobierno de Canarias, aus der hervorgehen könnte, dass der Calima und die damit zweitätige Stilllegung der Kanarischen Flughäfen und die Empfehlung, die Tage nicht aus dem Haus zu gehen, die geringen Infektionszahlen auf Gran Canaria erklären könnte.

Mehr als doppelt so hoch ist die Zahl der Infizierten auf Tenerife, dort fand der Straßenkarneval dennoch statt, obwohl man eigentlich davon abgeraten hatte. - Auf La Palma zelebrierte man den großen Tag, der "Día de los Indianos" auch, allerdings nahmen viel weniger Leute daran teil als sonst, da eben das Wetter fürchterlich war und wegen der fehlenden Flüge von den anderen Insel auch kaum Besucher auf La Palma waren. - Dass es auf La Palma später doch noch zu deutlicher Präsenz des Coronavirus kam, liegt also hier nicht am Karneval, sondern wohl eher an den rückreisenden Ruheständlern, welche auf dem Rücktransport aus Valencia in einem Flieger voller Infizierter gesessen haben müssen. - Wir erinnern uns, fünf der sieben Verstorbenen auf La Palma waren Mitglieder dieser Reisegruppe. - Mit spitzen Fingern genommen könnte es also sein, dass der Calima dieses Jahr die Kanaren vor einer Covid-19 Welle geschützt hat, die ähnlich infernal hätte ausgehen können, wie das in Madrid und Barcelona der Fall war. - Aber diese Studie ist noch nicht fertig gestellt und auch noch nicht diskutiert, aber dass Calima auch mal für was gut sein könnte, das ist uns hier neu. - Aber ich erinnere mich noch sehr gut an die Tage, denn die Brut war gerade da und wollte natürlich auf den Karneval. - Solch einen Calima hatten wir ganz lange nicht mehr, schließlich blieb die Eine zu Hause, die andere war zwar in Santa Cruz de La Palma, allerdings war dort die Freundesgruppe nur kurz auf der Straße, da der heiße Wind und der Staub den Aufenthalt dort zur Qual machten.

Die Zahlen für La Palma: Wieder hat man eine Neuinfektion gefunden, also sind es drei innerhalb der letzten 24 Stunden. - Alle unabhängig voneinander und alle drei ohne Krankheitssymptome, also Zufallsfunde wie es heißt. Zeigt aber auch, dass da noch nichts vorbei ist, denn an der richtigen, oder wohl besser falschen Stelle kräftig Viren verteilt und schon schleudert das uns in Phase Zwei oder gar Eins zurück. Die Schlagzahl der Tests wird jetzt auch wieder erhöht, gestern 70, heute 68, wo es doch in den letzten Tagen immer nur um die 30 herum waren. Wir erinnern uns auch zurück an den serologischen Reihentest, welcher die Dunkelziffer für La Palma bei, an die 25 Mal so hoch, wie die offiziellen Zahlen sieht. 104 Gesamtinfektionen für unsere Insel werden gemeldet, 11 davon als noch aktive Fälle, 86 als genesen und leider auch 7 Verstorbene.



Sonntag 07.06.2020 Tag vierundachtzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Immer wieder sonntags
Wenn das nicht schon normal ist


Ab und zu gönnen wir uns einen Ausflug aus unserem Hort El Paso. - Aus Zufall waren es nun zwei Sonntage hintereinander und wir laufen gerne in Puerto de Tazacorte. - Einmal kann man dort lange ohne die Bewältigung von Höhenmetern laufen und darüber hinaus geben wir uns einen kleinen Schuss Fernweh. - Manche der Jachten dort kommen aus ganz fernen Provenienzen und darüber hinaus spielen wir auch die Neugierigen, welches Boot und welches Schiff denn erst frisch im Hafen liegt. Inzwischen müssen wir uns ja nicht mehr an Gemeindegrenzen oder Uhrzeiten halten und da wir immer früh unterwegs sind, habe ich zwar Maske getragen, aber in der Gesäßtasche. - Für den Fall der Fälle, aber er fiel nicht, der Fall und überhaupt, wer da spazieren läuft, der hat keine Maske im Gesicht, muss er ja auch nicht. - Zwei Meter sind fast immer drin und eigentlich bemühen sich alle, nicht direkt auf einen zuzulaufen. - Der zweite Kiosk hinten scheint nun auch öffnen zu wollen, jedenfalls stehen dort nun auch die Tische bereits vor der Tür und irgendwie fällt auf, dass die Bestuhlung dort ebenso auf dem Boden farbig gekennzeichnet ist, allerdings viel enger, als im anderen Restaurant. - Morgens ist so wenig los, vielleicht fünf Leute im Wasser und der Atlantik gibt sich gerade auch wieder friedlich, auch wenn eine einzige Rote Fahne dort immer noch an andere Zeiten erinnert. - Dann frage ich mich auch jedes Mal in Puerto de Tazacorte, wo denn eigentlich die ganzen jungen Leute hin sind, welche von außen oft als Hippies bezeichnet wurden. - Gut, im Sommer waren immer weniger da, als im Winter, aber ich könnte mir auch vorstellen, dass diese Leute besonders unter den virulenten Umständen leiden. - Mir fehlt die bunte Truppe ein bisschen, ob aus Gewöhnung, oder weil bunt ganz einfach schöner ist als unifarben, ich weiß es nicht.

Ab morgen können wir ja wieder von einer Insel zur anderen Reisen, vielleicht beginnt damit ja auch der regionale Tourismus. - Von einer Autonomen Region in die andere ist noch nicht aus touristischen Gründen möglich, das ist weiter reglementiert. Phase drei ist ja noch nicht die neue Normalität und es sind ja auch noch nicht alle Regionen Spaniens in dieser, schon fortgeschrittenen Phase, also noch wird nicht Vollgas gegeben. - In einer neuen Veröffentlichung im Boletín Oficial de Estado, im BOE ist das festgehalten, allerdings nur als Korrektur zu der Anordnung SND/399/2020 vom 9. Mai. - Dort war festgehalten worden, wie denn die Kanarischen Inseln einzuteilen sind und man legte dort jede einzelne Insel als "Unidad territorial" fest und somit konnte man seinerzeit nur auf "seiner" Insel sich frei bewegen. - Nur korrigiert man diese Einheit und ab morgen sind dann alle Kanareninseln eine "Unidad territorial" und somit kann man von El Hierro bis nach La Graciosa wandern, wenn man denn so lange die Luft anhalten kann. - Gut, mit dem Flugzeug geht das besser und so werden wohl die Binter, wie auch die Canaryfly ihre Flugfrequenzen wieder erhöhen. - Mal abwarten, wie viele Leute sich nun bereits wieder auf andere Inseln wagen.

Die Zahlen aus La Palma sind heute leider ein bisschen spannender als sonst. - 2 Neuinfektionen hat man gemeldet, eine aus Santa Cruz und eine aus Los Llanos und wieder bleibt einem also nur der Hinweis: Nix ist mit Entspannung, die vielen Fälle, welche ohne Symptome verlaufen bleiben weiter Material für eventuelle Hotspots. - So zumindest warnt uns das Gesundheitsministerium und man sieht dem guten Minister geradezu die Spannung an, ob denn die kommenden Wochen alles gut gehen will. - Es geht gerade die Diskussion, ob es denn nicht weit über 40.000 Tote in Spanien gegeben hat mit Covid-19 Hintergrund und da geraten wieder alle unter deutliche Bedrängnis, welche irgendwie mit diesen Fällen umzugehen haben. - Allerdings sind die Sterbefälle in Spanien seit dem 17. Mai andauernd unter Einhundert täglich, auch wenn in den letzten Tagen mit leicht ansteigender Tendenz. Für La Palma ergibt sich nun folgende Zählung: 103 Gesamtinfektionen, 10 aktiv Infizierte, 86 Genesene und 7 Verstorbene. - Hoppla, sieben? - Wo kommt der denn her, nirgendwo hat man mitbekommen, dass noch jemand an Covid-19 auf La Palma verstorben wäre, aber in der Statistik taucht der plötzlich auf. - Vielleicht taucht er ja auch wieder unter oder es ist nur wieder eine Umverschiebung der Zahlen, aufgrund von Meldedaten. - Wir werden es mitbekommen.



Samstag 06.06.2020 Tag dreiundachtzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Ab Montag dürfen wir wieder verreisen
Darf ich dann trotzdem zu Hause bleiben?


Phase drei ist wohl gebongt. - Für uns Zentralmakaronesier und Inselstaatler bedeutet das am Montag, wir können wieder zum Shoppen nach Tenerife oder Gran Canaria fliegen. - Das ging bislang nur aus, so genannten wichtigen Gründen und musste protokolliert werden. In Phase drei fällt das weg und wer sich noch daran erinnert, dass in den "besten Zeiten" fast 20 Flieger am Tag von La Palma nach Tenerife geflogen sind, der kann etwa abschätzen, welche Zurückhaltung uns das wohl gekostet haben muss. Allerdings bestand eben auch die spanische Version der Ausgangsbeschränkung im großen Maß darin, die Leute nicht reisen zu lassen, was sich, angesichts der Zahlen, wohl als Treffer erwiesen hat. Jetzt werden wir ab Montag alle deutlich freier sein und eben auch unser Inselchen wieder verlassen dürfen und hoffen eben dabei, dass wir unsere, dann fast drei Monate dauernde Quarantäne nicht zunichte gemacht sehen. Mit der internationalen Fliegerei sieht es in Spanien noch nicht so bunt aus, Pedro ziert sich immer noch beharrlich, bereits Mitte Juni die Grenzen aufzumachen. - Fast alle anderen Europäer wären dabei und gerade unsere, doch so wichtige Tourismusindustrie ruft geradezu flehentlich Richtung Madrid, doch nun nicht die Sommerbuchungen anderen Destinationen zu überlassen, da Spanien noch zwei Wochen länger die keusche Coronafrau spielen möchte. - Kann natürlich auch sein, dass Pedros Poker aufgeht und bald die ersten Länder wieder zurückrudern, wenn "R" - nicht er - es denn befehlen. - "R" ist natürlich die Reproduktionszahl in Sachen Covid und nur mühsam haben wir uns von, weit oben, an die Eins herangearbeitet.

Weiter heißt es immer noch, dass nicht nur die Quarantänebestimmungen bis 1. Juli in Sachen Spanienurlaub Italien und andere Ländern wunderbare Zeiten zukommen lassen werden, sondern nach wie vor auch die Forderung nach einem Covid-19 freien Ferienflieger robust im Raum steht. - Da ja ab Montag die Autonomen Regionen wieder in fast allen Bereichen das Sagen haben, hören wir hier mal zu und es heißt aus Reihen des Gobierno de Canarias: Es bleibt den Fluggesellschaften überlassen, alle Gäste einen Test zu unterziehen und hier droht eben Porzellan zerschmissen zu werden, welche noch nicht einmal einen Platz in einem Schrank gefunden hat. - Einmal wird überhaupt nicht erwähnt, was für ein Test denn gefordert wird. Es bleibt nämlich zu befürchten, dass auch serologische Tests zugelassen werden, was völliger Blödsinn wäre, da diese eben nicht den aktuellen Befund des Reisenden aufzeigen können. - PCR-Tests wären aber viel, viel teurer als diese Schnelltests aus dem Reich der Internetalen Mitte und darüber hinaus müsste man ja die Leute, welche verreisen wollen, irgendwie separieren, um echte Sicherheit zu garantieren. Das wird schlecht funktionieren und wenn man daran wirklich festhalten will, dann bieten wir dem reisewilligen Urlauber die willkommene Hand mit Stacheldraht umwickelt. - Da muss noch nachgebessert werden, es existiert auch weltweit überhaupt kein Protokoll, wie so etwas ablaufen könnte oder zertifiziert würde. - Man muss sich das bloß mal vorstellen, rund 200 Leute vor Abreise einem langen Docht in die Nase zu rammen und dann nach Ankunft im Urlaubsland unter Einhaltung sämtlicher Abstandsregeln so lange im Hotelzimmer oder Quarantänelager festhalten, bis Grünes Licht aus den Labors kommt. - Nicht praktikabel. - Da muss nächste Woche unbedingt noch nachgedacht werden, allerdings fürchte ich mal, dass die ersten Reiseveranstalter und Fluggesellschaften bereits ihre Schlüsse gezogen haben. - Hoffentlich nur, für den Rest dieses Sommers. - Dagegen nimmt sich die, wohl weiter bestehende Maskenpflicht in Räumen, in denen der Mindestabstand nicht garantiert werden kann, fast schon einladend aus.

Die üblichen Zahlenspiele aus der Hand unserer Krankenhauschefin: Gestern, 25 Tests PCR, ohne positiven Befund. Der fünfte Tag hintereinander! - Die offizielle Statistik weist aus: 100 Infizierte mit Covid-19 auf La Palma gesamt, davon 86 genesen, 8 aktiv in häuslicher Quarantäne und 6 Verstorbene.



Freitag 05.06.2020 Tag zweiundachtzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Die Dunkelziffer liegt im Dunkeln
Die Volksdurchseuchung findet kaum neuen Lebensraum


Es regnet, selbst hier im Tal. Auch wenn wieder mal die Ostseite sehr viel mehr Niederschläge abbekommen hat, als wir hier im Westen. - Macht nichts, ich darf es noch erleben, dass der Juni niederschlagsreicher ist als der Januar und will mich gänzlich weigern, das als Neue Normalität anzuerkennen. - Also gleich Notiz, nach Corona unbedingt wieder Greta schreiben, die muss wieder ran. - Mazo meldet 90- und wir haben herrliche 35 Millimeter gemessen, damit kann der Boden schon was anfangen. - Sicher, hätte früher kommen müssen, zumal eben der Wein und viele Gemüse damit nichts mehr anfangen können, aber die Bananenbauern sparen sich mindestens einen Bewässerungsdurchgang und so könnte die Laune der Plataneros wieder ein bisschen besser werden. - An der allgemeinen Dürre und Wasserknappheit ändert aber auch dieser kräftige Niederschlag heute überhaupt nichts.

Die zweite Studie ist da, in Sachen "Durchseuchung". - Dieses Wort ist dermaßen skurril, dass es mir immer noch einen Schauer über den Rücken schickt und dieser Schauer ist nicht unbedingt einer der Sorte, die man öfter haben will. - Hier sagt man dazu weniger drüsengesteuert: Estudio Nacional de Sero-Epidemiología de la Infección por SARS-CoV-2 en España, oder kurz: ENE-Covid19. - Der erste Durchlauf war Anfang Mai fertig und brachte uns das unerwartete Ergebnis, dass bislang im Schnitt nur 5% der Spanier bereits Antikörper auf Covid-19 in sich gebildet haben. - Da hatte man höhere Werte erhofft, eben wegen der großen Infektions- und robuster, Sterbezahlen. - In der zweiten Rund hat sich das so gut wie überhaupt nicht verändert, 5,2 anstatt 5,0% deuten so eher auf eine erfolgreiche Abschottung der Leute gegen die Pandemie, aber nicht auf eine baldige "Herdenimmunität" in Spanien hin. - Das kann man sich also gleich schenken und was nun auch interessant daran ist, dass man, mit allem gebührenden Abstand zu gänzlicher Treffsicherheit der Studie etwa die Dunkelziffer an bereits erkrankten Personen feststellen kann. - Knapp und satt gerundet sieht das dann für Spanien so aus: 47 Millionen Einwohner, 240.000 gemeldete Infektionen, 2,4 Millionen mit Antikörpern, das bedeutet, die Dunkelziffer wäre rund 10 Mal so hoch, wie die entdeckten Fälle. - Allerdings gibt es deutliche Unterschiede in den einzelnen Provinzen und hier für La Palma sieht die Rechnung ganz anders aus.

Je nach Tagesform melden wir 100, oder ein paar weniger entdeckte Infektionen auf der Insel und lassen Sie uns mit 100 rechnen, sonst wird mir das zu schwierig. - Für die Provinz Santa Cruz de Tenerife war der Mittelwert der ersten Runde serologischer Massentests: 2,6% und für den zweiten Durchgang maß man 3,3% der Bevölkerung mit Antikörpern. - Für La Palma geht man von 82.000 Einwohner aus und das ergibt für die erste Runde 2.132 Infizierte und im zweiten Durchgang 2.706. - Gemeldet aber hat man 100, also ist die Dunkelziffer nicht 10 Mal so hoch, wie im spanischen Durchschnitt, sondern bei uns 27 Mal. - Aber selbst wenn wir mit der inoffiziellen Einwohnerzahl von etwa 65.000 rechnen, bleibt die Dunkelziffer immer noch erschreckend anders, dann wären es 2.145 Infizierte, also 21 Mal so viele, wie entdeckt. - Ich kann diese Zahlen natürlich weder verifizieren noch kommentieren, aber nachlesen kann man das wunderbar in der Studie, welche auch beide Tests gegeneinander vergleicht und wohl kommentiert. - Als PDF kann man sich die Studie herunterladen von der Webseite der Moncloa. Auf jeden Fall wäre es angenehm, dafür eine Erklärung zu bekommen, warum bei uns die Dunkelziffer mindestens doppelt so hoch zu liegen scheint, wie es im spanischen Durchschnitt ist. Also die Dunkelziffer ein bisschen heller zu machen, das wäre interessant, aber ich fürchte mal, im Siegesrausch der Rücknahme aller Vorsichtsmaßnahmen wird man vielleicht irgendwann später mal in einem Fachblatt darüber lesen können. - Vielleicht sollten wir es uns ja auch wünschen, dass es bald niemanden mehr interessiert. - Aus autochthonen Endemitenkreisen heißt es allerdings, bei uns seien Krankheitsverläufe bei Viren, Bakterien und sonstigem Ungeziefer eh milder als anderswo. - Unser Mojo, Wein und Ziegenkäse machten kurzen Prozess mit allen Krankheitserregern. - Wissenschaft sieht anders aus, allerdings ahnen wir doch, die Durchseuchung des Internets mit wirren Dingen ist deutlich weiter fortgeschritten, als die mit Covid-19, auf unserem, doch so unschuldig bedunkelzifferten kleinen Inselchen.

Die Zahlen hierzu. - Wir sind wieder bei offiziell 100 Infizierte angekommen, nachdem doch nicht nur ich festgestellt habe, das die Zahl nach Tagesform zu schwanken scheint. - Wichtiger allerdings ist: 34 Proben PCR wurden gestern gemacht, keine davon war positiv.



Donnerstag 04.06.2020 Tag einundachtzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Der Juni dezembert
Komisches Licht und Regen


Die Wintersonne sticht. - Das kennt man schon und ist bei manchen Landwirten äußerst gefürchtet. - Auch bei den jungen Weintrauben zeigt sich das auffällig. Wer so gar nicht durch seinen Rebengarten geht und versucht, die Blätter vor die erbsengroßen Trauben zu drücken, der hat viele "Rosinen" in der "Viña del Señor", noch bevor es richtig Sommer wird. - Aber wir haben doch Juni, und nicht Dezember? - Stimmt, aber das Wetter ist wie Dezember, denn eigentlich schaffen es Tiefdruckgebiete in dieser Jahreszeit schon nicht mehr hinab bis und den Kanaren. - Jetzt schon, mag damit zusammenhängen, dass in Madrid die Sozialisten regieren, oder Bayern schon wieder Weltmeister ohne Welt wird. - Wir wissen es nicht, aber manchmal dezembert eben auch der Juni und schickt uns wirre Farbspiele in einem Spektrum, welches Fotografen zur echten "Weißglut" treibt. - Schwül ist es, nach einer regenreichen Nacht riecht man den Mehltau geradezu, sich neue Opfer suchen. Vielleicht sollte ich auch die, noch jungen Melonenpflanzen, lieber gleich an die Eidechsen verfüttern oder unter einer kompkten Schwefelschicht begraben. - So macht das mein Nachbar, der nutzt dieses Element des Vulkans als Allheilmittel gegen geradezu alle Schädlinge in und rund um seinen Garten und vielleicht sollte der sich mal mit Trump zusammentun. - Schwefel in prallen Säcken statt Mundschutz vor dem Gesicht soll deutlich gegen Corona helfen und soziale Distanz ist damit ebenso garantiert. - Nichts ist mehr wie früher. - Klar, da war alles anders und nur manches besser und manchmal habe ich das Gefühl, völlig still zu stehen und die ganze Welt dreht sich rückwärts an mir vorbei und trägt mich so nach vorne. - Nein, ich habe nichts geraucht, noch nie, aber manchmal ist auch kurz Innehalten und still Stehen bereits eine Zeitreise.

Aktionismus aller Orten geht auch weiter, viele scheinen Corona überholen bis überlisten zu wollen. - El Paso hat sich schon wieder eine neue touristische "Marke" gegönnt. "Brand" nennt man das ja in unseren Zeiten und die neue Marke ist ein bisschen pastell-bunter als die anderen "Brands" davor. - Seit Raúl Bürgermeister unserer lieblich-bäuerlich-robusten Gemeinde war, hat jeder neue Gemeinderat die Notwendigkeit erfahren, der Gemeinde irgendeine Maske überzuziehen. - Inzwischen ist mal vom "Herz La Palmas" (Sozialisten unter Loli und Chamaida) zum " Der Herzschlag La Palmas - El latido de La Palma" gekommen. - Jedes Mal eine neue Webseite, eine neue Präsentation und mal sehen wie lange eine Gemeinde, von nicht mal 8.000 Einwohnern in der Lage ist, Corporate Identity über einen längeren Zeitraum und ohne Subventionen zu wuppen. - Nein, nichts tun ist keine Alternative, völlig klar, aber auch alte Ideen in neuen Skripts ergeben noch kein neues Einkommen, sondern reproduzieren sich lediglich selbst im Kreise der wandelnden Steuergelder. - Aber ich weiß es nicht besser, ganz sicher nicht und vielleicht hat es wirklich was mit dem Alter zu tun, dass manchmal still halten wirkungsvoller sein kann, als blind nach vorne schreiten. - Gerade in Zeiten, in denen wir bereits über langfristige Planung dann sprechen, wenn das kommende Wochenende in Sicht gerät. - Hoffen wir auf ein bisschen mehr Regen morgen und übermorgen, dann sollte auch das rebellische Azorentief wieder einem Hoch weichen und uns der, erneut neuen Normalität übergeben. - Es ist weniger die Normalität, die mir dabei Sorgen macht, sondern ein bisschen das "Neu".

Die Zahlen aus La Palma haben wieder gutes Geschmäckle. - Mercedes Coello, inzwischen lokal so was wie "der/die Drosten" in Deutschland, meldet 40 Tests-PCR ohne einen einzigen positiven Befund auf Covid-19 entdeckt zu haben. - Dennoch haben sich die offiziellen Gesamtzahlen verändert und das sind so die kleinen Wunderkistchen, welche man für uns bereit hält. - Gestern waren es noch 86 vom Virus genesene Personen, heute sind es deren 85. - Niemandem wäre das aufgefallen, wenn man nicht gleichzeitig die Gesamtzahl der Infizierten Personen auf La Palma von 100 auf 99 reduziert hätte. - Wer nun gut aufgepasst hat der merkt, dass das bereits die zweite verschwundene Person in der offizielle Statistik ist. - Da war noch der junge Mann, der infiziert aus Tenerife kam. - Der wurde ein paar Stunden als unser Fall gezählt, dann virtuell nach Tenerife verschickt. - Jetzt ist uns ein Genesener entwischt und vielleicht bin ich der einzige Mensch auf der Welt, der diese Statistik überhaupt täglich verfolgt und solche "Missing in Patient" überhaupt mitbekommt. - Das war schon immer mein Ding: Wenn schon kein Schwein guckt, dann war immer noch ich da…


Dicke Tropfen auf fast-farbigen Blumen. Dezemberregen im Juni auf La Palma

Dezemberregen im Juni auf La Palma





Mittwoch 03.06.2020 Tag achtzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Suzi Quatro wird siebzig
Na ja, wer can der kann


Der einzige Starschnitt, den ich jemals komplett hatte. - Jetzt fragen meine Kinder sicher: Papa, was ist ein Starschnitt? - Das nur so zur Auflockerung und einem kurzen, gedanklichen Ausflug in die Zeit, als drei Griffe auf der Gitarre noch reichten, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. - Wer can, der kann, das ist schon ein bisschen komplizierter, denn Europa braucht immer ein bisschen länger, um sich nicht andauernd vor sich selber zu erschrecken. - Während Italien und die Länder rund um den Balkan bereits wieder auf Pre-Corona-Niveau Konjunktur aus Sandalenträgern machen wollen, braucht unser Beau Pedro Sánchez noch ein bisschen Tiefenstudium in Sachen Dekrete, Ministerialerlässe und Verordnungen, welche er und seine Minister allesamt in den letzten achtzig Tagen erlassen haben. - Keine Frage, generell haben die das gut gemeistert. - Zumindest besser, als man es jedem anderen zur Wahl stehenden politischem Gremium in unserem Land zu getraut hätte. - Doch diese Dynamik hinterlässt eben eine Vielzahl an Vorgaben und Gebote, welche es schwierig machen für die europäischen Partner. - So bleibt Spanien bislang außen vor in Sachen Aufhebung der Reisewarnung, denn nach wie vor gilt die Quarantänebestimmung für Einreisende aus allen Ländern bis 1. Juli. - Oder nicht? - Hängt das generell vom Alarmzustand ab, oder vom Phrasenplan für Phasenrollen oder ist das generell redundant, weil jeder, der nach dem 1. Juli abreist sowieso diese Quarantäne nicht einhalten muss? - Ich habe längst den Faden verloren, welche Verordnung sich nun auf welches Dekret stützt und scheine damit in bester Gesellschaft zu sein. - Fahrer träumt von Suzi Quatro und deshalb habe ich Sie doch gestern um ein bisschen dynamische Geduld gebeten. - Wenn Heiko Pedros Telefonnummer erst nachschlagen muss, dann dauert das halt ein bisschen, bis die beiden ihre Befindlichkeiten ausgetauscht haben. - Sehen ja auch beide immer ein bisschen so aus, als würde sie der zeitlose Konfirmationsanzug mit den viel zu kurzen Hosen dann doch in den entscheidenden Stellen kräftig zwicken. - Haben Sie bei Heiko Maas nicht auch immer das Gefühl, der sieht permanent so aus, als würde der sich am liebsten kurz von der Kamera wegdrücken, um mal eben einen ordnenden, wie befreienden Eingriff à la Jogi Löw zu starten?

Vielleicht ist das sogar alles vernünftiger als die vielen aktionistischen Vorschläge, welche gerade durch die am meisten durch das Virus geplagten Gewerbe getrieben werden. - Allerdings macht das für die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften die Angelegenheit schwieriger und so könnte man fürchten, so lange sich der Iberer ziert, so lange verkaufen eben andere Mittelmeer- und Atlantikanrainer Pauschalpakete mit Maskenpflicht. - Aber wir können uns wohl darauf verlassen, dass unzähligen Lobbyisten der touristischen Branche wohl an Pedros Dekretzipfel hängen und ihn belatschern werden, doch seine Quarantäne in dieselbe zu schicken und auch dieses Land wieder für europäische Urlauber Ende Juni bereits zu öffnen. - Interessant bis lustig ist ein Makaronesischer Sondergipfel in Sachen "Geprüfter Urlauber mit Gesundheitspass" und erreicht den Höhepunkt in der Aussage, dass die Herstellerländer für ihre Produkte haften würden. - Wer also Urlauber schicken will, der solle dafür sorgen, dass die ordentliche Gesundheitspapiere haben. - Fordern wir mal Papiere, die es nicht gibt, dann sieht das wenigstens so aus, als wären wir wichtig und würden ordentlich was tun. - Das war zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen noch anders, da beschränkte sich die Zahl derer, welche wirklich was zu sagen hatten ganz von alleine. - Jetzt plappern wieder alle lustig bis bescheuert munter los und kommen mit Vorschlägen, deren Nachschläge sie nicht annähernd abschätzen können. - Wohl dem der can, wenn er kann und was glauben Sie wohl, was bei mir die ganze Zeit im Hintergrund für Musik läuft?

Die Zahlen aus La Palma in Sachen Covid-19: Gestern, 41 Proben PCR und davon waren alle "sauber", also mit dem Hinweis negativ aus Tenerife nach La Palma gesandt. - Wie viele Tests und welcher Art in privaten Labors getätigt werden, das wissen wir nicht, denn nur ein positives Ergebnis solcher Untersuchungen ist meldepflichtig, nicht das Ziehen einer Probe an sich. - Die Gesundheitsbehörde kritisiert das ein bisschen, denn man käme gerne auch an diese Zahlen heran. - Ob aus professionellem Neid oder wissenschaftlichem Interesse, das dürfen wir getrost offen lassen. - 100 Infektionen mit Covid-19 meldet die offizielle Statistik des Gobierno de Canarias für La Palma, davon sind noch 8 aktiv, 86 gelten als genesen und leider sind 6 Menschen auch verstorben. - Das bringt unsere Insel, nach Tenerife, auf den zweiten Platz in negativer Auflistung der Fälle mit Covid-19 pro 100.000 Einwohner. 120 Fälle pro 100.000 Einwohner, herangerechnet mit einer Einwohnerzahl von rund 82.000 Menschen. - Aber da wir wissen, dass wir deutlich weniger auf der Insel sind, man schätzt rund 65.000, liegt diese Zahl noch deutlich drüber. - Allerdings liegen wir damit im Vergleich, auch wenn das sehr vage ist, da man die Anzahl der Proben nicht genau feststellen kann, noch unter dem deutschen Schnitt. - Aber im Vergleich mit den anderen Kanareninseln sind wir eben nicht Klassenprimus, sondern sitzen hinten in der Vorletzten Reihe. - Da saß ich auch immer, und träumte von Suzi…



Dienstag 02.06.2020 Tag neunundsiebzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Bleiben Sie dynamisch, lieber potenzieller Inselgast
Die Situation ändert sich minütlich


Die Wolken kommen tief über das Meer herein. - Süd, Südwest, aber kaum spürbar der Wind und bislang ist es lediglich ein bisschen Nieselregeln, der die Luft befeuchtet. - Wir hoffen, es kommt mehr, auch wenn dadurch sicherlich die noch einzige mehltaulose Melone auch den Weißen Tod sterben wird. - Regen ist halt im Juni eigentlich nicht mehr angesagt, aber wir nehmen inzwischen alles. - Kommende Woche sollen neue/alte Brunnen in Betrieb genommen werden, also solche, deren Ausbeute sich bislang nicht mehr gelohnt hatte, da das Auspumpen derselben teurer war, als das Wasser, welches man daraus gewinnen konnte. - Jetzt jammern die Bananenbauern im Süden, durch den großen Kanal käme kaum noch Wasser an und so sind die 570.000 Liter in der Stunde, welche aus den beiden Brunnen in den Kanal gespeist werden sollen, mehr als willkommen. - Ob das reicht, wird sich zeigen, auf jeden Fall will man auch wieder zum alten System zurück welches da heißt: Jeder bekommt Uhrzeiten zugewiesen, wann und wie lange er seinen "Schieber" offen halten darf, um Wasser aus dem Kanal zu entnehmen.

So ganz neu ist das also nicht, wie auch die Tatsache, dass Gemeindewasser nicht dazu benutzt werden darf, den Garten zu gießen oder den Pool zu füllen. - Das war auch immer schon so, wird aber jetzt erneut publik gemacht, eben um die Anwohner zu sensibilisieren. - Darüber hinaus schließt zum Beispiel die Gemeinde El Paso viele kleine Entnahmestellen, an denen man bislang gratis Wasser zapfen konnte und montiert dort einfach die Hähne ab. - Die Diskussion, ob denn Bananen, als absolut größter Nutzer des Inselwassers, überhaupt nachhaltig sind, die wird dennoch nicht geführt werden und das aus "nachhaltigen Gründen" . - Wir gehen davon aus, dass über 90% des gesamten Inselwassers in die Bananenzucht gehen. Allerdings verbietet sich angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der Bananen und der damit auch verbundenen Subventionen eine grundlegende Infragestellung der Brotfrucht der Insel. Ohne vorher einen langwierigen Strukturwandel überlegt, diskutiert und finanziert zu haben, würde eine Abkehr von der Banane einen chaotischen wie negativ-dynamischen Effekt in Wirtschaft wie Gesellschaft nach sich ziehen. - Eine Insel La Palma ohne den Einkommensfaktor Banane, böte momentan kein lebenswertes Szenario. - Da aber gleichzeitig der, von allen erträumte Strukturwandel und notwendige Plan B niemals angegangen wurde, müssen wir jetzt Brunnen leer pumpen und Reserven angreifen, um weiter über die Runden zu kommen.

Das zweite große Standbein, der Tourismus, der scheint ja nur temporär in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein. - Gut, dass wenigstens hier der fehlende Regen mal nutzbringend ist, nun müssen nur noch die virulenten Umstände eines viral gewordenen Virus komplett verdaut werden. - Auf der einen Seite bleibt da die erklärte Angst, vor weiterer Verbreitung des Virus, auf der anderen Seite steht die Hoffnung der tausenden Abhängigen der Gästebranche, man möchte doch endlich wieder Urlauber ins Land holen. - Hierüber gibt es viele Gedanken, wie man das denn vollziehen könnte und viele dieser Ideen sind noch kruder und weniger hilfreich, als ein konkretes Verbot, welches wenigstens planbar ist. - Aber die Signale häufen sich, dass kommende Woche die entscheidende sein wird, in der Europa das erneut abschaffen könnte, was es doch Jahrzehnte bereits ausgezeichnet hatte. - Die Grenzen könnten wackelig bis offen werden und man wird abwarten müssen, vielleicht über die kommende Woche noch hinaus, wie viel Sicherheit es denn nun für Mitte/Ende des Monats geben kann, um wieder das touristische Rad anzuwerfen. - Noch warne ich davor, die Rechnung ohne den Gast zu machen, der muss erstmal zu uns kommen können und das ohne stundenlanges Warten in irgendwelchen Quarantäneräumen, damit Tests gemacht werden können. - Aber auch die Fluggesellschaften werden erst unsere kleine, und für deren Verdienst eigentlich redundante Insel anfliegen, wenn alle politischen Fragen geklärt sind. Dann steckt da immer noch ein bisschen das Virus in der Warteschleife, ob denn der perfekten Welle noch weitere folgen wollen, welche uns dann erneut in die wartenden Knie schießen könnten. - Also Geduld, der dynamische Konjunktiv bestimmt weiter die Planungen. - Nächste Woche wird wohl entschieden, übernächste gebucht, und Ende Juni sehen wir uns dann wieder. - Nicht wetten! - Nein, hoffen!

Die Zahlen auf der Insel werden komplizierter. - Das Krankenhaus meldet 23 Tests-PCR gestern, ohne weiteren positiven Befund. - Allerdings gibt es immer weitere Testreihen privater wie öffentlicher Natur und die werden zunehmend von privaten Labors durchgeführt. - Hier tauchen auch immer mal wieder positive Befunde auf, allerdings scheinen diese Laboratorien keine PCR-Tests zu machen, sondern Antikörper Testungen. Das ist ein bisschen schief, da in dem Verfahren nicht der akute Fall gefunden wird, sondern der bereits länger infizierte, wie auch der bereits wieder genesene. - Wir müssen also sehr aufpassen, welche Art von positiver Befund gemeldet wird und erst eine PCR-Probe wird dann den aktuellen Zustand ermitteln, falls ein serologischer Test bereits vorhandene Antikörper nachgewiesen hat. - Offiziell bleibt es bei 8 aktiv Infizierten auf der Insel, da gleichzeitig neue Entlassungen von bereits genesenen Patienten aus häuslicher Quarantäne vorgenommen wurden. - Von den 8 Aktiven sind allerdings 6 aus der letzten Woche, also frisch gekrönte Infektionen.



Montag 01.06.2020 Tag achtundsiebzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Azorentief
Die Hoffnung trocknet zuletzt


Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da regnete es im Juni nie. - Das stimmt zwar genau so wenig, wie das Lied mit dem südlichen Kalifornien, aber in der Tat, wer hier auf Juniregen setzt, der muss der Verzweiflung wirklich nahe sein. - Aber da draußen tut sich was, dort wo sonst das gewaltige Azorenhoch seine Wettersymphonien für den gesamten Bereich Nordatlantik komponiert, da dreht gerade ein kleines, aber garstiges Tief seine Runden. - Kommt auch heran zu den Kanaren und könnte unsere Insel tatsächlich ein bisschen nass machen. - Würden wir nehmen, zwischen Dienstag und Freitag besteht Hoffnung auf Niederschläge auf der Westseite und im Norden der Insel und mal sehen, ob der Juni mehr Regen bringt als der Dezember oder Januar. - Das fühlt sich selbst beim Schreiben komisch an, aber wer eh gerade auf der Suche nach einer neuen Normalität ist, der kann doch im Vorbeigehen auch noch Bauernregeln neu regeln. - Seitens der Inselregierung verbreitet man gerade diese Tage stolz, man würde das größte Kontingent an Personal und Material jemals für diese Waldbrandsaison vorhalten. - Ich bin ja nun nicht erst seit vorgestern Beobachter der Szene für politische Propaganda hier auf der Insel und in der Tat, jede neue Inselregierung behauptet das im ersten Jahr der Legislaturperiode. - Das sei also gestattet und jedes Jahr erhalten wir auch die feinen Bilder von neuen Feuerwehrautos mit monströsen Pumpen und deutschen Diesel die jedem Feuer Angst einflößen sollen, allerdings frage ich mich manchmal, wo diese ganzen Wagen immer hin sind, wenn wir jedes Jahr ein paar neue davon bekommen. Macht nichts, wir wissen ja eigentlich wie das geht und dass es wichtiger ist, schnell ein paar Mann/Frau oder HelikopterInnen am noch frischen Brandherd zu haben, als tausend PS in der Garage. Ich hoffe mal ganz dringend, dass ungewohnter Regen in den kommenden Tagen das vorwitzige Virus von der Schlagzeile verdrängt und nicht ein wild gewordenes Feuer.

Auf dem Weg in normale Bahnen hatte ich letzte Woche bereits das wirkliche Vergnügen eine ärztliche Sprechstunde per Telefon zu erhalten. - So ganz unbekannt ist es wohl nicht, dass ich da ein paar Zipperlein den Wanst betreffend mit mir herumschleppe, aber ich eben auch bei weitem kein dringender Fall mehr bin. - Also Überwachung, jedes halbe Jahr Kontrolle mit Magnetresonanz und Analysen und dann Facharztbesuch im Krankenhaus. - Das war immer ein unangenehmer Termin, da man meist stundenlang in überfüllten Krankenhausgängen warten musste. - Oft bloß, um dann zu erfahren: Weitermachen, alles im karierten Bereich, wir sehen uns in einem halben Jahr wieder. - Das kann man natürlich auch telefonisch machen, aber das wollte man nicht so gerne und nun zwingt uns ja dieses, hier mal nützliche Virus dazu, neue Wege zu beschreiten. - Inzwischen sind die Krankenhausgänge leer, viele Arztbesuche werden per Telefon gemacht. - Begleiter sind nicht mehr zugelassen, Besucher auch nur unter bestimmten Umständen und darüber hinaus ist es doch schön, Kaffee trinkend zu warten, oder am heimischen Arbeitsplatz oder unterwegs, und sollte wirklich mal was auffallendes in den Analysen stehen, dann ruft man eben sein Schäfchen zu sich. - Heute morgen das erste Mal Blut abnehmen nach neuen Regeln im lokalen Gesundheitszentrum und hier klappte das nicht so hervorragend. - Es ist in El Paso morgens kurz vor Acht ziemlich frisch und man muss ja nun draußen warten und anfänglich klappte das mit dem viralen Abstand auch noch zwischen den wartenden Patienten. - Allerdings versteht man draußen die aufgerufenen Namen nicht so einfach, besonders nicht, wenn gerade ein deutscher Diesel vorbeibrummt und so rückten mit der Zeit alle auf und so kommt man sich näher. - Gut, alle waren mit Masken beschützt, aber irgendwann besann man sich, nicht mehr nach Listen aufzurufen, sondern einfach immer diejenigen ins Zentrum zur Blutabnahmen zu holen, welcher der Tür am nächsten standen. - Also brach das System des disziplinierten Wartens komplett und konkret zusammen und da mir Drängeln auch vor Corona schon generell widerlich war, musste ich das erste Mal fast eine Stunde auf der Straße vor dem Gesundheitszentrum warten, bis ich endlich meinen Lebenssaft geben konnte. - Mal lockt die Neue Normalität, mal brauchen wir noch Übung, aber ich warte lieber länger auf der Straße, als ein Notfall zu sein, der ganz fix bedient wird.

Die Zahlen von gestern: 46 Tests PCR und davon war eine Probe positiv. - Also nichts mit, schon gegessen und es muss weiter nach den Kontakten dieser neuen Fälle gefahndet werden. - 5 Neuinfektionen in 4 Tagen, also über die Hälfte aller noch akut gemeldeten Fälle und die Leute rund um das "Corona-Detektiv-Zentrum" in der Kaserne haben deutlich mehr zu tun, als noch vor ein paar Wochen. - 9 aktive Fälle, ich zähle den jungen Mann aus Tenerife mit dazu. - Also nur noch einstellig, aber eben ziemlich frische Einstellige. - Gesamtinfektionen auf der Insel werden jetzt 99 gemeldet, von denen 85 als genesen ins Buch der Corona-Historie geschrieben werden und leider auch 6 verstorbene Patienten.



Sonntag 31.05.2020 Tag siebenundsiebzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Ich habe Maske getragen
Deutscher macht sich in Puerto de Tazacorte lächerlich


Gut, ich habe sie in der Hand getragen und nicht aufgesetzt. - Wir wollten nachmessen, ob die Liegen denn wirklich 2 Meter auseinander aufgestellt sind, so wie es die Regeln vorsehen und in der Tat, der Strand von Puerto de Tazacorte ist bereitet. - Man hätte alles desinfiziert, heißt es auch. Als wir an einem der wenigen Restaurants, welches sich auf eine heutige Öffnung vorbereitete, vorbeigezogen sind, offenbarte sich wieder mal unsere Vorliebe, für stark riechende Reinigungsmittel. Aber wir Deutsche haben zarte und empfindliche Nasen, was für den einen sauber riecht, ist für den anderen schon giftig. Auf dem Weg nach unten konnten wir dann auch feststellen, dass die wirklich sehr fleißig waren in den letzten Wochen an der Umgehungsstraße des Ortes Tazacorte, der Tunnel, welcher von Süd nach Nord die bisherige Straße unterquert scheint fast bereits fertig zu sein. - Auch kann man den Straßenverlauf im unteren Bereich, also im Barranco Tenisca bereits ahnen und wie wir uns darauf freuen, zukünftig 51 Sekunden schneller in Puerto de Tazacorte zu sein. - Selten habe ich den Stand aufgeräumter gesehen. - Frisch geplättet mit den großen Caterpillar und dann die Liegen wie am Schnürchen und Maßband gezogen, so akkurat, dass sicherlich die ersten Gäste Hemmungen haben werden, diese Liegen zu beliegen. - Immer zwei nebeneinander, dann nach allen Richtungen 2 Meter Abstand, so braucht man das lästige Ding nicht, welches sich Mund- und Nasenschutz nennt. Allerdings hatte ich schon da Gefühl mit meiner Anstandsmaske aufzufallen, denn von den, gut 150 Menschen, welche uns auf dem knappstündigen Spaziergang begegnet sind, haben nur 3 Leute eine Maske auf Nase und Mund gehabt. - Ein paar weitere trugen auch Maske, so wie ich, also in den Händen. - Als Beweis für die eventuelle Bereitschaft, mich den Dekreten hinzugeben und nicht den Sekreten.

Gut, es heißt ja 2 Meter oder Maske und um die Uhrzeit, zu der wir unterwegs waren, traf die Wahl wohl eigentlich immer die 2 Meter, aber dennoch hatte ich das Gefühl, die Leute in Puerto de Tazacorte befinden sich bereits in Phase 5. - Dabei will unser Regierungspedro den Alarmzustand erneut um 2 Wochen verlängern, was dann bis zum 21 Juni gehen würde. - Es scheint sogar Mehrheiten dafür zu geben, auch im Tausch dafür, dass ab der Phase 3, also frühestens ab 8 Juni, dann die Autonomen Regionen die Herrschaft über die Phasenwacht erhalten. - So ist es mir nicht ganz klar, warum den Pedro Sánchez dann den Alarmzustand überhaupt verlängern will, aber die Spezialisten der gedämpft regierungsnahen Zeitung El Pais vermuten, es geht dabei um die Grenzöffnungen nach außen. - Vielleicht rührt es daher, dass nun die Verbindungen aus und in die Schweiz auf Juli verschoben werden und überhaupt die Flugpläne für Kanaren- und La Palma Reisen sehr zögerliche Freude bereiten. Aber es bleibt eben weiter ein dynamischer Vorgang und in der Tat, wer wagt es denn jetzt schon, außerhalb des Geltungsbereiches der Schnapsrundenwetten vorherzusagen, wie die bilaterale touristische Entwicklung in den kommenden Monaten ablaufen wird. - Zumindest können wir uns in den kommenden Wochen darauf freuen, auch wieder mal andere Themen anzurühren. - Folgende Notiz habe ich auf dem imaginären Schreibtisch eines virtuellen Schreiberlings gefunden: "Mal wieder über das Wetter schreiben, die Dürre, Greta. Also nicht über die dürre Greta, sondern über den, inzwischen spürbaren Wassermangel auf der Insel und die Greta, die so gut für das Klima ist… Dann gäbe es noch den x-ten vorläufigen Umbau der Avenida Marítima in Santa Cruz de La Palma, die eben wieder nur halbherzige Promenadenmischung und weitere Aufrechterhaltung der Trennung zwischen Strand und Stadt. - Aber das läuft uns ja alles nicht weg…

Die Zahlen von gestern: 46 Tests PCR und allesamt wurden mit negativen Ergebnissen auf unsere Insel aus Tenerife zurück geschickt. - Hören wir gerne und nun rutschen wir unter 10 aktive Fälle, trotz der 4 Neuinfektionen der vergangenen Tage. - Allerdings scheint man den jungen Mann, welcher aus Tenerife kam bereits wieder "abgeschoben" zu haben, er taucht auf jeden Fall in unserer Zählweise nicht mehr auf. - Praktisch, oder?


social distancing in Puerto de Tazacorte mit Maßband und Wasserwaage auf La Palma gezogen

Stellt euch vor, es ist Social Distancing,
aber keiner soscheld...





Samstag 30.05.2020 Tag sechsundsiebzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Zeit der Zweifler
Es kommt eben immer auf den Standpunkt an


Anfang März wären unsere Zahlen unglaubwürdig gewesen, oder man hätte eine Glaskuppel über uns gestülpt, um Versuche vorzunehmen. - Jetzt jammern wir, da wir 4 Infektionsfälle innerhalb von 3 Tagen aufweisen müssen. - Aber eben nach 15 Tagen Ruhe im Corona-Karton und bereits beginnender Traumphasen. Rem statt Stufe Zwei und Ende Juni ist alles wieder in Olivenöl. So einfach geht das eben nicht und irgendwer hatte sogar davor gewarnt, dass die ganze Chose noch nicht reif für die Historiker ist. - Habe ich es dir nicht gesagt? - Einer der häufigsten Sätze, allerdings meist in der Form:Te lo dije! Und es schlägt wieder zu, das unveränderbare Pendel und viele, die sich vorgestern bereits die Masken aus dem Gesicht gerissen hatten, vermummen sich heute wieder in fast talibaner Manier. Da können sich Christian, der Drosten, und Fernando, der Simón, die Synapsen aus der Seele faseln und erklären was die Pipette hält, jeder dreht an seinem eigenen Rad und wenn es ab ist, dann ist die Verwunderung groß. - Hat vielleicht was damit zu tun, dass keiner zuhört, sondern schon wieder dabei ist, die neuesten Neuigkeiten zu konsumieren, noch bevor die dann bereits angestoßenen Neuigkeiten überhaupt verdaut worden sind. Dabei ist gar nichts passiert, nur eben sind wir nicht mehr Wunderkind, sondern nur noch gehobene Mittelschicht und nun kommt nicht die Einsicht, dass wir ganz normal, sondern die Enttäuschung, dass wir nicht Besonders sind.

So ein Mist aber auch, nun müssen wir warten, genau so wie die anderen und wenn dann der Pendelschlag weit genug ausgeholt hat, dann wage ich es vorauszusagen, dass wir Mitte nächster Woche schon wieder die Klassenprimus-Theorie heraushängen lassen. - Natürlich vorausgesetzt, wir werden wieder ein bisschen vorsichtiger und hängen einen bisschen Maskenstoff zwischen unsere Nase und dem frischen Wind der Normalität. - Wir wollen doch Ende Juni wieder Gäste begrüßen, also die, von denen wir leben und sogar abhängig sind, weil wir doch kaum was anderes gelernt haben und da wäre weniger Pendelei, sondern mehr Kontinuität in den Zahlen doch sehr wichtig. - Im familiären Umfeld eines der Neuinfizierten hat man eine weitere erkrankte Person ermitteln können und es ist doch gut, dass wir feststellen können, das "Screening" funktioniert und wenn wir so gar keinen Infizierten mehr haben, dann könnte man uns das auch fast schon als unglaubwürdig hinstellen. - Wir sind also wieder da angekommen, wo wir abgeflogen sind und das ist doch eigentlich eine gute Sache, denn sanft wieder auf der Erde zu landen ist die Krönung des Fluges überhaupt. - Fragen Sie mal einen Piloten, die haben das sogar gelernt und so ganz unter uns, weiter kommen heißt nicht unbedingt, dass man sich dauernd fortbewegen muss.

Die Zahlen für La Palma: Gestern 28 Proben PCR mit einem positiven Ergebnis, welches aus dem familiären Umfeld des vorgestern gefundenen Falles stammt. - Jetzt zählt man 9 Infizierte nach offizieller Art, 10 wenn man den "Fremden" aus Tenerife hinzunimmt, aber mehr sind es nicht geworden, eben nur "frischer". - Es heißt auch, es können noch weitere Fälle aus den Familien entdeckt werden, nur damit das Pendel richtig in Schwung bleibt.



Freitag 29.05.2020 Tag fünfundsiebzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Jammern auf niedrigem Niveau
3 rein, 3 raus


Wir bleiben bei 11 aktiven Fällen mit positivem Befund Covid-19 auf La Palma. - Dabei hatten wir auch drei Entlassungen aus der häuslichen Quarantäne und wenn ich das nun richtig rechne, dann müssen wir auch drei neue Fälle haben. - Sind es auch, innerhalb nur 24 Stunden und damit zerstreuen sich spätestens heute alle Hoffnungen, das Virus bei uns auf dem Inselchen bereits eingetrocknet zu haben. - Den ersten "neuen Fall" haben wie gestern ja bereits behandelt, importiert aus Tenerife und deshalb taucht der bei uns in der offiziellen Statistik nicht auf. - Dann weiter ein Angestellter des Cabildo Insular, "Eigengewächs" in Sachen Corona, der muss sich auf der Insel angesteckt haben und nun eine Rentnerin, welche wohl auch auf der Reise nach Valencia war, auf der sich eine Vielzahl von Mitreisenden infiziert hatten und aus der Gruppe stammen auch 5 der 6 Verstorbenen auf La Palma. - Aber das war von zweieinhalb Monaten! - Gut, dass ich kein Spezialist bin, also muss ich das nicht erklären, ob es denn einen Zusammenhang mit einem Infektionsherd aus Mitte März bis heute. - Auf jeden Fall sind das drei neue Fälle auf der Insel, welche untereinander keinen Zusammenhang aufweisen und das alleine ist bereits Warnsignal genug. - Nun müssen die Leute rund um die "Corona-Task-Force" hier auf La Palma die Kontakte dreier Menschen der letzten Wochen ausfindig machen und wohl kontrollieren und da alle drei bislang keine Symptome einer Krankheit aufgewiesen haben ist anzunehmen, dass diese Kontakte durchaus Covid-19 relevant sein können.

Kommt für La Palma zu einem ungünstigen Zeitraum, aber das könnte man eigentlich immer sagen was mit Krankheiten zu tun hat. - Ob das bereits irgendwie im Zusammenhang mit den Lockerungen zu tun hat kann man nur in dem einen Fall bewerten, eben mit den angereisten jungen Mann aus Tenerife. - Positiv kann man bei den nun neuen Fällen aber anmerken, dass man inzwischen weiß, wie man mit solchen Fällen umzugehen hat und man auch die Zeit und das Personal aufwenden kann, alle Kontakte der drei Personen ausfindig zu machen. - Das war auf dem Höhepunkt der Verbreitung nicht mehr so und nun warten wir mal die kommenden Tage ab, ob sich da weitere Fälle zu einem Hotspot anhäufen lassen. - Richtigen Ärger gibt es mit einem Passagier, der wohl trotz Quarantäne von Madrid nach Lanzarote geflogen ist und noch während des Fluges vom Gesundheitsdienst als positiv gestestet an die Behörden gemeldet wurde. - Wir müssen vorsichtig sein, man liest nur Pressemeldungen, aber in dem Fall kommen wir sonst nicht weiter. - Der Mann war wohl auf einer Beerdigung auf dem Festland und wurde dort einem Test PCR unterzogen, reiste aber nach Lanzarote, ohne auf das Ergebnis gewartet zu haben. - In den meisten Meldungen heißt es, dem Mann wäre untersagt worden zu reisen, allerdings kann man anderswo auch nachlesen, dem sei nicht so gewesen. - Wohl aber war das eine Beerdigung im familiären Umfeld eines an Covid-19 Verstorbenen und darum wurden auch alle teilnehmenden Personen getestet. - Nach nun über drei Monaten Erfahrung dürfte es aber eigentlich jedem klar sein, dass man nach einem solchen Kontakt zunächst das Ergebnis des Tests abwarten sollte und dann erst verreisen. - Der Mann wird richtig Ärger bekommen, sicher auch Privatklagen der Mitreisenden aus dem Flieger von Madrid nach Lanzarote, denn die müssen nun zunächst allesamt in Quarantäne, um die Ergebnisse der neuen Untersuchungen abzuwarten. - Der Flughafen, die Airline, alle überlegen sich rechtliche Schritte gegen den Reisenden und irgendwie wirft das kein gutes Bild auf die, sonst eigentlich gut funktionierende Disziplin hier. - Das zeigt sich ja auch in den Zahlen Gesamtspaniens. - Mag ein bisschen morbid klingen, oder fast schon pietätlos noch während der landesweiten Staatstrauer, aber die letzten drei Tage gab es in Spanien, das erste Mal seit dem solche Statistiken existieren, weniger Sterbefälle in Sachen Covid-19 als in Deutschland. - Gesamt, nicht nach Einwohnerzahl runter oder rauf gerechnet. - Die strengen Maßnahmen haben also wohl zu einem, nun tragbar erscheinenden Ergebnis geführt, aber ganz los wird man die Scheiße wohl wirklich erst sein, wenn die Impfung kommt, oder Trump Domestos trinkt.



Donnerstag 28.05.2020 Tag vierundsiebzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Alles Böse kommt von außen
Die alte Insulanerleier


Nach 15 Tagen haben wir hier auf La Palma wieder eine entdeckte Neuinfektion mit Covid-19. So ein Mist, dachten wir doch, wir könnte uns in den kommenden Tagen noch komplett aus der Liste der Ph(r)asendrescher streichen lassen. - Allerdings wirft dieser neue Fall auch gleich wieder Fragen auf, denn der junge Mann, so steht es in der Presse, der stammt aus Tenerife und ist erst vor ein paar Tagen auf die Insel gekommen. - Also nicht unser Fall, heißt es aus dunstigen Kreisen der palmerischen Gesundheitsbehörden und unsere Krankenhauschefin legt noch nach und kritisiert die späte Meldung eines privaten Labors, welches auch PCR-Tests in Sachen Covid-19 unternimmt. - Es gibt mehrere private Einrichtungen auf La Palma, in welchen man auch PCR-Tests auf Covid-19 machen kann und wie es scheint, hat der zukünftige Arbeitgeber des jungen Mannes solch einen Test in Auftrag gegeben. - Also ein Fall für einen gründlichen Umgebungscheck, wer schon alles Kontakt mit ihm hatte und wer nun alles getestet werden muss und wer in vorsorgliche Quarantäne soll. - Da der, jetzt aktive Fall, aber noch auf Tenerife gemeldet ist, zählt der auch nicht in unserer offiziellen Statistik und hier sieht man erneut, wie schwierig die Sache mit annähernd korrekten Zahlen, Meldungen und Statistiken ist. - Also, wir haben einen neuen Fall auf der Insel, auch wenn der nicht in der Statistik auftaucht, noch nicht, und wieder heißt es, zurück auf Anfang und nicht locker lassen. Maske oder zwei Meter, warum eigentlich muss man das immer noch predigen?

Auch bricht eben diese Meldung nicht nur zur Unzeit auf uns herein, denn man arbeitete im Verborgenen längst daran, aus dem Musterschüler in Sachen Corona, La Palma, einen Kandidaten für einen Phasensprung zu machen. - Das werden wir nun wohl vergessen können und schon tauchen die alten Fantasien und auch Phobien auf, welche uns Insulanern nun mal bereits im Geburtskanal eingegeben werden. - Alles Böse kommt von außen und man muss sich abschotten und wie kann man nur auf die Idee kommen, diese Insel jemals wieder öffnen zu wollen. - Ist natürlich Quatsch, auch vergessen wir alle gerne, dass Alles von außen kommt bei uns, auch das Geld und die Medizin und eben auch das Personal, welches uns wiederum schützen soll. - Autochthones Wasser auf die Mühlen der Extremregionalisten, haben wir es doch immer gesagt, jeder der auf die Insel kommt, stellt eine elementare Gefahr dar. - Da müssen wir jetzt erst mal wieder rauskommen und das läuft, wenn alles gut geht so: Drei Tage drüber schlafen, drei Tage kein neuer Fall, drei Löffel Gofio in die lokale Ziegenmilch und schon ist beim Abholen der EU-Subventionen wieder aller im endemen Lot. - Hatte ich schon erwähnt, dass am 30. Mai "Dia de Canarias" ist? - Wie gut, dass der junge Mann nicht vom Festland gekommen ist oder gar aus dem Ausland, sonst wären wir auf unseren Insel weggerudert und hätten erst wieder neben "Lost" angehalten.

Also, gestern. 38 Tests PCR aus dem Umfeld des Gesundheitsdienstes und alle waren negativ. - Die offizielle Statistik weist nun nur noch 10 aktive Fälle für die Insel aus, allerdings müssen wir den "Eindringling, den Alien" aus Tenerife doch hinzuzählen. - Der aber zählt als aktiv Infizierter auf Tenerife und wie sich das nun verhält, ob der somit auf La Palma niemand weiter infizieren kann, das darf sich selber jeder denken…



Mittwoch 27.05.2020 Tag dreiundsiebzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Maskerade
Blau ist außen, Weiß ist innen


Einmal habe ich mich heute blamiert. - Herr Oberschlau Ich habe einen, hinter mir auf Bedienung im Eisenwarenfachhandel (Ferretería) Wartenden darauf hingewiesen, dass er seinen Mund-Nasenschutz falsch herum tragen würde. - Weiß nach außen hatte der und da gehört doch Blau hin. - Allerdings war das nicht so, der hatte ein anderes Modell, welches auf beiden Seiten Weiß war und obwohl ich gleich mehrfach, mindestens beidseitig für meinen Lapsus colorae um Entschuldigung bitten wollte, fühlte ich den Rest der Wartezeit stechenden Atem in meinem Rücken. - Ansonsten halten sich die allermeisten Leute hier sehr anschmiegsam an die Maskenpflicht. - Überhaupt ist die hiesige Disziplin in Sachen Corona sehr lobenswert zu betiteln, gerade als hätten sich fast alle dazu verabredet, dem "Bicho raro" das endgültige Garaus zu machen. - Aber auch finden wir jeder Art von Übertreibungen, allein im Auto mit Maske und Handschuhen ist ja weiterhin nicht angezeigt, aber man findet auch manchen Ladenbesitzer, der generell ohne Maske seine Waren anbietet. - In der Ferretería war das nicht so und auch der übliche vorgeschobene Tresen stand dort bereit und brav halten sich alle daran und treten erst näher, wenn der letzte Kunde den Rotzflugbereich des Virus verlassen hat. - Auch sieht man manchmal den Laschet, aber auch den umgekehrten Ministerpräsidenten sah ich neulich, nämlich Nase überzogen mit Operationsmaske, aber den Mund frei in den Wind getragen. - Vielleicht war das ja ein Raucher, der vergessen hatte seinen Sabberlappen wieder über den Mund zu ziehen und mein Nachbar Pedro hängt selbst diese Einmal-Masken gerne im jetzt heißen Wind zum Trocknen auf. - Wiederverwenden soll man ja eigentlich diese Dinger nicht und ich habe auch gleich mehrere dieser Masken in Gebrauch und werfe die schon mal, sicherlich zu früh weg. - Übrigens in den Restmüll wird immer wieder gesagt und jetzt, wo es genügend dieser Abdeckutensilien in den Apotheken gibt, da muss man ja diese Masken auch nicht wochenlang tragen, bis sie so aussehen, wie die Unterhosen der meist gleichen Nutzer.

Dabei fällt auf, je kleiner, lokaler und nachbarschaftlicher der Laden ist, um so weniger wird Wert auf Maskenetikette gelegt. - Wer in die großen Supermärkte oder Läden Eintritt begehrt, der wird ohne das Gesichtsmöbel sicherlich keinen Einlass erlangen und darüber hinaus wird ihm auch noch seine Fieberkurve verlesen und die Hände einbalsamiert. - Wie da der korrekte Ablauf ist, das habe ich bis heute nicht kapiert. - Erst die Hände desinfizieren, dann die Handschuhe drüber und dann den Wagen holen? - Oder erst den Wagen? Oder erst Hygienebalsam, damit den Wagengriff bepanschen, dann erst einen Handschuh und nun den zweiten mit dem, erneut desinfizierten ersten Handschuh überziehen? - Ich bin wieder im Beobachtungsmodus und auch habe ich noch nicht alle Maskentypen eindeutig zuordnen können. - Manche sehen an den Rändern verdächtig nach 1x4 Melitta aus, andere lassen ausgeklügelte Technik durch farbig hervorgehobene Intarsien vermuten, aber die allermeisten Leute tragen die bekannten Weiß-Blau Operationsmasken, welche vom früheren Cent-Artikel inzwischen zum Ein-Euro-Produkt herangewachsen sind. - Die anfänglich, so modisch und lustig geklöppelten Masken zur öftere Wiederverwendung, die sind irgendwie in den Hintergrund getreten, seit dem es eben Masken für Jedermann und Überall im Fluss des Über gibt. - Dabei ist das eigentlich schade, denn so ein bisschen modisches Accessoire zwischen Doppelkinn und Krähenfüßen tut eigentlich den allermeisten sogar gut. - Zeig mir welche Maske du trägst und ich sage dir, wie spät es ist. - Ich werde diese Dinger nicht vermissen, sicherlich nicht. Aber sie gehören nun mal in unsere Zeit und wenn die auch nur dazu taugen, sich ostentativ von Realitätsverweigerern abzusetzen, das alleine wäre schon ein Grund, diese Masken jetzt zu tragen.

Schon langweilig die Nennung der Zahlen in Sachen Covid-19 Testungen auf der Insel. - Gestern, 57 Proben PCR und kein positiver Befund. - Eine weitere Entlassung aus häuslicher Quarantäne wird gemeldet, so dass jetzt offiziell noch 11 aktive Träger des Virus hier auf der Insel gemeldet sind. - Ein bisschen stutzig macht mich das Bild eines Presseberichtes in einer Lokalzeitung des Online-Genres. - Dort wird gezeigt, wie jemand in medizinischer Schutzkleidung jemandem in einer Uniform der Guardia Civil in den Finger pickst. - Im Text heißt es, es gäbe nun eine Reihenuntersuchung der Mitglieder der verschiedenen Polizeitruppen auf der Insel mit Tests PCR. - Allerdings glaube ich mich in meiner naiven Wissenslage zu erinnern, dass diese Polymerase Kettenreaktionstests (eben PCR) durch Abstriche im Rachenbereich genommen und nur die Antikörper-Tests im Blut nachgewiesen werden. - Vielleicht gehört aber das Bild nicht zum Text oder ich nicht nach 17:00 Uhr nicht mehr auf die Straße. - Wer weiß das alles schon. - Hauptsache die Maske sitzt und die Hände werden nach dem Pinkeln ordentlich gewaschen.



Dienstag 26.05.2020 Tag zweiundsiebzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Gespaltene Gesellschaft
Bist du für oder gegen Corona?


Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war es deutlich einfacher, klare Positionen zu beziehen. - Real Madrid oder Barcelona, Dorada oder Tropical, Links oder Rechts, Männchen oder Weibchen. - Darüber hinaus hat man sich früher diese Richtungen oder Kanten selbst ausgesucht und auch verliehen und somit auch klar zu verteidigen gewusst. - Natürlich bin ich ein Linker, so links, dass ich manchmal schon wieder rechts ankomme, bei Madrid oder Barcelona bin ich fassungslos, da Fußball für mich etwa den Stellenwert eines halben Pocher besitzt. - Dorada oder Tropical, beides schmeckt alkoholfrei nicht so gut wie Paulaner und Männchen oder Weibchen, fragen Sie bitte meine Frau, vor der ich gerade Männchen mache. So sehe ich das, von außen allerdings stülpt man mir noch viel mehr rahmenlose Rahmen über und das größte Kompliment in den vergangenen Jahren war, als jemand im Netz über mich schrieb: Das ist ein Normalo auf La Palma. Vielleicht begann das ja alles mit Chernobyl, oder noch früher, mit den Amerikanern auf dem Mond, oder noch eher, mit der Dolchstoßlegende? - Begegnen sich heute Menschen ohne sich vorher "vergugelt" zu haben, dann muss man zunächst mal alle Abstrusitäten abchecken, ob man denn überhaupt weitersprechen kann. - Jede Phase unserer Welt hat dazu konkrete Fallbeispiele und im Moment werden "matches" produziert, indem man seine gemeinsame Haltung zum Thema Corona vorsichtig abfragt. - Man kann das auch nonverbal bereits betreiben, Maske hoch ins Gesicht und Handschuhe dazu, das ist sicher ein "believer". - Maske schräg im Gesicht oder gar locker am Unterarm getragen, könnte ein Zweifler, oder auch bereits Leugner sein, und wer ganz ohne Maske herumläuft, den muss man eben darauf ansprechen, um herauszufinden, ob man denn kompatibel mit seiner Meinung sein könnte.

Das war mit den Flüchtlingen nicht viel anders, nur dass man keinen Flüchtling sichtbar auf dem Kopf getragen hat. Aber auch hier galt, ganz vorsichtig anfragen und wer aufmerksam war, der konnte selbst nach ein paar zarten Worten bereits herausfinden, ob da jemand tatsächlich der Meinung war, Angela wolle das Volk vielleicht nicht umtauschen. - Ganz unter uns, manchmal möchte ich das Volk auch umtauschen. Meist gerade das, welches sich als solches bezeichnet und früher, als eben alles anders war, und nur manches besser, da war es sogar eine abfällige Bemerkung wenn man sagte: So ein Volk. - Aber Vorsicht, da geraten wir Linken wieder ganz schnell in die Israel-Falle, wer zu lange das Palästinensertuch als freiwillige Artenkennung getragen hat, der muss auch manches Andere erklären können. Man sucht da ein bisschen nach einem Roten Faden, findet aber meist eher Rote Tücher. - Wer bereits den Amerikanern nicht abgenommen hat, dass die auf dem Mond waren, der glaubt Barschel sei in einer jüdischen Badewanne ertrunken. Die vielen bunten und lauten Knaller in Syrien seien Feuerwerk zur optischen Erbauung der Bevölkerung und Bill habe zusammen mit Dr. Fu Manchu zusammen ein Virus entwickelt, um gleich mehrere Völker zu knechten. - Fällt einem dabei nicht auch auf, dass das mit der Umvolkung dann komisch wird, wenn man alle Völker umvolkt? - Oder wie war das eigentlich mit der Völkerwanderung, oder mit dem Völkerball?

Klar, dass da im digitalen Zeitalter diese Apps gefragt sind, welche einen passenden Partner zu finden versprechen. Man gibt seine Vorlieben ein, oder auch, was einem die Hutschnur überkochen lässt und je detaillierter man Dinge von sich Preis gibt, umso passender findet die App einen konkreten Partner. - Mit PSOE, Podemos, ERC und jetzt Ciudadanos hat das nicht so prickelnd funktioniert, aber schließlich kann man ja niemanden dafür verantwortlich machen, es ist ja schließlich nur ein Algorithmus. - Man kann natürlich auch bei Facebook reinschauen, wer, wo, wie, was, zitiert oder teilt, und wie schnell einen ein Algorithmus in eine Ecke steckt, aus der man, trotz Winken mit der ausgestreckten Hand, anscheinend kaum noch rauskommt. - Ich habe kein Profil, zumindest keines bei Facebook, obwohl meine Frau immer sagt, mein Profil hätte sich in den Zeiten der Corona etwas runder gestaltet. - Also von der Seite betrachtet wäre ich nun windanfälliger geworden. - OK, wenn das alles ist, was meine Frau an mir auszusetzen hat, dann verzeiht sie mir sicher auch, dass ich ganz tief im Herzen Anhänger der Straubing Tigers bin und noch tiefer gegraben, auch ein bisschen von Bayern München. - So, nun habe ich Ihnen mein allergrößtes Geheimnis verraten, und bitte sagen Sie das niemandem weiter, es könnte mich den Normalo kosten. - Ansonsten, ich empfehle keine App, um andere so "abzucheken", ob man denn überhaupt mit denen sprechen kann. - Machen Sie es wie meine Katzen. - Nicht am Arsch lecken, sondern daran riechen, zumindest vorher. - Wenn Sie jemand derart nahe kommen lässt, und Sie dann nicht weglaufen, dann muss es der Richtige sein und wenn Sie die Maske vorher abnehmen, dann wird das Ergebnis auch noch viel intensiver wahrgenommen! - Das nennt man auch Instinkt, kann stinken, aber sich niemals irren.

Die Zahlen von gestern: 24 Tests PCR und fast ist es schon langweilig hinzuzufügen, dass keine dieser Proben mit einem positiven Befund aus Tenerife zurückgeschickt wurde. - 12 "Coronis" sitzen, stehen oder liegen gerade noch in häuslicher Quarantäne und wenn das so weiter geht, dann springt La Palma vielleicht in Phase Drei, noch bevor die Zwei komplett ausgezählt wurde. - Nach dem Motto, Thüringen ist überall…



Montag 25.05.2020 Tag einundsiebzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Zwei

Man kann, man muss ja nicht
Phase Vorsicht


Über Nacht ist die Welt wieder ein bisschen sicherer geworden, da nun Phase Zwei hier auf La Palma gilt. - Ähnlich wie das mit Thüringen funktioniert und man kann olle Bodo nur zurufen: Der Mutige geht viral! - Wahrscheinlich sind wir wirklich bereits deutlich auf dem Weg in Richtung sicherer Seite und müssen das nun noch dem Virus erklären, dass man sich in Phase Zwei und generell in Thüringen bitte zurückhalten soll. Witzig dabei ist auch wieder, dass nun genau die Realitätsverweigerer der Corona-Fake-Theorie die guten Zahlen als "ihr Werk" für sich reklamieren, denn es sei ja nun klar, dass alles nicht so schlimm sei. - Dabei sind es gerade die Anderen, welche es durch unheimliche Disziplin und auch Verlust geschafft haben, einen exponentiellen Anstieg der Infiziertenzahlen, in eine nun halbwegs kontrollierbare Pandemie zu dämpfen. Was man nun alles wieder darf und was weiter nicht, das kann man der Tagespresse locker entnehmen und vieles ist eh wieder ziemlich kryptisch verfasst und anderes wird gar nicht verfolgt oder trifft für La Palma eh nicht zu. - Die Gastronomie kämpft weiter mit der Hürde, ab wann kann ich so viel Umsatz machen, dass sich eine Öffnung überhaupt rechnet. Im Tourismus schlägt man sich gegenseitig die Öffnungstermine und Vorsichtsmaßnahmen um die aufmerksamen Ohren und wahrscheinlich kommt bis Ende dieses und sicherlich des kommenden Monats eh wieder alles anders als wir uns jetzt vorstellen können. - Man sollte sich nur mal vorstellen, was in den Börsengruben der spanischen Hoteliers und deren dienstbaren Lokalkaziken abgeht, wenn die ersten Bilder, von in der Türkei badendem Erwerbspotential, über die Satelliten flimmern.

Die Politik hat nun generell bereits wieder umgestellt, die Populisten sind nun wieder erster Gradmesser der Entscheidungen, nachdem man den Großteil aller Wissenschaftler wegen sinkender Todesraten stringent nun aus den Talkshows verbannt. - Die absolute Form des demokratischen Luxus, auf kluge Köpfe hört man nur, wenn es uns schlecht geht, ansonsten wird auf Gebrüll reagiert. - So gut geht es uns schon wieder, dass wir es uns leisten können, wissenschaftliche Sendungen wieder aus dem Programm zu nehmen um endlich erneut dem dummdreiste Grinsen vegetativer Balltreter zu lauschen, die da was in Richtung runde Form des Balles stammeln. - Ich bin begeistert, Rubel und Bälle scheinen wieder zu rollen, so schlimm kann das also gar nicht gewesen sein. War es auch nicht, für mich zumindest nicht, dann ich hatte die ruhigsten 10 Wochen meines Lebens. - Kaum Besuch, keine Arbeit, keine Steuererklärung, kein Restaurantbesuch um feststellen zu müssen, dass es Käsebrot nicht auf der Karte gibt und im Fernsehen durften endlich Leute reden, die interessante Dinge zu erzählen wussten. - Auf den Straßen hatte ich gefühlt eine eigene Spur, überall Parkplätze, keine Schlangen an den Kassen und im Krankenhaus zur Untersuchung wurde ich auf die Minute pünktlich gerufen. - Und dann auch noch das größte Geschenk, ich darf endlich halb vermummt auf die Straße gehen und alle anderen gehen mir aus dem Weg. - Vielleicht habe ich ja das Virus in die Welt gesetzt. Ende Dezember beim lokalen Virendealer an der Ecke gekauft und dann einem Fußballfan als "Superspreader" in den Fanschal geklöppelt. - Es mag sein, dass einige mir das zutrauen würden, ich bin da eher skeptisch, denn so viel strategisches Durchhaltevermögen halte ich bei mir für nicht vorhanden. - Nein, es interessiert mich nicht, dass man nun wieder an den Strand gehen darf. Ich bin dort auch vorviral nicht gewesen, denn diese Masse an Menschenmassen und Menschen mit deren unverdeckten Massen verderben mir massiv wie maßlos den Appetit an in Därme gepresste Fleischwaren, auch Wurst genannt. - Außerdem ist es heiß und sandig am Strand, wer will denn so was…

Ich glaube wir sind hier auf dem richtigen Weg, auch wenn es langsam etwas zu schnell geht. - Die Zahlen für La Palma sind weiterhin applausgerecht: Gestern, 45 Tests PCR und erneut und nun seit 13 Tagen keine Neuinfektion mehr auf der Insel. - Zwei weitere Entlassungen aus häuslicher Quarantäne drücken die Anzahl an aktiv Infizierten auf nur noch 12 Menschen. Das ist doch Phase tastisch…



Sonntag 24.05.2020 Tag siebzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Pre-Prokrastination
Si non verrisses, philosophus mansisses


Mein Gott, der Siebold schon wieder, mit seinen komischen Worten… Ist aber alles keine Hexerei, sondern hat eher damit zu tun, dass man sich auf diese Art und Weise super und einfach die Focus-Leser und Bilderbuchbetrachter von der Seite hält. - Darum gibt es bei mir auch keine Fotos mehr in den täglichen Texten. - Mit Corona hat das überhaupt nichts zu tun, sondern mit einem innerfamiliären Wettbewerb, wer denn nun am effizientesten mit Besen und Kehrschaufel in den Tagen des Windes umgeht. Heute Nacht war es im Aridanetal wirklich sehr stürmisch und als guten Tipp kann ich immer nur geben, füllen Sie die Blumentöpfe draußen auf der Terrasse mit Wasser bis Oberkante, dann kippen die Töpfe nicht so schnell aus den Latschen. - Meist flaut der Wind dann tagsüber ab und setzt nachts erneut ein, was für mich natürlich bedeutet, nicht voreilig zum Besen zu greifen. - Bringt ja nichts, wenn es heute Nacht eh wieder weht, dann geht der Wettbewerb von vorne wieder los. - Ich bin ja immer mit der Straße dran und wir haben lange Straßenfront und wenn der Wind scharf von Osten ins Tal fegt, dann kann ich mir die ganze Arbeit sparen. - Kein Blatt liegt mehr da, wo ich vorgestern noch dachte, nun müsste ich aber wieder mal ran. Kehrwoche gibt es hier eigentlich nicht in dem starren, vorgeschriebenen Sinn, aber soziale Kontrolle doch und wer seinen Straßenabschnitt nicht wenigstens in Intervallen mal herrichtet, der macht sich mindestens der Liederlichkeit verdächtig. Unsere lange Terrasse in L-Form reagiert anders auf scharfen Wind aus Ost und Nordost, nur der freie Teil wird blank gefegt, aber unter der Pergola da sammelt sich dann reicht Blatt- und weiteres Zeug. Ich habe es meiner Frau gesagt, wenn du nicht gefegt hättest, dann wärest du Philosophin geblieben, aber noch hat der Wind nicht wieder eingesetzt.

Jetzt hoffe ich sogar ein bisschen, dass nachts der Wind zurück kommt und meine ostentative Prokrastination dann als Weisheit darstellen möchte. - Allerdings gelangt man mit solcher vorausschauenden Weisheit auch irgendwann mal an asoziale Grenzen, denn eigentlich ist jeder Aufwand für die Maus, (Katzenvergleiche sind in unserem Haushalt nicht so gerne gesehen) welcher sich immer wiederholt. - Ganz spindelig dürr besaitete Geister könnten nun daraus sogar eine Hamlet-Frage machen, weil man eigentlich den Körper doch gar nicht füttern muss, der geht ja eh vor Mäuse. (Hundevergleiche sind ähnlich verpönt) - Dazwischen gibt es sicherlich jegliche Art von feinen Nuancen an Pre-Prokrastination bis hin zur öffentlichen Faulheit auf der einen, oder manischem Handlungszwang auf der anderen Seite. - Im Moment steht es Eins zu Eins zwischen meiner Frau und mir, ich musste die Straße nicht fegen und ihr Terrassendienst trägt weiter die sauberen Früchte des fleißigen Besens. - Allerdings gibt es im Leben meist sehr viel Nachspielzeit und vielleicht steht es morgen Früh bereits Zwei zu Null für mich, oder aber übermorgen Null zu zwei gegen mich. - Viel wichtiger scheint mir allerdings, dass meine Frau nun nicht meinen Faden aufnimmt und die fruchtbare Betreibung des großen Küchenmöbels mit dem Gasanschluss aussetzt. - Hat ja eh keinen Sinn, dich mit leckeren Dingen zu füttern, du bist ja nach ein paar Stunden genau so wieder hungrig, wie nach ein paar Scheiben trocken Brot mit Extrabreit. - Na ja, siebzig Tage Liebe in Zeiten der Corona sind doch immer noch besser, als hundert Tage Einsamkeit…

Da war doch noch was: Im Supermarkt schlugen gestern die Fieberthermometer reihenweise bei der Einlasskontrolle an, was sicherlich mit der deftigen Außentemperatur zusammenhängt. - Kommt man verschwitzt, von der Hitze draußen, in den klimatisierten Markt für Lebens- und weitere Mittel, dann schnellt die Körpertemperatur in die Höhe. - Allerdings wird man im Land der möglichen Pre- wie Post-Prokrastination nicht wegen Corona-Verdachtes vom Einkauf ausgeschlossen, sondern ein bisschen auf die Seite dirigiert. Man solle sich doch unter der Klimaanlage so lange abkühlen, bis das moderne Scharfschützenthermometer an die Stirn gesetzt keinen Alarm mehr von sich gibt. - Ich liebe es hier leben zu dürfen! - Wir machen selbst drastische Quarantäne zum menschelnden Zeitvertreib und unseren Tagesablauf bestimmt eher der Passat, als das Virus. Dennoch: Maske oder 2 Meter, damit die Scheiße nicht gleich wieder anfängt. Gestern auf La Palma, 65 Tests PCR, ohne einen einzigen positiven Befund. - Nach drei weiteren Entlassungen zählen wir nun noch 14 aktiv Infizierte, welche sich allesamt in häuslicher Quarantäne befinden.



Samstag 23.05.2020 Tag neunundsechzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Extreme Waldbrandgefahr
Das hätte uns gerade noch gefehlt


Bis Ende des Monats noch müssen wir extrem aufmerksam sein und jeglichen Umgang mit offenem Feuer draußen überdenken. - Auch rituelles Maskenverbrennen ist nicht wirklich produktiv, zumal die eingebauten Mikrofone und Chips doch eigentlich Sondermüll sind. - Nun werden wir einen Moment wieder ernsthaft, denn jetzt ein Feuer auf der Insel könnte unsere gesamte Planung für den weiteren Verlauf in die "Neue Normaliät" in Frage stellen. - Auch ist zu bedenken, dass so früh im Jahr die beiden Hubschrauber vom Innenministerium noch nicht da sind, welche jedes Jahr, meist ab Juni, bei Puntagorda stationiert sind. - Allerdings haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass man es besser kann als noch im Jahr 2016, als man ein, zunächst kleines Feuer in Jedey, zu einem, nicht mehr kontrollierbaren Flächenbrand werden ließ. - Sie erinnern sich? - Klopapier verbrannt! Muss alles nicht sein und schnell müssen die Leute eben zu den Brandherden gelangen und dazu gehört auch, dass man auch kleine Feuer umgehend meldet. - Bis Ende des Monats aber bereits ab morgen mit abnehmender Gefahrenlage, denn der Wind wird weniger werden und damit eines der Feuer antreibenden Medien.

Pedro Sánchez, unser regierender Ministerpräsident hat nun konkreter gemacht, ab wann denn internationaler Tourismus in Spanien wieder einsetzen könnte. - Ende Juni, oder Anfang Juli und dann unter strengen Sicherheitsauflagen und meine ältere Tochter, welche auf Gran Canaria in einem großen Hotel arbeitet, die hat nun gerade die Sicherheitsbestimmungen für die baldige Wiedereröffnung erhalten und da gibt es so einiges, was man völlig neu betrachten werden muss. - Die Condor und auch die Iberia-Express haben nun die Flüge nach La Palma auch schon wieder freigeschaltet, ab Ende Juni. - Wer also gleich bei den ersten Nach-Corona-Gästen auf La Palma dabei sein will, der kann jetzt fest buchen. - Wie das dann ablaufen soll, das erfahren wir die kommenden Tage und Wochen und dabei dürfen wir auch nicht vergessen, dass wir uns immer noch in einem ziemlich dynamischen Prozess befinden. - Sicherlich werden anreisende Gäste namentlich erfasst werden, ob in einem zentralen Register gleich bei Ankunft, oder ob man das, wie bisher, den Agenturen und Vermietern überlässt, das muss sich alles erst noch finden. - Die weitere Frage bleibt immer wieder, ob denn und wie man irgendeine Art von Immunausweis bringen oder verlangen wird und ob es denn auch bis dahin diese, so oft beschriebene Corona-App für das Smartphone geben wird. Wenn ich allerdings daran denke, wie schnell wir in den vergangenen 14 Tagen vom anfänglichen Katastrophenmodus in den, inzwischen fast schon wieder Schlendrian gekommen sind, könnte es bei anhaltender Deeskalation Anfang Juli schon wieder fast schon normal sein. - Was immer das auch sein mag und ob man das neu definiert mit dem normal und ob wir wirklich, wenigstens ein bisschen, daraus gelernt haben.

Die Zahlen für La Palma aus der Corona-Fabrik: 49 Tests PCR und wieder kein positiver Befund. 11. Tag hintereinander ohne Neuinfektion, das kann sich sehen lassen. - Da es allerdings keine weitere Entlassung aus häuslicher Quarantäne gab, bleibt es bei momentan 17 aktiven Fällen auf La Palma. - 95 Gesamtinfektionen sind bekannt, 72 davon sind als genesen entlassen worden, aber leider müssen wir für La Palma auch 6 Todesfälle mit Covid-19 Bezug melden.



Freitag 22.05.2020 Tag achtundsechzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Wind, warm, Wellen
Wochenende im Sommermodus


Die Nachrichtenlage in Sachen "Decoronisierung" ist üppig. - Am Montag gelangt fast die Hälfte des Landes in Phase Zwei und die Kanarischen Inseln als Vorzeigemodell in Sachen virulente Enthaltsamkeit sind natürlich mit dabei. - Aber auch die Provinzen und Städte mit heftigeren Problemen wie Madrid und Teile Kataloniens gelangen nun zumindest in Phase Eins, also befindet sich ab Montag das ganze Land im Prozess der "desescalada" wie man er hier nennt. - In Phase Zwei gibt es wenig wirkliche Neuigkeiten, aber mehr Freiheiten. Die Restaurants und Kneipen dürfen auch im Innenraum wieder ihre Dienste anbieten, allerdings nur im reduzierten Rahmen von 40% der sonst zugelassenen Personenzahl. - Der Tresen bleibt tabu für den Konsum, es werden nur Gäste an den Tischen bedient. - Es bleibt da zu hoffen, dass nun mehr Restaurants den Betrieb wieder aufmachen, da viele den ersten Öffnungszyklus mit nur im Außenbereich nicht mitgemacht haben. - Wer wenig oder gar keine Tische draußen hatte, für den lohnt sich das einfach nicht und es wird auch weiterhin Gastronomen geben, welche erst wieder öffnen, wenn es keine Einschränkungen mehr in der Anzahl des zugelassenen Publikums gibt. - Einkaufszentren dürfen wieder öffnen und für Sportler und Spaziergänger fallen die vorgegebenen Uhrzeiten weg, wann man denn laufen oder gehen darf. - Das hatte man eh bereits in Gemeinden mit unter 10.000 Einwohnern auch in Phase Zwei so gehandelt. Die Strände machen wieder auf und fast schon gebetsmühlenartig wiederholt man dabei die geforderten Abstandsregeln: 2 Meter oder Maske tragen. - Im Generellen gewinnt man den Eindruck, sind wir alle schon wieder viel weiter als die Phase Zwei eigentlich schon hergeben will und es bleibt uns allen zu hoffen, dass das Virus unsere wachsende Unaufmerksamkeit nicht für eine erneute Attacke nutzt.

Das Wetter wird es bereits am Wochenende schwer machen die Leute von den Stränden fern zu halten. - In Puerto de Tazacorte hat man es sich einfacher gemacht, dort schiebt ein Raupenschlepper Sand von einer Seite zur anderen und könnte diese Maßnahme als geschickten, strategischen Zug bezeichnen, würde man das nicht immer um diese Jahreszeit machen. - Aber es drohen auch hohe Wellen, also wäre das Badevergnügen eh gestört und da man auch in Spanien nicht nur an Corona sterben kann, sollte man generell auf sich achten. - Das Wetter wird sehr sommerlich, vielleicht schon zu sehr, denn die Waldbrandgefahr steigt jetzt schon wieder auf die zweithöchste Stufe an. - Oben in den Bergen, etwa knapp unter 1.000 Metern Höhe war es heute Morgen schon wieder heiß und trocken und diese sommerliche Inversion der Temperaturen sollte man hier eigentlich gar nicht mehr so nennen, denn meist ist es bei uns auf der Insel "oben" im Sommer wärmer als "unten". - Auch im Winter passiert das immer mal wieder und die Erklärung ist eigentlich ganz einfach: Die Wassermassen des Atlantiks sind gut in der Lage die tiefen Luftschichten zu kühlen oder zu erwärmen, da das Wasser sich deutlich langsamer erhitzt oder abkühlt als die Luft. - So dauert es immer länger im unteren, meernahen Bereich, bis dort Hitze wirken kann, in den oberen Inselschichten aber wirkt die regulierende Wirkung des Atlantiks aber nicht so gut. - In bestimmten Zonen der Inseln, zum Beispiel auf dem Plateau oberhalb El Pasos, (Enrique oder Llano de las Cuevas) dort kann es bis zu 20 Grad wärmer sein, als unten am Meer. - Langsam und natürlich am besten mit starkem Wind schafft es dann die Hitze auch bis in tiefere Zonen. Allerdings wurden bei uns die heißesten Temperaturen überhaupt in einer Höhe von etwa 1.000 Meter gemessen. - Für das Wochenende wird auch noch starker Wind erwartet, auch wieder in den höheren Lagen und da schrillen bei allen Beteiligten gleich wieder die Alarmglocken. - Wind und Hitze und ein eh schon "vorgetrockneter" Wald nach nunmehr 4 Jahren Dürre, zumindest auf der Westseite, rücken Vorsichtsmaßnahmen in Sachen Brandschutz wohl wieder in den Fokus. - Ende Juni wollen die ersten Gäste kommen, also sollten wir die Insel nicht bereits vorher abfackeln.

Die Zahlen im munteren Infektionsmemory: - Gestern, 52 Tests PCR und erneut kein positiver Befund. - Phase Zwei kann gut kommen. - Allerdings brauchen die immer noch aktiv Infizierten sehr lange, bis die wieder den ärztlichen Checkout der häuslichen Quarantäne bekommen, so zählen wir weiterhin 17 aktive Fälle mit Covid-19 auf La Palma.



Donnerstag 21.05.2020 Tag siebenundsechzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Neue Themen braucht die Insel
Zumindest neuen Wein in alten Schluchten


Vorher aber noch ein Hoch auf das, was die Neue Normalität auch erreichen könnte. - Heute Termin im Inselkrankenhaus, 09:20 und bitte nicht früher kommen und auch nicht später. - Ich lief fünfmal um den Parkplatz herum, um bloß nicht zu früh ins Gebäude zu gehen, schließlich halte ich mich an solche Hinweise. Der Parkplatz war auch schon ein Fingerzeig auf die Neue Normalität, nicht einmal halb voll, wo man sonst um diese Uhrzeit schon unten auf dem alten Flughafen einen Stellplatz suchen musste oder krumm und quer irgendwo bei Worten. - Drei Minuten vor 09:20 stehe ich vor der Tür meiner angesagten Untersuchung. - Im ganzen Gang stehen nur zwei weitere Personen, wo sonst Heerscharen patientieren, wartend auf ihren Aufruf. Punkt 09:20 geht eine Tür auf und ich werde reingerufen. - Was noch ungeübt war: Man war selbst noch erschrocken über meinen Hinweis, das sei das allererste Mal im meinem Leben, dass ich pünktlich zum Termin dran sei. - Ja, so sei das mit der Neuen Normalität nun mal und wenn sich auch die Patienten daran halten, dann wird das irgendwann mal was Gutes. - Dreiviertel Stunde später war ich raus, man wird mich anrufen, wegen des Ergebnisses, ich müsse nicht wieder kommen, wir melden uns! - Ich liebe diesen Teil der neuen Zeiten und überhaupt, das Krankenhaus ist wie verwandelt und trotzdem ist überall Betrieb. - Was sonst ein verlorener Tag auf Fluren war mit anschließendem Suchen nach dem richtigen Zimmer, für einen neuen Termin war. Inklusive Untersuchung mit nagelneuer Maschine, in 45 Minuten erledigt, ich wusste gar nicht, was ich mit dem Rest des Tages noch so anstellen sollte.

Vielleicht daran denken, dass es neue Themen geben muss, Corona setzt den ersten Rost an. - Ich war mir nicht sicher, ob Tourismus, die Bananenpreise oder das Wasser die erste Schlagzeile sein werden, wer denn das lästige Virus verdrängt und gewonnen hat: - Das Wasser! - Mit Recht, auch wenn die Neuinfektionen auf der Insel inzwischen uninteressant geworden sind, die Wasserknappheit ist damit noch nicht erledigt. - Nur ein ganz bisschen mehr hat es geregnet als im vergangenen Winter, was also bedeutet, viertes Dürrejahr hintereinander, darüber müssen wir reden. - Große Aufmachen heute, das Cabildo Insular will prüfen lassen, ob man nicht das Überschusswasser nach Regenfällen aus der Caldera de Taburiente auffangen könnte, um damit einen Vorrat für den Sommer anzulegen. - Die meisten wissen es ja, vierzehn Jahre habe ich geschrieben über die kleinen und größeren Wehwehchen der Insel und dieser Vorschlag kam mindestens 173 Mal auf die Tafel. - Aber nie wirklich ernsthaft, sondern immer nur, wenn es darum ging, von anderen Themen abzulenken. - Könnte also auch hier wieder sein, dass man den Blick von virulent zu feucht lenken will, aber es zielt eher auf den frechen Carlos Soler ab. - Der gute Mann, inzwischen Ingenieur für Wasserwesen im Ruhestand, der lässt nicht locker und greift immer wieder die Untätigkeit der Inselregierung auf, welche nach seiner Meinung in Sachen Wasserversorgung auffällig sei. - Man hätte schließlich vor etwa fünfzehn Jahren den "Túnel de Trasvase" gebaut, aber niemals vollendet, da man auf gutem halben Weg von einer auf die andere Inselseite schon auf sehr viel Wasser gestoßen sei. - Damals habe das genügt, nun müsse man weitergraben um die trockenen Jahre zu überbrücken. - Die inseleigenen Ingenieure allerdings lehnen das ab, man würde damit den Jahrtausende alten Wasserhaushalt der Insel komplett schädigen, man müsse andere Methoden finden. - Mal sendet Carlos Soler Vorschläge in die Presse, meist gut verpackt mit Spitzen auf Geldverdienen durch Wasserknappheit, die Inselregierung kontert dann später mit Gutachten anders deutender wissender Schaftler. - Jetzt zerfetzte Carlos Soler gerade wieder die Gutachten gefälliger Kollegen und schon muss die Inselregierung ihrerseits wieder kontern, in dem man einen Vorschlag wieder auf die Titel holt, welchen wir bereits dermaßen oft als unrealisierbar wieder zurückgeschoben haben, dass selbst Berliner Flughafenwitze bereits vom Hinhören Bärte in den Ohren bekommen. - Neue Themen braucht die Insel. - Wirklich neue Themen! Wie wäre es mit einem 30- Meter Teleskop…

Aber noch geht ein virulentes Virus viral und hier dazu die Zahlen von gestern: 53 Tests PCR, ohne ein einziges positives Ergebnis. - 20 Menschen sind weiterhin in häuslicher Quarantäne, 95 Menschen waren in Summe auf der Insel positiv auf Covid-19 getestet worden und 6 davon sogar verstorben. - Also, Maske auf oder 2 Meter weg, sonst bleibt das Thema ewig.



Mittwoch 20.05.2020 Tag sechsundsechzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Maske oder 2 Meter
2 Meter oder Maske


Ich mag diese Masken nicht. - Allerdings spielt es überhaupt keine Rolle, ob ich die mag oder nicht, ab morgen sollte man immer mindestens eine davon dabei haben. - Die Regeln sind einfach. - Entweder, kann man 2 Meter Abstand zu anderen halten, oder aber, man muss eine Maske aufsetzen. - Das gilt für überall im öffentlichen Raum, auch draußen! - Natürlich gibt es auch wieder Ausnahmen und die sind prinzipiell wie immer zunächst medizinische. Allerdings sollte man sich vom Arzt bescheinigen lassen, dass man diese oder jene Krankheit hat, welche einem das Atmen durch eine solche Maske unmöglich macht. - Weiter Ausnahmen sind Notsituationen, es muss also keiner bei einem Verkehrsunfall sich zunächst eine Maske besorgen, bevor er die blutende Arterie eines Unfallopfers versucht abzubinden. - Es wäre natürlich praktisch, bereits eine Maske dabei zu haben. - Weitere Ausnahme ist natürlich das Essen im Restaurant, man muss sich also den Bissen nicht zwischen Backe und Maske in die Luke schieben, sondern darf das Ding dazu absetzen. - Wie lange man dazu die Maske absetzen darf, oder ob nur ein bisschen dahinmümmeln schon ausreicht, was weiß ich. - Spielräume gibt es zwischen Worten, Sätzen und auch Regeln, allerdings ist es doch einfach, wenn man grundsätzlich in der Lage ist zu begreifen, um was es denn geht. - Überall werden nun Auflagen gelockert und für die kommenden Wochen gibt es dann keinen weiteren Schutz mehr für alle, als der Abstand oder die Maske.

Der einzig hierzu gültige Text steht im staatlichen Gesetzesblatt, im Boletín Oficial de Estado und man kann sich das PDF mit der ministeriellen Anordnung ganz einfach HIER runterladen. Fragen hierzu werden sicherlich auftauchen in den kommenden Tagen und es ist anzunehmen, dass seitens der Regierung auf einige dieser Fragen eingegangen wird. - Sicher wird es auch jede Menge an kontraproduktiven Gegenfragen oder Darstellungen geben, allerdings ist es nicht nur gutes Elternhaus, sondern auch einfach eine Frage des Respektes gegenüber einer Mehrheitsgesellschaft, dass man sich an deren Entschlüsse hält. - So schlimm ist das nämlich gar nicht, sondern einfach nur ungewohnt. - Sicher ist das auch nicht für immer, sondern eben für diese Übergangszeit, welche wir uns doch mit den harten Auflagen der vergangenen zwei Monate erkämpft haben und nun nicht einfach wieder aufgeben wollen, so lange die Verbreitung des Virus noch nicht kontrollierbar ist. - Auch führt der Text nicht auf, was für Masken das denn sein sollen, aber diejenigen, welche in den Apotheken zu kaufen sind und welche auch in den kommenden Tagen auf den Straßen verteilt werden, die sind auf jeden Fall richtig. - Also diese einfachen Masken, welche auch Operationsmasken genannt werden und eben sein Gegenüber schützen und nicht sich selbst. - Also erst wirklich ein Sinn daraus wird, wenn beide oder eben alle Beteiligten diese Masken tragen, wenn man sich näher als die zwei berühmten Meter kommt. - Und für alle Ungläubigen: Das flache Metallband muss über der Nase getragen werden und leicht gebogen, sonst sendet die Antenne nicht gut genug, um Bills Cloud zu erreichen. - Allen anderen sei zugerufen: Sag´s durch die Maske, dann bleiben nur die angenehmen Erinnerungen an das Gespräch und keine virulenten Angelegenheiten.

Die Zahlen für La Palma fast wie immer: Kein positives Testergebnis bei 35 PCR-Proben. - Eine Entlassung aus häuslicher Quarantäne ergeben somit 20 aktiv Infizierte auf unserem kleinen Inselchen. Wenn man das in Relation zu der Einwohnerzahl stellt, dann können wir reichlich Punkte sammeln in Sachen Solidarität und Gutmenschfleißbildchensammler, wenn wir uns selbstverständlich an das halten, was die deutliche Mehrheit in diesem Land fordert.



Dienstag 19.05.2020 Tag fünfundsechzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Was du heute kannst besorgen
Sind noch Termine in der "Neuen Normalität" frei?


In der Generation meiner Eltern gab es mal den Spruch: Kinder genießt den Krieg, der Frieden wird schrecklich. - Um aller Empörung gleich entgegen zu wirken, diesen Spruch erfand man erst nach dem Krieg, in den ersten Jahren des Wiederaufbaus. - Oft sind Veränderungen, auch wenn sie "zum Guten" sind, schwerer zu bewerkstelligen als Ausnahmezustände. - Ich fürchte, das wird jetzt auch wieder teilweise der Fall sein, denn schließlich gilt es in den allermeisten Bereichen viele Monate an Generalprokrastination wieder aufzuholen. - Denken wir nur an die vielen verschobenen Arzttermine, welche keinen Notfall hinter sich verbargen, sondern Routine, oder gar Vorsorge. - Die Zahnärzte ebenso, der TÜV, hier ITV, die allermeisten bürokratischen Vorgänge und was alles noch liegen geblieben ist, weil man zunächst alle Kraft und den ganzen Fokus darauf gerichtet hatte, eine drohende Katastrophe in Sachen Pandemie abzuwehren. - Bislang scheint das ja gelungen zu sein und wenn man jetzt aufmerksam bleibt und wachsam, denn werfen wir die ganze Anstrengung auch nicht wieder gleich hin, bloß weil uns jetzt der Hafer oder glutenfreie Ersatzjuckprodukte stechen.

In vielen Sparten zeigen sich ja nun auch gute Möglichkeiten modernere Wege zu gehen, so haben viele öffentliche Verwaltungen jetzt große Schritte in Sachen Onlinebearbeitungen gemacht. - Es wäre zu wünschen, wenn man in dieser Richtung weiter arbeiten könnte und sich vielleicht auch mal auf überall einsetzbare Verifikationsmittel einigt, so wie das die meisten Handy-Hersteller nach vielen Jahren auch bei den Ladekabeln irgendwann hinbekommen haben. - Mal "Certificado Digital" mal "Clave" oder die "Firma Electronica" und warum funktioniert das Certificado beim Finanzamt aber beim Gobierno de Canarias nicht? - Diese Woche noch habe ich meine erste Routineuntersuchung im Krankenhaus nach der Wiedereröffnung für "Normalfälle" und ich bin ganz gespannt, ob man da nun gelernt hat und das Menschgewusel im Krankenhaus besser regeln kann. - Immerhin, man hat mir am Telefon bereits gesagt, ich solle wirklich pünktlich sein, nicht zu spät, aber auch nicht zu früh und möglichst keinen Begleiter mitbringen. - Brauche ich eh nicht, und am allerbesten könnte man Ansammlungen von Menschen im Krankenhaus natürlich damit vermeiden, in dem man die Leute nicht auf langen Fluren warten lässt. - Oft wurden Termine vergeben, bereits um, zum Beispiel 09:00 Uhr, aber die Fachkraft kam erst gegen 10:30 aus stationärer Visite zurück und dann warteten bereits 5 - 8 Patienten mit ebenso vieler Begleitung auf dem Flur. - Das lässt sich beliebig weiter ausbreiten, ich hatte eine Termin beim "TÜV" im März, dann kam das große Pardon, jetzt muss ich mal sehen, wann ich drankommen kann. - Immerhin heißt es, man will noch ein bisschen nachsichtig sein mit uns "Prokrastinationsopfern" aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die bis Ende Juli warten, bis der Siebold endlich wieder einen ITV-Prüfstempel auf sein Auto kleben darf.

Die Zahlen für die Insel bleiben maskenfeindlich: 25 Tests PCR, kein positiver Befund. - Das ist nun seit einer Woche so, allerdings gibt es nur spärliche Entlassungen aus häuslicher Quarantäne, so dass weiterhin 21 aktiv Infizierte in häuslicher Quarantäne gemeldet werden.



Montag 18.05.2020 Tag vierundsechzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Dürfen wir bitten,
oder wollen wir gebeten --- sein werden?


Karl Valentin fehlt mir ein bisschen diese Tage. - Können hätten wir wohl dürfen, aber wollen haben wir uns nicht getraut. - Ich kann Mundart nicht schreiben, ebenso wenig wie Schreibart sprechen und ich bin ja wirklich stolz darauf, mehrsprachig aufgewachsen zu sein. - Also Bayrisch und Deutsch. - So Deutsch, dass ich sogar den Hannoverischen Anspruch auf die Mundart Hochdeutsch zurückweise, denn es soll in der deutschen Sprache sogar am Ende des Wortes das "R" entdeckt worden sein. - Aber lassen wir so viel innerfamiliären Quarantänefusel, wenden wir uns dem täglichen Virus zu und den Nachrichten wie Neuigkeiten, welche es darum gibt. Unklarheit herrscht weiterhin darüber, ob denn jetzt bereits die Ausnahmen für Ausgangsbeschränkungen für Gemeinden bis 10.000 Einwohnern bereits aufgehoben wurden. - Das soll auf jeden Fall geschehen, heißt es, aber unterschrieben scheint es noch nicht zu sein. Lokale Kräfte melden bereits Vollzug, aus Madrid kommt ein kryptisches "en breve - bald" zurück und man kann eben nur hoffen, dass die aufrechten Lokalpolizisten nicht heute oder morgen noch Strafen verteilen, falls jemand sich schon vorbestimmt fühlt. - Es ist aber nicht damit zu rechnen, dass das jetzt noch groß kontrolliert wird, aber Los Llanos und Santa Cruz de La Palma sind weiterhin dann an die Uhrzeiten für diverse Bevölkerungsgruppen gebunden. - Es war ja auch ein bisschen komisch, zum Beispiel bei uns in Tajuya, auf anderthalb Kilometer hin und eben so viel zurück sind uns morgens 3 Menschen begegnet, was eine gesundheitsgefährdende Ansammlung von coronatragenden Massen sehr erschwert. - Wir gehen ab morgen in unserer Gemeinde auch außerhalb der bislang geltenden Uhrzeiten spazieren und vertrauen darauf, dass diese und andere Papiere spätestens morgen in Madrid unterschrieben werden.

Was wir noch nicht wissen, ob wir dann mit Maske oder ohne gehen werden, denn diese Entscheidung steht weiterhin noch aus. - Mag zunächst als Widerspruch daherkommen, überall und auch bei uns in Spanien werden die Auflagen gelockert, aber wir wollen plötzlich Maskenpflicht und Quarantäne für einreisende Ausländer. - Hier erklärt man diesen Widerspruch ganz einfach, das sei weil überall und andere Schutzmaßnahmen zurückgezogen werden. - In der Tat kann man das so erklären und wahrscheinlich ist bei der im Moment bereits flutartigen Rücknahme ganz vieler Schutzmaßnahmen eine andere Reaktion der besorgt sein müssenden Legislative überhaupt nicht anders zu handeln. - Würde mir schon ein bisschen schwer fallen, aber Disziplin ist nach wie vor Selbstverständlichkeit und mindestens erste Bürgerpflicht. - Für alle weiterreichenden Freiheitsdüfte der ganz persönlichen Liga ist wieder Platz, sobald man damit nicht das Leben und die weitere Entwicklung anderer Gruppierungen gefährdet.

Ganz große Frage weiterhin, wann und wie geht es mit dem internationalen Tourismus auch auf den Kanaren wieder los. - Wie bereits vermutet, finden nun alle möglichen Dorfdurchtriebe blendender Ideen im Stundentakt statt und es fällt selbst mir schwer, in der gleichen Geschwindigkeit zu schreiben, wie denn Vorschläge über die "Neue Touristische Normalität" verbreitet werden. - Man spricht da von einem "Balearischen System" aber auch von einer "Kanarischen Version" und nichts davon ist so wirklich ausgereift, auch weil man eben immer noch von tagesaktuellen Daten ausgeht. - Groß oben an steht immer wieder die Frage, bekommt man es denn irgendwie hin, alle uns besuchen wollenden Gäste vor Abflug auf Covid-19 testen zu lassen? - Das wird momentan im kanarischen Gedankenbrutgebiet favorisiert, allerdings sind noch nicht einmal die Rahmen abgesteckt. -Vor ein paar Tagen sprach man sogar noch davon, Antikörpertests an Reisenden durchführen zu wollen. Das wäre so, als würde man Karl Valentin statt Christian Drosten die Maßnahmen bestimmen lassen: Ob du heute krank bist wissen wir nicht, aber vor 14 Tagen hast du nichts gehabt! Wie sollte dann aber solch ein Dokument aussehen, PCR-Test nicht älter als drei Tage? - In mehreren Sprachen? Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass spanische Behörden sich selbst die Worte "Kein oder Nicht" nur beglaubigt übersetzen lassen und manche sogar bis heute auch nicht mitbekommen haben, dass alle Europäischen Pässe im Inneren in fast allen Europäischen Sprachen eine Übersetzung bereits mitbringen.

Was passiert, wenn die Leute die Reisen gebucht und bezahlt haben, dann den Test machen und einer der Gruppe wird positiv getestet? - Vielleicht bringt das auch viele Leute dazu, einfach ein Urlaubsziel zu wählen, welches nicht diese ganzen Auflagen fordert? - Zu viele Fragezeichen und viel zu lange hin, um doch jetzt bereits über solche Dinge endgültig sprechen zu dürfen. - Vielleicht gerade deshalb ein verständliche Maßnahme der Regierung, wenn alle die Pferde laufen lassen, dann machen wir zunächst mal unseren Stall zu. - Allerdings befürchte ich, dass wir solch schlaue Winkelzüge gar nicht mal aus brillanter kognitiver Leistung vollbracht haben, sondern eher aus Unterlassung. Plötzlich war jemandem aufgefallen, nach mehreren Monaten, dass bislang alle Ausländer, außer Norditaliener, ohne Quarantäneauflagen nach Spanien reisen konnten. - Es wird Lösungen geben, wohl irgendwann im Juni bereits, allerdings warne ich davor, diese jetzt bereits durch die touristischen Dörfer zu treiben.

Wunderbar langweilig die Zahlen der Insel in Sachen Corona: Gestern 39 Tests PCR, ohne positives Ergebnis. - Sechster Tag in Folge auf La Palma ohne entdeckte Neuinfektion. - Da auch keine Entlassungen aus häuslicher Quarantäne gemeldet wurden, sind weiterhin 22 Fälle auf der Insel als "aktiv" gekennzeichnet.



Sonntag 17.05.2020 Tag dreiundsechzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Der Sommer klopft früh an
Man merkt es nur noch nicht


Drei Schichten, mindestens. - Anders kann man nicht eine halbe Stunde still an der Kiste sitzen. - Es kommt mir vor wie Mai im Aridanetal und dann blicke ich auf das Datum und in der Tat, es ist wieder so weit. - Eine dichte Wolkendecke lässt die Sonnenstrahlen nicht bis runter nach Tajuya und wir kennen das ja schon. Der Spruch lautet, der Sommer im Aridanetal beginnt am 40. Mai. Es kommt wirklich häufig vor, dass wir hier noch mehrschichtig sitzen, unter der selbst gemachten Wolkenschicht, wenn der Nordost eben die Wolken schickt, aber nicht den Wind dazu. Nein, es ist nicht richtig kalt, aber der Breitengrad unserer Betriebstemperatur liegt zwischen 22 und 28 Grad und kein bisschen darunter. - Aber kommende Woche geht mit Hoffnung daher, es soll schon vor Juni Sommer werden und wenn es schon nicht regnet, dann kann es auch gleich richtig warm werden, so dazwischen, also wie in Mitteleuropa, das braucht kein Mensch… In vielen Frühjahren ging uns das so, dass unsere Gäste sogar manchmal froh waren, bei uns im Mai Temperaturen von unter 30 Grad vorzufinden und ich weiß jetzt gar nicht so recht, an was es denn liegen mag, dass noch kein einziger Gast angerufen hat, sich für die Kälte zu bedanken. Liegt sicher daran, dass es in Mitteleuropa noch keine frühsommerliche Hitze gegeben hat, so wie das die letzten Jahre um diese Zeit immer schon mal geschehen ist. - Ich denke bereits darüber nach, lange Unterhosen, Sie wissen schon, Schiesser Tausendsassa, lang und grau mit Eingriff, wieder zu entsichern. - Wenn ich ganz geschickt bin und vielleicht noch ein paar Kilo abnehme, dann kann ich mir die Dinger vielleicht sogar so weit hochziehen, dass die als Schutzmaske noch durchgehen. - Oder ich nähe kleine Daunendeckchen in die Operationsmasken ein, damit mir nicht frisch ums Mundwerk wird. - Ich frage mich auch gerade, ob man denn unter den Aluhüten nicht furchtbar friert, oder ergibt das den Mikrowelleneffekt und erklärt vieles, über das wir uns tagein- oder aus wundern.

Maskenpflicht steht immer noch aus. - Am Dienstag kommt das Parlament in Madrid wieder zusammen und wird gleich über eine ganze Menge an Maßnahmen beraten und vielleicht auch gleich beschließen. - Pedro Sánchez möchte ja eine vierte und letzte Verlängerung des Alarmzustandes und das gleich für einen ganzen Monat. - Allerdings wird er dafür breite Zugeständnisse an die Landsfürsten machen müssen und besonders auch an die regionalen Partner im Baskenland. - Unterstützung aus Katalonien wird immer schwieriger, die Partido Popular hat bereits abgewunken und der neue strategischen Legislaturabschnittspartner Ciudadanos hat auch noch eigene Wünsche einzuflechten. - Was dabei rauskommt ist ziemlich offen, aber im Vorfeld deutet sich an, dass auch hier in Spanien viele kommende Maßnahmen im Kampf gegen Corona dann auf die Autonomen Regionen übertragen werden soll. - Dabei zuckt es in meiner Erfahrungsdrüse immer gleich ein bisschen, denn wir sind hier wirklich sehr gut in Folklore, Fiestas und Ferien, aber so eine handfeste Krise haben wir eigentlich immer von außen managen lassen bislang.- Hatte halt auch immer den Vorteil, dass wir die Kosten nicht übernehmen müssen, in Sachen Corona allerdings hat sich das kanarische Gesundheitssystem bislang als ziemlich effektiv bewiesen und so könnten wir ja auch mal was in endemen Winden wickeln. - Aber man will eben im Gegenzug die großen Dinge abgeklärt haben, wozu eben auch die, bereits beschlossene Quarantänepflicht für einreisende Ausländer gehört, genau so wie die "Touristischen Korridore", welche noch im europäischen Dampfkochtopf schmoren. - Aus regionalen Kreisen kommt dann noch die Forderung um die Aufhebung des Stundenplanes für Sport und Spazierengehen auch in Gemeinden unter 10.000 Einwohner, aber im Gegenzug könnte eben eine generelle Maskenpflicht kommen, um solche Ausritte dann hinter einer Corona-Burka zu betreiben. Ich weiß gar nicht, was mit eigentlich lieber wäre, denn wir haben uns ganz gut daran gewöhnt, gleich ganz früh durch Tajuya zu pflügen, aber eben ohne Lappen vor den Mund zu halten. - Für die Regierung Sánchez steht am Dienstag wieder viel auf dem Spiel und man wird sehen, wie weit Pedro den Ball ins Feld schlägt und wer dann anfängt zu pfeifen. - Es bleibt spannend.

Die Zahlen geben weitere Lockerungen durchaus her. - Auch wenn man vorsichtig sein muss bei Zahlen am Wochenende, aber es wird wohl der erste Tag seit Mitte März, an dem weniger als Einhundert Menschen in Wirkung um das Corona-Virus in Spanien sterben. - Ob man damit nun gleich eine Medaille gewinnt, bitte um Zurückhaltung, das glaube ich nicht. Aber die Forderungen, nach mehr Freiheiten, steigen eben exponentiell mit dem Sinken der traurigen Statistiken an. - Nun kann man lediglich hoffen, dass das Pendel beim Zurückschwingen nicht den ganzen gewonnenen Raum wieder virulent verwirbelt. - OK, ich bin alt genug um nicht mehr schnell zu müssen, aber manchmal hat es nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit Erfahrung welche einen ausrufen lässt: Langsam Leute, sonst kommen wir nicht voran. - Auf La Palma feiern wir den fünften Tag in Folge ohne erwischte Neuinfektion. - Da inzwischen auch die Dunkelziffer sehr viel kleiner geworden sein muss, da man annehmen darf, jeder mit Symptomen gerät inzwischen in die Mühlen des Gesundheitsdienstes, darf man auf der Insel vorsichtig zuversichtlich sein. - Und wenn wir schlau sind, dann bleiben wir vorsichtig und lassen uns diesen Vorteil nicht von ein paar Deppen auf Egotrip wieder aus der Hand nehmen. Gestern auf La Palma: 69 Tests PCR, kein positiver Befund. - Allerdings gibt es auch keine neue Entlassung aus häuslicher Quarantäne, so bleibt es bei 22 aktiven Fällen.



Samstag 16.05.2020 Tag zweiundsechzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Am 21. Juni ist Corona vorbei
Aus gut informierten Rhomben…


Jede Woche müssen nun die Regionen des Landes zum Walk of Spain antreten. - Wer sich gut gehalten hat, der bekommt ein Foto und in die nächste Phase und wer beim Aufstieg strauchelt, der kann auch schon mal wieder hinabgestuft werden. - Was man so richtig davon hat, wenn man eine Phase weiterkommt, das kann man zwar nachlesen, aber vielfach versteht man es nicht richtig. - Zumal die Endungen und Wendungen auch immer wieder geändert werden, wirklich wichtige Dinge wie jagen und fischen darf man nun schon wieder in Stufe Eins, und nicht erst in Stufe Drei, wie es zuvor bestimmt wurde. - Nun kann man sich überlegen, ist Sportfischen oder Kaninchen abknallen systemrelevant, oder soll es den Hunger der Bevölkerung stillen. - Nicht mein Thema, da kippe ich zu schnell in den Zynismus, also lassen wir die Dinge laufen. - Madrid hat es wieder nicht geschafft in die nächste Phase zu kommen und das nervt die Leute dort natürlich. - Den anderen kann es dazu dienen der Phaseneinteilung den geforderten Respekt abzuluchsen, denn man nimmt, zumindest seitens der Regierung diese Phasen des behördlichen Liebesentzug deutlich ernst. - Formentera, La Gomera, El Hierro und La Graciosa kommen ab Montag bereits in Phase 2 und wenn bei uns die Leute weiterhin zurückhaltend sind, dann kommen wir ab dem 25. Mai auch in Stufe Zwei.

Bis 8. Juni phasieren wir dann auf dem zweiten Niveau um dann bereits in die dritte Phase des viralen Glücks einzutreten und am 22. Juni ist dann Bescherung. - Phase Vier, also neue Normalität und dann ist Corona vorbei. - So etwa stellen wir uns das in unseren naiven Tagträumen vor und komischerweise will unser Oberhirte genau bis zum 22. Juni den Alarmzustand verlängern lassen, wie es heißt, ein letztes Mal. - Das wären gleich vier Wochen, erinnert mich irgendwie an Mitleidsex, einmal noch, bevor ich ganz weg muss. - Lassen wir zweideutige Anspielungen, ohne den Alarmzustand kann man diese ganze Phasengeschichte vergessen und damit einen, möglichst geordneten Eintritt in das, was man eben neu und dann irgendwas von Alltag, Normalität oder Realität nennen will. Am kommenden Dienstag könnte das schon so weit sein und da im Moment alles auf "laufen lassen" eingestellt ist könnte es durchaus sein, dass die politische Opposition, nach freiwilliger Wiederbelebung durch tägliche Todeszahlen unter 500 in Spanien, da einen Strich durch den Sánchez-Poker ziehen will. - Es ist ja nun wieder die Zeit der: "Ich habe es doch gleich gesagt Helden", wie Grippe, aber eben medial aufgebraust und mal sehen, ob denn dann Pocher wieder mehr Sendeminuten als Drosten und Lesch zusammen bekommt. - Fußball gibt es doch schon wieder, jagen geht auch, also kann es doch so schlimm gar nicht sein. - Ich muss ganz ehrlich sagen, mir geht das ein bisschen zu schnell. Von Apokalypse hin zur neuen Normalität und wer noch Abstand hält, der ist bereits ein Feigling? OK, beim nächsten Virus wird alles besser. Dann kommt Merz auch wieder aus der Hüfte und lässt sich nicht so einfach mehr södern.

Bis dahin meldet unser Inselchen wunderbare negative Ergebnisse: 56 Tests PCR, allesamt für die Tonne, hätte man sich sparen können… Aber keine weiteren Entlassungen aus der häuslichen Quarantäne, geht vielleicht am Wochenende auch nicht so einfach. Also bleiben wir bei 22 aktiv Infizierten Menschen mit Covid-19 auf der Insel. - Und das nicht, weil Corona nur eine doofe Grippe ist, sondern weil wir alle, manche mehr, manche weniger, über Monate daran gearbeitet haben. - Aus dem Stand auf die Schultern seines eigenen Schattens springen, ich bin stolz auf uns!



Freitag 15.05.2020 Tag einundsechzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Anstecken verboten!
Da klaut einer den Tresor und lässt das Geld liegen


Phasenweise blickt keiner mehr durch, was man darf und was nicht. - In der Tat weiß auch die Exekutive oft nicht, wie man nun den Unterschied von Sportschwimmen zu Planschen wertet und meiner Tochter im Süden Gran Canarias hat die Polizei erklärt, sie könne ruhig Schwimmen gehen, es muss aber anstrengend sein und sie dürfe kein Badetuch ausbreiten, sondern dieses müsse auf der Bank vor dem Strand auf sie warten. - Gut, meine Tochter ist blond und sieht mir nicht ähnlich, bildet also für viele Blicke durchaus Gefallen und darum ist die Antwort fast aller befragter Polizisten meist eine positive. - Wo man den Unterschied zwischen Entscheidungsspielraum und Willkür setzt, das wird auch weiterhin jedem selbst überlassen werden, aber ich habe noch keinen Polizisten erlebt, der eine Strafe verteilt, weil man ihn anspricht ob dieses oder jenes nun möglich sei. - Das ist vielleicht der einfachste Weg aus einem Dickicht der Dekrete und Anordnungen, von denen die allermeisten ausführenden Organe genau so wenig verstehen wie wir selbst. - Auf der anderen Seite wissen wir ja, dass unmöglich jeder einzelne Fall genauestens zu regeln ist, also haben Sie Geduld mit allen und fordern Sie diese nicht nur für sich ein. - Immer hübsch fragen, dann passiert schon nichts und wie das nun wirklich ist, der Unterschied zwischen Sport und Baden oder ob schnell Gehen bereits von der Bannmeile des Schlenderns befreit, das werden wir die paar Tage schon hinbekommen. - Sind wir erst in Phase Zwei, dann tauchen wieder andere Fragen auf und bis dahin gilt vor allem eine Regel: Nicht anstecken und wie das geht, das weiß doch inzwischen wohl jeder. - Übrigens helfen auch Aluhüte ganz gut, da jeder um diese Leute von sich auch bereits einen großen Bogen macht.

Nun entfernen wir uns mal ein bisschen von diesem Virus, welcher uns doch alle viel mehr in Beschlag genommen hat, als wir anfänglich noch hofften. - Kommen wir zu einem typischen El Paso Fall, der sich so wohl auch anderswo hätte abspielen können, aber bei uns kann man einfach sicher sein, dass die Dinge immer anders herum ablaufen. - Wir sind hier, zumindest in den letzten Jahrzehnten, wieder sehr stolz auf das voriberische Erbe, also die ganze Angelegenheit um Guanchen und Benahoaritas. - Da die Caldera de Taburiente zum großen Teil und deren südlichen Hänge komplett zum Gemeindegebiet El Pasos gehören, geschieht es fast zwangsläufig, dass unsere Gemeinde besonders viele Fundstellen der Ureinwohner ausweist. -Allerdings sind viele dieser Fundstellen über die Jahrhunderte bereits zerstört oder geplündert worden, mal aus Habgier, meist allerdings aus Unwissenheit. Es gehörte nicht unbedingt zur postkolonialen DNS, sich viele Gedanken über die hispanisierten Völker zu machen. - Die DNS wurde vereinnahmt, also assimiliert statt integriert und erst Ende des letzten Jahrhunderts hat man damit begonnen, dem Leben und Treiben der Ureinwohner mehr Aufmerksamkeit, als reine Folklore geben zu wollen. - Dazu gehört auch, dass man viele Fundstellen, meist die besonders auffälligen Felszeichnungen, mit gewaltigen Zäunen und Absicherungen umrandete, da es eben immer wieder vorkam, dass Hobbyarchäologen oder generelle Staatsdeppen sich mit Hämmerchen oder Flex an diese Felszeichnungen zu schaffen machten. - Inzwischen gilt das aber als verpönt, sich solche Souvenirs in die Bodega zu hängen, also werden kaum noch Fundstätten profaniert. Wohl aber häufen sich die Diebstähle der aufwendigen Absperrungen der Petroglyphen. - Nun auch wieder geschehen, viele laufende Meter Zaun allerbester Qualität hat da jemand brauchen können. Hat also den Schutz, aber nicht das Geschützte geklaut, oder sollte man so weit gehen zu behaupten, dass unser Interesse am Zaun höher liegt, als der an der Preziose dahinter? - Mir ist das auch öfter schon schräg aufgefallen, dass viele der Felszeichnungen hinter den massiven Panzersperren kaum noch zu sehen sind, oder wenn man diese fotografieren will, man immer die Schatten der Stäbe im Vorübergehen auf dem Bild hat. - Rilke hätte seine wahre Freude daran, aber gelangweilte Großkatzen gab es damals nicht auf der Insel und heute eher genervte Fotografen und viele Leute, welche gute Zäune brauchen…

Die Zahlen des Tages aus La Palma: 52 Tests PCR, ohne jeglichen positiven Befund an Covid-19. - 22 aktive Fälle werden gemeldet, keiner davon im Krankenhaus behandelt, sondern alle in häuslicher Quarantäne.



Donnerstag 14.05.2020 Tag sechzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Fußball in die Volkswirtschaft!
Einfach nur, weil es sich so nett anhört…


Es gibt interessante Zahlen in Sachen "Durchseuchung" der Bevölkerung. Man hatte ja vor Wochen bereits versucht, einen repräsentativen Teil der Einwohner darauf hin zu testen, wie groß denn bereits der Anteil der Bevölkerung sei, welche bereits Antikörper auf unseren kleine, oft stachelig dargestellten Tagesbegleiter haben. - Wie irgendwie voraus zu sehen sind die Zahlen der bereits erlangten Immunität direkt proportional zu der Zahl der aufgetretenen Infektionen. - Das heißt, in ganz Spanien gibt es keinen einheitlichen Zahlen, der Anteil der bereits infizierten Personen liegt nach dieser Studie zwischen 1,4% Provinz Las Palmas de Gran Canaria und 14,2% in der Provinz Soria. - Der nationale Durchschnitt liegt bei ziemlich genau 5% und insgesamt hat man wohl knapp 61.000 Menschen untersucht und befragt. - Die Provinz Santa Cruz de Tenerife, zu der La Palma auch gehört, liegt bei 2,1% und somit ist auch klar, dass der Weg über eine "Durchseuchung" der Bevölkerung wohl nicht der probate zu sein scheint. - Man kann das alles, äußerst fein ziseliert und dargestellt auf diesen Seiten aus der Moncloa nachsehen. - Der Gesundheitsminister Illa stellte diese Studie stolz vor und nimmt die auch mit als Gewicht in der Unterstützung seiner These, dass man keine zusätzlichen Infektionen von "außen" bräuchte und die verlangte Quarantäne von 14 Tagen für jeden Ausländer, welcher spanischen Boden betritt, wohl Sinn machen würde.

Man wackelt da ein bisschen zwischen dem Druck der Straßen und den Interessenverbänden auf der einen Seite und den gebetsmühlenartigen Warnungen der wissenschaftlichen Berater, welche weniger vor einer "zweiten Welle" warnen, sondern viel mehr die erste noch gar nicht als erledigt betrachten. - Als Laie kann ich da immer nur staunen und als braver Bürger stramm stehen und erst morgen Abend erfahren wir, ob es denn Richtung weiterer Aufweichung der Schutzvorschriften geht, oder ob man die Etikette wieder verschärft. - Es geht dabei natürlich um eine generelle Maskenpflicht und ob die Autonomen Regionen mehr Entscheidungsfreiheit bekommen, zum Beispiel in Sachen zeitlicher Beschränkungen für den "Freigang". - Es gibt in den Ballungsgebieten in den letzten Tagen leichte Anzeichen für eine kleine Trendwende der Infektionszahlen und diese Mal bedeutet das nichts Gutes, aber noch sieht man diese Zahlen eben mit vielen möglichen Störfaktoren versehen. Es wurden einfach mehr Proben gezogen und/oder in problematischen Gebieten, so traut man sich eben noch nicht wirklich Gutes oder weniger Gutes zu verkünden. - Was man als Schwäche deuten kann oder mangelnde Führungsstärke ist zwar letztendlich nur der Ausdruck von Angst vor einer falschen oder verfrühten Aussage und hier liegt, nicht nur im Falle Corona, ein ziemlich ausgerissener Zacken aus unserer demokratischen Krone. - Da unsere Regierungen seit Jahren bereits mehr auf Talkshows und Twitterauswertungen hören, vielleicht auch hören müssen, wird oft die Außenwirkung wichtiger als das Ergebnis und das liegt, leider, auch zum großen Teil an unserer Erwartungshaltung.

Dass ausgerechnet das Volk nun die demokratische Ausübung der Politik stören könnte, das hat man auch schon in anderen Zusammenhängen gehört, allerdings kommt dieses Mal der Hinweis darauf, der nicht als Vorwurf zu verstehen ist, von der anderen Seite. Ich fürchte, da ist beiden Seiten, der Politik, wie Teilen des Volkes, das Demokratieverständnis etwas verrückt. - Es ist wohl richtig, das jeder das Recht hat, auf der Straße gegen alle möglichen Bestimmungen und Maßnahmen zu protestieren, ob es aber sinnvoll ist, das ist eine völlig andere Frage. - So wäre eine Einmischung in die Politik "von unten" also in den Ortsgruppen, welcher Partei auch immer, viel nachhaltiger und auch viel demokratischer, als mit seiner Empörung und eventueller Mut, noch lauteren und vielleicht sogar antidemokratischen Kräften Unterstützung zu leisten. - Ist ja nur so ein Gedanke, dass Demokratie wertvoller ist als Gegröle, aber auch viel, viel anstrengender, als per Mausklick "Changes" einzufordern. - Vielleicht ist uns das ein bisschen verloren gegangen, dass wir ein Teil sind, der demokratischen Suppe. - Und sicher nicht das Volk, sondern lauter Individuen, mit unterschiedlichen Meinungen und Vorhaben. Uns, aber bitte zivilisiert, wohl auf den mindestens kleinsten gemeinsamen Nenner einigen müssen. - Um diese anstrengende Arbeit auf den Weg zu bekommen, dazu wählen wir Politiker, die in unserem Namen das tun sollen, zu was wir keine Lust haben. Wenn die schon unserer Faulheit dienen sollen, dann sollten wir die vielleicht ein bisschen mehr arbeiten lassen und nicht wegen jedes kleinen Fehlers auspfeifen. - Ich hätte es sicher anders gemacht, bin mir aber ganz uns gar nicht sicher, ob es besser gewesen wäre. - Auch Schnauze halten kann ein Teil der demokratischen Aufgaben sein und im Moment haben wir, glaube ich zumindest, andere Probleme, als schlecht sitzende Aluhüte.

Und die Zahlen vons Inselchen: 37 Tests PCR gestern, ohne positives Ergebnis. Kein Patient mehr mit Covid-19 Diagnose im Krankenhaus, aber 22 aktive Fälle in häuslicher Quarantäne. - Wenn das mal keine guten Zahlen sind und schon bekommt mal Lust auf Phase Zwei… - Das wird wohl aber vor dem 25. Mai nichts werden.



Mittwoch 13.05.2020 Tag neunundfünfzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Maskenpflicht auf virusfreier Insel?
Muss ich dann die Maske auch beim Sex tragen?


Zur zweiten Frage könnte man gerne behaupten, das sei ja nur eine hypothetische Frage und als Katholik würde ich antworten: Mit dem eigenen Partner Nein und alles andere ist eh verboten. - Die generelle Maskenpflicht steht wieder hoch in der Diskussion, wohl auch, da nun genügend Masken vorhanden sind, solche Dinge überhaupt andenken zu können. - Entschieden ist da noch nichts, aber angesichts der lawinenartigen Nutzung der Lockerungen und missverständlichen Freizügigkeit, könnte es durchaus passieren, dass man in ein paar Tagen in Spanien nur noch mit Teilzeitburka auf die Straße kann. Da die meisten westlichen Demokratien seit Jahren von Talkshows aus und auch über die sozialen Medien regiert werden, kann da Volkes Stimme und Druck auch eine große Rolle spielen. Einigen Umfragen zufolge wäre eine große Mehrheit für eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, auch wenn es unter den Spezialisten nach wie vor umstritten ist. Bei unserem letzten Ausritt in das, was manche Freiheit nennen ist uns auch schon aufgefallen, dass es durchaus zu unangenehmen Begegnungen mit Robustmaskenträgern kommen kann, welche einen böse durch die Mundbinde anfletschen, da man selbst kein solches, durchaus modisches Accessoire trägt. - Sie hätte sogar kein Maskengesicht, meint meine Frau, ich aber schon. Ich bin da anderer Meinung, ich glaube ja immer noch, Haare würden mir generell besser stehen… Darüber hinaus würde das Tragen einer Masken den Luftwiderstandsbeiwert meines Gesichtes deutlich verringern. - Das war bei Autos im vergangenen Jahrtausend mal interessant, bevor diese wieder die Ausmaße von Zeppelinen erreichten und jetzt muss ich schnell irgendwie wieder zur Ernsthaftigkeit zurück, da sich bereits erneut wundersame wie wunderbare Bilder in meinem Bregen aufbauen.

Ob das wirklich kommt, das wissen wir noch nicht, aber es sind so einige Entscheidungen getroffen worden, welche eher dem Druck der Straße gehorchten, als den berühmten Synapsen oder Ratschlägen von denen, die es besser wissen sollten. - Das mit der Quarantäne, für Menschen, die nach Spanien reisen, das lassen wir mal ein bisschen nach innen wirken und dann sehen wir weiter. - Nun heißt es, man dürfe Patienten im Krankenhaus erst wieder besuchen, so bald es eine Impfung gegen das lästige Tagesthema in Virusform gibt und damit erntet die, bislang als Heldin von den Face, Insta und Twitter gefeierte Mercedes Coello, doch einiges an virtuellem Starkwind, der nicht nur Pralinen enthält. - Auch lassen sich wohl die Maßgaben beim Flugverkehr schlecht durchsetzen mit der Begrenzung der Auslastung. Das geht gerade mal auf den preisgeregelten interinsularen Strecken, deren Dienst eh subventioniert wird, aber wie zukünftig Fluggesellschaften mit 50% Auslastung fliegen sollen, das wird man auch abwarten müssen. Aber auch da darf ich den Schnellverurteilern wieder zurufen, beim ersten Mal tut´s noch weh und all unsere Regierungen müssen doch erst lernen, wie man mit einer solchen Aufgabe umgeht, ohne gleich aufzugeben. - Lasst uns doch die eine Wurst erstmal verdauen und den Stoff wechseln, bevor wir gleich den nächsten breitenpolitischen Erguss erneut als Angriff der Klonkrieger im Gewand eines Microsofties betrachten und das abrupte Ende jeglicher Durchvolkung ausrufen. - Nichts wird so schnell ranzig, wie die Empörung von gestern und es hat doch auch sein Gutes, dass es so viele Fragezeichen gibt. - So kann sich jeder seine Antwort selber basteln.

Die guten Nachrichten kommen auch aus dem Krankenhaus. - Das Hospital Insular de La Palma braucht momentan keine Covid-19 Station mehr. - Auch die beiden Langzeitpatienten konnten inzwischen wieder an den Alltag vermittelt werden und es sind auch keine Neuinfektionen nach dem gestrigen Durchlauf aufgetaucht. - Bei 83 Tests PCR, alle ohne positiven Befund, müssen 24 Patienten weiterhin in häuslicher Quarantäne bleiben. 65 Personen gelten als genesen. - Wir haben also bis zur "virusfreien Insel" noch einen gewissen Weg vor uns, aber El Hierro, La Gomera und La Graciosa sind bereits seit Tagen ohne jeglichen aktiven Fall. - Müssen die dann auch Masken tragen oder werden die gleich durchgereicht in Phase 2? - Abwarten, Tee trinken und dabei nicht vergessen, die Burka kurz und keusch dabei zu lüften.



Dienstag 12.05.2020 Tag achtundfünfzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Quarantäneziel: La Palma Urlaub
Taktik, Strategie, Logik, Neue Normalität, oder einfach kognitiver Durchfall?


Eigentlich könnte man ja sagen: Macht nichts, es kommt ja eh keiner. - Das ginge aber auch anders herum: Wenn eh keiner kommt, dann muss man es ja auch nicht machen. - Die Sprache ist von einem Dekret des Gesundheitsministeriums aus Madrid, dass ab dem 15. Mai alle, aus dem Ausland einreisenden Personen, eine Quarantäne von 14 Tagen einhalten müssen. - Dabei dachten wir eigentlich, das wäre bereits Anordnung oder Dekret, aber das galt wohl bislang lediglich für Reisende, welche aus dem Norden Italiens gekommen sind. - Nun also alle, und was uns zunächst daran stört ist, dass eine solche, dann doch rigide Maßnahme, gerade jetzt kommt, wo wir doch eigentlich auf dem Weg der Öffnung sind und die strengen Verbote langsam hinter uns lassen wollen. - Darüber hinaus sprach man ja bereits schon wieder über Tourismus und da wir aus den Umständen des Jahres 2008 (Finanzkrise) wissen, dass nach kräftigen Schlägen mit der pekuniären Peitsche der nationale Tourismus nicht wirklich robust wirken kann, lugt man doch bereits wieder ins Ausland. - So erscheint der Vorschlag, kommt doch Urlaub machen, um dann in zweiwöchige Quarantäne zu gehen, doch irgendwie kontraproduktiv. - Klammheimlich könnte man ja sagen, die sollen auch mal erfahren, wie es uns acht Wochen lang ging, aber so viel Spanisches Allerlei will keiner serviert haben, also schlägt die Aussage über die Quarantäneregeln doch wie ein Blitz in zarte touristische Träume.

Aus Madrid versucht man das mit interessanter Logik zu entkräften. - Jetzt, da es auf den gefährlichen Weg der Deeskalation geht, müssen wir noch vorsichtiger sein und wollen nicht durch Reimportation von Viren die ganze Arbeit der letzten Monate zunichte machen. - Das klingt schon irgendwie plausibel, den Feind außen zu suchen war immer schon probates Mittel und dann legt man argumentativ noch eins drauf: Da man selbst Spaniern verbiete, seine eigene Ferienwohnung in einer anderen Provinz zu nutzen, so kann es doch nur billig sein, wenn man Ausländern eine Quarantäne abverlangt. - Das ist geschickt innenpolitisch argumentiert und vielleicht sollten wir die Dinge noch abgeklärter betrachten, denn diese Maßnahme gilt zunächst generell nur so lange, wie der Alarmzustand auch gilt und niemand macht in dem Dekret Ausnahmen unmöglich. - Man weiß von virtuellen Gesprächen in europäischer Runde, um die Reisefreiheit im Geiste Schengens wieder herzustellen und da kann dieser Pfropfen, mit der nun geltenden Quarantäne, sogar als taktischer Schlag angesehen werden. Auch hat man erst mit dieser Maßnahmen, so dusselig wie sich das auch anhören mag, ein weitere Instrument der Deeskalation in der Hand, was man eben vorher gar nicht hatte. - Es ist ganz einfach untergegangen, eine Quarantänevorschrift für einreisende Ausländer zu erstellen und erst wenn es eine solche gibt, kann man mit europäischen Partnern über eine Aufhebung solcher Beschränkungen verhandeln. - Wir dürfen nicht vergessen, dass da große Interessen aufeinanderprallen und spanische Außenpolitik schon traditionell immer mit Druck und Trotz versucht, zu agieren. - Aber lassen wir die diplomatischen Akteure einfach mal spielen, die kommenden 14 Tage wäre eh keiner zu uns aufs Inselchen gekommen um zusammen mit uns drei Stunden morgens und abends die Taburiente rauf und runter zu laufen.

Dass wir auch unseren inneren Coronahund noch nicht ganz überwunden haben, zeigen die lokalen Zahlen des gestrigen Tages. 22 Tests PCR, ein positives Ergebnis. - Die Krankenhauschefin flankiert die beiden positiven Tests, gestern und heute mit dem Hinweis, dass es sich um Familienangehörige von zuvor positiv getesteten Menschen handle und damit nicht um neue Infektionsherde. - Nehmen wir das so hin, es geht ja auch in Richtung stringenter Nachverfolgung von einzelnen Fokussen der Infektion und da es gleichzeitig eine neue "Heilung" gab, bleibt die Zahl der aktiv Infizierten mit 27 Personen auf dem gleichen Stand wie bereits gestern.



Montag 11.05.2020 Tag siebenundfünfzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Eins

Das Schönste an Phase Eins ist:
Nicht mehr eine Null zu sein


Ruhiger wurde ich erst, als wir wieder auf der Straße Richtung El Paso waren. - Für mich war der Stadtbummel von der logistischen Seite zu einhundert Prozent erfolgreich, alles was ich besorgen wollte, habe ich auch bekommen. - Eine sonst, schwer zu erreichende Menge, allerdings bin ich nicht wirklich anspruchsvoll in weltlichen Dingen. Mein Leibgericht ist Käsebrot und mein Auto piept noch nicht einmal, wenn man keinen Gurt anlegt und das Antiblockiersystem liegt zwischen Arschmuskel und Popohaut, so wie früher halt. - Meine Frau ist nicht so einfach zufrieden zu stellen, die hätte gerne neue Schuhe gehabt, aber das ist eine andere Geschichte, welche den hiesigen Rahmen sprengen würde. - Wenige Läden haben offen, von den erwarteten achtzig Prozent muss man gute dreißig wieder abziehen und ähnlich sieht es mit der Durchmaskung der Bevölkerung aus. Ich hatte eine Maske in der Hosentasche, für Notfälle. Aber der trat nicht ein und die Läden in die ich ging, die waren auf Abstand bedacht und weniger auf technische Hilfen. Aber so langsam entsteht ein Gruppenzwang, wenn noch mal 10 Prozent mehr Leute mit Maske auf der Straße rumlaufen, dann wird man vielleicht von selbst zur viralen Uniform greifen. So musste meine Frau einen Laden wieder verlassen, da wollten die nur Kunden mit Maske bedienen und ließen sich nicht vom heraufgezogenen Schal überzeugen. - Hat vielleicht auch was mit der starken Fernsehpräsenz der deutschen Proteste in Stuttgart zu tun. Die unlustige Ansammlung von ewig Meckrigen, links wie rechts und mitten durch die Synapsen, ist in Zentralmakaronesien nicht gut angekommen und wenn die Deutschen hier bislang unter dem umgekehrten Lombardei- und Wuhanbonus standen, so ist dieser, nach den Berichten über Jammerdeutschland, so schnell dahin, wie ein Furz im Schweinestall.

Schwierig ist es wohl überall auf der Welt, auf dem Bürgersteig durch eine Warteschlange zu treten, ohne den Leuten zu nahe zu treten. - Allerdings sind wir auch noch nicht wirklich mit einem inneren Zweimetermaß ausgestattet und Schlange stehen haben wir auch nicht wirklich geübt und ist in unsere DNS auch nur rudimentär vorhanden. - Ich suchte meistens den Weg des geringsten Widerstandes, also vor Leuten, welche ihre Gehirnlappen um das Smartphone gelegt hatten und wirklich, die wenigsten davon bekommen ja wirklich mit, dass sich da was Deutsches vor ihnen über den Bürgersteig schiebt. - Viele Läden waren aber auch noch im Aufbau, oder der Öffnungsüberlegungsphase. - Da sah man Eigentümer, oder Geschäftsführer und Innen rumstehen und sinnieren und manchmal hatte man das Gefühl, die gehen gedanklich gerade alle Möglichkeiten durch, von Öffnung bis Nutzung der Klauseln für beschränkte Haftungen. - Die Gastronomie ist eine ganz schwierige Kiste und da die progressive Regierungsspitze in Madrid mit Geldern nur so um sich wirft, ist für viele Gastronomen eine teilweise Öffnung wirtschaftlich gefährlicher, als noch ein paar Wochen geschlossen zu lassen. - Die Angestellten können noch auf Kurzarbeit Null (ERTE) gelassen werden, die "Mutuas" (Berufsgenossenschaften) halten die Selbstständigen gerade ein bisschen über der Armutsschwelle und wegen fehlender Mietzahlungen darf keinem gekündigt werden, also ist abwarten noch eine Option. - Ich möchte nicht in dem Entscheidungszwang stecken und so blieben heute zumindest auch die allermeisten Lokalitäten der lukullischen Versorgung zu. - Da lediglich die Tische draußen besetzt und bedient werden dürfen, und das auch nur zu 50 Prozent, muss mancher Wirt besser im Rechnen sein als im Kaffee brauen und für Läden, welche nur ganz wenige, oder gar keine Tische unter der Sonne wie dem Mond haben, müssen zunächst noch eine weitere Phase durchlaufen. - Ob man sich da einen Vorteil erarbeiten kann, jetzt schon aufzumachen, aber vielleicht finanziell noch draufzuzahlen, ich kann das nicht sehr weit beurteilen.

Die Stimmung ist nicht wirklich sehr gut da draußen, außerhalb unseres tajuyensischen Geltungsbereiches der fiedelen Nachbarschaften. - Viele freuen sich zwar über die gewonnenen Freiheiten, aber wir haben noch so viel Weg vor uns, dass diese Freude mit deutlich gebremstem Schaum einherkommt. - Auch hemmen eben die wirtschaftlichen Auguren freudigen Ausblick. Dabei ist vieles von dem, was durch die Presse gedrückt wird, eben auch Lobbyarbeit irgendwelcher Verbände, welche gut geübt und multisono den Blues nach ihren Vorstellungen interpretieren. - Da fehlt noch die Mitte. - Auf der einen Seite gibt es da viele Übervorsichtige, welche glauben, das Virus würde sich selbst durch den Bösen Blick verbreiten, und andere glauben an virulente Verschwörungen von Computerherstellern im generellen Verweigerungsmodus. Beides ist nicht gesund und ich frage mich oft, wie viel Wissenschaft wir denn noch über die Welt stülpen müssen, bevor die Leute zwischen echter Gefahr und Wirrglauben unterscheiden lernen. - Also, erste Alltagsübung zwar mit Teilerfolgen abgearbeitet, aber wenn das schon die Neue Normalität sein soll, dann will ich nicht wirklich normal sein. - Aber ich glaube, das ist nur die Beta-Version bislang…

Die Zahlen für La Palma: Ein positiv gestesteter Fall in Sachen Covid-19 durchbricht unsere dreitätige Nullphase und dagegen stehen 40 negative Testergebnisse von gestern. - 3 Personen werden stationär behandelt, 24 befinden sich in häuslicher Quarantäne und 63 Menschen sind bereits von den Ärzten als "geheilt" entlassen worden.



Sonntag 10.05.2020 Tag sechsundfünfzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Null

Da muss man montags gehen, wenn alle gehen
Stullen schmieren, Thermoskanne füllen, es geht nach Los Llanos


Jeder hat so seine Phasen. - Wir die Eins. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da fuhren wir vielleicht dreimal im Monat "in die Stadt". - Fast wären es nun, alle drei Monate einmal geworden, aber da wir sparsam mit dem Virus gehaushaltet haben, dürfen wir morgen die Gemeindegrenzen zu sozioökonomischen Zwecken überschreiten. - Das durfte man vorher nur auf dem Weg zur Arbeit oder ins Krankenhaus und auch wenn sich so manche nicht daran gehalten haben, es gab ja außer "Lebenswurst" nichts zu kaufen, da die anderen Läden zu hatten. - Oder durch die Hintertür geöffnet und man vorher anrufen musste. - Jetzt legen wir wieder los und haben bereits einen Schlachtplan ausgearbeitet, welcher uns heil die weite Strecke von El Paso nach Los Llanos und hoffentlich auch wieder zurück bringt. - Der Rasierer braucht ein Ersatzteil, die behinderte Katze ihr behindertes Futter, mein Steuerberater muss besucht werden und meine Frau wollte einfach mal gucken, ob man noch woanders, als nur im Hiperdino, diese komischen und bunt bemalten Scheine mit den lustigen Zahlen drauf loswerden kann. - Ich bin schon ganz nervös, gehe den Weg zum freien Parkplatz in Gedanken mehrfach durch und überlege, wo man denn mögliche Lagerplätze für Notrationen anlegen könnte.

Ich habe den Wecker auf Nullsechshundert gestellt, Brote schmieren, den alten Kaffee aus der Thermoskanne kratzen, aus Zeiten noch vor der Spanischen Grippe und eine Kühltasche mit notwendigen Feuchtigkeitsspendern soll ja auch noch mit. - Expedition Llanosphase Eins muss gut vorbereitet werden, denn wir wissen ja nicht, auf was oder wen wir dort treffen werden. - Meine Frau ist etwas lockerer drauf als ich, kein Wunder, die muss ja nur navigieren und nicht fahren und immer wieder die bewegende Frage, was ist, wenn ein Einheimischer uns anspricht und merkt, dass wir aus El Paso sind? - Früher, als alles Zone war und nur manches erlaubt, da hieß es ja auch immer: Die da sind aus dem Osten und vielleicht sieht oder riecht man das bei uns auch bereits aus großer Entfernung: Bauern aus El Paso auf dem Weg die Neue Normalität ausgerechnet in Los Llanos zu suchen. Einen Kaffee trinken gehen, das hat meine Frau noch vorgeschlagen und ich bin entsetzt von so viel Abenteuerlust und Risikobereitschaft und werde dem, mit einer letzten Koffeingabe noch vor der Abfahrt bereits im Auto entgegenwirken. Zieht man jetzt die Maske noch im Auto auf, und bereits mit den Handschuhen an, oder die Maske erst auf der Straße und dann die Handschuhe hinterher? - Ich habe manchmal schon Schwierigkeiten damit mir die Reihenfolge mit der Hose und den Schuhen zu merken und bin eben noch ganz Neuling in Sachen Umgang mit coronalem Gesichtsschmuck. - Ganz pfiffige Zeitgenossen lassen sich ja jetzt die Masken sogar eintätowieren, ich glaube das schreibt sich tätoviren, die müssen dann auch nicht gewechselt und gewaschen werden. - Ich vertraue da eher auf mein gutes, sehr altes Taschentuch, welches ich wochenlang in der Hosentasche mit mir herumtrage und von Zeit zu Zeit immer wieder mal ein bisschen anfeuchte, damit es ja nicht austrocknet und krustig-hart wird. - Erinnern Sie sich auch noch an die großväterlichen Taschentücher? Mit welchem einem, kurz angespuckt, dann durchs Gesicht gefahren wurde, um einen Krümmel zu entfernen oder ein widerspenstiges Kopfhaar feucht zu bügeln?

Wir sind also schon ein bisschen weiter gekommen und es ist nicht mehr guter Usus, die eigenen, oder gar fremde Kinder anzuspucken. - Wenn wir so weitermachen, dann hat die Evolution sogar noch eine Zukunft und sollte nun auch noch der Laden offen haben, der Ersatzteile für meinen Rasierer verkauft und der Zooladen noch dieses vegane-glutenfreie-laktoseerleichterte-Quinoaschrotfutter haben, dann wird das ein wunderbarer Vormittag in Los Llanos. - Es sind dann wirklich 8 Wochen, seitdem wir nicht mehr als Notwendiges gekauft haben und in meinen wildesten Träumen stelle ich mir vor, dass wir auch noch ein Sauerteigbrot von Zulay ergattern könnten, allerdings machen die erst um 09:30 auf und da wollte ich doch schon längst wieder in El Paso sein, um mich von meinem weiten Ausritt in die Metropole zu erholen. - Alles wird gut und halten Sie morgen ein bisschen Abstand von dem großen, gelben Taxi, welches auf dem Weg von El Paso nach Los Llanos noch ein bisschen ungeübt seine neue Phase einleiten will.

Die Zahlen von gestern: 190 Tests PCR, nicht einer mit einem positiven Ergebnis, auch nicht zwei, drei oder vier, sondern Null. - Also noch phasengerecht. - Weiterhin befinden sich 2 Patienten in stationärer Behandlung, (böse Zungen behaupten, die beiden Patienten würden bereits im Krankenhaus wohnen) 24 weitere sind in häuslicher Quarantäne. - Das macht 26 erkannte Infizierte in Sachen Covid-19 auf La Palma und denen gegenüber stehen 61 bereits genesene Patienten und an die 65.000 weitere Palmeros. - Ich denke es ist Zeit, die Phasen zu verschieben!



Samstag 09.05.2020 Tag fünfundfünfzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Null

Gar nix erlaubt war einfacher
Darf ich mit meinem Hund um 07:00 Uhr nach Los Llanos surfen?


Leute, ich weiß es nicht, allerdings habe ich gar keinen Hund und surfen kann ich schon lange nicht und was bitte, will ich in Los Llanos, und noch dazu um 07:00 Uhr? - Sollte nur ein wirres Beispiel sein, was denn alles für Fragen auf einen zukommen und wie lustig, dass die Leute glauben, ich wüsste darauf die Antwort. - Weiß ich nicht, aber ich neige dazu Dinge zu lesen, welche andere nicht mal anfassen, aber immer bringt einen das auch nicht weiter. - Zu schwammig definiert sind manche Texte in Sachen Ge- oder Verbote, darüber hinaus würde es sich deutlich empfehlen mehrere Staatsexamen der Juristerei hinter sich gebracht zu haben. - Ich spreche von den Veröffentlichungen im Boletín Oficial de Estado, dem so genannten BOE und alles was da drin steht gilt. - Dazu ist das da, aber manchmal werde ich nicht richtig schlau draus und manche Dinge lassen sich einfach auch interpretieren. - Daher war die Phase Minus Eins deutlich einfacher als Null und Phase Eins wird kompliziert werden. - Darüber hinaus ist es ja auch nicht wichtig, dass ich weiß, wie man nun den Hund zum Gassi schickt, sondern die Exekutive sollte das wissen und den Bürger darauf hinweisen können. - Nehmen wir die grundlegende Frage überhaupt: Darf ich denn ab Montag wieder ans Meer, oder gar auf eine andere Inseln fahren? Hinweis darüber sollte uns doch eigentlich die ensprechende Anordnung geben.

Die Antwort darauf scheint zunächst ganz einfach: Artículo 7. Libertad de circulación. 1. En relación a lo establecido en la presente orden, se podrá circular por la provincia, Das bedeutet zunächst, Ja. - Da steht: Bezogen auf die Beschlüsse, welche in dieser Anordnung festgelegt werden, darf man sich in der Provinz bewegen, - Jetzt kommt das Problematisch, denn nach dem Komma folgt: Isla o unidad territorial de referencia a efectos del proceso de desescalada, das zählt nun weiter auf, Insel oder territoriale Einheit bezogen auf den Prozess der Deeskalation. - Man darf sich also in der Provinz, auf der Insel und in der territorialen Einheit frei bewegen. - Frage ist nun, gilt Insel, gilt Provinz oder regionale Einheit und bitte, was sind wir eigentlich? - Es wird im Anhang aufgeführt, was denn die regionale Einheit ist und hier steht: En la Comunidad Autónoma de Canarias, las Islas de Tenerife, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera, El Hierro y La Graciosa. Hier ist das wichtige das allererste Wort und da steht: !In! der Autonomen Region Kanarische Inseln nicht !Die! Autonome Region. - Das würde nun bedeuten, dass La Palma sowohl eine Insel (ich habe selten daran gezweifelt) als auch eine Unidad Teritorial ist. - Aber keine Provinz, das wären nämlich Tenerife, La Gomera, El Hierro und La Palma. Es steht also zwei zu eins gegen eine Reise auf eine andere Kanareninsel.

Versuchen wir durch weitere Lektüre die Angelegenheit zu vertiefen. Wieder im Artikel sieben, nun Ziffer drei nach der steht: 3. En el caso de las unidades territoriales previstas en el apartado quince del anexo, se permite la movilidad interterritorial entre municipios colindantes de tránsito habitual para la realización de actividades socioeconómicas. - Das bedeutet: Im Falle der territorialen Einheiten, aufgeführt im Anhang unter Nummer 15, man erlaubt die innerregionale Bewegung zwischen angrenzenden Gemeinden durch die man sich normalerweise bewegt, um sozioökonomische Aktivitäten zu betreiben. - Das würde bedeuten, wieder nur auf der Insel, nur angrenzende Gemeinden. - Aber da die Nummer 15 eine Region im Baskenland beschreibt, gehe ich mal davon aus, dass dieses Territorium uns nicht weiter erhellt. - Ich habe das auch nur gebracht, um zu zeigen, wie aufmerksam man diese Dinge lesen muss, um dennoch genau so blöd zu bleiben, wie vor der Lektüre. - In den Medien habe ich so auch bereits mehrere Versionen gefunden, eben solche, welche von Insel, Provinz und territorialer Einheit sprechen und sich nicht darüber auslassen, was denn was ist und was denn nun gilt, da es sich zum Teil widerspricht. - Ich empfehle Ihnen, drucken Sie sich den Text aus, gehen Sie direkt auf den nächsten Polizisten zu. Möglichst einem grimmig dreinguckenden Guardia Civil, strecken Ihren knochigen Deutschfinger raus und fragen mit dem Text in der Hand nach dem Unterschied zwischen Insel, Provinz und territorialer Einheit. - So gelingt Integration schnell und ohne Probleme, die anderen Mitgefangenen im "Calabozo" werden schon dafür sorgen. - Leute, ich weiß es wirklich nicht und die allermeisten anderen auch nicht und oft ist es ja so, fragt man die Leute, die den Kram geschrieben haben, was sie denn eigentlich meinen, dann wissen die das am allerwenigsten. - Menschenverstand ist angesagt, so weit zu gehen, diesen darüber hinaus noch als gesund zu fordern, das mache ich doch gar nicht und ich neige dazu: Lassen wir hier die Provinz weg, bewegen uns auf der Insel, betrachten wir diese als regionale oder territoriale Einheit und so lange wir mindestens 2 Meter Abstand zu anderen Territorialisten halten, wird das schon alles gut gehen. - Nur etwas mehr als das halbe Spanien hat es überhaupt in Phase Eins geschafft, also bitte reißen wir uns am Riemchen.

Ich schulde Ihnen gar nichts, aber hier nun die Zahlen von gestern: 170 Tests PCR, kein positives Ergebnis. - 2 Patienten in stationärer Behandlung, (wohl schon seit vielen Wochen) 27 in häuslicher Quarantäne und 58, bereits als genesene Personen genannte Mitbewohner, der territorialen Einheit La Palma.



Freitag 08.05.2020 Tag vierundfünfzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Null

Jetzt bloß nicht husten
Kanarische Inseln wollen komplett in Phase Eins laufen


Für die Leute aus El Hierro, La Gomera und La Graciosa ist das ja eigentlich bereits ein alter Hut. - Für uns wäre es neu und auf dem letzten Stufen dahin hat uns ja noch mal ein, sagen wir mal, Betriebsunfall eingeholt. Am 5. Mai meldete man 3 Angestellte des Inselkrankenhaus als positiv getestet in Sachen Covid-19. - Diese waren bei den Reihentests aufgefallen und es tat weh, nach über eine Woche ohne gemeldete Neuinfektion, nun plötzlich wieder eine, für uns geballte, Ladung zu erhalten. - Die Tests für den 6. Mai verzögerten sich dann aus, immer noch unbefriedigt erklärten Gründen und heute sind die Zahlen nun für den 6. und 7. Mai gekommen. - Am 6. Mai tauchten 2 neue Fälle auf, ein weiterer aus dem Krankenhaus bei technischem Personal und dann wurde noch ein Patient positiv getestet, welcher gerade für eine Operation eingeliefert wurde. - Positiv ist also das Negativ von gestern und Negativ die beiden Tage 5. und 6. Mai mit zusammen 5 Neuinfektionen. - Leider konnten wir nicht in Erfahrung bringen, ob denn das gesamte Kontaktumfeld der neu Infizierten Leute bereits gecheckt ist und so ganz werden wir die Unhoffnung nicht los, dass man vor der Einstufung der neuen Phase auch gar nicht zu sehr daran rumbasteln will. - Die aktuelle Zählung für La Palma sieht also wie folgt aus: 3 Patienten in stationärer Behandlung und 27 Personen in häuslicher Quarantäne. - Also 30 aktiv Infizierte mit Covid-19 und 57 bereits genesene Patienten.

Auch wenn Frau Merkel hier eher fernberatenden Einfluss genießt, damit wären wir deutlich unter den Werten welche in Deutschland gefordert werden. - Zunächst hatten wir das ja so verstanden, dass es um einen Wert der aktiv Infizierten von 50 Patienten auf 100.000 Einwohner geht, aber es sind wohl 50 Neuinfektionen in der Woche auf 100.000 Bewohner und davon sind wir ja deutlich entfernt. - Kurz noch zurück zu Frau Merkel, uns ist es hier allen komplett unverständlich, wie stark die Dame doch unter Druck in Deutschland steht. - Alleine schon das Fehlen von Korruptions- und Arroganzverdacht macht die, unverdächtig gekleidete Physikerin zum Vorbild für alle Politikerträume unserer Wählerschaft. - Aber das geht wohl der spanischen Politikerschaft auch nicht anders, die würden sich meist auch gerne ein anderes Volk vorstellen. - Stellen Sie sich das mal vor: Jedes Land könnte sich die Politiker frei in der Welt aussuchen, also Bob Dylan for Bundeskanzler und jeder President auch sein Volk. - Trump sucht sich die Ferengis aus, also seine Verwandtschaft und Markus Söder die Deutschen…

Wir wollen jetzt zunächst mal einfach nur in die Phase Eins und das würde bedeuten, ab Montag: Kneipen auf, allerdings nur Terrassen und nur 50% der Plätze dürfen belegt werden. - In einem Auto mit dem Partner fahren, also mit den Personen, die im eigenen Haushalt wohnen. - Für den Besuch von Geschäften muss keine Voranmeldung mehr gemacht werden, allerdings dürfen nur bis 30% der möglichen Kundenzahl im Laden sein. - Und, es muss einen Zeitplan geben, wann ältere Menschen bevorzugt einkaufen können. - Märkte unter freiem Himmel dürfen wieder öffnen, allerdings nur 25% der sonst vorhandenen Stände. (Das könnte den Flohmarkt in Argual betreffen) Zum Gottesdienst darf man wieder, aber auch nur ein Drittel der möglichen Plätze darf belegt werden und der Himmel bleibt auch nur für eine begrenzte Anzahl an Ankommende offen. - Trauergesellschaften dürfen 15 Personen unter freiem Himmel zählen und deren 10 in geschlossenen Räumen. - Man darf seine Freunde wieder treffen, allerdings lediglich bis zu einer Anzahl von 10 Personen. Aber diese Treffen dürfen sowohl draußen, als auch drinnen stattfinden. - Auch darf man dann wieder die Gemeinde wechseln zum Einkaufen und andere Dinge zu erledigen, aber die Uhrzeiten für Spaziergänge und sportliche Aktivitäten bleiben auch in Phase Eins beibehalten. - Die Hotels dürfen wieder in kleinem Rahmen öffnen, allerdings ohne öffentliche Zonen und die Restaurants müssen spezielle Gesundheitsvorsorgen treffen. - Kulturstätten öffnen wieder, allerdings mit geringerem Publikumsvolumen und manch weitere Unternehmung ist auch wieder möglich. - Allerdings fürchten wir mal, dass das alles ein heilloses Durcheinander gibt, da kaum jemand weiß, was nun alles möglich ist und natürlich auch die Ordnungshüter ziemlich unsicher sein werden. - In ein paar Stunden erfahren wir dann, ob ab Montag hier auf den Kanaren die Phase Eins gilt und ob man wirklich die Autonome Region Madrid weiter in der Phase Null lassen will.



Donnerstag 07.05.2020 Tag dreiundfünfzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Null

Phasenverschiebung
Zwischen Freitagnacht und Samstag erfahren wir, wohin die Phase geht


Eigentlich halten wir hier auf der Insel alle noch die Luft an und warten auf Weißen Rauch aus Tenerife. - Als Weißen Rauch würden wir eine "Neue Null" begrüßen, natürlich in Sachen Untersuchungsergebnisse Covid-19. - Wir haben da ja ein rezentes Problem, nachdem vorgestern 3 Angestellte des Krankenhauses positiv getestet wurden. - Nun hat man alle Kontakte untersucht und wartet auf die Ergebnisse, aber es heißt: Maschine kaputt oder wird gewartet. - Komisch ist allerdings, dass nur die Proben aus La Palma noch nicht gemacht werden konnten, die der anderen Inseln sind alle durch. Nun könnte man ins Grübeln kommen, denn an keinem Tag im Corona-Jahr bislang haben wir derart dingend auf die Ergebnisse gewartet und gerade jetzt fällt den Technikern ein, das Update durchzuführen? - Und dort auf Tenerife steht genau für jede Insel eine Maschine und nur diejenige, welche für La Palma zuständig ist, die bekommt das Update? - Ich weiß es natürlich nicht, auch ist mir Spekulieren nicht wirklich als profundes oder gar zielführendes Mittel bekannt, aber zu den Fragen, was denn nun mit den Kontakten der Kontakte ist, gesellt sich wohl ein weiteres Fragezeichen hinzu.

Alle Regionen des Landes warten nun auf die Entscheidungen des Gesundheitsministeriums in Madrid, ob wir denn aus der Null in die Eins rutschen können. - Der oberste Hof- und Parlamentsvirologe Fernando Simón kündigt das mit den anderen Heilskapazitäten des Landes in der Nacht von Freitag auf Samstag an. Theoretisch könnte es auch passieren, dass alle anderen Inseln um uns herum bereits die Kneipen zumindest eingeschränkt öffnen könnten und dort die Leute ihr Freunde besuchen, und wir würden weiterhin in Null vertrocknen, mit kleinen und ein bisschen verschämten Ausflügen- und Fluchten. Abwarten und Earl Grey trinken. Es kann natürlich auch gerne der berühmte Vega Norte sein, oder ein gepflegtes Weizen, ganz wie Sie wollen.

Für die Pointe der Woche sorgt erneut der innere Zirkel der Coalición Canaria, rund um Ana Oramas. - Wir erinnern uns, die wortgewaltige Generalregierungskritikerin wollte zunächst ein kräftiges Nein im Parlament einbringen, also gegen eine vierte Verlängerung des Alarmzustandes unter Pedro Sánchez stimmen. - Einen Tag davor wechselte sie dann zur ostentativen Enthaltung und am Tag der Abstimmung selbst, votierte sie dann sogar mit Ja und überraschte uns alle mal wieder. - Die wirkliche Überraschung allerdings folgte dann einen Tag später, denn heute tritt Ana Oramas als Retterin der Kurzarbeitsreglung im Bereich Tourismus auf den Kanaren auf, denn nur durch ihr Verhandlungsgeschick und dem Verkauf ihres "Ja" hätte die Regierung dieser Verlängerung zugestimmt. - Sonst hätte Ana Oramas mit Nein gestimmt und wer nun ein klein bisschen addieren oder subtrahieren kann, der wird zugleich feststellen, dass an dieser Aussage irgendetwas mindestens krumm ist. - Gut, wir hatten bereits über die "Neue Arithmetik" berichtet, aber es war völlig unerheblich, ob Ana Oramas für, gegen, auf, unter oder mit Pedro Sánchez gestimmt hätte. - Darüber hinaus kann es keine Kurzarbeitsreglung nur für die Kanaren geben oder nur für den Bereich Tourismus und dass man die "ERTE-Reglungen" verlängern will, das war bereits Tage vor der Abstimmung klar und auch einer der maßgeblichen Gründe, warum man den Alarmzustand weiter verlängern will.

Es regt sich aber kaum jemand über diese schrullige Phasenverschiebung der Realität seitens der Coalición Canaria wirklich auf. - Solche wundersame Meldungen waren immer bereits Begleitmusik des Orchesters Coalición Canaria und eigentlich ist das Ganze eine lustige Angelegenheit in Sachen Fremdlächeln. - Ein bisschen verstörend allerdings ist, dass es weiterhin Leute gibt, welche, trotz klarer Zahlen, solche ländlichen Aussagen der Vereinigung Kanarischer Lobbyisten gerne glauben. - Die Zahlen: 178 Stimmen für Ja, 75 Stimmen mit Nein und 97 Enthaltungen. - Sollte meine Tante nun eine Fahrradkette sein, der Frosch Porsche fahren und die FDP ein soziales Gewissen haben, dann würde Ana Oramas mit der einen Stimme diesen, über einhundert Punkte Vorsprung, erst möglich gemacht haben. - Mir bleibt wieder nur mal der Chapeau! - Wer es tatsächlich wagt, solch einen Mist zu erzählen und damit sogar noch andere überzeugen zu können, vor dem muss man einfach den Hut ziehen. - Zahlen über dir tägliche Coronisierung La Palmas gibt es noch nicht, die tauchen noch nicht auf, Maschin´ immer noch kaputt?



Mittwoch 06.05.2020 Tag zweiundfünfzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Null

Drei Neuinfektionen zur Unzeit
Nicht aufgegessen, mit dem falschen Fuß aufgestanden oder gar VOX gewählt?


Die Sache lief ja eigentlich wie geimpft. - Ein Tag nach dem anderen ohne neues, positives Testergebnis und als man schon meldete, dass auch das Personal des Gesundheitsdienstes nun mit dem zweiten Reihentest "durch" ist kommt jetzt der Hammer. - Drei Mitarbeiter der sanitären Dienste auf La Palma sind nun als infiziert mit Covid-19 aufgetaucht und es wird uns nicht, wahrscheinlich noch nicht berichtet, wo denn diese Fälle zu finden sind. - Muss nicht das Krankenhaus sein, es können auch in den Centros de Salud diese neu gefundenen Fälle laufen und man kann nur hoffen, dass man jetzt schnell und komplett die Kontakte dieser drei Personen feststellen kann. - Kommt absolut zur Unzeit, wie eigentlich jede schlechte Nachricht sowieso, denn das kann uns auch den Wechsel von Phase Null auf Eins kosten. - Gerade jetzt wird evaluiert, wie denn die Dinge so laufen und eigentlich hieß es, die Kanaren seien komplett tauglich für die nächste Phase und vielleicht gelingt es uns ja, in diesem Taumel einfach mitzulaufen. - Allerdings hieß es ja bei der Vorstellung des Weges in die, was auch immer das bedeuten mag, Neue Normalität, dass auch einzelne Inseln vom Fortschritt der anderen abgekoppelt werden können. - Beschwichtigend heißt es auch, man sei bereits dabei alle Kontaktpersonen festzustellen und nun hoffen alle, diese Angestellten im Gesundheitsdienst wohl immer fleißig ihre Masken getragen haben und abends bitte so müde waren, dass sie sofort ins Bett gegangen sind.

Dabei überschlagen sich die Vorgänge gerade heute. - Der kanarische Gesundheitsdienst gibt gerade bekannt, dass ab Montag wieder die Facharztbesuche in den Krankenhäuser öffnen sollen, was natürlich jetzt auch für La Palma gilt. - Sollten allerdings die drei Infizierten im Inselkrankenhaus gearbeitet haben, dann könnte es auch gut sein, dass man diese Maßnahmen hier auf der Insel zurücknimmt. - Bislang ist das nicht geschehen, aber es sind ja auch noch ein paar Tage hin bis Montag und sicherlich erfahren wir in den kommenden Stunden noch mehr. - In Madrid hat Pedro Sánchez mit Hilfe der Abgeordneten der, ja was sind die eigentlich, von der Gruppierung Ciudadanos, den Alarmzustand weitere zwei Wochen verlängern lassen. - Das war im Vorfeld schon kräftig diskutiert worden, die zurückhaltende Phase der Opposition ist schon eine gute Weile vorbei und der Chef der rechten Partei VOX wirft Pablo Iglesias und Pedro Sánchez sogar wenig umschrieben vor, Schuld an den vielen Toten in Spanien gewesen zu sein. - Aber es war wichtig und notwendig, den Alarmzustand zu verlängern, sonst würden alle weiteren Maßnahmen und Bemühungen in Sachen Corona an die Autonomen Regionen gehen und die meisten, wenn nicht alle staatlichen Maßnahmen auslaufen.

So auch das "Kurzarbeitergeld - hier ERTE" was gerade den so wichtigen Sektor des Tourismus bei der Stange hält und natürlich die ganzen Vorhaben in Sachen Einkehr in eben die Neue Normalität. - Allerdings weiß man nicht so genau, wie teuer für die spanische "Progressive Koalition" der wohl konservativ-neoliberalen Ciudadanos war und sein wird. - Auf jeden Fall schaffte es Pedro Sánchez auf diese Art und Weise, seinem Gegenüber der Partido Popular, Pablo Casado den Schneid so weit abzuklopfen, dass die aus Verunsicherung nun nicht mit Nein stimmten, sondern sich, mehr grollend als donnernd der Stimme enthielten. - Ganz daneben benahm sich erneut unser schreckliches Mädchen der Coalición Canaria, Ana Oramas, welche meist ausschließlich durch rüde Beschimpfungen sämtlicher Regierungen in Madrid auffällt. Die wollte zunächst Nein stimmen, zur Verlängerung des Alarmzustandes, sich dann enthalten, aber nun hatte sie mit jemandem telefoniert, der sich wohl auskennt und der hat ihr gesagt, dass die Kanaren stark vom Tourismus abhängig sind und es ohne ihr Ja wohl kein Geld für die Kanaren gäbe. - Stimmt natürlich nicht, das geht seit vielen Jahren wunderbar ohne Coalición Canaria in Madrid, aber ohne zu brüllen nimmt man eben dort die kanarische Regionalpartei gar nicht mehr wahr.

Übrigens wäre La Palma auch laut Frau Merkel ein Wackelkandidat im Moment, denn dort heißt es ja nun, bei 50 aktiven Fällen pro Einhunderttausend Einwohnern würde man wieder die Maskenleine ziehen. - Wir haben offiziell 84.000 Einwohner, inoffiziell allerdings nur 65.000 und im Moment 29 aktive Fälle. - Hoffen wir mal, es bleibt dabei und die drei neu Infizierten waren eher introvertierte Typen oder solche, die aus beruflichen Gründen wissen, wie man seit Corona anderen Menschen zu begegnen hat.



Dienstag 05.05.2020 Tag einundfünfzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Null

Hohe Verkehrsdichte auf dem Taburiente Trail
Abstandsregeln machen Spaziergang zum Dreisprung auf Probe


Hop und Step gelingen mir immer noch, das mit dem Jump… Man hat es ja vorausgesehen, kaum werden wir losgelassen, lassen wir uns gehen. - Mein geliebter Mathiasweg, hieße ich Jakob, wüssten Sie was ich meine, ist wegen Überfüllung des abends kein wirklich empathischer Platz mehr für Meditation. - Da ich ja der Auffassung bin, jeder muss seinen Weg vor der eigenen Haustür erledigen, natürlich dazu nicht an die spanische Nordküste fahren, habe ich zu Ausgangsbeschränkungen sowieso einen ganz eigenen Zugang. Auf der anderen Seite bin ich aber auch ein kommunikativer Mensch und eher der Typ, der anderen auf die Schulter klopft, als im Gespräch die Hände in der Hosentasche lässt. Das war bislang auch gar kein Problem, pro Weg vier Gespräche, die Hälfte davon, Balkon zu Straße, einmal Schulterklopfen und einmal Bussibussi, dann waren die abendlichen zweieinhalb Kilometer erledigt. Das wäre eine Reproduktionsrate von 1,5 und daher bereits im nicht mehr tragbaren Bereich. - Aber jetzt ist Bussibussi sowieso Erbsünde geworden und das Schulterklopfen Berliner Profifußballern vorbehalten, also laufen wir die Strecke mit einer Reproduktionsrate von Nullkommanichts. - Aber so ganz leicht ist das gar nicht, denn viele Leute wohnen hier in, und um die Taburiente und die ist schließlich lang und reicht, fast von Fuencaliente nach Tijarafe. Fast natürlich, aber das war bislang mein täglich gleichlautender Witz für die täglich gleichlaufenden Nachbarn. - Nach Süden ist Richtung Fuencaliente, nach Norden Richtung Tijarafe und immer hatten dort die Bäckereien bereits zu, deshalb habe ich auch keinen Kuchen bei mir…

Solche Gespräche sind jetzt nicht mehr möglich. Meditation noch weniger, denn wir müssen uns ständig konzentrieren, den Menschenmassen aus dem Weg zu gehen. - Dabei ist es wenig dienlich, dass es den Entgegenkommenden genau so geht, da es noch keine allgemeingültigen Ausweichregeln für coronalen Feierabend gibt. - Eigentlich herrscht ja Rechtsverkehr, aber ist das überhaupt Verkehr? - Auch sollte man als Fußgänger ja eigentlich dem Autofahrer auf dessen Seite begegnen, aber in Kurven empfiehlt es sich nicht das Innere zum Laufen zu wählen und dann gibt es ja auch noch sportlichen Überholverkehr von hinten. - Das alles zu koordinieren, dabei mindestens 2 Meter Abstand lassen, freundlich grüßen, ohne den Wunsch nach körperlicher Nähe zu signalisieren und dann auch noch schnellere Sportleute von hinten, aber auch in zweiter Reihe von vorne trabende Extremwalker im Auge behalten. - Körperlich ist der Taburiente Trail nicht wirklich olympisch fordernd, aber zunehmend wird das zum Gesamtkunstsport und vielleicht sind wir ja hier bereits dabei, einen Trend zu setzen. - Wäre vielleicht auch was für Autoimmunmisanthropen. Sich selbst aus dem Weg gehen für fortgeschrittene Fortschreiter und dann immer die Frage, warum guckt mir mein "Aufmichzu" bereits aus zweihundert Meter Entfernung so panisch in die Augen? - Klar, ich bin auf der falschen Seite, irgendwie abgedrängt von Überholern und ausweichenden Überholten und nun überlegt mein "Aufmichzu" bereits seit vielen Metern, springe ich jetzt auf die andere Seite, oder macht das mein Gegenüber, also ich? Das werden die neuen Aufgaben der Neuen Realität, des Neuen Alltags und natürlich auch der Neuen Normalität. - Wir gehen jetzt immer früh morgens, da begegnen wir höchstens den Abgehängten des vergangenen Abends, damit denen, die keiner reingeholt hat. -Also Leute wie uns, welche die Neue Normalität noch nicht zu nutzen wissen, da normal für uns ganz neu ist.

Statistik für Gutgläubige wie mich: 21 Tests PCR (die Reihentests an medizinischem Personal sind wieder durch, deshalb sind es deutlich weniger Testungen als die vergangenen Tage) davon kein positiver Befund. - Das bedeutet nun, eine Woche ohne entdeckte Neuinfektion auf der Insel und da wieder Patienten aus der Quarantäne entlassen wurden, gibt es inzwischen mehr Genesene, als aktiv Infizierte auf La Palma: 2 Patienten weiter in stationärer Behandlung, 25 in häuslicher Quarantäne und 55, welche dem Virus inzwischen virulent den Finger zeigen.



Montag 04.05.2020 Tag fünfzig der Ausgangsbeschränkungen, Phase Null

Abstandsregeln im Boxsport und wann öffnet der Puff in Barcelona
Auf dem Weg zum Neuen Normalo


Phase Null hört sich ja noch weniger an als Phase minus Eins, aber als wir heute Morgen in unsere Wanderschuhe schlüpften, da hatten wir das Gefühl, heute sei ein ganz normaler Tag wie vor 2 Monaten. - Viel mehr Verkehr als in den vergangenen Wochen, jedes zweite Fahrzeug schien ein LKW oder Lieferwagen zu sein. - Klar, es gibt viel aufzuholen, denn die Generalprokrastination wird nun stufenweise wieder abgeschafft. - Davor habe ich, ehrlich gesagt sogar noch mehr Angst als vor dem Virus selbst, denn jetzt heißt es ja, die vergangenen und die noch kommenden Wochen irgendwie nachzuholen. - Ich habe heute dann mal angefangen, mich um meine bereits fixen Arzttermine zu kümmern, ob die denn nun stattfinden oder nicht und habe hier gleich die erste, durchaus angenehme Ohrfeige im süßen Sinne erhalten. - Nur einmal musste ich kurz mit einem Computer sprechen, respektive eine Zahl ins Telefon hämmern, schon war ein Mensch dran! - Das ging zu schnell, um die blecherne Melodie überhaupt zu erkennen, welche da in die Wartezeit eingespielt wurde und dann wurde es komisch. - Nachdem ich kurz meinen Namen und Teil meines Anliegens vorbringen wollte, unterbrach mich die Dame vom krankenhäuslichen Amt bereits und frug kurz ab, ob ich denn der Mathias Siebold sei.

Klar bin ich das, sie hätte das an der Telefonnummer festgestellt und wollte eben nur sicher gehen, dass niemand sonst sich für mich ausgibt. - Das war bereits der erste Schock, für mich durchaus angenehm, man hat mich zumindest "im System". - Ob ich damit bereits systemrelevant bin, das lassen wir hier mal außen vor. - Die Angestellte dort hatte sämtliche meine Termine auf dem Schirm, obwohl aus unterschiedlicher ärztlicher Kunstrichtung, selbstverständlich gelten diese Termine weiterhin. - Auch müsse ich jetzt anfangen, dafür die geforderten Laborproben zu erbringen, oder zumindest die Labortermine zu bestellen. - Da es vielleicht sein kann, dass manche Proben ein bisschen länger dauern als gewohnt, solle ich dem Labor ein bisschen mehr Zeit geben, es hätte sich doch da was ereignet vor vier Wochen… Ja, ich könne einfach ins Krankenhaus kommen, so lange ich den Zettel mit der Laboranforderung dabei hätte, würde man mich nicht abweisen. - Es könne allerdings sein, dass einer oder alle meine Arzttermine dann per Telefon stattfinden würden, aber das würde man mir noch mitteilen. - Jetzt bin ich tatsächlich fast schon im chronischen Himmel angekommen und bin fast schon geneigt, dem kleinen, königlichen Virus ein Dankeschön hinzuhauchen, wenn es tatsächlich gelänge, mir unauffällige Laborergebnisse per Telefon mitzuteilen und dafür nicht mehr in Krankenhaus fahren müsste. - Es war fast schon eine angenehme Plauderei, es gelang mir sogar noch ein paar lobende Worte für das Gesundheitspersonal anzubringen und würdigte die Dame noch mit den Worten, wenn nur jeder Patient so einfach fröhlich zu machen sei wie ich.

Ich liebe die neue Normalität schon mal vorab. - Kontaktlos zum Arzt, vielleicht sogar Dinge auf der Gemeinde per Netz regeln, Dauerrezepte verlängern sich automatisch und theoretisch würde man mir ja sogar das Essen ins Haus bringen, wenn ich denn nur wollte. - Ein bisschen skeptisch bin ich noch, was das kontaktlose Boxen angeht, was noch in der Diskussion steht und dann kam da noch die Frage auf, wann denn die Bordelle wieder öffnen würden. - Alles ist also noch nicht geklärt und die neuen Regeln für alten Mist sind auch nicht jedem geläufig. - Kommt mit hinzu, dass die Exekutive auch nicht immer dem folgen kann, was die Legislative bestimmt und die Judikative später wieder ein bisschen wegräumt. - Aber wir, also die Normalikative sind da mitten drin und wenn wir nicht gleich den Unterschied zwischen Baden im Meer und sportlicher, schwimmender Fortbewegung im Atlantik benennen können, dann werden wir weiterhin zunächst ermahnt. - Phase Null, dann ist auch noch das Geld von der MAC (Mutua de Accidentes de Canarias) eingetroffen, ich sage immer von der "Knappschaft" dazu, also das versprochene Ausfallgeld für Selbstständige für den Rest des März und für den April. - Schöner kann der Tag doch gar nicht sein, und wenn ich dann die Beiträge für Renten- und Krankenversicherung abziehe, dann bleiben uns für den März an die 45,- Euro und für den April etwas mehr als 360,- muntere Euros. - Die werden wir morgen gleich in der neuen Realität verprassen und damit sollte eigentlich auch die Zukunft des Puff in Barcelona geklärt sein. Für das Geld kommt man nicht mal in die Nähe… Aber ich beklage mich ja gar nicht, im März hatten wir ja noch Einkünfte und im Juli kommt vielleicht schon wieder was rein und dann melde ich mich gleich zum Schattenboxen an.

Fehlen noch die Zahlen aus La Palma für gestern: 13 Tests PCR, alle mit der Rückmeldung: Negativ. - Damit, weiterhin 2 Patienten in stationärer Behandlung, ganz hartnäckige Angelegenheit wohl, 28 Menschen in häuslicher Quarantäne, 52 als genesen gemeldete Ex-Infizierte. - Das macht somit 30 aktiv infizierte Personen auf der Insel und die Dunkelziffer bleibt im Dunkeln. - Dann wollte ich noch mit den Fallzahlen aus ganz Spanien prahlen, denn es werden nun, zwei Tage hintereinander nur knapp über 160 Tote gemeldet. Als ich das allerdings, zunächst gönnerisch, mit den Zahlen aus Deutschland verglichen habe, um anzugeben, habe ich mein Angebot mit dem Angeben gleich wieder zurück gezogen.



Sonntag 03.05.2020 Tag neunundvierzig des Hausarrests, Phase minus eins

Der Finger und die ganze Hand
Davor haben uns Fernando und Christian immer gewarnt


Geht mir doch auch so. - Da lässt man uns inzwischen wieder rausgehen, zu bestimmten Uhrzeiten und schon meckern wir daran rum, dass uns das zu wenig ist und sowieso nicht passt. - Ich hatte vor ein paar Wochen schon genau so etwas vermutet, lässt man uns einmal los, dann wird daraus ein Gerenne und wieder will jeder der Erste sein und wir gefährden dadurch, zumindest eventuell, unsere Erfolge der wochenlangen Disziplin. - Eventuell, weil ich es ja nicht weiß. - Gut, unser Fernando Simón und Ihr Christian Drosten warnen deutlich davor, jetzt gleich alles wieder laufen zu lassen. Aber wenn erst einmal der Bürgermeister Amitys wieder Chief Christian Simón Brody zurück pfeift, da wirtschaftliche Interessen drastischer sein können, als der Biss des Weißen Virus, dann gnade uns Hollywood. - Es ist Sonntag, ich darf ein bisschen die Synapsen loslassen und ab und zu machen meine Finger auf der Tastatur eh nur, was sie wollen und nicht, was der alte Zausel sich da ausdenkt. - Sie wissen schon, was ich meine und nur zu gerne würde ich auch auf die Barrikaden steigen und mein Grundrecht auf Geldverdienen lautstark einfordern… - Ich bin aber zu alt für solch einen Scheiß und außerdem glaube ich Christian und Simón eher, als liberalen Kalbsanbetern mit dem Goldene Dolch und sowieso als einem Friedrich Merz oder gar, the Feinripp: Christian Lindner. - Ich weiß es nicht, aber ich fürchte mal, wir bringen nicht, oder auch noch nicht genügend alltägliche Disziplin auf, um all das, was wir jetzt schon fordern, auch auf die Tafel mit den täglichen 10 Forderungen gravieren zu lassen.

Auch wenn es sicher besser ist, von Physikern, als von Immobilienmaklern regiert zu werden, es braut sich im Hintergrund der abflauenden Hysterie ein erneuter Konsumdruck auf, der jede Vorsicht bereits wieder als Feigheit dastehen lässt. - Auch bei uns. - Die Wirte fordern mehr Plätze, welche in den Restaurants bedient werden können, die Hoteliers mehr Reisemöglichkeiten, die Friseure mehr Nähe am Haar und meine allerliebsten Fußballprofis fordern eine schnelle Rückkehr zum System Brot und gut bezahlte Spiele. - Ich hatte eigentlich immer schon auf den Lippen die Forderung: Profifußballer in die Volkswirtschaft, aber wer will denn das eigentlich unserem, bereits arg geschundenen Mittelstand antun, wenn Geistesbomben der balltretenden Art mehr tun sollen, als gegen Bälle zu treten. - Mal so ganz unter uns, ist es wirklich nötig, den Profifußball zur Rettung des mitteleuropäischen Proletariats bereits jetzt wieder auflaufen zu lassen? - Vielleicht ist das ja alles wirklich nur Hysterie und wir sollten so schnell wie möglich wieder ins profane Tagesgeschehen übergehen und vielleicht will ich mich ja einfach nur gegen das Profane wehren. - Alltag. - Dabei sprechen wir doch dauernd von neuer Normalität, bedeutet das nur, dass wir dann beim Profanisieren eine Schutzmaske tragen, welche bei Aldi ein Cent billiger ist als bei Edeka?

Mir kommen die Forderungen alle einfach nur ein bisschen zu schnell. - Vor zwei Wochen schien die Welt noch unter zu gehen, heute fordern wir bereits Genugtuung dafür, dass wir zu unserem eigenen Schutz zuhause bleiben sollten. - Gemach, gemach, morgen ist zunächst mal Phase Null hier angesagt und dann soll nach einer Woche auf Phase Eins hochgestuft werden. Da hat man letzte Woche erst die Regeln gemacht, gestern aber schon wieder nach Protesten aufgeweicht und hoffentlich geht das alles gut und wir müssen uns in drei Wochen nicht schon wieder mehr Fernando ansehen als kickende Großverdiener. - Ja, ich würde auch gerne wieder meine beiden Ferienhäuser vermieten und so Geld verdienen. Damit ich bis zur, gar nicht mehr so weit entfernten Rente gelange und meine Kinder nicht anpumpen muss. Aber wenn das noch nicht geht, dann warten wir halt lieber noch ein wenig mehr ab, als die ganze Arbeit der letzten sieben Wochen zu riskieren. - Mimimimimi, so hört sich der Siebold plötzlich an und ich wollte Ihnen damit eigentlich nur beweisen, dass auch ich Neusprech zumindest teilweise kenne. - Nein, ich habe keine Angst, das ist längst durch, aber als ich gelesen habe, dass die Hamsterkäufe seinerzeit, Sie wissen doch noch, Klopapier und Dosenerbsen, nicht von alten Leuten gemacht wurden sondern hauptsächlich von Leuten in den "besten Arbeitsjahren", seit dem gucke ich etwas beunruhigt altersmäßig hinter mich. - Um nicht "unter mich" schreiben zu müssen. - Früher sagte man, mit dem kannst du Pferde stehlen, da aber so gut wie niemand mehr Pferde braucht, wäre mein neues Loblied: Mit dem kannst du auf Quarantäne gehen.

Und wieder die Coronitis von heute, die Zahlen laut Mercedes Coello (Krankenhauschefin): 163 PCR-Tests wurden gestern gezogen, kein positives Ergebnis. - Davon waren 143 Proben Bediensteter im Gesundheitsdienst und 20 Tests auf Anraten der zuständigen Ärzte. - Der sechste Tag in Folge ohne positiven Befund. - Leider liegen weiterhin 2 Patienten in stationärer Behandlung, hartnäckige Kunden, aber "nur" noch 29 Menschen unterliegen der häuslichen Quarantäne. - Also sieht unsere Bilanz so aus: 31 aktiv Infizierte, gegenüber 51 genesenden Patienten. - Auch wollen wir nicht vergessen, dass allerdings auf der Insel sechs Personen an/mit Covid-19 verstorben sind.



Samstag 02.05.2020 Tag achtundvierzig des Hausarrests, Phase minus eins

Die Nachbarschaft steht noch
Raus aus den Federn, sonst ist Schicht im Schacht


Meine Frau war nicht besonders begeistert von meiner Idee, noch vor dem ersten Kaffee und dem Frühstück die erste erlaubte Runde im Kiez seit 7 Wochen zu drehen. - Nur der wunderbar duftende Kaffee konnte sie davon abhalten die Anzahl der Corona-Toten auf La Palma nicht weiter erhöht zu haben. - Ich muss also morgen vorsichtiger sein. - Aber das mit dem Kaffee klappt bei meiner Frau eigentlich immer und unterstreicht meine, seit vielen Jahren bereits bewiesene These, hinter jeder erfolgreichen Ehe steckt ein Mann der Kaffee kochen kann. - Es wurde ein Kompromiss, ein ausgiebiger Kaffee, gemeinsames Faltenstretching mit dem Wagenheber, kurze Toilette und dann raus auf die Straßen. - Kennen Sie das Lied von Konstantin Wecker, Genug ist nicht genug? - "Nichts wie runter auf die Straße und dann renn´ ich jungen Hunden hinterher". - Ich bin schon auf der ersten Stufe der Treppe unseres Eingangs gestolpert und nur pure Akrobatik hat mich davon abgehalten, jetzt dick eingewickelte Knöchel zu beklagen. - Aber das mit den jungen Hunden war dann zunächst mal vorbei, aber unser junger Kater Bruno war mit dabei. Auf jeden Fall die ersten hundert Meter. - Der war völlig verdutzt, dass wir eine andere Richtung einschlugen, wie seit Wochen nun, aber es geht eben plötzlich Richtung Große Freiheit, und die liegt bei uns gleich hinter den Müllcontainern an der Calle Taburiente.

Richtung Fuencaliente ist heute dran und so früh ist noch niemand unterwegs, außer ein paar Oberschlauen wie uns, die heute Abend erneut auf die Straße wollen und darauf vertrauen, dass niemand sie so früh bereits registriert. - Wie denn auch, man müsste schon mit einem großen, auffälligen Fleck auf dem T-Shirt unterwegs sein, um Aufregung zu erzeugen. Also mit einem solchen Fleck wie meinem, den ich mir beim drohenden Sturz zugezogen habe, als ich katzengleich meinen Körper an der frisch gekalkten Hauswand noch abrollen konnte. - Macht nichts, ich habe ja eine Frau dabei, welche die ganze Zeit darüber kichert, die Familiengruppe mit Fotos davon voll macht und selbst ihr Instagram-Freunde sind bereits darüber informiert, wie manche Männer auf die Straße gehen. - In solchen Momenten versuche ich es immer mit Bay-Chi, das ist die bayrische Variante einer bekannten Art, aufgenommene Energie gebündelt nützlich weiter zu leiten und denke mir dann: Meine Frau hat es viel schlimmer erwischt als mich, denn die muss ja mit mir unterwegs sein. - Während Sie noch darüber nachdenken, was ich eigentlich gemeint habe damit, schreibe ich einfach mal weiter, sonst wird das nichts mehr.

Eine gute Stunde waren wir unterwegs. Vier Menschen sind uns entgegen gekommen oder waren sichtbar in der gleichen Richtung unterwegs, so viel zu der Gefahr, sich in El Paso- Tajuya von Menschenmengen beviren zu lassen. - Hinter ein paar Fenstern raschelte es auch bereits und ich kenne die ja so ziemlich alle auf meinem Taburiente-Trail und die meisten, welche uns entdeckten, waren auch freundlich angetan, uns zu sehen. - Etwas Normalität tritt also zurück ins Leben. - Wenn die Guiris erst wieder spazieren gehen, dann schient der Boden zumindest nicht mehr Lava zu sein und wenn die überlebt haben, obwohl die nicht Radio María hören, dann scheint es ja doch keine Strafe Gottes zu sein. - Alle, sonst schon auf mich wartenden Hunde waren noch am Leben. - Manche von denen allerdings überrascht, mich plötzlich wieder zu sehen. - Ein paar davon bellten zunächst, erkannten mich aber dann und lieferten diese wunderbare Vorführung auf, wenn Hunde sich für ihr Verhalten kurz schämen, dann aber wieder in den Alltag zurück fallen.

Aber mit jungen Hunden hinterherrennen war nichts, ich hatte sogar Schwierigkeiten, den Rhythmus meiner Frau aufzugreifen und beizubehalten und wollte nicht auf mein Missgeschick gleich am Beginn unserer Ausfluges hinweisen, als mich ein Ausrutscher beinahe flach gelegt hätte. - Wir waren früh genug zuhause, um zu frühstücken und dann noch eine der ersten auf dem Supermarktparkplatz zu sein und haben so schon mal die zeitlichen Abläufe für die Phase Null und Eins geübt. - Als wir endlich los wollten, da zupfte meine Frau dann doch noch an meinem Hemd und klärte mich über die missratene Batik auf meiner Rückseite auf und dass ich doch bitte das Hemd wechseln sollte. - So kann ich mit dir in Tajuya spazieren gehen, aber doch nicht in die Stadt fahren und pass auf, wenn du die Treppe hoch steigst, dass du dich nicht wieder gleich schmutzig machst. - Seid Bay-Chi bin ich froh, eine solch führsorgliche Frau an meiner Seite zu haben, die mir die schwere Entscheidung abnimmt, wo bitte ich mich denn zum Trottel machen darf.

So viel Zeit muss sein, die Zahlen von gestern: 166 Tests PCR, komplett ohne positives Ergebnis. - Davon wurden 147 an medizinischem Personal durchgeführt, die anderen 19 an Routinefällen, welche sich mit Symptomen melden, die an die Virus-Erkrankung denken lassen. 2 Patienten weiter in stationärer Behandlung, 30 in häuslicher Quarantäne und insgesamt meldet man bereits 50 genesene Patienten. - La Palma scheint bereit für Phase Null. - Mindestens…



Freitag 01.05.2020 Tag siebenundvierzig des Hausarrests, Phase minus eins

Ja wo laufen sie denn, oder gehen sie schon?
Zwischen 23:00 und 06:00 Uhr: Nur für Einbrecher, Ausbrecher und Dealer


Manches bleibt unklar. - Wo hört Spazierengehen auf und wo fängt Individualsport an? - Für einen ist Spazierengehen Hochleistungssport und für den anderen Jogging schlappes Zappeln. - Wir werden das in den kommenden Tagen und Wochen schon noch auseinandersägen und die meisten Punkte im Belohnungskatalog sind auch klar geregelt. - Fangen wir also mal an: Zwischen 06:00 - 10:00 und 20:00 - 23:00 Uhr dürfen alle Spazierengehen mit einer weiteren Person aus dem Haus. - Also dem Partner oder Familienangehörigen, mit dem man auch sonst zusammenwohnt. Und das einmal am Tag und im Umkreis eines Kilometer von zuhause. - Nicht angegeben in der Verordnung SND/380/2020, veröffentlicht im BOE 1. Mai 2020 ist eine zeitliche Begrenzung des Ausflugs. - Also innerhalb der angegebenen Zeiträume kann man so lange Sport betreiben oder Spazierengehen wie man will. - Nun zu den Unterschieden zwischen Spazierengehen und Sport. - Spazierengehen kann man zu zweit, Sport muss man alleine betreiben und darf beim Sport auch nur so viele Pausen machen, wie absolut notwendig sind. - Aber Sport darf man auch weiter weg betreiben, als nur im Umkreis eines Kilometers. - Allerdings muss, sowohl das Spazierengehen, wie auch der Sport, immer von zuhause aus beginnen und innerhalb der Gemeinde ausgeübt werden. - Nicht erlaubt ist es, auch wenn man in der Gemeinde bleibt, eine Anfahrt mit Auto oder Bus zum Ausgangspunkt des Sports. - Ich möchte anmerken, dass ich immer Sport betreibe, wenn ich weiter als einen Kilometer weit weg von zuhause bin und immer spazieren gehe, wenn ich mit meiner Frau unterwegs bin. - Es wird abzuwarten bleiben, ob sich aus der schwammigen Beschreibung im Ablauf Probleme ergeben, welche man im Lauf der kommenden Tage klären müsste.

Alt ist man übrigens ab 70 Jahren, und diese Gruppe, also dreißig Plusplus, die hat von 10:00 - 12:00 Uhr sowie von 19:00 bis 20:00 Uhr Ausgang. - Natürlich mit einer Begleitperson, welche aber nicht Familie oder Mitbewohner sein muss, sondern auch ein Angestellter sein kann. - Kilometer gilt hier auch wieder, wobei ich keine Unterteilung zwischen rennenden oder schlurfenden Senioren im Text gefunden habe. - Die Kinder, also 14 Jahre nach unten, denen bleibt, immer in Begleitung eines Erwachsenen aus dem Haushalt, der Zeitraum von 12:00 - 19:00 Uhr vorbehalten. - Ein Kilometer von zuhause und eine Stunde, maximal 3 Kinder mit einem Erwachsenen. - Natürlich darf auch die Frage gestellt werden, wie das die Ordnungskräfte überwachen wollen und hier ist eben auch ziviler Gehorsam gefragt. - Ich glaube, ich habe dieses Wort noch nie in dieser Form gebraucht, sondern immer nur zu zivilem Ungehorsam aufgerufen. - Ich werde nun mal in mich gehen, ob das eine Folge des Alterns ist oder des Virus und würde mich gerne für das Virus entscheiden. - Aber vorher sind noch ein paar weitere Anmerkungen wichtig.

Für alle Aktivitäten gilt: Es ist immer ein Mindestabstand von 2 Metern zu anderen Personen einzuhalten. - Natürlich nicht zum Partner oder berechtigter Begleitperson. - Darüber hinaus sind bereits belebte Plätze zu vermeiden und alle Innenräume, wie auch Station oder überdachte Sportplätze. - Eine generelle Ausnahme gibt es für Gemeinden von weniger als 5.000 Einwohnern, also allen außer Santa Cruz, Los Llanos, El Paso sowie Breña Alta und Breña Baja. - In diesen Orten muss man sich nicht an die Uhrzeiten halten, wohl aber an die Regel mit dem Abstand von zuhause und der Zeitdauer des Aufenthalts draußen. - Ich ahne aber schon, dass es um diese Ausnahmeregel derben Streit geben wird, so hat El Paso zum Beispiel eine deutlich geringere Einwohnerdichte als zum Beispiel Tazacorte, aber in der Gemeinden darf man rausgehen, wann man will. - Weiter stellt sich die Frage nach Orten wie Puerto Naos. El Remo oder La Bombilla. - Diese sind weit ab vom städtischen Bereich und im Falle La Bombillas sogar noch in zwei unterschiedlichen Gemeinden gelegen. Theoretisch müssten also die Leute aus La Bombilla-Los Llanos sich an die Beschränkungen halten, die Leute aus La Bombilla-Tazacorte aber nicht. - Da aber nicht anzunehmen ist, dass man nun dort in La Bombilla eine Grenze zieht und mit Dorfpolizei und Guardia Civil überwacht, kann man wohl ruhig abwarten, wie bald, oder vielleicht erst auch Montag, die Gemeinden sich dazu äußern. - Es ist auch nicht anzunehmen, dass bereits morgen Strafen verteilt werden und sollte man Sie darauf hinweisen, dass Sie einen Fehler begehen, dann fangen Sie um Ihrer Börse willen nicht an zu diskutieren, sondern gehen wieder nach Hause. - Wir sind doch alle erwachsen und wissen doch eigentlich, um was es geht. - Um Abstand zu anderen Menschen und den Ordnungshütern nicht mit erhobenem Zeigefinger auf den Geist zu gehen. - Die anderen Regeln, also Einkaufen, Apotheke usw., das bleibt zunächst alles beim Alten und immer daran denken, ab Montag, das ist erst Phase Null, viel haben wir also noch nicht erreicht.

Und wir haben noch zu berichten die Zahlen von gestern: 169 Test PCR, kein positives Resultat. - Insgesamt auf La Palma, 36 aktiv Infizierte, 48 genesene Patienten.



Donnerstag 30.04.2020 Tag sechsundvierzig des Hausarrests, Phase minus eins

Wochenhöhepunkt, Einkauf
Sitzen gelassen im Parkhaus


Es heißt, der Einzelhandel setze mehr Schokolade um. - Ich könnte dafür verantwortlich sein. Nachdem ich in früheren Jahren auch verantwortlich zeichnete, für erhebliche Anteile des Umsatz an Dorada-Bier oder Vega-Norte-Weiß, sind mir wirtschaftstragende Entscheidungen nicht mehr fremd. - Bloß mit dem Mehrverkauf von Klopapier und dann die Mehl- und Hefekrise, damit habe ich nichts zu tun. - Wir haben, seit Anfang März kein Klopapier mehr gekauft, nachdem die letzten Urlaubsgäste aus unseren Ferienhäusern abgereist waren, reichten die dort gebunkerten Vorräte für uns bis heute mehrlagig aus. - Und werden das wohl auch noch ein paar Wochen tun, denn Schokolade stopft. - Bevor das nun ein peristaltischer Blog wird, Blockschokolade sozusagen, kommen wir zurück zur Überschrift und dem Verhalten normaler Bürger in Zeiten der Corona. - Zweimal in der Woche gönnen sich meine Frau und ich einen gemeinsamen Ausflug in den Supermarkt. - Eigentlich ist das gegen die offen geschriebenen Regeln des Ausnahmezustandes, aber wir haben eine einfache Erklärung, welche auch greift. - Ich darf nicht einkaufen, ich bin zu blöd, und meine Frau hat keinen Führerschein. - Ich kaufe immer nur Katzenfutter und Schokolade und damit bin ich nicht geeignet, für unbegleitete Einkäufe. - Gut, ich gehöre, nicht wegen meines Alters, sondern wegen meiner Vorzipperlein einer, oder gleich mehrerer Risikogruppen an, also sollte ich nicht in den Supermarkt, sondern am besten zu Hause auf dem Sofa warten, bis mich alles andere, aber nicht das Virus holt. - Das soll ja nun ab Samstag anders werden und heute noch will man die Schichten verteilen, wer um welche Urzeit wo die Turnschuhe am Samstag zum qualmen bringen darf.

Dienstag und Freitag sind unsere Wochenhöhepunkte, also die gemeinsame Fahrt zum Hiperdino in El Paso, mit anschließendem dreiviertelstündigen Einschluss im Pickup auf dem oberen Parkdeck. - Natürlich immer gleich früh morgens, ich will doch nicht in die Rushhour geraten, wobei man mir längst gesteckt hat, dass es eine solche, nach den ersten Anstürmen in Sachen Klopapier, schon gar nicht mehr gibt. - Aber dann sitze ich da und nach und nach kommen andere Fahrzeuge auch aufs Parkdeck, in ähnlichem Ansinnen. - Allerdings scheint es nicht erkennbar zu sein, oder nicht nachzuvollziehen, dass da jemand in einem abgestellten Auto sitzt und wartet. - Die Leute nehmen mich eigentlich niemals wahr. Dabei bin ich nicht klein und wegen meiner, robuste Echos abstrahlenden Gesichtshaut, auch durchaus im Radarbild klar zu erkennen. - Oft komme ich mir schon wie ein Spanner vor, dabei bin ich bloß entspannt und manchmal öffne ich schnell die Autotür und tue so, als wolle ich jetzt losgehen, bloß damit die Person im Auto gegenüber endlich aufhört, sich die Pickel aus der Nase zu drücken. - Manchen ist das übrigens völlig gleichgültig, ob man beim drittpersönlichsten Körperakt überhaupt zusieht, andere starren einen panisch entsetzt an und tun so, als hätten sie sich nur einen kleinen Speiserest aus dem Gesicht gekratzt. - Neueste Gegenaktion ist das schnelle Überstülpen einer Atemschutzmaske. - Diese hilft gleich mehrfach, man sieht die geröteten Hautstellen nicht mehr, erkennt die Person selbst auch nicht mehr und dann war da doch noch dieses komische Virus, welches mich ins Parkhaus verbannt.

Manchmal ist es lustig, anderen beim unbeobachtet sein zuzusehen. - Manchmal ist es auch verstörend. Selbstgespräche, Nasebohren oder auch ganz beliebt, der beidseitige Jogi mit anschließender italienischer Beckenspreizung in entspannter Hose und Pose. - Vielleicht ein Drittel aller Fahrer kommt inzwischen mit Atemmaske angefahren. - Das wäre nicht weiter aufregend, aber die sitzen fast immer alleine im Auto und ich frage mich tatsächlich, ob die vielleicht alle an einer Autoimmunkrankheit leiden, also nicht immun im Auto… Allerdings traue ich mich nicht, mal eine, sorry, es sind immer Frauen, mal zu fragen, gegen wen oder was man sich eigentlich alleine mit Atemmaske im Auto schützen will. - Vielleicht fürchte ich auch die Antwort: Vor unerkannten Beobachtern wie Ihnen, und das würde auch folgende Geschichte unterstützen. - Meist kommt kurz nach uns eine Frau auf den Parkplatz gefahren, stellt das Auto in ziemlicher Nähe zu unserem ab und die Fahrerin nimmt, nachdem sie den Motor abgestellt hat, die Gesichtsmaske ab, zieht die Lippen mit Rot nach und geht dann, ohne die Maske wieder aufzusetzen ihres Weges. - Im Auto schützt die Atemmaske, draußen der Lippenstift, ich lerne jeden Tag wieder neue Dinge über diese Welt. - Endlich erlöst mich dann der Anruf meiner Frau, das ist so ausgemacht, denn ich darf dann bis vor die Supermarkttür, die Tüten schleppen. - Hast du auch genügend Schokolade gekauft? - Sicher beobachtet mich seit Wochen irgendein anderer unentdeckter Autoinsasse, dessen Frau länger einkaufen ist, als meine. Mensch, wäre mir das peinlich. - Nein, nicht dass man mich beim Nasebohren beobachtet, das wäre mir komplett egal, das macht doch jeder. Allerdings wäre es mir sehr unangenehm, dass mich jemand beobachtet, von dem ich glaube, ich würde das mit ihm machen. - Und schon habe ich wieder was gelernt, über andere und michere Menschen…

Jetzt noch die positiv/negativen Zahlen auf La Palma von gestern: 162 Tests PCR, ohne einen einzigen positiven Befund. - 148 Proben bei Personal des Gesundheitsdienstes, 14 auf Verdachtsfälle hin. - 2 Personen befinden sich weiterhin in stationärer Behandlung, 34 in häuslicher Quarantäne, 48 wurden als genesen aus dem Krankenhaus oder der häuslichen Aufsicht entlassen.



Mittwoch 29.04.2020 Tag fünfundvierzig des Hausarrests, Phase minus eins

Die fünf Phasen des erarbeiteten Glücks…
… bis hin zur "Nueva Normalidad"


Das mit der "Neuen Normalität", ich kann es eigentlich schon nicht mehr hören. - Allerdings fürchte ich wohl, dass wir mittelfristig damit andauernd zu tun haben werden, also mache ich es wie die Franzosen, anstatt die Kröte barbarisch zu schlucken, kommt Knoblauch dran und es gibt leckere Froschschenkel. - Und für mich reicht ja sowieso schon Phase Null oder Eins, mehr braucht der Alte ja eh nicht mehr. - In Phasen wird also für die kommenden Wochen und hoffentlich nicht Monate gelebt, aber das sei gleich vorausgeschickt, wollen wir alle fünf Phasen wie Streber durchlaufen, ohne anzuhalten, dann brauchen wir dennoch bis Ende Juni. - Also acht Wochen, jede Phase deren zwei, und dann lockt die Neue Normalität und die hat irgendwie eine Maske auf und gibt sich nicht mehr die Hand. - Aber bis dahin kann viel passieren, denn dieser Fünf-Phasen-Plan hat keine Automatik nach vorne, sondern kann jederzeit, für jede Provinz und jede Insel nicht nur angehalten werden, sondern auch zurück gesetzt. - Immer eben vorausgesetzt, die Zahlen stimmen und in den Plänen und Anlagen (siehe unten) steht relativ klar beschrieben, wie das alles funktionieren soll. - Ich habe mir die Mühe gemacht, das alles zu lesen und es ist ein sehr umfangreiches wie ambitioniertes Werk, allerdings besteht eben bei all dieser Komplexität und der vielen Mühe immer auch wieder das Problem voran: Wie sage ich es dem Volke, damit dieses es auch kapiert.

Das war zwar in der "Alten Normalität" auch nicht anders, aber die Einschnitte sind eben derart drastisch und keineswegs mehr abstrakt, oder nur für manche gültig, dass wir da wohl ein bisschen von Annäherung der Ambition der Regierenden zu den Regierten einfordern sollten. - Leider gibt es nicht nur unter den Regierenden Staatsdeppen, sondern auch jede Menge an Faulen, Dummen, Ignoranten oder noch schlimmer, despotischen Realitätsverweigerern unter den Regierten, dass eine gänzliche und allumfassende Verständigung wohl niemals möglich sein wird. - So schimpfen viele auch gleich wieder über den Plan, natürlich ohne ihn gelesen zu haben und genau aus dem Grund, da jeder nur von seinem Standpunkt ausgeht, hat man ja mal so etwas wie Demokratie und Volksvertreter auf die Grüne Wiese gestellt.

Im Moment befinden wir uns in Phase Minus Eins, denn Phase Null beginnt erst am kommenden Montag. - Lediglich vier spanische Inseln haben einen Sonderfleißpunkt erhalten, Formentera, El Hierro, La Gomera und La Graciosa fangen gleich bei Phase Eins an. In diesen erlauchten Club hat es La Palma leider nicht geschafft, aber wir wollen nicht undankbar sein. - Am Montag den 4. Mai geht es los, obwohl bereits am Samstag den 2. Mai die Erwachsenen auch Spazieren gehen oder Sport an der freien Luft treiben dürfen. - Dafür werden aber noch Limitationen bekannt gegeben, so vermutet man kurze Distanzen von zuhause oder bestimmte Uhrzeiten, um größere Ansammlungen zu verhindern. - Warten wir das also ab. - Die Phase Null beginnt dann aber eben mit der Freizügigkeit, dass wir uns wieder außerhalb der eigenen vier Wände bewegen können. - Darüber hinaus können Läden öffnen und Kunden bedienen, allerdings nur nach vorheriger Abmachung und nur zur individuellen Abholung. - Die Restaurants bleiben noch zu, aber Abholung von Speisen außer Haus ist möglich. - Sportler dürfen anfangen zu trainieren, aber auch Amateure, aber immer kontaktfrei. - Öffentliche Gebäude müssen auf Publikumsverkehr ausgerüstet werden, mit Schildern, Abstandshinweisen und eventuell auch Desinfektionsspendern. - Läden und Restaurants sollen Uhrzeiten festlegen, in denen Menschen mit über 65 Jahren bevorzugt bedient werden. - Darüber hinaus werden noch viele weitere Forderungen gestellt, welche eben den Übergang in die Phase Eins vorbereiten sollen.

Die Phase Eins beginnt dann frühestens am 11. Mai und dauert mindestens zwei Wochen. - Sollten die Zahlen sich weiter in eine positive Richtung entwickeln, werden in der Phase Eins bereits Restaurants öffnen. - Allerdings nur die Terrassen und hier mit einer Limitierung auf 30% der Plätze. Hotels, Pension und andere Übernachtungsetablissements dürfen wieder öffnen, allerdings keine öffentlichen Zonen vorhalten, in dem sich auch frei zugängliches Publikum aufhalten kann. Die Landwirtschaft und Fischerei beginnt wieder voll zu arbeiten, falls es dort überhaupt Einschränkungen gab. Kulturstätten dürfen wieder öffnen, allerdings mit deutlich reduzierter Publikumszahl. Öffentliche Trainingseinrichtungen dürfen wieder öffnen, allerdings mit reduzierter Anzahl an Teilnehmern und unter strengen hygienischen Auflagen. - Leichenhallen dürfen wieder aufmachen, allerdings nur für Familienangehörige und mit Distanzauflagen. Öffentlicher Transport wird wieder hochgefahren, aber alles weiterhin unter begrenzenden Auflagen.

Phase Zwei beginnt dann frühestens am 25. Mai. - Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass es keinen Automatismus gibt, diese Phasen auch zu erreichen. - Das Gesundheitsministerium wird darüber wachen und kann auch ganze Autonome Regionen oder Provinzen von der Anhebung der Phase aus- oder gar zurücksetzen. - Auch innerhalb der Regionen können Gebiete oder Gemeinden von der allgemeinen Phase ausgenommen werden. - Sollte also eine Region die Phase zwei erreichen, dann kann man hier Restaurants geöffnet vorfinden, welche ein Drittel des Innenraums zur Verfügung stellen dürfen. - Allerdings nur Lokale von über 70 Quadratmetern und es wird nur an den Tischen serviert, nicht an der Bar. Kinos dürfen wieder öffnen, aber auch nur zu einem Drittel besetzt werden. - Konferenzsäle öffnen wieder wie auch Sehenswürdigkeiten, auch wieder auf ein Drittel der Zuschauermöglichkeiten reduziert. Fahrschulen fangen wieder an, Schulen halten für eine bestimmte Anzahl an Pennälern Nachhilfeunterricht ab und es wird eine Kinderbetreuung in den Schulen aufgebaut, für Familien, in denen beide Eltern arbeiten. - Darüber hinaus öffnen so gut wie alle Einrichtungen und Läden, aber immer noch für ein Publikum in reduzierter Anzahl. - Zweit- oder Nebenwohnsitze dürfen wieder aufgesucht werden, so lange sie in der selben Provinz liegen.

Phase Drei beginnt dann frühestens am 8. Juni und ab hier bieten sich auch wieder Wanderungen, Strandbesuche und fast alle anderen touristischen Tätigkeiten an. - Es bleibt in den meisten Unternehmungen ein Vorbehalt für eine reduzierte Anzahl an Teilnehmern. - Ob bis dahin internationaler Tourismus möglich ist, das lässt der Plan komplett offen. - Hier steht ausdrücklich, man wird das vorzugsweise mit den europäischen Partnern besprechen und planen und hofft hier, schnellstmöglich zu Übereinkünften zu kommen. - Es wäre zu spekulativ, hier nun einen möglichen Zeitraum zu benennen, aber alles drängt darauf und wer weiß, in welchem Grad Spanien vom internationalen Tourismus abhängig ist, der kann sich den Druck des Gewerbes auf die Regierung vorstellen. - Für die Kanaren und auch die Balearen gilt: Es wird inselbezogen bewertet, also kann, zum Beispiel La Palma in die Phase Zwei gelangen, auch wenn das, wieder nur zum Beispiel, San Borondón nicht geschafft hat. - Ich wage es hier nicht, ein echtes Inselbeispiel zu nennen, da versteht man wenig Spaß. - Allerdings scheint das sehr wichtig zu sein, da so nicht eine Insel für ein eventuelles schlechtes Ergebnis einer anderen Insel beschwert wird. - Nachfolgend der Text des Planes, so wie ihn die "Moncloa" (Sitz des Ministerpräsidenten) zur Verfügung stellt, sowie die drei "Anexos - Anhänge" in denen die Beispiele aufgeführt sind. - Anhang Eins beschreibt, wie das Gesundheitsministerium die Lage beurteilen wird. - Anexo Zwei führt auf, was ab wann gemacht werden kann und darf und der Anhang drei ist eine schematische Darstellung über die möglichen Zeiträumen. - Allerdings möchte ich warnen, das alles als festes Bauwerk für die kommenden Wochen unerschüttert zu sehen. - Spätestens ab Phase Eins wird es ständige Anpassungen geben müssen und so sehen das die Verfasser des Planes auch. - Aber ein Anfang ist gemacht, am Samstag gibt es den ersten Ausgang, nach dann sieben Wochen. Wir sind dabei.

Noch die Zahlen von gestern: Auf La Palma wurden 182 Tests PCR durchgeführt. - 22 an Bewohnern mit verdächtigen Symptomen und 160 an Mitarbeitern des Gesundheitsdienstes. - Keine dieser Proben ergab ein positives Testergebnis. - 2 Patienten in stationärer Behandlung, 32 in häuslicher Quarantäne und bereits genesene Patienten auf der Insel: 48. Gute Zahlen erneut, es lockt also bald die Phase Null...


Text der Regierungserklärung zur stufenweise Rückkehr in den Normalzustand


Anhang 1, (Methodik der Bewertung in welcher Stufe die entsprechende Region ist)


Anhang 2, (In welcher Phase welche Tätigkeiten und Aktivitäten in welchem Umfang beginnen)


Anhang 3, (Schematische Darstellung über die fünf Phasen und eventuellen Zeitabläufe)



Dienstag 28.04.2020 Tag vierundvierzig des Hausarrests

Facebook als Lebensretter?
Das Virus kam per Flugzeug


Pedro Sánchez wird erst in der kommenden Stunde zu uns sprechen, in Sachen wie es weitergeht. Also ob wir ein bisschen freigelassen werden und besonders auch, wie eben die touristischen Perspektiven für Spanien aussehen können. - Es gibt aber auch hier eine interessante Geschichte zu erzählen, welche erst jetzt den Weg an die Öffentlichkeit gefunden hat. - Ob das alles wirklich so ist, das lassen wir einfach mal offen, allerdings klingen die Quellen zuverlässig. - Veröffentlicht hat das Maikel Chacón mit seinem Online-Magazin eltime.es und es geht um 5 der 6 Menschen, welche hier auf der Insel an und mit Covid-19 gestorben sind. - Man frug sich sowieso schon, wie denn auf La Palma so viele Menschen in dem Zusammenhang gestorben sind, aber nun wird eine Reise draus und die führt nach Gandía, einem Badeort zwischen Valencia und Benidorm und liegt in der Autonomen Region Comunidad Valenciana. - Dorthin sind Anfang März gut 20 Senioren aus La Palma verreist, mit einem staatlichen Programm, welches Seniorenreisen innerhalb Spaniens sponsert. - Zurück reiste die Gruppe mit Vueling über Tenerife nach La Palma und schon bald vermutete man, dass in dieser Reisegruppe auch Rückkehrer zu finden sind, welche sich mit dem Covid-19 Virus angesteckt hatten. - Zunächst versuchte man die Senioren über die Reisebüros und die Fluggesellschaft ausfindig zu machen, was sich allerdings als schwierig darstellen sollte, da die allermeisten Daten lückenhaft oder gar falsch waren. - Mitte März war auch das Niveau der Sensibilisierung nicht so groß, dass alle Stellen sofort auf der Suche nach den Senioren mitgeholfen hätten, also wandte sich unsere Krankenhauschefin Mercedes Coelle direkt an die Bevölkerung der Insel.

Über Facebook tat sie das. Hier muss wohl jegliche Kritik zumindest in diesem Fall kurz mal innehalten, dass es über dieses Netzwerk in kürzester Zeit gelang, alle Namen und Anschriften der Reisenden zu bekommen. - So konnte man im Umfeld der Senioren ein Quarantänemuster erstellen und die Kontaktpersonen feststellen und auch testen. - Wie wichtig das war wird untermauert mit dem Hinweis, dass 5 der 6 an und mit Covid-19 auf La Palma Verstorbenen mit auf dieser Reise gewesen seien und man, Dank des mutigen Einschreiten der Krankenhauschefin und der weiten Verbreitung Facebooks wohl eine größere Ausbreitung des Virus verhindern konnte. - Dabei gab es durchaus auch derbe Kritik an Mercedes Coello, nachdem sie den öffentlichen Aufruf über den Verbleib der Reisenden aus Valencia gestartet hatte. - Man warf ihr unsensibles Verhalten, mit einer bereits verleumderischen Tendenz vor, allerdings könnte man eben heute daraus basteln, dass dieses Verhalten Leben gerettet haben mag. - Überhaupt hinterlässt Mercedes Coello in dem Verlauf der jetzigen Situation auf der Insel einen höchst professionellen Eindruck und nimmt langsam die Position einer "Inselmutter" ein, welche eben in schweren Zeiten als fester Fels in der virulenten wir viralen Brandung Stand hält. - Gut, Mercedes Coello, oder Merche, wie sie von Freunden gerufen wird, war immer schon eine Alpha- weiß nicht was, denn schließlich kommt die Ärztin aus der Politik und war als Abgeordnete für die Kanarischen Inseln auch schon im Madrider Parlament. - Das ist wohl auch der Punkt, der sie vom Heldenstatus generell retten wird, denn als tätiges Mitglied der PSOE (Partido Socialista Obrero Español) steht sie auch in der ständigen Kritik der anderen Parteien.

Insgesamt scheint die Geschichte glaubhaft und ergibt auch Sinn, auch wenn zunächst italienische Bürger auf der Insel in Quarantäne geraten sind, scheint das plötzlich kräftig auftauchende Virus hier auf der Insel ein Eigenimport aus Valencia gewesen zu sein. - Man wird nun noch genauer auf die Passagierdaten der Reisenden achten, aber das wird sowieso kommen, allerdings waren die lustigen Seniorenreisen sicher auch nicht der einzige Weg, wie das Virus nach La Palma gelangt ist. - Die Zahlen auf der Insel von gestern, übrigens auch aus dem Facebook von Mercedes Coello Fernández-Trujillo: 41 Tests PCR, ohne ein einziges positives Ergebnis. - Nach weiteren Entlassungen aus der Quarantäne befinden sich nun 2 Patienten in stationärer Behandlung im Inselkrankenhaus und weitere 34 Personen in häuslicher Quarantäne nach einem positiven Test auf Covid-19. - Dem entgegen stehen 46 bereits genesende Personen, also mehr, als noch aktiv Infizierte.



Montag 27.04.2020 Tag dreiundvierzig des Hausarrests

Die Frage ist nicht, wollen wir sie reinlassen?
Sondern, wollen sie reinkommen ?


Es ist eigentlich ein paar Wochen zu früh, bereits über internationalen Tourismus zu sprechen. - Allerdings bestimme nicht ich die Nachrichtenlage und eben beginnt, noch bevor wir überhaupt einen Fuß vor die Tür setzen dürfen, bereits eine angestrengte Diskussion. - Es geht um die, unglücklich verschwurbelte Aussage des größten Gewerbeverbandes in Sachen Tourismus auf La Palma, in der man annimmt, eine Reisewarnung Deutschlands für fast alle Länder der Welt würde bedeuten, dass Deutschland seine Bewohner nicht mehr nach Spanien lassen will. - Mit gütiger Hilfe bekannter Mechanismen medialer, aber erlaubter Tricks, entstehen so Schlagzeilen wie: Deutschland wird monatelang niemanden nach Spanien reisen lassen. - Wie wir wissen, eine Empfehlung wie Momentaufnahme und ich bin mir sicher, es werden wieder Deutsche Urlauber sein, welche als allererste diese Insel erneut besuchen werden. - Was ich nicht weiß ist, wann das sein wird. - Allerdings glaube ich, dass das nur noch Frage von Wochen ist, aber eben auch nur, wenn wir hier unsere Hausaufgaben richtig machen. - Es ist ein Irrglaube davon auszugehen, dass wir als touristische Destination ein Einreisezeugnis unserer Gäste verlangen können. - Es wird ganz anders herum sein, dass wir den Nachweis erbringen werden müssen, coronafreie, oder kontrollierte Zone zu sein, in welcher ein Aufenthalt nachprüfbar sicher empfohlen werden kann. - Das alleine hängt von der Entwicklung der Zahlen der kommenden Wochen ab und wie sich Europa innerhalb seiner Grenzen verständigt, einen neuen Alltag basteln zu wollen.

Die eigentlich interessante Aussage des Chefs des Tourismusverbandes CIT-Tedote, Óscar León ist eine ganz andere. - Es geht darum, wie man die größeren Tourismusbetriebe so behutsam wieder ans Laufen bringt, dass diese nicht bereits am Tag der Wiedereröffnung aus Kostengründen im Personal- und Steuerbereich dem Bankrott entgegenarbeiten. - Da hat der gute Mann absolut Recht und sucht nach einer Möglichkeit, wie man Betrieben dabei helfen kann, in reinsten Sinne des Wortes auf Sparflammen wieder hochzufahren. - Der, aus Deutschland stammende Kunstgriff Kurzarbeit, wäre hier eine probate Möglichkeit, allerdings besteht bislang hier dieses Mittel lediglich aus "Kurzarbeit Null" und sieht wirkliche Kurzarbeit gar nicht vor. - Verkürzte Arbeitszeiten mit staatlicher Aufstockung wäre da eine Möglichkeit. - Aber das gibt es hier noch nicht, allerdings liegt das mehr an den Bedenken der hier noch großmächtigen Gewerkschaften, als an fehlendem Willen der Regierung. - Da müsste man Schräubchen drehen und eines haben wir bereits in den Zeiten Coronas auch gelernt, dass viele Dinge zwar jetzt digital aus der Ferne funktionieren, aber neue Wege zu beschreiten, eben auch in solch dringlichen Aufgaben, die kommen dennoch nicht voran. - Wir müssen das wohl damit entschuldigen, dass es unser erster Virus mit nachhaltigem Faktor ist, also sowohl viral, als auch virulent, aber eben leider nicht virtuell. - Durch solche Wortspiele müssen Sie durch. Das ist hier kein verbaler Ponyhof, sondern lange Sätze, Genitive und anderer Kram vermisster Sprache, wie auch manch unbekanntes Wort begegnet uns auch noch, auf der Suche nach klaren Fragen. -Ich vermute mal, es liegt nicht so sehr an Deutschland, dass internationaler Tourismus in Europa eigentlich noch nicht auf die Tageszutunliste gehört, sondern eher am fehlenden Mut, Europa mal wirklich eine Chance zu geben, die über blanke Geldverteilerei hinaus geht. - Aber ich halte meine Wette aufrecht, der erste Ferienflieger, welcher wieder auf La Palma landet, der wird von einem deutschen Flughafen aus starten. - Sollte ich daneben liegen, dann schreibe ich drei Nachrichten mit weniger als 12 Zeilen, also die Höchststrafe für mich. - Sollte ich gewinnen, dann mache ich einfach weiter wie bisher.

Die Zahlen des Tages, also des gestrigen natürlich: 30 Tests PCR, ein positiver Befund. - Das heißt auch, dass wir den zweiten Tag hintereinander jeweils einen neuen infizierten Patienten haben, also eigentlich kein Grund besteht, bereits über internationalen Tourismus nachzudenken. - Dennoch, wir haben die, anfänglich beängstigende Kurve robust entschärft. Es bleiben 2 Patienten in stationärer Behandlung und 38 in häuslicher Quarantäne. - Bei aller Vorsicht lässt das aber auch erkennen, dass wir hier sicher nicht voll umfassend informiert werden, aber man wohl die Zahlen der Infizierten nicht manipuliert. - Vieles an fehlender Information ist wahrscheinlich auch dem Datenschutz geschuldet, so wird halt immer wieder gefragt, wo denn die neuen Infizierten ihren Wohnsitz haben und manche wollen noch weiter gehen und Namen und Adressen veröffentlichen. - Es bleibt aber noch ein gutes Stück Arbeit, bis wir uns wieder um den internationalen Tourismus kümmern können und bis dahin könnte man ja mal anfangen, das Wort Kurzarbeit in Einzelteile zu zerlegen und vorsichtig zu übersetzen.



Sonntag 26.04.2020 Tag zweiundvierzig des Hausarrests

Licht am Ende der Haustüre
Warum die Katalanen kanarische Extrachorizo unmöglich machen


Beim nächsten Virus wird alles besser. - Versprochen! - Immerhin, die Kinder durften ja heute schon raus und können das auch weiterhin tun. Eine Stunde, einen Kilometer und zusammen sollen die Kinder des Haushalts den Ausflug machen, mit einem Elternteil. - Nicht der Vater mit dem Sohne und die Mutter mit der Tochter, sondern eben zusammen. - Nur wer mehr als drei Kinder im Haushalt hat, der kann und muss ein zweites erwachsenes Mitglied mit auf die Straße bringen, sonst könnte es eine Strafe geben. - Aber die Polizei ist nicht darauf aus, diese Strafen auch zu verteilen, sondern es geht darum, möglichst keine großen Menschenansammlungen zu schaffen. - Es geht auch noch um mehr, denn ab kommenden Samstag könnten wir alle zum Lüften rausgehängt werden, sollten sich die Zahlen weiterhin so günstig entwickeln. - So klingt es angenehm aus Madrid und macht damit auch ein bisschen klar, warum unsere eigenen Vorschläge für einen kanarischen Sonderweg zu früh, zu spät oder einfach unsinnig waren. - Auch wenn die Kanaren als Inseln einfacher zu kontrollieren sind als Regionen, welche über Landmasse verbunden sind, wir sind auch Spanien und kein föderaler Staatenbund und auch nicht auf dem Weg dorthin. - Hier steckt auch der mögliche Zusammenhang mit der Unabhängigkeitsbestrebung der Hälfte der katalonischen Bevölkerung, denn lässt man die Autonomen Regionen eigene Wege aus der Krise oder in die Chance, dann gibt man aus Madrid selbst ein Signal noch mehr Macht in die Hände der Regionen zu legen. - So haben, natürlich ungewollt, auch die drastischen Forderungen nach einem eigenen Weg in Katalonien einen solchen für die Kanaren unmöglich gemacht. - Man könnte sagen, aus Gründen der Staatsräson, aber man kann eben schwerlich einigen Regionen gefühlte Freiheit überlassen, den anderen aber nicht.

Macht nichts, vielleicht werden die staatlichen Regeln auch ein bisschen einfacher zu befolgen als der, sehr stufig geschnittene Freiheitsknigge, welchen das Gobierno de Canarias als Arbeitsnachweis zur gnädigen Begutachtung nach Madrid geschickt hatte. - Am kommenden Samstag soll es so zu massenhaften Individualfreilassungen kommen, aber wie das aussehen soll, damit wir uns nicht alle beim Spazierengehen auf die Hacken treten, das müssen wir noch nachlesen. - Muss auch erst noch veröffentlicht werden. In Madrid will man jetzt den Fehler nicht wiederholen, die nächsten Maßnahmen im Katalog der Freiheit wieder tagelang durch die Presse zu treiben und damit Diskussionen in solch breitem Umfang zu schaffen, dass man selbst schon nicht mehr wusste, was man gestern eigentlich gewollt hat. - Und immer der Zeigefinger bleibt erhoben, so lange die Zahlen günstig bleiben und hier weiß man eben nicht, ob man das regional meint, oder generell wieder für das ganze Land. - Aber abwarten und die Wanderschuhe schon mal einfetten, denn es scheint ein kleines Lichtlein dort hinten an der Tür nicht nur das Handy des Pizzalieferanten zu sein.

Und dann hatten da manche Leute noch grundsätzlich was missverstanden. - Ich bekomme heute eine Werbemail in der mir angeboten wird, für einen halben "lechuga" (lechuga = Salatkopf = 100 Euro) würde man mir eine Schutzmaske pfriemeln, auf welcher genau der Teil meines Antlitzes gedruckt wäre, der verdeckt wird. - Liebe Leute, es ist sinnlos, mir solche Vorschläge zu machen, ich sehe den Sinn der Maske bei den allermeisten Leuten, mich sicher eingenommen, als generelle Verbesserung der öffentlichen Erscheinung. - Ich war ja auch immer für Burkinis und Ganzkörperbadehosen, nicht so sehr aus religiösen Gründen, diese habe ich nicht, sondern aus rein ästhetischen Erwägungen und solche habe ich, trotz vieler Jahrzehnte visueller Wahrnehmungen, weiterhin. - Also Durchhalten, eine knappe Woche noch und ich bin weiterhin für Maskenpflicht und zwar großflächig. - Ich meine große Fläche im Gesicht!

Zahlen auf La Palma: Ein neuer Fall mit positivem Testergebnis wurde gefunden, bei 48 gezogenen PCR-Tests. - Das hört sich eigentlich gut an, bedeutet aber auch, dass es weiterhin aktive "Nester" auf der Insel geben muss, welche noch nicht entdeckt sind. - Also, weiterhin vorsichtig sein und lasst uns nicht so tun, als sei diese Insel bereits virenfrei und wir könnten uns so davonstehlen. - Also 2 Patienten in stationärer Behandlung im Krankenhaus und 37 in häuslicher Quarantäne. - Ab morgen finden dann neue Testreihen statt. - Alle Mitarbeiter des Gesundheitssystems der Insel werden erneut getestet und darüber hinaus sind mehr als 700 Personen ausgesucht worden, an einem Breitentest teilzunehmen. - An diesen Personen werden Antikörpertests durchgeführt und mit genauer Befragung über die Haushaltsform und Lebensumstände fließen diese Daten dann in eine landesweite Studie über die Verbreitung des Covid-19 in Spanien ein. - Ob und wann es darüber Auskünfte geben wird, das haben wir bislang nicht erfahren können. Die täglichen Ergebnisse der PCR-Tests auf der Insel erhalten wir auch Dank Mercedes Coello, der Krankenhauschefin, welche den Kampf gegen das Virus schon ziemlich persönlich nimmt. - Ob das schon zum Heldenstatus reicht, das müssen die Heldenernenner selbst wissen, für einen Chapeau aus meinen Fingerkuppen, reicht es dicke!



Samstag 25.04.2020 Tag einundvierzig des Hausarrests

Vielen Dank, dass Sie mitgearbeitet haben…
Zentralregierung hat eigene Pläne


Wir hatten es ja bereits befürchtet, dass Madrid nicht so ganz amused sein wird von unserem regionalen Vorstellungen des Corona-Befreiungskampfes. - Allerdings dachten wir ja, zumindest bis Montag oder Dienstag ließe man "uns" noch aus Respekt auf dem Schreibtisch ruhen, um dann in die, ewig durstigen Schubladen der lustigen Verbesserungsvorschläge zu wandern. - Danke Canarias, setzen Sie sich wieder hin, wenn es so weit ist, dass jemand seine Nase vor die Tür stecken will, dann werden wir Sie das schon wissen lassen. - Lassen wir mal unbeachtet, dass unser Vorschlagskatalog auch ein bisschen diskussionswürdig war, da sowieso niemand so richtig verstanden hat, wann denn nun wer und mit wem vor und hinter die Türen darf. - Hier geht es um Hoheitliche Angelegenheiten und Madrid zeigt hier ganz klare Kante, das mit dem Föderalismus, das ist was für andere Länder, hier wird getan und gemacht, was Madrid sagt. - Wir wissen ja aus dem Alltag, dass das so nicht ist, aber Corona ist noch nicht Alltag und eigentlich ist das doch auch ganz gut so. - Also, Madrid hat eigene Pläne, wie man denn wieder von Null auf acht/fünfzehn kommen will und lässt uns das wissen, wenn es so weit ist. - Scheint in Zeiten der Generalmeckerei, nicht nur via Presse, sondern eben auch in den, immer noch als neu bezeichneten papierlosen Medien, auch probates Mittel. - Wer jetzt bereits ausplappert, wie man sich den Einstieg in den Alltag nach dem Ausstieg aus diesem vorstellt, der bekommt nicht nur hinterher eins auf die Schnauze, sondern bereits vor dem die Maßnahmen greifen. - Es ist natürlich schade, dass nun unsere Bemühungen und besonders die Erfolge hier auf den Kanaren nicht zur Extrawurst gereichen, aber noch heißt es eben, stillhalten und den Herren und Damen in und aus Madrid folgen.

Wir sind also immer kräftig überrascht, dass Madrid eigene Pläne entwickelt hat. Aber immerhin hat man uns versprochen, unsere Vorstellungen in deren Gedanken mit einwirken zu lassen und wenn man das positiv ausdrücken will, wie in der Mehrzahl unserer Pressegewerke, dann schreibt man am besten: Er (also wir) war stets bemüht, aber seiner Zeit zu weit voraus. - Was man alles falsch machen kann, mit vorzeitigem Nachrichtenerguss, sehen wir ja an den Plänen, ab Sonntag die Kinder zum Spielen vor die eigene Tür zu lassen. - Die ganze positive Arbeit des "Progressivbündnis" in Madrid, bestehend aus Sozialdemokraten, die sich Sozialisten nennen, und Linkspopulisten, die sich "Zusammen können wir" nennen, leidet unter dem Streit, ob denn nun zwölf- dreizehn- oder vierzehnjährige Mitcoronierer einen Kilometer von Zuhause spielen dürfen. Abgesehen davon, dass es sowieso kaum Kontrollen geben wird und kann, ist diese Diskussion in sich nicht zielführend.- Gut, hier wüsste jetzt auch keiner, wo das Ziel überhaupt ist, aber die Regierung in Madrid hat sich keinen Gefallen getan, diese Maßnahme mehrfach zu diskutieren und noch weniger, diese auch vielfach anzupassen. - Jetzt sind vierzehnjährige plötzlich erwachsen und sollen nicht mehr zum Spielen auf die Straße. - So schreibt wütend die Mehrzahl der Presse, allerdings nicht mal in der Lage, den eigenen Kollegen noch in die nächste Zeile zu folgen wo dann steht: Vierzehnjährige sind erwachsen genug, ab Sonntag alleine einkaufen zu gehen, zur Post, auf die Bank und in die Apotheke. - Also ab Sonntag werden die behandelt wie du und ich und so schlimm kann das doch nicht sein. - Für alle anderen, also für diejenigen, welche jünger sind gilt: Nur in Begleitung eines Erwachsenen aus dem Haushalt in dem sie sonst auch leben, und das auch nur im Umkreis eines Kilometers von Zuhause und eine Stunden lang. - Stempeln beim Verlassen des Hauses nicht vergessen!... HIER können Sie das Dokument im offiziellen Bulletin nachschlagen.

Und auf der Insel? Wären Gäste da würde man sagen: Scheißwetter, denn wieder mal misst man in Teilen Mitteleuropas mehr Plusgrade als bei uns und mehr als ein Ofen als unserer bemüht sich das allumfassende Feinstaubmanko ein bisschen auszugleichen. - Die Zahlen sind langweilig: 40 Tests PCR gestern, kein positives Ergebnis und fast könnte man meinen, die fahren inzwischen zu den letzten Höhlen von Garafía, um bloß keinen zu testen, der das Virus haben könnte. - Stimmt natürlich nicht, nur wer dringende Symptome nachweisen oder besonders gut fingieren kann, oder irgendwie "symptomrelevant" ist, der wird überhaupt getestet. - So fällt die Kritik, es würde zu wenig getestet leicht in sich zusammen, denn die wenigen Tests, die werden ja nur an verdächtigen Personen gemacht. - Darüber fällt es noch unverständlicher auf, warum so viele Leute alleine im Auto mit Maske und Handschuhen fahren. - Wirklich, als seien die gegen sich selbst allergisch und bei manchem, hinter dessen Maske ich erkennend blicken durfte, bin ich mir dessen auch fast sicher.



Freitag 24.04.2020 Tag vierzig des Hausarrests

Bin ich alt, gefährdet oder wohne ich auf der falschen Seite?
Die vier Phasen der Glückseligkeit


Immerhin, die meisten Kurzarbeiter haben inzwischen zumindest Post bekommen. - Und zwar, wie viel sie bekommen für März und April und dass sie mit dem Geld Mitte Mai rechnen können. - Wohl dem, der ein paar Hunderter auf der Seite hat, denn immerhin müssen die Kurzarbeiter (Null), hier ERTE (Expedientes de Regulación Temporal de Empleo) genannt, doch immerhin zwei Monate aushalten. - Aber immerhin, es soll was kommen. - Wir Autónomos bekommen an die 700 Euro, einige haben das schon erhalten und ich gehe mal davon aus, dass unser Geld auch in den kommenden Tagen eintreffen wird. - Immer damit rechnend, dass Siebold eben auch im spanischen Alphabet eher hinten dran ist. - Wie es dann aber weitergeht, zumal im Tourismus, das steht auch nicht im Katalog für einen Ausstieg aus dem Ausnahmeregeln, welche nun das Gobierno de Canarias hat erstellen lassen. - Von Daten steht da in dem, sehr umfangreichen Werk sowieso nichts, sondern von Phasen Eins bis Vier, wobei Vier dann irgendwie bei Schweden läge. Ausnahmen finden die drei Inseln El Hierro, La Gomera und La Graciosa, auf allen drei verzeichnet man keine Infizierten mit Covid-19, ansonsten will man alle anderen Inseln gleich behandeln. - Über allem aber steht, das ist lediglich ein Vorschlag der Autonomen Region Kanarische Inseln und soll nun der Zentralregierung in Madrid vorgelegt werden. - Die könnten nun das Papier generell zerfleddern, auf Vorzimmertischen liegen lassen, oder aber, was wahrscheinlicher ist, durch einen eigenen Stufenplan ersetzen. - Vielleicht lässt man uns auch gewähren mit dem Plan, immerhin sind das Gobierno de Canarias und die momentane Regierung in Madrid Parteibrüderchen und Schwestern.

Da jegliches Datum für "Phase Eins" fehlt geht man eigentlich davon aus, dass man in der kommende Wochen anfangen will, dem 27. April. - An dem Tag sollten ja zunächst die Ausnahmebeschränkungen wieder gelockert werden, allerdings hat Madrid diese nun bis 10. Mai verlängert. - Lediglich Kinder bis 14 Jahre sind ab kommenden Montag ein bisschen losgelassen, wir "Normalbürger", also der Otto und der Fulanito, sind bislang nicht für irgendwelche Ausnahmen vorgesehen. - Die Kanarischen Inseln argumentieren eben mit den, wirklich sehr guten Zahlen und auch damit, dass wir eben anhand unserer außergewöhnlichen Lage viel einfacher zu kontrollieren sind. - Das stimmt in der Tat, die Grüne Grenze ist bei uns ziemlich nass, also jeder, der zu uns will, der muss über einen Hafen oder Flughafen einreisen und kann dort angehalten und kontrolliert werden. - Ob diese Argumente, und eben besonders der Hinweis, dass die Nettoreproduktionszahl unseres "kleinen Problems" seit über drei Wochen bereits unter 1 liegt, dort in Madrid verfangen, werden wir in den kommenden Tagen, oder vielleicht erst Wochen erfahren. - HIER kann man sich ein PDF mit den Vorschlägen, meist bewährter Wissenschaftler herunterladen und wird schnell feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, seinen eigenen Freiraum hier zu finden. - Man muss zunächst mal auf der richtigen Seite der Straße wohnen, denn es wird nach geraden oder ungeraden Zahlen der Spaziergang bestimmt und darüber hinaus kann man sich aussuchen, ob man denn alt, hier werden 70 Jahre genannt, krank, oder Begleitperson ist. - Ober ob man sich eben als "Normalo" auf die Straße begibt und dann geht das von 06:00 - 09:00 Uhr morgens und dann wieder von 20:00 bis 23:00 Uhr. - Aber nicht weiter als 2 Kilometer von zu Hause weg, es sei denn man joggt oder fährt Fahrrad, dann dürfen es auch vier Kilometer sein. - Und immer mit dabei eine Maske, aber die muss man nicht aufsetzen, aber dabei haben, falls man in einen geschlossenen Raum gelangen sollte. - Da verstecken sich bereits schon wieder viele Fragezeichen und Auslegungsprobleme und welcher Polizist traut es sich zu jemanden zu maßregeln, er wäre nicht gerannt, sondern nur gelaufen. - Gut, mir würde niemand glauben, dass ich gerade gerannt bin, aber die 2 Kilometer Taburiente Trail, die kämen mir sehr entgegen, um die leibliche Corona-Kurve deutlich abzuflachen.

Die Zahlen für La Palma bleiben langweilig gut: 43 Tests wurden gestern gezogen, keiner mit einem positiven Ergebnis. - Darüber hinaus realisierte man die noch ausstehenden restlichen 12 Proben aus den Alters- und Pflegeheimen der Insel und auch dort gab es kein positives Ergebnis. - Das heißt auch, dass kein Bewohner eines Heimes der Insel mit Covid-19 infiziert ist, allerdings ein Mitarbeiter einer Einrichtung, welcher keine Symptome zeigt und nun in häuslicher Quarantäne ist. - 2 Patienten sind weiterhin in stationärer Behandlung und 36 in häuslicher Überwachung. - Als nächstes will man alle Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes auf der Insel erneut kontrollieren. - Beim ersten Durchlauf fand man von gut 1500 Proben immerhin 21 positive Ergebnisse. - Alle diese Mitarbeiter wurden in häusliche Quarantäne genommen. Davon sind aktuell noch deren 7 als aktive Infizierte gemeldet. - Man hofft natürlich, in den kommenden Tagen keine unangenehmen Überraschungen bei den Massenuntersuchungen des Sanitätspersonals zu erleben, nachdem man sich nach den ersten Untersuchungen schon ein wenig erschreckt hatte. - Allerdings hatten sich wohl überall in den ersten Wochen nach dem robusten Ausbreiten des Virus in Europa besonders viele Mitarbeiter der Gesundheitsdienste angesteckt. - Inzwischen sind alle vorsichtiger und haben auch genügend Schutzausstattung, so dass man guten Mutes in die zweite Runde geht.



Donnerstag 23.04.2020 Tag neununddreißig des Hausarrests

Das Kind noch vor dem Spielen, samt Bade, in den Brunnen geworfen
Eine Stunde, ein Skateboard aber drei Kinder


Bislang war unsere Regierung in Madrid ziemlich knackig in Sachen reagieren. - So muss das auch sein, gerade in viralen bis virulenten Zeiten sind gradlinige Entscheidungen sinnvoll und werden auch respektiert. - Die Zustimmungswerte für Pedro Sánchez sind groß, allerdings sind ausnahmsweise mal keine Neuwahlen in greifbarer Nähe, also muss man sich ganz weiter auf seine grundsätzliche Arbeit verlassen. - Man hätte sicherlich alles besser machen können, aber so blöd sind die Leute auch nicht und da ist halt in der oppositionellen Landschaft nun wirklich keine Figur, welche eine bessere machen könnte laut Umfragen, als Pedro Sánchez selbst. - Bis vor ein paar Tagen der kleine Satz fiel, die Kinder könnten nächste Woche eine Weile aus dem Haus. - Das stammt von Mismissimo noch selbst, aber dann kamen Virologen, Therapeuten, Minister, Ministrantengrabscher, Landesfürsten und Zuständige für Sicherheit zu Wort und seit dem scheint unsere Regierung über Skateboards zu stürzen. - Nein, nicht Skategate, so weit geht das nicht. Aber das Wie, Wann und warum andere nicht, ergibt keinen Sinn. In Sachen "Kinder vor die Tür" macht unsere Regierung zum allerersten Mal, seit der Ausnahmezustand unser Land lähmt, sich selbst zum Gejagten der viralen Geschichte.

Zunächst hieß es, zum Spielen vor die Tür, dann nur als Begleitung der Erwachsenen zu notwendigen Erledigungen, dann sollten die Kinder einkaufen gehen, zunächst mit den Eltern, dann alleine und immer wusste man schon beim vorletzten Vorschlag, das wird der vorletzte Nachschlag nicht bleiben. - Inzwischen ist man bei einer Stunde, mit Skateboard und Ball, aber maximal 3 Kinder und nur einen Kilometer von zu Hause und das zwischen 09 Hundert und abends. - Jetzt müsste man nur noch einen Dorfpolizisten neben jede Kinderschar stellen, die das auch überwacht, oder man verlässt sich auf die Tracking-Daten der Mobiltelefone und liest diese jeden Tag aus und schickt diese an den Appschnittsbevollmächtigten… Ich glaube Pedro kann das Wort niños schon nicht mehr hören, da muss er mit "La Merkel" und bockigen Italienern über die Milliardenschulden seines Landes reden und auf seinem Handy laufen andauernd nur neue Vorschläge ein, wie man denn den Schlamassel "Kinder aus dem Schacht" noch irgendwie regierungsfreundlich retten könnte. - Ab Sonntag soll das nun gelten, bislang hieß es Montag und schon fordern die Senioren des Landes ähnliche Maßnahmen ihre lappigen Gliedmaßen auch auf die Straße werfen zu dürfen. - Was für ein Bild und dann wollen die Friseure auch raus, die Bananenbauern länger biegen dürfen, die Sportler auch tagsüber dopen und Drogis wie Einbrecher begehren auf, da sie sich nun wegen der Ausgangsbeschränkungen gleich doppelt stigmatisiert fühlen. - Ist schon ein Scheißjob, Politiker auf Corona. - Am Anfang machst du alles richtig und wirst zum Retter der Nation, dann lässt man die Kinder vor die Tür und schon ist man der nationale Dorftrottel. - Ich möchte es nicht machen, nicht für ´ne Mark fuffzich und wenn, dann würde ich mir mein Volk deutlich besser aussuchen…

Die Corona-Lage des Inselvolks ist schnell erzählt. - Gestern zog man 41 PCR-Test und erkannte dabei einen positiven Befund. - Wir sind also noch nicht so ganz ohne Krönchen, auch wenn uns das die vielen guten Ergebnisse der letzten Tagen und fast Wochen manchmal vorgaukeln wollten. Kein Patient auf Intensiv, 2 Menschen in stationärer Behandlung und 36 Personen werden in häuslicher Quarantäne überwacht und behandelt. - Als genesen sind 42 ehemalige Patienten bereits wieder in freier Insellaufbahn und so müssen wir also weiter aufmerksam und geduldig bleiben. - Das Wetter bleibt regnerisch, der Norden der Insel hat gut 20 Millimeter abbekommen bis Mittag und hier bei uns im Tal ist es zwar nass geworden, aber es macht keinen Spaß, das bisschen ordentlich der Menge nach zu messen und irgendwelchen minimalistischen Statistiken zuzufügen. - Aber es kann die nächsten Stunden noch gut regnen und auch in den kommenden Tagen bleibt die Regenwahrscheinlichkeit über der, internationale Gäste spontan auf der Insel begrüßen zu dürfen…



Mittwoch 22.04.2020 Tag achtunddreißig des Hausarrests

Die Engländer wollen aus der EU austreten?
Junge Schwedin geht nur freitags nicht in die Schule?


Meine verschwundene Lieblingsgeschichte ist ja immer noch die vom vorzeitigen Mauterguss. - Erst wenn wir wieder über den bescheuerten Andi sprechen, gibt es so etwas wie großflächige Entwarnung und was man alles noch für bescheuerte Sachen anstellen kann, so lange jeder sich ausschließlich mit virulenten Viren beschäftigt. - Hier auf der Insel gibt es dann auch noch den, wahrscheinlich traurigen Umstand, dass die katholische Kirche nun offiziell auf Wunder verzichtet. - Anstatt die Virgen de Las Nieves aus der Wallfahrtskirche zu holen und gegen das Virus auf die Straße zu zerren, hat nun der Bischoff die diesjährige Wallfahrt, die Bajada de la Virgen de Las Nieves, abgesagt. - Ich muss mich ziemlich zusammenreißen, jetzt nicht zu zynisch zu werden, aber früher, als alles anders war, und nur manches besser, da schickte man die Heiligen immer an die Front, um gegen Unbilden und Katastrophen anzugehen. - Der Galilei scheint da doch mehr kaputt gemacht zu haben, als nur ein Weltbild. - Sicher, die Niederkunft der Jungfrau vom Schnee ist inzwischen das größte, allerdings nur alle 5 Jahre stattfindende Inselfest geworden und so wäre mindestens leichtsinnig bis sträflich, dieses Volksfest mit Massenzusammenkünften stattfinden zu lassen. - Aber so ist das halt in der neuen Zeit, auch die Jungfrauen sind nicht mehr das, was sie früher einmal waren und ich glaube, das tut uns allen gut. - Besonders den Jungfrauen übrigens, also den Marienfiguren, die man immer mit viel zu vielen Wünschen und Aufgaben betraut hat. - Wir müssen da also selber rauskommen, aus dem viralen Mist, aber vielleicht kann man ja noch die eine oder andere Schutzmaske noch irgendwie segnen lassen oder mit Weihwasser bespritzen, nur um sicher zu gehen.

Wirklich wichtige Dinge sind in Puntagorda geschehen. - Dort hat man den ersten Versuch erfolgreich abgewehrt, einen anständigen Waldbrand zu inszenieren. - Und der Trick ist einfach, auch unter der neuen Inselregierung und der neuen Abstandsgebote: So schnell wie möglich ran an den Brandherd und das Feuer noch im Anfangsstadium bekämpfen. - Gut, man hatte auch die meteorologischen Bedingungen auf seiner Seite, aber es war wohl auch eine gute Übung für die neuen Leute aus der Inselregierung, welche da jetzt das Sagen haben. - Übermorgen wird es dann sogar Regen geben, vielleicht sogar bei uns im Tal, aber bis dahin wäre uns solch ein Feuer in den hohen Zonen des Nordens überhaupt nicht angenehm gewesen. - Das hat also funktioniert und auch von der anderen Front gibt es gute Nachrichten. - Die Kinder sollen ab kommenden Montag nun doch auch draußen spielen dürfen und nicht nur die Eltern zu Erledigungen begleiten dürfen. - Da hat eine Koryphäe dem anderen Spezialisten nicht richtig zugehört und der Minister war sowieso nicht im Bilde und Schuld an dem Hin und Her ist sowieso Pedro Sánchez, obwohl der eigentlich überhaupt nichts dazu gesagt hat. - Allerdings erwarten Beobachter der Madrider Szene bis Montag noch weitere Stumpffindigkeiten und man wird das schon so zu Papier bringen, dass keiner so wirklich weiß, ob die Jungs und Mädels den Ball besonders oder nur ausgesprochen flach halten sollen beim Völkerball auf Abstand. - Aber generell hat das nun eine breitere Diskussion ausgelöst, ob wir denn hier auf den Kanaren weiter genau so eingesperrt bleiben müssen wie anderswo, obwohl wir hier doch das Virus ziemlich bar und wenig Schein unter Kontrolle haben. - Ich würde schon mal wieder ganz gerne meinen Taburiente-Trail machen, ich würde auch versprechen, eine Maske mitzunehmen.

Seit gestern zählt man auf der Insel mehr "Genesende" als Infizierte, vielleicht auch, weil uns zählen einfach Spaß macht. - Aber mal ganz kurz ernsthaft. - Keine weiteren Infizierte aufgetaucht, obwohl man gestern erneut 250 Tests gemacht hat. - Heute morgen bezifferte man also die Situation wie folgt: 4 Personen in stationärer Behandlung, 34 in häuslicher Quarantäne unter ärztlicher Betreuung. - Das macht also 38 aktiv Infizierte im Zusammenhang mit Covid-19 bei gleichzeitig 41 ehemaligen Patienten, welche insgesamt als geheilt entlassen werden konnten. - Nun ist mal also durch mit den Alten- und Pflegeheimen der Insel und als nächstes werden die Einrichtungen des Gesundheitsdienstes erneut mit Tests überzogen und erst dann wird man, bei negativen Ergebnissen, positive Meldung auf sehr breiter Ebene verkünden dürfen. - Wären da nicht die 6 Menschen, welche an/mit Covid-19 auf der Insel verstorben sind, dann würde das mit der Insel der Glückseligen in noch dickeren Lettern über der Cumbre schweben.



Dienstag 21.04.2020 Tag siebenunddreißig des Hausarrests

Das hatten sich die Kleinen aber anders vorgestellt…
…Die Eltern auch


Locker vom Hocker lässt man uns noch länger nicht. - Allerdings drängt man nun seitens des Gobierno de Canarias auf Ausnahmereglungen für die Kanareninseln, welche wenig, oder gar keine Infizierten in Sachen Corona mehr haben. - Dazu gehört La Palma übrigens nicht, auch wenn wir uns ganz viele Fleißbildchen verdient haben, dagegen sprechen eben die sechs Todesfälle und immer noch an die 40 aktive Fälle von Covid-19. - Auf der offiziellen Statistik steht La Palma sogar noch mit 87 Fällen "in der Kreide" und ich finde es müßig bis lästig nun darüber zu diskutieren, ob man "Brutto oder Netto" werten soll. - Hinten raus kommt halt, dass wir noch ein bisschen auf unser Extrachorizo warten müssen und das sicherlich auch gerne und voll verständlich tun… Die allgemeinen Erleichterungen, welche ja ab kommender Woche für ganz Spanien gelten sollen, die fallen deutlich platter aus, als man gehofft hatte. - Während man in Deutschland schon wieder in Parks rumläuft und im Baumarkt Schlange steht, dürfen bei uns kommende Woche als Bonbon die Kinder bis 14 Jahre endlich nach fünfeinhalb Wochen vor die Tür. - Aber nicht zum Spielen! - Das wäre ja auch zu einfach, wer kommt denn schon drauf, dass Kinder gerne spielen würden. - Ich krieg mich auch gleich wieder ein, Zynismus ist hier fehl am Platze denn den Verantwortlichen geht mindestens die Düse, wenn nicht gar die Drüse, gilt es doch verantwortlich eines der am heftigsten getroffenen Länder irgendwie an so etwas wie Normalität heran zu führen.

Die Kinder sollen also ein Elternteil zum Einkaufen oder in die Apotheke begleiten dürfen, also zu den Unternehmungen, welche sowieso in dem Ausnahmekatalog des ursprünglichen Dekrets bereits aufgeführt waren. - Man möchte halt unter allen Umständen verhindern, dass sich die Kinder unbeaufsichtigt mit anderen Leuten treffen und so neue Infektionswege öffnen. Kinder über 14 Jahren sollen dann auch alleine zum Einkaufen gehen dürfen und wenn ich Bengel Fulanito wäre, hätte ich meine neue Leidenschaft bereits gefunden. - Die einen finden nun die Erleichterungen enttäuschend, die anderen wollen noch kein Nachlassen der strengen Maßnahmen und immer wieder muss man einfach betonen: Keiner von uns, auch die Spezialisten haben so etwas noch nie durchgemacht, also gemach bitte mit Kritik. - Nicht, dass Kritik nicht erlaubt wäre, allerdings sollte man dabei immer die Last der Verantwortung in Betracht ziehen, welche der Kritisierte unter Umständen tragen muss, wenn er erlauben soll, dass diese strengen Regeln aufgehoben werden können. - Auch braucht es ein gewisses Maß an kognitiver Reife. - Da laufen so viele Falschmeldungen durch das, was man das Netz nennt, dass einem fast viral am Bürzel werden könnte. - Das allermeiste ist ganz einfach nur Kuhmist, oder bullshit wie der Globalbürger sagen würde, manche Dinge allerdings brauchen ein bisschen Nachdenken, oder zumindest Feingefühl.

Eine Anordnung erlaubt den spanischen Streitkräften, dabei hervorzuheben die UME, statt normaler Reinigungsmittel auch biowirksame Stoffe einzusetzen. - Damit sind im Rahmen der Einsätze der UME Desinfektionsmittel gemeint, welche die fleißigen Arbeitssoldaten seit Wochen bereits überall im Lande anwenden. - Dort ist dann mehrfach die Rede von" desinfección aérea" also Luftdesinfektion/Desinfektion über die Luft und virulente Geister haben daraus gebastelt, die spanischen Streitkräfte würden nun von Flugzeugen aus das Land mit Chemie einferkeln. - In der Tat kann man das in mehrfacher Weise deuten und übersetzen, es ist ein klein bisschen unglücklich beschrieben. - Was gemeint ist, die Leute sollen nicht nur den Schwamm und den Lappen nehmen, um Oberflächen zu reinigen, sondern auch Sprays, Sprühflaschen und Pumpen, um jeden nur erdenklichen Fleck zu erreichen, welcher sich der Erreichbarkeit des Lappens entzieht. Wie man allerdings darauf kommt ,zu glauben, in einem Land wie Spanien würde man die Leute massenhaft aus Flugzeugen mit Desinfektionslösung übersprühen, das entzieht sich komplett meinem Vorstellungsvermögen. - Das muss so aus der Richtung Chemtrail-Verwirrte, Reichsverbürger oder gleich Generaldeppen kommen und stellt bei mir die Frage neu auf, ob sich nicht nur die Politik von den Bürgern entfernt hat, sondern vielleicht so mancher Bürger auch bereits der Realität. Hier eine der Stellen aus der Anordnung mit der Passage der Luftdesinfektion: "Asimismo, se autoriza a las unidades señaladas en el párrafo anterior a la utilización de procedimientos de desinfección aérea, a través de las técnicas de nebulización, termonebulización y micronebulización para la ejecución de las referidas labores de desinfección."

Die augenblicklichen Zahlen zu La Palma sind schnell erzählt. - 194 Test wurden gestern im Laufe des Tages gemacht, allesamt mit dem Ergebnis negativ. Davon waren 168 Proben aus Altersheimen und Pflegestätten und 26 auf Veranlassung der "HADO" ( hospitalización a domicilio), welche die häuslichen Quarantänen betreuen und überwachen. Auf Intensivstation kein Patient mehr, 4 in stationärer Behandlung und 36 in häuslicher Überwachung. - Also 40 aktive Infizierte mit Covid-19 auf La Palma und damit melden wir uns, sollten wir weiterhin so wachsam bleiben, uns schon mal für weitere Fleißbildchen und bitte auch Extrawürste an.



Montag 20.04.2020 Tag sechsunddreißig des Hausarrests

Mit den Enkeln spielen, noch bevor die Tochter schwanger ist
Spirale nach oben nimmt zu schnell Fahrt auf


Ich weiß es. - Man kann nicht nur Krisen daherreden, sondern auch Aufschwung. - Oft genug gemacht und genau so, wie es die berühmte Spirale nach unten gibt, existiert ebenso eine nach oben. - Die Kunst dabei ist allerdings, man muss den Schwung ausnutzen nach oben zu kommen und dann das Ding loslassen. - Nicht wieder mit nach unten ziehen lassen, bloß weil es wieder ein paar krümelige Nachrichten gibt. - Aber immer schön eines nach dem anderen. Sicher sind die Zahlen hier auf den Kanaren wunderbar, aber ob das gleich wieder Anlass bieten sollte, bereits den internationalen Tourismus durchzuplanen, ich weiß es nicht. - Die Verbände der Gewerbetreibenden treiben da die Gewerbe voran und das ist sicher richtig, allerdings müssen wir hier unsere Hausaufgaben zunächst richtig machen, bevor wir von den Gästen einen "Immunpass" fordern oder ein Papier, aus dem hervorgeht, dass wir uns nichts "einfangen" können. - Ashotel, der Hoteliersverband Tenerifes möchte da einen gläsernen Gast fordern und ein bisschen erinnert mich an eine verkehrte Welt, in welcher der Gast denn beweisen muss, dass er der richtige für die zu besuchende Region sei. - Natürlich ist das ein netter Gedanke, wir suchen uns die Gäste zukünftig aus, mit Schufa- und Gesundheitszertifikat und wer das nicht bringen kann, der muss woanders hin reisen.

Man darf ja die Rechnung nicht ohne den Wirt machen. - Das wissen wir, allerdings habe ich nach fast drei Jahrzehnten Tourismus gelernt, dass man die Rechnung auf keinen Fall ohne de Gast machen darf und da sieht das dann schon wieder ganz anders aus. - Darüber hinaus kommen solche Forderungen absolut zur Unzeit, wir sind gerade mal dabei, das lästige Virus aus dem Katastrophenmodus irgendwie in den Alltag zu integrieren, da muss ich nicht bereits Verhaltensregeln aufstellen für kanarenwillige Besucher. - Ist ja auch noch ein bisschen hin, allerdings sind wir ja gespannt wie eine Flitzebogen und wenn wir erstmal losgelassen werden, dann kommt auch diese Dynamik ins Spiel, welche bislang noch dem Virus überlassen wurde. - Allerdings möchte ich warnen, richtig wachsen ist noch schwieriger als schrumpfen. Auch wenn es uns in der Branche an allen Ecken und Enden schmerzt, weil ohne Gäste eben der Tourismus ähnlich sinnlos ist, wie der Profifußball ohne Zuschauer. - Erst müssen die Hausaufgaben gemacht werden und dann können wir uns überlegen, ob wir dermaßen arrogant sein können, uns reisewillige Urlaubsgäste rauszupicken.

Aber wir sind auf dem Weg, die Hausaufgaben gut zu erfüllen. - Über dreihundert Tests gemacht, davon die allermeisten erneut Schnelltests in Heimen und Pflegeanstalten der Insel. - Diese waren allesamt negativ, allerdings gab es ein positives Ergebnis in den PCR-Tests, welche auf Anfrage von besorgten Bürgern gemacht werden, welche Symptome bei sich feststellen. - Dennoch gab es wieder mehr Entlassungen aus häuslicher Quarantäne als diesen einen Neuzugang und so sehen die Zahlen auf La Palma nun aus: Kein Patient mehr mit Covid-19 auf der Intensivstation, 4 in stationärer Behandlung und 38 in häuslicher Quarantäne. - Das macht also 42 aktive Fälle auf La Palma und das hört sich doch sehr gut an, wären da auf der "dunklen Seite" eben nicht die 6 Todesfälle, welche man im vergangenen Monat zu beklagen hatte. - Aber kein Patient mehr auf der Intensivstation mit Covid-19, das alleine ist schon mal eine gute Nachricht und damit ist die Tochter zwar auch noch nicht schwanger, aber immerhin hat diese schon mal ein Date…



Sonntag 19.04.2020 Tag fünfunddreißig des Hausarrests

Kinder, Hunde, Hamster, alles aus!
Durchhalten bis 9. Mai


Wer hat da wieder seine Suppe nicht gegessen? - Pedro Sánchez, Präsident der Spanischen Regierung wird kommende Woche erneut eine Verlängerung des Ausnahmezustands im Parlament beantragen. - Es gilt als sicher, dass auch die Opposition zustimmt, oder sich zumindest vornehm enthält, also werden wir noch bis in die zweite Maiwoche hinein mindestens aushalten müssen. - Die Zahlen sind noch nicht gut genug und Spanien ist, auch wenn die Autonomen Regionen enorme Freiheiten besitzen, doch kein föderales Land. - So könnte man durchaus zum Beispiel hier auf den Kanaren der Meinung sein, wir wären längst bereit, für vorsichtige "Entlassung" in freie Virenbahnen, aber selbst das Gobierno de Canarias war anderer Ansicht und in der lokalen Opposition ging sogar der Vorwurf rum, man wolle keinen Testlauf für den Rest des Landes machen. - Gut, ich wäre anderer Meinung gewesen, darf aber als guter Bürger diese behalten und werde mich natürlich auch weiterhin an die Vorgaben halten. - Gut, meine Frau wird im Auto weiterhin neben mir sitzen und nicht hinten, so wie man das eigentlich von uns will, aber wenn das alles an revolutionärem Restkörper in uns geblieben ist, dann sind wir auch reif, für den Reststoffhof der Ideologien. - Nein, natürlich nicht, aber ich werde mich nicht in schwachen Momenten zusammen mit Verschwörungshanseln und rechtem Gschwerl gegen zu viel institutionelle Machtkonzentration wenden. - Erst kommt das Virus dran, dann erst wird der leichtrevolutionäre Charakter im Austragszustand wieder aufgenommen. - Wie schon gesagt, nach Corona sehen wir uns wieder…

Es gibt allerdings auch bis zum 9. Mai bereits ein paar Lichtblicke. - Schon ausgesprochen ist die Möglichkeit, Kinder bis 12 Jahren ab dem 27. April ein wenig mehr Freiraum zu gestatten. - Also raus vor die Haustür wohl, aber ob an der Leine oder freilaufend, man weiß es noch nicht. - Mag ich jetzt vielleicht auch mit den Hunden verwechselt haben, aber immerhin, Kinder bis 12 Jahren haben inzwischen einen ähnlich luxuriösen Status wie Hunde. - Ist natürlich richtig, mindestens, allerdings bastelt man noch an den Voraussetzungen und eben auch, wie die Überwachung dieser Ausläufe aussieht. - Erste Anzeigen in der Fachpresse gibt es bereits: 10 Euro eine Runde um den Pudding, 25 Euro für deren drei und ich warte ja so ganz im Geheimen noch auf die Möglichkeit, dass auch Senioren eine Ausnahmegenehmigung erhalten. - Dann biete auch ich mitgeführte Ausflüge an. Spiele auf Befehl auch Gebrechlichkeiten vor und laufe aber auch ganz brav neben einem her, wenn es denn erst mal so weit ist. - Ist es aber noch nicht, auch wenn unsere Obervirologe Fernando Simón das eigentlich so sieht, Pedro Sánchez ist weiterhin Chef, und der lässt bislang nur eben Hunde und Kinder vor die Tür. - Die Hamster sind nun auch nicht mehr, so nötig wie früher, ab kommender Woche solle es nun auch preisliche Reglungen und Obergrenzen für Gesichtsmasken geben. - Hier mag man also auch bereits wieder "riechen", das Maskengebot wird wohl kommen, aber zunächst müssen eben die Dinger auch verfügbar sein und das zu einem Preis, welcher nicht der lockenden Regel von Angebot und Nachfrage allein bestimmt wird.

Auf der Insel gibt es zwei neue Fälle von Infektion mit Covid-19 und das bei, insgesamt 330 Tests gestern. Wobei 300 Tests alleine in Heimen für Senioren und andere betreute Gruppen durchgeführt wurden und dabei fiel ein Test positiv auf. - Ein Mitarbeiter eines Heimes muss jetzt in die häusliche Quarantäne, allerdings soll dieser Mann so gut wie keinen direkten Kontakt zu den Insassen des Heimes gehabt haben und auch erst ein paar Tage dort arbeiten. - Wir glauben ja generell immer alles, aber da wir natürlich auch nicht gegenteiliges zur Hand haben, gibt man das so weiter, natürlich in der positiven Hoffnung, das möge so richtig sein. - Ein weiterer "Kunde" der für die regulären Probenahmen zuständigen "HADO" (Hospitalización a Domicilio) wurde ebenso positiv auf Covid-19 getestet und damit reißt gestern die bislang sechs Tage anhaltende Serie auf der Insel, ohne erkannte Neuinfektion. - Dennoch sind wir weiterhin auf einem sehr guten Weg hier auf La Palma und werden uns schon weiter arrangieren, auch wenn das nun erneut zwei Wochen länger dauern soll. - Kinder und Hunde zuerst und dabei hatte ich so gehofft, dass es doch irgendwann auch mal für was gut sein könnte, deutlich über dreißig Jahre alt zu sein.



Samstag 18.04.2020 Tag vierunddreißig des Hausarrests

Temperatur: ¡Genial!
Der Einkauf erspart den Arztbesuch


An apple a day keeps the doctor away sagt die Frau des alten Landarztes und kaufte gleich noch mal ein Kilo Boskoop mehr. - Viel hilft viel, denkt sich die Dame dabei, so rückt er mir sicher nicht mehr auf die Pelle. - Das halbe Leben besteht aus Missverständnissen und ich versteh die Wilde Miss vom Ohio auch nicht ganz. - Aber das ist alles nicht so wichtig. - Corona macht alles neu, Red Bull verleiht Flügel, Milch ist gegen Maroditis, allerdings trinke ich seit Jahren Nescafé, sehe aber immer noch nicht so aus wie George. - Apropos Hollywood und deren Sternchen. - Was ist eigentlich aus der Geschichte mit den Oscar-Nominierten geworden, nachdem der charmante Hotelbetrieb von Leuchttürmen diese nach Barlovento in deren jüngstes Projekt eingeladen hat? - Geschichte ist daraus geworden, aber da wir grund- und bodensätzlich optimistisch bis zum überlaufenden Glas sind, das wird nachgeholt. - Da wir gerade von Optimismus sprechen, es gibt inzwischen ein Online-Magazin für die Insel, in welcher nur gute Nachrichten auftauchen. - El Time bringt das raus, "The Good Time" nennt sich das und wenn ich mich recht erinnere, dann ist das gar nicht so lange her, als in den Zeiten der absoluten Mehrheit der Coalición Canaria Zeitungen wie Diario de Avisos und El Día generell nur gute Nachrichten abgedruckt haben. - Ein bisschen muss sich da der Herausgeber von El Time natürlich auch in die eigene Sensationalismusdrüse beißen, wer selbst ein Online-Magazin betreibt und jetzt zusätzlich eines mit guten Nachrichten, der sollte vielleicht mal seine Ausgewogenheit auf eine andere Waage legen, als auf die der Baleks.

Ist aber geschenkt, denn wir begreifen das ja selbst alle so, dass man nur das böse Zeug berichten muss. Die guten Dinge sind ja keine Sensation und keine Nachricht, sondern was ganz privates und manchmal sogar ein bisschen peinlich. - Zu was Corona doch alles gut ist. - Inzwischen wird auch im Supermarkt der Gesundheitszustand der Käufer überprüft und ich finde es äußerst beruhigend, wenn ein überaus freundlicher Mitarbeiter unseres Lieblingsmarktes meiner Frau ein, ¡Genial! sei ihre Temperatur, mit auf den Weg gibt. Nach solch umfassender Anamnese wird der Einkauf gleich noch mal so erfolgreich und beschwingt und so ist das vielleicht auch mit der parallelen Nachrichtenwelt gemeint. - Man kann jetzt vorher schon wählen. Will ich die guten Nachrichten mit Balkonapplaus, oder auch das Geschwurbel der Erniedrigten und Beleidigten, wo Präsidenten von Dackelzuchtvereinen Ausgleichszahlungen für versäumte Deckdackeldeckprämien fordern. - Das passt aber in die Zeit. - Angepasste Werbung gibt es doch sowieso bereits und erst wenn ich wieder lesen darf, dass Shareholder von Risikopapieren aus Steuergeldern entschädigt werden, da natürlich niemand mit einem solchen Risiko rechnen konnte, weiß ich dass ich noch im Text bin. - Das stimmt nicht sagen Sie? - Doch, hat nur nichts mit Corona zu tun, sondern mit Atomstrom und stammt noch aus der Zeit, als alles in einer Zeitung stand.

Gute virtuelle Nachrichten weiter von der viralen Virusfront hier auf dem Inselchen. - Alle 300 genommenen Proben von Bewohnern und Mitarbeitern des Senioren- und Pflegeheims "Hospital de Dolores" sind negativ getestet worden. - Wirklich gute Nachricht, fürchtete man doch in den Heimen noch irgendwelche unangenehmen Überraschungen. - Allerdings dachte ich mich zu erinnern, dass man 600 Tests gezogen hätte, auch noch in anderen Heimen, aber solche Fragen sollten wohl eher wieder in parallelen Medien gestellt werden. - Heute sind die Reihentests weitergegangen, man will alle Pflegeeinrichtungen der Insel bis Montag überprüft haben und ist hierbei wohl auf einem guten Weg. - Die "normalen" Tests haben auch nur negative Ergebnisse für positive Stimmung erbracht. - 39 PCR-Proben wurden gezogen, davon allesamt mit negativem Ergebnis. - So meldet die Krankenhauschefin für La Palma folgende Zahlen in Sachen Covid-19: 1 Patient auf der Intensivstation, 4 in stationärer Behandlung und 49 Menschen werden weiterhin in häuslicher Quarantäne überwacht. - Das macht 54 aktive Infizierte auf der Insel und seit nunmehr 6 Tagen in Folge wurde auf der Insel kein weiterer Fall vom virulent viralen Virus entdeckt. - Na wenn das nicht mal eine gute Nachricht ist und macht doch gleich noch mehr Freude, ein bisschen illegal spazieren zu gehen…



Freitag 17.04.2020 Tag dreiunddreißig des Hausarrests

Klopapier wird billiger
Irren und Wirren


Schokolade macht nicht dick! Wer sich das nur lange genug einredet, der wird irgendwann Erfolg haben und hier bei uns zu Hause widerspricht mir auch schon keiner mehr. Gut, das hat auch was damit zu tun, dass eben nur meine Frau da ist und die Katzen nicht wirklich über Schokolade Bescheid wissen. - Und meine Frau ist klug genug, nicht alles zu kommentieren, was mir den Tag über so ein- oder rausfällt. - Die Personenwaage steht im Bad, gleich neben der Waschmaschine und wenn ich strategisch häufig genug Schmutzwäsche dort auf die Waage werfe, dann vergesse ich vielleicht, mein Gewicht besser zu kontrollieren. - Selbstbetrug ist die hohe Schule, das wissen wir doch alle und ich bin gerade dabei, meinen Master zu machen. Der gilt allerdings nur hier zu Hause, aber weiter reiche ich im Moment sowieso nicht. Vielleicht gerade noch ein paar Hundert Meter bis zur Straße, auf der alle 14 Minuten jetzt ein Auto fährt. Bis dahin wagen wir uns jeden Tag ein, oder gar zweimal, begleitet von einer Schar Nachbarn, mit deren Hunde. - Oder eben die Hunde der Nachbarschaft, so ganz sind wir uns hier niemals einig geworden, von wem welcher Hund nun eigentlich ist. - Nur bei Margarita war das klar. Das war noch Antonios Hündin, aber die hat ihn ja gute 10 Jahre überlebt und heute liegt sie unter einer, der am kräftigsten blühenden Margeriten überhaupt. - Die hat unsere jüngere Tochter dort einfach hingestellt, wo Antonios Söhne die Hündin begraben haben und dort wurde die Pflanze auch eingesetzt und zeugt nun, zusammen mit einem, burschikos verschränktem Kreuz, von über 2 Jahrzehnten guter Nachbarschaft.

Wir treffen uns eigentlich täglich gegen 18:00 Uhr, so häufig wie nie zuvor und es sind eigentlich immer alle Nachbarn da. Natürlich mit Abstand und jeder hat seine eigene Geschichte, warum er nun gerade diesen Moment vor die Haustür treten muss und es sind ja auch nur wenige Hundert Meter, die man von eigenen Haus entfernt ist und sowieso, hier in unserer kleinen Straße kann sich niemand anstecken. - Warum das so ist, das muss nicht erklärt werden, aber inzwischen, nach so vielen Wochen ergibt das doch einen Sinn, denn inzwischen sollte das doch durch sein hier in der Nachbarschaft. - Falls überhaupt jemand von uns dieses komische Virus hatte. - Auch auf La Palma gehen die Zahlen ja deutlich zurück, es genesen mehr Menschen als es Neuansteckungen gibt und wenn ich auch nur Spuren der Mathematik irgendwann mal verstanden habe, dann führt eigentlich eine Ansteckungsrate von unter 1 dazu, dass immer weniger Menschen dieses Virus mit sich herumtragen. - Aber vielleicht sollten wir die neuesten Reihentests abwarten, die man nun gerade in den Altersheimen und anderen sozialen Einrichtungen durchführt, wo auf der Insel Menschen zusammen wohnen und leben.

Das ist gestern bereits los gegangen und hier erfahren wir heute nun, dass Antikörper-Schnelltests eingesetzt werden. - Sollten diese einen positiven oder nicht eindeutigen Befund melden, dann würde bei diesen Bewohnern oder auch Mitarbeitern der entsprechenden Einrichtungen auch noch ein PCR-Test gemacht werden, der dann sicherere Ergebnisse liefert. - Allein aus der Tatsache, dass man darauf hinweist, man müsse erst die Werte aus den PCR-Tests abwarten verrät uns ja, dass es auf die Schnelltests hin positive oder unklare Ergebnisse gegeben haben muss. - Sonst hätte man ja gleich sagen können, alle Schnelltests seine negativ gewertet worden. - Aber vielleicht will man uns ja auch nur noch ein bisschen in der Spannung halten, allerdings so wie ich unsere Presseverkündungsbeauftragten kenne, gehört Bauernschläue oder andere verwirrende Maßnahmen eigentlich nicht zur notwendigen Ausstattung. - Bei den ständigen, täglichen Untersuchungen ist nun im vierten Tag in Folge kein positiver Befund mehr aufgetaucht, allerdings ist eine weitere Person im Krankenhaus heute mit Covid-19 Zusammenhang verstorben. - Damit sind 6 Menschen bereits auf La Palma seit März im Krankenhaus einem Leiden erlegen, welches in die Statistik dieser Vireninfektion aufgenommen wird.



Donnerstag 16.04.2020 Tag zweiunddreißig des Hausarrests

Rein in die Scheiße jeder alleine
Raus aus dem Mist europäisch


Im Moment guckt ja jeder mal wieder auf den anderen. - Wie weit trauen sich die Österreicher schon wieder vor das Haus, wie tief steckt der Söder die Bayern weiter in Quarantäne und warum darf ich mit meiner Frau zwar in einem Bett schlafen, nicht aber in einem Auto fahren. - Ich liebe Europa, bin ganz und gar von dieser Idee begeistert und meine auch, so schlecht haben wir uns doch alle gar nicht gehalten. - Aber nun könnte man deutlich noch einen Schritt weitermachen, möglichst nach vorne. Als das anfing mit dem ganzen Scheiß, also dieses virulente wie virale Virus, da hat zunächst mal jedes europäische Land seinen Mist gemacht. - Vielleicht auch ein bisschen, weil die Heftigkeit und Bedrohung ja zunächst einen italienischen Namen trug und man meinte, man könne sich mit Abschottung gegenüber den Nachbarn schützen. - Wir wissen inzwischen, das könnte man theoretisch tun, aber dann müsste man das vorher machen, nicht während. - Es sind also weiter Hellseher gefragt und sollte es diese nicht in ausreichender Menge für jeden Mist geben, könnte man ja auch die Dinge vielleicht gemeinsam angehen. Je härter das Virus eine Region oder ein Land getroffen hat, um so heftiger darauf waren die Maßnahmen, was durchaus verständlich ist. Inzwischen aber nähern sich ja die Methoden, Maßnahmen und auch die Erfolge der europäischen Länder aneinander an und eigentlich könnte man nun ja bald hingehen und sagen: Von hier an gemeinsam, da es scheißegal ist, ob ein Italiener stirbt oder ein Ire oder ein Deutscher.

Das passiert ja auch schon, so ganz weit voneinander entfernt ist man ja gar nicht. Wenn man hört, dass in österreichischen und deutschen Kliniken Patienten aus anderen Ländern gebracht werden, da es in der Herkunftsregion Engstellen gibt, dann ist das doch mehr als und ein erster Schritt. Je mehr sich nun die Zahlen, oder Kurven oder Multiplikatoren angleichen, um so schneller könnte man doch auch die Grenzen wieder öffnen und die Dinge gemeinsam angehen. - Sollte immer noch jemand glauben, er könne sich und "die seinen" nach außen hin für eine längere Zeit abkapseln, dann wird er diesen Irrtum meist sehr deutlich zu spüren bekommen. - Auch wir hier auf den Inseln fallen immer wieder dem Glauben anheim, einfach Hafen und Airport schließen, schon kann nichts Böses mehr von außen kommen. - Das hat vielleicht auch ein bisschen mit der Inselmentalität zu tun, ist aber bereits mittelfristig ein ziemlich schräges Bild und auch wenn es uns schwer fällt, alles kommt von außen, nicht nur das Böse. - Könnte man sich einigen, zumindest eben europäisch, dann wäre es völlig egal, ob jemand das Virus von Barsinghausen nach Hannover trägt, oder von Lodz nach Porto. - Das mit den teuren Ferngesprächen, Sprachproblemen und unterschiedlichen Normen und Vorgehensweisen sollte doch eigentlich in die Mülltonne der viralen Fehlentscheidungen gehören. - Also als Chance betrachten, als europäische und natürlich hat das ein bisschen was von Naivität an sich, aber wenn die davon reden, dass wir auf dem Handy sehen können, ob jemand mit Corona, HIV, Pusteln oder Schwellfüßen die Taburiente lang trabt, dann sollte doch der Rest lahmes Brüsseler Allerlei sein. - Das mit dem Geld, das regelt sich dann auch schon, die einen rufen immer gleich was von fehlender Solidarität, die anderen von steigenden Zinsen. - Liebe Leute, dieses ganze Geld, von dem wir da reden, das gibt es doch sowieso nicht. Das sind nur Zahlen, die wir absichern, dass andere, die auch kein Geld haben, aber genau so tun als ob, das irgendwie gegenrechnen können. - Es wäre halt gut, wenn keiner das mal bis ganz nach hinten rechnet, denn da sitzt sowieso immer der Herr Lehmann und der hat schon lange keine Batterien mehr im Rechner und hat einen Abakus, der nur bis acht zählen kann. - Also, Maske auf und Blaue Brille mit gelben Sternchen, ist doch immer noch besser, als jeder macht seinen eigenen Scheiß bis die Zahlen stimmen, man aber keinen sonst mehr zum Menscheln hat. (OK, auch nicht zum Geld verdienen)

Auf der Insel, dritter Tag in Folge ohne erkannte Neuinfektion und das scheint uns dermaßen sicher zu machen, dass man jetzt Massentests machen will in den Seniorenzentren. - Nicht nur die Insassen sollen in den kommenden Tagen allesamt getestet werden, sondern auch die Mitarbeiter diese Einrichtungen und man spricht von 600 Tests. - Bis Montag will man damit durch sein und das wäre dann in der Tat eine Nagelprobe, ob denn diese Isolation, die wir gewählt haben, ein erfolgreiches Resultat liefern kann. Ein bisschen Fragezeichen kommt hierbei auf, dass man von PCR und Schnelltests spricht und ich hoffe mal, das könnte eher eine mediale Ungenauigkeit sein und man hier nicht mit unterschiedlichen Verfahren Bilder verwischt. - Aber das wird sich aufklären können und höchst interessant werden. - Danach können wir uns ja vielleicht auch wieder mal mit dem beschäftigen, was Zukunft heißt und damit auch der Öffnung der Insel nach außen. - Aber erst danach, ein oder zwei Wochenenden wollen wir noch so tun, als könnte wir in unserer endemischen Suppe endlos vegetieren und glücklich wie Pantoffeltierchen der bösen Welt da draußen beim Coronen zugucken.



Mittwoch 15.04.2020 Tag einunddreißig des Hausarrests

Sommerurlaub der Lehrer gesichert
Wichtige Dinge werden nicht auf die lange Schulbank geschoben


Wann die Schule hier wieder anfängt, wir wissen es noch nicht. - Aber wir wissen sicher bereits, dass die Sommerferien heilig sind und das Schuljahr wie gewöhnlich im Juni enden wird. - Die Konferenz der Ministerin für Erziehung in Madrid mit den Autonomen Regionen hat das ergeben und darüber hinaus heißt es, alle Schüler würden versetzt, bis auf einige Ausnahmen. Damit ist zunächst nur sicher, dass es keinen Nachholunterricht im Sommer geben wird für die jetzt ausgefallene Zeit und bei der bekannten Nähe zwischen derzeitiger Regierung und den Gewerkschaften, welche auch den Lehrern und Erziehern beistehen darf, man sich einen kleinen Nebengedanken ruhig gönnen. - Wenn man jetzt schon nicht arbeiten kann, dann wird das in den Sommerferien noch schwieriger, ich sehe das ein. - Sicher wären auch die Schüler und die Eltern nicht dazu zu bewegen im Juli und August die eigene Brut in die Schule zu bringen und wahrscheinlich ist das eine richtige Entscheidung. - Ich darf mir da auch kein wirkliches Urteil erlauben, ich verstehe davon mindestens genau so wenig wie diejenigen, die das heute entscheiden mussten. - Interessant finde ich ja nur, dass man dieses Thema mit den Schulferien jetzt bespricht, nicht aber, ob die Kinder bald wieder physischen Unterricht haben und ob wir bald mal spazieren gehen dürfen oder weiter in Hausarrest bleiben müssen. OK, mein gespanntes Verhältnis zur Lehrerschaft war immer von einer gewissen Gegenseitigkeit in Sachen Zuneigung und Respekt geprägt.

Heute gewinnt man das Gefühl hier auf dem Inselchen, dass fast schon wieder Normalgeräusche zu hören sind. - Auch meint man mehr Autoverkehr wahrnehmen zu können und gestern ist mir bereits aufgefallen, dass ich tatsächlich beim Einfahren in die Hauptstraße drei anderen Verkehrsteilnehmern die Vorfahrt gewähren musste. - Dabei ist lediglich Westwind statt Passat und immer bei dieser Wetterlage kann es regnen, sicher aber, man hört die Geräusche vom Tal hochziehen. - Die meiste Zeit im Jahr "läuft" ja Nordostpassat und da hören wir vom Tal nur einzelne, ganz laute Geräusche, aber nicht das normale Brummen und Werklen der nahen Metropole Los Llanos und seines Speckgürtels. Auch ist natürlich der Unterschied zu den vergangenen Tagen des österlichen "far niente" extrem groß, denn in den Tagen rund um Karfreitag war nun wirklich so gut wie niemand unterwegs. - Eifrig gegen den neu aufgeflammten "Aridanelärm" falken immer noch die beiden Wandervögel an und vielleicht übersetzt diese Aussage ja eher unsere Qual, wie sehr wir nun unter dem Lärm der Metropole leiden. - Es ist also eher Sache der Gewöhnung, des Westwindes und des Durchhaltevermögens in Sachen Familienplanung eines Falkenpaares, ob wir denn den brummenden Puls der Volkswirtschaft vernehmen. Ich glaube, der Siebold steckt bereits im Sommerloch, würde ich jetzt denken, wenn ich das lesen müsste und nicht schreiben. Aber die Gedanken sind ja sowieso frei und ich werde mir doch nach all den Jahren nicht vorschreiben, was ich zu denken haben beim Schreiben…

Vielleicht begeistert mich immer noch die Familienplanung der beiden Falken, oder noch eher der stetige Weg dorthin, aber ich kann auch nicht wirklich so ganz viele Neuigkeit vermelden. - Von den, zwischen den Zeilen angedachten Erleichterungen für die Kanaren, hört man nichts Erhellendes, eher vernimmt man das Gegenteil. - Auf den Geruch des Sickerwassers der Gerüchte hin bäumen sich nun Inselfürsten, Steigbügelhalterassistentenanwärter und blumige Opposition ostentativ auf und warnen davor, die Kanarischen Inseln als Testobjekt für den Rest Spaniens zu missbrauchen. - Ich würde ja weniger von Missbrauch sprechen, als von Chance, von Avantgarde oder gar von Vorbild, allerdings trauen wirkliche Kenner der innerkanarischen Gefühlswelt sich wohl selbst am allerwenigsten. - Dann steht da noch im Raum, die Ausgangsbeschränkungen können sogar erneut 2 Wochen verlängert werden, also bis zum 10. Mai und hier nun stöhnt meine Frau gewaltig und nachhaltig auf, denn das würden jetzt noch fast vier Wochen Einschluss mit dem Alten bedeuten. - Ich glaube, sie meint mich damit und eigentlich sollte ich jetzt sauer sein aber entweder ist es beginnende Altersweisheit, das falkende Vogelpaar oder grundsolide Faulheit, die das an mir abperlen lässt. - Zahlen bin ich noch schuldig: Gestern gab es 28 Tests PCR, kein positiver Befund auf Covid-19. - Damit haben wir 2 Patienten auf der Intensivstation, 5 in stationärer Behandlung und 53 infizierte Personen in häuslich überwachter Quarantäne. - Manchem mag aufgefallen sein, dass ein Patient weniger auf der Intensivstation geführt wird, das hängt leider damit zusammen, dass ein Mensch gestern noch verstorben ist und somit die Anzahl der, an oder mit Covid-19 auf La Palma Verstorbenen auf 5 erhöht hat.



Dienstag 14.04.2020 Tag dreißig des Hausarrests

Johns Leopoldina Hopkins
For President


Gute Nacht Leopoldina, gute Nacht Johnsboy. - Wo doch gerade überall die Geschichte umgeschrieben wird, ist doch auch die Zeit für neue Helden gekommen. - Nicht nur diese namenlosen Trucker und Regalauffüller im Supermarkt, oder die vielen kranken Schwestern und Verpfleger, wir brauchen auch was Greifbares, was zum Anfassen. - Nun, da Toni Kroos und ähnlich omnikognitive Heilsbringer gerade vom Sockel gefallen sind, wird Platz für unbekannte Größen. - Oder hatten Sie früher schon mal was von einem gewissen Johns Hopkins gehört, oder nun auch noch einer allwissenden Leopoldina? - Ich gebe es freiwillig zu, ich kann Ihnen die Namen aller deutschen Eishockeyspieler aufzählen, welche seinerzeit in Innsbruck die Bronzemedaille gewonnen habe, aber Leopoldina als Steinin der Weisen? Noch nie vorher gehört. - Aber es ist gut, wenn solche Leute und Institutionen mehr Einfluss gewinnen, als balltretende Intelligenzbestien oder diese, durch Membranen gehaltene gallertartige und kohlenstoffbasierte Trockennasenaffen, welche allabendlich versuchen, westlich reanimierte Nachgeburten von Takeshis Castle in privaten Geschämanstalten mit nicht erwähnenswerten Leben zu beschicken. - Aber vielleicht reicht die Zeit der körperlichen Isolation noch nicht aus. Vielleicht brauchen wir noch mehr Virus, noch mehr Panik und Pandemie und noch mehr Isolation, um endlich dauerhaft und breit Pocher gegen Lesch zu tauschen. - Nur falls immer noch Focus-Leser unter uns sind, ich meine Pocher soll gehen und Lesch bleiben!

Hier in Spanien haben wir andere Helden. - Die mit dem Ballbums sind ja auch gerade mit Selbstmitleid so weit beschäftigt, dass wir uns Menschen hinwenden, die wirklich was zu sagen haben, nicht nur zu treten. - "Unser Christian Drosten" heißt Fernando Simón, gerade wieder standesgemäß DEM Virus von der Schippe gesprungen und der erklärt uns so ziemlich jeden Abend, die virulente Welt der viralen Viren. - Jetzt noch mehr als zuvor ist der Mann glaubwürdig, da nun sogar selbst Betroffener und der hat eine extrem gute und massenverständliche Art und Weise die Dinge über die Medien in die Bevölkerung zu transportieren. - Mir ist es ja eigentlich wichtiger, dass Minister und weitere Bürden- wie Würdenträger auf Fernando hören und bislang scheint das wenigstens europaweit zu funktionieren. Noch besser wäre ja, solche Leute säßen oder ständen gleich an der Stelle der Minister, aber mit tadellosem Verhalten, brillanter Intelligenz wie umfassendem Wissen wird man ja nicht gerade Politiker, sondern strebt meist einen ehrenhaften Beruf an. - Also müssen wir weiter hoffen, dass die Entscheider sich dem Wissen der Experten anschließen und da kommt mir Johns Leopoldine Hopkins gerade recht. Allerdings fürchte ich, dass auch dieser Ausnahmezustand, in dem die Unwissenden auf die Wissenen hören, irgendwann mal endet. Aber so lange die Leute Angst haben und mal auf jemand hören, der nicht nur augenscheinlich mehr weiß als man selbst, lasst uns doch einfach mal den Zustand genießen, mal von besser Wissenden regiert zu werden und nicht nur von Besserwissern. - Fernando Simón möchte weder Politiker noch Präsident werden, Johns Leopoldine Hopkins ebenso wenig, wobei so ganz unter uns, die Stimme meiner Frau hätte Fernando sicher und ich tu auch immer das, was meine Frau sagt.

Heute wurden wir beim wöchentlichen Einkauf gestellt, von der Guardia Civil. - Zunächst aber nicht, als wir nur im Hiperdino waren, aber meine vorlaute Frau kam nun auf die Idee, auch noch im Spar was zu besorgen, was es eben nur dort gibt. - Gekauft, getan, auf dem Rückweg Straßensperre an der Ampel, aber von weitem sah man schon, dass die niemand rausgewunken haben bislang. - Langsam heranfahren, wohin seid ihr unterwegs und warum sitzt ihr Beide nebeneinander und die Frau nicht hinten. - Auf dem Weg nach Hause sind wir, das ist meine Frau, es ist sinnlos wenn die hinten sitzt, ich sehe und berühre diese Frau den ganzen Tag seit nunmehr 30 Jahren. - Dann setzt wenigstens die Masken auf, dann müssen wir nicht noch mal fragen und reichte uns 2 dieser grünweißen Rotzhalter durchs Autofenster und ging dann schon auf das Auto hinter uns los. - Das waren die Jungs aus El Paso und nicht auf Krawall aus, irgendwie sieht man das schon von weitem, ob die nur Präsenz zeigen wollen, oder mehr. - Nun sind wir also stolze Besitzer zweier Masken und vielleicht brauchen wir die auch bald, denn es sickert durch, dass die kleinen Kanareninseln vielleicht eine Probefahrt für die Freiheit Spaniens machen dürfen. - Nur grobe Ideen sind da genannt, so sollen die Kinder wieder draußen spielen dürfen und auch die Erwachsenen Sport treiben und sich frei bewegen, allerdings wohl nur mit Masken auf. - Das ist alles noch nicht durch, alles noch ganz warm und feucht hinter der Maske, aber die Zahlen hier auf den kleinen Kanareninseln würden das wohl hergeben. - Auch wir auf La Palma bleiben bei der Zahl der Infizierten stabil, 18 Tests PCR, keiner davon positiv. - Eine Person von Station auf Intensiv verlegt, also jetzt 3 unter intensiver Pflege und 5 in stationärer Behandlung. - Weitere 55 Personen in häuslicher Überwachung. - Andere Quellen melden andere Zahlen, der Unterschied, meist werden gesundete und entlassene Personen nicht von der Gesamtzahl abgezogen. - Aber das darf man sehen, wie man will und hier hoffen nicht alle, dass wir bald mehr Freiheiten bekommen. - Es bleibt spannend.






Zum Nachrichtenarchiv



Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Telefon: + 34 922 497 216
WhatsApp: + 34 616 167 775
email: m.siebold@casamartin.de

Casa Martin Ferienhaus auf La Palma