Kolumne La Palma Aktuell

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Neuester Eintrag vom 15.05.2021


Samstag 15.05. 2021 El Paso 21:00 Uhr

Schwefel, Bazillen und Raupenschleppermassaker
Die täglichen Niederlagen des leidenschaftlichen Amateur-Biogärtners


Das Leben ist keine Gardena-Ausstellung. - Dabei weiß ich das, stamme ich doch schließlich aus einer landwirtschaftlich orientierten Familie. - Aber eben nicht bio, sondern konventionell, wie man das heute nennt. - Bodenproben, Analyse, NPK-Dünger und die Palette Pülverchen und Tinkturen aus dem Giftraum der Baywa, ohne diese Helferlein klimperten und klingen keine goldenen Gütesiegel der DLG an den Scheunentüren. - Damit kannte ich mich aus und auch wenn ich das über Jahrzehnte nicht weiter verfolgt habe, läuft das heute wohl in der Landwirtschaft ähnlich weiter. - Allerdings sollen sich die Methoden und auch Mittel deutlich verfeinert haben, so dass das Endergebnis heutiger, konventioneller Landwirtschaft, wohl durchaus unbedenklich die Tische der Empfänger problemlos biegen darf. - Am meisten belustigte uns immer der VW-1600 mit der Aufschrift Niederbayrische Besamungsgenossenschaft. -Allerdings war ich da noch in einem Alter, in dem man aus sozialkompatiblen Gründen mitlacht, ohne wirklich zu kapieren, was denn eigentlich daran lustig sein soll. - Wie ich nun, nach Jahrzehnten der landmännischen Abstinenz, vom halbwegs vernünftigen "Jungbauern" zum linksgrünversifften Kompostwender geworden bin, das kann ich bis heute nicht generell verklären. - Gut, das mit links ist einfach. Alles andere ist eigentlich dumm oder zumindest ignorant. - Grün, das rührt sicher daher, dass ich Vater bin und so eine gewisse Hoffnung hege, meinen Kindern solle auch noch blühende Zukunft beschieden sein. - Versifft, das kommt ganz klar davon, dass ich viele Jahrzehnte mit Krawattenträgern zu tun hatte. - So bleibt als einzig solvente und irgendwie akzeptable Kleidung die gewagte Kombination aus Jeans und T-Shirt übrig. - Sauber und ohne olfaktorische Tönung sollte es sein, alles andere ist affiges Bling Bling und macht aus Menschen Werbeträger oder fragwürdige Kompensationssäulen. - Wer Mode bemühen muss, um angenehm aufzufallen, der muss dringend an seinem Kern arbeiten und sollte vielleicht mit einem kleinen Nachschlag in der Literatur beginnen. - Gottfried Keller hat da was leicht zu verstehendes auf Lager, trotz der Patina immer noch elegant unmodisch und lässt sich auch ohne große kognitive Anforderungen wunderbar überstreifen.

Es ist mir immer wieder eine Ehre, Ihre Zeit zu verplempern, denn irgendwie müssen wir im Text ja weiterkommen. - Der Kompost ist extrem wichtig hier auf unserem Inselchen, wenn man denn schon das Wagnis auf sich nimmt, ohne unmoralische Helferchen der Scholle etwas abzuringen. - Wir dürfen nicht vergessen, unser basaltiges Inselchen ist noch nicht einmal 2 Millionen Jahre alt und Wind und Wasser sorgen permanent dafür, dass die, noch viel zu dünne Humusschicht, wieder perfide abgetragen wird. - Wasser und guter Wille alleine reichen eben noch nicht aus, um den dünnen Pfad der ökologisch orientierten Hobbygärtnerei zu beschreiten. Noch bin ich von professioneller Arbeit in Richtung Demeters Liebling so weit entfernt, wie die FDP von einem sozialen Gewissen. - Aber die Familie soll gesundes Zeug auf den Teller bekommen und irgendwie gefällt mir das Wühlen in der Erde, aus nicht kommerziellen Zwecken, durchaus prächtig. - Allerdings bedeutet Bio viel mehr, als nur Nein zu sagen, zu willfährigen Helferlein der chemischen Küche. - Bio bedeutet zu allererst, dass wir nur die Reste zu fressen bekommen, welche Nahrungskettenmitbewerber der schwirrenden und kriechenden Art übrig lassen. Nicht nur, dass unserem Mutterboden noch väterliche Zuwendung fehlt. Sollten wir nicht schneller sein als der Wurm, oder der Pilz, dann bekommen wir nichts, oder nur die Fransen der kieferorientierten Biosphäre zu fressen.

Mein Kompost allerdings wird immer besser. Langsam weiß ich, wie das geht. Obwohl ich mich immer noch weigere, Maschinen Namen zu geben, so sind mein Hammerhäcksler und ich doch über die Arbeitstage hin zu guten Partnern geworden. - Meist mache ich vor ihm schlapp, aber seit ich den Trick kenne, seinen Tank nicht mehr randvoll des guten Oktanstoffs zu packen, haben wir ähnlich tragbare Funktionsrhythmen. - Nach drei Stunden am Häcksler bin ich eh taub wie kaputt und ich könnte schwören, mein Kompost gelingt dann immer besonders gut, wenn ich viel schwitze und auch ein bisschen blute dabei. - Ist natürlich Quatsch, aber wenn ich das Zeug mehrfach durch den gelben Häckerling jage, denn ist das Ergebnis meist sehr gut. - Ich könnte mir in der Tat schon gar nicht mehr vorstellen, wie es wäre, den Boden unbeglückt durch den Kompost zu bearbeiten. - Unsere gelbe Erde hier in El Paso besteht zumeist aus feinem Pulver zwischen eiergroßen Basaltbrocken und nimmt nur ungern Wasser auf und leitet es noch weniger freudig für den Agrikulteur in die unteren Schichten. - Seit dem ich aber kräftig und üppig den Kompost darunter hacke, saugt sich diese verführerische Masse gerne mit Wasser voll und versorgt so die ihr anvertrauten Schoß- wie Schösslinge mit Feuchtigkeit und Nährstoffen. OK, im morgendlichen Frühtau, dem so oft besungenen, gibt es deutliche olfaktorische Begleitmusik im Gesamtkunstwerk der kompostären Sinne. - Ohne große Mühe allerdings konnte ich meine Frau davon überzeugen, dass es nicht "nach Scheiße stinkt", wie ursprünglich bemängelt, sondern es sich um den "würzigen Duft der ganzheitlichen Wirkungsmechanismen im Reich der Mikroorganismen" handelt. - Ohne große Mühe stimmt insofern, da meine Frau mir meist sofort den Rücken zuwendet, sollte ich im persönlichen Gespräch Nebensätze einfügen und Subjunktive verwenden…

Sattes Grün und lockende Zellsäfte sind die positive Folge üppiger Anwendung des häuslichen Kompostes. Derart liebreizend gelockt kommen allerdings Raupen, Eidechsen, Läuse und pilzige Charaktere mit auf die Bühne des täglichen Kampfes um blankes Dasein. - Anfänglich mag man noch geduldig genug sein. Den Eidechsen Zäunchen basteln oder Bleche in den Weg stellen und über jede Zucchini eine laktierende Kuh stellen, damit der Mehltau nicht zum dauerhaften Begleiter wird . - Oder man sammelt täglich mehrfach die Raupen vom Kohl und schleppt diese in scheinbar unerreichbare Fernen. - Daher übrigens Raupenschlepper. - Aber meist wird man nach ein paar Monaten oder Missernten doch so verhärtet, dass man diese selten geladenen Mitesser, mit wütend bis verächtlichem Zangengriff, einfach zerquetscht. - So wird daraus dann schnell ein Raupenschleppermassaker und es tut mir schrecklich Leid, falls Sie nach der Überschrift nun humancodierte Zellbrocken erwartet hatten. - Um nun überhaupt an leckere Früchte aus unserem Garten zu kommen, verwende ich inzwischen doch wieder Mittelchen, welche aus Tüten und Beuteln stammen. - Allerdings sind diese Biosiegel geweiht und lassen sich ohne Schutzanzug der Agent-Orange-Klasse ohne weiteres anwenden. - Meinen Nachbarn habe ich den Gebrauch von Schwefel abgeguckt, allerdings nicht in deren quantitativem Usus. - Bei denen gibt es keine einzige Raupe, Milbe oder Laus, schlicht weil die Tiere durch die dicke Schicht an Schwefel erst gar nicht an die darunter dunkelnden Pflanzen gelangen. - Allerdings kann man wunderbar mit ausgefeilter Technik auch einen dünnen Schwefelfilm über die entsprechenden Pflänzchen blasen. - In der Tat mit einem Blasebalg, fast wie die dudelsackähnlichen Kaminpusten aus den Sechzigern, allerdings mit einem Dosierbehälter für den Schwefel und extra dafür hergestellt. - Lowtec-Hightec nennt man das dann und das geht auch weiter, allerdings jetzt mit Hightec-Lowtec aus den Chemielaboren.

Bacillus thuringesis nennt sich der Superstoff, aus dem die raupenfreien Träume sind, und wer im Nachnahmen nach Bratwurst duftet, der kann doch keine bösen Dinge im Sinn haben. - Wir haben hier oft kleine, nachtaktive Raupen, welche knapp über dem Boden alle jungen Pflanzen anknabbern und so sämtliche Sämlinge zu Fall bringen, sollte man nichts dagegen unternehmen. - Ich kann Ihnen leider keinen wissenschaftlichen Namen für die Widerlinge anbieten. - Hier nennt man die Biester "rosca", allerdings sind eigentlich alle Raupen "roscas". - Sollten Sie aber für Mittelchen gegen "roscas" fragen und dabei abgespannt bis entkräftet blicken, dann weiß jeder sofort, über welche Raupe Sie zu berichten haben und jeder wird hilfreich sein Hausmittel empfehlen. - Manche wickeln dünnen Karton um den zu pflanzenden Sämling, halt in der Höhe, in welcher die Pflanze in die Erde kommet. - Andere schneiden den Boden aus dem Topf, oder aus der Form, in welcher man den Sämling angezogen hat, eben auch um zu verhindern, dass der nächtliche Flurschaden der beißenden Raupen existenziell wird. - Mein Mittelchen der Wahl ist aber eben dieser Bazillus mit dem schmackhaften Namen. Der wirkt in der Tat sehr gezielt - und laut Etikett - auch nur gegen mit dem Mund fressende Raupen. - Um nun aber nicht alles mit dem Bazillus einzudieseln, mischen wir den, im landwirtschaftlichen Fachhandel erworbenen Beutelinhalt mit dem Bazillus in einem Eimer mit sehr wenig Wasser auf. - Dann geben wir Kleie hinzu, "afrecho" genannt, bis die Kleie in kleinen Klumpen einfach per Hand auf den Boden zu werfen geht. - Nach ein paar Nächten verschwinden die Raupen in der Tat fast komplett, da sie lieber bereits weiche Kleie fressen als, noch intakte pflanzliche Zellwände. Eine weitere Anwendung nach 14 Tagen sorgt sogar für eine fast impfähnliche Wirkung. - Da der Bazillus allerdings nach ein paar Wochen vom Sonnenlicht komplett zerstört wird, muss man die Anwendung wohl jedes Jahr, oder je nach Befall, wiederholen.

Derart liebevoll umsorgt gelingt es uns tatsächlich, unseren Gemüsebedarf zu einem großen Teil aus dem eigenen Garten zu sättigen. - Natürlich je nach Jahreszeit mit unterschiedlich großem Erfolg und wer im Winter auf La Palma Tomaten ohne Gewächshaus in wenigstens Holland-Qualität hinbekommt, der darf sich durchaus Fachmann nennen. - Allerdings warne ich deutlich vor pekuniärem Gedankeneinsatz in Sachen Kosten-Nutzen-Rechnung. - Ich habe das mal so ein bisschen angedacht, einfach aus Spinnerei, oder weil ich mir auch mal ein bisschen Luxus gönnen wollte. - Sicher gelingt es nie komplett, eine wirkliche Aufstellung des Waren- und Hilfsmitteleinsatzes pro Blumenkohl zu erstellen. Aber so Pi mal Pfennig, geteilt durch Grunderwerbssteuer, Wasserkosten, Hackenstielabnutzung und weitere Betriebskosten, kann man das ja mal locker anspinnen. - Bezahlt man sich dann auch selber noch den Mindestlohn, also achtfuffzich, dann sind wir bei knapp 10 Euro pro Blumenkohlkopf. - Die Möhre liegt bei 1,50 Euro und das Kilo Rosenkohl, gemessen an der Menge, welche wirklich im Topf landet, das müsste dann deutlich über 10 Euro kosten. - Meine Frau meint ja nun, ich solle einfach nur schneller arbeiten, dann würden auch die Lohnkosten sinken, ich plädiere allerdings dafür, der Blumenkohl sollte schneller wachsen. - Man darf das aber nicht verbissen sehen. Eher als Zeitvertreib für inzwischen ungestresste Austragsferienhausvermittler, die endlich mal Lohndumping trotz hinderlicher Ideologie ungestraft vornehmen können. - Stellen Sie sich einfach mal den Genuss vor, welcher solch ein kostbarer Blumenkohl an herrlicher Hollandaise dampfend auf der Tafel verspricht. - Gerade noch gelingt es mir, den ebenso noch dampfenden Raupenkadaver mit der Messerspitze vom Tisch zu schnippen, ohne dass es meine Frau sieht, und fertig ist des Biogärtners ganzer Stolz: In der Theorie könnte ich meine Familie sogar mit ehrlicher Arbeit und der eigenen Hände Frucht ernähren, in der Praxis aber nicht leisten...

So viel zum Thema Kompostwender, aber es haben sich ja seit der letzten Kolumne wieder Dinge auf La Palma ereignet, die vielleicht gewisse Relevanz entwickeln könnten. - Nach knapp vierzig Jahren vergeblicher Versuche, in Puerto de Tazacorte ein Meerwasserschwimmbecken zu errichten, scheint jetzt eine Lösung für EntBERisierung dieses ewigen Projektes gefunden. - An Ideen, was man denn aus dem, niemals in Betrieb gegangenen "Vergnügungsparks" machen könnte, mangelte es sicher nicht. - Tiefgarage, kulturelle Begegnungsstätte oder wirklich ein Bad, alles gut gemeinte Vorschläge aber allesamt nicht finanzierbar oder nach Geschmack der, partiell rigiden Vorgaben der Küstenbehörde. - Nun sieht es so aus, als hätte man endlich ein bezahlbares wie genehmigungsfähiges Projekt entdeckt. - Noch dazu scheint es genial einfach zu sein, denn man will einfach den Strand über die jetzige Baustelle Richtung Caldera erweitern und somit den Schandfleck des, wahrscheinlich beliebtesten Badeortes der Insel versanden lassen. - Auch die Küstenbehörde hat nichts dagegen, nur weiß man jetzt noch nicht so richtig, wie weit nach Osten sich der Strand dann ausdehnen könnte. - Das wird nun gerade besprochen und sollten sich alle einig sein, dann könnte nach knapp vierzig Jahren, Puerto de Tazacorte einen weit vergrößerten Strand erhalten. - Sand wäre ja genug vorhanden, den müsste man gar nicht erst ankarren und lediglich die jetzige Fußgängerpromenade und einen kleinen Spielplatz müsste nach Osten hin verlegt werden. - Eigentlich ist wieder mal Zeit den Hut zu ziehen, allerdings fällt das nach so vielen Jahren des Wartens dann doch ein wenig schwer. - Bleiben wir in Puerto de Tazacorte, welches ja nicht nur den Einschlag des viralen Virus zu spüren bekam, sondern im nördlichen Teil auch noch den Einschlag gewaltigen Basaltbrocken zwischen zwei Restaurants zu verdauen hatte. - Nur der Gnade des gütlichen Falls des Steinbrockens ist es zu verdanken, dass niemand menschlicher Herkunft zu Schaden gekommen ist, aber der Schreck ist allen deutlich in die Glieder gefahren. - So deutlich, dass man jetzt mit erheblichem Aufwand und reichlich Stahl wie Drahtgeflecht dem nördlichen Hang Fangzäune spendiert hat. - Viele Fangzäune und eigentlich kennt man das aus Österreich und der Schweiz ja schon, dass die Hänge Lätzchen tragen, aber hier ist das Bild des gezähmten Felsen irgendwie immer noch fremd. - Sicher, man musste was machen, aber die Diskussion bleibt offen, ob denn der wirtschaftliche Nutzen, zwei Restaurants offen zu halten, der visuellen Ohrfeige dem Weltbiosphärenreservat gerecht wird. - So schlimm ist es doch gar nicht fällt mir dabei ein, dennoch werde ich zukünftig schneller und mit mehreren übereinander gestülpten Aluhüten unsere Spaziergänge an der Küste vollziehen.

Ein weiteres touristisches Edelgut muss auch noch ein bisschen warten und ausnahmsweise spreche ich mal nicht von der Heiligen Quelle. Aber es geht auch aus El Paso in Richtung Süden aber gleich hinter Jedey nach Osten in die Berge hoch. - Dort stand früher einmal, als alles anders war und nur manches besser, die Müllverbrennungsanlage der Inseln. - "PIRS" (Plan Integral de Residuos Sólidos) stand dort seinerzeit unten auf einem Wegweiser geschrieben. Die Frage nach dem, was das bedeutet, kam fast so häufig, wie nach der über "Caza controlada" und wird inzwischen allerdings nur von den Hinweisen "Se Vende" oder "Centro de Interpretation" überflügelt. - Dort in den Höhen Mendos vollzog man das, was man heute thermisches Recycling nennt und erst Blaue Briefe der Europäischen Union brachten uns dazu, den wirklich stinkig, kokelnde Ofen zu schließen. - Vielleicht hätte man aber aus heutiger Sicht die dortige Anlage besser ins 21. Jahrhundert katapultieren sollen. Mit modernsten Filteranlagen und ans Stromnetz anschließen, denn was seit dem in Richtung intelligenter Müllwirtschaft auf unserem Inselchen vollzogen wird, ist eher semismart gelungen. - Ich hätte ja angeregt, anstatt des nicht genutzten Hafens in Puerto de Tazacorte, die 50 Millionen in eine annähernd saubere Müllverbrennungsanlage mit Produktion für elektrische Energie zu stecken, aber Elmar Brok wusste das ja seinerzeit deutlich besser als wir. - Aber lassen wir das schwierige Thema, über welches ich sicherlich schon über hundert Mal geschrieben haben und bleiben bei der dortigen Zukunft. - Ein Amateurobservatorium soll in einem weiträumigen Komplex da in der halben Höhe dem geneigten Besucher zur Verfügung stehen und darüber hinaus noch weitere Angebote aus dem touristischen Aktiv-Katalog. - Natürlich Cafeteria und das unverzichtbare Interpretationszentrum für interpretierende Interpreten mit biosphärem Reservencharakter. - Eigentlich sollte man dort schon behände werkeln, allerdings ruht in den Höhen El Mendos der Wald noch verführerisch. - Fast möchte man sich wundern, dass dieses Mal keine politischen Wirren das dortige Projekt bedrohen. - Es ist schlichtweg die Pleite des Bauunternehmers, welcher die hehre Aufgabe zugetragen bekam, aus einem Wohlstandsfriedhof der verbrannten Erde ein pulsierendes touristisches Gesamtkunstwerk zu erstellen. - Jetzt muss alles erneut ausgeschrieben, vielleicht sogar das Budget überdacht und Änderungen eingeflochten werden. - Trösten lassen wir uns damit, dass man unten auf der LP1 schon gewisse Abschnitte auf neuer Trasse und neuem Asphalt fahren kann. - Zwischen den Ampeln und Baustellen wohlgemerkt. - Da war nicht der Unternehmer pleite, sondern wir, und so lernen wir, BER ist überall und nicht immer kann man ein gekröntes Virus dafür verantwortlich machen.

Und natürlich beschäftigt auch uns weiter die Lage in Sachen Covid und selbstverständlich macht sich auch hier allmählich die Zuversicht breiter. - So hat man ja spanienweit inzwischen auf eine weitere Verlängerung des Alarmzustandes verzichtet, denn auch im Land des Serrano und Manchego sinken die Inzidenzen in Sachen Sars-Cov2. - Allerdings bildete genau dieser Alarmzustand ja die Grundlage für viele Dekrete und Verordnungen, welche nun plötzlich keine Basis mehr haben. - Daraus entwickelte sich so manch eingesprungener Politberger, dass nun plötzlich Autonomien eine Verlängerung des Alarmzustandes forderten, welche ursprünglich sogar komplett dagegen waren. - Mit heißer Nadel werden nun neue, regionale Verordnungen gestrickt, welche ein zu schnelles Verleiten in eine, scheinbar bereits wieder vorhandene Normalität, abbremsen soll. - Kennt man ja aus anderen Ländern auch und nun stehen die Leute erneut vor vielen Fragezeichen: Was gilt denn jetzt überhaupt noch und für wen und ab wie viel Uhr. - Unser, eigentlich bislang ziemlich unbeschadet durch die Pandemie geglittener Oberkanare Ángel Torres wollte am liebsten auch die vorhandenen Reglungen noch ein paar Wochen beibehalten. - Allerdings läuft das in Staaten mit einem durchaus funktionierenden Rechtssystem nicht so einfach. - Der Versuch, ein neues Dekret zu verfassen, in dem man einfach auf die rezenten Verordnungen und deren Veröffentlichung hingewiesen hat, musste schief laufen, denn die, jetzt bereits wieder alten Verordnungen, bezogen sich ja in der Tiefe auf den landesweit vorhandenen Alarmzustand. - Das war ein bissen zu einfach gestrickt, oder meinetwegen zu faul und prompt wedelte das oberste Kanarische Gericht, das Tribunal Superior de Justicia de Canarias (TSJC), die Copy+Paste Variante der vorhergehenden Verordnungen vom Tisch. - Jetzt muss man alles neu verfassen und natürlich auch den neuen, natürlich deutlich freieren Bedingungen anpassen. - So wird das mit den nächtlichen Ausgangssperren schwer werden, auch mit den Reisebeschränkungen und wer will nun wirklich noch beurteilen können, wie viele Menschen im Restaurant auf der Terrasse an einem Tisch sitzen dürfen, wenn nebenan Hunderte von jungen und nicht mehr so jungen Leuten fröhlich in und aus dem Mai feiern. - Was jetzt wirklich gilt, das weiß keiner ganz genau und mir tun die Ordnungskräfte vor Ort auf der Straße leid, welche das nun abbekommen werden, wenn die dann einer Gruppe von feiernden Leuten gegenübertreten müssen.

Die Impfungen gehen in dem Rhythmus weiter, wie Material dazu auf die Inseln kommt und so verlieren wir langsam unseren bislang aufgelaufenen Vorsprung gegenüber anderen Regionen und Ländern. - Auch bleibt die Frage spannend, was bekommen die Astranauten, so wie ich, als zweite Dosis in die Schulter gerammt. - Das hat man hier noch nicht wirklich entschieden, muss sich aber jetzt sputen damit, denn auch wenn man sich wohl bis 12 Wochen Zeit lassen kann mit der zweiten Dosis, wird eine Entscheidung dazu akut nachgefragt. - Aber wir brauchen halt auch da ein bisschen länger, was ja nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. - Aber man spürt auch im touristischen Bereich die Ungeduld aller, auch der potenziellen Gäste. - Gerade meine, im Hotelbereich arbeitende Tochter, nennt uns Buchungszahlen für Herbst und Winter, welche Zeiten vor Corona sogar noch überflügeln. - Natürlich immer mit der Unsicherheit einer fiktiven vierten oder fünften Welle befleckt und so sind Buchungen nur zu oft Fragezeichen mit Zahlen und Buchstaben unterbrochen. - Auch weiß man ja noch gar nicht, wie denn die Carrier auf die nun deutlich ansteigende Nachfrage in den Herbst- und Wintermonaten reagieren werden und ob es weiterhin reine Glückssache bleibt, dass der Flieger auch am geplanten Tag zu der angegebene Uhrzeit und auch noch vom veranschlagten Flughafen aus verkehrt. - Ich habe ein bisschen Angst vor dem Nachcoronadasein. - In vielen Bereichen haben wir ja gute Flexibilität lernen, aber auch einfordern müssen. - Bald fallen diese Entschuldigungen ja weg und wir müssen wieder pünktlich funktionieren und jetzt schon versuchen viele aus, zur Tugend gewordene Not, in gefällige Dauerhaftigkeit umzuschreiben. - Ganz spannend wird natürlich auch, wie viele Leute und Firmen denn nun wirklich auf der Strecke bleiben, wenn all die Hilfen, Duldungen, Stundungen und Kurzarbeiterreglungen auslaufen. - Wieder fällt mir dazu ein leicht abgewandter Spruch aus alten Zeiten ein: Kinder, freut euch über Corona, wenn wir erst alle wieder ran müssen, das wird schrecklich!

Da sind wir dann auch schon beim Zynismus und dem schlechten Geschmack, die uns durchaus auch in Ausnahmezeiten im Alltag begegnen. - Da fordern Anwälte Priorität vor Busfahrern und Supermarktverkäufern bei der Impfung und bunt schillernde Mimen bekunden ihren Neid der Relevanzlosen durch dumpfes Gefasel. - Und natürlich ist immer alles anders gemeint, als gesagt oder geschrieben und die wenigsten denken überhaupt darüber nach, ob es denn auch nur annähernd heldenhaft sein kann, wenn man Dünnschiss anderer kopiert oder teilt. - Mich bringt so was immer auf den Palmer und mein Lieblingsausreißer war dann doch wieder mal Gianni Infantino, als der Schutzengel der Erniedrigten und Beleidigten doch tatsächlich manch anderem Fußballmagnaten Raffgier unterstellte. - Wenn Betrüger Betrüger betrügen, dann fängt meine Form des Humors erst munter an zu funktionieren. - Aber auch das reicht nicht, die vielen Fragen zu beantworten, die mich, zwar nicht häufig, aber doch regelmäßig vom Schlaf abhalten: - Führt wiederholte Israel-Kritik automatisch zu Antisemitismus? - Bin ich ein Rassist, wenn es mich interessiert, woher dieser oder jene Zeitgenosse kommt? - Ist es lustig oder frauInnenfeindlich, wenn man statt Geburtshelferkröte Hebammendenfrosch sagt? - Nein, ich will keine Antwort von Ihnen darauf, das wäre ja Ihre Antwort, und nicht meine! - Darüber hinaus haben Sie sich auch Ihre eigenen Fragen, von denen manche quält, andere nervt und sicher die eine oder andere auch einfach nur völlig daneben ist. - Nein, ich will keine Antworten, das könnte unbequem werden, ich will einfach nur Fragen stellen!



Fangzäune gegen Steinschlag am Time-Hang in Puerto de Tazacorte

Ob das nun schön ist oder nicht, das muss jeder selber wissen






Das ist ganz sicher schön. - Am Llano de las Cuevas, Blick auf die Virgen del Pino, den Bejenado links und die Punta de Los Roques rechts.



Fredi hat immer alles fest im Blick


Fredi hat immer alles fest im Blick





Freitag 16.04. 2021 El Paso 18:00 Uhr

Frisch geimpft und schon aufmüpfig
Noch drei Monate bis Buffalo


Das Leben ist eben kein Hofbräuhaus. - Astra mochte ich nie so wirklich. Ob nun Pils, Export oder Zeneca, rein ging es trotzdem. - Irgendwie hat man ganz El Paso in meinem Alter an den Osterfeiertagen ins Krankenhaus bestellt, um endlich die überschüssigen Impfdosen los zu werden und siehe da, es hat geklappt. - Ein paar Leute allerdings drehten um, verschwanden einfach, als sie mitbekamen, dass nur Astra Zeneca im Angebot war. Sicher aber 95% der über die Osterfeiertage "bestellten" Impflinge erschienen pünktlich zum Stich. - 50 Minuten warten, mit erträglichem Abstand und dann ging es schnell. - Drei Posten, jeweils mit einer Ärztin und einer Schwester mit stechendem Argument in der Hand, vollbrachten nun die ersehnte Impfung. - 5 Fragen musste man noch beantworten, in Sachen Fieber, Covid und Allergien, dann schon war der Spuk vorbei. - Nicht eine Minute, nur das Foto dauerte etwas länger, aber die Damen waren gerne bereit, mir diesen Wunsch zu erfüllen. - Für meine Töchter fügte ich hinzu, die können nicht kommen, ihr wisst schon, Covid. - Wetter, Weihnachten, Oma tot, das waren bislang die gültigen Regeln für Nichterfüllung von Aufgaben. - Nun kommt Covid hinzu, als größte Ausrede aller Zeiten, ein virulenter Virus geht viral und Prokrastination ist plötzlich Bürgerpflicht. - Allerdings forderte meine "Auslandstochter" wirklich ein Beweisfoto meiner Impfung und ich bin erfahrener Vater genug, den Sinn oder Unsinn dessen nicht zu hinterfragen. - Inzwischen heißt es, nicht nur die zwischen 60 und 65 Jahre alten Leute werden alle mit Astra-Zeneca geimpft, sondern man weitet das aus, bis zu den Siebzigjährigen und will vielleicht so davon profitieren, dass man wohl einfacher an das Zeug kommt, als an den "richtig heißen Stoff" von Biontech.

Jüngere und noch ältere Menschen, also alles unter 60 Jahren und über 70, werden wohl mit dem ersehnten Saft aus der Mainzer Schmiede gestählt. Aber wir wissen ja aus guter Erfahrung, das gilt so lange, bis zur nächsten Erkenntnis in der klapprigen Hierarchie eines pandemischen Paradigmenwechsels. - Ich persönlich habe keine Angst vor ausgebildeten Medizinern und Laboranten aus der pharmazeutischen Welt. - Eher vor denen, welche naturwissenschaftlichen Ausbildungen, das geballte Wissen der quergedachten Poesiealben der sozialen Menetekeln vorziehen. - Geschenkt, irgendwie wird uns die spätere Inklusion dieser verwirrten Genossen einer verzwickten Zeit schon gelingen. - Wir schaffen das! - Aber zurück zum Impfthema hier auf der Insel. - Inzwischen impft man auch im größeren Stil in Los Llanos, wie auch anderen Gemeinden und hat ein Immunisierungszentren meist dort aufgeschlagen, wo man sonst Nähe feiert. - Also auf Plätzen und Flächen, welche gut erreichbar sind.- Man wird übrigens angerufen, nur wer so ganz und gar in meinem Alter ist und darüber hinaus noch keinen Stichkontakt zum zuständigen Servicio Canario de Salud hatte, dem sei eine Nachfrage im lokalen Gesundheitszentrum dann doch angeraten. - Man sollte dabei eben wissen, dass in Spanien der Gesundheitsdienst die Impfungen organisiert und wer eben nicht im "System" ist, also keine Karte der Seguridad Social hat, der fällt vorerst durch das Raster. - Fast alle Bewohner dieses Landes sind in dieser, nennen wir es kadergeschult mal "Einheitskasse", mit nur wenigen Ausnahmen, witzigerweise gerade Ärzte oder Beamte, die kochen ein privates Süppchen. - Aber eben auch Bewohner, deren Wurzeln und Versicherungen im Ausland stecken, die sind halt nicht in dieser "Kasse" registriert und müssen sich erst noch in Erinnerung bringen. - Europäischer Krankenversicherungsnachweis, Ausweis, NIE und Empadronamiento Ihrer Gemeinde sollten dabei Begleiter auf dem Weg zum lokalen "Centro de Salud" sein. Dann können Sie in Sachen Impfung ins hiesige "System" schlüpfen und auf den berühmten Anruf warten. - Aber auch Menschen welche Mitglieder der Seguridad Social sind, werden in einigen Fällen nicht erfasst. - Das kann diverse Gründe haben, manchmal genügt es dabei, noch nie beim Hausarzt gewesen zu sein. - Wer jetzt aus den Altersgruppen, welche zwischen 1952 und 1955 geboren wurden, noch keinen Impftermin hat, der soll sich unter dem Bürgertelefon 012, oder den Rufnummern 922 470 012 wie auch 928 301 012 melden.

Hier wird übrigens ein bisschen schneller geimpft, als in Deutschland. Auf La Palma haben jetzt bereits knapp 12% der Bevölkerung die Zweitimpfung erhalten und an die 20% sind schon einmal geimpft. - Man hört auch noch höhere Zahlen, allerdings beziehen sich die auf "personas diana" und das bedeutet wiederum, dass man hier nur die Zielgruppe als Basiswert nimmt. In dem Fall also die Menschen unter 12 Jahren ausnimmt. - Auf der anderen Seite wissen wir ja, dass eigentlich gar keine 83.000 Menschen hier auf der Insel ständig leben, sondern wohl nur an die 65.000. - Das kommt aufgrund sehr nachlässiger Führung der Gemeinderegister und der speziellen Neigung Einheimischer, sich nicht gerne abzumelden. - Viele leben und arbeiten seit Jahren auf anderen Inseln, oder dem Festland, haben aber, aus welchen Gründen auch immer, sich nicht aus der Ursprungsgemeinde abgemeldet. - Gehen wir also mal von den 65.000 Einwohnern der Insel aus und wissen, dass zum 15.4.2021 an die 9.700 Personen bereits zweimal geimpft wurden und 16.500 zumindest einmal, denn läge man gar bei 15 beziehungsweise 25 Prozent. Allerdings herrscht hier rüttelnde Unklarheit, wo und ob denn diese ganzen Grenzgänger erfasst sind und in wie weit die Daten der gesetzlichen Krankenversicherung auch mit den Meldedaten der Gemeinde übereinstimmen. - Da könnten Listenpfleger der kommunalen Verwaltung sicherlich mal geimpften Tisch machen, oder eben auch die Krankenkassen, allerdings darf ich mal vermuten, dass man es auch einfach sein lassen kann. Wir nennen ja nicht alles gleich Chaos oder Katastrophe, was irgendwie hakt oder klemmt. - Auf dem Weg zur Perfektion reicht eben eine Pandemie alleine nicht aus und wir üben doch alle noch. Also Ruhe bewahren, Lätzchen auflassen und mal ein bisschen darüber nachdenken, was Freiheit denn wirklich bedeutet, vielleicht auch mal, für sein Gegenüber. - Es sind doch nur noch ein paar Monate bis Buffalo und wir kommen alle gemeinsam dort an, da wir doch mit John in einem Schiff sitzen. - Wenn ich Ihnen das nun erklären muss, also das mit John und Buffalo, dann sollten Sie vielleicht jetzt doch lieber wieder zu Facebook wechseln.

In 10 bis 12 Wochen können wir Astranauten die zweite Dosis erhalten und dann auch einen schriftlichen Freibrief, für was auch immer. - Hier bleibt natürlich auch wieder die Frage erlaubt, wie weit die Erkenntnis rund um Vektor-Impfstoffe und die lästigen Thrombosen dann gediehen ist. - Denn auch mir Pharmagläubigem ist klar: Gäbe es genügend Stoff von Moderna und Biontech, dann würde man die Suppe aus Oxford wohl dem Commonwealth anbieten. So aber greift man zur statistisch wohl runden, aber ethisch nicht wirklich korrekten Aufrechnung von Risiko und Nutzen. - Ein Medikament darf wohl Nebenwirkungen haben, klar. Aber wenn es Alternativen gibt, welche solche nicht beinhalten? - OK, das Risiko ist extrem gering, allerdings nutzt das den Betroffenen nicht wirklich und ganz witzig bis zynisch ist ja der listige Vergleich: Es sei wahrscheinlicher, man gewinne im Lotto, als erleide eine Thrombose durch den AstraZeneca-Impfstoff. - Hier stellt sich nun endgültig die Frage: Hat nun die Terminvergabe für den Lottogewinn eine andere Rufnummer als für die Thrombose? - Wer jetzt wen unter solchen Zeitdruck gesetzt hat: Wir die Politik, oder die Presse uns, oder die Wirtschaft, weil die Börsenkurse den gefährlich geflickten Kessel zu sprengen drohen? - Ich weiß es nicht, denke mir aber meinen Teil, werde Sie aber nicht in die Verlegenheit bringen, Ihnen meine Gedanken darüber aufzudrängen. - La Palma bleibt in Sachen Inzidenzen eher lächerlich, auch wenn ganz viele Hin- und Herreisende von anderen Inseln mit Kräften versucht haben, uns ein bisschen aus dem Infektionstief in "positive Sphären" zu heben. - In der Tat lassen sich so gut wie alle Infektionsherde auf eingereiste Virenträger zurückverfolgen und das bespricht auch schon zum Teil unseren Erfolg dagegen: Die Zurückverfolgung. - Wir erinnern uns an den Faktor M, also den Faktor unserer resoluten Krankenhauschefin Mercedes Coello, welche den Kampf gegen die Pandemie zur Chefsache, also zu ihrem Ding erklärt hat. - Es bleibt dabei, La Palma hat es noch keinen Tag der Fledermausseuche geschafft, die "50er Inzidenz" nach oben hin zu reißen. - Im Moment dümpeln wir wieder bei 10,8 (7 Tage auf 100.000 Einwohner 14.4.2021) herum und tragen weiterhin Masken mit trotzigem Stolz, aber sinkendem Enthusiasmus. - Manchmal ist das aber sogar eklig anzusehen, da manche vielleicht am ersten Tag der Maskenpflicht sich ein solches Werkzeug zugelegt, es danach aber nie durch ein neues Filterwerk ersetzt haben. - Es gibt sie wirklich, die Rallyestreifen im Gesicht. Wie bekomme ich jetzt dieses Bild wieder aus dem Kopf, wie es denn bei denen dann antarktisch aussehen mag?

Offen bleibt in der ganzen Angelegenheit, ob sich unsere Insel irgendwann den kanarischen Solidaritäts- oder Dummheitsorden abholt, da wir zu keiner Zeit aus unserer dauerhaft niedrigen Inzidenz touristischen oder gar andere Vorteile erarbeitet haben. - Manch einer, mich eingeschlossen, der liebäugelte doch mit einem Alleingang der Insel in Sachen Außenwerbung, um aus der gesamtkanarischen Inzidenz herauszustechen. - Allerdings ziemt sich das natürlich nicht für einen Wurmfortsatz, sich unabhängig vom Dickdarm der subventionierten Digestion zu machen und wahrscheinlich ist es auf Dauer gesehen auch gesünder so für uns. - Auf der anderen Seite werden wir auch keine Lorbeeren ernten, oder gar Vorteile einheimsen, wenn dann in ein paar Monaten der touristische Flugbetrieb wieder über den Inseln schwirrt. Oder hätte man den Aufstand wagen sollen, um zumindest Aufmerksamkeit der internationalen Art für einen, wahrscheinlich geringen Zeitraum zu ergattern? - Dagegen steht auch unser mutloser Inselpräsident, dem man bislang noch keine echten Fehler anhaften kann, allerdings meist aus genereller Unterlassung jeglicher Aktionen. - Mariano ist so ein bisschen der Typ, bloß nichts anfassen, dann geht auch nichts kaputt und wenn es ihm eine Genugtuung sein soll, er wird sicherlich einer der Inselpräsidenten sein, den man schneller als andere vergisst. - Gut, es soll ja eine Tugend sein, ohne Spuren zu hinterlassen abzutreten. - Ich weiß, das ist anders gemeint, aber passt hier wohl ganz gut.

Damit gelingt uns ohne Probleme der Schwenk zum nächsten Thema: La Palma erfindet sich mal wieder neu. - Ich sprach es bereits in der letzten Kolumne an, wir sind wieder mal unzufrieden mit unserem Namen. - In der Tat gibt es an und zu mal Verwechslungen mit Las Palmas und Palma de Mallorca, allerdings kann ich nicht wirklich erkennen, dass solche betrachterische Unkenntnis zwischen uns und dem Glück steht. - Alle paar Jahre bringt wieder jemand dieses Thema auf den Tisch und dieses Mal war das unser neuer Verkaufsagent, der La Palma touristisch vermarkten soll. - Der meint halt, man solle wieder San Miguel de La Palma sagen, um eine Verwechslung mit Las Palmas und Palma de Mallorca auszuschließen. - Wobei das zunächst ein bisschen ungeschickt klingt, weil einfach viel zu lang, und das ja auch mal der Grund dafür war, dass aus dem Heiligen Michael von Palma die Palme wurde. - Darüber hinaus ist La Palma überhaupt nicht unbekannt. - Verwechslungsgefahr besteht ja in einem touristischen Sektor, den wir eh als inkompatibel mit unseren Ressourcen betrachten. - Massentourismus in dem wir "gegen" Las Palmas und Palma de Mallorca bestehen müssen, kann nicht unser Ziel sein und darüber hinaus gewinnt ja bei Verwechslungen eher der Unbekannte gegenüber dem verwechselten "Dickschiff". - Also sollten eigentlich Las Palmas und Palma uns mögliche Verwechslungen übel nehmen, aber die strotzen derart von Selbstbewusstsein, dass man solche Gedanken überhaupt nicht aufmacht. - Eher skurril bis nach innen gewandt kommt dann noch der Vorschlag unseres "vorletzten Guanchen" daher, unseres Inselarchäologen Jorge Pais. Der trägt nun vor, man sollte doch La Palma Benahoare nennen, so schließlich hätten die Ureinwohner unseres Eilandes dieses Inselchen bezeichnet. - Ich denke mal, La Palma bleibt La Palma. Wer uns wirklich mit Las Palmas oder Palma de Mallorca verwechselt, den wollen wir als Gast auf der Insel doch eigentlich sowieso nicht haben.

Die Preise für Benzin und Diesel treiben uns weiter um, denn wer hier auf La Palma tankt, der bezahlt bis zu 20 Cent mehr für den Liter Sprit, als auf einer der großen Inseln. - Früher, als alles anders und nur manches besser war, da gab es mal eine Preisbindung für Treibstoffe und so kostete der Sprit auf La Palma dann verständliche 2% mehr, als auf den anderen Inseln. - Hat was mit dem Transport zu tun, das kapiert jeder. - Aber 20 Cent und das rundet momentan ziemlich genau 20%, das will dann doch erklärt werden und natürlich geändert. - Wer an der Chose verdient, das weiß hier auf der Insel jeder, doch nicht jeder nennt die Verursacher auch beim Namen. - Zunächst wollte man, um irgendwas zu tun, die Steuern für die kleinen Inseln senken. - Das wären dann eben an die 2 Cent und in keiner Weise deren 20 und es geht doch auch nicht darum, die Allgemeinheit in Form von Subvention freundliche Gewinne anderer zu sponsern. - Ein Presseartikel des Spritgroßhändlers, welcher fast alle Tankstellen auf La Palma beliefert, wagte es dann mal, die Dinge bei der Ursache zu nennen. - Es ist nämlich gar nicht so, dass der Transport eines Liters Diesel oder Benzin an die 20 Cent mehr kostet, wenn man auf dem Schiff von Tenerife nach La Palma schippert. - Das ist viel weniger, irgendwo zwischen 2 und 4 Cent für den Liter. - Der Großhändler sagt nun, er berechne in keiner Weise den Tankstellen auf La Palma mehr, als denen auf Tenerife oder Gran Canaria und nennt erstmals die Pächter der Zapfsäulen als mögliche Schuldige des horrenden Preisaufschlags. - A ha, nun kommt man der Sache näher, hat aber immer noch das Problem, dass mögliche Kartelle nicht ganz einfach nachzuweisen sind. - Es bleibt abzuwarten, ob das Auftauchen eines neuen Pächters in Los Llanos mit neuem Lieferanten das kapitalistische Problem im gleichen Ansatz erübrigt. - Wenn nicht, dann passiert auch nichts und wir zahlen einfach weiterhin 20 Cent mehr für den Sprit, man gönnt den Pächtern doch sonst nichts...

Wie sinnvoll für Freunde des Systems Subventionen sein können, das zeigt sich auch immer wieder im Bereich der "OSP" der "Obligaciones de Servicio Público". - Sie haben sicher schon gehört, dass wir Insulaner einen satten Rabatt auf Flug- und Schiffsfahrten erhalten, wenn wir uns von, oder nach Zuhause bewegen wollen. - 70% billiger ist ein Ticket für Flugzeug oder Schiff, wenn man auf den Kanaren fest wohnt und von dort oder nach dort reist. - Also vom nationalen Gebiet aus, was übrigens nicht nur für die Kanaren gilt, sondern auch für die Balearen. - Ein heftiger Rabatt, oder eine satte Subvention und wenn das alleine schon fragwürdig ist, dann wird bei genauerer Betrachtung, wie denn diese Rabatte angewandt werden, so manch Europajurokrat sicherlich dunkelhörig. - Die Reedereien oder die Fluggesellschaften selbst erhalten nämlich die Subventionen, nicht der Reisende, wie man eigentlich erwarten würde. - Was zunächst als nette Hilfestellung gegenüber dem rabattfähigen Residenten klingt, da er sich nicht um die Rückerstattung einer Subvention kümmern muss, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen zu einem wunderbaren Geschäft im Amigo-Sinn. - Die Fluggesellschaften bewerben nämlich ihre Preise bereits mit dem verringerten Flugpreis für den Passagier und geraten so völlig aus jeglichem Konkurrenzbereich heraus. - Sollte dann mal zufällig jemand auch von La Palma nach Tenerife fliegen wollen und nicht die Gnade haben, hier leben zu dürfen, der muss dann den vollen Preis bezahlen. - Das kann dann schon mal dazu führen, dass ein Ticket von einer Insel zur anderen so viel kostet, wie dann der Weiterflug nach Mitteleuropa, aber das juckt natürlich die lokalen Anbieter nicht. - Darüber hinaus ist gerade neulich eine ehemalige Fluggesellschaft, die "Islas Airways" wegen Subventionsbetrug verurteilt worden. Die sind inzwischen Pleite und haben wohl, neben den Subventionen auch noch bei der Abrechnung geschummelt und der öffentlichen Hand vorgegaukelt, die Leute wären teurer geflogen, als tatsächlich berechnet. - Böse Zungen behaupten ja auch, das würden ohnehin alle machen, allerdings gibt es dafür natürlich keine gerichtsverwertbaren Beweise. - Richtiger Umgang mit den Subventionen wäre natürlich, der Fluggast bezahlt den vollen Preis und erhält dann die 70prozentige Rückerstattung nach Vorzeigen des Tickets von der Öffentlichen Hand zurück. - Dann gäbe es keine Möglichkeiten für den Transporteur, mit bereits rabattierten Preisen zu werben und den echten Preis zu verschleiern. - Darüber hinaus ergibt sich bei direkter Subvention an den Reisenden auch erst gar nicht die Gefahr, die Fluggesellschaften könnten krumm abrechnen. Aber darüber regt sich hier kaum jemand auf, es ist halt einfach furchtbar bequem, sich nicht um solche Abrechnungen kümmern zu müssen.

Der Sommer beginnt jetzt am Wochenende mit der ersten kleinen Hitzewelle, nachdem wir vorgestern noch einen putzigen, unerwarteten Regenschauer hier im Tal hatten. - Von der angekündigten Schwefeldioxid-Wolke ist bei uns nichts zu spüren gewesen. - Lediglich die Messstationen nahe der Hauptstadt konnten einen erhöhten Wert an SO2 für ein paar Stunden messen. Wobei wir natürlich nicht wissen, ob das nun die Wolke, oder das nahe Kraftwerk war, welches mit Schiffsdiesel, also Fuel Oil, betrieben wird. - Die Messung liegt aber weit außerhalb festgelegter Gefahrenwerte, lediglich auf den östlichen Inseln soll es Stationen gegeben haben, welche Werte von über 100 µg/m3 SO2 kurzzeitig messen konnten. - In den oberen Luftschichten der Inseln sah das wohl vergangenen Montag anders aus, aber spür- oder riechbar war das hier für uns nicht. - Wichtiger bleibt also der Zustand um die Wasserversorgung für Landschaft und Landwirtschaft und hier hat der, vielleicht als normal zu bezeichnende Winter im Aridanetal gesorgt, dass der Gemütszustand der Bananenjunker von panisch auf besorgt zurückgekrümmt wurde. - Weiter bleiben wir in der Wasserschuld und wissen nicht so genau, wie dieser Sommer aussehen wird. - Zwar lockt ein deutlich erholtes Bild der Vegetation fast schon in den Normalzustand wechseln zu wollen, allerdings hat niemand eine kompletten Überblick, wie angeschlagen denn unsere "internen" Wasserreserven der Insel wirklich sind. - Da herrscht weiter nicht nur Unklarheit, sondern auch reichlich Polemik. - Der joviale bis geniale Bauingenieur Carlos Soler, ein interner Kenner der kanarischen Wasserwirtschaft und Hydrogeologie, steht da mit seiner "Abundanztheorie" im krassen Widerspruch zu den Spezialisten der Inselregierung und des Wasserrats, dem Consejo Insular de Aguas. - Wer da Recht hat oder nicht, das sagt uns hier mal nicht das Licht, sondern wird sich wohl erst über die kommenden Jahre bewahrheiten, ob denn die Reserven der Insel weiterhin ausreichen, Bananen und Avocados als intensive Wasserschlucker weiterhin großräumig anzubauen.

Wo wir doch schon bei Carlos Soler und dem Wasser sind, können wir noch weiter zur Heiligen Quelle reisen. - Diese ist ja genau von jenem Ingenieur vor rund 15 Jahren wiederentdeckt worden, nachdem der San Antonio diese Heilquelle im Jahre 1677 mit seiner Lava überschüttet hatet. - Inzwischen hat man ja bereits das Projekt ausgesucht, wie man denn diese, überaus interessante touristische Ressource, zugänglich machen und auch wirtschaftlich nutzen will, allerdings stellt sich die Küstenbehörde, die (oder der) berühmte Costas, weiterhin quer. - Einhundert Meter vom Küstenstreifen nach innen geht gar nichts, so wiederholte man das gerne aus der staatlichen Behörde. - Allerdings scheinen unsere lokalen Manager mit politischem Auftrag so gar nicht mehr auf die Drohung der Küstenbehörde zu reagieren und planen munter bereits den Baubeginn weiter. - Die dazu notwendige endgültige Genehmigung soll nun bald ergehen. Aber wie funktioniert das eigentlich, wenn eine Inselregierung etwas plant, aber eine, man möchte doch meinen übergeordnete Zentralbehörde, dieses nicht zulässt? - Aber war da nicht was mit der Übergabe der Leitung und Verwaltung der Küstenbehörde vom Umweltamt in Madrid an die Autonome Region Kanarische Inseln? - Doch, bereits im Jahr 2018 ist man sich eigentlich darüber einig gewesen. Aber dann kam der Sommer, Weihnachten, Sylvester, Karneval und Covid und schon ist man fast mitten im Jahr 2021 und ist jetzt zumindest beim vorletzten Buchstaben der Vokabel Prokrastination angelangt. - Also, Costas wird kanarisch und vielleicht liegt es daran, dass man hier in der Inselregierung so deutlich zuversichtlich ist, das Bad irgendwie mit Costas zusammen auszuschütten zu können. In ein paar Jahren (ein paar ist deklinierbar) kann man dann als Bad La Palma (oder Bad San Miguel respektive Bad Benahoare) gestressten Mitteleuropäern lindernden Labsal in den wohltemperierten Wassern der Heiligen Quelle anbieten.


Ob der Ausschlag in Sachen Schwefeldioxid Ergebnis der Wolke des La Soufrière auf St. Vincent ist, wir wissen es nicht

Montagabend kann man eine Erhöhung der SO2-Werte erkennen. - Ob der Ausschlag in Sachen Schwefeldioxid und PM 2,5 Ergebnis der Wolke des La Soufrière auf St. Vincent ist, wir wissen es nicht. - Grafik aus https://aqicn.org


Impfung am Gründonnerstag im Inselkrankenhaus La Palma

Am Gründonnerstag geimpft, gemeinsam mit ganz vielen anderen, die auch allesamt aus El Paso kamen


Salud Mental heißt geistige Gesundheit. - Dort, wo heute der Eingang zum Impfzentrum des Inselkrankenhauses La Palma ist, geht es auch zur Abteilung Geistesgesundheiten border=

Ein Böser der schelmisches dabei denkt, oder quer. Impfung und Abteilung der geistigen Gesundheit, gleicher Eingang





Donnerstag 25.03. 2021 El Paso 17:00 Uhr

Wird die vierte die perfekte Welle?
Jammerbriefe und Toilettenpoesie aus der besten aller Welten


Mir ist aufgefallen, dass das Wort Durchseuchung gar keinen Gebrauch mehr findet. - Durchimpfung gibt es noch nicht und überhaupt mal sehen, wie viele und welche dieser ganzen neuen Vokabeln aus der viral-virulenten Begrifflichkeit übrig bleiben. - In ein paar Monaten sind wir ja eh durch, dann wird man viele Dinge auch deutlich klarer sehen und vielleicht sogar so etwas wie eine Aufarbeitung beginnen können. - Aber bis dahin begleitet uns auch noch jede Menge Alltag und wer gut unterwegs ist in Sachen weiterdenken der weiß ja auch, mehr als Alltag, aber davon jede Menge, haben wir ja eigentlich eh nicht. - So ist es auch ziemlich relativ, ob denn viel oder wenig passiert ist und selbst wenn die Schlagzeile das inzwischen berühmte überfahrene Huhn aus Tijarafe ist, dann fragen Sie doch mal das Huhn, ob es ihm relativ gut geht. - Der Winter scheint bereits vorüber, im März hat es doch tatsächlich überhaupt nicht mehr geregnet hier bei uns im Tal. - Eine kleine Chance besteht an diesem Wochenende noch, allerdings ist ertragreicher Niederschlag nicht zu erwarten. - Der Wetteralltag auf dem Nordatlantik hat sich eben bereits wieder eingestellt und schiebt alle fruchtbaren Tiefs, die aus dem Westen satte Niederschlagszellen mit sich schleifen zu weit für uns in den Norden. - Jetzt kommt sogar wieder ein bisschen Sahara in Calima-Angelegenheiten zu uns rüber, aber die Temperaturen halten sich noch im deutlichen Bereich des erträglichen. - Aber noch zehren wir gut von den erfreulichen Regengüssen dieses Winters, auch wenn wir das meiste davon bereits dem vergangenen Jahr gutschreiben müssen. - Die Vegetation, hier meine ich nun die, außerhalb der angelegten Gärten und landwirtschaftlichen Flächen zeigt weiterhin das äußerst üppige Farbspiel der Abundanz und lockt einen bereits, die vielen Jahre der Regenschuld hier im Tal vergessen zu wollen. - Sollte es allerdings nun diesen Winter gar keine Niederschläge auf der Westseite mehr geben, dann sprechen wir spätestens ab Juni bereits wieder von Dürre und Notlage. - So müssen wir denn die Frage, ob denn die Dürre das Ergebnis des Klimawandels ist, oder es sich dabei lediglich um eine dreiste Aneinanderreihung von Wetterkapriolen gehandelt hat, doch wieder zurück in die "to-ask-Liste" schieben.

Gute Nachrichten gibt es auch reichlich aus dem alltäglichen Geschäft. - Nach vielen Jahren ist es nun endlich gelungen, viele Grundstücke rund um die "Fuente Santa" in Besitz der Inselregierung zu bringen. - Fast einhunderttausend Quadratmeter sind da nach Verhandlungen aber auch Enteignungen zusammengekommen und nun hat man zumindest eine der Grundvoraussetzung zum Bau eines, wie dann auch immer betriebenen Heilbades gesetzt. - Allerdings bleiben weitere Fragen immer noch aktuell, bis wir unsere Zipperlein dort im Bade lindern können, müssen noch weitere Dinge geklärt werden. - Weiter gilt es die Behörden um Naturschutz und Küste davon zu überzeugen, dass es deutliche Interessen gibt, dort im, von beiden Organisationen geschützten Bereich solch eine Badeanstalt zu errichten. - Weitere Kleinigkeiten, wie die Finanzierung und denn auch, wie und wer denn dann irgendwann mal die touristische Großhoffnung "Bad La Palma" betreiben wird, kommen bislang noch auf der Peanuts-Schiene daher. - Aber da wir die Gesamtwette, ob denn eher "BER" oder Heilige Quelle in Betrieb gehen, deutlich verloren haben, sind wir nun auch nicht mehr übertrieben eilig. - Allerdings könnte natürlich so ein Slogan wie "Fuente Santa wirkt antiviral" oder gar ein Versprechen der "Naturimpfung" durch Vulkankräfte zumindest Astra-Pessimisten vielleicht locken. - Aber mal so unter oder auch über uns, bis unsere Heilige Quelle die ersten Besucher empfängt, sind wir längst beim dritten Sars und sitzen die nächste Pandemie doch schon auf einer Lauterbachschen Backe ab. - Aber ganz ohne Sarkasmus oder verzweifelten Poesie, solch ein Heilbad mit zumindest astraler Wirkung, kann für La Palma eine wunderbare touristische Ressource sein.

Bleiben wir touristisch und damit in Erwartung. - Wir haben wieder mal einen neuen "Außendienstmitarbeiter" in Sachen touristischem Management und groß wurde die neue Personalie auch vorgestellt. - Nicht immer waren wir so ganz glücklich im Händchen dabei. Wobei die grundsätzliche Geschichte, man muss La Palma dort vermarkten, wo die Gäste herkommen, natürlich von kognitiver Kohäsion nur so strotzt. - Dabei fällt der Michel nicht weit vom Stammhalter und so ist ein Deutscher unsere nächste touristische Marketinghoffnung. - Allerdings fällt gleich auf, dass der gute Mann aus der Hotelbranche kommt und somit natürlich auch so denkt. - Dabei verfügen wir über mehr Bettenkapazität und auch mit deutlich steigender Qualität im Appartment- und Ferienhaussektor, als im Angebot der dienstbaren Hotelunterkünfte und sollten vielleicht diese Entwicklung deutlich beachten. - So kommt seine Aussage, La Palma sei zu unbekannt, dann eben doch als zumindest kritisch zu betrachten, denn La Palma ist nur dem Massenpublikum nicht ausreichend bekannt. - In "Kreisen" der eher auf Individualität Wert setzenden Reisenden kennt man unser Inselchen nur zu gut bereits und reagiert meist sogar ablehnend, wenn es darum geht, dieses Kleinod der touristischen Halbvirginität professioneller zu vermarkten. - Es bleibt halt immer der gleiche Kanon: Machen wir uns mit anderen Destinationen vergleichbar, dummerweise noch mit solchen, welche nah sind, oder zum verwechseln ähnlich klingen, dann setzt man sich nicht notwendigem Wettbewerb aus.

Es geht nicht darum, so viele Menschen wie möglich auf die Insel zu holen, sondern um ein wirtschaftliches Ergebnis, welches deutlich mehr Nutzen als Schaden für La Palma darstellen kann. - Lieber weniger Leute, welche dafür mehr netto auf der Insel lassen, als nur durch massenhaftes Durchschleusen marginale Margen zu verdienen. - Die Kunst dabei liegt in der feinen Nische, wie viel Individualismus kann man sich leisten, ohne die notwendigen Carrier und Reiseveranstalter zu vergraulen, damit diese dennoch das Inselchen mit ihrer Anwesenheit beglücken. - Auf jeden Fall richtig aber ist, jetzt noch mit dem Trommeln für die Insel zu beginnen und nicht erst darauf warten, dass der letzte Heini sein Astra gespritzt bekommen hat. Meist können wir uns ja darauf verlassen, dass auf dem Weg von markigen Worten zu ebensolchen Taten genügen Alltag und Realität liegen, welche unserem flegelhaften Heldenmut zum Misserfolg genügend Raum lassen. - Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Gäbe es die Möglichkeit, aus Massentourismus hier auf dem kleinen Inselchen ein Job- und Wohlstandswunder zu basteln, da wäre ich dafür. - Als allererster sogar. - Allerdings habe ich Jahrzehnte Erfahrung im Tourismus auf La Palma und wir taugen einfach nicht dafür. - Nicht nur, weil man solche austauschbaren Destinationen gar nicht mehr braucht, sondern weil wir einfach nicht Konfektionsware sind, welche auf alle touristischen Anforderungen und Moden schnell und zentral reagieren könnte. - Dann kommt da noch das Wetter, die Landschaft, die doppelte Insellage, unsere phlegmatische Ideologie, nur noch getoppt von glühender Leidenschaft für unsere Nation, der Prokrastination. - Natürlich sind wir durchaus liebenswert, allerdings fürchterlich nachlässig dressiert und schon ein bisschen schrullig.

"La Palma bezahlt für die zerschmissenen Teller auf den anderen Inseln", so tönt es zutreffend, aber nicht besonders solidarisch aus dem rührigen Tourismusverband "CIT-Tedote". - In der Tat ist La Palma weiterhin die einzige Insel der Kanaren, welche zu keinem Zeitpunkt der covidschen Pandemie die berühmte 50er Marke in Sachen Inzidenz für sieben Tage überschritten hat. Zwar gab es auch bei uns Ausbrüche, hier "brotes" genannt, aber das katapultierte uns kurzzeitig mal "in die Dreißiger" und heute, am 24.3.2021 liegt die Inzidenz für sieben Tage hier bei uns auf La Palma bei 9,6. - Die Kanaren als Archipel bringen es auf 68 in der selben Maßeinheit und lange schon basteln wir zwischen 50 und 70 hin und her und kommen einfach nicht mehr unter die gesuchten Roaring Fifties. - Damit liegen die Kanaren inzwischen auch nicht mehr sonderlich gut im spanischen Schnitt und sehen wir uns da mal genauer um, dann zeigen uns Regionen wie die Balearen (27) oder Murcia (24) wie es eigentlich langlaufen sollte. - Ganz Spanien dreht sich im Rahmen von 63 mit leicht steigender Tendenz und wenn wir richtig mitgezählt haben, dann arbeiten wir bereits hart und willig an einer vierten Welle. - Aber, das ist das erstaunliche und kommt Ihnen sicherlich spanisch vor: Unser Land kommt ohne harten Lockdown in Sachen Geschäfte und Gastronomie von einer Inzidenz von über 400 Ende Januar, auf eben diese luftigen 62 heute. - Ob alle Zahlen ganz stimmen, manch einer zweifelt daran. Allerdings wissen wir doch aus guter Erfahrung, dass viel zu viele Menschen an diesen Zahlen herumstatieren, um irgendwelche gesetzten Ziele manipulativ darzustellen. - Anders als in Deutschland gibt es allerdings bei uns nächtliche Ausgangssperren und einen ständigen Maskenzwang, besonders eben auch in der Arbeit und auf der Straße. - In ganz heftig betroffenen Regionen hat man dann noch zusätzliche Restriktionen angeordnet, aber doch scheint es so, dass Maskenpflicht und nächtliche Ausgangssperren unsere weihnachtlichen Verfehlungen, und damit die dritte Welle, abgesurft haben. Für uns bietet sich also quasi eine Vierte Welle an, noch bevor die Impfungen breite Wirkung bieten. - Da waren wir halt Weihnachten herum einfach schneller und haben andere Regionen wellenweise bereits überholt.

Ob wir darauf stolz sein können, ich weiß es nicht. - Aber unser Inselpräsi zeigt sich stolz auf sein Völkchen und lässt uns das auch zum virulenten Jahrestag wissen. - Toll, wie diszipliniert und geduldig wir diese Pandemie abgeritten haben, er sei stolz, unser Oberhirte zu sein. - Richtig schmusig wäre ja nun, wenn wir das gleiche zu ihm sagen könnten, aber Mariano Zapata bleibt in der gesamten Krise eher bis ziemlich blass und kann selbst auf den Nebenschauplätzen kaum punkten. - So ist immer noch die Frage offen, wie lange noch wollen wir es uns von einem Kartell einiger Tankstellenpächter gefallen lassen, auf La Palma an die 20 Cent mehr für den Liter Sprit zu bezahlen, als auf Tenerife. Das hatte Mariano mal zur Chefsache erklärt und nun will man, mit Hilfe des Gobierno de Canarias und deren Sozis, mit einem Trick helfen. - Wenn man den Absprachen schon nicht beikommen kann, da man Beweise nicht erbringen kann, dann könnte man doch mit mehr Konkurrenz am Brett bohren und will nun alte Tankstellenpläne wieder auferstehen lassen. - Zwei Stationen mehr in Los Llanos und von einem anderen Lieferanten, also Repsol statt Disa (beliefert auch die Shell) und ob das wirklich Zukunftsinvestitionen sind, so ganz sicher bin ich mir dabei nicht. - Allerdings stecken kluge und fleißige Köpfe hinter diesem Vorhaben, der mögliche Investor ist ein höchst bekannter wie erfolgreicher Bauunternehmer samt Familie, der auf La Palma bereits viele Dinge richtig angefasst hat. - Die andere Geschichte, welche einfach nicht Stolz auf unseren Präsidenten aufkommen lassen will, ist die, inzwischen kann man sagen, jahrelange Unfähigkeit ein oder mehrere Testzentren aufzubauen, welche jegliche ankommenden Reisenden auf unsere Insel hätten auf Covid-19 testen können. - Aber als kleine Einschränkung muss man hinzufügen, dass selten, (Casimiro Curbelo aus La Gomera ist die Ausnahme) sich ein Inselpräsident einer kleinen Insel alleine auf den Ozean der innerkanarischen Solidarität gewagt hat. - Klar, man ist politisch und vor allem finanziell komplett auf die Mutter aller Inseln (Tenerife) angewiesen und wenn die Familienbande als Druckmittel ansetzen will, dann Gnade uns Tanausú. - Aber der ganz alleine.

Im täglichen Fortkommen, meist auch Alltag genannt, haben wir uns schnell an die Stille und Leere gewöhnt. - Nachts fahren wegen der Ausgangssperre so gut wie überhaupt keine Autos mehr. Es ist wie Aschermittwoch gegen 05.00 morgens, aber jede Nacht. - Tagsüber ist alles ein bisschen langsamer als sonst und einfach viel weniger los. - Manche gehen ja ungern aus dem Haus, mal aus Angst, oder weil einem die Maske zwickt. - Dann sind ja auch viel weniger Leute unterwegs, da halt Besucher wie Urlauber fast gänzlich fehlen. - Kneipen und Restaurants haben zwar offen, aber wer ganz alleine auf Tourismus gesetzt hat, der lässt sein Etablissement nun eher zu. - Oder aber man kocht auf sehr sparsamer Flamme und reduziert sein Personal auf Familienstärke. - Noch helfen dabei die Kurzarbeiterregelung und Zuschüsse für Unternehmer, aber so ein bisschen Geld verdienen, ab Sommer vielleicht, stände uns allen nicht nur gut, sondern wird deutlich notwendig. - So blicken wir auch mit Unverständnis auf die neueste Diskussion in Deutschland, ob man denn unter Umständen die Balearen um ihren wohlverdienten Wiederaufstieg erleichtern möchte. - Da haben die Inseln sich mit strengsten Regeln auf eine schmale Inzidenz heruntergehungert, um aus den Fängen der Pandemie zu befreien, da scheint Mallorca nun plötzlich als Frustpfand für entgangene Einnahmen bundesdeutscher Urlaubsprovenienzen dienen zu müssen. - Für die Kanaren wäre solch ein deutsches Reiseverbot auch sehr unangenehm, allerdings lassen unsere Zahlen ja auch noch keinen wirklichen Balearen-Frust zu. - Es ist ja nur so, dass die Kanaren jetzt lediglich halb so viele Neuinfektionen zählen, wie es der deutsche Durchschnitt anzeigt… Aber Hand auf den Schnelltest, es ist halt alles nur eine Momentaufnahme. - Für die Balearen wäre das aber ein deutlicher Tiefschlag, mit einer Inzidenz von unter 30 und nach dem scharfen bis archaischem Lockdown möchte man den "Brüdern in Archipel" mehr als deutsche Trotzigkeit gönnen.

Mit dem versuchten Osterruhe-Plan mit anschließendem föderalen Shitstorm hätte man vielleicht gar nicht so verkehrt gelegen. - Es ist ja nun ein Kirchenjahr her, dass man in Spanien in der ersten Welle mit einer solchen Totalschließung, übrigens eine ganze Woche lang zu Ostern 2020, der brutalen Auswirkungen der Ersten Welle seinerzeit die Kraft nahm. - Damals drohte ja in Spanien ein Kollaps des Gesundheitssystems, man war bereits auf dem dreiviertel Weg nach Bergamo, konnte man mit einer solchen harten Maßnahme die Dinge zumindest wieder handhabbar machen. - Aber heute ist das eben viel schwieriger, da mit der bereits in Verteilung befindlichen Impfung die Erwartungshaltung der Bevölkerung, wie auch der Presse, ganz anderen Vorstellungen bedienen. - Es ist ja auch ein bisschen so, als könne man es kaum noch erwarten, da die Erlösung vom Bösen je bereits um die Ecke lauert. - Man kennt das doch nur zu gut, so knapp vor dem Höhepunkt fällt das Aufhören immer sehr schwer. - Allerdings wissen wir doch auch, wer zu früh kommt, der kommt zwar schneller an, dient aber damit weder der Allgemeinheit noch seinem Gegenüber. - Aber woher sollen wir auch wissen, was nun die richtigen Entscheidungen sind. - Gibt es denn überhaupt einen "Spanischen Weg" und eine "Deutsche Routine"? - Oder tut einfach jeder nur, was ihm gerade einfällt, oder eben gerade noch diversen Medien gedeckt werden kann. - Manchmal können sie einem leid tun, die armen Politiker, die ganz nass von einer Pandemie erwischt worden sind, die sie ja nun wirklich nicht in die Suppe gebrockt haben. - Aber es ist wie fast überall im Leben. - Das Internet macht Dumme dümmer und Schlaue schlauer und die Pandemie macht gute Politiker besser und schlechte zum Kasper. - Vielleicht muss man das auch so sehen: Das Kontingent an Deppen und Arschlöchern ist überall gleich groß, man darf eben nur nicht auf diese Dementoren hören. - Mich nerven inzwischen die Hobbyepidemiker mit Facebook-Bachelor und Telegram-Schamanen mit Quelle-Büchlein-Nazi-Esoterik mehr, als die vielen hilflosen Politiker. - Oft erinnern mich diese Auswüchse der so genannten sozialen Medien an Toilettenwände. - Facebook so etwa im Niveau der Schulen und Jungendherbergen und Telegram dann schon eher wie Bahnhofstoiletten in Großstädten. - Traurig, wer da sein Geschäft verrichten muss und kein Zuhause hat. - Manchmal ist eine Pandemie halt nur eine Pandemie und bei der nächsten wird alles besser. - Und einen hab´ ich noch:

Some come here to sit and think,
some come here to shit and stink.
But I´ve come here to scratch my balls
and read the writings on the walls.



Mein Schiff 1 auf der Westseite der Insel La Palma

Ab und an hat Mein Schiff 1 Langeweile und fährt auf dem Weg von Santa Cruz de La Palma nach Las Palmas de Gran Canaria "hinten herum". - Also auf der Westseite vorbei.


Frühling oberhalb El Paso

Frühling oberhalb El Paso, La Palma



Donnerstag 25.02. 2021 El Paso 17:00 Uhr

Von Leichenfledderern und Kakaotrinkern
Alltag halt, in Zeiten der viralen Viren


So ganz unzufrieden ist die landmännische Seele mit diesem Winter nicht. - Allerdings weisen die, ständig von West nach Ost über den Atlantik ziehenden Tiefdruckgebiete, schon wieder eine unangenehme Tendenz nach Norden auf. - So erreichen uns diese Wasser spendenden Wettererscheinungen nur marginal, oder eben gar nicht mehr. - Das war Anfang unseres Winter noch ein bisschen anders, aber jetzt hat uns nur noch ein Ausläuferchen des letzten Tiefs nur gestreift, anstatt wirklich das Archipel komplett nass zu machen. - Ob das auch was damit zu tun hatte, dass der afrikanische Staub der letzten Tage eher kalt war, das stimmt natürlich so nicht. - Kalter Calima ist zwar nicht so bekannt, wie ebenso temperierter Kaffee, aber im Winter durchaus üblich. - Da Wetter nicht nur nebeneinander, sondern auch übereinander stattfindet, ist es durchaus möglich, oben Calima zu haben und unten weiterhin die kalten Luftmassen aus dem Nordatlantik. - So ist das mit der Bauernregel, nach Calima kommt Regen, ähnlich belastbar wie eine föderale Diktatur und natürlich sind wir längst so abgebrüht, dass wir inzwischen selbst kleinere Mengen Niederschlag als Regen betiteln. - Bei uns im Tal brachte der letzte Durchzug eines Tiefausläufers zwar nur noch an die 10 Millimeter Regen, aber dafür fielen in der Caldera deutlich mehr Niederschläge. - Nun könnte man meinen, die landen doch alle im Meer, aber so ganz stimmt das nicht, denn bei "Dos Aguas" im Krater werden große Mengen der Niederschläge abgezweigt und ins "System" gepumpt. - Das hat auch dazu geführt, dass wir inzwischen die beiden Brunnenschächte auf der Ostseite wieder stilllegen konnten, die extra wegen der zehrenden Trockenheit im vergangenen Sommer in erneuten Betrieb gegangen waren. - Der Winter auf La Palma dauert allerdings noch weiter an, obwohl die Statistik den Februar als wasserreichsten Monat des Jahres vorsieht. - Bis in den April hinein kann es durchaus noch zu nennenswerten Niederschlägen, auch bei uns hier im Tal der Wessis kommen und so hoffen wir weiter auf deutlichen Regen.

Die Landschaft der Insel zeigt sich aber auch jetzt bereits äußerst dankbar für den gut gelaunt gefallenen Niederschlag. - Wunderbare Mandelblüte selbst auf unserer Höhe und der graue Senf überzieht weite Teile der vielen Brachflächen mit prächtiger gelber Blüte. "Relinchón" nennt man hier den Senf und leider ist dieses Kraut nur für die "Instagramer" attraktiv, denn die Landwirte können mit dem Zeug wenig anfangen. - Lupinen und Zistrosen scheinen dieses Jahr den Kampf um die Farbhoheit gegen den Senf zu verlieren und auch schießt unsere endemische Gänsedistel mit gelbem Glanz ebenso in die gleiche Richtung. - Weniger auffällig allerdings ist das "Hintergrundgrün" der Insel auf dem Weg, den alten Glanz einzunehmen. - Wer allerdings nicht wirklich offen mit den Augen ist, oder eben nicht die Gnade besitzt, täglich das insulare Naturschauspiel zu beobachten, dem ist sicher nicht aufgefallen, dass die Grüne Insel jetzt wirklich wieder tiefgrün daherkommt. - Nicht das fahle Grün der durstigen Kiefern, wie wir es noch die letzten Jahre erleben durften, sondern eben satt und breit, so wie wir das eigentlich bestellt haben. Für viele Opuntien kommt allerdings dieser regenreiche Winter dennoch zu spät, denn die "Cochinilla mexicana" Dactylopius opuntia hat in unserer Region heftig zugeschlagen. - Manch einer ist sogar froh darüber, dass dieser Feigenkaktus nicht mehr das Wasser und die Nährstoffe aus dem nahen Hausgarten saugt, allerdings gehört die "Tunera", wie man hier sagt, seit Jahrhunderten bereits zum Landschaftsbild der Insel. - Auf der einen Seite sind die Kaktusfeigen eine beliebte Frucht, besonders gekühlt an heißen Tagen genossen und Ziegen wie Schafe fressen auch die grünen Blätter, zumindest wenn man sie vorher grob mit einer Machete abgeschabt hat. - Früher, da diente die Opuntie auch, um die "echte" Cochinelle zu ziehen, die Dactylopius coccus, aus welcher der so begehrte Cochenille-Farbstoff gewonnen werden kann. - Anders aber als die mexikanische Variante, oder soll man heute sagen "Mutante", lässt die Cochinelle-Schildlaus seinen Wirt am Leben. - Sollte es aber viel und heftig regnen, dann hält sich die fiese Dactylopius opuntia nur schlecht an der Pflanze. Man kann das auch künstlich hinbekommen, wer seine, von der mexikanischen Schildlaus befallene Opuntie häufig mit beherztem Wasserstrahl säubert, der sollte den Schädling gut unter Kontrolle haben können.

Der andere viral-virulente Schädling beschäftigt uns natürlich ebenso weiter, auch wenn La Palma, zumindest in den covidianischen Zahlenspielen, eher eine marginale Rolle spielt. - Immerhin kratzen nun auch die Kanarischen Inseln als Gesamtheit erneut an der "50er-Inzidenz" und Spanien ist seinen fragwürdigen Titel als Hochrisikoland inzwischen wieder los. - Wir warten aber ebenso weiterhin auf die "gute Spritze" aus den, Normalität versprechenden Labors der Hochtechnologie, und im Moment ist man hier dabei, die Polizisten und Feuerwehrleute zu impfen. - Wie es danach weitergeht, ob zunächst noch andere, für irgend ein System relevante Gruppen vor der Alterspyramide kommen, so ganz genau wissen wir das nicht, sind aber in der Breite sowieso eher geduldig bis devot. - Aber auch nicht alle. - Viele Freunde machte sich nun die Rechtsanwaltskammer, welche eine schnelle Impfung ihrer Mitglieder fordert, schließlich sei man an vorderster Front. - Gut, wo nun die Front ist, das ist manchmal wirklich Definitionsangelegenheit, allerdings fruchtet dieser, eigentlich bereits frivole Versuch, nicht wirklich. - Ich denke auch immer noch, dass Bus- und Taxifahrer und sowieso Supermarktangestellte deutlich eher irgendwo frontnah arbeiten. - Auch die Systemrelevanz wird immer wieder man auf den Diskussionstisch gelegt, wobei ich nur anmerken darf: Jeder ist relevant, zumindest in seinem eigenen System…

Wie überall gibt es auch hier pikante "Impfdrängler" und da ja der Gesetzgeber noch keine Sprüche über solch flegelhaftes Gebaren geschrieben hat, weiß man auch nicht so wirklich, wie man dem beikommen kann. - Auf La Palma haben wir vier plakativ beschriebene Fälle, und alle stammen aus dem politischen Umfeld meiner eigenen politischen Wahlheimat. - Allerdings dünkt bis deucht dem aktiven Beobachter der lokalen Aufregerszene, dass die "Anderen" nur besser beschissen haben, da weder die Coalición Canaria, noch die Partido Popular hier irgendwie versuchen, politischen Nutzen aus der Dummheit einiger sozialistischer Volksvertreter zu ziehen. - Die Parteispitze der PSOE in Madrid hat reagiert wie immer: Wer nicht spurt, fliegt aus der Partei, allerdings verschluckt man sich regelmäßig mit diesem Vorhaben am Gesetzbuch der bürgerlichen Art. - So einfach ist es nämlich gar nicht, jemanden aus einer Partei zu werfen und dann haben wir bei den vier lokalprominenten Fällen auch noch genauer hinzusehen. - So ist auch die Inselrätin für Gesundheit, Susana Machín als Impfdrängler ins Visier genommen worden, allerdings hat deren Impfung ein Arzt angeordnet. - Sie arbeitet nämlich im Pflegeheim "Hospital de Los Dolores" in der Hauptstadt und gehört damit ebenso geimpft, wie man das auch mit den Köchen und Hausmeistern gemacht hat. - Allerdings sieht es in Puntagorda und Puntallana ein bisschen anders aus, dort haben jeweils eine Stadtratende den vorzeitigen Vakzinerguss erhalten und darüber hinaus auch noch der Direktor des Gesundheitswesens auf La Palma. - Der ist aber eigentlich überhaupt nicht an der Front, sondern Etappenpolitiker, anders als die Krankenhauschefin. Dann ist da auch noch der lustige Bischof aus der Diözese Tenerife. - Auch der ist irgendwie in den Genuss einer göttlichen Frühspritzung gekommen und muss sich nun ähnlich wie Woelki dem profanen Weltgericht der spöttisch bis anklagenden Presse stellen. Mit La Palma hat das insofern was zu tun, da Don Bernardo, jetzt mit ein bisschen weniger Don, geborener Breñusco ist, also Palmero aus Breña Alta.

Der Alltag lebt sich weiter vorzüglich auf dieser kleinen und meist wenig preziösen Insel. Vielleicht auch, weil wir praktisch unter unseres Gleichen dahinschmurucheln und uns kaum was vom eigenen Bauchnabel ablenkt. - Ein paar unverwüstliche Stammgäste, einige Asien-Flüchtlinge der touristischen Grundsubstanz und ein paar digitale Nomaden machen unser Erscheinungsbild wenigstens ein bisschen glotter wie poly. - Allerdings sind viele Überwinterer, inzwischen meist Brezeldiebe genannt, dieses Jahr nicht gekommen. - Manche konnten nicht, manche waren einfach nur vorsichtig und sicherlich die große Unsicherheit, wie geht das alles weiter. - Natürlich geht es weiter. - Hier haben wir uns alle vorsichtig auf Ende Sommer oder Anfang Herbst geeinigt, wohl wissend, dass manchmal das Sommerende erst im Dezember stattfindet. - Nicht alles auf La Palma hängt vom Tourismus ab, aber diese Branche ist halt schon deutlich sichtbar und wer genauer hinterfragt, der erkennt dann auch, wie weit die fehlenden Einnahmen aus diesem Gewerbezweig mitten in der Gesellschaft infektiöse Nebenwirkungen auslösen. - Aber ebenso überfällt dem geschulten Betrachterauge die Gewissheit, dass auch auf La Palma weiterhin viel Geld unterwegs ist. - Allerdings trägt man hier keine Opulenz zur Schau, wer wirklich besitzt, meist eher Land als Kontostand, der hält damit gut geschult die Dinge nah am Boden. - Gut, ein paar Erben, Söhne oder Töchter aus wonnigem Haus, die fahren die dicken Schlitten und gehen auf die angesagten Partys, die sich hinter horrenden Eintrittspreisen oder Mitgliedschaften so gerne dem, allerdings meist gelangweiltem Blick der Normals entziehen. - Manchmal ärgert es sogar die selbst ernannte "Bessere Gesellschaft", wie viel Aufwand man betreiben muss, um fremdstimulierten Neid zu erzeugen. - Aber viele Läden, Restaurants wie Kneipen und natürlich auch die direkt Abhängigen der touristischen Branche haben schlimm zu knabbern. - Noch hat der Tourismus hier den Dreh zur direkten Subvention nicht gefunden und Hand auf die Börse, hoffentlich kommt es auch nicht so weit.

Auch wenn die Restaurants weiter offen haben, die Läden wohl nach Kunden schielen dürfen, es ist halt einfach kaum jemand unterwegs, welcher das notwendige "Plus" in den Kreislauf spülen kann. - Da helfen die Stammgäste noch am besten mit. Die "statt Asien - Kanaren" eher weniger und wer auf digitale Nomaden zum Erhalt der touristischen Branche setzt, der muss Wertschöpfungsketten gleich ganz neu zu definieren lernen. - Aber auch kleine Brötchen können ganz gut schmecken und irgendwie ist es erstaunlich, wie hartnäckig die allermeisten Lebenskünstler der touristischen Branche auf La Palma weiterhin zumindest astral präsent sind. - Das soll, wie bereits kolportiert, ja Endes dieses Sommers wieder anders werden und wer jetzt die richtigen Positionen besetzt hat, oder zumindest beibehält, der könnte dann am besten auch wieder an der Spirale nach oben mitrutschen. - Aber das habe wir noch nie so richtig gelernt, das Wort Marketing liegt weiterhin irgendwo auf dem Zoll in Santa Cruz und wieder mal regiert unsere professionelle Amateurhaftigkeit mit sturer Leidenschaft. - Man sagt uns ja aber nach, genau diese putzige Hilflosigkeit sei auch Teil unseres Charmes, allerdings fürchte ich ja mal, dass hier ein gewaltiges Missverständnis bereits vor längerer Zeit stattgefunden haben muss. - Also in der Zeit, als ich noch vollwertiges Mitglied der Zugewinngemeinschaft aus touristischen Einnahmen im Volksparadies war. - Inzwischen konnte ich ja etwas Abstand aus der totalen Abhängigkeit vom besuchenden Publikum gewinnen und richte seit geraumer Zeit unser Auskommen nach dem Einkommen und nicht mehr umgekehrt. - Das hat übrigens weniger mit Weisheit zu tun, als mit jahrzehntelanger Abnutzung. - Aber so gelingt zumindest hin und wieder ein Blick mit ein wenig bis ausreichend Abstand. - Genau dieser ist aber zur gelungenen Beobachtung so extrem wichtig, da man in der Mühle selbst, die Flügel nicht rotieren sieht. - Betriebsblindheit ist ein anderes Bild dafür.

Genau jetzt stellt sich nämlich auch wieder die Frage, warum wir denn in all den Jahren es nie geschafft haben, aus unserem kleinen Paradies eine exklusive, fast verbotene Frucht zu schaffen. - Also eine, die aufwendig wie lockend, schon ein bisschen dekadent, aber auf jeden Fall teuer zu pflücken ist. - Bei uns kosten Häuser so viel wie anderswo Hütten und Paläste so wenig wie irgendwo touristisch konfektionierte Unterkünfte. - Ich will La Palma ja gar nicht mit Hiddensee im Sommer vergleichen oder Sylt im August, aber warum muss man anderswo hundert Euro pro Person die Nacht rechnen und bei uns setzt man kategorische Grenzen, die sich preislich eher an Jugendherbergen orientieren, als an Ferienhäuser. - Sicher, im Gesamtpaket muss auch immer noch der Flug Platz finden und ein Mietwagen, aber das muss man anderswo auch. - Ein gerütteltes Maß haben wir natürlich selbst dazu beigetragen, denn immer wenn es halbwegs gut lief in der Branche, dann haben wir uns selbst gleich gewaltig selber Konkurrenz gemacht. - Inzwischen laufen nur noch die "Paläste" in tragbarer Auslastung oder die ganz billigen Unterkünfte, die gerne auch mal dem Obolus entsprechen, den man mitteleuropäisch alleine bereits für einen nächtlichen Stellplatz für das fahrende Wohnzimmer berappen muss. - Natürlich ist das auch den Umständen geschuldet, wer verreist denn im Moment schon über Ländergrenzen hinweg. - Auch Nachrechnen macht das Schauspiel verständlich bis grotesk. - Vier Flieger aus Mitteleuropa kommen jetzt noch zu uns, wobei einer auch noch über eine andere Kanareninsel ausgerichtet ist. - Nehmen wir also dreieinhalb, jeweils mit rund 200 Sitzplätzen. Maximal können als 700 Leute pro Woche zu uns reisen, das macht bei einer mittleren Aufenthaltsdauer von 10 Tagen ziemlich genau 1.000 Reisende jeweils aktuell auf der Insel. - Gut, einige wenige reisen auch über Madrid an, oder mit dem Schiff aus Tenerife, aber dafür muss man von den 700 pro Woche auch wieder die hiesigen Residenten abziehen, die nicht als zahlende Gäste anreisen, sondern zwischen ihren "Heimaten" hin und her fliegen. - Nach neuesten Schätzungen haben wir rund 17.000 Gästebetten, auch Dank der breiten Welle der Legalisierungen in Richtung "Vv" also Viviendas vacacionales und nun muss man gar nicht mal mathematisch sehr begabt sein, um hier ein gewisses Missverhältnis in Angebot und Nachfrage festzustellen.

Diese unschöne Drucksituation der touristisch gewerblichen Vermietung führt nun leider nicht zu einem wunderschönen solidarischen Verhalten der meisten anreisenden Gäste. - In manchen Fällen, sicher nur in manchen, geschieht sogar genau das Gegenteil und der Markt in seiner ganze Fülle der Verachtung von Dienstleistungen schlägt dann grausam zu. - Da es so schlecht laufe im Moment, wäre ein Rabatt doch sicherlich machbar und wer nun mit dem Rücken zur Hypothek oder gar dem Girokonto steht, der muss diesen Kakao wohl trinken. - Wobei sich die Grobschlächtigkeit mancher Ungenossen sogar in echten Stilblüten niederschlägt. - "Wir bleiben ja 10 Tage und nicht nur eine Woche, da ist doch sicherlich bereits ein Sonderpreis drin." - "Wir sind bereits das zweite Mal bei Ihnen, da kommen Sie mir doch sicher als Stammgast deutlich entgegen?" - "Wir wohnten vor vielen Jahren mal bei Ihnen, sind jetzt bei Freunden untergekommen, würden aber gerne Ihren Pool benutzen, da Sie doch im Moment keine Gäste haben." - "Wir hatten so an 500 Euro den Monat gedacht, zwei Schlafzimmer, Alleinlage, Waschmaschine und schnelles Internet Voraussetzung!" - Die Mietwagenverleiher führen ähnlich erniedrigende Gespräche und auch die Aktiven der Wander- und Outdoor-Branche erzählen gleichartige Dinge auf den Treffen der Anonymen Touristiker. - Nein, bei weitem nicht die Mehrzahl der Korrespondenz der anbahnenden Art verläuft so, aber es nimmt deutlich zu. - Dabei sind wir gesundes Handeln durchaus gewöhnt und wenn einer mehr als drei Wochen zu uns kommt, dann kann man in den meisten Fällen auch sicherlich "was drehen" und findet dabei sogar beidseitigen Vorteil. - Das Ausnutzen einer momentanen Schwäche eines der am Geschäft beteiligten gehört aber nicht in die Schublade eines aktiven "Deals" sondern nach ganz unten, da wo Rabatte, Nachlässe und Vergütungen den Unterschied von preiswert zu billig ziehen.

Erinnern Sie sich noch an den menschenverachtenden Slogan: Geiz ist geil? - Eigentlich hofften wir ja, diese Welle ebbt allmählich ab, aber wieder haben wir uns wohl profund geirrt. Hinter jeder Dienstleistung und jedem Produkt steckt die Leistung eines Menschen. - Handeln wir um den Preis, dann verhandeln wir seinen Lohn. - Die Brücke bis zur Billigkleidung genäht unter prekären Umständen in Bangladesh ist natürlich zu weit, um das auf La Palma zu übersetzen. - Allerdings kommt das "hinten" bei raus, wenn man das konsequent zu Ende denkt. - Also nicht quer, sondern weiterdenkt. - Oder soll man hingehen und eine mögliche "Handelsspanne" gleich mit einkalkulieren? Damit man nach der Verhandlung dennoch einen Ertrag erwirtschaftet? - Das würde allerdings bedeuten, dass die, Respekt vor der Kalkulation Anderer zeigenden Gäste und Kunden, den Rabatt an Preisdrücker und Leichenfledderer mitbezahlen sollen. - Das kann natürlich kein Weg sein, ganz im Gegenteil. - Ich habe manchmal Leuten einen Rabatt gegeben, gerade weil sie nicht danach gefragt haben. - Das waren interessante Blicke wie Reaktionen, aber solch ein Handeln ist natürlich ein Luxus, den man sich erst dann leisten kann, wenn kein Betrieb, keine Familie oder Angestellte von der Wertschöpfungskette mehr abhängen. - Ich finde gute Preise klasse und musste mir über ein Vierteljahrhundert von einigen, allerdings wenigen Mitbewerbern den Vorwurf gefallen lassen, wir seien zu billig. - Zu billig waren wir ganz bestimmt nicht, sicher preiswert aber niemals Verhandlungssache für Schnäppchenjäger. - Allerdings gehören auch immer Zwei dazu, mindestens. Einer der den Preis drückt und einer der den Kakao auch trinkt. - Allerdings stürzt manch einer dieser Kakaotrinker die bittere Brühe nur aus blanker Notwendigkeit herunter und verbrennt sich lieber seinen Rachen, als die Firma, Familie oder Angestellte zu gefährden. - Und jetzt stelle ich mir selbst die Frage: Habe ich auch schon Leistungen anderer in einer Notlage heruntergehandelt, weil ich wusste, die müssen mit dem Preis heruntergehen? - Mit einem vollkommenen Nein kann ich das nicht beantworten, aber ich mache das seit vielen, vielen Jahren nicht mehr, sicher auch da ich früher zu oft Kakao trinken musste. - Jetzt mach ich das nicht mehr und hoffe so sehr, dass dieses wunderbare Getränk nicht unter diesem klugen Spruch von Erich Kästner zu leiden hat: Nie sollt ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken


Frühjahr in El Paso, man wird fast gelb vor Neid...


Frühjahr in El Paso, man wird fast gelb vor Neid...





Freitag 29.01. 2021 El Paso 18:00 Uhr

Insel - Isla - Isoliert
Warum wir wieder mal die Allergrößten sind


Trau keinem über 50. Sie wissen schon, das mit der Inzidenz. - Eigentlich möchte ich ja mit Ihnen wetten, dass Sie vor einem Jahr das Wort Inzidenz noch nicht mal im Duden besucht haben. - Heute kommt das Wort sogar schon in der Bild und im Focus vor, woraus wir durchaus schließen könnten, dass Pandemien bilden. - Oder auch fokussieren, um im "Bild" zu bleiben. - Sicher ist das was dran, aber jeder kann seinen betrachtenden Sarkasmusmodus ein- und ausschalten wann immer er will, aber ich bleibe dabei: Herausforderungen bringen uns weiter. - Hier auf dem Inselchen haben wir es keinen einzigen Tag geschafft, die Inzidenz der Neuinfektionen in Sachen Covid-19, gemessen an 100.000 Einwohnern innerhalb 7 Tage auf die emblematischen 50 zu heben. - Gut, mein Freund Miguel meint ja immer, das ginge gar nicht, weil wir ja gar keine 100.000 Einwohner hätten, aber ich habe ja auch nicht gesagt, dass alle Pandemien wirklich bei jedem bildend einschlagen. - Allerdings grinst er mich dabei leicht schelmisch an und meint später zu mir, es soll durchaus Möglichkeiten geben, so etwas trotzdem zu berechnen, aber er sei sonntags an der Universität vorbei gefahren und hätte damit so etwas nicht erlernen können. - Noch während ich dabei bin, nun eine Sarkasmusinzidenz alleine für Miguel zu errechnen, präsentiert er mir bereits den nächsten galaktischen kognitiven Fallout und meint damit unser Luxusproblem der geringen Inzidenz auch gleich erklären zu können. - "Aislar", also isolieren, beinhalte das Wort "Isla" also Insel und so bräuchte man doch gar nicht erst zu rätseln, warum wir denn Weltmeister der Nichtinzidenzen sind.

Hier versteckt sich auch eines der Geheimnisse, warum ich so gerne mit Miguel laufe. - Während ihn diese Bregeneruptionen schütteln, wird er unmerklich langsamer in seinem dauerlaufartigen Spaziergang und ich kann, trotz heftiger Wadenkrämpfe, wieder ein bisschen zu ihm aufschließen. - Kognitiv allerdings habe ich ihn dabei immer noch nicht ganz eingeholt, da ich immer noch den global geltenden Insularunterschied zwischen Lanzarote (Inzidenz 390 - 28.01.2021) und La Palma (Inzidenz 1,2 - 28.01.2021) suche. - Macht nichts und ich erinnere mich dann immer wieder gerne an den Lehr- genau so wie Leersatz: Überholen ohne Einzuholen und wechsle so schnell das Thema, dass mir nun wiederum Miguel nicht mehr folgen kann. - Aber natürlich hat er auch Recht dabei, kleinen Inselchen, wie es nun mal La Palma oder Australien so sind, gelingt es viel einfacher, sich von äußerlichen Einflüssen abzuschotten, als so große Flächenländer, wie Luxemburg oder Portugal. - Wir bleiben also vage bis hoch konzentriert und natürlich verhält sich die Bevölkerung einer überalterten Insel disziplinierter bei Pandemien, als Einwohner anderer Inseln, welche knackigere Bevölkerungspyramiden aufzuweisen haben. - Ich bin jetzt ein bisschen unsicher, ob mir Miguel diesen unverdaulichen Brocken nur hingeworfen hat, damit ich ihm gar nicht mehr folgen kann, aber er bleibt sogar freiwillig stehen und lässt mich zumindest bewegungstechnisch aufschließen. - Tief, den limbischen Rucksack einfach übersehend, grabe ich nach alten Tabellen in meinem Gedächtnis, welche mir die aktuellen Alterstabellen der Inseln liefern und komme dabei sogar noch auf eine geriatrischere Struktur auf La Gomera und El Hierro und nur ein bisschen weniger vergreist auf Lanzarote als auf La Palma. - Ich gebe ihm natürlich Recht: Es ist in El Paso völlig unnötig, eine nächtliche Ausgangssperre zu verhängen, noch lange bevor diese greifen würde, wäre schon gar niemand mehr auf der Straße, den das überhaupt interessieren könnte. - Das ist ein bisschen so, wie mit der Anzahl der Leute, die sich gemeinsam an einem Tisch räkeln dürfen: Wo zum Teufelchen bekomme ich nun die anderen fünf Gestalten her, um die erlaubte Wabe zu bilden?

Außerdem haben wir auf La Palma derzeit keinen Tourismus, die auf Lanzarote aber wohl und wieder falle ich ein ganzes Stück zurück. - Aber selbst hier stellen sich Gegenfragen, denn es landen kaum mehr internationale Flüge auf Lanzarote als auf La Palma, zumindest im viralen Jetzt. - Im Gegenteil, auf La Palma landen sogar mehr interinsulare Flüge als auf Lanzarote, denn selbst jetzt scheint es normal zu sein, zur Mittagspause nach Tenerife zu propellern (jetten kann man aufgrund der anderen Antriebsart ja nicht sagen). - Wir haben noch eine geraume Strecke vor uns zu laufen und da ich Miguel mit dem wunderbaren Ausblick oder den verblüffenden Lichtspielen unserer Landschaft natürlich wegen Überfütterung nicht mehr bremsen kann, muss ich schließlich die Notbremse ziehen und den M-Faktor ins Spiel bringen. - Allerdings hat Miguel nur darauf gewartet, denn auch er hat da Interview mit unserer Krankenhauschefin gehört, welches der Deutschlandfunk vor ein paar Tagen gemacht hat. - Der kleine Beitrag lobt herausragend die Arbeit der Mercedes Coello, welche in der Tat stringent und auch laut für Disziplin in Sachen Ansteckungsvermeidung kämpft. - Natürlich ist es nicht klar, welchen Beitrag Merche, wie sie Freunde und Bewunderer kennen, tatsächlich geleistet hat, damit La Palma heute praktisch covidfrei gelten darf. - Auch scheint es so zu sein, dass die Nachverfolgung der Kontaktpersonen auf La Palma rigider gehandhabt wird, als auf den anderen Inseln. - Allerdings hat das natürlich auch was damit zu tun, dass bei uns die Zahlen niemals außerhalb der Reichweite der Nachverfolgung waren. - In einer Aussage allerdings irren die Macher des Beitrags, denn Reisende aus Tenerife oder Gran Canaria brauchen keinen PCR-Test, sondern lediglich eine Eigenauskunft, dass man in den letzten 14 Tagen das Archipel der Unterschiede nicht verlassen habe. - Gerne hätte man auf La Palma diese Tests auch von den Reisenden der anderen Insel gemacht, allerdings scheut man sich seitens des Gobierno de Canarias heftig, innerhalb der Autonomen Region Kanarische Inseln irgendwelche Grenzen ziehen zu wollen.

Miguel hat das Interview in einer Übersetzung gehört und auch die Essenzen dessen in der Presse gelesen. Allerdings ist Miguel als Fundamentalgrantler kein Freund irgendwelcher Heldengeschichten und noch weniger, wenn es sich um die angezeigten Helden um Politiker oder Personen des öffentlichen Gehaltbeutels handelt. - Da ist auch kaum Spielraum und Mercedes Coello war und ist immer noch in der Politik tätig. - Zwar ist sie von Beruf Ärztin und somit auch vollkommen als Krankenhauschefin legitimiert, aber sie ist eben auch Abgeordnete in Madrid für die kanarische PSOE gewesen. - Ich kenne Merche noch aus meiner aktiven politischen Zeit, denn die war auch mal unsere Chefin und die Beschreibung im Radiobeitrag als "taff" trifft nur marginal die autoritäre Präsenz dieser bemerkenswerten Frau. - Jetzt ist also die Merche aus dem Sack und endlich weiß ich, warum Miguel mir andauernd erklären will, warum La Palma aus vielen Gründen geradezu zwangsläufig covidfrei sein muss. - Niemals würde er zugeben, dass es auch politisches Geschick oder gar Können gibt und selbst wenn Mercedes Coello nicht permanent danebengegriffen haben kann, so wird es doch sicher rein aus politischer Finesse geschehen sein. - Zufalls Werk und Merches Beitrag, vielleicht kommen wir so ein Stückchen weiter, wenn wir dieses kleine Wunder La Palma in Sachen virulenter Resistenz betrachten. - Hat ja auch schon Tradition. - Weder Globalisierung noch Becquerel haben uns je gefunden, Großfinanz und Mafia sind ebenso an uns vorbeigesegelt wie Golfkrieger und Sangríasäufer und manchmal ist es einfach gut, wenn man nicht immer am Puls der Zeit schnüffelt. - Es könnte auch ein Virus riechbar sein und wer jeglichen Aufschwung verpennt und Wirtschaftskrisen aus Unterlassung nicht mitbekommt, der hat einfach eine gewisse Abwehrhaltung für jeden modernen Scheiß bereits mitbekommen. - Reichlich Glück, Abgeschiedenheit, Disziplin aufgrund drängender sozialer Kontrolle und vielleicht 15 Prozent des M-Faktors machen dann wohl doch den Unterschied aus, zumindest bis jetzt. - Aber das muss ich Ihnen nicht erzählen, dass La Palma immer schon die richtige Wahl war.

Bis Mai will Merche dann auch "durch" sein mit dem Impfen und hier könnte Merche dann doch mal irren, denn so wie die Dinge im Moment aussehen, fehlt dann nicht der gute Wille und die Impfbereitschaft, sondern einfach das Zeug zum Armdrücken. - Aber wer weiß, vielleicht traue ich ihr da immer noch zu wenig zu und die kennt Kniffe und Tricks, noch mehr für "ihre" Insel zu tun. - Wir sind so weit ganz gut dabei mit der Impferei, allerdings haben sich auch hier wohl ein paar Leute vorgedrängelt und das kommt gar nicht gut an bei den Leuten. - Allerdings muss man ein bisschen genauer hinsehen, nicht nur der gefälligen Ausschnitt aus dem Skandal betrachten sondern auch die Umstände, wenn es überhaupt möglich ist. - Am heftigsten wird die Rätin für Gesundheit der Inselregierung angegangen, welche inzwischen wohl sogar die zweite Dosis erhalten hat. - Aber Susana Machín, Mitglied der PSOE hat eine ärztliche Anordnung zur Impfung erhalten, da sie ihr Büro in einer Altersresidenz hat. - Hier könnte man also den Arzt anmachen, nicht aber die Inselrätin, ungeschickt ist es aber allemal. - Dann noch zwei weitere Stadträtinnen, eine aus Puntallana und eine weitere aus Puntagorda. Zwar gibt es hier keine ärztliche Anordnung, aber da beide in Altersheimen zumindest Wochenend- und Urlaubsvertretungen machen, könnte man auch in den Fällen zumindest mit den Augen zwinkern. - Leider fällt auf, dass auch die beiden letztgenannten der PSOE angehören, genau so wie der Verwaltungsdirektor des Gesundheitsdienstes auf La Palma. - Nicht der PSOE andengeln kann man die Impfung des Bischofs der Diözese Tenerife und überhaupt scheint es eine Art "Portokasse" mit der berühmten "6. Dosis" aus der Pfizer-Phiole zu geben. - Das zumindest kann man bei Maikel Chacón nachlesen. - Ob das alles so stimmt, woher soll ich das wissen, aber leider ahnen wir ja nur zu oft, dass immer irgendetwas "geht", wenn man den Stoff der Begierde in seinem Schrank hat.

Der Alltag hier tröpfelt ansonsten wenig spektakulär so vor sich hin, denn nicht mal wir selbst nehmen uns so schrecklich ernst, wie das anderswo so oft heftig an den Nervenenden zieht. - Gerade steigen die Temperaturen bei uns näher an die 30 als an die 20 Grad, zumindest tagsüber heran und lassen zumindest ahnen, dass es auch so etwas wie einen Sommer geben kann. - Allerdings ist damit kommende Woche schon wieder vorbei, es könnte ab dem 4. Februar sogar wieder ein bisschen Regen kommen aus dem Westen, aber in nassen Tüchern ist das noch nicht wirklich. - Dennoch ist die Wasserdiskussion auf der Insel momentan verstummt, auch wenn wir langsam wieder anfangen müssen selbst die tieferen Böden erneut zu gießen. - Dabei bleibt natürlich generell die Frage weiter offen, ist es noch Wetter, oder schon Klima und warum man immer nur vom Wasser spricht, wenn es nicht da ist. - Zumindest gibt es in den höheren Lagen bereits beeindruckende Mandelblüten, dazu muss man nicht mal bis Garafía oder Puntagorda fahren, auch oberhalb El Pasos machen die Mandeln bereits ernst. Überhaupt zeigt die Flora sich im Moment feist und füllig, fast möchte man Weckers "Wenn der Sommer nicht mehr weit ist" mehr als nur leise summen. Kein Wunder, nach so viel Wasser drängelt geradezu jeder Halm und jedes Kraut ans Licht. - Allerdings bin ich mir nicht so ganz sicher, dass alle Mandelbäume die letzten trockenen Winter überlebt haben, da Pilzkrankheiten und Schädlinge den Bäumen doch sehr zugesetzt haben. - Aber viele andere Gewächse sind nun wieder plötzlich da, welche wir seit Jahren bereits vermisst oder einfach nicht wahrgenommen haben, da sie klein und mickrig vor sich hin wuchselten.

Karneval ist fast überall komplett abgesagt. Richtig so, wäre ich ein Virus, würde ich täglich auf den Karneval gehen. - Nur in einigen Gemeinden versucht man so etwas wie virensterile Fröhlichkeit zu vermitteln, meist allerdings nur in den Kommunen, in welchen sowieso mehr für die sozialen Medien regiert wird, als für die Leute selbst. - Haben wir auch alle selber Schuld daran, nicht nur in Deutschland wird das gesamte Land von Talkshows und Facebook aus regiert und überhaupt entlarvt sich das Wort regieren inzwischen als klammheimlich Kurzform von reagieren. - Nur Angela grinst sich eins dabei und ist mehr Merkelchen als jemals und selbst wir humorlose Knilchlinken der wiederholten Ersten Stunde müssen einfach den, meist nicht wirklich vorhandenen Hut, vor ihr im Gleichhub liften. - Neulich konnte ich eine Hommage an Angela Merkel in einem seriösen spanischen Blatt lesen und war sowohl von der profunden Kenntnis über die deutsche Seele eines katalonischen Journalisten beeindruckt, als auch von der Frau, von der er schrieb. - Schade eigentlich, dass die Physikerin Ende dieses Jahres nur noch Kartoffelsuppe in der Uckermark kochen will, auf der anderen Seite wird es wohl vielleicht sonst nie wieder eine echte Chance geben, einen Bayern als Bundeskanzler zu gewinnen. - Pardon, einen Franken und sage keiner, ich hätte ihn nicht gewarnt. - Auch hier wieder ein genüsslicher Seitenhieb eines ähnlich interessierten Radioreporters, welcher uns, oder den in Spanien lebenden Menschen erklärte, warum denn Friedrich Merz auf keinen Fall Parteichef der CDU werden darf. - Klar, die spanische Brille ist leicht be- wie angeschlagen, aber manchmal beeindruckt es mich schon, wie klar und brillant deutscher Politikrohstoff im Ausland wahrgenommen wird. - Allerdings ist mein Vergleich mit Merz und Trump natürlich unhaltbar. - Einmal ist es beleidigend für einen von Beiden und auf der anderen Seite habe ich neulich wieder mal die Simpsons gesehen und dort Montgomery Burns als deutlich besseren Merz feststellen dürfen. - Da stimmt jetzt endlich selbst die äußere Erscheinung.

Und schon sind wir endlich wieder zurück auf der Insel, die sich gerade von einer Seite zeigt, welche besser und angenehmer nicht sein könnte. - Fast möchte man allen zurufen: Kommt her, es gibt keinen besseren Ort auf der Welt den ganzen Mist wunderbar auszusitzen. - Auf der anderen Seite muss man wohl auch einfach eingestehen, dass im Moment nicht wirklich der Zeitpunkt für Reisen ist. - Oder halt für echte Abenteurer, die keinen ganz lebenswichtigen Termin für den Tag nach ihrer Rückreise haben, denn wer in 14 Tagen noch wohin fliegt, oder zurück, wer weiß das schon. Noch wechselt auch fast täglich die Anforderung, welcher Test denn nun notwendig ist und auch wenn das RKI die Antigen-Tests für ausreichend hält, kümmern sich manche Bundesländer, aber auch Fluggesellschaften nicht darum und fordern dennoch einen PCR-Test für die Rückreise. - Momentan errichtet man allerdings auch auf dem Flughafen La Palma einen Raum, in dem man ein Labor errichten will, welches dann an- und abreisenden Gästen die notwendigen Testungen ermöglichen soll. - Allerdings wage ich es nicht vorauszusagen, wann denn dieser Dienst wirklich auch "dienstbar" ist. - Immerhin, nach nur einem Jahr Forderung… Wir wissen alle, eigentlich ist das nicht der Moment, zu verreisen und man arbeitet sogar aktiv daran, das Reisen momentan zu erschweren. - Das macht aber jeder, wie der selbst entscheiden will. - Für uns hier gilt aber mehr denn je: Wir müssen uns jetzt vorbereiten für den Sommer oder Herbst. - Gut aufstellen, Wunden bitte schon geleckt, nicht mehr jammern, sondern Hotels und Unterkünfte neu herausgeputzt und weiter Nischen belegen und ausbauen, Massenware gibt es anderswo bereits genug. - Alles wird gut, das ist sowieso klar und nur einmal möchte ich es erleben, dass Karl Lauterbach nicht recht hat und wir uns alle bereits Ende Sommer wieder auf die echten Schultern klopfen dürfen.


mandelbluete auf La Palma bei El Paso im Fruehjahr 2021

Oberhalb El Paso blühen jetzt auch bereits Mandelbäume, allerdings noch nicht alle


wolken dicht über dem Atlantik auf der Westseite La Palmas, ein Anzeiger für kommende Hitze am Tag

Landläufig sagt man zu diesen tiefen Wolken über dem Atlantik früh morgens "frescura", die Frische. - Mit dem Sonnenaufgang steigen diese Wolken dann auf und werden von der Sonne aufgelöst. - Ein Zeichen für kommende Hitze am Tag. - Oft sammeln sich diese Wolken auch bereits abends, wenn die Lufttemperatur in den oberen Schichten deutlich höher ist, als die, direkt über dem Atlantik.


Grafcan fühlt uns täglich den covidschen Puls und sagt uns klipp und klar wie dick wir im viralen Geschäft sind

Auf dieser Seite von Grafcan zeigt uns das Gobierno de Canarias unser täglich Virenbrot an.


Merche Coelle auf einer Landpartie in Sachen PSOE - Schon ein paar Jahre her

Mercedes Coello auf einer Landpartie in Parteiangelegenheiten. - Ich gebe es zu, das Bild ist schon ein bisschen älter, allerdings tut uns das allen doch ganz gut, mal ein bisschen alte Luft zu schnappen





Sonntag 10.01. 2021 El Paso 17:00 Uhr

Bauknecht weiß…
Die schnellste Steuererklärung jemals


Die Frage bleibt offen: Sind das bereits die für uns unausweichlichen Folgen des Klimawandels, oder war die jahrelange Trockenheit einfach nur eine Wetterkapriole? - Statistiken zu dem Thema gibt es viele, auch ein paar, die sich speziell mit unseren Breiten und Längen befassen. - Die sind alle richtig, klar, aber wenn sich auf ein paar Kilometer die Klimazone mehrfach ändert, dann wird es einfach ein bisschen schwieriger. - Bei Passat ist das so, bei "Tiempo Sur" ebenfalls und Wind komplett aus dem Norden schafft wieder andere Nischen. - Wind aus Südwest, angetrieben von einem Tief, welches aus Westen bläst, das ist der einzig große Gleichmacher in Sachen Wetter auf der Insel. -Das Wetter blieb 5 Tage überall "schlecht" bis "sche…" und erst am Wochenende wurde es besser. - Überall regnete es zum Teil heftig, kein Flecken der Insel bleibt trocken und der große Unterschied ist nur, dass die Leeseite der Insel, als jetzt die Ostseite, nicht nur den Sturm abbekommt, sondern auch noch die unberechenbaren Fallwinde. - Das bedeutet wiederum, dass am Flughafen die ankommenden Maschinen gegen tückische Scherwinde ankommen müssen und da bei uns keine Flugzeuge starten können, die nicht gelandet sind, steht über der großen Erreichbarkeit die deutliche Vokabel "Incomunicado". - Am Flughafen geht dann nichts, so auch Mitte letzter Woche wieder und sicher waren wir erst ab dem Samstag wieder. - Für abreisende Gäste ist das genau so unangenehm wie für anreisende, denn wenn keiner ankommt, dann kommt auch keiner weg und wenn dann die Fluggesellschaften auf die Idee kommen, die Leute per Schiff auf La Palma nach Tenerife zu schippern, dann wird La Palma Urlaub doch immer mal wieder zum Abenteuer. - Klar, ein kleiner Felsen im Atlantik, der jedem Wind seine freche Nase in den Weg stellt, der wird halt für seine abrupte Präsenz bestraft wie belohnt.

Die andere Seite sind die jubelnden Bananenbauern und weitere Genossen der Zeit, welche nach Jahren der Trockenheit endlich wieder Wasserabundanz spüren. - "Es regnet so wie früher" hört man da schon mal glasig verklärt und manch hartgesottener Pflanzer unserer gelben Wappenfrucht rechnet einem in Minutenbruchteilen vor, wie viel Geld ihm dieses kabbelige Tiefdruckgebiet erspart hat. - Mir ertrinkt der Rosenkohl, der Salat verfault auf der Scholle und meine diversen Komposthaufen musste ich abdecken, damit die nicht Soupe Compó werden. - Aber jetzt am Wochenende ist das schon wieder Historie und dann dauert es noch ein paar Tage, bis ich den Gemüsegarten wieder auf Vorderbiobauer bringen kann. - Der Boden ist tief durchnässt, man kommt selbst mit geübten Schlägen der Guataca nicht mehr an trockene Schichten heran und glauben Sie mir, das ist ein beliebter Sport unter allen Nachbarn, welche auch als Zwangshobby den Gemüsegarten hegen. - Wie wunderbar man aber auch den Wandel in der Landschaft betrachten kann. - Da ist das andere Grün des Bejenado. Jetzt nicht mehr fahl und klagend, sondern wieder so, wie man sich eben das Grün südlicher Pinien so vorstellt. - Noch nicht überall, das macht die Beobachtung ja so interessant. - Genau dort, wo sich Wasser gut sammeln kann, in Senken und sanften Wellen, da sind die Bäume schon satt grün und an den Stellen, wo das Wasser zu schnell in Richtung Schwerkraft fließt, da können wir noch die fahleren Farben beobachten. - Wird in den kommenden Tagen anders werden. - Auch die Nordflanke der Caldera ist inzwischen wieder grün und die jetzt wieder saftigen Wolfsmilchen dort werden uns in ein paar Wochen mit einem gelben Blütenzauber beschenken. - So wie früher halt und weil es früher niemals einfach besser war, sondern eben nur anders, hat halt der viele Regen auch negative Folgen in Sachen unkrautartigem Pflanzenwachstum. - Wir sprechen hier vom Neophyten Federborstengras, Pennisetum setaceum und eigentlich kommt dieses Gras hervorragend ohne viel Wasser aus, aber wenn es dann mal viel regnet, dann sprießt dieses invasive Kraut ganz besonders heftig. - Aber generell überwiegen die positiven Effekte des vielen Wassers natürlich, gerade auch, weil wir uns gut erinnern, an die kritische Trockenheit der letzten Sommer hier im Westen der Insel La Palma.

Im Haus kann dieser viele Regen aber auch problematisch sein. - Kommt das Wasser mit einem Tief aus dem Westen, dann sind wir oft nicht unter der Wolke, sondern mitten drin. - Nebel ist etwas anderes, als in der Wolke zu sein. - Das sorgt dann nicht nur für viel Wasser, sondern auch für ständige Feuchtigkeit, welche unserer traditionell semipermeablen Bauweise nicht gerade zuträglich ist. - Wohnt man dann auch noch wie wir in einem alten Haus, also einem, mit solch dicken Wänden aus Basaltsteinen, dann fühlt man sich nach zwei Tagen doch eher als Biotopdeko in einem Aquarium. - Gut, wir haben auch einen modernen Anbau mit einem, fast dekadenten französischem Kamin, aber der Großteil des Hauses ist gute 150 Jahre alt und so kennen wir auch den Geruch der Menschen früher hier im Winter. - Viele von Ihnen erinnern sich vielleicht noch an unseren Ausdruck "Bauknecht" für gutes Wetter, den wir früher im Winter öfter mal herbeisehnen durften. - Heute wäre der Ausdruck immer noch treffend, aber nicht mehr genderkorret*innen. Es hieß ja mal, Bauknecht weiß, was Frauen wünschen und solche Strolcheinheiten darf man ja heute nicht mehr sag*innen. - Sie sehen also schon, so ganz richtig will ich damit nicht umgehen, aber ich übe ja auch noch. - Nach einer knappen Woche in der Wolke und keinem trockenen Wams mehr im Schrank könnte es auch Miele lauten, aber niemals litt jemand so an feisten Tiefs aus dem Westen, wie Ferienhauswechselwäschebetreuer*innen. - Selbst mit Trockner wird das schwierig, da die Umgebungsluft kaum noch in der Lage ist, Feuchtigkeit aufzunehmen. - Schnell muss man dann auch sein vom Trockner in den Schrank und aufs Bett der durchfrorenen Gäste, denn nach ein paar wenigen Stunden ist der Trocknungsvorschub längst verbraucht. - Diese feuchten Klamotten und Wäschen lassen einen dann noch viel mehr frieren, als die Temperaturen eigentlich hergeben und so sind viele froh, wenn man nach Tagen des Bauernwetters auch wieder mal trockenen Leibes unter die Bettdecke kriechen kann.

Und wo wir gerade bei früher sind. - Erinnern Sie sich noch, so vor rund 15 Jahren, als es im Winter immer wieder Falangistenalarm gab? - Schwarz, ekelig, treten immer in Massen auf, können nichts und keiner braucht sie? - Daher der Name. - Weniger politisch sagt man auch "Bicho Negro", also schwarzes Vieh und wenn wir uns ein wenig weiter in Richtung Wissenschaft bewegen, dann stranden wir beim "Milpiés Portugués" oder korrekt übersetzt, Portugiesischer Tausendfüßer. - Auf keinen Fall Tausendfüßler, das ist was anderes. - Ich zum Beispiel, wenn mir nachts kalt im Bett ist. - Lateinischen Namen kann ich auch noch liefern, es handelt sich um den, Vor- und Nachnamen mitgenannt, wegen quantitativer Erscheinung: Diplopoda Julidae Ommatoiulus moreletii. - Stammt natürlich nicht von hier, wohl nicht mal aus Portugal, aber die ersten Meldungen des Tiers hier auf der Insel stammen aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. - Zunächst nur im Norden der Insel, später, rund um 2005 dann auch im Westen der Insel, allerdings massenhaft lediglich bis etwa 2010 auftretend. - Ganz verschwunden waren die Tausendfüßer nie. Junge, fast durchsichtige Exemplare konnte man immer mal in dauernd feucht gehaltenen Beeten finden, aber das Auftreten in Myriade, das war stets warmen und feuchten Wintern vorbehalten. - Hier im Tal hat man die Tiere lange nicht wahrgenommen und auch jetzt treten sie hier nur vereinzelt auf, aber im Norden der Insel hat man auch schon wieder größere Auftritte wahrgenommen. - Lichtscheu sind die auch noch, was nachts auf die Wände krabbelt, das verschwindet bei Tageslicht wieder im Schatten oder Erdreich und schlimmstenfalls verwechseln die, durchaus kognitiv eher schlicht aufgestellten Krabbler, Innenräume von Häusern mit schützenden Höhlen. - Damit nun stößt der Mensch auf die Biosphäre, oder eben den nicht fressbaren oder zu bekuschelnden Teil dessen und ist entsetzt. - Gift in Massen hat man in den schlimmen Jahren des Massenauftretens der Schnurfüßer gespritzt, meistens Fendona, welches durchaus auch hilft. - Hat Agent Orange auch, aber es gibt dabei deutlich mehr Nebenwirkungen als eine Impfung und so bleibt die Hoffnung eben, dass sich solch ein massenhaftes Auftreten der Tiere nicht wiederholt. - Oder wenn, dann eben auf Humanmaterial mit längsdenkender Funktionsweise trifft, welche wohl in der Lage ist, zwischen wenig ästethetischem Gekrabbel (FDP) und echter Gefahr (der gemeine Trumpler) zu unterscheiden. - Die Tiere sind nämlich völlig ungefährlich. - Im Gegensatz zum deutlich größeren Hundertfüßer, dem auch hier auftretenden Skolopender. - Man kann die Tausendfüßer hervorragend wegkehren, wegschnippen oder zu unserem Lieblingsspiel seinerzeit nutzen: Jeder bekommt 10 Diplopoden und muss versuchen, nur mit einem Finger und immer nur einen anstoßend, alle Tiere in gekräuselter Schreckstarre zu halten. - Droht Gefahr, dann macht der vielbefußte Störenfried den doppelten Rollberger und kringelt sich ein, um sich dann nach ein paar Sekunden erneut zu "entwickeln". - Ich gebe zu, es ist nur prickelnd, aber nicht schön, die in Tassen, Besteckkästen, Handtüchern und in der Dusche vorzufinden, aber stellen Sie sich mal vor, das wären wirklich Falangisten… Spätestens wenn es wieder trocken wird, oder im Sommer, dann verschwinden die auch wieder und neulich erst habe ich eine wunderbare Geschichte im Internet erfunden und das alleine beweist ja schon, dass die richtig ist. Die Tausendfüßer zu körnigem Brei zerstampft sollen als Wickel um Hals und Lunge auch gut gegen Corona helfen. - Allerdings nur, wenn man den Wickel stringent quer trägt.

Tourismus auf La Palma hängt natürlich auch wie überall im Moment am coronalen Faden. - Nachdem wir bravourös uns auch selbst wieder als Risikozone fortbewegen wollen, waren wir zunächst erstaunt, dass es kaum Einschnitte in der Gästezahl gegeben hatte. - Gut, es sind eh nur noch die "Eisernen" gekommen, also die wirklich Harten in Unreisezeiten, und nun kommt noch ein weiteres Problem hinzu, die Fluggesellschaften werden sich diese schlechten Belegungen nicht mehr lange angucken. - Eigentlich haben wir uns eh bereits gefragt, was denn die Hoffnung bei Eurowings, Condor, gar Lufthansa und auch EasyJet geschürt hat, uns fast "normal" mit dem Kontinent zu bedienen. - Jetzt liegen die mittleren Auslastungen bei unter 50 Fluggästen, mit wenigen Ausnahmen und damit kann man nicht mehr kostendeckend arbeiten. - Es ist also nur eine, sicher kurze Frage der Zeit, wann nicht nur das Virus erneut unsere Mikrobe Tourismus zügelt, sondern auch wird es wohl erneut ein Streichkonzert in Sachen Erreichbarkeit geben. - Folgerichtig ist die Laune und Zuversicht in Sachen Ferieninsel erneut ziemlich am Boden angelangt. Sehnlichst schielt man in Richtung der Pharma-Riesen, welche doch bitte endlich genügend Impfstoffe liefern können, damit touristische Hoffnung auf der Insel wieder Sinn bekommt. - Sicher ist das nur eine Frage der Zeit, für manche Firmen und Mitarbeiter im Sektor allerdings auch ein wenig erheiterndes Spiel ums Überleben. - Ab Sommer, oder ab frühem Herbst, so tuscheln wir im Moment untereinander und geben uns kämpferisch, wer jetzt noch nicht aufgegeben hat, der wird weiter alles geben. - So komme ich auch dazu, die Erstellungsdauer einer vierteljährigen Steuererklärung auf Minuten drücken zu können. - Was sonst Tage, weil man nie alle Belege greifbar hatte, gedauert hat, das macht man jetzt aus dem Kopf und zum allerersten Mal dauerte das Eingeben der Zahlen online in die Steuererklärung länger, als das Erstellen der dazu notwendigen Summenkolonnen. - Minimalisten am Steuerpult, wie gut, dass die EU einen großen Herzbeutel für Spanien übrig hat, denn bis wieder saftige Steuereinnahmen aus dem Tourismus kommen, dauert es noch ein bisschen. - Hört sich irgendwie blöde an, aber gerne hätte ich mehr Steuern bezahlt.

Um das Virus kommen wir natürlich auch in der Betrachtung unseres Alltags herum, keine Chance. - Die Kanaren befinden sich inzwischen in der "Dritten Welle", das kann man nicht mehr leugnen. - Sicher angeheizt vom fast grenzenlosen Leichtsinn während des, viel zu langen Feiertagskomplexes des Jahresende, hin und her zu reisen. - Mit Ansage kam das Ganze und war es vor drei Wochen noch alleine Tenerife, welche sich als Mutter aller Inseln der wohltemperierten Inzidenz versagte, so ist jetzt wieder Gran Canaria das Dickschiff in Sachen Zahlen des Bösen. - Aber auch die anderen Inseln stehen nicht wirklich nach und auch auf La Palma macht sich das angekündigte Weihnachtsfest für Viren deutlich bemerkbar. - Rund um die 50 Infizierte in Sachen Corona haben wir nun seit gut 3 Wochen. - Angefangen um die dumme Geschichte in Sachen Fußball in Fuencaliente, sind es nun die Familienangehörige von Reisenden, welche über die Feiertage zu uns gekommen sind. - Nur wer aus dem Ausland, oder vom Festland kommt, der muss einen negativen Test vorzeigen. Wer innerhalb der Kanarischen Inseln reist, der muss lediglich per gutem Willen bezeugen, dass er seit 14 Tagen nicht außerhalb der Autonomen Region Kanarische Inseln auf Virusfang war. - Klar, dass damit der Austausch innerhalb des Archipels wohl gedeiht und nur in Ausnahmen kommen wir noch dazu festzustellen, dass das alles von außen kommt. - Aber immerhin sind wir auf La Palma vorne in Sachen impfen, zumindest lässt uns das die, immer rührende wie rührige Krankenhauschefin wissen. - Auf keiner anderen Inseln sind mehr Leute bislang bereits geimpft, als auf La Palma und schiebt schnell noch den kleinen Haken prozentual hinterher. - An die Eintausend Leute, allesamt Bewohner und Dienstlinge in Sachen Pflegeheime sind bei uns bereits "gepfizert" und als nächstes kommen jetzt die anderen Angestellten des Gesundheitsdienstes dran. - Wie es danach weitergeht, das ist uns allen noch nicht so ganz klar. - Werden wir angeschrieben? Wohl eher nicht, da unsere Post eigentlich nur semipräsent ist, oder angerufen, was wahrscheinlicher ist. - Oder müssen wir anrufen, so wie es bei der Influenza-Impfung war, oder sollen wir uns irgendwann in eine Schlange stellen und warten, bis es pikst. - Meine jüngere Tochter, die Veterinärin, die meint noch ganz lapidar, jeder ihrer Berufsgenossen könne gut 800 Ferkelchen am Tag impfen. Vielleicht sollte man da mal kurzzeitig Genre, Handwerkszeug und Einstellung tauschen…


Endlich liegt wieder schnee auf den Höhen der Caldera de Taburiente auf La Palma

Endlich liegt wieder Schnee auf den Höhen der Caldera de Taburiente auf La Palma


Die Südflanke des Bejenado lässt uns ahnen, wie viel mehr Wasser diesen Winter gefallen ist als noch in den vergangenen Jahren. - Dennoch sieht man weiterhin fahles Grün, wenn auch bei weitem nicht mehr so viel

Die Südflanke des Bejenado lässt uns ahnen, wie viel mehr Wasser diesen Winter gefallen ist als noch die vergangenen Jahre. - Dennoch sieht man weiterhin fahles Grün, wenn auch bei weitem nicht mehr so viel.


Regenbogen, Drachenbaum, Kamin, Winter bei El Paso, La Palma

Regenbogen, Drachenbaum, Kamin, Winter bei El Paso, La Palma


Bicho Negro, portugiesischer Tausenfuesser, Diplopoden

Sie können ja mal nachzählen. - Hier ein noch junges Exemplar, daher mit fast durchsichtiger Haut.








Donnerstag 24.12. 2020 El Paso 17:00 Uhr

Die Taburiente-Mutation
Frohe Weihnachten und bitte ein Neues Jahr!


Wenn ich das gewusst hätte, dass man dieses Sylvester nicht knallt, dann hätte ich auch in Deutschland bleiben können. - Aber war doch gut so, besser als hier auf´m Inselchen, kann es einem doch gar nicht gehen. - Diese Böllerei konnte ich schon als kleines Kind nicht leiden. Vielleicht weil meine Mutter noch Bombennächte mitgemacht hat und mein Vater einen Logenplatz im Schützengraben hatte. Oder auch einfach nur, weil ich sowieso komisch schreckhaft auf Krach reagiere. - Also Reggaeton bereitet mir echte Schmerzen, wenn Leute brüllen, würde ich am liebsten immer weglaufen und früher, als es im Mai noch knallte, hier bei uns, da hängte ich sogar mein bisschen Restglaube an das genagelte Kreuz. - Das mit dem Mai muss ich wohl erklären. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es jeden Mai die Kreuzprozessionen. Im Osten der Insel gar noch heftiger, inbrünstiger und lauter als bei uns. - Das klerikale Mittelmanagement nahm dann die Arbeit der Nachbarschaften ab, welche die Kreuzstationen in ihrem einflüsslichen Glaubensbereich geschmückt hatten. - Dabei schoss man immerzu Böller ab, um eben irgendwelche bösen Geister oder Feinohrige zu vertreiben und manch ein Hund oder anderes Tier, das litt dann im Wonnemonat ganz fürchterlich. - Die Kreuzstationen sind immer noch da und im Osten der Insel wird wohl immer noch geknallt, aber bei uns hier im Tal ist das inzwischen nicht mehr so gerne gehört. - Hat auf der einen Seite was mit Brandschutz zu tun, die abgebrannten Böller bleiben ja nicht im Himmel, sondern kommen als Glimmstängel wieder zurück auf die Erde gesaust und generell sind auch wir hier ein bisschen weiter gekommen. - Und Sylvester? - Da gibt es in ein paar Gemeinden Feuerwerk, aber keinen privaten Bürgerkrieg mit China-Polen- oder sonstigen Böllerprovenienzen und nur wer ungezogen auffallen will, der knallt trotzdem. - Die zwölf Weintrauben, bei jedem Glockenschlag eine. - Das ist hier Tradition, zum Gebimmel der Kathedralen in Las Palmas oder Teror (nicht Terror), gerne auch zuhause vor dem Bildschirm, Hauptsache nicht verschlucken und den Wunsch sollte man sich bereits vorher überlegt haben.

Eigentlich muss man sich das mit dem Neuen Jahr ja gar nicht wünschen, das kommt von ganz alleine. Allerdings nehme ich gleich mehrere Wetten an, dass ganz viele Leute sich einfach ganz schnell ein Neues Jahr wünschen. Obwohl doch eigentlich das Jahr an sich gar nichts dafür kann. Immerhin war die Scheiße dieses Mal ziemlich gerecht über die Welt verteilt. Über die Dritte, wie die Erste und all die vielen dazwischen, die noch keine Kennziffer abbekommen haben. Old Lives Matter fällt mir dabei immer noch ein und wie sich gesellschaftliche Handicaps ganz schnell und einfach verschieben können. - Aber jetzt wird ja alles besser und neunormaler, denn orientale Migranten der pharmakologischen Loge in Deutschland retten ja gerade die Welt. - Er zumindest, sie ist ja in Deutschland geboren und wie schön es doch ist, jetzt keine Grundversatzdiskussion beginnen zu müssen, ab wann denn jemand deutsch genug ist die Welt tatsächlich zu retten. - Ich nehme sie alle! Die Impfungen meine ich und mal sehen, ab wann wir hier in El Paso die ersten kalten Spritzen aus der Mainzer Engelsküche abbekommen. - Die Impfhierarchie ist hier nicht wirklich klar, kaum jemand redet darüber, ist irgendwie noch kein Thema aber es ist sicher anzunehmen, dass auch hier zuerst in die Altersheime gegangen wird. - Wo das allgemeine Impfgeschehen stattfindet, das muss eigentlich auch nicht diskutiert werden. Wir haben ja die "Centros de Salud" und zumindest in den kleinen Gemeinden und Städten wird man keine "Zentren" aufbauen müssen, sondern das Zeug wird ganz normal über diese Polikliniken verteilt. - Glaube ich zumindest und mal sehen, wie wir das hier auf die Reihe kriegen. - So richtig gut im Planen sind wir ja eigentlich nicht, aber dafür um so besser im Improvisieren. - Ob man anrufen muss, oder angeschrieben wird, auch das ist überhaupt noch nicht klar, lassen wir uns überraschen, irgendwo wird schon eine Spritze mit unserem Namen rumliegen.

Fast Nachrichtencharakter kommt nun wieder auf, wenn wir uns die aktuelle Lage in Sachen Covid-19 auf den Inseln betrachten. - Von 5.400 aktiv Infizierten der Kanaren kommen 4.500 alleine aus Tenerife und bereits die Stadt La Laguna hat mehr "Corona-Aktivisten" als alle anderen Kanareninseln zusammen. - Das war Anfang der "Zweiten Welle" schon mal ähnlich mit Gran Canaria, allerdings hat man das dort in ein paar Wochen gut in Griff bekommen. - Nun ist Tenerife, Mutter aller Inseln, auch die Mutter der schlechten Inzidenz und hat die Kanarischen Inseln vom Musterarchipel erneut zum Risikopatienten degradiert. - Aber dennoch koppelt man die Insel nicht aus, auch wenn so manchem Hotelier auf Fuerteventura oder Gran Canaria die Mutterliebe in Sachen Inselsolidarität gerade mächtig auf den Börsenkonkav geht. - Die Fragen, ob denn mehr Gäste kämen, wenn wir kein Risikogebiet wären, die darf aber auch ruhig gestellt werden. - Betrachtet man die, weiterhin lustig als "dynamisch" bezeichnete Entwicklung in Sachen Seuche, dann wird es wohl letztendlich egal sein, ob wir das Prädikat der geringen Inzidenz führen dürfen oder nicht. - Gerade jetzt, wo der Brexit bereits vom Virus stringenter durchgezogen wird, als von den ewig Verhandelnden und Kanzlerin wie Präsidenten vom Reisen generell abraten bis warnen, kommen eh nur noch die Vollstarken. - When the going gets tough, the tough gets going. - Irgendein Kennedy soll das mal ausgerufen haben, aber denen wird ja auch so ziemlich alles untergeschoben. - Weiter in Sachen Aktualität. - Auch auf La Palma haben wir gerade vor gut einer Woche unseren "Superspreader" gehabt. - Ischgl war hier in einer Bodega in Fuencaliente und es war wohl im Apres-Fußball auf Inselebene. - Von jetzt 45 als aktiv infiziert getesteten Menschen auf der Insel stammen 33 aus dem Umfeld des Fußballclub Fuencaliente. Allerdings leben diese hübsch über La Palma verteilt, so dass die Nachverfolgung der "Centinela" (so heißt unser Covid-CIS) ein gewaltiges Stück Arbeit war. - Inzwischen scheint man das im Griff zu haben, es tauchen nur noch wenige weitere "Post-Apres-Fußball-Zombies" mehr auf. Dann ist da noch die Familie aus Gallegos, dem so häufig fotografierten pittoresken Bergdorf an der Ostküste bei Barlovento. - Dort war jemand der Familie nach Tenerife gereist, also von uns aus nach Coronistan und prompt ist die gesamte Sippe positiv und die Gemeinde Barlovento meldet 8 Neuinfizierte. - Das nennt man bei uns auch die Taburiente-Mutation. - Jetzt rät sogar die Inselärztin Merche von Fahrten nach Gallegos ab und prompt blockiert ein Steinschlag die dort hin führende Straße. - Wer da Böses denkt, der soll ruhig ganz quer noch mal darüber nachdenken.

Auch brilliert erneut unsere Garde an Sonnenscheinpolitikern, welche sich nicht wirklich in Zeiten der Krise wohlig hervorheben konnte. - Da macht unser Oberkanare Ángel Torres eben die Antigentests zum vereinfachten Requisit der einströmenden Urlaubsgäste. Aber das hält nur ein paar Tage, denn das Imperium aus Madrid schlägt zurück und schickt diesen regionalen Alleingang in die Wunschgrube der föderalen Lustbarkeiten. - Also gilt wieder PCR-Test als State of the Art, wenn man auf die Inseln des schwankenden Glücks möchte und niemand weiß es wirklich ganz genau, ob man kontrolliert wird, oder halt nicht. - Auch innerhalb der Kanaren wird Reisen schwieriger, allerdings sind da PCR-Tests weiterhin freiwilliger Natur, noch reicht es anzugeben, ich habe nichts, dann wird man in Ruhe gelassen. - Auch die strengeren Beschränkungen auf Tenerife sind zum Teil hohl und schlicht überdacht. Das mit den politischen Eiern, ob man die hat, oder sie es überhaupt noch gibt, da haben wir ja in der letzten Kolumen bereits darüber diskutiert. - Wir müssen aber eingestehen, dass im Moment kein Politiker wirklich punkten kann und da wir hier keinen lauteren Karl am Bach haben, der uns permanent durchs virale Fegefeuer zieht, hat es jegliche Strenge schwer. - Gut macht es im Moment so richtig keiner, allerdings muss man sich bitte auch fragen, ob jemand von der Opposition es besser gemacht hätte. - Oder gleich die vorletzte Generalfrage in Sachen Kompetenz: Hätte ich es besser gemacht? - Wer jetzt mit Ja antwortet, muss im Krippenspiel als Jana aus Kassel auftreten und darf erst wieder runter von der Bühne, wenn Attila öffentlich geimpft wurde. - Als Berufsoptimist möchte ich ja eigentlich ausrufen, besser hätte man es gar nicht machen können! An einer ähnlichen Seuche im Jahr 1918 sind an die 50 Millionen Menschen gestorben und dann müsste man ja noch diese Zahl an der heutigen Bevölkerung hochrechnen. - Darum, es hätte auch alles noch viel schlimmer kommen können und wenn wir dagegen nur einen Lappen vor den Mund klemmen müssen und uns impfen lassen, dann sei das Neue Jahr nicht nur umarmt, sondern geradezu frenetisch bejubelt. Aber es gibt ja noch mehr, als nur das stinkige Virus, welches uns so derbe den momentanen Spaß an der Freude verhagelt. - Darum die folgenden Absätze garantiert virenfrei.

Seit gestern Nacht rumort es unter unserem Inselchen wieder gewaltig. - Schwarmbeben sagt man dazu und natürlich ist der Hintergrund dieser seismischen Bewegungen der Hotspot unter den Kanarischen Inseln. - El Hierro, Tenerife und auch immer wieder La Palma sind seit ein paar Jahren Zentren der vulkanischen Aktivität, allerdings kam es bislang lediglich vor der Insel El Hierro zu einer, manche sagen auch drei, Eruptionen. - Auch wenn Tenerife und El Hierro weiterhin die seismisch aktiveren Inseln sind, so hat doch das Geschehen unter unserer Insel auch deutlich Fahrt aufgenommen. - In kürzeren Abständen von ein paar Wochen nun meldet sich der Vulkan Cumbre Vieja deutlich mit Schwarmbeben, die dann nach ein paar Stunden oder Tagen meist wieder verschwinden. - Auch dieses Mal rechnen wir damit, dass sich das in Bewegung geratene Magma unter unseren Füßen wieder bald beruhigen wird. - Allerdings sind in der jetzigen Episode die Magnituden deutlich höher, anstatt wie bislang gerade rund um die 1 mbLg auf den Geräten zu zeichnen, setzt die Cumbre Vieja nun Zeichen rund um 2 mbLg. Die Tiefenmessungen bleiben aber wiederum gleich, zwischen 25 und 35 Kilometer werden da vom Nationalen Geologischen Institut angegeben. - Die Daten zu eventuellem Anstieg von Gasemissionen fehlen noch. Wegen der jetzt folgenden Feiertage kann es natürlich zu deutlichen Verzögerungen in Sachen Meldungen seitens der Institute kommen. - Neben dem staatlichen IGN Instituto Geográfico Nacional, ist auch noch das regionale INVOLCAN Instituto Vulcanológico de Canarias forschend in Sachen Vulkane unterwegs und versorgt uns normalerweise mit mehr Daten, also nur die seismischen Vorkommnisse. - Gestern Abend gegen 21:26 Uhr maß man das erste Beben in Sachen neuer Schwarm unter der Cumbre Vieja, seit dem rappelt es nahezu ununterbrochen mit klarem Fokus auf den südlichen Teil unseres aktiven Vulkan, Cumbre Vieja.

Unter dem Deckmantel des Unnormalen findet allerdings schon so ein bisschen was wie Alltag statt. Als wirklich aufregende Neuigkeiten kann man vielleicht die Herunterstufung unserer Transvulcania nennen. - Die Skyrunners World Series, welche als Weltmeisterschaften in Sachen Extremläufe in den Bergen gelten, haben nun Madeira statt la Palma auf dem Plan, zumindest mal für das kommende Jahr. - Damit sind wir zunächst mal raus aus dem Geschäft in Sachen Weltmeisterschaft. - Das heißt natürlich nicht, dass die Transvulcania in sich an Wert verliert, allerdings werden die großen internationalen Stars der Szene wohl unserem Rennen fern bleiben. - Schuld verteilen, warum man denn Madeira La Palma vorzieht, das kann man sich einfach machen, aber diese Welt ist nun mal nicht so schwarz/weiß gestrickt, wie man das gerne so hätte. - Unser Fehler war sicherlich, eher auf lokale Sponsoren zu setzen wie regionale Reedereien, oder der krumme Griff, Kanarische Bananen damit bewerben zu wollen. - Auf der anderen Seite ist die Welt im Rennen als Austragungsort für sportliche Großereignisse zu fungieren sicherlich gewissen Moden unterlegen. - Auch gelingt es uns von Anfang an nicht, die Kosten-Nutzen-Rechnung für die Insel in reinem Glasnost zu präsentieren. Es stellt sich halt immer wieder die Frage, wie viel Rücklauf kommt aus dem, nicht konkret messbaren Werbeeffekt. - Klar ist, dass man alleine mit den Teilnahmegebühren und dem, leider nur tagesweise Aufenthalt der Athleten, nicht annähernd die Kosten zu decken vermag. - Dagegen stellt der jeweilige Betreiber leider meist wenig glaubhafte Aussagen, welche uns einen mehrstelligen Millionengewinn mit der Außenwerbung verschafft. - Allerdings haben wir diese Millionen niemals wirklich gesehen, oder konkret mit der Transvulcania aus touristischen Einkünften verbinden können. Es ist halt immer ein bisschen einfältig, wenn man den Werbetreibenden selbst die eigene Leistung beurteilen lässt. Unsere Fehleinschätzung dabei war sicher, die Marke Transvulcania nicht auf ein Niveau gehoben zu haben, wie es zum Beispiel der Ironman auf Hawaii hat, oder einige dieser langweiligen Städtemarathons, wo Tausende hinter einer Gruppe Kenianer und Äthiopier her rennen. - Geschenkt, dann laufen wir halt weiter für Plátanos de Canarias und Naviera Armas uns die Lunge aus dem Leib. Vielleicht bringt das sogar mehr, wenn Dreiviertelprofis jetzt ganz vorne laufen können, als viel, viel Geld für Sternchen auf den Tisch zu legen, die nach 2 Tagen wieder von anderswo aus Hochglanzbilder in die kurzlebige Werbewelt der manchmal sozialen Medien senden. - Leider war dieses, einzige Sportereignis der Insel auf internationalem weltmeisterlichen Niveau von Anfang an politisiert. - Die Grabenkämpfe von, mal Opposition, mal Ausrichter und politischer Arroganz wie kleinbürgerlicher Selbstsucht haben natürlich kontinuierliche Arbeit in die Marke Transvulcania verhindert. - Aber so sind wir halt, wie kabbelige Geschwister, die dem anderen kein Stück Schokolade gönnen. - Wenn wir erst was richtig Gutes in den Händen halten, dann zerren so viele Interessengruppen daran, bis unser Steckenpferd eher einem Trojanischen Gaul zu gleichen beginnt. - Ich bin auch mal gespannt, wie uns die zukünftigen Veranstalter des Rennens das Fehlen der großen Stars dennoch als Glanzleistung verkaufen werden.

Zwischen Schilda und Absurdistan siedelt sich auch die neue Bushaltestelle in Puerto Naos an. - Es gab halt wieder Geld von der EU, wenn man "Paradas Preferentes" baut, also bevorzugte Haltestellen. - Puerto de Tazacorte hat solch eine bekommen, das Inselkrankenhaus auch und nun ist man im Badeort Puerto Naos dran, einen, vielleicht in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrtausends modern anmutendes Fragezeichen aufzustellen. - Sicher kann man gesteigerten Wert auf Bushaltestellen legen, wenn sich irgendwo viele Linien kreuzen und der geneigte ÖPNVler zu Wartezeiten verdonnert wird. - Auch sind Sozialräume für Busfahrer, welche den Schichtbetrieb beginnen oder die Linien wechseln oder Pausen abhalten dürfen, dankbar dafür, dass es besondere Haltestellen gibt, wo man solche Leistungen anbietet. - Allerdings fährt durch Puerto Naos geradezu mal eine Linie, man ist nicht mal Endhaltestelle und die meisten warten lieber am Strand oder im Café auf einen Bus, als unter dem Dach des vorletzten Versuchs eines Architekten, doch noch irgendwo mal mehr als eine Bushaltestelle bauen zu dürfen. - Alle halbe Stunde ein Bus, man lässt Leute aussteigen und lädt neue Leute ein, um dann nach El Remo oder Los Llanos zu fahren. - Dafür reicht ein Unterstand, sollte es einen der 10 Tage Regen im Jahr erwischen, alles andere ist purer Luxus und nutzt dem Fahrgast so viel, wie ein Umweltsiegel auf einer Umverpackung einer Verpackung für ungeschälte Bananen. - Mir sind vor lauter Scham beim fotografieren meine europäischen Knie weich geworden, wer also unbedingt Fotos von diesem calatravschen Selbstverwirklichungscheckpoint sehen will, der klickt HIER auf einen Artikel mit Bildern der Online-Zeitung El Apurón.

In Sachen Archäologie ist man nun im Kohlezeitalter angekommen, denn in einer Höhle in El Paso ist man auf Zeichnungen aus solchem Material gestoßen. - Sieht alles ganz frisch aus, ein bisschen wie Altamira, ein bisschen wie die ersten Versuche meiner kreativen Töchter in der Vorschule. - Das kryptische an diesen Zeichnungen allerdings ist, dass noch nie auf den Kanaren seitens der Ureinwohner irgendwo solche Darstellungen in Kohle aufgetaucht sind. - Bislang kennt man die Steinritzungen, meist Spiralen und andere, ähnliche Ornamente, nun aber zeigen diese Zeichnungen gar humane Anmut und buchstabenähnliche Kritzeleien. - Auch der Hinweis, diese Höhlen seien bislang unentdeckt geblieben macht mich stutzig, da selbst ich, als bekannter Nichtspeläologe, um die Existenz der Kavernen wusste. - Ich war natürlich nie drin, Höhlen sind nicht mein bevorzugter Aufenthaltsort, ich ziehe eher herausragende Bushaltestellen vor. - Bevor nun die archäologische Welt einen Paradigmenwechsel vollzieht und die Kohlezeichnungen aus den hängenden Höhlen El Pasos auf ein Niveau mit Altamira stellt, hat man doch lieber Proben der Kohle in ein Analyseinstitut geschickt. - Es kann sein, dass die Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen, also wieder einmal, oder wir einfach nie wieder von diesem Jahrhundertfund hören. - Ich tippe mal eher auf Zweites. - Wieder verweise ich Sie auf den Artikel mit Bildern davon an Elapurón, da ich es nicht mag, Bilder andere Webseiten zu klonen.

Viel leichter mit Schadenfreude zu verzieren ist dagegen noch der Aufschrei meiner Lieblingsoppositionspartei Coalición Canaria, in Sachen Reinhaltung der Insel vor fremder Bedrohung. - Lieblingsopposition natürlich, weil ich nicht will, das selbst ernannte Nationalisten unserer Insel Böses antun können und weil Nationalisten generell einfach nur einen an der Nation haben. - Immerhin hat man es ja nun seit ein paar Jahren geschafft, diesen kanarischen Lobbyistenclub im Parteimantel anhand gewagter politischer Koalitionen vom regieren abzuhalten. - Jetzt ist deren Aufgabe natürlich sich permanent über die Unfähigkeit der aktuellen Führung zu erregen, so wie sich das halt für politische Opposition gehört. - Nun hat man voller Empörung entdeckt, dass beim Straßenbau der Südtrasse zwischen El Paso und Fuencaliente eine invasive Pflanze als Begrenzungsornament gepflanzt wurde. - Frevel, Feuer, Grausamkeit, allerdings hatten hier die Ankläger irgendwie übersehen, dass der Rumex lunaria, welche hier unter Anklage der "Neophytismus" steht, gar ein Kanarenendemit ist. - Also so gar nicht eingeschleppt oder fremd und damit böse, sondern sogar eine, für selbst ernannte Nationalisten akzeptable Pflanze mit Taburiente-Pass ist. - Der reinen Rasse also und wie man nun überhaupt auf den Trichter kommen konnte, den hier als "Vinagrera" bekannten Kanaren-Ampfer als invasiven Eindringlich zu bezeichnen, das wird wohl als Geheimnis des erfolgreichen oppositionellen Treibens der Coalición Canaria stehen bleiben müssen. - Dabei ist das Thema rund um die Neophyten sogar ein ganz heißes Ding. - Zu allererst fällt uns dabei natürlich sofort das Lampenputzergras ein, das Pennisetum setaceum. - Das macht sich hier auf der Insel seit nunmehr bereits Jahrzehnten breit und bereits mehrfach hat man, leider bislang fruchtlose Unternehmungen begonnen, dieses Kraut auch wieder los zu werden. - Neben den, manchmal hilflos nur als Presseerklärung auftretenden Versprechungen der Inselregierung, das Kraut von der Insel zu treiben, auch wunderbare private Unterfangen. -Allen voran darf man hier die aufrechten Krautzupfer der Gruppe "Sinrabogato" nennen, welche, meist im Monatsrhythmus, in gemeinsamen Aktionen nicht nur über das Kraut schreiben, so wie ich, sondern wirklich dagegen anrupfen. - Und das auch auf Deutsch, da manche Teilnehmer dieser, schauderlich schwierigen Sprache mächtig sind und sich durchaus auch auf weitere Voluntaristen an der floristischen Front freuen würden. - Deren Facebook-Auftritt dient wunderbar nicht nur zur Erklärung, sondern auch dazu, deren gemeinsamen Schlachtpläne gegen den "Rabo de Gato", wie man hier sagt, zu planen. - Auch als Inselgast kann man daran natürlich teilnehmen, Adressen gibt es im Netzauftritt.

Unsere Katzen könnten sich gerne nach Weihnachten gewöhnen. - Auch wenn wir jetzt gerade ein bisschen Calima haben, es also nicht so ganz kalt ist, heizen wir seit ein paar Tagen unseren gewaltigen französischen Kamin. - Das bedeutet, bis zu acht Katzen räkeln sich auf Sofa, Sitzbank und dem Ohrensessel, der schon gar keine richtigen Ohren mehr hat, da Katzenkrallen gute Argumente gegen Ohren aus Polster haben. - Für Bruno, den Letztgefundenen, ist es das erste Weihnachten mit Baum, aber der kleine gescheckte hat schnell das Interesse an dem glitzernden Fremdling verloren. - Patita hingegen, die flauschige Dame mit den verdrehten Hinterbeinen, die kann kaum genug davon bekommen, die Krippenfiguren aus Gips und den tief hängenden Baumschmuck zu bespielen. - Die anderen Katzen sind eh komplett auf den Kamin fixiert und mich hat es ziemliche Überredungskunst gekostet, auch ohne anwesenden Kindsbrut den Weihnachtsbaum zu schmücken. - Dafür durfte ich das auch ganz alleine machen, im Tausch gegen das Weihnachtsmenü. - Das muss ich dann nur essen, aber nicht zubereiten und ich verrate nur so viel, dass wunderbare Dinge da in großen Kasserolen schmoren und sicher genau so gut munden, wie sie jetzt bereits riechen. - Da haben wir so eine ganz eigene Tradition, die ich so richtig gut finde. - Wir gehen immer erst am 24. vollkommen planlos einkaufen und entscheiden dann ganz spontan, was es denn als kulinarischen Heilandsgeburtshelfer bei uns so geben könnte. - Mit den Kindern haben wir das nicht anders gemacht und das hat super funktioniert, da man eben nicht bereits Wochen oder Tage vorher planen musste. - Einfach das, was gerade frisch und wohlfeil dort im Aushang gereicht wird und selten ist wirklich was daneben gegangen. - Früh muss man halt los, aber das ist eine unserer leichtesten Übungen. Auch Tradition ist, alles liegt in Abundanz irgendwo herum, die Kinder haben noch Selbstgebackenes geschickt und natürlich neigen auch wir zu Weihnachten dazu, von allem immer viel zu viel besorgt zu haben. - Ich hoffe nicht unverschämt zu sein, wenn ich Ihnen das Gleiche wünsche, wie Sie mir. Aber so ein bisschen haben Sie das auch selber in der Hand und dem Gemüt und nächstes Jahr, also wenn alles besser ist und sowieso, dann hören wir mal wieder voneinander. Aber nur, wenn ich Lust zu schreiben und Sie Zeit haben, das auch zu lesen.


Das Instituto Geográfico Nacional bebildert unsere Rumpelkammer unter dem Vulkan Cumbre Vieja

Dank der seismischen Stationen des Instituto Geográfico Nacional sind wir jederzeit über die Aktivität unter unserer Insel im Bilde



Unser ganz besonders Kätzchen mit den Beinen verkehrt herum inspiziert unsere Korea-Tanne

Patitas ist kaum noch vom Baum wegzulocken, nur der Kamin besitzt noch größere Anziehungskraft



Bruno, der Letztgefundene in unserer Katzenclique

Noch ist Bruno, das jüngste Mitglied unserer semihumanen Familie, keine Gefahr für die Nach-Paul-Hackordnung. Aber so ganz in sich träumt er schon von einem Posten mit Alpha-Charakter







Samstag 05.12.2020 El Paso 12:00 Uhr

Eine Pandemie dauert halt 2 Jahre
Und Karl Lauterbach hat immer recht


Aus G 20 auf La Palma wurde G 1,5 digital. - Ob man einen digitalen G-Punkt auch platonisch bebildern kann, ich weiß es nicht. - Wir hier sind davon ausgegangen, dass die 20 Vertreter der besagten Nationen kommen, warum sonst hat man tagelang das Hotel auf Vorderfrau gebracht. - Was haben wir uns herausgeputzt, dachten wir doch, die kommen wirklich. - Wer dann kam, das war unsere Ministerin María Reyes Maroto und der Knilch von der UNO. - Nicht mal Pedro Sánchez reiste an und auch die anderen 19 Zuständigen in Sachen Tourismus waren "nur" auf der Mattscheibe präsent und haben beschlossen: Wir beschließen nicht wirklich was. - Naiv, wer darauf hoffte, aber Naivität hat wenigstens nichts bedrohliches. - Man hätte das also auch in Atocha auf dem Klo machen können, aber La Palma hat halt eine derart niedrige Inzidenz in Sachen Corona, das lockt natürlich, wenn man in Sachen Tourismus unterwegs sein will. - Aber wieder einmal bekommen wir deutlich vorgeführt, dass wir uns endlich, aber leider nur notgedrungen aus der Mobilitätsgesellschaft verabschieden könnten. Das nehmen aber nur die allerwenigsten überhaupt wahr. - Ist vielleicht auch besser so. - Man muss sich das so vorstellen: In ein paar Jahren ist man soweit. Man lässt PKW von KI lenken und der Ex-Fahrer hat dann Zeit, währenddessen per W-Lan seine kognitiven Ergüsse in die Welt zu beamen und seine Meetings vom fahrenden Auto aus zu erledigen. - Also dahin, wo er sich so smart fahren lässt, da muss er dann eigentlich gar nicht mehr hin. - Manche verstehen vielleicht sogar, auf was ich hinaus will, aber da es auch reichlich Leute gibt, welche immer noch glauben, es gäbe ein verbrieftes Recht, mir ungefiltert ins Gesicht zu rotzen, bin ich da lieber vorsichtig. Auch müsste man dazu weiter denken und weiterdenken und wer quer denkt oder gar querdenkt, der kommt nun mal einfach nicht weiter. - Es geht halt nicht darum, vorhandene Dinge ein bisschen besser zu machen, je nach Mode, sondern vor allem sich selbst und die Dinge um einen herum komplett neu zu gestalten. - Nachhaltig und sowieso in Sachen Zufriedenheit. - Erdöl durch elektrische Energie zu ersetzen kann kein Ziel sein, sondern lediglich ein kleiner Schritt in eine andere Richtung. - Wer nur halbwegs verstanden hat, was der Club of Rome vor fast 50 Jahren bereits verfasst hat, der kennt seine Aufgaben eigentlich auch und lange davor hat ein Trierer Philosoph sogar einen einfach verständlichen Leitfaden dazu gestrickt. - Ausreden gibt es also keine mehr und witzig, dass eine junge schwedische Frau mehr Eier in der Hose hat, als die allermeisten Wirtschaftsbosse und politisierten Lobbyisten zusammen. Aber auch vor allem mehr, als wir alle miteinander, die immer noch so an sich kleben, dass alles außer dem eigenen Interesse, bereits eine Gefahr darzustellen scheint. - Aber lassen wir das, alles andere ist ja eh immer wichtiger…

Wir hatten ja gehofft, auf diesem G-20 der touristischen Kunst regelt man den Reiseverkehr der freudigen Art und noch präziser wollten wir hier natürlich das OK für die Antigen-Tests haben. - Spanien sträubt sich aber immer noch, diese, auch als Schnelltests bekannte Probemethode, im internationalen Reiseverkehr anzuerkennen, obwohl man intern in den allermeisten Autonomen Regionen längst mit diesen Tests arbeitet. - Für den anreisenden Gast bedeutet das bislang: PCR im Ursprungsland, mit all den Umständen, welche dieser Test nun einmal mit sich bringt. Nun aber kommt die mögliche Lösung aus dem Inneren des Raums. - Die Kanaren backen sich die Einreisebestimmungen jetzt selbst und hoffen auf angenehmes Stillschweigen der Madrider Regierung. - Könnte aufgehen, schließlich kommt man aus der gleichen politischen Kaderschmiede und die Inzidenz in Sachen Covid ist ja auf den Kanaren noch vergleichsweise niedrig, also unter der so scharf gesetzten Grenze von 50. - Ob aber ein solcher Alleingang wirklich geduldet wird und von den Ausnahmeregeln gedeckt, das müssen wir Juristen fragen und die Koalitionswächter der PSOE/Podemos Regierung. Leider ist dieser kanarische Königsweg noch nicht fertig gestrickt, also kann ich noch nicht die Rahmenbedingungen verkünden. - Fragen Sie bitte weiterhin ein paar Tage vor der Anreise nach La Palma Ihren Vermieter nach den aktuellen Anforderungen. Noch ist der PCR-Test gefordert. Aber auch diese Aufgabe ist für viele kein Grund, nicht nach La Palma zu reisen und sowieso haben sich an den meisten deutschen Flughäfen inzwischen private Spezialanbieter breit gemacht, welche aus einem PCR-Test kein teures Staatsexamen mehr machen. - Auch die geforderten Übersetzungen liefern die gleich mit, gegen einen kleinen Aufpreis und dann steht dem Flug ins gelobte Archipel eigentlich schon nichts mehr entgegen.

Witzig bis verstörend dabei ist, dass die Fluggesellschaften beim Einstieg darauf achten, dass alle Passagiere einen negativen Test bei sich haben, hier auf dem Inselchen dann aber niemand mehr dieses Papier sehen will. Eingefordert wurde als Einlasskontrolle ins gelobte Inselland bisher lediglich der QR-Code - Ich hätte darauf wetten sollen, bis wir unsere eigenen Verordnungen anzuwenden wissen, ist die Pandemie dann auch schon wieder vorbei. - Aber natürlich ist es gut zu wissen, dass die anreisenden Gäste nicht für die, inzwischen wieder ansteigende Inzidenz in Sachen Covid, auf den Kanaren verantwortlich sind. - Tenerife macht uns deutliche Sorgen, dort liegt man, Stand heute 4.12.2020 bei gut 75 entdeckten Neuinfektionen in sieben Tagen, was den Kanarendurchschnitt auf immerhin auch schon wieder 46 hebt. - Da kommt unser Wert von 3,6 auf La Palma geradezu lächerlich einher, aber auf der Mutter aller Inseln lebt halt fast die Hälfte aller Kanaren und so machen die lautere Inzidenzmusik als wir. - Unser Präsident der Regierung der Autonomen Region Kanarische Inseln, Ángel Torres, verkündet nun strengere Regeln für Tenerife, welche sogar eine nächtliche Ausgangssperre beinhalten. - Verständlich, denn zu viel steht auf dem Spiel und man will den zarten touristischen Spross auf den Kanaren nicht wieder gleich zertreten, nur weil dort im städtischen Ballungsbereich die Leute keine Rücksicht auf die anderen Inseln nehmen wollen. Interessant dabei auch wieder, die Kanaren bewegen sich erneut gegen den nationalen Trend. - Waren wir mit die Ersten, welche sich der "Zweiten Welle" hingaben, so waren wir auch wieder am schnellsten, die erneut unter dem, jetzt festgelegten Numerus Clausus von 50 gerutscht sind. - Nun sinkt die Zahl der Neuinfektionen in ganz Spanien in den letzten Wochen drastisch gut, von rund 240 Anfang November dieses Jahres, (Neuinfizierte in Sachen Covid-19 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen) auf jetzt, erneut gerundete 100. - Die Kanaren hingegen bewegen sich erneut nach "oben", wo immer das auch liegen mag und keiner will hier bereits von einer "Dritten Welle" sprechen. - Muss man wohl auch nicht, denn eigentlich hat man das Umfeld deutlich markieren können, denn fast dreiviertel aller Neuinfektionen auf den Kanaren stammen jetzt aus dem Großraum Santa Cruz de Tenerife - La Laguna. Aber zeigen wir mal nicht zu anhaltend auf die Leute dort im Norden der größten Kanareninsel, denn viele von denen kommen spätestens zum Jahreswechsel auch zu uns und wollen ihre Füße unter den familiären Gabentisch strecken. - Man diskutiert das auch hier mit heiß gestrickter Impfnadel und am liebsten hätte man eine maximale Anzahl von 10 Menschen an einem Tisch. - Ich darf das gleich mal ins Reich der wirren Freuden verweisen, wer nicht mal die eigenen Anforderungen der anreisenden Urlaubsgäste kontrollieren vermag, der wird noch weniger die familiäre Tafel mit dem warnenden Zeigefinger beherrschen können. - Immerhin, es soll Reiseverbote über die Feiertage, (bei uns von Weihnachten bis 7. Januar) geben, die Leute mögen dann nicht mehr aus Ihren Autonomen Regionen, oder gar Provinzen, in nachbarliche Gefilde reisen können. - Aber auch das ist noch nicht aufgegessen und so macht es einen stolz bis ratlos, wie Spanien es wundersam geschafft hat, in der "Zweiten Welle" viel besser als Deutschland gearbeitet zu haben. - Noch steht man fast ein bisschen ungläubig vor den Zahlen, welche laut Statistik ausweisen, dass Deutschland doppelt so viele Neuinfektionen und vor allem auch Todesopfer zu beklagen hat. - Sicher, es gibt viel mehr Deutsche als Spanier, aber wenn wir uns an die "Erste Welle" erinnern, dann erscheinen uns immer wieder diese Schreckenszahlen von fast eintausend Opfern täglich und wollen eigentlich gar nicht mehr daran denken. - Es könnte natürlich sein, dass uns dieser Terror vom Frühjahr noch in den Knochen steckt und wir deutlich disziplinierter, besonders mit der Maskenpflicht, darauf reagiert haben. - Gut, die passenden Rezepte und genau richtigen Maßnahmen sind auch uns nicht eingefallen, oder haben es nicht gewagt, diese durchzusetzen. Aber Karl Lauterbach wäre sicherlich zufriedener mit Fulanito de tal, als mit Otto Normalverweigerer. - Ob uns das nun stolz machen sollte, oder eher erschrecken lässt, ich weiß es nicht, aber irgendwie mag ich ihn inzwischen, den dünnen Mann, der so furchtbar nervig sein kann, aber meistens recht behält. - Aber verlassen wir das Feld der infektiösen Zustände und tauchen erneut in den, sicherlich weniger spektakulären Alltag der kleinen Insel ein.

Es gibt wieder einen Winter. Also so einen, wie man sich das seit vielen Jahren nun schon wieder wünscht. - Uneinig sind wir uns darüber, wie viele Jahre es bereits nicht mehr "ordentlich" im Winter geregnet hat und sowieso darüber, ob der fehlende Regen immer noch einer bösen Wetterkapriole zuzurechnen ist, oder ob der Klimawandel auch bei uns bereits Wandel vollzogen hat. - Und warum wir überhaupt schon Anfang Dezember jubeln, da wir doch bis April noch Zeit haben Wasser vom Himmel fallen zu lassen? - Das hat auch was mit den Inselgenen zu tun. - Es gibt nicht nur Regen oder Dürre, sondern auch noch guten Regen, schlechten Regen, unbrauchbare Niederschläge, katastrophale Sturzbäche und auch virtuellen Regen, besonders eben, seit dem die allermeisten Wetterstationen mit digitaler Technik Regenmesser betreiben. - Man muss sich das so vorstellen: - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da rief einmal in der Woche der nationale Wetterdienst auf La Palma an und frug die Daten der Regenmengen ab. - Die Antworten lauteten dann so: "Ein halber Zamuro, aber gutes Wasser", war eine beruhigende Größe, "eine Schubkarre voll, aber als Aguacero" bedeutete, dass der Niederschlag mehr Schaden als Nutzen angerichtet hatte. - Auch heute noch vergleichen manche Nachbarn den Füllstand der landwirtschaftlichen Hohlmaßgerätschaften miteinander, aber wirklich wichtiger, als die statistisch messbare Menge des Niederschlags ist es halt, wie dieser Regen auf unsere karge Humusdecke gefallen ist. - Langsam muss es anfangen, damit die Erde überhaupt aufnahmebereit wird. - Fisseliger Landregen ist dazu angesagt, also Hamburger Sonnentag, oder wie man hier sagt: "Chiriso" oder auch, allerdings meist auf den anderen Inseln, "Chirimiri". - Danach allerdings darf es ruhig heftiger regnen, allerdings niemals so viel, dass die Barrancos mit Gewalt Wasser ins Meer spülen und sowieso, neue Schluchten von neuen Regenmassen gegraben werden.

Aber warum sind wir diesen Winter nun so hoffnungsvoll und packen immer wieder dieses: "Es regnet so wie früher" aus? - Genau genommen hat es nämlich auch die vorherigen Jahre im Oktober und November Niederschläge gegeben, dann allerdings nichts mehr. - Also sind wir doch eigentlich viel zu früh dran, bereits feuchten Horrido im ländlichen Schritt zu vermelden. - Es ist halt eher das "Wie" wir diese Niederschläge erleben und eben auch, dass es wirklich zwei Tiefdruckgebiete waren, welche diesen Winter auch Regen auf die Westseite brachten. - In den vergangenen Jahren waren es meist verrutschte Hochdruckgebiete, oder gar südlich angegangenes Zeug aus halbvergorenem "Nichtwetter", welches La Palma in den Wintermonaten einseitig befeuchtet hatte. - Die Tiefs, einzige Niederschlagsspender, welche auch "das Tal" beglücken können, die zogen so weit nördlich an den Kanaren vorbei, oder streiften nur die anderen Makaronesen, dass wir hier schon anfangen wollten, wieder Opfergaben an die Regengöttinnen zu brutzeln. - Oder mein Nachbar Pedro, der drohte gar mit Regentanz in Adams Robe und wer Pedro kennt, der wünscht sich dann lieber tanzende Regengöttinnen. Aber keiner hat getanzt, sondern nur ganz schlaue Aridane-Bürger rechtzeitig ihr Dach geflickt für den ersten "echten Winter", seit anno dunnemals. - Das letzte Tief war zwar nur ein kleines Tiefchen auf Abwegen, irgendwann mal auf dem Atlantik abgespalten von den großen Resthurrikans auf ihrem Weg von West nach Ost. - Aber unser ständig diensthabendes Azorenhoch hat nun unser kleines Tief nicht wieder weggelassen und so hat sich dieser Wirbel über den nördlichen Inseln so lange gedreht, bis wir es ausgewrungen hatten. - Jetzt ist es leer, nur der Norden zwackt noch ein bisschen Wasser ab und schon weht wieder Nordostwind und bringt uns Wetterlangeweile zurück. - Guter Laune stapft nun der Landmann über seine Auen und prüft, wie lange er denn den Wasserhahn zulassen kann und ob das bis zum nächsten Tief oder einem seiner Ausläufer reichen könnte. - Wir sind also guter Dinge hier, es riecht halt mehr nach einem nassen Winter, als dass wir es wüssten, aber des Landwirts Nase ist meist besser ausgeprägt, als Diagramme auf Klimatabellen. - Nur Starkregen darf nicht kommen, nicht so heftiger Kram wie 2008 und 2012, also jedes Mal nach einem Brandsommer ein Regenwinter folgte, der dann noch schlimmere Scharten in unseren kargen Boden grub, als noch das Feuer im Winter. In dieser Regenwoche ist kaum solch heftiger Niederschlag gefallen, nur punktuell sind Schäden an Straßen und Infrastrukturen gemeldet worden und meist eben nur die üblichen Überspülungen mit Lavagrus und kleinen Bimssteinen.

In Puerto de Tazacorte allerdings hat der stetige Regen dann doch wieder deutliches Unbill angerichtet und mit großen Felsbrocken auf das Restaurant Montecarlo gezielt und auch getroffen. - San Miguel Arcángel, Schutzpatron der Insel sowie Tazacortes, hat allerdings das Restaurant genau passend in den Ruhetag versetzt, so dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist. - Mitten in die "Lobby" des Restaurants sind Felsbrocken gekracht und haben das Dach durchlöchert und keiner wäre ohne Blessuren oder mit dem Leben davongekommen, der sich dort aufgehalten hätte. - Die alte Geschichte eben, welche junge und noch klapperige Vulkaninseln ausmacht. Überall dort, wo es steil ist auf La Palma, da droht Steinschlag und das eben besonders während und nach ausgiebigen Niederschlägen. - Früher, da war das Restaurant nicht am Hang, sondern an der Uferseite. Alle paar wurde Jahre von südlicher Dünung durchgespült bis zertrümmert und man hatte fast drei Jahrzehnte Glück nun, nachdem man sich vom Meer wegbewegt hat, unter den Schutz der mächtigen Steilwand des El Time hin. - Damals schon meinten nervige bis wissende Geister, ob denn Steinschlag besser wäre als stramme Brandung und man darf nur hoffen, dass sich solch ein Steinschlag dort nicht regelmäßig wiederholt. - Sicherlich wird man jetzt versuchen, den Teil oberhalb aller drei sich dort befindenden Restaurants irgendwie mit Stahlgeflechten zu sichern. - Das hat man schon an deren Stellen der Insel und auch Puerto de Tazacortes bislang gekonnt vollzogen. - Eine komplette Sperrung, wie es eben die Lauterbachs für Erosion fordern, das traut sich wieder niemand. Eier bei Politikern, also diejenigen, welche der blonde Hüne im Bayern-Vorstand immer fordert, die sind seit Raúl Pages auf dieser Insel nie wieder aufgetaucht. - Die Blaupause zum Weißen Hai, also Geschäft gegen warnende Vorsicht, die beißt auch bei uns immer wieder frisch und gewinnbringend zu. - Oder könnte man das sogar wieder bis zum Corona-Thema durchschlängeln?

Ein bisschen weiter weg gerückt sind aber so auch die Diskussionen um die Wasserverteilung auf der Insel. - Irgendein furchiger Ausländer sagte das auch schon voraus: Sobald der erste satte Niederschlag durchs Aridanetal fegt, verstummen wieder die Stimmen, welche freies Wasser für freie Bürger fordern. - Aber der, ich wiederhole, mal dritte, mal siebte Winter ohne ausreichende Niederschläge im Westen hat Spuren hinterlassen und so gibt es einiges an Infrastrukturmaßnahmen, welche weiteren Dürrefolgen Einhalt gebieten sollen. - Ein kleineres Speicherbecken entsteht gerade auf Höhe des neuen Cumbre-Tunnels auf der Westseite. - Das soll der Gemeinde und vor allem der "Comunidad der Regantes de El Paso" im Sommer dienen. - Dort will man etwaige Überhänge sammeln, wenn bewölkte Tage den Pflanzen weniger Stoffwechsel abverlangen, oder auch nächtlich auftretende Überschüsse, wegen des geringeren Verbrauchs. - Diese sollen dann in an den wirklich heißen Sommertagen dazu dienen, die deutlichen Engpässe im Verteilersystem auszugleichen, welche diesen Sommer zu wirklichem Ärger geführt hatten. - Darüber hinaus will man nun von oben die berühmte Wasserblase anbohren, welche beiderseits der Insel über den unvollendeten und bereits berühmten "Túnel de Trasvase" auf Höhe Los Llanos angebohrt wird. - Eine nicht kleine Gruppe von Landwirten hatte ja eine weitere Öffnung dieser Bohrung gefordert, sich bislang aber auch nicht durchsetzen können. - Es regnete halt rechtzeitig, oder zu früh, je nachdem, wie man dieses Thema berühren will. - Wir wissen ja gar nicht so recht, über wie viel Wasser wir da eigentlich sprechen und ob wir mit einer Mehrentnahme diesen inneren Speicher nachhaltig leeren würden. - So möchte man von oben, auch wieder in der Nähe des neuen Cumbre-Tunnels auf der Westseite, Bohrungen vornehmen, um eben aus etwa 850 Meter Höhe das besagte Wasserreservoir zu erreichen.

Viele halten das natürlich für taktisch im Sinne der Verkäufer und Verteiler von Wasser, welche an Verknappung der Ressource mehr verdienen als an Überschuss. - Andere, mit ihnen auch Umweltaktivisten, halten das für ausgemachten Blödsinn, denn dann müsste man ja das Wasser ein paar hundert Meter nach oben pumpen, um es für die Landwirtschaft nutzbar an die Oberfläche zu holen. - Auf der anderen Seite will man aber nicht nur und vor allem nicht gleich entnehmen, sondern zunächst mal eine Sondierungsmöglichkeit erhalten. - Nachzugucken, über wie viel Wasser wir denn da überhaupt sprechen, kann so dumm nicht sein und könnte zukünftig ja auch einem smarteren Wassermanagement dienen. - Darüber hinaus muss ja auch das Wasser aus dem "Túnel de Trasvase" hoch gepumpt werden, wenn es nach El Paso gelangen will, also stehen sich da erneut gewisse Meinungen mit entsprechenden Argumentationen gegenüber. - Wer recht hat, das weiß ich natürlich nicht, allerdings lockt natürlich die Möglichkeit, erst mal zu gucken und dann zu reagieren, natürlich schon bei längerem Geradeausdenken. - Aber die momentane Schärfe ist raus aus dem "System", dank der Niederschläge und dann stehen da ja auch immer noch deutliche Drohungen im Raum, welche die Bananenpflanzer noch heftiger treffen könnte als der Wasserstreit. - Die Subventionsgestaltung im Nach-Brexit-Zeitalter stehen an und man kolportiert darüber hinaus die völlige Streichung aller Zollbeschränkungen in Sachen Bananenimporte aus Mittel- und Südamerika. - Von allen Seiten fürchtet man im Sektor Einschnitte und pessimistische Zungen munkeln schon von einem baldigen Aus für die kanarischen Bananen. - Dieses Munkeln ist allerdings genau so alt wie die spanische EU-Mitgliedschaft und politischer Kleinkrieg und Stimmenfang versuchen Pressemeldungen in ihre Richtung zu deuten. - Sarkastische Zungen hingegen fordern jetzt bereits eine Subventionierung der Avocados, denn wer die europäischen Bananen gegen billigen Globalimport schützen kann, der müsse das doch auch mit Avocados machen. - Mir fällt da immer der Vorschlag ein, gleich subventionieren, gar nicht mehr anbauen, dann spart man sich den vielen Scheiß mit Düngen und verpacken. - Zum Teil gelingt das ja bereits mit Büffel-Mozzarella, Tafeltrauben, Stilllegungsprämien, Nichtanbauklauseln und anderen Schmutzitäten aus dem Gruselkabinett der europäisch-subventionierten Frivolitäten. - Ja, wir landen immer wieder beim Thema und das sind bei uns nicht die Viren, sondern die Bananen. - Ups, Plátanos natürlich, wie konnte ich nur…


Playa Nueva, oder auch Playa de los Guirres, Surferrevier für Kenner und Könnende

Eines der wenigen Surferreviere auf der Insel. - Allerdings muss man wissen wie und wo, jetzt im Winter ganz besonders.- Playa Nueva oder Playa de los Guirres zwischen Tazacorte und Puerto Naos


Nutztierverbiss und jahrelange Dürre schaffen sogar die so robuste Baumluzerne in die Knie. - Oberhalb El Paso im Llano de las Cuevas.

Cytisus proliferus, Baumluzerne oder hier Tagasaste genannt. - Eigentlich eine Pflanze, die so ziemlich alles mitmacht, aber jahrelange Dürre und brutaler Verbiss durch Nutztiere machen sogar diesem Kanarenendemit den Garaus. - Ein bisschen weiter oben, eben wo die Passatwolken noch über die Cumbre Nueva reichen, da hat die Tagasaste überlebt.


Speicherbecken oberhalb El Paso im Bau

Auch im "Llano de las Cuevas", oberhalb El Paso die Baustelle für das Reservespeicherbecken. - Damit sollen sommerliche Durstrecken besser überwunden werden.





Freitag 13.11. 2020 El Paso 18:00 Uhr

20 suchen den G-Punkt
La Palma als kleinster grüner Nenner


G20, Abteilung Tourismus, bislang wusste ich gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt. - Aber um es auf den G-Punkt zu bringen, La Palma wird Ende dieses Monats wohl der Nabel der touristischen Welt, wenn auch nur für ein paar Tage. - Die spanische Ministerin für Industrie, Handel und Tourismus, María Reyes Maroto hat das Anfang Oktober vorgeschlagen und wohl auch angesichts der diversen Zahlen, Fakten und Indizes im Rest der Welt in Sachen viral-viraler Virulenz, hat man den Vorschlag La Palma wohl gerne angenommen. - In Breña Baja, im Parador soll die Konferenz stattfinden und ob nun wirklich Saudi Arabien in Sachen Tourismus was konstruktives beitragen kann, ich weiß es nicht. - Aber Ehre für La Palma ist das allemal, und vielleicht ragt so die unverschämt gesunde Insel auch noch über den medialen Mainstream ein paar Tage heraus und wir können so ein bisschen unseren verdienten Ruhm nach außen stülpen. - Vielleicht finden die ja in der Büchse der Pandora den besagten Punkt und jetzt fällt es selbst mir auf, dass ich dringend diesen angeschmuddelten Unterton aus dem Text bekommen muss. - Ich fürchte allerdings, dass die Interessenlagen deutlich zu verschieden sind, um schnell und dynamisch genug in Sachen Pandemie und Tourismus einen Konsens herstellen zu können. - Aber immerhin, man redet miteinander und das auch noch hier auf dem Inselchen, da können wir uns doch nur anbieten für weitere Aufgaben, wenn diese wirren Zustände endlich wieder einem, meinetwegen langweiligen Alltag, Tür und Couchplatz bieten. - Was ist aber nun unser Geheimnis, dem Virus die Stirn und gleichzeitig keine Einflugschneise zu bieten?

Sicher haben wir hier auf dem Inselchen auch einiges richtig gemacht, so ganz von alleine hält sich die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachen Corona nicht stabil unter 5, mit Tendenz sinkend. - Vielleicht waren wir auch wieder mal nicht ausreichend wichtig um genügend frequentiert zu werden. Aber ein Vergleich mit dem, ehemaligen Hotspot Las Palmas und jetzt dem Norden Tenerifes, deutet schon auf eine aktive Rolle der Insel und ihrer Bewohner in Sachen geringer Virusausbreitung hin. - Vorsichtig sind wir natürlich in Sachen löblicher Gesundheitsvorsorge, aber unser System in Sachen Verlagerung der Diagnose auf telefonisches Leidklagen hin und weniger Präsenz, kann man nicht unbedingt als gescheitert betiteln. - Gut, meiner Tochter am Telefon zu erklären, wie man den Gips selbst vom Fuß klopft, mag dann wieder ein kleiner Rückschritt in Sachen, bestes Gesundheitssystem der Welt, sein. - Aber die lebt ja auch nicht mehr hier auf dem Inselchen der Glückseligen, sondern anderthalb Strich weiter Backbord.

Mehr noch deutet aber darauf hin, dass unsere, für viele überraschende Disziplin, gemischt mit mal neugieriger, meist aber fürsorglicher sozialer Kontrolle wirklich greifen. - Früher, als alles anders und nur manches besser war, da trafen einen tödliche Blicke, wenn man statt Plátanos Bananas gesagt hat, heute muss man nur mal versuchen, ohne Maske in einen Laden zu kommen oder auch nur hundert Meter weit durch die Stadt. - Ok, wir haben ja auch was zu verteidigen und so sind wir schon ziemlich aufgeregt, wenn der tägliche Neustand in Sachen politischer Virenweissagung über die Äther brockt. - Man muss sich das so vorstellen: Letzter, fast virenfreier Raum Europas, aber jeder kann ohne jegliche Kontrolle zu uns und dennoch steigt bei uns die Inzidenz einfach nicht wirklich an. - Nette Zungen meinen ja auch, hier sei so wenig los, da langweilt sich das Virus zu Tode, aber so schlimm ist das nun auch wieder nicht. - Gut, wer in Sachen Tourismus auf La Palma seine, eh schon bescheidenen Brötchen zu verdienen sucht, der hat zu knabbern, aber manche haben es inzwischen schon erkannt, dass unsere virale Fastjungfräulichkeit durchaus ein Lockmittel sein könnte. - Wenn nicht immer der Homus bürokratikus zwischen Streben und Erfolg irgendwelche Regeln aufstellen würde, welche nun solche Standortvorteile durchaus zunichte machen können. - Nach vielen Monaten der schweren und anstrengenden Denkarbeit ist es nun der kanarischen autonomen, oder sollte man sagen autochthonen Regierung endlich geglückt, ein irgendwie greifbares Kontrollsystem zur Einreise von Urlaubsgästen zu erstellen, da packt der Gesundheitsminister aus Madrid noch eines drauf und macht aus Möglichkeiten wieder Schwierigkeiten.

Ganz vorsichtig muss man dabei sein, jetzt eventuell anreisewilligen Gästen zu beschreiben, wie man denn hier auf den Kanaren zukünftig attestiert sein muss. - Vielleicht ab morgen, oder erst Montag, Juristen sind sich da immer noch nicht einig, müsste eigentlich ein Antigen-Test ausreichen, der auch hier auf der Insel gemacht werden kann. - Ab dem 23. November muss es dann wieder ein PCR-Test sein, auf englisch oder spanisch, so zumindest grob die nationale Anordnung über die regionale gestülpt, allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass auch hier die Bedingungen erneut zunächst diskutiert und dann angepasst werden. - Die Frage aber, PCR, oder Antigen-Test, gerade erst auf den Kanaren löblich entschieden, kommt nun erneut auf den Tisch. - Der Unterschied ist medizinisch von mir nicht statthaft zu erklären. - Allerdings heißt es, die Antigen-Tests könnten nur einen kleineren Zeitraum eine Infektion erkennen und so die Dunkelziffer noch dunkler machen. - Von der praktischen Handhabung aus betrachtet, ist der Unterschied natürlich riesig groß und auch die Kosten für den Test unterscheiden sich gewaltig. - Sie müssen, immer ein paar Tage vor Anreise, bitte ihren Vermieter oder Vermittler nach dem neuesten Stand fragen, die wissen das, oder zumindest die Aufmerksamen unter ihnen. Wer jetzt schon behauptet, er wüsste, wie es Ende des Monats gehandhabt wird, der ist mutig bis verwegen.

Ideal wäre natürlich auch, wenn ein Antigen-Test hier auf der Insel gleich nach Anreise valid wäre, die lokalen Ärzte bemühen sich sogar schon um Tests, oder haben diese bereits kaufen können. Aber mal so ganz unter uns. Eigentlich müsste man ja gar nicht auf die Vorschriften hinweisen, wenn jedem Bürger klar wäre: Reist man aus einem belasteten Gebiet auf ein ziemlich unbeflecktes Inselchen, dann muss man sich einfach vorher testen, egal ob das ein Minister oder Gesundheitsrat so meint. - Ganz sicher aber PCR-Test, maximal 72 Stunden vor Anreise, am besten in Englisch oder Spanisch, dann ist man vielleicht "overdressed", aber auf der sicheren Seite. - Bislang und weiter bleibt offen, ob denn die Spenderländer, also zum Beispiel Deutschland, überhaupt willens und in der Lage sind, Reisende ohne Symptome zu testen! - Weiter bleibt natürlich offen, wie wir es mit dem interinsularen Verkehr handhaben wollen, bislang reicht hier immer noch eine fröhliche Bestätigung, mir geht es gut und ich war nicht in Schmuddelhausen in den letzten 14 Tagen. - Ein bisschen Angst hat man nun vor den vielen Weihnachtsbesuchen aus den anderen Inseln und weist jetzt schon darauf hin, dass man sich bitte testen lassen soll. - Allerdings ist das in der Möglichkeitsform gehalten, zumindest jetzt noch, wo wir doch auch aus eigener Erfahrung wissen, dass Weihnachten die Zeit der größten Familienbesuche hier ist. - Gut, wir bekommen unsere Kinder Weihnachten nicht zu sehen, beide Arbeitgeber rechnen deutlich mit deren Anwesenheit über die Feiertage und auch wenn es dem Doppelrotorhelikoptervater ziemlich auf den Weihnachtsmann geht, zwei sichere Arbeitsplätze sind auch nicht zu verachten.

Und sowieso, die guten Nachrichten überschlagen sich ja. - Man könnte natürlich auch flüstern, angesichts der Tatsache, dass selbst ein Joe Biden den Trump hat schlagen können: Wenn Verlierer Verlierer Verlierer nennen. - Prächtig ausgesucht vom Zeitpunkt dann auch noch die Nachricht, dass die Achse des Immunen, "Mainz-Pfizer" funktioniert und ich möchte fast meinen linken großen Zehennagel verwetten, es war kein Zufall, dass man zur Verkündung der guten Impfnachricht dann doch auf Pennsylvania gewartet hat. - Hätte ich sicher auch nicht anders gemacht, das gebe ich gerne zu. - Aber Donald ist jetzt Leberwurst und reagiert sich zwischen 18 Löchern ab und immer noch traut sich keiner aus seinem Umfeld ihm sein eigentliches Handicap mal zu schildern. - Vielleicht wäre Golf ja auch was für Hitler gewesen. - Ansonsten bleibt ja nur zu hoffen, dass der Abgang des Monsters aus Überteich und die Aussicht auf eine baldige Impfung uns allen neuen Schwung verleiht. - Ich denke schon und irgendwie wird es ja auch mal wieder Zeit, dass was voran geht. - Jetzt bleiben nur noch der humorlose Mann vom Bosporus, der Magyaren-Victor, der Samba-Fascho und der lustige Westentaschentrump aus der Blackrock-Schmiede, der so gerne Angela Merkel beerben würde. - Aber haben Sie mal genau hingeguckt, was der gegen die Raute aufzuweisen hat? - Aus einer schlaff geformten Halbfaust ragt ein semi-erigierter Klagedocht, der so gerne mal ein Finger mit Deutungshoheit geworden wäre. - Auch ab auf den Golfplatz. Gleich entsorgen, noch bevor der größeren Schaden anrichten kann. Es wird Zeit, dass wieder seriöse Leute, mit wenigstens halbwegs vorzeigbaren Umgangsformen und Normen uns zeigen, wohin wir denn den Karren zu schieben haben. - Aber höflich bitte Bitte sagen und auch bitte Danke, dann schiebt es sich gleich viel, aber viel angenehmer.

Apropos Versehrtensport und Diktatorenauslaufressort. Was ist eigentlich aus diesen fünf projektierten Golfplätzen für La Palma geworden? - Nix und mir deucht, das wird auch nix mehr. - Zunächst sicher die planungstechnische Ohrfeige, man hat den möglichen Investoren nicht die geforderte Verdopplung der angeschlossenen Hotelbetten genehmigt und dann sind manche Dinge einfach sowieso anders geworden. - Nicht nur, wegen des immer noch wirkenden Virus, sondern auch davor war man bereits der fantasielosen "Copy & Paste-Methode" einfach überdrüssig geworden. - Nicht alles, was bereits vor 25 Jahren anderen Destinationen zu freudigem Speckzuwachs der Investorenkonten führte, bringt auch heute noch die Shareholder zu inbrünstigem Glucksen. - Das Goldene Kalb hat dazu nicht lange genug stillgehalten auf unserer, oft so störrischen und unbehobelten Insel. Wer halt nicht bei Drei dem Investor in den Enddarm säuselt, oder sich als bereits pflückbarer, oder meinetwegen noch roher Diamant beweist, der rutscht ganz einfach von der Freundesliste der gut gefüllten Kriegskassendirigenten. - Allerdings fällt es mir einigermaßen schwer dabei einzugestehen, dass unser heldenhaftes Wehren gegen die Auswüchse der globalen Heuschrecken weniger auf kognitive Höchstleistung zurückzuführen ist, sondern meist auf Unterlassung. Auch wegen dringender Feiertage, inkompatibler Traditionen oder generell planerischer Inkompetenz. - Man muss sich nur mal vorstellen, wenn wir alle ökonomischen Rosinanten geritten wären, die man im letzten halben Jahrhundert über die Vulkane gejagt hat, wie unser Inselchen dann heute dastehen und auch aussehen würde.

Aber natürlich, wir müssen auch irgendwie noch eigenes "Bruttoinselprodukt" erwirtschaften. So ganz alleine auf Verwaltungsdiäten, Renten und Subventionen können wir uns auch nicht nachhaltig verlassen. - Gesundschrumpfen, bis keiner mehr da ist, nur rein rechnerisch eine Lösung. - Das kommt dann allerdings auch so ein bisschen daher wie die Gemeindeverordnung Großschildas: Kein Baum kann nicht brennen, das hilft gegen Waldbrände und nicht mehr Testen, gegen Pandemien. - Fast schon bitterlich schlägt in diese Aussicht auch noch die Drohung, die Subventionen für die Plátanos zu senken, aber auch wir hier werden wohl nicht ganz unbefleckt aus dem Brexit hervorgehen. - Bislang scheinen das aber nur ein paar Prozent zu werden und warum haben wir es zum Beispiel nicht geschafft, ein Bio-Labor auf unserer Insel zu haben, welches eine solche Impfung, wie die aus Mainz, hinbekommen hat. - Also offener bleiben, außer Tourismus und Landwirtschaft muss es weitere Standbeine geben, allerdings müssen die "schwimmen" können. - Unser großes Problem bleibt ja, wir genießen auf der einen Seite unsere "Dark Side of Business" auf der anderen Seite steht aber unsere Abgeschiedenheit stringent gegen Exporte von großvolumigen oder schweren Gütern. - Nun könnten ja aufmerksame Leser einflechten, Bananen seien großvolumig und schwer. - Erstens heißt das Plátanos und zweitens verdienen wir in gewissen Jahren mehr an der Subvention dieser edlen Früchte, als an der Produktion selbst und Subventionen sind meist nicht schwer oder großvolumig… So ein bisschen im Hinterkopf schwirrt immer noch der Gedanke an Hochtechnologie durch Gebiete knapp am limbischen System vorbei, natürlich gekoppelt und als Standort begründet durch die Observatorien auf unserem Kumpelberg. - Und in der Tat, auf dem "Roque de Los Muchachos" tummelt sich absolute Avantgarde der astrophysikalischen Beobachtung und man arbeitet ja auch immer noch daran, das TMT als alternativen Standort nach La Palma zu holen. - Also dieses 30 Meter Monster an Spiegelteleskop, welches eigentlich auf Hawaii entstehen soll, es dort aber Widerstand gegen solche Technologie auf deren Heiligen Berg gibt. - Unsere Heiligen Berge sind alle bereits von Parteigängern belegt, meist von der Gruppierung, deren Nennung mir alleine bereits Drüsenzirpen bereitet. - So hat jeder seine Grenzen und wenn der eine Golf-Spielen geht um sich der Wahrheit zu entziehen, dann verschwinde ich in den Garten, rieche am frisch angesetzten Kompost und verjage die Schmetterlinge vom Kohl. - Ja, mir könnte es deutlich schlechter gehen, das haben Sie gut erkannt!


Die Bohnenranken scheinen den Wasserhahn öffnen zu wollen im Aridanetal auf der Westseite La Palmas


Das Bild dieses Sommers auf der Westseite. - Es war wieder mal so trocken, dass die Pflanzen auszogen, den Hahn selbstständig zu öffnen.



Nilbuntbarsch im Tank auf La Palma

Wilma, unser Nilbuntbarschweibchen. - Einen bewegten Werdegang hat unsere Wilma hinter sich. - Eingefolgen vor vielen Jahren, um in einem Tank in der Caldera gemästet zu werden. - Als man dann feststellte, dass Tilapias bei uns zu langsam wachsen, um profitabel zu sein, verschenkte man die überlebenden Fische. - Aus Ricardos Tank in Tajuya wurde Wilma schließlich verbannt, da sie dort die Jungfische verspeiste. - Bei uns darf sie nun einen gepflegten Lebensabend genießen, nachdem der Fachmann festgestellt hatte, dass unsere Karpfen nicht mehr in Wilmas Maul passen. - Seit zwei Jahren nun dreht Wilma bei uns ihre gemächlichen Runden und sieht uns beim Älterwerden zu. - Toastbrot ohne Rinde, das ist ihre Lieblingsspeise.





Donnerstag 22.10. 2020 El Paso 18:00 Uhr

Früher, als alles anders und der Regen nasser war
Kanaren kein Risikogebiet mehr, jetzt haben Sie das Risiko!


Wie soll ich Ihnen das erklären. - Regen, so wie früher mal. - Also richtig Regen, solcher, der nass macht. Der die Straßen herunter rinnt, der einen an die vielen Dinge erinnert, die man noch am semipermeablen Dach den Sommer über eigentlich machen wollte und überhaupt. - Regen, der diesen Namen auch verdient hat. - Genau so war das vorgestern mal wieder, allerdings eben nur ein Viertelstündchen lang, hier bei uns im Tal. - Dennoch blieb ein angenehmer nostalgischer Geruch in der Luft schweben, eben der nach einem wirklich fetten Tief aus dem Westen. Allerdings berührte uns Barbara, so hieß das kesse Ding aus Übersee, wohl nur ganz zart und fast hätte man schon gefürchtet, wir würden erneut unten liegen gelassen. - Um uns richtig überall nass zu machen zog auch Barbara zu weit nördlich am Archipel vorbei. Allerdings nicht vorsichtig genug, so wie das in den letzten Jahren fast alle Tiefs sonst so gemacht haben. - Manche tirilieren nun bereits das Ende der Dürreperiode durch die feuchte Luft, andere wiederum sprechen vom "cuatro gotas", also vier Tropfen, welche mit der Erosion mehr geschadet haben, als genutzt. - Mit der Hacke in der Scholle kann ich allerdings berichten, dieses Wasser wird wohl vom Acker nutzen, denn es ist schon tief genug eingedrungen, um eben nicht nur Unkraut zum Keimen zu bringen und den Mehltau zu befeuern. - Es war wirklich ein bisschen so wie früher. Erst dicht in der Wolke, dann ein paar Blitze und Donnergrollen und dann eben tat der Himmel seine Pforte auf und schickte uns etwas, von der einzigen möglichen Ablenkung zu Corona im Moment. - Hier bei uns im Tal fielen in knapp einer Viertelstunde an die 15 Millimeter Niederschlag, was sofort zu Sturzbächen auf den Straßen und manch kleiner Mure geführt hatte, aber andere Stellen und Regionen der Insel wurden deutlich nachhaltiger beglückt.

Anhand der Bilder von vorgestern kann man auch erkennen, dass der Barranco de las Angustias wieder Wasser führte, wenn auch nicht wirklich viel. - Aber es reichte eben doch aus, um mal wieder den Atlantik vor unserer Küste in Ocker zu schmücken und wüsste man nicht, dass dieses Pigment aus allerbestem Mutterboden besteht, dann könnte man die Atlantische Farbenlehre einfach nur genießen. - Schon schießen auch die ewig gleichen Gedanken durch die Gemeinschaft, welche nach jedem Zieleinlauf, der manchmal wasserführenden Schlucht kommt: Warum fangen wir dieses Wasser nicht auf und gießen damit unsere Gärten? - Diese Diskussion wurde fast so häufig bereits geführt, wie die um die gottgegebene Subvention für die Bananen, oder warum eigentlich das Benzin hier auf La Palma mehr als 20 Cent teurer ist, als auf der Nachbarinsel Tenerife. - Tagesgeschäft also und wäre da nicht Corona, das lästige Virus mit nachhaltigem Eindruck, dann könnte man die allermeisten Straßendiskussionen eigentlich beliebig oft wiederholen und fast an das tägliche Murmeltier glauben. - Aber das gibt auch Geborgenheit, glauben Sie mir. - Mindestens aber das Gefühl, diese Welt noch zu begreifen, welche außerhalb unserer Scholle eben dann doch mehrere Nummern zu groß für uns Insulaner ist. - Aber warum bauen wir dann eben keinen Staudamm im Barranco de Las Angustias? - Man könnte, neben dem Wasser, dann auch noch den als Schlamm angeschwemmten "Mütterchenboden" nutzen und hätte doch wohl Wasser, bis weit in den folgenden Sommer hinein.

Vieles aber spricht dagegen, nicht nur unsere, manchmal hartnäckige Weigerung glücklich zu sein. - Da ist einmal das Problem der Privatgrundstücke und bereits angelegter Infrastrukturen. Zumindest zwischen Nationalpark und der engen Stelle der Schlucht bei Las Angustias und darüber hinaus müsste man den gesamten "Preparque", also das Vorgebiet zum Nationalpark, ja irgendwie neu gestalten, wenn man alle Wege und Routen in den Park selbst unter Wasser setzen will. - Weiter ist der Untergrund nicht dicht, müsste also abgedichtet werden. - Wie auch in den großen Kavernen innerhalb des Inselgebäudes gibt es keine wirklich dichten Stellen in der geologischen Beschaffenheit unserer Insel. So versickern permanent, noch ungenannte Summen Wasser, durch den porösen Basalt ins Meer. - Dann kommt noch ein weitere Punkt hinzu, man würde mit einem solchen Jahrhundertprojekt natürlich das Gesamtgefüge der Wasserverteilung auf der Insel ändern. - Dabei fürchten wieder viele Leute gleich mehrdimensionale Gemengelagen mit Geschäft, Einfluss und Hierarchien in Sachen "Big Business Wasser" mit möglichen negativen Konsequenzen. Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da haben wir die alten Holzfässer der Nachbarn über der, nicht enden wollenden Diskussion darüber leer getrunken, und kamen dennoch nicht wirklich weiter. - Einmal, weil der Wein irgendwann alle war und natürlich auch, da wir zwischen den Weinlesen der Jahre auch mal kurz arbeiten müssen. - Inzwischen hat man solche Diskussionen immer öfter in die sozialen Medien verlegt. Ich glaube ja immer noch, das kommt nur daher, da inzwischen Fässer aus Edelstahl die Nachbarn nicht mehr dazu nötigen, das alte Zeug aus den Holzfässern unbedingt loswerden zu müssen. - Allerdings sind diese Diskussionen in den Medien bei weitem nicht mehr so fruchtbar, wie der gemeinsame Kampf gegen die Essigwerdung in der Bodega. Es ist halt nicht das gleiche, wenn jeder an der Tastatur seinen Wein trinkt und versucht, Worte in gezielte Hiebe zu verwandeln, oder man zusammen in dunklen Räumen sitzt und die, vom ethylischen Nuscheln wohl bereits kryptische Antwort, hervorragend durch die mimische Ausdruckskunst veredelt.

Solch ein Staudamm wäre vielleicht auch zu teuer und man müsste noch eine gute Möglichkeit obendrein finden, den ganzen Schlamm da raus zu fischen, sonst ist das mögliche Becken nach ein paar Jahren bereits mit Erosionsgut gefüllt. - Ich werde es wohl nicht erleben, obwohl ich zäh bin, aber rein logische Schlüsse aus gegebenen Anforderungen und Ressourcen zu ziehen, das ist nicht wirklich unser Ding. - Aber die Zuversicht wächst, es könnte doch nicht der Klimawandel sein, welcher die Tiefs alle zu weit nach Norden schickt, sondern doch nur eine, wenn auch hartnäckige Wetterkapriole mit schäbigem Charakter. - Es bleibt natürlich abzuwarten, ob ein Tief bereits dem Landmann wieder ein Lächeln hinter die SUV-Fenster treibt, oder man weiter auf die Zuteilungen, der durchaus inzestuösen Wasserclans angewiesen sein wird. - Unser gedankliches Grundproblem bleibt nämlich bestehen: Jeder findet eigentlich, Wasser sei ein Grundrecht und muss öffentlich zugänglich für alle sein. Ich glaube, das steht sogar in unserer Verfassung, allerdings traut niemand hier (wohl auch dort) der schlabberigen Öffentlichen Hand es zu, die Wasserversorgung ähnlich effizient zu garantieren, wie es bislang geschieht. - Darüber hinaus sind die allermeisten ja auch per Anteilscheinen oder Aktien an privaten Wasserfirmen beteiligt und alle haben Angst, dass jeder Versuch, das Wasser generell zu machen, eben auf persönliche Kosten gehen könnte.

Mein, zwischen Altersstarrsinn und Weisheit schwankender Nachbar Antonio, Gott oder die Aminosäuren seien ihm gnädig, der stand an solchen Tagen überhaupt nicht auf. - Gut, inzwischen steht der überhaupt nicht mehr auf, nachdem eines Nachts ein Blutgerinnsel im Kopf die Frage nach Weisheit oder Starrsinn endgültig entschieden hatte. - Antonio blieb generell einfach im Bett liegen, wenn es regnete und kam erst wieder herausgekrochen, wenn wirklich die Sonne wieder schien. - Das konnte, Sie wissen schon, früher, tagelang dauern. - Aber recht damit hat er damit sicher, auch wenn man eben zugeben musste, dass kein Arbeitgeber nach ihm rief. Der Hahn, der nach ihm krähte, wohl von den Söhnen gefüttert und beschimpft wurde, da Hähne hier immer viel zu früh ihren Lebenssinn lauthals von sich geben. Was kann man schon machen, wenn es regnet? - Im Garten arbeiten geht nicht, unsere gelbe Erde hier in El Paso wird bei Nässe zu einem klumpigen Brei und nass werden, ist natürlich für menschliche Haut gar nicht gut und macht diese dünn. - Gut, das ist wissenschaftlich so fundiert wie die Annahme, Corona sei ein Komplott jüdischer Rachemilliardäre, aber wer glauben bevorzugt, statt zu wissen, ruht meist komplett in sich. - Zwar nur in sich, aber wer kann das sonst schon von sich behaupten. - Vielleicht hat Antonio das Regenwetter auch als persönliche Beleidigung betrachtet, also eine weitere Nähe zu den wirren Negationisten, aber ein klein bisschen habe ich den alten Mann dabei immer beneidet. - Ich musste immer raus. - Sie wissen schon, Job, Verantwortung, letzter Mann im Gefecht gegen den Schlendrian und so weiter und immer, wenn ich dann an Antonios Haus vorbeikam und die trübe Funzel dort hinter dem kleinen Fenster sah, regte sich dieses, mir fruchtbar unangenehme Gefühl, von bohrendem Neid. - Heute könnte ich ohne Probleme im Bett liegen bleiben wenn er regnet, schließlich kräht der Hahn auch ohne mich, oder ist gar nicht mehr da. - Aber heute, wenn es regnet, also richtig, so wie früher, da stehe ich auf und renne hinaus in den Regen. Dann schüttle ich mich ein bisschen, was in meiner Kulturblase durchaus bereits als frenetischer Ausdruckstanz durchgeht und laufe sofort in meinen Garten, um nach den zarten Gemüsesprösslingen zu sehen und den Kompost beim fermentieren zu beklatschen. - Einen an der Klatsche möchte man also meinen, nein, sondern das letzte kognitive Aufgebot gegen den Klimawandel. - Das ist wissenschaftlich genau so, wie mit der dünnen Haut von zu viel Regen, aber des Menschen Tiefdruckgebiet ist sein Erdenreich. - Zumindest hier im Tal der Glückseligen, auf der schönsten Insel der Welt, La Palma.

Aber wir kommen auch dieses Mal nicht umhin, über Covid und die ernsthaften Auswirkungen zu palavern. - Die Kanarischen Inseln sind nun seit heute nicht mehr Risikogebiet. - Damit stehen wir so ziemlich alleine in Europa da und wissen noch nicht so genau, was wir denn eigentlich damit anfangen sollen. - Robert, der Koch vom Institut hat das so bestimmt und in der Tat, nimmt man die nackten und toten Zahlen her, konnte man uns einfach nicht länger ignorieren. - Sowohl in Sachen Inzidenz in Sachen Covid auf 100.000 Einwohner, als auch in Prozenten bei der positiven Häufung von Testergebnissen sind wir außerhalb der vom RKI aufgestellten Risikoskalen. - Seit einer Woche etwa, allerdings ist mir immer noch nicht klar, ob denn nun zukünftig die 14-Tage Inzidenz gelten soll, oder die, welche 7 Tage berücksichtigt. - Macht nichts, wir nehmen natürlich diejenige, welche besser für uns ist und der absolute Seuchenwitz könnte natürlich jetzt kommen: Das RKI nimmt die Kanaren von der Risikoliste, die spanische Regierung aber verhängt eine nächtliche Ausgangssperre und vergisst dabei die risikolose Extrawurst der Kanaren. - Gut, so trottelig wird man in der Staatsregierung nun auch wieder nicht sein, aber wir erleben ja gerade weltweit ein erneutes blumiges Aufkeimen von erschreckten politischen Profilierungsdestastern. - Nicht, dass ich es besser machen würde, auf keinen Fall, ich hätte bereits alle kompostiert, aber so ganz neu ist die Seuche ja nun auch nicht mehr. Und Donnerlittchen der Karl, ja, Karl der aufrechte Lauterbach, die mediale Nervensäge, das schlechte Gewissen des Hippokrates, hat verdammt noch mal schon wieder recht behalten. - Wenn er es nur wirklich mal behalten hätte… Aber viele sind ja weiterhin ernsthaft so wirr und ignorant, dass die sich selbst in Sachen Wissen und Schaffen ihr eigenes Kompetenzteam aus parawissenschaftlichen Fischblasen zusammenschmuruchelt und in esoterischen Mantras die Physik schmerzhaft neu zu formulieren versucht. Macht alles nichts, langsam wird es ja eh ruhiger im alternativen Wissenskolloquium des Facebook-College und wir wollen uns doch eh lieber mit La Palma auseinandersetzen.

Nun kann man also, zumindest Stand heute, von Deutschland aus auf die Kanaren reisen, ohne danach in Quarantäne zu müssen. - Kann natürlich sein, dass sich da bald wieder was ändert, würde niemanden wundern. Darüber hinaus ich habe halt immer deutliche Angst, wenn nun solch ein Geschenk, wie uns die Einschätzung des RKI das nun macht, von unseren eigenen Regionalpolitikern auch bewahrt werden muss. - Jetzt dreht sich ja die ganze Geschichte. Jetzt muss ja niemand mehr Angst vor uns haben, jetzt haben wir, mal ganz allgemein gesagt, Angst vor Ihnen. - Also müssten jetzt endlich die PCR - oder die neuen Antigentests her und da gab es gestern bereits eine neuen Vorschlag, aus dem großen Lobbypfuhl mit Bröckchen aus Politik und touristischer Wirtschaft. - In den Hotels könnte man doch die Tests machen und gerade denke ich an meine ältere Tochter, welche genau in einem solchen touristischen Tempel arbeitet. Wie die mit ihrer, sicher nicht von mir geerbten Engelsgeduld nun den sonnenhungrigen Mitteleuropäern erzählen soll, dass man ihnen nun zunächst in der Nase bohrt und dann aufs Zimmer schickt und sie erst ihr Badetuch am Pool platzieren dürfen, wenn man es ihnen gestattet. - Man könnte es also nur mit den Antigen-Tests machen und bitte nun nicht mit den Antikörper-Tests verwechseln, denn die zeigen ja nur an, was man hatte und nicht, was man hat. - Dann bleibt aber immer noch das Paradoxon übrig, dass wir hier Leute testen wollen, welche aus einem Inzidenzrahmen von rund 50 kommen (Deutschland 22.10.) und andere, welche aus einer Region von 218 (Madrid 21.10.) anreisen, keinen Tests unterziehen. - Aber das kennt man ja auch noch von den Verherbergungsverboten aus Deutschland, nur Touristen können Infektionen weitergeben, Geschäftsreisende natürlich nicht. - So streut man natürlich den Aluisten der alternativen Weisheit immer wieder allerbestes Trollfutter vor die warnenden Füße und ich höre schon wieder dieses, leicht dröhnende "Erwachet" im Raum.

Mal sehen, was wir draus machen können und natürlich auch, ob es uns gelingt, diese guten Zahlen weiterhin zu halten. - Auf La Palma bröseln wir zwischen 2 und 7 Fällen (die letzten drei Wochen) herum und unsere Presse ist vollauf damit beschäftigt, immer wieder zu bekräftigen, alles seien importierte Fälle. - So richtig vorbereitet sind wir auf möglichen Tourismus nun auch nicht mehr, denn einige Hotels sind ja noch zu und andere touristische Infrastrukturen, wie manch ein Restaurant, oder Tourguide, hat sich schon der viralen Agonie ergeben. - Vielleicht ist das aber gerade jetzt die große Möglichkeit, uns ganz vorne zu präsentieren und endlich mal was von diesen, schon fast inflationär genannten "Sicheren Reisekorridoren" zu verwirklichen. - Wir, die letzte Bastion Europas! - Ich drehe im Geiste schon Filme und lasse Spiele für die "Play" entwickeln, wir müssen doch irgendwie mal Greifbares aus einer solchen Situation erwirtschaften können. - Gerade eben La Palma. Wo doch unsere Inzidenz irgendwo knapp über der Nachweisgrenze liegt, sollten doch eigentlich auch irgendwann mal Krisengewinnler sein können. - Dann hat doch vielleicht dieses ganze Maskentragen, auch wenn kein Mensch weit und breit zu sehen ist, doch noch was gebracht und unsere Disziplin würde endlich mal belohnt. - Also Hoteliers, Reiseveranstalter, Fluggesellschaften: Sattelt eure Jets, macht die Betten und fahrt die Buchungscomputer wieder hoch: Die Kanaren sind ganz groß wieder da! - Zumindest brüllt das die Nachtigall vom Dach herunter.

Alltag gibt es auch noch auf der Insel und der ist halt meist auch ein bisschen alltäglich zu nennen. - Der Groll um die "Schändung" der Steinritzungen auf dem Wanderweg GR131 hat sich gelegt, vielleicht auch, weil eben der Regen dazwischen gekommen ist. - Andere Regionen müssen Weltmeister werden, mit was auch immer, um vom Thema wegzukommen, bei uns reicht ein schwerer Schauer und schon geht alles von vorne los. - Ist irgendwie beruhigend und beängstigend zugleich und ich hatte das ja auch bereits in vorhergehenden Kolumnen angekündigt, nach dem ersten Regen, wird immer alles wieder auf Null gestellt. - In El Paso unterliegt man weiterhin dem Aktionismussyndrom und organisiert eine Veranstaltung nach der anderen. - Gerade verklingt noch die spanische Meisterschaft im Querfeldeinlauf (ja, das nennt man heute Trail oder Cross) die man ja ganz ohne Zuschauer hinbekommen hat, da droht nun das Oktoberfest. - Bei aller Liebe zu Aktionismus, denn immer muss was getan werden, darauf hat die Welt gewartet und sollte es irgendwann mal ein Paulaner-Buch der, es guckt wieder kein Schwein Rekorde geben, dann stehen wir ganz vorne an in der Kategorie: Kleinste Gemeinde, welche die meisten Events organisiert hat, zu denen niemand gekommen ist. - Wahrscheinlich werde ich aber nur alt und wenn anderswo Ausgangssperren verhängt werden, dann sollte man hier sicher dringlich ein Oktoberfest abhalten. - Dann habe ich noch ein Fundstück für Sie: Chente hat jetzt eine APP und weiß immer, wann der Bus fährt. - Köstlich, eigentlich muss man nicht mal Spanisch können dafür und ich freue mich ungemein, dass mal eine hiesige Firma, also Transportes Insular de La Palma, so eine Klasse Werbung mit Stallgeruch auf die Beine gestellt hat. Video auf Youtube.

Die schlechteste Weinernte seit vielen Jahren wird noch gemeldet und hat natürlich auch wieder was mit der lang anhaltenden Trockenheit zu tun. - Es fehlt etwa ein Drittel zum Schnitt der vergangenen Jahre, mit 432.000 Kilo ist man weit von den Rekorden entfernt, welche schon mal über eine Million Kilo eingebracht haben. - Allerdings muss man nicht fürchten, nun trocken über das Jahr kommen zu müssen, denn auch der Verbrauch ist in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen. - Sicher wird so manche Marke oder Name schon schneller ausgetrunken sein als früher, aber das ist noch kein Grund, jetzt nicht doch nach La Palma zu reisen… Jetzt, zwei Monate nach der Kontrolle des großen Feuers in Garafía, erklärt das zuständige Cabildo Insular de La Palma das Feuer endgültig als gelöscht. - So lange dauert das nach den großen Feuern, oft mehr als 2 Monate sogar, bis alle Brandnester, die sich zum Teil gut im Boden verstecken, wirklich erwischt worden sind. - Ich erinnere mich gut an die rauchenden Stellen am Forstweg vom Llano de las Brujas nach Fuencaliente. Noch gut 2 Monate nach dem großen Feuer im Jahr 2016, als immer noch Kiefernwurzeln tief in der Erde kokelten. - Auch der viele Regen, besonders dort im Norden, hat jetzt natürlich dazu beigetragen, dass dieses Feuer nun in die Aktenschränke der Verwaltung gedrängt wurde. - Hier läuft nun seit einer Woche die Grippeimpfung ab und man ist stolz, bereits fast 3.000 Menschen hier auf La Palma geimpft zu haben. - Läuft ganz einfach ab, ich habe mich auch schon, wie jedes Jahr gegen Influenza impfen lassen, allerdings muss dieses Jahr bei einer zentralen Nummer anrufen, der 922 470 012. Die geben einem dann einen Termin im lokalen Gesundheitszentrum, so man denn impfberechtigt ist. - Also über 60 Jahre, chronisch erkrankt oder mit einschlägigen Vorerkrankungen, welche eine solche Impfung indizieren. - Bin mal gespannt, wie das abläuft, wenn erst die Impfung gegen das Corona-Virus da ist, das wird sicherlich deutlich heftiger angefragt, als gegen Influenza. - Allerdings arbeitet man hier wohl bereits an einem Protokoll, wer denn zuerst geimpft wird und da stehen natürlich Angestellte in den medizinischen Berufen und der öffentlichen Dienste noch vor den Präkompostis. - Apropos Kompost, der hat den Regen gut überstanden und die Nacht gestern war derart kalt bereits, dass ich mich am liebsten auf den Komposthaufen gelegt hätte, um es warm zu haben. - Du willst wohl schon üben, sagte meine Frau dazu und ich habe darauf hin doch einfach eine zweite Decke aus dem Schrank geholt, um mich an die neue Jahreszeit zu gewöhnen.

Freitag 20.10.2020 El Paso / Puerto de Tazacorte 17:00

Nur ein paar Bilder nach dem ersten Regen Winter 2020/2021


Ein kräftiger Schauer ließ ein bisschen mehr als 10 Millimeter, allerdings in 10 Minuten liegen

Es gibt Hoffnung, nachdem das Tief Barbara uns gerade noch eine "Husche" hinterließ. - Nicht viel, aber viel auf einmal


Nicht wirklich viel Wasser, aber der große Krater fängt alles ein und so kommt auch was unten an

Und es reicht eben, Dank des großen Wassersammlers Caldera de Taburiente, dass unten in Tazacorte auch was ankommt.


Es kommt braunes Wasser in Puerto de Tazacorte an, ausgewaschen vom Regen aus der Caldera

Diese Braune Brühe ist spektakulär, allerdings auch das bunte Zeichen für Erosion. - So geht diese Insel unter, nicht durch die Vulkane...


Der bunte Atlantik vor der Küste Tazacortes auf La Palma


Wussten Sie, dass der Atlantik vor unserer Küste bunt sein kann?


Spektakuläre Farbspiele des Wassers vor Tazacorte


Kurze Starkregen sind grausam und nehmen die, sowieso noch spärliche Humusschicht der jungen Insel La Palma einfach mit, und düngen so, völlig unsinnig, den hungrigen Atlantik





Freitag 09.10. 2020 El Paso 17:00 Uhr

Die Komposti-Brüder
Und andere Unwichtigkeiten von den covidianischen Inseln


Manch einer erinnert sich an meine anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Gartenhäcksler. - Inzwischen bin ich zum professionellen Amateur avanciert, was die Beherrschung des Gerätes angeht und fabriziere geschmeidigen Kompost, in allen olfaktorischen Nuancen. - War nicht ganz einfach und ich muss gestehen, mehr Error als Trial begleiteten mich die anfänglichen Monate. - Ich war auch noch nicht ruhig genug, das gebe ich unumwunden zu. Erst die beginnende Altersarmut, verknüpft mit Milde und ganz viel Zeit, brachten mich auf den Weg des zermalmenden Gelingens. - Wie gesagt, spanisches Modell der Häcksler. - Das bedeutet: Bewährte Technik, um das Wort rudimentär zu vermeiden, aber stabil und schmerzunempfindlich bis hin zu epischer Leidensfähigkeit. - Mit einem Wort: Männergerät. - Allerdings musste ich erst sämtliche Sicherheitsanbauten an dem Gerät entfernen und natürlich darf ich Sie nicht zum Nachahmen aufrufen, aber wer die wunderbaren Häcksler der Marke Garland betreibt, der weiß sofort, wovon ich spreche. - Es gibt auch diverse Philosophien, wie man einen solchen Häcksler bedient und jeder findet auf die Dauer sein ganz individuelles, häckselndes Fegefeuererlebnis raus. - Hat auch was damit zu tun, wie viel Rohmaterial man zur Verfügung hat. Wie viel Zeit und ob man denn das Häckselgut über Wochen gesammelt hat, oder noch ganz frisch verwenden will. - Ich neige zu mehreren groben Durchgängen von trockenem Abschnitten, auch weil sich dabei das Zeug einfach besser vermischt. - Und ich achte darauf, immer noch zwei "Zamuros" (große, in meinem Fall übergroße Kautschukeimer) voll altem Kompost unter das frisch gehäckselte Gut zu mischen. - Man könnte fast vom "Modell Sauerteig" sprechen, allerdings weigere ich mich weiterhin inständig, meinem Kompost Namen zu geben.

Dann legt das Zeug sofort los. Nach zwei Tagen bereits fängt der Komposthaufen an, als Heizung zu funktionieren und meine Frau lächelt inzwischen nur noch müde über meine kindliche Freude, mit der ich meinen Komposthaufen Besuchern vorführe. - Zeig mir deinen Kompost und ich sage dir, wo du deine Feinde vergraben hast. - Das Ergebnis ist prächtig, ich schaffe etwa einen Kubikmeter fertigen Kompost pro Durchgang. - Am Anfang sieht das immer ein bisschen mehr aus, allerdings sackt das Zeug in sich zusammen, wie ein Soufflé nach der Zahnstocherbehandlung. - Aber mir reicht der Kubikmeter alle zwei Monate, damit kann ich im richtigen Rahmen meinen Gemüsegarten deutlich verbessern und manch einen Tag der Woche gelingt es mir sogar bereits, das Mittagessen komplett aus der eigenen Scholle zu bestreiten. - Aber vom Selbstversorger sind wir weit entfernt, dazu ist der kulinarische Anspruch dann doch noch zu hoch und selbst hier auf La Palma müssen wir uns den saisonalen Bedingungen unterwerfen. - Auch hat zum Beispiel die lang anhaltende Hitze im August, mit mehreren Episoden afrikanischen Wetters, deutliche Spuren im Garten und Angebot hinterlassen. - Auch mussten wir sehr auf das Wasser achten und selbst ohne Feriengäste in unseren beiden Häusern war das begehrte Nass kostbare Mangelware. - Das ist besser geworden, nach großem öffentlichen Druck hat man zwei nicht mehr genutzte Brunnen wieder in Betrieb genommen und damit hier im Aridanetal wieder deutlich mehr Wasser "ins System" gepumpt.

Der Prozess des Häckselns selbst ist ein eher grobschlächtiger Vorgang . - Nimmt man, wie ich, fast nur trockenes Gut und auch alte Palmenwedel, dann staubt das Zeug wie Calima oder Peking im Herbst. - Ich denke schon daran, Maske zu tragen beim nächsten Häckseln, sind ja immer zur Hand und den groben Staub können die vielleicht abhalten. - Und laut ist das Ding! - Aber Hörschutz ist was für Hybridfahrer, also Warmduscher mit mindestens schlechtem Gewissen und sowieso habe ich den im Lieferumfang enthaltenen Hörschutz ja gleich beim ersten Versuch durch das Häckselwerk gejagt. - Zweieinhalb Stunden dauert der Höllentanz vielleicht, dann schlottern einem die Ohren und die Bronchien und die Pause danach dauert den ganzen Resttag. - Man könnte das deutlich beschleunigen, wenn man das zu zweit machen würde, denn mehr als die Hälfte der Zeit ist man damit beschäftigt, den neuen Kram heranzuschaffen und das erledigte Häckselgut vom Gerät weg zu bringen. Aber ich glaube nicht, dass es bereits gesellschaftskonform ist, jemandem zum gemeinsamen Häckseln einzuladen. - Könnte aber zukunftsweisend sein und statt Weltrevolutionen zu planen oder dem gemeinsamen Abtasten nach Gates-Chips, kommt mal wirklich ein brauchbares Ergebnis heraus. - Allerdings gibt es auch in der häckselnden Branche theoretische Kumpanei, so hat zum Beispiel mein Steuerberater genau das gleiche Foltergerät wie ich im Schuppen stehen. - (Zunächst dachte ich, er vernichtet damit grob fahrlässige Akten, aber nein, auch er ist inzwischen öfter im Garten als in der Kneipe zu finden.) - Mindestens einmal im Vierteljahr muss ich ja zu ihm. Aber seit dem Corona die Zahlenkolonnen im Tourismus zu lächerlichen "Tweets" verstümmelt hat, haben wir reichlich Gelegenheit, über unsere häckslenden Vorlieben zu sprechen. Sollte mal jemand von außen, ohne kompostäre Vorbildung mithören, der würde wohl an ein Drehbuchgespräch der Coen-Brüder denken. - (Erinnern Sie sich an Fargo?) Ich gebe zu, mein Schwebezustand zwischen Rentnerdasein und coronabedingter Knappheit, hat wunderbare wie wundersame Vorteile mit im Portfolio. - Wer schon kann behaupten, mit seinem Steuerberater hauptsächlich über Häcksler, Kompost und Mehltau zu sprechen, sowie den wahren Freuden, wenn man den ganzen Tank des Viertakters nach zweieinhalb Stunden rechtschaffen aber linksdrehend leergejaucht hat.

Nachfolgend wird es wieder ernst und das hat natürlich auch bei uns zunächst was mit dem Generalthema der letzten Monate zu tun. - La Palma hat sich ziemlich gut durch den Sommer geschlängelt und selbst die, in Spanien deutlich auftretende "Zweite Welle", nervenschonend abgeritten. - Es gab wohl in den Sommerferien einen deutlichen Anstieg von Neuinfektionen auf der Insel, allerdings erreichten wir dabei lediglich Zahlen in unteren Zwanzigern und fast alle davon waren "importierte" Fälle. - So wie alles "Böse" von außen kommt. - Alles "Gute" wahrscheinlich auch und warum Insulaner selbst nachts einen Horizont sehen und haben, das könnte man ja vielleicht auch mal diskutieren. - Allerdings bleibt dabei die interessante Tatsache, dass wir, fast aufdringlich, PCR-Tests von internationalen Feriengästen fordern, nicht aber von den vielen Leuten, welche aus Tenerife, Gran Canaria, Madrid oder Barcelona zu uns kommen. - Wobei wir ja bislang nur fordern. Noch konnte uns ja die bayrische Peinlichkeit nicht erreichen, die Leute nicht zu benachrichtigen, da wir noch in der präpeinlichen Situation stecken, nicht mal Testmöglichkeiten an den Flughäfen zu haben. - Zwar sagt unser Inselpräsident immer wieder, er könnte, wenn er denn dürfte. - Aber er darf nicht, da der staatliche Flughafenbetreiber AENA ihm keine Räume auf dem Flughafen zur Verfügung stellen würde. - Mal so ganz unter uns und bitte nicht weitersagen: - Das halbe Flughafengebäude steht leer und man könnte ein paar der vielen, leer stehenden Läden einfach anmieten. Oder einen Teil der zwei ungenutzten Parkdecks, aber auf mieten statt zu fordern, ist wohl noch keiner gekommen. - Macht auch nichts, man könnte auch außerhalb des Flughafens ein Testzentrum einrichten. - Hatten wir übrigens anfänglich auch, in der Kaserne zwischen Flughafen und Hauptstadt aber schon wieder lasse ich, eigentlich unaussprechbare Vermutungen los. - Lediglich die Nummer Zwei im populären Inselkabinett, (populär, weil PP, populistisch wären C´s oder VOX) Raúl Camacho hat sich dann mal, gekräuselt vor Eingebung, in die Presse getraut und geunkt: - "Wir würden zu wenig machen, wenn wir nur die internationalen Besucher testen würden und nicht die nationalen". - Und niemand von denen ist mal auf die Idee gekommen, selbst, oder noch besser, einen tauglichen Lobbyisten nach Deutschland zu schicken und denen unsere "Inzidenz" von "quasi Null" unter den Quasi zu reiben. - Also keine Eingebung in Sachen Weisheit und Erkenntnis und unser Inselpräsident hat dann lieber den Heiligen Michael um Hilfe geben, als die Koffer gepackt. - Das haben übrigens bislang alle Inselpräsidenten, außer Anselmo Pestana gemacht. - Am Tag des Schutzpatrons der Insel, des San Miguel Arcángel, versammeln sich alle politischen Promis zur Messe in Tazacorte und bitten den Heiligen Michael um Hilfe für die Dinge, die sie selbst nicht schaffen. - Man könnte das entweder, einen festen Glauben, aber auch Offenbarungseid nennen.

Hinter vorgehaltener Maske konnte ich aber erfahren, dass man wohl daran gedacht hat, es aber nicht gewagt hat, selbst in Deutschland vorstellig zu werden. - Nicht, weil man Angst hätte vor den Deutschen, sondern weil man sich nicht mit dem Gobierno de Canarias anzulegen wagte und keine "Extrainselwurst" abfüllen wollte. - Als Retourkutsche fürchtet man dabei nämlich immer einen Ausschluss aus dem lustigen Paritätskarussell, welches unsere kleine Insel bevorzugt mit Geldern und Posten in Sachen politischem Füllhorn versorgt. - Mitgehustet - mitkassiert - mitkaserniert, als Risikogebiet. - Dieser "Coronagehorsam", als fast unbefleckte Insel in Sachen virulent viraler Virus, ist übrigens parteiübergreifend. Selbst die halboppositionelle PSOE (zwar mit in der Inselregierung aber nie präsent) und die vollkonträre Coalición Canaria haben keinen Moment daran gearbeitet, aus dem strikten Kanarenmarsch auszuscheren und auf Eigenständigkeit zu pochen. - Auf der einen Seite bewundernswert loyal, auf der anderen Seite, nach unten tretend, katastrophal für die eigene Inselvolkswirtschaft. - Jetzt, wo die Besucher der anderen Inseln wieder weg sind und internationale Gäste nicht kommen, obwohl die Condor weiter fliegt und die TUI wieder, befinden sich tourismusorientierte Betriebe in noch bedrohlicherer Situation als im April und Mai. - Sicher, das ist alles höchst kompliziert, allerdings ist Untätigkeit und Angst Fehler zu begehen, kein Attribut, welches wir von politisch verantwortlichen Menschen erwarten sollten. - Aber seien wir bitte auch ehrlich mit uns selbst. Wenn dann einer was Mutiges macht und auf die Schnauze fällt damit, dann sind wir auch gerne die eifrigsten Claqueure im Schadenfrohsinnskonzert. - Man denke nur an das omnipräsente "Södbrennen" nach dem Lapsus mit den schlampig organisierten PCR-Tests an königlich-bayrischen Landesgrenzen. - Nein, ich bin kein Söderfreund, der ist darüber hinaus auch noch ein Franke, also ehrgeizig, fast schon bissig. - Aber sehen Sie sich doch mal die Alternativen an, in der, immer noch maßgebenden Partei, der nicht immer bündigen Republik.

Seit ein paar Tagen nun liegen unsere "Inzidenz-Zahlen" unter der geforderten Marke von 50 pro 100.000 Einwohnern. Aber keinem von uns ist so wirklich klar, wie denn bundesdeutsche Behörden und Funktionäre funktionieren. Vielleicht muss man da wirklich einen Lokallobbyisten einschleusen, damit wir von der Risikolandkarte verschwinden. - Kann natürlich auch sein, dass "Europa" im Moment uns sowieso eher vom Reisen abbringen will und wir selbst bei minus fünfzig noch auf der Liste der Schmuddelkinder stehen würden. - So ganz glaube ich allerdings auch nicht, dass uns ein Persilschein in Sachen Corona den Tourismus gleich wieder auf tragende Beine stellt, denn erst wenn das ganze Paket wieder geschnürt ist, können wir runde Dinge erhoffen. - Also Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und vor allem eben auch die Reiselust der Hauptakteure im Paket, der Urlauber. - Und da bin ich noch sehr vorsichtig. - Mir dünkt, deucht und dröselt, bis keine glaubhafte Impfung da ist und wir die Pandemie nicht kontrolliert managen können, auch vom Kopf her, werden kleine Brötchen weiterhin stilsichere Begleiter des kompletten touristischen Gewerbes bleiben. - Hier wie dort übrigens. - Aber vielleicht kann uns ja der neueste Vorschlag der Ministerin für Tourismus ein bisschen helfen. María Reyes Maroto hat eigentlich Ahnung wovon sie spricht, schließlich ist sie nicht nur Ministerin, sondern akademisch gelehrte Wirtschaftswissenschaftlerin. - Sie nun schlägt vor, einen eilends geplanten Tourismusgipfel der G20 im November doch hier bei uns auf La Palma abzuhalten. - Wären wir deutlich dafür. Das sollte uns doch in die Tagespresse bringen und so könnten wir unsere coronale Fastvirginität doch panmedial verbreiten. - Mal sehen, ob daraus was wird, haben doch fast noch alle Hotels auf der Insel geschlossen. - Oder hat Frau Ministerin da wieder mal das alte Wortspiel angewandt, mit Palma de Mallorca oder Las Palmas?

Der Herbst ist nun seit ein paar Tagen wirklich über die Inseln gekommen, so man denn überhaupt von diesem Zeitabschnitt hier sprechen will. - Eigentlich gibt es nur zwei Jahreszeiten auf der Insel und die heißen: "Trocken" und "Regen möglich". - Also vielleicht Sommer und Winter oder Frühling und Winter. - Sommer aber ist besser, denn es kann immer mal ein paar Tage richtig heiß werden, sollte sich der nahe Bruder Afrika auf Besuch machen. - Damit sind wir mitten im Thema, wir brauchen dringend mehr Regen auf der Insel. - Klimawandel oder nicht, ist weiß es nicht, hoffe aber weiterhin inständig, dass sich die trockenen Winter auf der Insel noch im Bereich der Wetterkapriolen aufhalten. - Allerdings macht uns das, inzwischen auch im "Winter" stabile Hochdruckmonster über dem Nordatlantik fast immer einen trockenen Strich durch die Hoffnung auf Tiefdruckgebiete aus dem Westen. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da erwischte uns zwischen Oktober und März eigentlich alle zwei Wochen solch ein Tief, viele davon als ehemalige Hurrikane mit reichlich Wasser, getankt im Golf von Mexiko. - Allerdings drängt eben das starke Azorenhoch die allermeisten Tiefs viel weiter in den Norden und was sonst eben meist nur im Sommer geschah, das scheint jetzt auch im Winter Mode geworden zu sein. - So war auch unser erster Regen diesen "Winter" auf der Westseite nicht Kind eines Tiefdruckgebietes aus der Neuen Welt, sondern Restwasserverwertung eines liegen gebliebenen Tiefchens, welches südlich der Kanaren irgendwie den Anschluss an das große Wettergeschehen verloren hatte. - Hier bei uns an die 10 Millimeter Niederschlag, zwischen Mazo und Puntallana, im Osten, sogar deutlich mehr. - Eine Station meldet sogar über 60 Millimeter, ich gehe einfach mal davon aus, dass die wissen, man sollte den Regenmesser auch immer mal wieder leeren. Reicht natürlich noch nicht, aber wir nehmen das mal als Anfang und da es nun gleich wieder warm geworden ist, freut sich besonders der Mehltau über alle Sporen und mit ihm auch wieder der lokale Schwefeldealer. - Ich versuche ja immer noch, mit Milch gegen den Mehltau anzugehen. Also jeden Tag eine Tasse zum Frühstück… Mein Nachbar hingegen scheint inzwischen allerdings auf eine "Unterschwefelkultur" abzuzielen, so viel des gelben Pulvers haut der auf seine Scholle. - Gut, Mehltau hat der keinen mehr, auch keine Läuse, Raupen oder Spinnen, allerdings muss der sein Gemüse geradezu ausgraben, aus der Schwefelschicht. - Der hat jetzt nur noch gelbe Paprika im Garten…

Einen Aufreger gab es noch in Sachen Petroglyphen unserer Erstbesiedler der Inseln. - In den letzten beiden Jahrzehnten hat man verstärkt auf das präshispanische Erbe der Insel La Palma Aufmerksamkeit gelenkt. - Ob man da vielleicht in Sachen eigener Identität bröseln will, oder einfach wirklich nur rein historisches Interesse zeigt, so ganz bin ich mir da noch nicht schlüssig geworden. - Aber man zeigt diese Steinritzungen gerne her und schon richtig zickelig wird man, wenn Jetztbürger mit Resten der Vorbürger unflätig umgehen. - Also diese Fundstücke nicht ausreichend zu schätzen wissen und diese, vielleicht einfach nur aus Unwissenheit, sogar profanieren. - Da zieht man dann schon mal kräftig gebaute Panzersperren um diese Petroglyphen und zuletzt klaute man sogar den Zaun, ließ aber die Steinzeichnungen unberührt. - Das grenzt dann natürlich bereits an Blasphemie und schlimmer kann man doch eigentlich einen Historiker gar nicht beleidigen, wenn man dem die Schatulle klaut, die Pretiose, oder die Reliquie aber einfach liegen lässt. - Nun ist ähnliches geschehen und wieder ruft man die Geister der ethnischen Normenbewahrer an.

Eine Firma, welche der Regierung der kanarischen Autonomieregierung untersteht, hat den Auftrag erhalten, den Wanderweg GR 131 an bestimmten Stellen zu sanieren. - Das ist unsere Vorzeigeroute, da führt der Europawanderweg lang und immer auch wieder die Transvulcania. - Die Arbeiter machten es sich auf einem Teilstück ein bisschen einfacher, in dem sie, anstatt die zur Trockenpflasterung benutzten Steine von weiten anzuschleppen, nutzen die einfach herumliegende Gesteinsplatten aus. - Allerdings auch solche, welche eigentlich aus einer archäologischen Fundstätte stammten. - Nun fand man prähispanisches Steinzeichnungen auf Steinen des hübschsanierten Wanderweges und schon ruft die politische Opposition Mordio und Blasphemie. - In der Tat hatten die fleißigen Wegebauer da eine Fundstätte geplündert, weil eben die Steine bereits so nett da lagen und so wunderbar von der Form her in den Weg passten. - Nun muss geklärt werden, war das Absicht oder Versehen? - Darüber hinaus, war die Fundstelle nicht gesichert, also ohne Selbstschussanlagen und Minengürtel. - Und wer bitte muss auf ewige Verbannung, da er Inselkulturerbe geschändet hat? - Wahrscheinlich ich, weil ich den ganzen Zirkus nicht so wirklich ernst nehmen kann. - Aber passiert ist eigentlich nichts. Alle Steinplatten mit den Ritzungen sind noch vorhanden und wieder zurück an Ort und Stelle gebracht worden und darüber hinaus heißt es sogar, man hätte noch weitere Fundstücke den übrigen hinzugefügt, also sogar noch archäologische Arbeit nebenbei erledigt. - Politik macht da aus einer Unachtsamkeit schwer arbeitender Leute ein Präsidialdelikt. Vielleicht sollte man sich doch eher überlegen, daraus eine kleine touristische Attraktion zu machen. - So richtig interessiert sich nämlich kaum ein Inselgast für unsere Petroglyphen. Wenn man nun diese Fundstücke irgendwie in den Wanderweg integriert und darauf hinweist, was das eigentlich ist, dann könnte das durchaus für mehr Interesse an den Steinritzungen erzeugen, als diese hinter Panzersperren einzuschließen.

Frisch noch angerichtet, zwei weitere Themen. - Sie erinnern sich doch sicher noch an die Unterhosengang, welche vor etwa drei Monaten mitternachts einen Räuber jagte, der bei uns im Haus ein paar Euro geklaut hatte. - Am kommenden Tag habe ich den angezeigt, da es ja auch Zeugen gibt. - Man möchte nun glauben, wegen 20,- Euro den ganzen Scheiß, aber da die betroffene Person bereits vielfach einschlägig vorbelastet war, entschlossen wir uns zu diesem Schritt. - Vor ein paar Tagen fand nun bereits die Verhandlung statt, nach nicht einmal drei Monaten und heute konnte ich das Urteil abholen und man hat den eifrigen Nachbarschaftsbesucher zu 3 Monaten, ersatzweise 540,- Euro, verdonnert. - Nun sind wir alle auf der Hut, wo er denn die 540,- Euro herholt und darüber hinaus muss er uns auch noch die 20,- Euro zurückbezahlen, welche er geklaut hatte. - Wie das geschehen soll, steht da nicht in dem Urteil, ich nehme mal an, der wird uns das nachts in die Küche legen… - Ich schreibe darüber auch nur, da dieses Verfahren in nicht einmal 3 Monaten durchgezogen wurde. Darüber hinaus bleibt auch als bemerkenswert stehen, dass absolut pünktlich die Verhandlung eröffnet wurde und wir nach knapp über 20 Minuten bereits fertig waren. - Letztendlich hat diese, leider neue Pünktlichkeit auch was mit Corona zu tun, da das Gerichtsgebäude nur noch von Personen betreten werden darf, welche eine Vorladung oder einen Termin haben. - Spontaner Publikumsverkehr ist ausgeschlossen, die Leute arbeiten ihren Stremel ab und schon gelingt Pünktlichkeit. - Ich erinnere mich noch sehr gut an andere Gerichtstermine, da ich früher öfter mal als Übersetzer fungiert habe. So wartete man oft stundenlang auf eine Verhandlung oder angesetzte Befragung. Oder auch nur auf eine Auskunft und im Gebäude selbst, wimmelte es nur so von Publikum, welches wegen irgendwelchen Anliegen fragend und wirr durchs Gebäude zog. - Ähnliches habe ich auch schon im Inselkrankenhaus erlebt. Termin 10:00 Uhr, nicht zu spät kommen, aber auch nicht zu früh, hieß es noch bei der telefonischen Vergabe des Termins und um 09:59 öffnete sich die entsprechende Tür zum Behandlungsraum und mein Name wurde durch einen fast leeren Gang gerufen. - Wenn man das in die spätere "normale Normalität" mit rüberretten könnte, dann wäre doch auch was gewonnen. - Ich bleibe halt ein ewiger Träumer und suche selbst in Pandemien noch erfreuliche Entwicklungen.

Eher Nachrichtencharakter hat dann noch die neueste Entwicklung auf dem vulkanischen Sektor unter der Insel La Palma. - Auch vor etwa drei Monaten gab es bereits einen Vorfall mit über 150 seismischen Ereignissen in ein paar Tagen, der nach einer Woche abrupt endete. - Ganz normal für eine vulkanisch aktive Zone über einem Hotspot, aber eben auffällig für die Region, da wir keine kontinuierliche seismische Aktivität unter La Palma feststellen können. Sondern immer nur aktive Schübe erfassen können, welche in unterschiedlichen zeitlichen Abständen bunte Punkte auf Grafiken hinterlassen. - Spürbar für Menschen sind diese Schwarmbeben meist nicht. - Stärken zwischen 1 und 2,5 und dann finden die auch noch in Tiefen zwischen 20 und 40 Kilometern statt, also nur was für empfindliche Messinstrumente. - Manchmal kann man im Vorfeld solcher Beben noch eine Veränderung der Gasemissionen feststellen und hier gab es seit Juli dieses Jahres bereits deutliche Erhöhungen bei den Werten des gemessenen CO2. - Es tut sich halt wieder mal was, ganz tief unter unseren Füßen und seit heute Nacht rumpelt es erneut unter der Insel, konkreter wieder unter der Cumbre Vieja, also der Südflanke der Insel. - Ein bisschen stärker im Schnitt, als noch im Juli, aber ein bisschen tiefer. Wenn man das mal so lapidar nach einer oberflächlichen Beobachtung der ersten Tabellen des Nationalen Geografischen Institutes zusammenfassen will. - Nach aller Erfahrung geht solch ein seismischer Zyklus noch weiter über mehrere Tage, aber so lange will ich nicht an der Kiste sitzen und die neuesten Grafiken der Geologen abwarten. - Das vierte Schwarmbeben seit dem Jahr 2017, davor war es jahrzehntelang, seit Ende der siebziger Jahre, komplett ruhig. - Unter La Palma rumpelt es wieder mal und man kann uns Mainstreamschlafschafen ja erneut den Vorwurf machen: Würdet ihr nicht messen oder testen, dann bekäme keiner was mit. - Stimmt, sagte der Vogelstrauß.


Das vierte Schwarmbeben unter La Palma seit dem Jahr 2017

31 Beben zählt man unter der Insel seit 00:00 Uhr am 09.10.2020 Grafik vom IGN Instituto Geográfico National


Guayota La Palma noch vor den Beben am heutigen Morgen

Der monatliche "Nutri-Score" der Insel La Palma. - Hier ein paar Tage vor den heutigen Beben. - Auffällig dabei die, etwa um den Faktor 3 erhöhte Ausgasung von CO2. - Diese Grafiken, das "Guayota" wird seit dem letzten Schwarmbeben monatlich vom "Involcan" Instituto Volcanológico de Canarias erstellt.


Petroglyphen, Steinritzungen auf La Palma, hier in der Fundstätte La Fajana bei El Paso

Hier ein Beispiel. Interessanter und gemeißelter Zeitvertreib der Ureinwohner der Insel La Palma, meist hinter Gitterstäben verborgen. Hier bei La Fajana hinter dem Friedhof El Pasos


Am 9.10.2020 zählt La Palma 3 aktive Fälle Covid19

3 aktive Fälle meldet das Gobierno de Canarias für La Palma am heutigen Tag. - Nur noch die Gemeinde Breña Alta hat eine höhere sieben-Tage-Inzidenz als 0. - Dort liegt sie bei 13,8 und es handelt sich um einen alten Herren aus Venezuela, welcher im Inselkrankenhaus liegt. Grafik vom Gobierno de Canarias


Sieben-Tage-Inzidenz der Kanarischen Inseln am 9.10.2020. - Die Zahlen stammen vom staatichen Gesundheitsministerium

41,10 für heute, damit unterschreiten die Kanarischen Inseln den vierten Tag hintereinander die geforderte Maximalzahl von 50 Neuinfektionen in der Woche pro 100.000 Einwohner. - Grafik vom Gesundheitsministerium, Ministerio de Sanidad, Consumo y Bienestar Social


Es wäre absolut veganer Kompost.  Aber er erhält Spuren an Schweiß und Blut...

Andere fotografieren ihren Porsche. - Präkompostis halten es da eher mit ihrem Haufen... Enthielte er nicht Unmengen meines Schweißes und manchen Tropfen Blut, dann wäre das veganer Kompost.






Montag 05.10.2020 El Paso 17.30 Uhr




Wieder unter 50 angekommen, nun muss nur noch einer in Deutschland darauf reagieren...





Montag 21.09 2020 El Paso 12:30 Uhr

Brot und Zahlenspiele
Spaß ist, wenn man trotzdem kommt


Was, du hast Einnahmen im September gehabt? - Bist du wahnsinnig? - Dann müssen wir ja wieder den vollen Beitrag bei der Sozialversicherung anmelden! - In gewissen Zeiten kann man Steuerberater sogar noch mit eigentlich Alltäglichem überraschen und mal sehen, wenn ich dem sage, dass wir vielleicht sogar im Oktober eine Vermietung haben. - Man gewöhnt sich wirklich an Alles, wobei ich schon froh bin, nach fünf Monaten mal wieder was verdient zu haben. - So ein bisschen haben wir das auch der Condor zu verdanken, welche inzwischen einen ganz eigenen Stil an Gabelflügen entwickelt hat und La Palma mal nicht der vierte Zinken am Dreizack ist. - Im Gegenteil, unsere abreisenden Gäste konnten uns melden, dass man Leute von den anderen Inseln per Binter nach La Palma geflogen hat um dann von hier aus den Heimflug ins Land der Minderinfizierten angetreten hat. - Dennoch war die Maschine nicht ganz voll und das, obwohl man bereits von der ursprünglichen angesagten 757 über den 321er auf einen 320 abgespeckt hatte. - Ich nehme mal an, Sie sind in der Lage, diese Zahlencodes zu entschlüsseln, sind wir doch alle Spezialisten für Zahlenspiele und semikryptische Anwendungen von Grafiken und Zahlenkolonnen geworden. - Aber dazu später im Text mehr. - Zunächst noch der Ablauf der Corona-Tests in Düsseldorf, zügig, wenn man nicht aus der letzten Reihe des Fliegers kommt und zumindest unsere Gäste hatten bereits am nächsten Vormittag ihre negativen Einträge über das Internet abrufen können. - Aber das soll sich ja auch in den kommenden Wochen bereits wieder ändern, das mit den Abläufen und wer wann und wie lange in Quarantäne muss oder gar nicht und warum nach den Leerverkäufen jetzt die Wetten auf das West-Nil-Fieber bereits angenommen werden.

Leerverkäufe, so sieht das auch hier auf La Palma seit geraumer Weile bereits aus. - Die Reihen lichten sich, zumindest in Sachen tourismusverwandter Betriebe und dazu gehören natürlich auch die Gastronomie und der Einzelhandel. - Eigentlich kennen wir das schon aus dem Jahr 2008, nach dem Lehman-Virus, nur damals gab es noch keine Kurzarbeit, hier "kurz" ERTE genannt. - Damals war noch alles "ERE", also gleich auf die Straße und was ein großes T doch alles bewirken kann. - Aber auch diese große Letter ist ja nur geborgte Zeit und so nagt der Zahn dieser gewaltig an Erspartem, Geliehenem und besonders auch an dem guten Glauben, es würde schon bald wieder besser. - Wird es ja auch, garantiert, allerdings müssen wir dem "bald" eine gewissen Dynamik überlassen, welche nicht in Zeiträumen zu diktieren scheint. - Langsam verschwinden ja auch wieder die Gäste vom Festland und den anderen Kanareninseln, die Schule hat wieder begonnen, traditionelle Ferienzeit in Spanien ist vorbei, also hängen wir bald nur noch am Tropf der zwei, manchmal sogar drei "halben Condor", welche uns Gäste auf die Insel bringen. - Über Madrid trauen sich viele nicht zu fliegen, es gibt ja neben der Quarantäne-Angst auch noch einen echten Grund, warum die ganze Chose veranstaltet wird, auch wenn einem viele einzelne Punkte so gar nicht mehr logisch erscheinen wollen.

Ich weiß nicht, ob es so klug war von Pedro Sánchez, den Kampf gegen das virale Virus den Autonomen Regionen zu überlassen. - Für ihn schon, denn wirklich richtig kann man ja im Moment gar nichts machen und einen generellen Einschluss, der so gerne "Lockdown" genannt wird, der kommt für Pedro auch nicht mehr in Frage. - Also wirbeln die regionalen Kaziken, die Landesfürsten nach Guten und Dünken umher und während Pedro Sánchez zumindest noch die Intelligenz besaß, zu wissen, dass er nicht genug weiß, und Entscheidungen an Fachleute abgegeben hat, sitzen wir inzwischen im Paddelboot mit Süßwasserkapitänen, welche bislang nur Preisverleihungen und Subventionsumlagerungen beherrschen mussten. - Selbst ich werde da inzwischen ein bisschen ungehaltener, aber wenn selbst ein Markus Söder Dinge bereits wieder bereut, die wir noch nicht einmal angedacht haben, dann bleibt auch immer weniger Raum, für salbungsvolles Wohlwollen. - Ich denke eben dabei an die angebotenen oder gar verordneten PCR-Tests bei Wiedereinreise. - Hier fangen wir an darüber zu reden, solche Tests bei Einreise zu verlangen, allerdings warten wir immer noch auf einen Deppen, der sich bei der Frage, wer das bezahlen soll, nicht gleich hinsetzt. - Also gibt es diese Tests bislang nur als Gedankenspiel und Machterhaltungsargument, wobei wir ja nicht einmal die richtigen Fragen dazu gestellt haben. - Wir sollten den internationalen Gästen Tests bei Abreise zur Verfügung stellen, damit diese bei Wiedereinreise in ihr Land nicht in Quarantäne müssen oder eben erst den Test machen. - Aber wer das bezahlen soll, das wird noch schwieriger zu erklären sein. - Den Hauptgrund allerdings, warum diese, leider in Spanien doch heftig und rundum stattfindenden "Zweite Welle" so gewaltig auftaucht: Wir testen untereinander nicht, also alles, was aus Madrid kommt, Barcelona oder Gran Canaria und Tenerife, wird überhaupt nicht getestet und auch nicht einmal angedacht und da liegt das eigentliche Versagen.

So kommen wir nun allmählich auch zu den Zahlen. Eigentlich ist es kognitiv nicht wirklich nachvollziehbar, wie man denn PCR-Tests von Gästen aus Düsseldorf fordern will, gleichzeitig aber Passagiere aus Flugzeugen aus Madrid oder Gran Canaria nicht mal gedanklich testen will. Dabei haben internationale Gäste nicht aus kleinen Clustern hier eine "Zweite Welle" losgetreten, welche die Zahl der Infizierten die aus dem April sogar übersteigen lässt. - Und das, obwohl die Zahlen für jeden sichtbar auf dem Monitor liegen. - Erst jetzt, Wochen nachdem die Kanaren international viral geächtet wurden, meldet sich der Inselpräsident Tenerifes, man solle doch zukünftig die Inseln einzeln bewerten und nicht die Kanaren als Gesamtheit verurteilen. - Dabei sähe La Palma glänzend aus, weit weg von der bösen Zahl 50, welche sich ja hinter dem hiesigen Kürzel IA (Incidencia acumulada) versteckt. - Sie wissen schon, was ich meine, frisch, frank und frei Infizierte pro 100.000 Einwohner in einer Woche und da liegen 12 von 14 palmerischen Gemeinden bei 0,0 und die beiden meistbetroffenen, Santa Cruz und Breña Baja, bei 6,3 respektive 13,8. (Las Palmas, Hauptstadt Gran Canarias, 169,7 Stand jeweils 20.9. gegen Mittag) - Aber auch wir sind Risikogebiet und dabei fielen mir persönlich viele Risiken ein, nicht aber das, sich auf La Palma mit Covid-19 zu infizieren. - Nun weiß ich nicht, ob es an unserem Kadavergehorsam gegenüber der Einheit der Kanarischen Inseln liegt, an mangelnder Sensibilität seitens der Behörden der Gäste spendenden Länder, oder an der Unfähigkeit, unserer lokalen Politiker, welche nicht, oder sehr spät erst darauf kommen, die Dinge differenziert zu betrachten. - Kadavergehorsam könnte ich noch irgendwie verstehen, das hat wenigstens eine moralische oder gar ethische Fußnote, aber alles andere ist einfach nur bescheuert bis nicht mehr als fahrlässig zu entschuldigen. - Dabei muss ich inzwischen auch den, sonst von mir immer hoch gelobten Tourismusrat der Insel Raúl Camacho kritisieren. - Ich kann verstehen, dass er seinen Parteikollegen und in Schockstarre befindlichen Inselpräsidenten Mariano Hernández Zapata nicht in die Pfanne hauen will, aber manchmal bedeutet, sich vor jemanden zu stellen auch die Pflicht, Führung zu übernehmen. - Aber das scheint so das Problem der "Neuen PP" zu sein, in der Regierung noch unfähiger, als in der Opposition und generell die falschen Leute an den richtigen Plätzen. - Verzeih mir bitte Raúl, aber diese Kollegen hast du nicht verdient. - Hat denn überhaupt mal jemand daran gedacht, den scharfrichtenden Behörden anderer Länder in Sachen Risikogebiet zu erklären, dass es zwischen den 7 bis 8 Kanarischen Inseln reichlich Wasser gibt? - Insgesamt sinkt inzwischen auch für "Großkanarien" die "IA" wieder, nachdem wir vor knapp zwei Wochen fast die Einhundert gecrasht hätten. - Von unten natürlich, jetzt sind wir bei 61 und Zerquetschte, mit weiter sinkender Tendenz. - Allerdings steigen die Zahlen der Einlieferungen in Intensivbetten und leider steigt auch, wie bereits befürchtet, die Zahl der Toten mit Covid-19 Bezug erneut an. - Die "Zweite Welle" ist halt in der älteren Bevölkerung angekommen und zeigt sich hier weniger kulant als in den Reihen der "Halbstarken".

Wir werden auch diese Krise meistern. - Schon mittelfristig, spätestens nach der ersten Impfung ohne Sputnik wird sich das alles beruhigen und wir können uns dann wieder den dauerhaften und lokalen Problemen widmen, welche Dürre und eventuelle Subventionskürzungen darstellen. - Bis dahin, fragen Sie mich bitte nicht, wann das sein wird, heißt es einfach durchhalten und fantasievoll leere Beutel als halb voll bezeichnen. - Einen Nachtrag zum letzten Feuer in Tijarafe bin ich noch schuldig, nachdem ich, in wohligem Vertrauen an die Leistung der Feuerwehren, dem Brand vom 9.9.2020 keine weitere Chance gegeben habe. - So kam das auch, mehr Schreck als Schaden im zweiten Feuer im Nordwesten diesen Sommer und zu beachten wäre dann im Anschluss die Diskussionen um Evakuierungen. - Die verantwortlichen Autoritäten sind, aus verständlichen Gründen sehr schnell in Sachen Evakuierungen, die Anwohner sehen das meist völlig anders. - Aber man lässt den Leuten nicht mehr wirklich die Wahl und robustes Auftreten der Exekutive lässt dann die Bewohner wohl Folge leisten. - Auf der anderen Seite wissen wir aber aus Erfahrung, dass die Anwohner die besten Feuerwehrleute sind, wenn es um die Verteidigung von Haus und Hof geht. - Nicht nur, weil man eben die Umgebung bestens kennt, sondern eben auch jede Menge Grund hat, sich besonders einzusetzen. - Die Zahlen geben den Einwohnern auch Recht, so verbrannten in den beiden großen Feuern 2012 und 2016 auf der Südwestseite rund um El Paso nur die Häuser und Ställe, welche verlassen wurden. - Dort, wo die Anwohner selbst zu den Schläuchen gegriffen haben, konnte fast das gesamte Eigentum gerettet werden. - Im wahrsten Sinne des Wortes, ein Spiel mit dem Feuer, aber wir werden die Tage nicht vergessen, als die Anwohner des oberen Teils Jedeys ihre gesamte Siedlung retten konnten, obwohl man sie längst evakuieren wollte.

Da gab es auch Katz- und Mausspiele mit der Polizei. Vorne holte man die Leute aus den Häusern, hinten krochen die wieder rein und wässerten dann, zum Teil mit Giftspritzen und Handpumpen die gesamte Umgebung des eigenen Hauses und retteten so ihren Besitz. - Im Norden gingen nun Unterschriftenlisten um, welche genau das forderten, nämlich die Anwohner selbst entscheiden zu lassen, ob sie ihr Haus gegen die Flammen verteidigen wollen oder nicht. - Auch gab es mal vor Jahren einen Vorschlag, die Anwohner mit in den Löschprozess einzubinden, vor allem eben um die Ortskenntnis auszunutzen und sicher auch, um die Wasserleitungen zur Verfügung zu haben. - Was daraus geworden ist, das weiß ich nicht und auch nicht, ob das Vorhaben, bei einem Feuer im Haus bleiben zu dürfen Erfolg haben wird. - Ich glaube, eher nicht, da kein Verantwortlicher diese Entscheidung wirklich zu treffen wagt. - Aber es könnte eben den Königsweg der behördlichen Blindheit geben, die Lokalpolizei hat eh bei den Feuer immer einen anderen Blickwinkel gehabt als die staatlichen Kräfte und vielleicht sollte man das auch ganz genau so sehen. - Ob ich im Falle eines Falles bleiben würde, ich glaube ja, denn mehr besitze ich ja nicht und selbst mit meiner Versicherung wäre wohl niemals der komplette Schaden zu glätten. - Und überhaupt, wer nahe am Wald wohnt oder in der Pampa, der muss sich unbedingt versichern lassen gegen Feuer, alles andere ist auf Zeit gesehen reines Glückspiel.

Spannend war noch das Auftauchen des Polizeikreuzers "Río Segura" am 9. September im Hafen von Tazacorte. - Dieses Schiff ist mit seinen 73 Metern sowieso schon eines der wenigen größeren Fahrzeugen, welche im Hafen von Tazacorte je angelegt haben, allerdings war die begleitete Fracht noch aufregender. - Knapp über eine Tonne Kokain hatte man auf einem kroatischen Segelschiff gefunden und dieses an die 90 Seemeilen westlich La Palmas auf Hoher See übernommen. - Da Tazacorte nächster Hafen war lief man La Palma an, die Drogen allerdings waren wohl für Europa bestimmt. - Drei Besatzungsmitglieder wurden zunächst in Puerto de Tazacorte von Bord geleitet um dann einem Richter vorgeführt zu werden, der ihnen dann die Festnahme erklärte. - Nicht ohne Stolz präsentiert uns die Guardia Civil ein Video der Operation "Falkusa" an der wohl mehrere Länder beteiligt waren. - Man überwachte dieses Segelboot bereits seit Anfang des Jahres als mögliches Transportmedium für Drogen aus Südamerika, aber Corona machte auch hier dem geplanten Ablauf einen deutlichen Strich durch das Vorhaben. - Erst Ende August konnte man so die Drogen wohl vor der westafrikanischen Küste übernehmen, nachdem es im Frühjahr wohl nicht gelungen war, einen sicheren und geeignete Treffpunkt in einem karibischen Hafen zu organisieren. - Hier auf der Insel kommt in solchen Fällen immer sofort eine Geschichte auf, welche so ein bisschen in Richtung Konspiration geht. - Man bastelt eine Verbindung zwischen dem Waldbrand und dem Drogenschmuggel, nach dem Motto, wenn es brennt, ist die Polizei beschäftigt und man kann in Ruhe die Drogen anlanden oder auf die Insel bringen. - Weit weg von jeglicher Realität, aber was bedeutet schon Realität, wenn man schmurucheln kann und krude Geschichten mehr Klicks erwirtschaften als banaler Alltag.

Unser Alltag bedeutet auch wieder, die Schulen haben erneut geöffnet. - Ohne große Probleme hat hier auf La Palma der Unterricht wieder begonnen und wie wir aus unseren kleinen Kreisen erfahren konnten, ist das Tragen der Masken für die allermeisten Schüler überhaupt kein Problem. - Die gewöhnen sich ganz schnell daran und wenn es mal hakt und so ein Ding verrutscht oder verschwindet, dann haben die Schulen schnell Ersatz und weiter geht es. - Aus der Presse konnten wir noch entnehmen, dass eine Lehrerin in Santa Cruz wohl deutlich mehr Probleme mit der Maske hatte als die Schüler. Diese Lehrkraft wollte einfach keine Maske tragen, wurde wohl mehrfach dazu aufgefordert und schließlich sogar von der Polizei von der Schule geführt. - Aus der Presse entnehmen wir das und weiter, sie wäre wohl Asthmatikerin, hätte aber kein gültiges Attest, also wäre der Unterricht für sie beendet. - Ob das so rundum stimmt, das wissen wir natürlich nicht, je mehr soziale Medien darüber berichten, um so unklarer wird die Geschichte, allerdings fürchte ich mal, dass wir da noch weiter zu hören bekommen werden. - So wichtig ist es, die Schule wieder den Alltag strukturieren zu lassen, nach den vielen Monaten ohne präsenten Unterricht ist es höchste Zeit geworden, wieder an unseren "besten Stücken" weitere Versuche zu unternehmen, diese mit Bildung zu füllen und irgendwie auf die Zukunft vorzubereiten. - Aus Tenerife meldet man noch, zwei Klassen aus zwei unterschiedlichen Schulen müssten die kommenden 14 Tage zu Hause bleiben. - Es war jeweils ein positiver Befund der Reihenuntersuchungen auf Covid-19 bei den Schülern der Klassen aufgetaucht. - Die Quarantäne gelte allerdings nur für die Schüler, nicht für die Familienmitglieder, die sollten weiterhin ihrem normalen Leben nachgehen. - OK, so erfahren wir, wie das bei uns gehandhabt wird und mal abwarten, ob diese Maßnahmen genügen um die "Zweite Welle" bald man auslaufen zu lassen.

Von der Wasserfront gibt es Entspannung zu melden, auch weil nun die Hitzeperioden wohl endgültig für diesen Sommer vorüber scheinen. - Die beiden Brunnen nahe der Hauptstadt pumpen weiterhin mit voller Kraft und sorgen tatsächlich für etwas Beruhigung in der Landwirtschaft. - So liefert auch die Gießergemeinschaft in El Paso wieder ziemlich regelmäßig Wasser, allerdings muss man auf eine Nachricht für seine Nachbarschaft warten in der es dann heißt, den bestimmten Tag könne man zwischen X und Y Uhr Wasser entnehmen. - Seitens der Inselregierung will man nun den, so genannten "Túnel de Trasvase" sanieren und besser gegen Verluste sichern, nachdem man bei der letzten Begehung deutliche Alterungsspuren festgestellt hat. - Eine Gruppe Landwirte fordert nun, man solle den, ja bislang nur angefangenen Tunnel doch wirklich fertigstellen, damit eventuelles Überschusswasser aus dem Osten der Insel einfacher und vor allem in größerer Kapazität in den Westen gebracht werden könnte. - Als "Nebenprodukt" würde natürlich dabei gleichzeitig das weitere Anbohren der großen Wasserblase anfallen und man leichter auf diese Reserve zugreifen können. - Die Inselregierung und damit der Wasserrat ist dagegen, ob aus wirklicher Sorge vor einem zu schnellen Leeren der Wasservorräte oder ob wirtschaftliche Interessen dagegen sprechen, das mag ich nicht konkret zu benennen. - Am Mittwoch könnte es sogar bei uns auf der Westseite ein bisschen regnen, allerdings sind sich da die Wetterdienste noch überhaupt nicht einig. - Warten wir es ab, eine frühe "Husche" könnte uns gut tun und wir sind doch eigentlich frohgemut der Meinung, das ist noch nicht der Klimawandel, sondern nur Wetterkapriolen mit schlechten Witzen in Sachen Trockenheit der letzten Jahre. - Darüber hinaus hat doch unser Nachbar tagelang sein Dach für einen regenreichen Winter hergerichtet, also muss es doch diesen Winter endlich mal wieder ordentlich regnen hier im Tal.




Das sind die Zahlen vom 18.9.2020, hier liegen wir nur noch knapp über der
magischen Fünfzig.





Das war der Höchststand in Sachen Kanarische Inseln, 08.09.2020 allerdings haben wir die Einhundert nie gerissen. - Man kann aber gut sehen, wie wir uns bereits wieder "runtergearbeitet" haben.

Diese Grafiken stammen vom Gesundheitsministerium





Mittwoch 09.09 2020 El Paso 09:30 Uhr

Stabile Unkontrolle
Die haben die Sache aber im Griff


Kaum noch Rauch zieht über den Caldera-Rand und offene Feuer sind wohl auch nicht mehr zu sehen. - In den späten Abendstunden hat man den Brand noch auf die Stufe 2 erhoben, wohl eher aus organisatorischen Gründen. - Nun ist das Gobierno de Canarias zuständig und wie wir bereits aus guter Erfahrung wissen, damit sind auch wieder Profis am Werk, welche genau dieses Handwerk gelernt haben. - Noch in den frühen Morgenstunden hat dann auch die, speziell für diesen Zweck aufgestellte Einheit der UME (Unidad Militar de Emergencias) eingegriffen, welche auf einem Schiff zusammen mit weiteren Hilfskräften aus Tenerife zu uns geschickt wurden. - Das Wetter hält bislang, kaum Wind in der Zone, auch wenn im Aridanetal bereits wieder Fallwinde auftauchen, mit denen muss im Raum Tijarafe nicht gerechnet werden. - Allerdings fürchtet man dennoch plötzliche Böen und ist so weiter extrem vorsichtig. - Eingegrenzt, stabilisiert, so bezeichnet man den aktuellen Stand in Sachen Brandbekämpfung und es ist anzunehmen, dass man im Laufe des heutigen Tages, auch mit der Vielzahl der vorhandenen Hubschrauber die Lage noch deutlicher in den Griff bekommt. - Unter 100 Hektar betroffene Fläche, so viel konnte man noch erfahren und wie es scheint, haben erneut wunderbare Profis und viele Helfer es geschafft, eine echte Bedrohung für die Insel La Palma durch harte Arbeit abzuwenden. - Danke. - Auch erwarten wir ein Absinken der Temperaturen im Laufe des Tages und ab morgen sogar wieder Zuzug kühler Meeresluft weit aus dem Norden, also lehne ich mich mal so weit aus dem Fenster, ich werde keine weitere "Sondermeldung" dazu herausgeben müssen.



Dienstag 08.09 2020 El Paso 20:30 Uhr

Deutlich geringere Rauchentwicklung
Gefahr allerdings noch nicht gebannt


Nur noch kurz können die Hubschrauber fliegen, dann müssen die Leute vom Boden aus die Nacht über alleine arbeiten. - Es sieht allerdings gut aus bislang, dennoch hat man die UME, also die Soldaten für Notfalleinsätze auf Tenerife alarmiert. - Ob die nun tatsächlich kommen oder kommen müssen, das kann ich nicht sagen. - Von uns aus erkennt man deutlich weniger Rauch und es scheint, die bis zu 9 avisierten Hubschrauber haben hervorragende Arbeit geleistet. - Der Wind ist praktisch nicht vorhanden und zumindest im Tal weht ein zarter Hauch vom Meer den Eindruck von Abkühlung hinauf. - Allerdings fürchte ich mal, dort wo das Feuer ist, kommt diese kleine "Sommerfrische" nicht an. - Wir haben die Webcam in Richtung Norden gedreht, allerdings ist das natürlich sehr weit weg und vielleicht ist es ja nur gut, wenn man nachts nichts erkennen kann. Wir sind guter Dinge, allerdings scheut gebranntes Kind jegliche verfrühte Euphorie.


Twitter der 112 Canarias


Facebook der I.A.E. Canarias



Dienstag 08.09 2020 El Paso 18:30 Uhr

Geht die ganze Scheiße wieder von vorne los?
Feuer in El Jesús oberhalb Tijarafe


Gegen 16:00 Uhr hat man ein Feuer im Ortsteil El Jesús oberhalb Tijarafes entdeckt. - Schnell aktivierte man die Brif (Brigadas de Refuerzo de Incendios Forestales) mit den beiden Helikoptern Bell 212 in Puntagorda und den Sokol, welcher an unserem Flughafen stationiert ist. - Weiter kommt ein Hubschrauber aus La Gomera und der dicke Kamov aus Tenerife. - Man versucht unbedingt das Übergreifen der Flammen in den Barranco Jurado zu verhindern und möchte das noch mit Hilfe der Helikopter bei Tageslicht schaffen. - Positiv ist, es geht kein Wind, negativ wirken sich die starke Hitze und die kaum noch messbare Luftfeuchtigkeit aus. - Noch ist das Feuer nicht von Stufe 1 (lokales Ereignis) zu Stufe 2 (regionales Problem) hochgestuft worden, allerdings ist das Feuer nahe höchst problematischer orografischer Zonen ausgebrochen und nicht weit vom Nationalpark entfernt. - HIER kann man weitere Neuigkeiten erfahren.


Feuer gegen Nachmittag ausgebrochen bei El Jesus oberhalb Tijarafes

Von unserem Standort aus. El Paso, Tajuya, gegen 18:30 Uhr Richtung Norden.





Dienstag 08.09 2020 El Paso

Dünnhäutig oder dickfellig
Amnesie oder Amnestie


"Ob es wohl gelingen wird, nach der Virus-Krise, die Corona-Leugner wieder zu resozialisieren?" - "Wie meinen Sie das denn? - Nach welcher Krise denn überhaupt und wann?" - "Na wenn der Welfenprinz erst Kaiser ist und Attila Reichskanzler natürlich…" - Ein Freund, obwohl keines Wortes der Deutschen Sprache mächtig, brachte mich aus der Gefahrenzone, er ahnte richtig, dass es gleich handgreiflich werden könnte. - Natürlich habe ich gestichelt und provoziert und ich gebe zu, dass ich mich immer über alles und jeden lustig mache, mich eingeschlossen. - Ja, ich habe deswegen schön öfter im Leben nicht nur "eins auf die Schnauze" bekommen, manchmal hatte ich es verdient, meist allerdings haben wir alle kräftig über uns selbst gelacht. - Das scheint uns im Moment so ein bisschen verloren gegangen zu sein. - Gut, manche hatten noch nie wirklich Humor und dann kommt halt noch hinzu, dass es jedem wohl selbst überlassen ist und bleibt, Dinge lustig zu finden, oder auch nicht. - Und ich finde den Gedanken lustig: Der Prügelprinz ist neuer Kaiser und Attila Reichskanzler und als erstes werden die Pommes Rot/Weiß verboten und nur noch Erdapfelbrät mit Mostrich serviert. - Lustig, weil es eben nie passieren wird und wir eigentlich ganz andere Probleme haben, als uns gegenseitig den Glauben an die Wissenschaft oder den Glauben an den Glauben vor und zurück zu werfen. - Ich biete da einen Waffenstillstand an. Jeder respektiert den Glauben, das Wissen oder das Besserwissen des Anderen, wir reden wieder über Fußball und andere Nichtigkeiten, halten uns aber an Mehrheitsentscheidungen, bis wir dieses widerliche Stück Virus in unsere Schranken verwiesen haben. - Schließlich müssen wir ja nach Corona auch wieder miteinander leben, ja sogar reden und vielleicht sogar miteinander Geschäfte machen. - Also jetzt ich nicht unbedingt mehr, ich bin schon drüber, sagt meine Frau, aber so generell... Da wäre es doch doof mit dumm und dusselig, wenn wir uns alle vor der Revolution bereits so furchtbar anschreien, dass wir hinterher überhaupt nicht mehr miteinander reden wollen. - Mir gehen auch ein bisschen die Bekannten aus, wer will schon mit einem bekennenden Mainstreamer gesehen werden… Also, machen Sie mit? - Keiner missioniert den anderen, niemand spielt Zeuge Coronas und vor allem muss der Ton zwischen den Menschen wieder respektvoller werden. - In beide Richtungen, auch wenn es vielleicht schwer fällt. Wir sind jetzt alle ganz verständnisvoll und lassen jedem Jecken seine eigene Welt, respektieren aber die Regeln der Legislative, auch wenn diese von schlafenden Schafen gestützt wird. - Schlafende Schafe sind mir übrigens näher, als wache Wölfe… - Und Nazis und deren Surrogate? - Natürlich ausgenommen, aber was haben Nazis denn schon mit Corona-Skeptikern gemein und Menschen mit Angst, wie es weitergeht? - Ich gehe halt einfach mal davon aus, dass die Nazis sich neben Corona-Skeptiker gestellt haben und nicht umgekehrt.

Es regnet gerade, allerdings nicht als brauchbarer Niederschlag für die durstige Krume, sondern als Betriebsunfall des kommenden Calima. - Wir sind wettertechnisch wieder mal im "Nichts" und in den kommenden Tagen schiebt sich erneut ein Nordatlantik beherrschendes Hoch als Barriere zwischen uns und die frische Luft des Nordens. - Unsere "Klimaanlage" wird somit erneut ausgeschaltet für ein paar Tage und wir müssen den "Mief" unserer eigentlichen Breiten atmen und fühlen, Bruder Afrika und Schwesterchen Sahara kommen wieder zu Besuch. - Letztes Aufbegehren des, durchaus heißen Sommers, auch wenn wir nur noch Mitte der dreißig Grad nach Luft japsen werden und die Zahl vierzig nur noch vom Hörensagen vernehmen. - Aber wieder gilt: Aufpassen, bloß keinen Scheiß bauen mit Feuer, noch mal wollen wir den ganzen Kram nicht haben, auch wenn die klasse Arbeit geleistet haben beim Feuer Ende August. - Für die USA heißt es ja, kräftige Hurrikan-Saison, mal sehen, ob wir dann von denen, als abschwächte Version als Sturmtief über den Atlantik nach Osten ziehend etwas Regen abbekommen. - Auch immer bedenken, vorsichtig Auto fahren, wenn es so ein bisschen nass wird auf unseren Straßen. - Es herrscht allerhöchste Schleudergefahr, da es so selten regnet und sich dann bei Feuchtigkeit auf dem Asphalt eine wahre Schmierschicht bildet.

Zum Thema Wetter bleibt das mit der Dürre stehen und man lässt nun die beiden Brunnen bei Santa Cruz bis zum Anschlag pumpen und bereitet die Wiederinbetriebnahme eines weiteren Brunnen in Puntagorda vor. - Ob das reicht, wir wissen es noch nicht, sind aber guter Hoffnung, da zum Beispiel die "Comunidad de Regantes de El Paso" (Gießergemeinschaft El Pasos) inzwischen wieder mit mehr Regelmäßigkeit Wasser durch ihre Leitungen schickt. - Allerdings muss man bei denen anrufen und Wasser "bestellen" und dann kommt, ein paar Tage später, oder auch mal zwei Wochen, jemand vorbei und erklärt den Nachbarn, jetzt könnt ihr für eine Stunden Wasser aufdrehen. - Das ist momentan Notwendigkeit, da so viele, welche an das System der "Comunidad de Regantes" angeschlossen sind, permanent versuchen Wasser aus den Leitungen zu zapfen und die Hähne andauernd offen lassen. - Das führt allerdings dazu, dass bei partiellen Öffnungen der Druck sofort komplett wieder abfällt und es bei einigen zwar tröpfelt, aber so gut wie niemand einen ordentlichen Strahl Wasser durch die Leitung bekommt. - So lindern wir die größte Wassernot in dem wir noch mehr Wasser aus dem Untergrund fördern und setzen voll und ganz darauf, dass der Guiri für dieses Jahr mal Recht behält und es endlich wieder ordentlich regnet. - Auch auf der Westseite natürlich und vielleicht wachsen ja dann auch plötzlich die Haare wieder, sollte natürlicher Niederschlag die Kopfhaut mit Regentropfentrommelwirbel animieren.

Der Hafen von Tazacorte hat wieder mal ein internationales Schiff begrüßen dürfen. Wobei man zugeben muss, dass dieses Mal die neue Hafenmole sogar ein bisschen zu groß geraten war. - Auch waren die Reisenden nicht wirklich willkommen und passen nicht so ganz in den vorgefassten Wunschrahmen eines sozialproduktiven Reisegastes. - "Cayucos" und "Pateras" nennen wir diese robusten Fischerboote aus Westafrika und in dem, für La Palma ungewöhnlichen Gefährt, saßen 24 Menschen, welche sich auf dem Weg ins Paradies sicherlich ein bisschen verfahren hatten. - Alle paar Jahre kommt es vor, dass auch bei uns, der Afrika am weitesten entfernten Kanareninsel, solch ein Boot mit Flüchtlingen landet. - Dabei fragen sich viele, wie es denn kommen kann, dass solch ein kleines Boot unbeobachtet an den anderen Inseln vorbei bis zu uns gelangen kann und dann auch noch auf der "Leeseite Afrikas" anlandet. - Es geht dann oft und schnell die Geschichte von dem "Flüchtlingsmutterschiff" um, welches zu nächtlicher Zeit und nicht weit von den Inseln entfernt kleine Boote zu Wasser lässt, um dann den Flüchtlingen den Weg auf eine der Insel schneller zu ermöglichen. - Das weiß man aber nicht so genau, konnte auch in den vielen Jahren "Migrationstourismus" nie einen belastbaren Zeugen, geschweige denn, ein solches Mutterschiff beobachten. - Kann natürlich auch sein, dass der eine oder andere Fischer aus einem westafrikanischen Land, ein oder zwei solcher Boote mit an Bord hat um sein Einkommen zu verbessern, aber diese Methode eher eine Ausnahme darstellt und nicht das alltägliche Schleppergeschäft ausmacht. - Am Wochenende waren es insgesamt etwas mehr als 150 Menschen, welche per Boot auf die Kanaren flüchteten oder noch vor der Küste der Inseln gerettet wurden.

Als Korridor nach Europa kennen wir die Kanaren ja bereits und es scheint Wellenbewegungen zu geben, wo und auf welche Weise denn die Routen belegt werden. - Auf jeden Fall kommen diese Migranten momentan zur Unzeit, wenn es denn überhaupt mal einen Zeitpunkt geben könnte der opportun wäre, wenn Menschen an die Tür klopfen um das zu erbitten, was der hinter der Tür als selbstverständlich und sein Recht ansieht. - Die Stimmung im Lande ist nicht so wirklich auf der samaritanischen Harmonielehre gezupft, hat man doch den Kopf voller eigener Sorgen und Zukunftsängsten. - So kommt der Vorschlag aus Madrid, doch die vielen Flüchtlinge der letzten Wochen in leer stehenden touristischen Anlangen unterzubringen, nicht bei allen Beobachtern gut an. Es machen bereits alternativ bewahrheitete Bilder in den, vielleicht sozialen Medien die Runde, auf denen feiernde dunkelhäutige Menschen am Hotelpool und der Bar fröhliche Späße machen. - Auf der anderen Seite gibt es auch Stimmen welche erklären, diese Leute haben uns momentan den Arbeitsplatz gerettet, wir wären sonst bereits wieder in "ERTE" geschickt worden, also in Kurzarbeit. - Dauerhaft soll das sowieso nicht sein, eben nur so lange es ein gewisses Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage in Sachen Hotelbetten gibt und da nun in ein paar Tagen auch die Schule hier wieder anfängt, vielleicht zumindest, verlässt uns damit dann auch wieder der nationale Tourismus. - Die Leute sind mindestens gereizt und seitens der regionalen Politik ist man auch nicht wirklich in der Lage, gedanklich Schutzräume aufzubauen. - Unsere 24 Flüchtlinge hier, die sind die erste Nacht in einem Zelt im Hafen von Tazacorte geblieben, nachdem alle einen negativen PCR-Test auf Covid-19 abgeliefert hatten. - Wie es jetzt weitergeht und wann die Leute wohl in eine Aufnahmestelle für Migranten auf eine andere Insel gebracht werden, das ist noch nicht ganz klar. - Aber auch ganz ohne klammheimliche Freude bin ich zufrieden, dass keiner von den so überraschend angereisten Gästen aus Afrika das Virus in sich trägt. - Also weder internationale Urlaubsgäste noch Migranten oder Asylanten können wir für unser virales Problem verantwortlich machen, so ein Pech aber auch.

Wir kommen auch nicht herum uns mit den horrenden Infektionszahlen zu beschäftigen, welche ja schließlich, wenn auch mit deutlicher Verzögerung seitens der deutschen Behörden von mehr als einer Woche dazu geführt haben, die Kanaren nun auch als Risikogebiet einzustufen. - Inzwischen liegen wir bei knapp unter 100 Neuinfektionen von Covid-19 pro Woche und 100.000 Einwohnern und doppeln damit die von Deutschland geforderte Maximalrate deutlich. - Zudem waren wir an die 10 Tage lang bereits über der Marke und auch über den Werten der Balearen, wobei diese Inselgruppe längst als Risikogebiet eingestuft war, wir aber noch nicht. - Viele hofften hier auch darauf, dass man uns anderes bewerten wird, da ja das "coronale" Geschehen sich zum allergrößten Teil und Ausmaß auf die Hauptstadt der Insel Gran Canarias beschränkt. - Zumindest meldet man von dort haarsträubende Werte, welche weit über dem Geschehen aus dem März und April liegen, wenn auch mit deutlich weniger schweren Fällen und Toten. - Nähme man nun Gran Canaria, oder eben auch nur die Hauptstadt Las Palmas aus der Zählung der Kanarischen Inseln heraus, dann sähen unsere Zahlen deutlich besser aus und manch ein Zeitgenosse aus der touristischen Branche schielt neidisch nach Kroatien, wo es gelungen ist, Städte und kleine Regionen zu Krisengebieten zu erklären, nicht aber die gesamte Küste. - Fehlender Mut oder Können seitens unserer Regionalregierung? - Schwer zu sagen, aber auch unser Inselpräsident macht keinen besonders aktiven Eindruck, hätte man doch einfach mal nach Deutschland oder Brüssel reisen können, mit unseren Zahlen im Gepäck und Matzeraths Trommel im Anschlag und als Inselvater wirken und trommeln können. - Vielleicht hätten die ihn ausgelacht, könnte schon sein, allerdings würden wir ihn dann als echten "Presidente" ehren, Titel, den er sich aus eigenem Antrieb bislang noch nicht wirklich verdienen konnte.

Allerdings hinterlässt auch Ángel Torres als Oberkanare keinen wirklich guten Eindruck im Moment. - Sicher fällt es nicht leicht im Moment, einen stimmigen Kurs zu setzen, aber regieren komplett auf reagieren umzustellen, ist dann auch nicht probat. - Eine wirkliche Strategie ist nicht zu erkennen und der eiserne Wille, möglichst bald den anreisenden Gästen noch am Flughafen das Wattestäbchen in die Nase rammen zu wollen, darf mindestens als fragwürdig angesehen werden. - Schließlich sind anreisende internationale Gäste doch nicht unser Problem, sondern maskenmüde Halbstarke mit ethylisch gepimptem kognitven Nullfaktor. - Und die werden dann nicht krank, sondern nur "positiv" und lähmen damit mehr als ein ganzes Land. - Allerdings zieht sich leider auch schon wieder eine ansteigende "Welle" an schweren Erkrankungen und Todesfällen durch die Statistik, auch wenn sich diese Balken der Grafiken bei weitem noch nicht so wie im März und April gebogen haben. - Smart, pfiffig oder einfach nur sinnvoll wäre es ja eher, dem abreisenden Gast nach Mitteleuropa in den letzten beiden Tagen einen PCR-Test als Abschiedsgeschenk zu überreichen, damit die nicht in Quarantäne müssen und die Kanaren als vorbildliches Urlaubsziel irgendwie gute Stimmung machen könnten. - Leider hat man die Chance, die Kanaren als sicheres Ziel anbieten zu können, sträflich ausgelassen. - Nein, ich hätte es sicher auch nicht besser gemacht, aber ich habe auch nie behauptet, der Beste für die Inseln zu sein, so wie das unsere Regierung wohl getan hat. - Manche wünschen sich auch die energischere Hand Pedro Sánchez´ zurück, der zumindest besser erklären konnte, warum es nicht funktioniert, aber auch in Spanien tragen inzwischen die Regionen die Last, Bürde und Würde, sich mit dem widerlichen Virus herumzuschlagen. - War da nicht was mit einer europäischen Gesamtstrategie in Sachen Verreisen als Schengenbüger in den kommenden Tagen? - Und wo ist der so oft luftig erwähnte Schnelltest, welcher den teuren und aufwendigen PCR-Test wirklich als "Ist-Zustandstest" ersetzen sollte? - Es sind halt zu viele Fragen offen und ernsthafte Wissende können keine wohlfeilen Antworten geben, kein Wunder, dass da Populisten mit schnell gekritzelten Popo-Listen (die für ´n Arsch) leichtes Spiel haben.


Bis nach La Palma gelangt der Ruhm der formidablen Straubing Tigers, ehemals TSV-Straubing

Spötter behaupten ja, ich träge nur Maske, weil man dahinter die Falten zu gut verbergen kann. - Es folgt kein Dementi.





Montag 31.8.2020 El Paso

Sommer hat fertig, bitte
War das nicht so, dass es im Winter immer auf La Palma regnet?


Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da wuchs im Winter manchmal Moos auf unserer Terrasse. - Man kann es ja immer noch nachlesen, damals erwarteten wir tagelang sehnsüchtig das, was wir Bauknecht nannten, damit wir endlich mal unsere Wäsche wieder trocken bekommen haben. - Das hat sich, jetzt leider betitelt, in den letzten Jahren geändert, Moos kennen wir nur noch aus Bilderbüchern und Schilderungen von früher und nur bedingt lassen sich unsere welkenden Bohnen davon überzeugen, dass sich alle an den Klimawandel gewöhnen müssen, nicht nur die Krone der Schöpfung. Wobei ich ja immer noch hoffe, es handle sich bei der Aneinanderreihung der Dürrewinter um simples Künstlerpech des atlantischen Wetters und nicht bereits die logische und unabdingbare Folge des Klimawandels. - Tagelang stand mein Nachbar letzte Woche auf seinem Dach, selbst bei brütenden fast 40 Grad, um dieses mit einer modernen Tinktur aus dem Zauberladen der Werkstoffe komplett abzudichten. - Immer wenn die Ureinwohner lange auf ihren Dächern stehen und diese dicht machen wollen, dann folgt ein regenreicher Winter, so erzähle ich das nun meinen Katzen, denn meine Frau und Kinder die hören da schon lange nicht mehr zu. - Mag auch sein, dass ich das einfach ein bisschen zu oft erzählt habe und wenn man dann den Nachbarn fragt, warum er denn unbedingt so früh im Wintererwartungsjahressektor sein Dach repariert, dann antwortet der: Mein Nachbar hat gesagt, diesen Winter regnet es viel, also muss ich mich doch darauf vorbereiten. - Wir stehen jetzt also vor dem bekannten Indianer/Siedler Komplex, wo einer den anderen anfixt in Sachen Regen, denn ich bin der Nachbar meines Nachbarn.

Wir werden sehen. - Heute aber schon gibt es mehr "Wasser im System", denn man hat zwei alte Brunnen wieder in Betrieb genommen und pumpt jetzt an die 670 Kubikmeter Wasser jede Stunde aus dem Boden. - Das geschieht mit Hilfe enormer Dieselpumpen, welche das Wasser aus dem Barranco de la Madera und del Carmen aus etwas über 100 Meter an die Oberfläche saugen. El "Pozo Nuestra Señora del Carmen" und "Pozo de El Roque" sind jetzt die zweite Woche wieder am Netz und beide befinden sich in der Gemeinde Santa Cruz de La Palma. - Ein weiterer Brunnen, der "Pozo de Izcagua" in Puntagorda wird nun mit Mitteln des Cabildo Insular wieder hergerichtet, so dass man bald, keiner sagt aber genau wann, auch mit diesem Wasser wieder rechnen kann. - Das geschah auf Druck der vielen Landwirte der Insel, welche bereits seit langer Zeit mehr "Wasser im System" forderten und schließlich auch dazu führte, dass es eine große Kampagne gab, welche eine weitere Öffnung des "Túnel de Trasvase" geben sollte. - Reichlich Polemik wurde da serviert, schließlich entschloss man sich seitens des Wasserrates der Insel diese beiden mächtigen Brunnen wieder ans Netz zu nehmen und den "Túnel" nicht weiter zu belasten, allerdings kann diese Maßnahmen auch nur eine Übergangslösung sein. - Man erwartet eine schnelle Versalzung des Wassers aus den Brunnen, denn so weit ist man nicht vom Meeresspiegel entfernt und sollte man weiter derart viel Wasser mit so viel Kraft aus dem Untergrund saugen, dann käme schnell auch Meerwasser mit aus den Schächten. - So zumindest die Befürworter der "Tunnelversion".- Auf der anderen Seite liegen eben die vorher genannten Brunnen jeweils am Ausgang wasserführender Schluchten. - Das lässt zumindest eher auf eine nachhaltige Nutzung hoffen, da zumindest die beiden Brunnen auf der Ostseite mehr Frischwassernachschub erhalten als das Wasserreservoir, welches unter dem Massiv der Cumbre Nueva liegt und eben über den Tunnel entnommen würde. Aber wie man das Wasser auch aus der Erde holt, sollte es nicht bald wieder ergiebig regnen, dann sind sowohl die Brunnen, als auch der Tunnel leer. Es muss regnen diesen Winter. Nicht nur ein bisschen und nicht nur "aus Versehen" über den Passat sondern so wie früher. - Da war zwar nicht alles besser, aber es hat mehr geregnet…

Noch können wir natürlich keinen Abschlussbericht über den Wald- Flächenbrand dieses Jahr in Garafía liefern, aber ein paar Dinge lassen sich jetzt bereits erzählen. - Ein Schuldiger soll auch bereits gefunden sein, wobei wir aus Erfahrung sehr vorsichtig sein sollten mit solchen Dingen. - Ein Jugendlicher soll versucht haben, eine Opuntie vor dem Haus zu entfernen und hat diese wohl in Brand gesteckt. - Auch das mit dem Klopapier vor 4 Jahren hörte sich zunächst komplett dämlich an, aber es erwies sich dann doch als wahr, also wundern brauchen wir uns nicht wirklich. - Ganz vorsichtig hinterfragen ein paar Stimmen, aber wirklich nur ein paar, ob man denn nicht zwischen dem Abkokeln eines Kaktus und dem Ausbreiten eines Flächenbrandes nicht effektiver hätte eingreifen können. - Aber dazu fallen im Moment auch nur vage Vermutungen in die fleißig bedienten Flüsterräume der, manchmal sogar sozialen Medien und ich kann da sowieso nichts dazu sagen, da viel zu weit weg. - Drei komplett verbrannte Häuser meldet man, weitere zehn Gebäude mit Teilschäden, so die bisherige Bilanz. Die lokale Presse steigt immer gerne und auch fast schadenfroh auf den Umstand ein, dass gerade die betroffene Ecke der Insel von "Hippies" gerne genutzt wird und dass nun, nach dem Feuer, mehrere "illegale" Behausungen und Wohnhöhlen freigelegt wurden. - In der Tat tummeln sich Schamanen und durchaus bunte Waldvögel wie Schrate besonders gerne im palmerischen Auenland des Nordwestens. Da Feuer nicht wirklich zwischen katastererprobten Siedlungen und aus verfestigten Chakren geklöppelten Wohntempeln unterscheidet, mag die tatsächliche Zahl der verlorenen Behausungen auch höher liegen, als die drei gemeldeten Häuser.

Wie immer unterscheiden sich auch betroffene und verbrannte Fläche und da werden 1.400 Hektar für den ersten Umstand und 400 Hektar für den zweiten Zustand genannt. - Also kein großes Feuer, verglichen mit den Bränden 2016 oder 2012 und hier nun setzen die positiven Nachrichten ein, denn insgesamt dient uns dieses Feuer und dessen Bekämpfung als gute Blaupause für zukünftige und moderne Brandbekämpfung. - Niemals waren derart viele Einsatzkräfte schneller vor Ort und auch die Technik, wie die drei Löschflugzeuge vom Typ CL-415. - Auch gab man die Leitung der Brandbekämpfung in die Hand eines Technikers und die Politiker nahmen sich selbst weit genug zurück, um eben Profis arbeiten zu lassen. - Das Ergebnis kann sich wirklich anerkennen lassen, hätte man das Feuer nicht noch vor der zweiten, größeren Hitzewelle unter Kontrolle gebracht, dann müsste man durchaus mit Flächenschäden in Größe und Umstand wie in den Jahren 2008 oder 2012 rechnen. - Die Frage bleibt offen, ob man denn nun auch für die Zukunft vom bisherigen Leitfaden, nur Süßwasser zur Brandbekämpfung zu nehmen, generellen Abschied nimmt. - Seit vielen Jahrzehnten löscht man hier auf La Palma ausschließlich mit Süßwasser, um die Vegetation zu schonen. - Das allerdings bedeutet auch, dass Löschflugzeuge nach jedem Einsatz am Flughafen landen müssen und dann per Tankwagen neu mit Wasser befüllt werden. - Das nimmt enorm viel Zeit in Anspruch und machte bislang den Einsatz der großen Canadair-Maschinen hier auf der Insel eigentlich sinnlos. - Die Hubschrauber hingegen können aus nahen Reservoirs Wasser aufnehmen und so, trotz der geringeren Nutzlast, mehr Wasser und vor allem genauer auf die Ziele bringen. - Wir müssen das abwarten, ob denn die Schäden durch das Salzwasser größer sind als der zu erwartende Schaden, hätte man diese Flugzeuge nicht eingesetzt. - Weiter haben sich die Feuerschneisen erneut als sinnvoll erwiesen aber das weiß man ja nicht erst seit gestern. - Auch haben, von Unkraut befreite Weingärten gern genutzten Widerstand gegen die Ausbreitung des Feuers geliefert und damit auch wieder alte Geschichten aufgewärmt welche da immer wieder die Wichtigkeit der Landwirtschaft gegen Flächenbrände nennen. - Generell war es aber sicher ein bisschen das Wetter, denn der Wind kam deutlich geringer als befürchtet und sowieso ein, noch nie gekannter professioneller Ablauf in der Brandbekämpfung, der uns alle in bisschen in Staunen versetzt hat. - Es sind halt nicht immer nur die alten Recken mit lokalem Wissen, welche wissen wie man Feuer bekämpft, sondern es gibt eben auch die jüngeren Leute, welche das Handwerk gelernt haben. - Wenn man dann noch das Glück hat und verantwortliche Politiker, welche einsehen, dass sie keine Ahnung haben und nur mit auf das Foto müssen, die Entscheidungen aber den Profis überlassen, dann können wir zukünftigen Bränden auf der Insel gelassener entgegensehen als bisher.

Jetzt fällt die Überleitung leichter zum anderen Thema, welches uns eben auch seit Jahresbeginn nicht mehr loslässt. - Auch hier fuhren wir am Besten, als wir die Spezialisten in Sachen Virologie die Marschroute vorgeben ließen und die Politiker sich selbst zurückgenommen haben. - Das hat sich leider wieder ein bisschen geändert, vielleicht auch, weil die Sterbefälle im Moment gerade mal klein zweistellig sind und man nicht mehr darauf achten musste, noch gerade unter der Zahl eintausend pro Tag zu bleiben. - Von der Zahl der Infektionen her haben wir, regional unterschiedlich, aber ingesamt die Ziffern aus dem April und Mai bereits überholt. - Und das, obwohl die Zahl der Testungen, zumindest hier auf den Kanaren nur geringfügig höher ist als noch im Mai. - Man nennt gleich mehrere Erklärungen hierfür und es scheint wohl eine Mischung aus mehreren Faktoren zu sein. - Man kann nach ein paar Monaten eben besser mit der Krankheit umgehen, die neueren Mutationen des Virus scheinen weniger letal zu sein und es trifft inzwischen überwiegend jüngere Menschen, welche eben weniger Vorerkrankungen haben und somit auch ein geringeres Risiko tragen. - Allerdings fürchtet man eben, dass dieser deutliche Anstieg der Neuinfektionen auch bald wieder bei den älteren Menschen ankommt und es wieder höhere Todesraten geben könnte. - In der Tat steigen nun auch wieder die Fälle, welche einen Krankenhausaufenthalt fordern und auch die Belegungen der Intensivstationen. - Allerdings bei weitem nicht in der Summe, wie das noch im Frühjahr der Fall war.

Verwirrend bleibt weiterhin die Statistik, denn es gibt diverse Quellen, welche unterschiedliche Zahlen liefern. - Allerdings sind die Unterschiede nicht gravierend, so könnte man durchaus argumentieren, es handle sich um Zeitverzögerungen bei den Meldungen oder man müsse erst die Wiederholer an Tests herausrechnen, bevor man dann die Werte veröffentlicht. - Dabei kommt La Palma noch ziemlich glimpflich davon, im Moment sind es gute 20 als aktiv Infizierte geführte Bewohner, von denen allerdings alle bis auf einen, nicht von der Insel sind. - Hier hat man nun auch die Darstellung der offiziellen Webseite geändert und unterteilt nicht mehr in Wohnort und Meldeadresse der Betroffenen, sondern führt nur noch den Ort der Feststellung der Infektion an. - So kommt es auch, dass offiziell auf La Palma nur ein Infizierter nicht in Breña Alta gemeldet ist, denn dort befindet sich das Inselkrankenhaus und somit werden alle, deren positives Testergebnis hier im Inselkrankenhaus festgestellt wird in der Gemeinde geführt. - Dabei war es eine Gruppe junger Frauen, welche aus Las Palmas kommend in El Paso untergekommen ist und dort die Quarantäne aussitzen musste. - So wie es generell die Hauptstadt Gran Canarias nun ist, welche als "Hotspot" für eine weitere Ausbreitung auf den Kanarischen Inseln herhalten muss und dabei hat man ganz besonders eine Veranstaltung in Santa Catalina im Blick, von der aus wohl der Großteil der letzten Neuinfektionen aus gestartet ist.

Das treibt uns auch touristisch in die Enge und inzwischen meldet das staatliche Gesundheitsamt sogar mehr Neuinfektionen hier auf den Kanaren als auf den Balearen. - Dem entgegen hat man schärfere Maßnahmen gesetzt und hat dabei besonders die nächtlichen Aktivitäten im Blickfeld. - Hier auf der Insel ist man stinkig auf die Besucher, welche nach fast zwei Monaten völliger Absenz von aktiven Fällen in den offiziellen Blättern doch wieder zweistellig mit von der Partie ist. - So gelten auch hier die verschärften Anforderungen der Maskenpflicht, welche nun auch trotz Mindestabstand das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Raum und besonders Gebäuden vorschreibt. - Nur außerhalb der Wohngebiete und bei individuellem Sport macht man eine Ausnahme und diese Maßnahme stößt nicht gerade auf breites Verständnis. - Gefällt mir auch nicht, allerdings erklärte mir ein Polizist den Fall und begründete das so: Besonders bei Veranstaltungen und abendlichen Kontrollen verstrickte man sich immer wieder in zeitraubende wie sinnlose Diskussionen, ob denn jetzt der Mindestabstand eingehalten wurde, oder nicht. - Mit der generellen Maskenpflicht entfallen diese Streitigkeiten und die Ordnungskräfte können sofort ihre Maßnahmen durchführen. - Auch diese Ansicht ist irgendwie verständlich, eben aus der Sicht der Exekutive und ich möchte auch wirklich nicht in der Haut der Polizisten stecken, welche jeden Abend erneut mit Leuten diskutieren müssen, ob es denn nun angebracht sei, eine Maske zu tragen, oder nicht.

Wohl aber scheint das die einfachste Möglichkeit zu sein, eine erneute generelle Ausgangsbeschränkung unnötig zu machen und damit sollte uns das nicht nur Recht, sondern sogar recht sein. - Wir erinnern uns, das Virus wird über Tröpfen aus Speichel und Nasensekret verbreitet, also ist ein Lappen vor den Auswurfluken ein durchaus probates wie verständliches Mittel. - Hilft nicht zu 100 Prozent, aber hält wohl das allermeiste zurück. - Allerdings schützt man dadurch nur sein Gegenüber und nicht sich selbst und das wird wohl auch der Grund dafür sein, dass sich manche dadurch in ihren Grundrechten auf freie Rotzverbreitung eingeschränkt fühlen. - Asoziales Verhalten ist weiter verbreitet, als man zunächst glauben möchte. - Mag natürlich auch sein, dass einige, die gleich mehrere Semester auf der Facebook-Akademie Egoterik für Hutbürger studiert haben, da anderer Meinung sind. Geschenkt, zumindest hier sind das so wenige, dass sich Erregung darüber nicht wirklich lohnt. - Hauptsache, wir bekommen das wieder in den Griff und müssen nicht erneut den Laden schließen. - Oder man schließt ihn uns, wenn man das mal durch die touristisch-gewerbliche Brille sehen will, welche konkret am letzten international verbliebenen Zipfelchen Deutschland hängt. - Ganz böse hat es nun auch unsere kleine Nachbarinsel El Hierro erwischt. - Waren die noch "coronafrei" als erste in der Phasenzone allen voran, so melden die jetzt 37 aktive Fälle, fast doppelt so viele, wie bei uns auf der Insel und wir zählen fast acht Mal so viele Einwohner. - Die Zahlen können Sie wie immer HIER auf der Seite des Gobierno de Canarias nachlesen.


Sonntag 23.8.2020 El Paso Tajuya, 20:00 Uhr 22 Grad

Man ist guter Hoffnung
Aber von Kontrolle will noch keiner sprechen


Stabilisiert sagt man vielleicht, eingegrenzt, im Perimeter gehalten. - Mehr positive Aussagen bekommt man von den Verantwortlichen des Feuers auch nicht. - Das hat was mit der generellen Zurückhaltung guter Nachrichten bei Feuerwehrleuten zu tun, die wissen eben, um was es geht. Auch die Politiker haben inzwischen gelernt, das nichts schlimmer ist, als nachträglich wieder rektifizieren zu müssen. - Das Wetter spielt mit, es wird frischer, heute Nacht vielleicht sogar ein bisschen feucht, also sind wir wirklich alle bester Hoffnung. - Den ganzen Tag über sind die großen Flächenflugzeuge mit Meerwasser betankt geflogen und inzwischen über 600 Einsatzkräfte haben es wohl geschafft, aus dem extrem gefährlichen Feuer in unangenehmer orografischer Lage keinen Großbrand entstehen zu lassen. - So hören sich die, wohl 400 Hektar verbrannte Fläche, zunächst als klein an, aber es gibt wohl Gebäudeschaden zu vermelden. - Nahe den Buracas-Höhlen hat es eine touristische Einrichtung komplett erwischt und auch von weiteren Schäden, besonders eben in der Landwirtschaft, wird berichtet. - Das gehört aber bereits zur Aufarbeitung, es ist also noch zu früh und besonders wird man eben auch auf die Landschaften blicken wo mit Salzwasser gelöscht wurde, ob es denn tatsächlich so große Flurschäden dadurch gibt, wie manche befürchten. - Jetzt will man noch ein Flugzeug bringen, welches eine Wärmebildkamera an Bord hat und damit Erkundungen fliegen, um die heißen Fokusse auffinden zu können, welche sich unter, bereits harmlos wirkendem weißen Rauch noch verbergen. - Morgen wird das Wetter noch hilfreicher sein und man muss das ausnutzen, denn Dienstag bereits erwarten wir die nächste Hitzewelle und die wird nach allen bisherigen Prognosen noch kräftiger ausfallen, als das, was wir in den vergangenen Tagen erlebt haben. - Sollte sich an dieser, doch sehr positiven Prognose nichts mehr ändern, dann schreiben/lesen wir uns erst wieder in vielleicht vierzehn Tagen, dann mit Hintergründen. - Vielleicht aber auch schon früher, denn auch die andere Front, also das Ding mit den Viren bleibt auf dem Teller, denn die Zahlen mit Neuinfektionen auf den Kanaren steigen weiterhin unangenehm schnell.




Im Moment die Jungs mit großer Systemrelevanz, die Piloten der Spanischen Luftstreitkräfte, Ejército de Aire, welche diese bemerkenswerten Flugzeuge steuern.





Sonntag 23.8.2020 El Paso Tajuya, 11:00 Uhr 24 Grad

Das Wetter spielt weiter mit
Sorgen bereitet die Front Richtung Santo Domingo


Die Nachrichtenlage ist noch sehr knapp. - Über Nacht kommt man wohl alle Fronten halten. Allerdings bleibt die Bedrohung des Ortes Santo Domingo, also der Hauptort der Gemeinde Garafía, sehr real. - Man hat allerdings nur ein paar Anwohner der Außenbezirke evakuiert und dem "Rest" der Bewohner eine Ausgangssperre verpasst. - Scheint Mode zu werden, aber wenn man sich die Karten der Region ansieht wird auch klar, warum. - Beide Ausfallstraßen führen durch das betroffene Gebiet und man möchte eben dort privaten Verkehr vermeiden und alles offen halten für Einsatzfahrzeuge und eventuelle Evakuierungen. - Macht also Sinn. - Inzwischen sind weitere Ersatzkräfte vom Spanischen Festland eingetroffen und wechseln die bereits erschöpften Mannschaften ab. - Das Wetter kühlt ein bisschen ab und wir hoffen, dass die erwarteten Winde nicht so stark werden, wie befürchtet. - Aber immer wieder erschrecken lokal auftretende Winde die Einsatzkräfte und erschweren die Aufgaben. - Auf La Gomera ist ein weiteres Feuer aktiv, allerdings scheint das beherrschbar zu sein, man hat lediglich einen Helikopter dorthin gesandt um die lokalen Feuerwehren zu unterstützen. - Der Stab hier vor Ort, mit dem Präsidenten des Gobierno de Canarias, Ángel Torres, dem Verbindungsmann für staatliche Institutionen Anselmo Pestana sowie dem technischen Chef der kanarischen Brandbekämpfung Jorge Parra, haben sich mit den lokalen Sicherheitsdiensten getroffen, um die nächsten Schritte für den heutigen Tag zu besprechen. - Man arbeitet weiter hart, die Front nach Santo Domingo zu stabilisieren und hofft auf ein Nachlassen der Hitze am heutigen Tag, was die Arbeit sehr erleichtern könnte. - Ständig informiert das kanarischen Sicherheitszentrum 112Canarias über Twitter und das Copernicus Emergency Management Service stellt Kartenmaterial zur Verfügung. - Aber auch hier gilt wieder, das als betroffen eingezeichnete Gebiet ist nicht gleich zu setzen mit der reell verbrannten Zone. - Man spricht von 1.400 Hektar betroffenem Gebiet und 300 - 400 Hektar tatsächlich vom Feuer belegter Zone.


Das auf der Karte eingezeichnete Gelände ist das betroffene Gebiet, ist aber nicht gleichzusetzen mit verbrannter Zone. - Die ist deutlich kleiner

Bild vom Copernicus Emergency Management Service





Samstag 22.8.2020 El Paso Tajuya, 21:00 Uhr 27 Grad

Gute Nachrichten aus dem Norden,
aber noch bleibt man angespannt aufgrund des Wetters


8 Hubschrauber und 3 Flächenflugzeuge sind gegen die Flammen rund um Las Tricias, zwischen Santo Dominge de Garafía und Puntagorda im Nordwesten La Palmas im Laufe des Tages angeflogen. - Mit sehr gutem Erfolg, allerdings will man sich mit den wirklich guten Nachrichten noch weiter zurückhalten, zu unsicher ist die Entwicklung des Windes in dieser Nacht. - Davon hängt alles ab, denn der Wind soll auffrischen und bislang eben konnten wir dort im Norden nur deshalb so erfolgreich gegen das Feuer angehen, da kaum Wind die Flieger und die Bodentruppen behindert hat. - Es gibt noch zwei Fronten, welche dem Stab Sorgen machen und deshalb in dieser Nacht auch von reichlich Personal versorgt werden wird. - Mit allen Mitteln hat man den ganzen Tag es geschafft, am Lomo de las Palomas den Übergriff des Feuers auf die östliche Seite der Hauptverkehrsstraße LP1 zu verhindern. - Das bleibt auch weiterhin ein Hauptaugenmerk, würde das Feuer die Hügel hinauf nach Osten gelangen, dann wäre der größte Teil der Berge oberhalb Garafías und Puntagordas offen für das Feuer. - Die zweite Front liegt bei Llano Negro und hier hofft man weiterhin, ein Ausbreiten der Flammen Richtung Santo Domingo zu verhindern. - Hier sieht der verantwortliche Techniker, Jorge Parra auch noch die meiste Arbeit und fürchtet Überraschungen, welche eben vor allem durch eventuell aufkommenden Wind auftreten könnten. - Die meisten anderen Fronten, man spricht von einem "fuego roto", also einem kaputten Feuer, da es keine kompakte, einheitliche Brandfront gibt, sind im Moment kontrolliert.

Als betroffene Gesamtfläche werden 1.200 Hektar angegeben, allerdings davon lediglich 400 Hektar als verbrannt angegeben. - Das wird immer wieder gerne nicht unterschieden, dass bei Wald- und Flächenbränden die betroffene Fläche meist deutlich größer ist, als das tatsächlich vom Feuer erreichte Gebiet. - Mehrere Gebäude seien betroffen, allerdings ließ Ángel Torres in der letzten Pressekonferenz offen, welche Gebäude das seien und ob es sich dabei um Wohnhäuser handeln könnte. - An die 300 Menschen sind aus der Region Las Tricias evakuiert, davon werden die meisten auch in dieser Nacht noch nicht in ihre Häuser zurückkehren können. - Der vorsorgliche Hinweis, die Anwohner Tijarafes und Puntagordas mögen sich auf eine eventuelle Evakuierung vorbereiten, konnte zurückgenommen werden, das ist wohl der beste Hinweis auf eine durchaus positive Entwicklung. - 400 Einsatzkräfte sind am arbeiten und es werden noch weitere Leute aus Tenerife ankommen, um die, zum Teil bereits seit 24 Stunden arbeitenden Leute an der Front ersetzen zu können. - Kein Personenschaden wird gemeldet, von verletzten oder gar verendeten Haustieren hörten wir auch noch nichts, allerdings sind die in der verbrannten Zone lebenden Wildtiere sicherlich betroffen. - Die, wir konnten zwei Maschinen zählen, vom Festland eingetroffenen Canadair-Löschflugzeuge haben Meerwasser vor der Küste Tazacortes aufgenommen und gegen die Front bei Llano Negro gebracht. Das entspricht nicht der sonst üblichen Kunst bei uns gegen die Feuer, da nicht so gerne mit Salzwasser gelöscht wird da dieses für die Vegetation oft schädlicher ist als das Feuer. - Allerdings hat man sich das wohl gut überlegt und es liegt nicht an der Dürre, dass zu wenig Wasser da sei, sondern an der Verfügbarkeit und man viel zu viel Zeit verloren hätte, wenn die Canadair-Maschinen für jedes Auftanken erst zum Flughafen hätten fliegen müssen.

Man kann das durchaus als Novum hinnehmen, so wie man überhaupt spürt, dass viel schneller, massiver und auch noch professioneller gearbeitet wird, als noch vor ein paar Jahren. - Was man alles an Technik und Personal innerhalb von 24 Stunden ans Feuer geschafft hat ist enorm, noch vor ein paar Jahren mussten wir viele Tage warten, bis die ersten großen Flächenflugzeuge umständlich vom Festland über Marokko zu uns gelangten. - Bei allem Lob und gar Begeisterung über die hervorragende Arbeit der Einsatzkräfte, viel haben wir auch der bislang positiven Entwicklung des Wetter zu verdanken. - Zwar stecken wir weiter mitten in einer Hitzperiode, aber der Wind war nicht so stark wie befürchtet und wir hoffen inständig, dass das so bleiben möchte. - Morgen wird erneut kritisch, da man eben ein deutliches Auffrischen des Windes erwartet. - Am Montag sinken die Temperaturen dann deutlich und bis dahin muss das Feuer weitgehend unter Kontrolle sein, denn ab Dienstag erwarten wir dann die nächste Hitzewelle, die von den Temperaturen, aber auch vom Wind her deutlich heftiger sein soll. - Allerdings wissen wir um die Professionalität und den Einsatzwillen unserer Brandbekämpfer aus La Palma wie auch von den anderen Inseln und sind voller Zuversicht. - Wir können hier nur ganz wenig aus eigenem Blick beobachten, so fassen wir lediglich die vielen Berichte der einzelnen Medien und Presseerklärungen zusammen. - Morgen berichte ich erneut, hoffentlich dann schon zum letzten Mal außerordentlich über dieses Feuer. - Über die Lage der betroffenen Zone können Sie sich HIER ein Bild machen, ich kopiere nicht gerne Karten und Bilder anderer Medien bei mir rein, das macht man einfach nicht.


Ein Canadair-Löschflugzeug, hier Foca genannt, setzt zum Wasseraufnehmen vor der Westküste La Palmas an

Ein durchaus ungewohntes Bild für La Palma. - Auf den Atlantik zufliegendes Löschflugzeug, welches zwischen der Playa de los Guirres und Puerto de Tazacorte Wasser aufnimmt.


Löschflugzeug vor der Westseite La Palmas

Die gleiche Maschine verschwindet gegen die untergehende Sonne Richtung Garafía





Samstag 22.8.2020 El Paso Tajuya, 13:00 Uhr

Wo nimmt Heiko eigentlich seine Zahlen her?
Flattert die Zahlenkurve oder flatten wir die curve?


Ganz vorsichtigen Optimismus hört man aus dem Norden der Insel. - Ein Sprecher des "schlauchführenden" Umweltamtes freut sich über die sich gut entwickelnden meteorologischen Bedingungen und meint damit sicher den geringen Wind. - So könnten alle Einsatzkräfte und hier eben besonders die Hubschrauber und das Flächenflugzeug, äußerst effektiv arbeiten. - Lassen wir das bis Abend stehen, aber in der Tat scheint der Wind im Moment komplett eingeschlafen zu sein. - Kommen wir zum anderen Thema, die Zweite Welle, oder wie auch immer man die schlechten Zahlen Spaniens und, wenn auch im geringeren Maße der Kanarischen Inseln betiteln will. - Das Positive fällt sicher gleich allen ins Auge, die Zahl der Todesopfer steigt keinesfalls parallel zu der Anzahl der neu infizierten Menschen an. - Die einen meinen, neue Mutation, geringere Gefahr, andere meinen, eher junge Leute stecken sich im Moment an und die haben weniger gesundheitliche Vorbelastungen und auch ein stärkeres Immunsystem. - Nehmen wir alles gerne mit, allerdings fürchten intensive Beobachter eben auch, dass erst mit zeitlicher Verzögerung die "Neue Welle" eben auch die ältere Bevölkerung erreichen wird, welche sich inzwischen deutlich besser schützt. - Aber das sind Beobachtungsfelder, die bearbeiten besser die dafür ausgebildeten Spezialisten und davon haben wir, rund um Fernando Simón, ja auch einen hervorragenden Stab.

Als Land und Region, welche deutlich vom Tourismus abhängig sind, interessieren wir uns natürlich auch dafür, ob wir es schaffen, ohne erneute drastische Maßnahmen den Laden einigermaßen am Laufen zu halten. - England hat ja Spanien bereits mit Quarantäneauflagen belegt und Deutschland, das zweitwichtigste Spenderland, zog nach und ließ nur die Kanarischen Inseln außen vor. - Grund hierfür ist natürlich die spezielle Lage, weit ab vom Festland und in der Tat haben wir noch bessere Zahlen vorzuweisen, als die meisten anderen Regionen und Provinzen des Landes. - Dabei taucht ja immer wieder die Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern auf und nehme ich mal das Mittel der neuesten Tabelle vom Gesundheitsministerium, dann liegt der nationale Schnitt in dieser Disziplin bei 78,8 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner und auf die Kanaren alleine bemessen lesen wir in der entsprechenden Spalte 44,58 Neuinfizierte. - Knapp davor möchte man meinen und auch beobachten wir, dass eben diese Quote in den vergangenen Tagen kontinuierlich angestiegen ist und bald eben die magischen "50" reißen könnte. - Allerdings weiß ich nicht und konnte auch nicht herausbekommen, wie lange man denn als Region über dieser "50" liegen muss, ab wann eine Woche zählt und welche Tabelle denn überhaupt zum Tragen kommt. - Nimmt man nämlich die Zahlen, welche die Kanarischen Inseln in ihrer Statistik benennen, dann stimmen diese nicht mit den Zahlen des Gesundheitsministeriums überein. - Hier errechne ich, zum Beispiel die Woche vom 13. 8. - 19.8.2020, eine deutlich geringere Zahl. - 38 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen stehen da auf dem Monitor zu lesen, allerdings muss man sich diese Zahlen mühsam und geduldig zusammenrechnen. - Es ist kompliziert, diese Statistik irgendwie zu greifen, da erst nach ein paar Tagen alle Zahlen wirklich berücksichtigt sind. - Neben den Labors in den Krankenhäusern gibt es auch noch private Einrichtungen, welche solche Tests anbieten und die melden eben erst ein paar Tage später und dann gibt es auch immer noch das "Loch" vom Wochenende, welches sich auch erst nach ein paar Tagen füllt. - Auch überfordert manche Betrachter die Unterscheidung zwischen "Declaración" also Meldung und "Residencia" Meldeort des Falles. - Unten in den Grafiken dazu die Erklärung.

Weniger problematisch stellt sich da der Faktor hin, wie man denn diese Zahl nun errechnet. - Die Kanarischen Inseln zählen gute 2,1 Millionen Einwohner, also könnten wir uns theoretisch 1.050 (50 x 21) Neuinfektionen pro Woche noch gerade so leisten. - Das wären am Tag an die 150 und die haben wir, laut unseren Zahlen hier, noch kein einziges Mal gerissen. - Vom 13.8. - 19.8.2020 zeigt man uns 806 Neuinfizierte, das wären somit 38 pro 100.000 und damit deutlich weniger als auf der, wahrscheinlich offiziellen Seite des Gesundheitsministeriums. - Schwierigkeiten beim Lesen solcher Tabellen stellen aber nicht nur die zeitliche Verzögerungen der Meldeeingänge dar, sondern eben auch noch der Unterschied zwischen gemeldeten positiven Proben und tatsächlichen Neuinfizierten. - Da die meisten positiv gemeldeten Patienten mehrfach getestet werden kommt es auch dabei zu Mehrfachnennungen. Auch wissen wir nicht so ganz genau, ob denn wirklich alle positiv getesteten Personen, welche auf anderen Inseln gestestet werden denn in der Statistik auftauchen. Es fällt auf, dass sich wohl Menschen infiziert haben, welche nicht auf La Palma gemeldet sind, auf der anderen Seite aber wohl kein, hier auf der Insel gemeldeter Palmero, anderswo an Covid-19 erkrankt ist. - Zumindest nicht seit der neuesten Welle und ob nun die Leute vom Gesundheitsministerium ihre Zahlen würfeln, oder wir unsere so lange "flatten", bis Heiko nicht mehr das Flattern bekommt, ich weiß es nicht. - Aber wir erinnern uns ja auch noch an die Unterschiede der beiden lustigen Brüder Johns und Robert, welche ja auch für Deutschland immer unterschiedlicher Meinung waren, wir sind da also in prominenter Gemeinschaft.

Allerdings beruhigen uns natürlich auch keine 38 Infizierte pro 100.000 Einwohner und wenn wir nach Gran Canaria blicken, als auf die Insel, welche im Moment als "Covid-Schleuder" bei uns gilt, dann haben wir die "Curve" sicher noch nicht ausreichende "geflattet". - Aber wir könnten uns eine Reisewarnung, dann auch für Kanaren, nur schlecht erlauben und so hofft man hier, mit den neuen, etwas strengeren Maßnahmen, doch noch ohne erneuten Lockdown über die Runden und Zahlen zu kommen. - Noch ist das neue Maskengebot und das abendliche "Last Drinks 01:00 Uhr" nicht lange genug in Kraft, um da eine erneute Bewegung auf dem statistischen Balkenbiegeboden zu erkennen. - Es bleibt also so ein bisschen das System Hoffnung stehen, die Leute mögen die Zeichen dann doch erkannt haben. Wenn auch Deutschland noch eine Reisewarnung für die Kanaren ausspricht, dann können wir hier auf La Palma nach den Sommerferien gleich komplett einpacken und uns voll und ganz auf die Maskenproduktion aus autochthonem Weltbiosphärenreservatsziegenseersucker stürzen. - Kann also jemand den Heiko bitte für ein paar Wochen anderswie beschäftigen? - Da läuft doch gerade was mit einem kranken Russen, türkischem Erdgas im Schwarzen Meer und der lustige Mike-Hammer Verschnitt Lukaschenko macht auf Hotzenplotz. - Das müsste doch ausreichen, um nicht so ganz genau die Tabellen zu studieren, oder aber mal wohlwollend die sinkenden Kurve der Balearen betrachten. - Was uns zu tun bleibt: Ganz einfach: Abstand, Schnodder bei sich behalten, also Maske vor die Auswurfluken, so oft die Hände waschen, wie man es anderen immer erzählt und Heiko mal unsere eigene Statistik zustecken, damit er nicht immer auf die vom Gesundheitsministerium guckt.





Gestern melden wir, 16 Menschen, welche nicht auf La Palma leben, wurden im Inselkrankenhaus dennoch als Covid-19 Infzierte gemeldet. - Die sind also auf La Palma, stammen und leben aber fast alle auf Gran Canaria und befinden sich momentan in Urlaub/jetzt Quarantäne auf La Palma
Alle gemeldet in der Gemeinde Breña Alta, da sich dort das Inselkrankenhaus befindet.




Zwei weitere Fälle Covid-19 positiv getestete Menschen leben auf La Palma und sind hier gemeldet, also "Eigengewächse", wobei die 16 anderen als "Importware" gelten. - Insgesamt befinden sich, neben den Vielen in Sachen Dunkelziffer, 18 als positiv auf Covid-19 reagierend per PCR-Test getestete Menschen auf La Palma.


Die beiden oben gezeigten Tabellen stammen vom Gobierno de Canarias




Das Gesundheitsministerium in Madrid hingegen produziert eigene Zahlen und Hinweise, welche höhere Werte zeigen, als unsere, kanarische Statistiken.





Samstag 22.8.2020 El Paso Tajuya, 09:00 Uhr 31 Grad, Luftfeucht 8%

Feuer in Garafía
Rechtzeitig zur Hitzewelle


Irgendwas fehlte noch. - Da waren wir gestern Vormittag noch so stolz auf die lokalen Feuerwehrleute aus dem Aridanetal, welche in Rekordtempo einen Brandherd auf dem "Kuhkopf", der "Cabeza de Vaca" unter ihre Kontrolle brachten. - Selbst ohne den Einsatz von Hubschraubern und Hilfe aus anderen Regionen der Inseln. - Am Nachmittag allerdings nahm ein Feuer im Norden der Insel einen anderen Verlauf, welcher noch am Abend selbst zur regionalen Bedrohung eingestuft wurde. - Die Bekämpfung des Feuers in der Gemeinde Garafía ist damit Angelegenheit der Behörden der Autonomen Region Kanarische Inseln und die haben dann auch gleich das gesamte Angebot an Hilfe herangezogen. - Noch in der Nacht kam die "UME" (Militär für den zivile Hilfseinsätze) und je nach Quelle spricht man von drei bis fünf Hubschraubern, welche noch bis Sonnenuntergang gegen die Flammen rund um Las Briestas in Garafía kämpfen. - Inzwischen sind dort mehrere Ortsteile und Weiler evakuiert und nun will man auch die Bewohner Las Tricias, Llano Negros, Hoya Grandes und La Matas aus den Häusern holen. - Bereits evakuiert sollen sein: Cueva del Agua, El Castillo, Catela und Colmenero. - Die meisten dieser Leute sind zu Bekannten gegangen oder werden in der "Albergue de Puntagorda" untergebracht. - Zahlreiche Straßen, so auch die westliche Zufahrt auf den Roque der Los Muchachos, sind gesperrt und es wird dringend abgeraten, den Nordwesten der Insel heute besuchen zu wollen.

Wie immer spielt bei solchen Flächenbränden das Wetter eine entscheidende Rolle. Hier hat man Glück im Pech, da der Wind nicht so stark zugenommen hat, wie man das bislang annahm. - Allerdings werden heute und morgen sehr heiße Tage und erst am Montag wird es eine deutlich Abkühlung der Temperaturen geben. - Aber auch wieder nur kurz, gegen Mitte der kommenden Woche rechnen wir dann erneut mit einer starken Hitzewelle. - Aber auch jetzt gilt bereits die bekannte, wie gefürchtete Regel 30 - 30 - 30. - Bei Temperaturen über 30 Grad, Windgeschwindigkeiten über 30 Stundenkilometer und relativer Luftfeuchte unter 30% können Wald- oder Flächenbrände so gut wie nicht noch kontrolliert werden. Bislang gibt es keine Meldungen über Verletzte oder wie groß die Schäden an Infrastrukturen sind und auch sind wir nicht im Fokus des Geschehens, können also nur eine ungenaue Zusammenfassung aus mehreren Quellen liefern und unsere Einschätzung dazu liefern. - Gegen Abend werde ich eine weitere Zusammenfassung der Abläufe bringen, dann vielleicht schon mit einigen Hintergründen und Aussichten. - Von unserem Standort aus kann man nur eine diffuse Rauchschicht sehen, welche der Nordostpassat über den Nordwesten der Insel hinaus auf den Atlantik weht. Permanent twittert Roger über das Feuer, ein Fachmann in Sachen Wetter auf La Palma.



Donnerstag 13.08.2020

1,3 Millionen Urlauber auf La Palma
Kleine Fluchten und große Pläne


Fast sieben Wochen lang durften wir mit blanker Corona-Weste die Neue Normalität üben. - Gerade als wir die Masken schon wieder zurück in den Aussteuerschrank packen wollten, da rückt uns die Realität auch wieder das Neu im Normal zurecht und schickt uns auch wieder ein paar Infizierte. - Wobei, es sind nicht so ganz "unsere" sondern allesamt importiert, so wie alles Übel sowieso von außen kommt. - Das stimmt übrigens sogar, alles kommt von außen bei uns, aber nur das Übel melden wir. - Jetzt haben wir, einen falschen positiven Fall und sieben richtige Falsche. - Macht laut Statistik keinen einzigen aktiven Fall auf La Palma. - Künstlerglück könnte man dem entgegenhalten, denn man kann ja auch alternativ zählen, so wie das in der Überschrift bereits ein bisschen anklingt. - Die offizielle Statistik in Sachen Covid-19 der Kanarischen Inseln führt nämlich die Fälle zunächst nach Ausstellungsbehörde der Gesundheitskarte auf. - Wer also auf Gran Canaria gemeldet ist, der kann zwar auf La Palma krank sein, zählt aber in der Statistik als Corona-Fall für Gran Canaria. - Nicht beschrieben ist nun, ob jetzt dieser Fall auch nur auf Gran Canaria andere anstecken kann, oder hier harmlos ist. - Ist natürlich quatsch und auch muss man fragen, wie hält man es denn zum Beispiel mit eventuellen ausländischen Infizierten? - Bei Urlaubern wissen wir das nicht, allerdings werden die Flüchtlinge, welche mit Corona zu uns kommen und auf Lanzarote gelandet sind, auch dort aufgeführt. - Allerdings haben wir auch sieben Fälle im Moment auf der Insel, alle in häuslicher Quarantäne heißt es und man spüre die Kontaktpersonen gerade auf.

Es gibt in der Statistik aber auch noch einen kleinen Trick, wie man die Fälle herausfinden kann und dabei nicht auf die Karte ausstellende Behörde hereinfällt. - Man geht, rechts oben, statt dem vorgegebenen "Residencia del caso" zu "Declaración del caso" und scrollt dann die Gemeinden runter, bis man eben, hier zum Beispiel, 7 Fälle in Breña Alta findet. - Unser Inselkrankenhaus liegt eben in der Gemeinde und dort hat man die Analysen dieser, wie es heißt, kleinen Reisegruppe aus Gran Canaria gemacht und so ergibt sich eben der Fall, dass wir keinen aktiven Fall auf der Insel haben, aber dennoch sieben Infizierte. - Offiziell muss man natürlich sagen, die Dunkelziffer wird dadurch auch nicht heller, aber 1,3 Millionen werden es wohl nicht sein. - Aber rund um uns, zunächst auch dem Festland, in den letzten Tagen aber auch auf den anderen Inseln, galoppieren die Zahlen wieder los, gerade so als sei der März wieder an seinen eigenen Iden interessiert. - Die Zweite Welle? - Was weiß ich denn, auf jeden Fall die nächste Welle und inzwischen räuspert sich ja der Außenminister Maas auch schon wieder, wenn der "Balearen" ausspricht. Wir wissen doch, erst kommt Mallorca, dann das Mittelmeer und dann, nach 1,3 Millionen Kilometer, schon wir. - Die "coronale Stimmung" ist somit auch schon wieder ziemlich unten hier auf dem Inselchen und als ob man dadurch wieder "blank" werden könnte, meint man plötzlich wieder viel mehr Leute, auch auf der Straße, mit Maske zu sehen.

Ein Glück, dass es keine ausländischen Urlaubsgäste waren, das ist mir zunächst eingefallen. - Allerdings erweist sich diese rassenlose, aber dennoch rassistische Bemerkung selbst in den Abgrund, denn in der Grube liegen letztendlich ja alle Urlauber drin. - Es ist durchaus damit zu rechnen, dass auch wir in den kommenden Tagen oder Wochen wieder "dicht" machen, oder "dicht" gemacht werden und damit spielt die Herkunft irgendwelcher Gäste sofort auch wieder keine Rolle mehr. - Wie dann die Pläne für den Herbst aussehen, wer will darüber denn noch orakeln und vielleicht bleibt ja sogar La Palma "offen" und nur die anderen Inseln werden gemieden. - Vielleicht, weil man uns vergisst, oder eben die Statistik noch flexibler sein kann und unser Tourismusrat lässt gerade das Kleingedruckte der russischen Impfung übersetzen und hat bereits 1,3 Millionen Dosen geordert... - So etwas nennt man eine "dynamische Lage" und um die Verwirrung weiter zu treiben: Hier hat noch niemand einen bloßen Schimmer, wie denn in ein paar Wochen der Schulunterricht wieder anfangen soll, aber man plant bereits wieder die ersten Fußballspiele mit Publikum. - Da setzt dann unser Alpha-Personal auch wieder kompetente Prioritäten und wer sollte denn bitte daran zweifeln, dass sich in den letzten Monaten niemand nachweislich bei Fußballgucken angesteckt hat. - Und das, obwohl wir 1,3 Millionen Zuschauer hatten! - Vielleicht müssen wir wieder zurück in Phase Null oder Eins, damit wir das endlich kapieren. - Anderthalb Meter, oder Maske auf. So schwer kann das doch nicht zu begreifen sein und wer davon seine persönliche Freiheit einschränkt glaubt, der ist vielleicht wenigstens so solidarisch, die Freiheit, den Willen und die Gesundheit der Anderen zu respektieren.

Der nächste Aufreger waren für eine Woche an die 300 Beben unter der Insel. - Nach ähnlichen Vorgängen in den Jahren 2017 und 2018 ist das nun die dritte Episode "nach Teneguía" und natürlich ist das für ein Inselarchipel auf einem aktiven Vulkanhotspot ein völlig normales Ereignis. - Das eigentlich Interessante dabei ist, dass wir zwischen 1980 und 2017 so gut wie überhaupt keine seismischen Ereignisse registrieren konnten und ich bin vorsichtig genug, registrieren zu schreiben. - Die Überwachung war da nicht immer optimal und erst seit dem La Palma durch das mächtige Zutun von Simon Day und Juan Carlos Carracedo in Sachen Tsunami Aufmerksamkeit erregt hat, nimmt man uns hier ernster als früher. - Dabei grummelt es unter Tenerife seit mehr als einem Jahrzehnt inzwischen und El Hierro hat ja sogar seinen, oder gar seine Eruptionen erst hinter sich. - Also sind unsere, meist kurzen Meldungen des Hotspots nicht wirklich aufregend, zumal niemand auf der Insel es mitbekommen hat, sondern eben nur die technischen Geräte. - Alle Beben mit Hypozentren zwischen 25 und 30 Kilometer und selten bis an die Stärke 2 reichend. - Was aber interessant ist, das kanarische Institut "Involcan" meldete für den Juni einen verstärkten Ausstoß von CO2 im Gebiet der Cumbre Vieja und prompt folgten dann die seismischen Ereignisse im Juli. - Magma sucht sich dort unter der Insel neue Kammern, bewegt sich in Kavernen und bahnt sich Wege und dabei bricht es eben auch das poröse Gestein unter der Insel. - Theoretisch kann das natürlich auch das Vorspiel zu einer Eruption sein, allerdings ist es, fast unendlich wahrscheinlicher, dass es nur ein "Furz unter der Cumbre Vieja" war und keine Ouvertüre zu einer Eruption.

Man wird allerdings keine seriösen Leute aus der Materie finden, welche da irgendwas komplett aus- oder einschließen, aber Wahrscheinlichkeiten wagt man doch zu nennen. - Nemesio Pérez, Chef des Involcan (Instituto Volcanológico de Canarias) nennt in einem Interview, zumindest für das vulkanisch aktivere Tenerife, folgende Tabelle: - 1,2% Wahrscheinlichkeit für eine Eruption in diesem Jahr, 11% in den kommenden 10 Jahren und 70% immerhin für die nächsten 100 Jahre. - Er schließt diese Statistik mit dem Hinweis ab, dass es also doch wahrscheinlicher ist, eine Eruption auf den Kanaren zu erleben, als den Hauptgewinn in der Weihnachtslotterie zu erlangen. Generell fällt schon auf, dass es in den vergangenen Monaten zu erhöhter seismischer Aktivität unter El Hierro, Tenerife und auch zwischen Tenerife und Gran Canaria gekommen ist und nun hat sich eben, wenn auch nur für einen kurzen Zeitraum, auch die Cumbre Vieja wieder mal eingemischt. - Inzwischen ist das Schwarmbeben unter der Insel erneut verstummt und auch die Gasemissionen sind wieder fast auf normal zurückgegangen. Das Involcan bringt seit nunmehr drei Wochen auch eine Übersicht für La Palma, mit den aktuellen und den Vergleichswerten, so wie das für Tenerife bereits seit Jahren der Fall ist. - Mal sehen, wie lange man sich die Mühe macht, auch unserer Insel solche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. - Vergessen wir nicht, dass diese ganzen geologischen Untersuchungen und Projekte viel Geld kosten und man im Moment irgendwie andere Sorgen hat, als furzende Hotspots.

Für La Palma gilt auch, die Dürre ist die deutlich größere Bedrohung und wer sich ein bisschen eingehender mit der Inselvolkswirtschaft beschäftigt hat, der wird sogar einsehen, dass wir mehr Angst vor dem Klimawandel haben, als vor Corona. - Gegen den Klimawandel kann man nämlich nicht impfen, oder hätte es vielleicht vor einem halben Jahrhundert bereits machen müssen. - Dabei bimmelt es immer ganz komisch in meinem limbischen System, warum denn so viele von den Corona-Leugnern auch zu den Klimawandelnegieren gehören. - Dabei geht es ja gar nicht darum, dass das Klima sich immer wandelt, es geht um die Geschwindigkeit, mit welcher dieser Wandel fortschreitet und eben dabei uns Menschen keine Zeit lässt, noch hinterher zu kommen. - Auch wissen wir ja auf La Palma nicht, ob unsere, je nach Unken- oder Laubfroschruf, bereits bis zu 9 Jahren anhaltenden Niederschlagsdefizite bereits Klimawandel sind, oder immer noch von humorlosen Wetterkapriolen gedeckt werden. - Niemand hier möchte sich wirklich ausmalen was wäre, wenn wir auf unseren landwirtschaftlichen Exportschlager Nummer Eins, die Banane verzichten müssten. - Eigentlich sind sich alle einig. - Ändert sich die Lage auf der "Regenhabenseite" nicht in den kommenden Wintern, dann gibt es in wenigen Jahren bereits nicht mehr ausreichend Wasser, die durstigen Bananen zu versorgen. - Da wir uns, aus bekannten Gründen, nicht selbst zutrauen, noch vorher einen geordneten Strukturwandel hin zu bekommen, träfe uns ein solcher Fußtritt des Klimawandels heftiger als Corona und vulkanische Eruptionen zusammen. Gegen den Vulkan wird man aber nichts machen können, allerdings sind aller Erfahrung nach die Eruptionen hier auf den Kanaren meist sehr lokale Ereignisse. - Gegen den Klimawandel, ich weiß nicht, ob man da noch was tun kann, dazu habe ich zu wenig Ahnung von der Materie. - Hallo Greta, übernehmen Sie! - Allerdings hoffe ich ja immer noch ein bisschen, da geht noch was und dieser Winter wird vom Wetter her bereits, wie es sich Landwirte auf La Palma wünschen. - Gegen Corona aber ist es leicht was zu tun. Maske auf und bleibt mir vom Leib und wenn dann erst die Impfung da ist, die man nicht mit Wodka runterspülen muss, dann können wir uns auch alle wieder näherkommen. - Alle 1,3 Millionen.


Die offizielle Statistik, kein aktiver Fall auf der Insel

Laut offizieller Statistik gibt es momentan, 11.8.2020, keinen aktiven Fall auf der Insel


In Breña Alta sind allerdings deren sieben gemeldet

In Breña Alta, also der Gemeinde, in welcher das Inselkrankenhaus steht, finden wir aber am gleichen Tag sieben Meldungen über aktive Fälle.


Das Instituto Geográfico Nacional zeigt uns, wo die Cumbre Vieja Blähungen hat

Das Instituto Geográfico Nacional zeigt uns die seismischen Ereignisse unter der Insel.




Nachtrag, am 13.8.2020 meldet man 9 aktive Fälle in Breña Alta, aber weiterhin keinen für La Palma. - Das ist wie beim Klimawandel, wir hoffen immer noch auf einen Irrtum...





Sonntag 26.07.2020

Helden in Unterhosen
Diese und andere, nicht systemrelevante Dinge von der, vielleicht schönsten Insel der Welt


Der Sommer atmet durch, eigentlich wie immer. - Ein paar Tage heiß, dann ein paar Tage wieder Abkühlung, um dann erneut die Dreißig-Grad-Marke von oben zu knacken. - Sommer eben. - Richtig Hitze war bislang noch nicht, die blieb meist auf den östlichen Inseln stecken, alles noch deutlich unter vierzig Grad bei uns. - Damit zieht sich allerdings auch ein Phänomen weiter durch das Wettergeschehen, milde Sommer, trockene Winter und natürlich wiederhole ich mich wenn ich rufe: Bitte lass das eine Wetterkapriole sein und nicht schon der Klimawandel. - Wissen wir natürlich nicht, aber ohne ausreichend Wasser im Winter pfeifen wir auf einen milden Sommer. - Immerhin, bislang kein außer Kontrolle geratenes Feuer, auch der Schreck am letzten Wochenende in San Antonio del Monte blieb überschaubar. Es ist nett, wenn ein Feuer tagsüber ausbricht und der Brandherd bitte auch mit den Feuerwehrautos zu erreichen ist. - Und schnell muss man sein, das waren die Jungs auch und bitte weiter so in Sachen Waldbrandgefahr. - Wir haben schon genug Wirrungen im Moment zu überstehen, da ist Feuer so angenehm, wie Zahnweh Freitag Abend.

In Sachen Virus halten wir uns auf La Palma hervorragend. Kein weiterer aktiv Infizierter mehr seit über einem Monat. - Wäre da nicht der Fall, oder hier "Un-Fall" gewesen, welcher für, an die 24 Stunden, einen aktiven Träger des Covid-19 auf La Palma kannte. - Ein Rückkehrer von einer Familienfeier auf einer anderen Insel hatte sich selbst gemeldet bei den Gesundheitsbehörden, er sei auf einem Treffen gewesen, auf dem man im Nachhinein Corona-Infizierte gefunden hätte. - Schnell einen PCR-Test, dieser ist positiv, also doch wieder ein aktiver Fall auf der Insel. - Allerdings vollzog man ein paar Stunden später den Elisa-IgG Antikörpertest und auch dieser zeigte ein positives Ergebnis an. - Das bedeutet nun aber, dass dieser Patient wohl Covid-19 Virenträger ist, aber bereits die ansteckende Phase deutlich hinter sich gelassen hat. - Ab mehr als 2 Wochen nach Ansteckung sollen diese Antikörper erst nachweisbar sein, was bei Patienten ohne Symptome keine Ansteckungsgefahr mehr bedeutet. - So erklärt man uns das und nach einer kleinen Recherche im Laien-Google-Besserwisserverfahren kommt das wohl auch so hin. - Das Covid-19 Protokoll auf den Kanaren weist uns nun an, dass Leute mit einem positiven Elisa-IgG Test nicht als aktive Virenträger eingestuft werden, auch wenn es einen, ebenso positiven Nachweis, im PCR-Test gegeben hat. - Darum bleibt es dabei, seit über einem Monat kein aktiver Fall mehr, auch wenn es für ein paar Stunden wohl einen gegeben hat. - Darüber hinaus stelle ich mir die Frage, woher denn dieser Patient dann nun das Virus hat, wenn er es bereits länger als 2 Wochen in sich tragen muss, die Familienfeier aber erst am vorherigen Wochenende stattgefunden hat?

Klar, keine aktiven Fälle mehr, aber wir würden das gerne in Relation zu der Anzahl der weiter praktizierten Tests sehen. - Rund um 100 heißt es zwar, aber solch pauschalen Zahlen befriedigen eigentlich keinen Dünnglasziselierer wie mich. - Da aber diese Zahlen aus der Feder unserer Krankenhauschefin kommen, gewinnen diese doch wieder an Glaubwürdigkeit. Und immerhin, inzwischen muss man die Proben nicht mehr nach Tenerife schicken, wir haben jetzt unseren eigenen Roboter für die PCR-Tests. Einen "Procleix Panther" der Firma Grifols und das Ding soll locker in der Lage sein, mehr als 500 Tests an einem Tag durchzuführen. So viele Tests zu machen hat aber hier niemand vor, wir wollen uns nicht in diesen komischen Trend der "Neuen Welle" einreihen, welche gerade das Land zu erreichen scheint. - Die Zahlen der Neuinfektionen steigen eben wieder deutlich an und in vielen Regionen des Lands hat man so die Maskenbremse gezogen und das Tragen des Mund-und-Nasenschutzes selbst auf der Straße zur Pflicht gemacht. - Eine fragwürdige Methode, sicherlich und ebenso diskutierbar. Wobei die Behörden klar zugeben, es mache eigentlich keinen Sinn, bei Einhaltung des Mindestabstandes und unter freiem Himmel diese Masken tragen zu müssen. Aber anders könne man die Leute nicht robust wieder hinter die Maske bekommen, da es für das Aufsichtspersonal sonst unmöglich sei, die Maskenpflicht erst ab 1,49 Meter durchzusetzen. In der Tat gab es wohl so viele Diskussionen mit dem "Publikum", dass man nun die generelle Maskenpflicht eingeführt hat, da viele Leute einfach nicht gewillt waren, diesen Schutz, sei er auch nur für Andere, zu tragen.

Schwieriges Thema. Es gilt den charmanten Mittelweg zu finden zwischen Verdummungsverboten und richtig gemeinten Vorsichtsmaßnahmen. - Nichts wäre schlimmer, als hilflose Überreaktionen auf neue "Wellen-Szenarios", welche genau so jeglicher Erklärung entbehren, wie es die Wirrtheorien der Aluhutfraktion tun. - Da hatte man gerade den Verweigerungshelden eine kognitive Eigenentleerung gegönnt, da fängt man nun selbst an, mit kruden Knüppelschlägen unsinnige Maßnahmen als Zauberformel zu verklären. - Wie bitte kann man den Wertstoffhöfen der Insel einem Terminzwang aus Vorsichtsmaßnahmen überstülpen, wo doch niemals dort Massen antanzen und auf einem riesigen Platz unter freiem Himmel Dinge in Container geworfen werden. - Das ist genau so kontraproduktiv, wie die ewigen Roten Fahnen an Teilen des Strandes von Puerto de Tazacorte und so liefert man nur neue Argumente an die Fraktion, welche andauernd Freiheit mit Ignoranz verwechselt. Es wäre an der Zeit, dass Drosten und Simón aus dem Urlaub zurück kommen, da ist schon wieder zu viel Politik auf der Straße und das hat noch nie gut getan. - Generell hält man sich aber hier auf den Kanaren ganz gut im Alltag. Ich hoffe mal, das bleibt auch so und niemals könnte man uns hier auf der Insel eine generelle Maskenpflicht verkaufen, ohne einen einzigen, offiziell genannten, aktiven Fall. - Sicher, zur Vorsorge trägt man die Dinger weiter beim Einkaufen, im Bus und wenn man in Gruppen ist und sich zu nahe kommt, aber beim Spazierengehen auf leerer Straße, oder auf einem kaum frequentierte Bürgersteig, da ist das sicher nicht angezeigt. - Auf den anderen Kanareninseln steigen aber auch die Zahlen mit aktiven Infizierten erneut an, wobei Fuerteventura hier eine Sonderrolle einnimmt. - Die haben in den letzten Wochen mehrere Boote mit Flüchtlingen aus, wahrscheinlich Mauretanien aufgenommen und in diesen Booten befanden sich wohl an die dreißig Menschen mit aktiver Covid-19 Erkrankung. So geht etwa die Hälfte aller neuen Fälle auf Kosten der Flüchtlinge und man tut sich ein bisschen schwer damit, das ohne "Gschmäckle" zu verkaufen. Allerdings drängt eine, natürlich aus dem Tourismus stammende Fraktion darauf, die Zahl der aktiv Infizierten nach Herkunft zu sortieren. - Meine Kranken, deine Kranken und meine zählen nicht, denn die sind übers Meer gekommen. - Argumente nah am moralischen Brechbecken, aber wer sagt denn auch, dass der Mus mit dem Kapital davor und dem Is mitten drin irgendwo moralisch sein sollte.

Auf La Palma bleibt das Thema Corona weiter deutlich hinter dem Komplex Wasser-Dürre zurück und inzwischen gibt es die ersten Gemüsebauern, welche ihre Produktion einstellen müssen. - Einige Avocado-Pflanzer kündigen ähnliche Schritte an, nur die Bananenbauern halten weiter an ihrer Intensivzucht fest. Kein Wunder, lohnt es sich doch aufgrund der Subventionen auch bei teurerem Wasser noch, unsere gelbe Wappenfrucht anzubauen. - Jetzt lebt die ständige Diskussion, ob man nun die "Wasserreserve" im Bauch der Insel bereits aus Notfallgründen anzapft, oder weiter versucht, mit weniger Wasser über die Runden zu kommen. - Zu fürchten bleibt in dem Fall, dass eben weitere landwirtschaftliche Produkte, welche als "Subvention" lediglich den geringen Steuersatz für Landwirte haben, nicht weiter produziert werden können, da man sämtliches Wasser auf die Bananen kippt. Öffnet man aber die "Schleusen" des "Túnel de Trasvase", dann könnte in ein paar Jahren, sollte es nicht wieder deutlich mehr Niederschläge geben, die Insel noch stärker an Dürre leiden. - Man kann auf Dauer einfach nicht übersehen, dass wohl an die 90% des gesamten Wassers in die Bananenzucht auf der Insel gehen, es eigentlich kein grundsätzliches Wasserproblem gibt, sondern diesen Umständen entsprechend, die falschen Früchte angepflanzt werden. - So will man das aber hier nicht genannt haben, darf man auch gar nicht, da wir nicht plötzlich auf das enorme Einkommen aus dem Verkaufserlös, wie auch den Subventionen aus dem Bananenanbau verzichten können. - Gerade im Moment nicht, wo doch der Tourismus noch in keiner Weise in der Lage ist, auch nur annähernd wieder auf finanzieller Ebene zum Einkommensfavorit Banane aufschließen zu können. - Kommende Woche wird es sogar einen Autokorso von Los Llanos aus mit anschließender Kundgebung in der Hauptstadt geben, auf der Bananenbauern und andere durstige Landwirte ihrer Forderung, nach sofortiger Öffnung der Wasserreserven unter der Cumbre Nueva, zum Ausdruck bringen wollen. - Einen Autokorso, weil der Klimawandel uns Beine macht in Sachen Strukturwandel? - Da können wir ja nur froh sein, dass Greta gerade einen Corona-Maulkorb hat, sonst wären wir schon ein bisschen Shitstorm-Kandidat. Aber lasst uns immer wieder hoffen und wer will, auch beten: Lass es noch das Wetter sein und nicht schon Klimawandel. - Ich wiederhole mich, meine Sie: Sicher, aber Beten geht nun mal so, "fuchzig Vater Unser", darunter bin ich früher selten aus dem Beichtstuhl gekommen. - Hat´s geholfen, meine Frau sagt: Nein!

Der Tourismus auf der Insel will einfach noch nicht wieder anspringen. - Was gut läuft, das ist Wochenendausflug in Landhäusern mit Pool und großem Kühlschrank. - Auch weil öffentliche Sausen nicht ohne Reibungswärme durch die soziale Kontrolle kommen, mieten sich viele, meist junge Leute, ein Wochenende in einem Ferienhaus ein. - "Booking" und das andere Portal, mit der Luft im Titel, bieten da besondere Möglichkeiten an. - Das kann ruhig was kosten für die beiden Nächte, man gönnt sich ja sonst nichts. Zwei Personen buchen, acht Leute kommen, so werden selbst 2 Nächte für 350 Euro bezahlbar und nicht jeder Eigentümer merkt überhaupt, was er sich da eingefangen hat, da ja die Hausübergabe ja oft sogar ohne persönliches Erscheinen erfolgt. - Unter der Woche aber ist wenig los und die internationalen Gäste, also die mit den 2 Wochen Aufenthaltsdauer und dem Habitus, wenig "Footprint" in akustischer, wie anders kontaminierender Hinsicht zu hinterlassen, die sind noch sehr rar gesät. - Klar, es fliegen noch sehr wenige Flugzeuge, auch wird einem das Fliegen insgesamt nicht wirklich schmackhaft gemacht und da Reiseveranstalter La Palma noch bis in den Winterflugplan hinein komplett ignorieren, wird das mit den Flugverbindungen so schnell wohl nicht besser werden. - Wäre da nicht die Iberia-Express, welche nun für den "Restsommer" 11 Flüge wöchentlich aus Madrid nach La Palma und wieder zurück angekündigt hat. - Ein Hoffnungsschimmer, auch für den internationalen Tourismus auf La Palma und hoffentlich halten die Jungs und Mädels von Iberia und deren Satelliten hoffentlich durch und überstehen diese wirklich schwere Zeit. - Vorsichtige Zungen, also die Verwandtschaft der "Bösen Zungen" behaupten ja auch, so würde man sich die neuen Corona-Fälle auf die Insel holen. - Da fällt auch besonders der samstägliche Vueling-Flieger aus Barcelona auf, während andere Länder Katalonien inzwischen wieder als "non grata" einstufen, verkauft man uns hier diese Verbindung immer noch als wunderbare Rückkehr zu einer, wie auch immer geformten Normalität.

Die seismische Aktivität unter den Kanaren bleibt weiter hoch und hat auch, seit vielen Monaten, La Palma mal wieder in seinen Unterhaltungskatalog mit eingeschlossen. - Bis jetzt an die 25 Beben innerhalb von zwei Tagen, aber allesamt nicht spürbar für die Menschen auf der Insel. - Einmal reichen die Magnituden nicht aus, maximal bislang 2,5 mbLg (Warum mbLg und nicht "Richter"?) und darüber hinaus befinden sich die Hypozentren mit unter 30 Kilometern, sehr tief. - Es ist aber anzunehmen, dass es die kommenden Tage weitere Bebenwellen unter La Palma geben wird, es ist halt bewegt unter uns, allerdings so lange es die Inseln gibt bereits und auch davor bereits. - Unter dem Süden Tenerifes grollt es, aber seit anderthalb Jahrzehnten bereits und zwischen den beiden großen Insel auch, im so genannten "Volcán de Enmedio". - Ebenso unter El Hierro ist die seismische Aktivität beachtenswert, allerdings anders strukturiert, als unter Tenerife. - Während im Süden Tenerifes hunderte kleine Beben mit sehr kleinen Amplituden zwischen eins und zwei mbLg gemeldet werden, sind es unter El Hierro weniger, aber deutlich stärkere Vorgänge. - Da sind dann auch mal "Klopper" mit drei bis vier mbLg dabei und wie und ob diese beiden Fokusse zusammenhängen, das lässt sich, trotz Aussagen vieler Vulkanologen, nicht wirklich abschließend beurteilen. - Eine weit verbreitete These meint allerdings, unter Tenerife bewegt sich Magma horizontal und kommt einfach nicht zum Stillstand. - Wo hingegen unter El Hierro eher zurückweichendes Magma als Ursache für den seismischen Krach vermutet wird, als ob dort die vor Jahren, durch aufsteigendes Magma geweiteten Kavernen nun ohne Gegendruck in sich zusammenstoßen. - La Palma spielt da nur selten eine bemerkenswerte Rolle mit. Meist nur oberflächliche seismische Aktivität, welche durchaus auch durch kleinere Erdrutsche erklärbar sein kann. Dann gab es 2017 und 2018 jeweils ein paar Schwarmbeben und jetzt scheint eine neue Welle unsere Insel wieder in die Erinnerung der Geologen rücken zu wollen. - Ganz normal für eine Region, über einem vulkanischen Hotspot und bemerkenswert dabei ist eigentlich nur, dass es, bis vor ein paar Jahren, komplett ruhig war unter La Palma und deshalb auch seltene Erdbewegungen im Untergrund hellhörig machen. - Generell aber kann man sagen, dass die seismische Aktivität unter den Kanaren in den vergangenen Monaten erneut leicht aber deutlich zugenommen hat. - Konservative Stimmen meinen ja, diese Rumpelstilzchen unter La Palma kämen vom Aufstampfen des Bischofs, welchem ein nächtliches Foto der Kirche El Pasos aufgefallen ist. - Wir sind ja seit Jahren hier auf der Insel im Selbsterklärungsmodus für fortschrittlichen Liberalismus in Sachen LGTBi. - Da hat sich in der Tat einiges bewegt und seit dem es bunte Lämpchen hier auf der Insel gibt, wird man auch nicht müde, immer mal wieder Bauwerke in den Regenbogenfarben anzustrahlen. - Hafenmolen, Rathäuser, Fassaden und ganze Silhouetten von Dörfern und jetzt eben auch eine Kirche. Und noch dazu dieses moderne Gebäude, mit dem steil erigiertem Turm, lässt plötzlich alle Hüllen fallen und erstrahlt auch ohne Regen und Bogen in den bekannten Farben. - Chapeau La Palma, Chapeau El Paso und ganz besonders geht der Hut in Richtung Don Domingo, unserem Pfarrer, der solch eine, durchaus symbolträchtige Show, ermöglicht hat. - Da geht noch was bei der Kirche, oder aber wir müssen uns bald einen neuen Pfarrer suchen…

Das bleibt alles äußerst spannend und so ergibt sich, selbst für uns, frei schaffende und biodiverse Austragsferienhausvermittlungsagenturstarklebensgemeinschaft oft wenig Zeit, den wirklichen Kleinstalltag geschickt handzuhaben. - Es gibt hervorragende Nachrichten aus dem Fach Kompost, der Häcksler hat endlich seinen Zaubergesellen gefunden und die Katzen finden es Klasse, dass wir nun viel häufiger zu Hause sind. - Klar, wenn man über Dreißig ist, dann zwickt es manchmal hier und da, aber morgens beim ersten Kaffee sind wir immer noch, bereits nach vielleicht 12 Minuten durch, uns gegenseitig zu erklären, wo denn das heutige Zipperlein wieder besonders aufmerksam zugebissen hat. - Erst wenn es über 20 Minuten morgens dauern sollte, oder falls man nur noch per WhatsApp dem Partner zu medizinischen Lagen Auskunft gibt, dann sollte man vielleicht die Alltagsfrage erneut stellen. So weit sind wir aber noch nicht. Auch erleben wir ab und zu noch Dinge, welche unseren, sicher nicht mehr so aufregend kolorierten, Alltag wie früher erhellen. - Damit sind wir endlich bei der "Titelgeschichte" angekommen, von den Männern in Unterhosen. - Ein Heldenepos, eine Nachbarschaftsgeschichte, oder eher ein Ding, welches ich irgendwann meinen Enkeln erzählen werde. - So lange die nicht vorhanden sind, müssen Sie herhalten.

Es war eine heiße Nacht und wenn die Hitze erstmal in die Zimmer gekrochen ist, dann dauert es, bis wir wieder normale Temperaturen haben. - Also immer mal wieder raus in der Nacht, schließlich sind es ein paar Grad weniger draußen. Ich meine noch, meine Frau auf der Terrasse zu sehen, wie sie wohl in die Küche schleicht, sich am Kühlschrank zu bedienen. - Aber meine Frau macht Licht, fummelt nicht mit dem Funzel am Handy rum und Haare auch auf dem Kopf. Also schließe ich, noch dösig von der Hitze und angegangenem Schlaf: Die Figur, die ich da im Dunkeln erkenne, auf unserer Terrasse, die ist nicht meine Frau. - Sofort brülle ich los, als Sohn eines Wehrmachtsoffiziers kann ich das gut und neben gutturalen Lauten empfehle ich diesem uneingeladenen Kerl, auch noch schnell zu laufen, sonst würde ich ihm Deutschunterricht geben. - Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich dem Dieb in der Nacht auch noch einen Tipp gab, zu entkommen. Vielleicht fand ich es fair oder chic, vielleicht hoffte ich es innerlich auch, dass er entkommen möge. - Erst Tage später habe ich mich mal wirklich hinterfragt, was ich denn gemacht hätte, wenn ich ihn zu greifen bekommen hätte. - Ich aber hinterher, so schnell ich kann, aber der Typ ist schneller und ich habe gleich mehrere Makel an meiner Verfolgungsstrategie feststellen müssen. - Ich habe kein Licht, keinen Knüppel als gewichtiges Faustpfand, keine Schuhe und bin nur mit einer Unterhose bekleidet. Also zunächst noch die rudimentären Dinge besorgen, bevor die Verfolgung weitergeht.

Mit Knüppel und Taschenlampe renne ich also auf die Straße hinaus, zunächst in die falsche Richtung, nach unten. - Aber Gebrüll "von oben" lässt mich wenden und nun die Straßen hinauf laufen, wobei das Wort laufen, hier bitte nur als Stilmittel begriffen werden sollte. - Bald schon erreiche ich den Schauplatz des weiteren Gebrülls und treffe auf zwei meiner Nachbarn, die ziemlich genau wie ich bekleidet waren. - Nur Unterhose, keine Schuhe, sonst nichts. Ich einen Holzknüppel, ein Nachbar einen längeren Stock und der andere Nachbar ein Stück ¾ Zoll Rohr in der Hand. - Ja, ich habe ihn fast erwischt, der ist sogar gestürzt dabei und hat Geld verloren, aber da ich keine Schuhe anhabe, konnte ich ihn nicht weiter verfolgen. So die Aussage des einen Nachbarn, der andere nickte nur, auch ihm war, angesichts des fehlenden Schuhwerks und der spärlichen Bekleidung um das Körperzentrum rum wohl nicht aufgegeben, da nun hinterher zu sprinten. - Brauchen wir auch nicht, wir haben den dreisten Dieb ja eh erkannt, es war der, der immer hier klaut. - Nein, nicht der Gärtner, der kommt tagsüber, sondern der, der schon seit Jahrzehnten hier die Nachbarschaft nachts beglückt. - Da standen wir dann, drei Helden, zumindest nach dem, was wir alles mit dem flüchtigen Strauchdieb gemacht hätten, wären wir nur bekleidet gewesen. - Oder hätten wir Schuhe angehabt, oder eine Taschenlampe oder eben den, extra für den Fall, liebevoll aber nachdrücklich geglätteten Stock aus altem Mandelholz. - Mehrfach durfte ich meinen, katzenhaften Spurt dem fliehenden Teufel hinterher schildern, in groben Bildern konterte mein anderer Nachbar, wie kräftig er am Rockzipfel des Diebes hing und ihn sogar kurz zu Fall brachte. - Und was erst der dritte Nachbar noch zu berichten hatte, wie er mal mit seinem Stück galvanisiertem Rächer in Dreiviertelzoll, einen wilden Ziegenbock gebändigt hat. - Da standen wir nun, voller Adrenalin in ziemlich all unserer faltigen Pracht. Vor Anspannung vibrierende Kampfmaschinen in rudimentärer Bekleidung, auf dem Sprung, die ganze Welt im Konjunktiv zu retten. Alle Ungerechtigkeiten gleichzeitig zu bekämpfen, einfach mitten durch. - Die Liga der Rächer der Erniedrigten und Beleidigten und wehe, es wäre in dem Moment eine kranke Ratte die Straße lang gelaufen…

Drei alte Männer in Unterhosen. Halb ein Uhr nachts in einer unbedeutenden Gasse und Gott sei Dank, hat niemand ein Foto davon gemacht. - Wir aber waren Helden, zumindest für diese Nacht und zwischen den Hausnummern vier und sieben. Warum wir alle drei, als wichtigstes Utensil das kombattante Schlagwerkzeug den Schuhen oder dem bedeckenden Beinkleid vorgezogen haben, das muss ich irgendwann noch mit dem Testosteronbeauftragten klären. - Natürlich habe ich ihn angezeigt, so konnte ich sicherstellen, dass mindestens einer der Polizisten mein Heldenepos auch anhören musste, nachdem meine Frau gerne auf eine erneute Wiederholung verzichtete. - Sommer auf La Palma, wo Helden an jeder Straßenecke in Unterhosen auf neue Aufgaben warten um epische Geschichten zu erfüllen. - Es sei denn, ein Huhn wird in Tijarafe überfahren, dann ist aber wirklich was los, auf der vorletzten Insel, kurz vor dem Orinoco, linker Hand.


Die Kirche in El Paso den Umständen angepasst. - Der Bischof zürnt, die Gemeinde munkelt, hoffentlich wird bald verdunkelt

Jetzt fehlen nur noch Petersdom, Hagia Sophia und die drei Kathedralen im Kreml, dann sind wir wieder ein Stück weiter





Donnerstag 09.07.2020

Neu ist das nicht, aber normal
Mehr Fußball als Corona


Normalitätsindikatoren kann man vielfältig aufspüren. - Inzwischen nimmt die Berichterstattung über den Fußball wieder mehr Zeit in den spanischen Nachrichten ein, als die Diskussion über unseren virulenten Unfall in Sachen Corona. Ich bin mir allerdings nicht so ganz sicher, ob mich die neue Frisur eines, an den Beinen rasierten Balljongleur, wirklich zeitintensiver fesselt, als die eventuell weitere Ausbreitung der Viren im Land. - Aber gut, vielleicht ist es normal für uns, dass man eher die Frisur eines solchen Landeshelden hervorhebt, als dem Volk diese virtuellen Qualen bereitet, schwer verdauliche wissenschaftliche Langweilerkost zu konsumieren. - Neu ist das nicht, aber eben normal. - Selbst unser viraler Held für virulente Viren, Fernando Simón, wird inzwischen eher in Motorradkutte abgelichtet, als im Laborkittel, gerad so, als nähme das Figur gewordene Virus von sich selbst Abschied. - Fernando ist das eher unangenehm, aber immerhin, erleidet er doch wenigstens nicht das Schicksal vieler anderer wissenschaftlicher Helden, gleich nach Notwendigkeit vergessen zu werden. - Manchmal, aber nur wirklich manchmal, wünsche ich uns hier einen Lauterbach. - Also ein Mensch gewordenes, manchmal sogar quälendes Gewissen, welches man nur schwer ausschalten kann, weil es doch notwendig ist und darüber hinaus sogar noch weiß, wovon es spricht. - Aber die Leute sind weiter äußerst diszipliniert, in den Läden, auf den Ämtern und dort, wo es eben gegeben ist, wird Maske getragen und wenig darüber gemotzt. - Die Zahlen auf den Kanaren sind entsprechend, La Palma ohne offiziell aktiv Infizierte und auf den Kanareninseln insgesamt meldet man noch 63 aktive Fälle. - Landesweit allerdings reagieren die Zahlen der Neuinfektionen nicht so gnädig auf die neuen Freiheiten wie bei uns auf den Kanaren und in ein paar Regionen des Landes musste man auch bereits wieder zu restriktiven Maßnahmen greifen.

Gerade jetzt erreichen uns die frischen Ergebnisse einer weiteren serologischen Studie, um erneut eine Vorstellung zu erlangen, wie hoch denn die Dunkelziffer sein könnte und ob sich denn Covid-19 weiter ausgebreitet hat. - Wir erinnern uns: Auch wenn man Dunkelziffern nicht wirklich erhellen kann, die letzte Studie hat so halbwegs angezeigt, dass weniger als 5% der Fälle auf La Palma überhaupt "offiziell" geworden sind. - Es hat sich also in den letzten 6 Wochen eigentlich nichts mehr getan, die Provinz Tenerife bleibt bei 2,4% bereits mit Antikörpern getesteten Personen. Das wären rund 2.000 Menschen auf La Palma, 107 entdeckte Fälle hatte man nur in den Papieren. - Nur mal so ganz unter uns: Es mehren sich dabei auch die Vermutungen, dass wir, nicht nur hier, bereits im letzten Jahr die ersten Fälle von Corona hatten, das aber aus Unkenntnis eben noch als Grippe oder heftige Erkältung durchgegangen sein könnte. - Darüber reden wir aber nicht so gerne, vielleicht auch, weil die Spanische Sprache nicht wirklich so viele linguistische Hekatomben vorweisen kann, wie es eben Goethesprech vermag. - Man muss sich das Wort "Durchseuchung" mal ganz langsam im Frontallappen zergehen lassen. - Da fehlen mir die Worte, sagte Fulanito und guckt eben lieber Fußball. - Politisch scheint die "Progressive Regierung", also das Rot/Lila Bündnis aus PSOE und Podemos tatsächlich bislang als Sieger hervorgegangen zu sein. - Schwächelte man anfangs etwas und ließ fast eine Woche verstreichen, ohne robuste Maßnahmen, so drehte man ab März doch wohl an den richtigen Schrauben und vermied so eine noch größere Katastrophe. - Auch federn die Maßnahmen wie das Kurzarbeitsprogramm "ERTE" und die spanische Version eines Hartz IV ähnlichen Mindesteinkommens, die momentan deutlich angespannte wirtschaftliche Lage noch ab. - Verglichen mit 2008 liegt man ökonomisch sogar im Moment noch besser, allerdings sind hier die mittelfristigen Auswirkungen, eben wenn die "ERTE-Stützen" auslaufen, noch nicht eingepreist. - Auch zeigt sich die Opposition einfach viel zu schwach, weder Pablo Casado von der Partido Popular, noch Santiago Abascal der rechtsaußen VOX können nach den letzten Umfragen irgendwie punkten. - Aber wir kennen das ja, entlässt die "Revolution" erstmal ihre Kinder, dann pfeifen alle wieder auf den früheren "Heldenstatus" der Corona-Gang und wollen mehr Fiesta statt Disziplin. Drum, neu ist das nicht, aber normal.

La Palma hat inzwischen wieder ein paar Urlaubsgäste abbekommen und natürlich habe ich die einsame Wette mit mir selbst gewonnen: Der erste Urlaubsflieger nach Corona kam aus Deutschland. Obwohl gleich zwei Tage später ein fliegender Holländer kam, der aber nicht mehr die Aufmerksamkeit der Presse erlangte. - Fast hatte man allerdings das Gefühl, in den ersten Maschinen befanden sich mehr Teutonresidenten und Liegenschaftskümmerer als "echte" Urlaubsgäste und darüber hinaus scheinen die Reiseveranstalter La Palma noch bis in den Winter hinein zu ignorieren. - Zweimal Deutschland, Frankfurt und Düsseldorf und einmal Amsterdam, mehr läuft im Moment international noch nicht. - Allerdings ist auch das nur ein Serviervorschlag, einen echten Sommerflugplan für Charter nach La Palma basteln, das bleibt eine dynamische Geschichte. - So lange die Reiseveranstalter unser Inselchen nicht wieder im Programm haben, so lange wird sich daran wohl auch nicht robust etwas ändern und TUI und Konsorten sind noch damit beschäftigt, "Urlaub Neu" in anderen Regionen, welche mehr Effizienz versprechen, zu üben. - Es ist auch wirklich spannend. - So üben zum Beispiel die Angestellten des Hotels, in welchem meine ältere Tochter arbeitet, Sie wissen schon, die größere, welche eigentlich die kleinere ist, seit zwei Wochen, wie das denn gehen soll in Sachen "Neu". - Vielleicht ganz gut, dass wir bescheiden wieder anfangen, nicht nur hier auf La Palma. Ganz langsam, wieder einen Fuß vor den anderen und warum sollte eigentlich das Ziel Normalität sein und nicht "Neu"? Viel wird natürlich auch daran hängen, ob die Iberia-Express ihren täglichen Dienst über Madrid ab dem 15 Juli halten kann. - Buchbar sind diese Flüge bereits und bereits vorviral war diese Verbindung über Madrid eine der tragenden Achsen des Individualurlaubs hier auf der Insel. - So leben wir hier auf der Insel in Sachen Tourismus momentan noch vom Fingernagel in den Mund und halten uns dabei die Hand vor, damit bloß die Brisa die drei Brosamen nicht zu fassen bekommt.

Speziell hier auf La Palma beschäftigt uns momentan, noch drastischer als das kecke Virus, die Wasserknappheit. - Wobei wir bereits mit diesem Wort mitten in der Polemik stecken. Es gibt ja durchaus Rufer, nicht nur in der Wüste, welche behaupten, es gäbe gar keine Wasserknappheit. - Bauern fängt man am besten mit Wasser, zumindest hier auf der Insel, so könnte man das auch warnend sehen, allerdings haben hier mal die "Verschwörungstheoretiker" tatsächlich Argumente. - Wobei wir damit bereits Leuten wie dem Ingenieur Carlos Soler unrecht tun, denn er führt keine verschwörende Theorie an, sondern wendet sich eben mit seinen Thesen gegen das bisherige Wasserverteilungssystem, welches durchaus als feudal bezeichnet werden kann. -Tausendmal bereits erklärt: Unser Wasser auf der Insel ist in privaten Händen, selbst die Gemeinden und die Inselverwaltung kaufen Wasser der großen Verteiler, um es dann als "Stadt- oder Gemeindewasser" in die Leitungen zu pumpen. - Was man in der weiten Welt nun Nestlé und anderen gobalen Klabauterleuten vorwirft, eine öffentliche Ressource privatisieren zu wollen, das haben wir hier erfunden. - Bereits vor Jahrhunderten übrigens. - OK, auf solch eine Ehre pfeifen wir, allerdings brauchen wir dieses Wissen um zu verstehen, warum es denn die verschwörende Theorie überhaupt gibt, Wasser würde auf der Insel aus marktwirtschaftlichen Gründen knapp gehalten. - Auf jeden Fall ist Wasser ein riesiges Geschäft, besonders auf einer Insel mit limitierten Ressourcen, dessen Haupteinnahmequelle eine bereits subventionierte Agrarmonokultur ist, welche Unmengen an Wasser benötigt.

Auch das müssen wir wissen, die Knappheit am Rohstoff Wasser funktioniert nur im Zusammenhang mit dem intensiven Anbau von Bananen. Das bisschen "Restwasser", was der Tourismus oder die Haushalte auf der Insel brauchen, daraus könnte man nur schwerlich ein Geschäft machen, denn diese Mengen an Wasser, die wären leicht bereit zu stellen. - Allerdings können wir uns ja auch nicht blind stellen und so tun, als gäbe es keine Dürre auf der Insel. - Die Niederschlagsmengen sind in den letzten Jahren auf der Insel, allem voran auf der Westseite, extrem stark gesunken, so dass in der Tat kein Überschuss an Wasser in Brunnen oder Schächten mehr vorhanden ist. - Allerdings gibt es, nach mancher Erklärung vier, aus anderen Erzählungen sechs große Wasserreservoirs, vielleicht wäre Wasserblasen auch ganz gut erklärt, welche im Inneren der Insel das Regen- und Tauwasser aus den Wintermonaten und den Passatkondensationen sammeln. Eine dieser Blasen, vielleicht sogar eine der größten, die liegt unter dem oberen Teil des Aridanetals und reicht bis weit auf die Ostseite, unterhalb der Cumbre Nueva hindurch. - Diese Blase wird vom "Túnel der Trasvase" angebohrt, einer hydraulischen Arbeit, welche vor mehr als 20 Jahren das Aridanetal einfacher und günstiger als bislang mit Wasser von der Ostseite versorgen sollte. - Aber hier gibt es viele Versionen an Erzählungen und jeder einzelne Strang wäre bereits mindestens eine Staffel der Serie "Das Wasser der Vulkane" wert, in der es um Dallas, Denver und Schwarzwaldklinik gleichzeitig geht und bitte mit besseren Schauspielern besetzt werden sollte. - Dieser Bau wurde niemals zum Tunnel, denn ein Tunnel hat auf jeder Seite einen Eingang. - Der "Túnel de Trasvase" allerdings besteht aus zwei Eingängen die mitten im Berg enden, einen von der Ostseite gebohrt und einen von der Westseite aus. - Dazu hieß es offiziell rund um die Jahrtausendwende, man bräuchte nicht weiterbohren, es käme bereits so viel Wasser, dass ein Durchstoß auf die Ostseite nicht angezeigt wäre. - Ob das nun als "Durchstoßlegende" in die Geschichte eingehen wird, ich weiß es nicht, aber ich erinnere mich sehr gut daran dass es seinerzeit hieß, die müssten ganz schnell sehr viel Beton in den Tunnel schaffen, da so viel Wasser käme und man fürchte, damit das Aridanetal zu überschwemmen.

Das kann nun vieles bedeute, auch einfach nur das, was man uns damals bereits erzählt hat. - Sie wissen schon, manchmal ist eine Pandemie einfach nur eine Pandemie. - Allerdings wollen heute viele Leute daran glauben, dass man damals nicht aus Vorsicht nicht weiter gebohrt hat, sondern aus dem Grund, nicht zu viel "Wasser ins System" zu pumpen, denn damit würden ja die Preise sinken. Und jetzt kommt eben nicht nur die bereits sicht- und überall spürbare Trockenheit hinzu, sondern eben auch der Freigeist Carlos Soler, welcher behauptet, hinter dem "Túnel de Trasvase" stecke so viel Wasser, dass es viermal für das Aridanetal locker reichen würde. - Kein Wunder, dass hier alle hellhörig werden, deren Einkommen mit der Umdrehung der Wasseruhr zu tun hat, seien es nun diejenigen, welche die Rechnung über das Wasser stellen, oder eben die anderen, welche die Wasserrechnungen zu begleichen haben. Dabei dreht es sich auch um die Frage, zapft man da nun "eiserne Reserven" an und lässt die Insel danach austrocknen. - Dieses Thema ist nicht endgültig erklärt worden, allerdings handelt es sich bei dem angestauten Wasser wohl nicht um ein "fossiles Gut", sondern um Wasser, welches ziemlich frisch ist. - Also erst vor kurzer Zeit dort angekommen, wo es jetzt ruht. - Carlos Soler meint nun, dieses Wasser wird so oder so verschwinden, die Insel sei nirgendwo komplett dicht und wenn wir das Wasser nicht vorher über die Bananen kippen, dann wird es langsam durch die Insel sickern und den Atlantik ein klein bisschen süßer machen. - Manche Spezialisten bestreiten dieses Aussagen, allerdings werden keine echten Beweise erbracht, nirgendwo kann man Wasseranalysen, welche das Alter der Ressource beweisen einsehen und so wird man wohl der These Carlos Solers durchaus Interesse schenken können.

Geradezu pikant dabei scheint nun auch die neueste politische Entwicklung in Sachen "Glaubenskrieg der Wasserpäpste", denn plötzlich ereifert sich unser omnipräsenter Bürgermeister Sergio Rodríguez und springt Carlos Soler bei. - Das nun erstaunt eingeweihte Beobachter, denn genau die Coalición Canaria, welcher nun wieder der Bürgermeister El Pasos angehört, die haben über Jahrzehnte hinweg im Clinch mit Carlos Soler gelegen. - Da gab es deutliche Spannungen zwischen dem Ingenieur für Wasserwesen und Kanäle, welcher im Dienste des Gobierno de Canarias sich mehrfach weigerte, Gefälligkeitsbescheinigungen auszustellen, die der damalige Rat für Landwirtschaft Juan Ramón Hernández Gomez gefordert hatte. - Gleichzeitig war es auch Jahrzehntelange Spielwiese für verdiente Parteigänger der Coalición Canaria, sich im "Consejo de Aguas" des Cabildo Insular de La Palma deutlich in die Geschicke der Wasserwirtschaft der Insel einzumischen. - Nun aber liegt dieser "Wasserrat" in Händen der Partido Popular und jetzt heißt es plötzlich aus den Reihen der Coalición Canaria, angesichts der Dürre solle man doch Carlos Soler genau zuhören. - Natürlich kann dieser Sinneswandel auch rein aufgrund der Sorgen für die Gemeinde El Paso stammen, denn obwohl man die Wasserblase genau unter dem Gebiet unserer Gemeinde weiß, muss man in El Paso viel mehr für das Wasser bezahlen als anderswo, da man dieses Wasser eben aufwendig hochpumpen muss. - Der Preis dafür, dass man über den Dingen steht, manchmal auch liegt, aber das war schon immer so.

Nun ist die Frage, was passiert denn eigentlich, wenn man Carlos ranlässt und mehr "Wasser ins System" gepumpt wird? - Na dann geht alles lustig weiter wie gehabt. Die Pflanzer verdienen einfacher Geld, jammern dann über andere Dinge, die Gartenbesitzer spritzen freudiger ihre Blumenpracht und der Pool bekommt häufiger frisches Wasser als jetzt. - Sicher eine brauchbare Geschichte und sinnvoller, als zu warten, bis das Wasser von alleine in den Atlantik gesickert ist. - Kommt aber nichts nach, dann ist in, ein paar, ein paar mehr oder vielen Jahren dennoch einfach Schluss mit Nass und die Struktur wandelt uns, aber nicht umgekehrt. - Lasst uns also beten, dass es sich bislang immer noch um böse Wetterkapriolen handelt und nicht bereits um gewandeltes Klima. - Sicher fänden wir, mit brauchbarem, zeitlichem Abstand, auch andere breite Einnahmequellen, aber es interessiert uns ja nicht, so lange das Wasser noch sprudelt. - Es ist und bleibt also ernst und selbst wenn Carlos Soler als temporärer Retter und Ritter auftreten dürfte, das Grundproblem ändert sich damit nicht, nur gießen wir dann weniger den Atlantik und mehr die Insel. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es noch Mittel und Wege, solche Dinge auf natürliche Art und Weise abzuändern, aber wie wir nun auch an Corona gesehen haben, selbst auf Schutzpatrone, Heilige, Jungfrauen und andere klerikale Streitmächte kann man sich einfach nicht mehr verlassen.

Es ist nicht nur der Tourismus klarer Verlierer in Sachen Corona. - Auch die Heiligen haben versagt und das sogar auf ganzer Linie. - Eigentlich hat man diese Leute doch in den Wallfahrtskirchen rumstehen, um solche Dinge wie Seuchen, Dürren und Schwiegermütter auf breiter Front zu bekämpfen. - Das allerdings scheint nicht mehr zu funktionieren. Das Virus und auch der Klimawandel sind wohl resistent gegen Weihwasser, Brustklopfen und Prozessionen, wobei man Letzteres sowieso im Moment nicht durchziehen kann. - Eigentlich sollen einen doch Schutzheilige von Seuchen schützen, nun aber werden die Marienfiguren in Schutzhaft genommen und die Prozessionen abgesagt, denn die Pilger könnten sich ja massenhaft infizieren. - Schlimmer kann es eigentlich gar nicht laufen in Sachen Wunder und Rettung vor dem Untergang und bei Trump, Putin, Erdogan und Scheuer haben die Patrone und Patronä ja auch komplett versagt. Vielleicht haben ja deshalb früher Generationen an Revolutionären wie Missionaren auch eher zu Patronen gegriffen, als zu Patrone gebetet, einfach so, der robusten Effizienz wegen. - Dabei könnte das so schön sein: Man schickt die Jungfrau durch die Gassen und hinter ihr regnet es und spült das Virus in den Gully. - Sicher habe ich das aber seinerzeit als Ministrant einfach nicht richtig verstanden. - Das mit der Kirche und den Heiligen war nämlich noch nie ein "quid pro quo", sonder eher ein "cui bono" und letztendlich hat wahrscheinlich mein wortgewaltiger Freund Konstantin recht mit der Aussage: Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind.


Es gibt böse Zungen die behaupten, etwa ein Drittel des gesamten Wassers auf der Insel La Palma gingen beim Transport verloren

Es gibt böse Zungen die behaupten, etwa ein Drittel des gesamten Wassers auf der Insel La Palma gingen beim Transport verloren



Im Sommer gibt es immer wieder Episoden auf La Palma in denen die Waldbrandgefahr aufgrund des Wetters extrem hoch ist

Im Sommer gibt es immer wieder Episoden auf La Palma in denen die Waldbrandgefahr aufgrund des Wetters extrem hoch ist





Erste Urlauber aus Deutschland kommen wieder nach La Palma. - Danke Condor!


Der Anfang ist gemacht.



keine aktiven Fälle von Covid-19 mehr auf La Palma


Null aktive Fälle auf der Insel. - Das ist die offizielle Statistik für La Palma. - Das erhellt zwar nicht die Dunkelziffer, ist aber dennoch ein großer Schritt für uns.



Sonntag 21.06.2020 Tag eins der Normalität, - Neu!

Handy, Geldbörse, Schlüssel, Maske
Wenn dann noch Zeit ist: Hose zu und Schuhe gebunden


So richtig gemerkt habe ich das nicht. - Die Sonne scheint wie auch gestern, wunderbares Wetter und auch die Nachbarn sind nicht anders. - Katzen alle da, alle gesund und ab Montag müssen beide Kinder wieder arbeiten. - Die eine hat die ganze Zeit gearbeitet, die "Schweizerin", die andere ist bis Montag in "ERTE", muss nun aber auch wieder ran, weil eben das Hotel bald wieder aufmacht. - Wenn das alles gut geht mit den "ERTEs", also alle oder fast alle, die man auf Kurzarbeit geschickt hat ihren Arbeitsplatz erhalten, dann müsste man der Frau Erte einen Sonderbonus zahlen, ähnlich wie man das für die Angestellten des Gesundheitsdienstes gemacht hat. Ansonsten ist der erste Tag in der Neuen Normalität genau so wie der letzte im Alarmzustand. - Sonntags ist meist Puerto de Tazacorte dran zum Spazierengehen, aber es waren selbst morgens schon mehr Leute unterwegs, als die anderen Wochenenden. - Das mag auch damit zusammenhängen, dass der Palmero an sich, wirklich nur die zentralen Sommertage an den Strand geht und ab September bereits wieder friert, aber es waren deutlich mehr Leute am Strand, als noch die vergangenen Wochen. - In Grüppchen, meist ältere Leute, die Jüngeren sind am Sonntag natürlich nicht so früh unterwegs wie wir und was soll man denn überhaupt am Strand, wenn die anderen nicht da sind. - Maske ist eher selten, aber ich habe einen neuen Typ Maskenträger festgestellt. - Die nehmen wahr, dass wir, oder halt ich, ohne Maske unterwegs bin. - (Die sehen ja nicht, dass ich immer eine Maske ungesichert und geladen zusammen mit dem Handy links hinten trage, sollte ich diese benötigen.) Also diese Leute, die sehen, da trägt jemand keine Maske und nehmen augenblicklich Kurs auf einen, um Nähe anzudrohen. - Dabei blicken die einem strafend und abfällig ins Gesicht und auf deren Stirn steht in Großbuchstaben auf- oder eingeblendet: Wie kann man nur ohne Maske laufen, wir sind uns doch zu nahe gekommen!

Meist mache ich kurz vor den anderthalb Metern einen Ausfallschritt, früher hieß das Körpertäuschung und der ostentativ Bemaskte verfehlt seinen strafenden Geltungsbereich des Maskentragegebotes. - Hatte ich schon erwähnt, dass an manchen Tagen mir dieser Ausfallschritt sogar katzengleich gelingt und ich meiner Frau noch bis in den Abend hinein davon erzähle? - Manchmal grinse ich die Leute auch von weitem schon an und tu so, als hätten die zurückgegrinst. - Die werden dann unruhig, da die nicht wissen, ob die glauben, ich hätte wirklich angenommen, sie würden grinsen. - Dritte Möglichkeit ist: Schon aus etwa fünf Metern Entfernung mit den Armen so zu rudern dass man meinen könnte, man mahne Abstand an. - Das verwirrt dann die aggressiv-ostentativen Maskenträger ebenso, macht diese Leute aber meist ärgerlich. - Mache ich deshalb selten, sondern bevorzuge meist den überraschend ausgeführten Ausfallschritt, wie oben bereits beschrieben: "Sie laufen mir ins Gesicht" habe ich auch schon mal einem gesagt, allerdings hat der mich nicht verstanden, weil ich manches Gesagte auch nur denke… Ich habe wirklich immer eine Maske dabei, aber es gibt sehr wenige Gelegenheiten, wo man diese tatsächlich aufsetzen muss. - In den Läden oder auf dem Amt, da ist das selbstverständlich und wird auch so weit von allen mitgetragen. Im Bus, im Flieger und morgens im Bad, wenn ich mein Spiegelbild das erste Mal am Tag auffordere, doch einen tragbaren ersten Eindruck zu hinterlassen…

Die Zahlen des letzten "Alarmtag" aus La Palma: 66 Tests PCR, ohne positives Ergebnis. - Zusammengefasst: 107 Infizierte seit März, davon 92 wieder aus ärztlicher Obhut entlassen. - 7 sind leider Verstorben, eine Person liegt noch im Krankenhaus und weitere 7 befinden sich in häuslicher Quarantäne.






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